2018, 2019 und 2022 fanden die Süddeutschen Hifi-Tage in einem Holiday Inn vor dern Toren Stuttgarts statt. Im letzten Jahr verlegte Ivonne Borchert-Lima die Veranstaltung ins Radisson Blu in Ettlingen, wo die Besucherzahlen leider reichlich Luft nach oben ließen. Heuer bot das Le Meridien in der Stuttgarter Innenstadt der Messe ein neues Zuhause.

Und das war die richtige Wahl, nicht nur, weil das Hotel verkehrsgünstig gelegen war und Zimmer und Säle recht gute Bedingungen für die Vorführungen boten, sondern vor allem, weil die Hifi-Tage wieder eine Vielzahl von Besuchern anlockten – des freundlichen Spätsommerwetters zum Trotz. Da wir nur am Samstag vor Ort waren, haben wir am Montagmorgen einige Aussteller telefonisch befragt: Sowohl mit der Zahl als auch der Qualität des Publikums war man rundum zufrieden. Von einer Regionalmesse gerade mal vier Monate nach der High End darf man natürlich keine Fülle an Neuheiten erwarten, aber dennoch gab es einiges Interssantes zu entdecken, und sei es nur deshalb, weil es im Überangebot in München ein wenig untergegangen war. Schön, dass die Süddeutschen Hifi-Tage auf dem besten Wege sind, zu alter Stärke zurückzufinden.

Hifi 2 Die 4, der deutsche PS-Audio-Vertrieb, und Audiophile Hifi-Produkte teilten sich ein Ausstellungszimmer. AHP-Chef Andreas Jungblut zeigte den High End Novum PMR MKIII: Der Passive Multivokal Resonator soll eine noch intensivere Wirkung entfalten und kostet 2700 Euro. Mindestens ebenso interessant ist der Kontaktverbesserer Supraleiter Graphene
Hifi 2 Die 4, der deutsche PS-Audio-Vertrieb, und Audiophile Hifi-Produkte teilten sich ein Ausstellungszimmer. AHP-Chef Andreas Jungblut zeigte den High End Novum PMR MKIII: Der Passive Multivokal Resonator soll eine noch intensivere Wirkung entfalten und kostet 2700 Euro. Mindestens ebenso interessant ist der Kontaktverbesserer Supraleiter Graphene

Die Aspen FR5 ist das kleinste Modell der PS-Audio-Lautsprecherserie. Der Paarpreis für die Zwei-Wege-Modelle mit Bändchenhochtöner liegt bei 5.000 Euro, die Ständer schlagen zusätzlich mit 700 Euro zu Buche
Die Aspen FR5 ist das kleinste Modell der PS-Audio-Lautsprecherserie. Der Paarpreis für die Zwei-Wege-Modelle mit Bändchenhochtöner liegt bei 5.000 Euro, die Ständer schlagen zusätzlich mit 700 Euro zu Buche

Die aktiven Lautsprecher von Houchmand und der optisch passende Streamer sind hier zwar mit Signalkabeln von Zensati verbunden, können aber auch drahtlos miteinander kommunizieren. Der Preis für das glänzende Trio liegt bei 60.000 Euro.
Die aktiven Lautsprecher von Houchmand und der optisch passende Streamer sind hier zwar mit Signalkabeln von Zensati verbunden, können aber auch drahtlos miteinander kommunizieren. Der Preis für das glänzende Trio liegt bei 60.000 Euro.

Die Komponenten von Houchmand werden vom Thor Acoustic & Design Team vertrieben. Geschäftsführer Ralph Schietinger erläuterte, dass es sich dabei um mehr als einen reinen Hifi-Vertrieb handelt.
Die Komponenten von Houchmand werden vom Thor Acoustic & Design Team vertrieben. Geschäftsführer Ralph Schietinger erläuterte, dass es sich dabei um mehr als einen reinen Hifi-Vertrieb handelt.

Auch im zweiten Raum von Thor ging es trotz des Bildschirms um Zwei-Kanal-Audio – und zwar vorrangig um die gläsernen Lautsprecher des französischen Herstelllers Waterfall Audio
Auch im zweiten Raum von Thor ging es trotz des Bildschirms um Zwei-Kanal-Audio – und zwar vorrangig um die gläsernen Lautsprecher des französischen Herstelllers Waterfall Audio

Das Zwei-Wege-System Niagara XT1 besitzt einen Hochtöner mit einem Horn aus Nussbaum. Der Paarpreis liegt bei 16.000 Euro
Das Zwei-Wege-System Niagara XT1 besitzt einen Hochtöner mit einem Horn aus Nussbaum. Der Paarpreis liegt bei 16.000 Euro


Beim Topmodell von Waterfall Audio, der Niagara XT3 zum Paarpreis von 35.000 Euro, besteht auch die Schallführung des Hochtöners aus Glas
Beim Topmodell von Waterfall Audio, der Niagara XT3 zum Paarpreis von 35.000 Euro, besteht auch die Schallführung des Hochtöners aus Glas

Marcel Reski firmiert unter dem Titel „Der Klang Architekt“ und bietet Lösungen statt einfach nur Komponenten an.
Marcel Reski firmiert unter dem Titel „Der Klang Architekt“ und bietet Lösungen statt einfach nur Komponenten an.

in seiner Kette in Stuttgart agierten unter anderem Lautsprecher von Epos, recht zierliche REL Subwoofer, AXXESS Elektronik und Ansuz Zubehör
in seiner Kette in Stuttgart agierten unter anderem Lautsprecher von Epos, recht zierliche REL Subwoofer, AXXESS Elektronik und Ansuz Zubehör

Bei Audio Freak spielten aktive Merovinger Schallwandler, natürlich per Trinov-Vorstufe perfekt auf den Raum eingemessen
Bei Audio Freak spielten aktive Merovinger Schallwandler, natürlich per Trinov-Vorstufe perfekt auf den Raum eingemessen

Dieses Mal war das amerikanische Studio-Laufwerk von Russco bei Audio Freak nicht nur ein Blickfang
Dieses Mal war das amerikanische Studio-Laufwerk von Russco bei Audio Freak nicht nur ein Blickfang

Heuer was es der geeignete Spielpartner für das MK Analogue DPU 103
Heuer was es der geeignete Spielpartner für das MK Analogue DPU 103

Ich gebe gerne zu, dass ich Bryston seit dem letzten Vertriebswechsel ein wenig aus dem Blick verloren habe. Das hat sich in Stuttgart geändert: Hier der Streaming-Vorverstärker BR-20 zu Preisen ab 7.500 Euro
Ich gebe gerne zu, dass ich Bryston seit dem letzten Vertriebswechsel ein wenig aus dem Blick verloren habe. Das hat sich in Stuttgart geändert: Hier der Streaming-Vorverstärker BR-20 zu Preisen ab 7.500 Euro

Die Bryston 3B cubed leistet 200 Watt an acht Ohm und wird wie das gesamte Bryston-Portfolio von Mafico in den Niederlanden vertrieben
Die Bryston 3B cubed leistet 200 Watt an acht Ohm und wird wie das gesamte Bryston-Portfolio von Mafico in den Niederlanden vertrieben

Rolf Gemein stellte den Kraftwerk-MK-3-Vollverstärker in der Reference Edition zum Preis von 35.000 Euro vor. Das Netzteil ist ausgelagert.
Rolf Gemein stellte den Kraftwerk-MK-3-Vollverstärker in der Reference Edition zum Preis von 35.000 Euro vor. Das Netzteil ist ausgelagert.


Die kleine, feine Kette bei Input Audio mit Harbeth, Mitchell Audio und Manley
Die kleine, feine Kette bei Input Audio mit Harbeth, Mitchell Audio und Manley

Das Zentrum ist die Vorstufe Neo Classic 300B, eine Hochpegelvorstufe zum Preis von 10.400 Euro
Das Zentrum ist die Vorstufe Neo Classic 300B, eine Hochpegelvorstufe zum Preis von 10.400 Euro

Seit kurzem hat Input Audio auch die Elektronik von LFD im Programm. Hier der Vollverstärker Mistral zum Preis von 4.150 Euro
Seit kurzem hat Input Audio auch die Elektronik von LFD im Programm. Hier der Vollverstärker Mistral zum Preis von 4.150 Euro

Seidenton aus der Schweiz teilte sich bei den Süddeutschen Hifitagen im letzten Jahr noch einem Raum mit Ultraudio. Diesmal sollte keine sichtbare Elekronik von den STB Avertura zum Preis von 26.000 Euro ablenken
Seidenton aus der Schweiz teilte sich bei den Süddeutschen Hifitagen im letzten Jahr noch einem Raum mit Ultraudio. Diesmal sollte keine sichtbare Elekronik von den STB Avertura zum Preis von 26.000 Euro ablenken

Blick in den Ausstellungsraum von Relco Audio. Die Modelle von links nach rechts: Delphi, Mantis und Venus, letztere zum Paarpreis von 12.700 Euro. Die Firma wurde 1994 gegründet und baute Dipol-Lautsprecher mit Mittel-Hochton-Bändchen und Konus-Chassis für den Tiefonbereich, stellte die Produktion vor einigen Jahren aber ein.
Blick in den Ausstellungsraum von Relco Audio. Die Modelle von links nach rechts: Delphi, Mantis und Venus, letztere zum Paarpreis von 12.700 Euro. Die Firma wurde 1994 gegründet und baute Dipol-Lautsprecher mit Mittel-Hochton-Bändchen und Konus-Chassis für den Tiefonbereich, stellte die Produktion vor einigen Jahren aber ein.

Predrag Veselinovic war von der Qualität der Produkte aber so überzeugt, dass er die Marke mit tatkäftiger Hilfe von Davide Rambone wiederbelebte. Auch wenn die Firma Relco Audio in Bösingen beheimatet ist, werden die Lautprecher weiterhin in Italien gebaut
Predrag Veselinovic war von der Qualität der Produkte aber so überzeugt, dass er die Marke mit tatkäftiger Hilfe von Davide Rambone wiederbelebte. Auch wenn die Firma Relco Audio in Bösingen beheimatet ist, werden die Lautprecher weiterhin in Italien gebaut

Lyravox spielte die Karlson, nicht nur, weil sie für den Raum völlig ausreichend war, sondern auch, weil man gerade eine Karlson-Test-Aktion anbietet, in deren Rahmen Interessierte sich ein Pärchen für einen 10-tägigen Test per Post zuschicken lassen können
Lyravox spielte die Karlson, nicht nur, weil sie für den Raum völlig ausreichend war, sondern auch, weil man gerade eine Karlson-Test-Aktion anbietet, in deren Rahmen Interessierte sich ein Pärchen für einen 10-tägigen Test per Post zuschicken lassen können

Von Außen nicht zu erkennen ist, dass Götz von Laffert und Jens Wietschorke, deren Initialen die Frontplatte zieren, den Lyravox-Streamer seit der High noch weiterentwickelt haben. Jens Wietschorke versprach einen noch intensiveren Musikgenuss
Von Außen nicht zu erkennen ist, dass Götz von Laffert und Jens Wietschorke, deren Initialen die Frontplatte zieren, den Lyravox-Streamer seit der High noch weiterentwickelt haben. Jens Wietschorke versprach einen noch intensiveren Musikgenuss

Die Aretai-Lautsprecher aus Riga begeisterten den Kollegen Finn Corvin Gallowsky schon auf der Hifi deluxe 2019 und im letzten Jahr auf der Audio Video Show in Warschau
Die Aretai-Lautsprecher aus Riga begeisterten den Kollegen Finn Corvin Gallowsky schon auf der Hifi deluxe 2019 und im letzten Jahr auf der Audio Video Show in Warschau


In Stuttgart waren die Contra 100s zu 10.000 Euro und die Contra 200F zu 28.000 Euro bei Matthias Roth Audio, dem Vertrieb von Electrocopaniet, zu hören. Ein Test ist nicht ausgeschlossen
In Stuttgart waren die Contra 100s zu 10.000 Euro und die Contra 200F zu 28.000 Euro bei Matthias Roth Audio, dem Vertrieb von Electrocopaniet, zu hören. Ein Test ist nicht ausgeschlossen

Günter Härtel rückte heuer die Produkte von YBA in den Fokus: den Heritage-CD-Player zu 2.200 Euro, den passenden Vollverstärker für 2.800 Euro und das Heritage-Streaming-Center mit einer Ausgangsleistung von zweimal 100 Watt an 8 Ohm
Günter Härtel rückte heuer die Produkte von YBA in den Fokus: den Heritage-CD-Player zu 2.200 Euro, den passenden Vollverstärker für 2.800 Euro und das Heritage-Streaming-Center mit einer Ausgangsleistung von zweimal 100 Watt an 8 Ohm

Den Lautsprechern von Oliver Harzsch war ich bisher nicht begegnet, kein Wunder, waren die Süddeutschen-Hifitage doch nach den Norddeutschen erst die zweite Messe, auf der er die Modelle Concert, Symphony und Orchestra präsentierte. Alle Modelle sind mit Tiefmitteltönern von Accuton und Hochtönern von SB Acoustics ausgestattet. Die Preisspanne reicht von 12.000 bis 30.000 Euro
Den Lautsprechern von Oliver Harzsch war ich bisher nicht begegnet, kein Wunder, waren die Süddeutschen-Hifitage doch nach den Norddeutschen erst die zweite Messe, auf der er die Modelle Concert, Symphony und Orchestra präsentierte. Alle Modelle sind mit Tiefmitteltönern von Accuton und Hochtönern von SB Acoustics ausgestattet. Die Preisspanne reicht von 12.000 bis 30.000 Euro

Der Entwickler deutet den Verlauf der Bassreflexkanäle an. An der Konstruktion der symmetrische Frequenzweiche war die Firma Klangmeister aus Lemgo beteiligt
Der Entwickler deutet den Verlauf der Bassreflexkanäle an. An der Konstruktion der symmetrische Frequenzweiche war die Firma Klangmeister aus Lemgo beteiligt

Im Raum von Heiko Boss' Audition 6 konnte man auf alte Bekannte treffen: die Lautsprecher von Ikon Akustik. Hier das Flaggschiff Kondor zu Preis von 33.000 Euro
Im Raum von Heiko Boss' Audition 6 konnte man auf alte Bekannte treffen: die Lautsprecher von Ikon Akustik. Hier das Flaggschiff Kondor zu Preis von 33.000 Euro

Für die Verstärkung sorgte der Fezz Titania mit einer Leistung von zweimal 45 Watt aus je zwei KT88. Der Preis: 3250 Euro
Für die Verstärkung sorgte der Fezz Titania mit einer Leistung von zweimal 45 Watt aus je zwei KT88. Der Preis: 3250 Euro

Um die sensiblen Phonosignale kümmerte sich die Fezz Gratia Prestige. MM-Signale werden um 42 Dezibel verstärkt, MC-Singnale um 60 Dezibel. Die Phonostufe steht mit 1.800 Euro in der Preisliste
Um die sensiblen Phonosignale kümmerte sich die Fezz Gratia Prestige. MM-Signale werden um 42 Dezibel verstärkt, MC-Singnale um 60 Dezibel. Die Phonostufe steht mit 1.800 Euro in der Preisliste

SPL Elektronik auf einem beaudioful Rack trieb passive Manger-Lautsprecher an
SPL Elektronik auf einem beaudioful Rack trieb passive Manger-Lautsprecher an

Der Plattenspieler stammte vom polnischen Hersteller Muarah. Der Plattenpuck ist hier unverzichtbar: Er ermittelt mit Sensoren die aktuelle Umdrehungszahl
Der Plattenspieler stammte vom polnischen Hersteller Muarah. Der Plattenpuck ist hier unverzichtbar: Er ermittelt mit Sensoren die aktuelle Umdrehungszahl


Sie wird drahtlos an die Steuereinheit für den Motor weitergeleitet, die die Abweichung von der Solldrehzahl dann sofort ausregelt.
Sie wird drahtlos an die Steuereinheit für den Motor weitergeleitet, die die Abweichung von der Solldrehzahl dann sofort ausregelt.

Richard Menzel betreibt nicht nur das Hifi Studio „Da staunt das Ohr“, sondern modifiziert auch Zingali und Phonar Lautsprecher. Rhodesien Ridgeback Paul scheint den Klang der modifizierten Phonar 9 jedenfalls zu genießen
Richard Menzel betreibt nicht nur das Hifi Studio „Da staunt das Ohr“, sondern modifiziert auch Zingali und Phonar Lautsprecher. Rhodesien Ridgeback Paul scheint den Klang der modifizierten Phonar 9 jedenfalls zu genießen

Die Leistung des Cayin Soul-170HA reichte für die Vorführung aus. Zingali und Phonar kamen mit den zweimal 18 Röhrenwatt locker aus
Die Leistung des Cayin Soul-170HA reichte für die Vorführung aus. Zingali und Phonar kamen mit den zweimal 18 Röhrenwatt locker aus

Der Audiovertrieb Frank Koglin präsentierte die feinen Holzskulpturen von Diapason
Der Audiovertrieb Frank Koglin präsentierte die feinen Holzskulpturen von Diapason

Auf dem Tooetool Radius x zu Preisen ab 38.000 Euro ist ein langer Studo Arm montiert, das System stammt von Audio Technica
Auf dem Tooetool Radius x zu Preisen ab 38.000 Euro ist ein langer Studo Arm montiert, das System stammt von Audio Technica

Digitales las und wandelte der CEC CD2N
Digitales las und wandelte der CEC CD2N

Andrej Staltmanis führte wie immer mit dem großen Reed-Besteck und Staltmanis Labs sowie Vitus Elektronik vor
Andrej Staltmanis führte wie immer mit dem großen Reed-Besteck und Staltmanis Labs sowie Vitus Elektronik vor

Die Schallwandlung übernahmen Graham LS 5/9
Die Schallwandlung übernahmen Graham LS 5/9

Im Raum von Len Hifi spielte die Ilumnia Magister MKII, deren Membran in ihrer eigenen elektromagnetischen Aufhängung schwebt und daher ohne Sicke und Spinne auskommt.
Im Raum von Len Hifi spielte die Ilumnia Magister MKII, deren Membran in ihrer eigenen elektromagnetischen Aufhängung schwebt und daher ohne Sicke und Spinne auskommt.


Björn Kraayvanger führte mit dem J.Sikora Reference Laufwerk mit KV12 MAX Tonarm vor
Björn Kraayvanger führte mit dem J.Sikora Reference Laufwerk mit KV12 MAX Tonarm vor

Dr. Frank Brenner und seine EarFood GmbH haben die Rechte zur Fertigung der von Siegfried Linkwitz entwickelten Schallwandler erworben. Der größte Markt dafür sind immer noch die USA
Dr. Frank Brenner und seine EarFood GmbH haben die Rechte zur Fertigung der von Siegfried Linkwitz entwickelten Schallwandler erworben. Der größte Markt dafür sind immer noch die USA

Das Referezmodell kann auf Wunsch mit aktiver Elektronik für alle Frequenzbereiche ausgestattet werden. Ausgesprochen spannend!
Das Referezmodell kann auf Wunsch mit aktiver Elektronik für alle Frequenzbereiche ausgestattet werden. Ausgesprochen spannend!

Klang Loft zeigte neben Aries Cerat die erschwingliche und farbenfrohe Elektronik von English Acoustics: hier der Downtown Preamp mit drei Line- und einem MM-Phono-Eingang zum Preis von 8.900 Euro
Klang Loft zeigte neben Aries Cerat die erschwingliche und farbenfrohe Elektronik von English Acoustics: hier der Downtown Preamp mit drei Line- und einem MM-Phono-Eingang zum Preis von 8.900 Euro

Die Stereo-Endstufe 41C leistet zweimal 30 Watt im Ultra-Linear-Betrieb
Die Stereo-Endstufe 41C leistet zweimal 30 Watt im Ultra-Linear-Betrieb

Audio Reference bespielt einen der beiden größten Säle, den Elysée 1, und hat so Platz, gleich mehrere Ketten aufzubauen und abwechseld vorzuführen
Audio Reference bespielt einen der beiden größten Säle, den Elysée 1, und hat so Platz, gleich mehrere Ketten aufzubauen und abwechseld vorzuführen

Hier ein für Audio-Reference-Verhältnisse recht moderater Aufbau mit VTL TL-2.5i und MB-125 sowie dCS Lina Network DAC und Clock in einem Bassocontiuo Rack
Hier ein für Audio-Reference-Verhältnisse recht moderater Aufbau mit VTL TL-2.5i und MB-125 sowie dCS Lina Network DAC und Clock in einem Bassocontiuo Rack

Im Saal Elysée 2 stellten einige Händler ihr Programm vor, es fanden sich Anbieter von Tönträgern und auch Aussteller, die in der oberen Etage vorführten, präsentierten hier weitere Komponenten. Im Bild Thomas Fast (2. v.r.), der in Stuttgart seinen Laden hat
Im Saal Elysée 2 stellten einige Händler ihr Programm vor, es fanden sich Anbieter von Tönträgern und auch Aussteller, die in der oberen Etage vorführten, präsentierten hier weitere Komponenten. Im Bild Thomas Fast (2. v.r.), der in Stuttgart seinen Laden hat

Thomas Fast hat auch das Podest für diesen Dino im Angebot: Der Vollverstärker Phasemation SA-1500 leistet zweimal acht Watt, verfügt über ein schwimmend gelagertes Netzteil und kostet 14.500 Euro
Thomas Fast hat auch das Podest für diesen Dino im Angebot: Der Vollverstärker Phasemation SA-1500 leistet zweimal acht Watt, verfügt über ein schwimmend gelagertes Netzteil und kostet 14.500 Euro


Thomas Fenn, der „Die Schallplatte“ in Duisburg übernommen hat, verkaufte hier auch CDs und Platten aus dem Portfolio von Jan Sievking
Thomas Fenn, der „Die Schallplatte“ in Duisburg übernommen hat, verkaufte hier auch CDs und Platten aus dem Portfolio von Jan Sievking

Sieveking, die zweite: Hier hatten Besucher Gelegenheit, Kopfhörer von Hifiman auszuprobieren
Sieveking, die zweite: Hier hatten Besucher Gelegenheit, Kopfhörer von Hifiman auszuprobieren

Sieveking, die dritte: Neu im Angebot des Hifi-Vertriebs sind die Lautsprecher von Marten. Die Parker Diamond zum Preis von 35.000 Euro wurde von Audia-Flight-Elektronik angetrieben. Analoge Signale steuerte ein TW-Acoutic-Plattenspieler bei
Sieveking, die dritte: Neu im Angebot des Hifi-Vertriebs sind die Lautsprecher von Marten. Die Parker Diamond zum Preis von 35.000 Euro wurde von Audia-Flight-Elektronik angetrieben. Analoge Signale steuerte ein TW-Acoutic-Plattenspieler bei

Die Audiaz Cadenza bewies, dass sie an Esoteric-Elektronik auch große Räume kraftvoll beschallen kann
Die Audiaz Cadenza bewies, dass sie an Esoteric-Elektronik auch große Räume kraftvoll beschallen kann

Membranfläche ist durch nichts zu ersetzen: Ascendo verwöhnte die Besucher mit Pegel kurz unter der Schmerzgrenze
Membranfläche ist durch nichts zu ersetzen: Ascendo verwöhnte die Besucher mit Pegel kurz unter der Schmerzgrenze

Für Phonosophie-Chef Ingo Hansen ist Live Musik das Maß aller Dinge: Folgerichtig ist in seinem Vorführraum alles für Wolfgang Bernreuther vorbereitet
Für Phonosophie-Chef Ingo Hansen ist Live Musik das Maß aller Dinge: Folgerichtig ist in seinem Vorführraum alles für Wolfgang Bernreuther vorbereitet

Oliver Wittmann führte mit Avangarde-Schallwandlern an Soul-Note-Elektronik vor
Oliver Wittmann führte mit Avangarde-Schallwandlern an Soul-Note-Elektronik vor

Er vertreibt auch die AFI Plattenbügler. Ich habe ein Exemplar zum Test bestellt
Er vertreibt auch die AFI Plattenbügler. Ich habe ein Exemplar zum Test bestellt

Audio-Fidelity-Improvement-Chef Dr. Ulrich Kathe hat das spannende Analogzubehör entwickelt und im Laufer der Jahre immer weiter verbessert
Audio-Fidelity-Improvement-Chef Dr. Ulrich Kathe hat das spannende Analogzubehör entwickelt und im Laufer der Jahre immer weiter verbessert

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Montag, 23 September 2024 00:12

Hana S MkII MC-Tonabnehmer

Der japanische Tonabnehmer-Spezialist Hana hat seine renommierte S-Serie umfassend überarbeitet und mit der MkII-Version eine bemerkenswerte Weiterentwicklung geschaffen. Masao Okada-san, der Chefentwickler von Hana, hat leistungsstarke Alnico-Magnete sowie die Kreuzspule des bekannten Umami Blue in die neuen S-MkII-Modelle integriert.

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Ein neu entwickelter, konischer Aluminium-Nadelträger mit einem Shibata-Diamanten an der Spitze führt zu einer signifikanten Gewichtsreduzierung und verbessertem Abtastverhalten. Eine schwarz lackierte Messingplatte sowie der Korpus, der mit einer Soft Feel Elastomerharz-Beschichtung versehen ist, tragen zur effektiven Resonanzdämpfung bei. Wichtige Komponenten des Generators sind zudem kryogenisch behandelt. Das resultierende Klangbild ist natürlich und fein aufgelöst. Es wird getragen von einer substanziellen Dynamik, die das hervorragende Preis/Leistungs-Verhältnis der Hana S MkII-Serie unterstreicht. Zu dieser Serie gehören neben der SL MkII-Version mit 0,4 Millivolt Ausgangsspannung auch das High-Output-Modell SH MkII sowie eine Mono- Variante. Die neuen Hana S-MkII-Tonabnehmer sind ab Oktober 2024 in Deutschland zu einem Preis von jeweils 750 Euro erhältlich. Hana gewährt auf seine Tonabnehmer eine Herstellergarantie von 2 Jahren.

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Merkmale der Hana-S-MkII_Serie:

1. Shibata Diamant: Um eine verzerrungsarme Schallplattenwiedergabe zu gewährleisten, setzen die Hana S-MkII-Modelle erneut auf einen Diamanten mit Shibata-Nadelschliff, der bereits in der Vorgängerserie verwendet wurde. Im Vergleich zu den elliptischen Diamanten der kostengünstigeren Hana E-Serie verteilt sich die Auflagekraft beim Shibata-Schliff, trotz des schärferen Profils, auf eine nahezu doppelt so große Fläche. Dies verbessert sowohl die Abtastfähigkeiten als auch die musikalische Auflösung erheblich.

2. Konischer Aluminium-Nadelträger: Die MC-Tonabnehmer der Hana S-Mk-II-Serie sind mit einem neu entwickelten, konischen Aluminium-Nadelträger ausgestattet. Dieser wurde so gestaltet, dass er durch seine gewichtsoptimierte Form eine höhere Steifigkeit und eine entscheidende Massenreduzierung an der Tonabnehmerspitze bietet, was sich insbesondere bei Dynamikspitzen und im Tieftonbereich positiv auf die Klangqualität auswirkt.

3. Alnico-Magnetsystem: Das für die neuen S-Mk-II-Tonabnehmer verwendete Alnico-Magnetmaterial, das bereits im Hana ML-Generator zum Einsatz kommt, gewährleistet eine authentische Musikwiedergabe. Alnico-Magnete zeichnen sich durch hervorragende Linearität und reduzierte Sättigung aus, was zu einer reichen und nuancierten musikalischen Darbietung führt. Die hochwertigen Kupferdrähte (High Purity Copper) werden fachmännisch von Hand auf den Queranker aus Permalloy gewickelt, der ebenfalls im Umami Blue- Generator zu finden ist.

4. Beschichtetes Gehäuse mit Messingträger: Der verbesserte, resonanzfreie Korpus, der sich an der Form der Hana M-Serie orientiert, ist bei der S-Mk-II-Serie mit einer mattschwarzen Soft-Feel-Elastomer-Beschichtung versehen, die nicht nur ästhetisch ansprechend ist, sondern vor allem die akustischen Eigenschaften optimiert. Der oben angebrachte Messingträger verfügt über integrierte Gewinde, die eine sichere Montage des Tonabnehmers gewährleisten. Die S-Mk-II- Tonabnehmer sind im Vergleich zur Vorgängerserie deutlich schwerer, was zu einer verbesserten Kopplung mit dem Headshell führt und die Kompatibilität mit einer Vielzahl von Tonarmen auf dem Markt erhöht. Klanglich äußern sich diese Optimierungen in einer verbesserten Tieftonwiedergabe und dynamischen Fähigkeiten, die man bisher nur von größeren Hana-Tonabnehmern kannte. Diese Kombination aus durchdachtem Design und hochwertigen Materialien sorgt für ein herausragendes Hörerlebnis.

6. Kryotechnik: Das „Kaltglühen“ bei Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt wird zur Behandlung des Polschuhs, des vorderen und hinteren Jochs im S-Mk-II-Generator sowie bei den hinteren, vergoldeten Signalausgangsstiften angewendet. Kritische Komponenten der neuen S-Mk-II-MC-Systeme sind somit kryogenisch behandelt, um – wie bei den größeren Hana-Modellen – einen natürlichen Klang mit gesteigerter Auflösung zu erzielen. Durch den kryogenen Prozess verändert sich die molekulare Struktur der leitenden Materialien, was den drei Tonabnehmern der S-Mk-II-Serie den letzten Feinschliff verleiht.

Herstellerangaben
Hana S MkII MC-Tonabnehmer

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Nähere Informationen zur Hana S MkII-Serie sowie einen Händlernachweis hält der deutsche Hana Vertrieb, das High-Fidelity-Studio, auf der Website www.high-fidelity- studio.de oder telefonisch unter 0821-37250 bereit.

Vertrieb
High-Fidelity Studio
Anschrift Dominikanergasse 7
86150 Augsburg
Telefon +49 821 37250
Mobil +49 170 3303343
Fax +49 821 153634
E-Mail info@high-fidelity-studio.de
Web www.high-fidelity-studio.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/24-09-23_hana

Even before the High End, I had planned to review darTZeel's NHB-18S and NHB-108 pre/end amplifier combination. In the showroom, I asked company founder Hervé Delétraz about the technical details of his creations. He suggested that we talk about it in detail at the company headquarters and in his private listening room near Geneva.

In the first half of July, the time had come: we visited darTZeel in Plan-les-Ouates. The company is based there in a spacious building complex owned by a foundation, whose employees also carry out some of the production for the high-end company. But you can find out more about this directly from Hervé Delétraz, who proved to be pleasantly open and willing to provide information in the following interview - regardless of whether it was about constructive solutions for his electronics or details of his CV. I find his comments so fascinating that I have decided to present them to you virtually unedited and unabridged but in two parts due to their length. But before we start with the first part, you should know that the company name darTZeel is an artificial word that Hervé Delétraz made up from the letters of his surname, an anagram. There is probably no better way to document the developer's attachment to his product.

Der Blick in den noch nicht ganz fertigen Hörraum in der Firma
Der Blick in den noch nicht ganz fertigen Hörraum in der Firma

Dirk Sommer: How did you come to HiFi? Normalerweise sagt fast kein Firmeninhaber oder Entwickler, dass er geplant habe, in der HiFi-Branche zu arbeiten. Sie kamen mehr oder weniger zufällig dorthin. Wie ist Deine Geschichte?
Hervé Delétraz: I was born in 1962. In the mid 70s you didn't have a lot of leisure activities only music und cinema, no telephone, no internet whatever. So I like to play some music. I first started by listening to the radio. My parents had a Philips tube radio with an old turntable, and I was listening not to music at the beginning, but some stories on vinyl. There were some stories like fairytales or whatever. I liked this. And one day I decided to to remove the radio that was inside a piece of furniture. So I removed it and I put it in my bedroom, and started to to listen to the radio. At that time you had the long wave radio statios like France Inter and Europe 1. In the night there were programms with very nice music. And they were talking about the music and the musician and they already talk about jazz at the time. But I didn't like it so much because it was new for me. But I've got used to listening to this music.

Der Firmenchef ist bekennender Klipsch-Fan. Hinter ihm eines der auf 75 Paare limitierten Jubilee 75th Anniversary Edition. Ich habe nie zuvor ein so unverfärbt spielendes Klipsch-Horn-System gehört. Wirklich beeindruckend
Der Firmenchef ist bekennender Klipsch-Fan. Hinter ihm eines der auf 75 Paare limitierten Jubilee 75th Anniversary Edition. Ich habe nie zuvor ein so unverfärbt spielendes Klipsch-Horn-System gehört. Wirklich beeindruckend


My brother, who was more serious than me worked in the summer to make some money. So he had more money than me to buy a Hi-Fi system. He had a nice Hifi system. So I lead long cables from his room to my room to be able to listen to his music through my radio. It was nice at the beginning. He had some Japanese components and Thorens speakers, the flat panels that were made a long time ago with 98 dB of efficiency. I don't remember the names of the big models. They were nice and but I was not satisfied with the sound of the Japanese amplifiers, to me it was a little bit harsh, hard and dry. So I started to buy some Revox amplifiers and Revox Hifi, because I liked the sound much more, because to me it was softer, better, less harsh. But I never had the money to buy a tape machine. So I had all the equipment from Revox, but not the tape machine. I always had the last version they made as I worked also in the summer to buy them. And when I was in school at the age 13, I decided to study electronics because I liked these things and was interested in what's going on inside the gear. So I went to the Engineers School of Geneva. In 1984, I graduated. I got my diploma as an engineer in the field of electrical engineering. It was called ‘Génie Électrique’ in French. I did my diploma in the electrical faculty with a specialisation in telecommunications.

Hervé Delétraz (mitte) im Gespräch mit Werner Traber, seinem Sales Executive, und dem Autor
Hervé Delétraz (mitte) im Gespräch mit Werner Traber, seinem Sales Executive, und dem Autor

My degree dissertation consisted of building an amplifier. That was fun because back then, in 1984, I built a digital amplifier, Class-D. That was nice because there were no complete chips, so everything was discrete with integrated circuits. You had to build your own discriminator and comparator, and that was a challenge. Then after school I decided to develop my own amplifier, but analogue rather than digital. It was a long, long, long time of trial and error. Then one day my father said to me: ‘Maybe it would be nice if you started working and had a job.’ ‘Okay, Dad.’

The NHB-108 stereo power amplifier was Hervé Delétraz' first development
The NHB-108 stereo power amplifier was Hervé Delétraz' first development

So I started my first job at LeCroy. I don't know if you remember: LeCroy was a company that made digital oscilloscopes, and they were one of the first. It was an American company, but they had a division in Geneva. And there were some very brilliant engineers there. They developed a new digital oscilloscope that beat all the brands like Tektronix or Phillips. I only worked there for two years. Then I opened a business with a friend to import and distribute telecoms products. It wasn't about hi-fi, but about products such as fax and communication systems. At that time, mobile phones were emerging, which were called the Nordic mobile phone. It was not GSM, it was much earlier than this. But to make the story short, in the 90s we had to give up this business because the economy was not going well. Before we stopped, we moved into computers and my former colleague still works there. But I didn't know what I wanted to do.


The filter capacitors are connected by solid metal parts
The filter capacitors are connected by solid metal parts

Then I saw a job ad in the newspaper about to work for the city of Geneva as a civil servant. I got the job and was in charge to get the first portable computers for the 80 politicians of Geneva. And I was in responible for choosing the computer model. Then I became the 'guru 'because when the policians had a problem, they called me. At the time we had Windows 3.1 oder 3.1.1. It was a long time ago. I worked for the city of Geneva for eight years, but my my passion grew stronger and stronger: I wanted to build amplifiers. And so I never stopped thinking about my project. I tried, I failed, I tried again and failed again. So I was happy to have this job in the city because we had to have something to eat the end of the month.

The channel-separated power supply units for the NHB-108 are pre-wired
The channel-separated power supply units for the NHB-108 are pre-wired

It took me 16 years in total long to think about my first amplifier. In 1999 I built a prototype of the first darTZeel amplifier, it was called Model Zero. It was very huge because I didn't know which size I need inside. So I made it bigger than I needed. Now it's still there and when you look inside, it's almost empty. When I switched on the amplifier for the first time, I was afraid it would burst into flames. But everything was fine. I remember my son coming into the basement and me hugging him and saying, ‘It's working. It's working.’ I was so happy. That was 1999, and then I started to just enjoy my first creation.

The power supply units of the NHB-468 mono power amplifiers are even more impressive
The power supply units of the NHB-468 mono power amplifiers are even more impressive

Friends came to listen to it and said: “You can't make only one. You have to make one for me and for me and for me. Because we want it.” “Okay, guys.” Well, at that time it was quite complicated because we didn't have all these modern programmes to do drawings and stuff. At the time I didn't have the means to use AutoCAD, but there was a little software for designing called AutoSketch, which was derived from AutoCAD, but for beginners. To design the shape, all the electronics, the mechanics and everything else for this amplifier took me maybe two to three years.


darTZeel goes to enormous lengths to encapsulate the transformer
darTZeel goes to enormous lengths to encapsulate the transformer

DS: Were you still working for another company at that time?
HD: Yes. I still was a civil servant for the city of Geneva and in this job you don't have a lot of trouble. Your work is secure, and you can have some free time. I used this free time to develop my amplifiers. And they were ok, they were really good. Around the year 2000 I was building the first amplifiers and planed to exhibit them on a show. But I wanted to go to the US because for me that seemed to be the right place for us. If started in Geneva, Switzerland, it wouldn't be possible to become known. So in 2002 I exhibited in New York at the show organized by Stereophile. I remember the show took place at the Hilton Hotel in June in. I brought a lot of of stuff to make sure I had everything except speakers because they were too big. Two really nice American guys offered me to put two pairs of speakers in the room, I could listen to them and could keep to ones I preferred to to make my demonstration. The American guys are really nice.

So it is only logical that this piece of jewellery should be made visible through windows in the Monos
So it is only logical that this piece of jewellery should be made visible through windows in the Monos

When I came to the room, I saw two big wooden boxes. What was it? I didn't know that they put the speakers in a wooden box. I was used to speakers in a cardboard box. I didn't have any tools to a open the boxes. I needed an electric screwdriver. I went into the corridor and somebody borrowed me a screwdriver. I made the setup and there were quite a lot of people interested to listen to my system. I used a Nagra Preamp because I didn't have my own preamp at that time. And I also had a Goldmund Studietto turntable. I brought almost one ton of material there. That was incredible and it was a great show. The year after, in 2003, I had my first distributor. I started with him in the US and he was my distributor for more than 20 years. He died last year because he had cancer. And then we had to find a replacement. Now we have a new man in the US.

The capacitor bank of the monos is also an eye-catcher for technology fans
The capacitor bank of the monos is also an eye-catcher for technology fans

But it all started in the U.S. For me U.S. is just the best place for High End, because people know what it is. And they can understand the difference between supposed High End and the real High End and appreciate the quality of the products. I'm not saying that there aren't people like this in Europe, but far fewer. But in the U.S, it's more common for them to make the difference between Hifi and High End. I still make my my biggest sales in USA even though Asia is quite a competitor because they buy a lot too. In Asia the people still buy more because they want something expensive than something good. Yes, that's a bit short-sighted and It's changing, but that was the case in the past.


The assembly in question still brings a smile to the face of its developer
The assembly in question still brings a smile to the face of its developer

DS: You said that you have a patent for your amplifier. What did you get it for?
S2: It's for the electronic circuit in the audio part. You can even see the patent on the internet. My circuit is so simple that when I built the prototype, my mother told me: „You know, it's fantastic, but you have to patent it.“. “Why Mom?” “Because you cannot use it, if somebody copies you.” I asked a lawyer how I should proceed. He researched all over the world to see if anyone had built a similar circuit and found out: No. So I was able to apply for the patent. My work was based on the conviction that negative feedback is not good for the sound. At that time I read about Matti Otala. He fought against global negative feedback and made three designs with very low negative feedback. It was one design for Harman Kardon, one for B&O and one for Revox. Matti Otala designed the big power amplifier with the VU metres, the A740. I love it. It doesn't have global negative feedback, but it has a lot of local feedback loops that respond faster. But for me it still had too many stages, too many components.

The NHB-18S, darTZeel's preamp
The NHB-18S, darTZeel's preamp

I contacted Matti Otala and we had some correspondence for some time. And that was nice. He was quite old and retired at the time. And we exchanged ideas and I told him what I wanted to do. He answered: “Nice. Great. Go ahead.” I didn't want to steal his work. So I was going to do my own research and for me it was obvious that the fewer components in the signal path the better. So I tried removing all the stages from my Revox amplifier until it stopped working because it was nothing left in it. So I tried with two stages, three stages, four stages et cetera. At the end my first 108 had three stages: Only one input stage, one gain stage and one output stage and they had no connection via negative feedback. The input stage is independent. There is no feedback on it. The middle stage has a small feedback for the setting of the gain, but is split into one small feedback for the positive leg and the for the negative leg. So it is separated. That helps the amplifier to be more responsive with depending on the voltage if it is not the same. The output stage is a bipolar transistor follower with a fully open loop. Many people and even competitors say their amplifiers have no feedback but it's not exactly like this. If you look at the schematics there is always some feedback at some point. The only schematics I know of where the feedback is extremely low, is my design. The problem was also how to achieve a high bandwidth. Because if you don't have any feedback, the bandwidth is limited to achieve stability.

The signal-carrying circuit boards of the NHB-18S
The signal-carrying circuit boards of the NHB-18S

In the 90s, it was nice: I was lucky at the time because Motorola had just launched a new kind of transistors, the bipolar transistor specially dedicated for audio, and I think I was one of the first to use them bach then. Today everyone uses them. In all amplifiers you find the same transistors, the MJL3…, whatever Motorola called them, they changed their name to Semi and now it's not Motorola anymore. But they still make them, Sanken makes them, Toshiba makes them and all the manufacturers make them under their name. But the original one was made by Motorola in 1995. And it's funny that every amplifier manufacturer used the same transistor. I'm glad I was one of the first to use them back then. These transistors were nice because they keep the gain even if you put a lot of current into them. The more current you take out of a transistor, the lower the gain usually becomes. With these transistors, you can keep the gain constant no matter how high the output current is. So if you don't draw too much current, you can increase the bandwidth. I do that and then my amplifier goes up to 1 megahertz with -6 decibels without negative feedback.


The signal boards from a different perspective. The BNC sockets for darTZeel's own 50 Ohm connection are clearly visible
The signal boards from a different perspective. The BNC sockets for darTZeel's own 50 Ohm connection are clearly visible

And why 1 megahertz? That supposedly doesn’t make any sense, because we don't hear so high. But the aim was also to have as less as possible phase shift in the audio band. And if you need to have less than one degree of phase shift in the frequency response extremes you need a bandwidth 50 times higher or lower. So 50 times 20 KIlohertz, is just 1 Megahertz. If you archive this, you can have a very low phase shift at 20 Kilohertz and also in the bass. I don't like DC coupling because it's dangerous to my opinion. So the amplifer is AC coupled, but with a very, very low cut-off frequency.

The building of an NHB-18S
The building of an NHB-18S

It's very easy to test an amplifier with a square wave, because with a square wave you can see the rise time in the highs and you can see the phase error in the lows if the plateau is flat. What's very funny is that nobody publishes anything about the bass response. Our amplifiers are quite flat up to 20 Hertz. Since the phase shift in the lower range is almost non-existent, you get the feeling that the power amplifier is going down an octave. If you connect a darTZeel amplifier to any speakers, the bass is more consistent, not louder, but more present.

You can read the second part of the interview with Hervé Delétraz here soon.

Housing parts with even the smallest scratches, defects in the anodisation or labelling are rigorously sorted out
Housing parts with even the smallest scratches, defects in the anodisation or labelling are rigorously sorted out

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  • Social Introtext Even before the High End, I had planned to review darTZeel's NHB-18S and NHB-108 pre/end amplifier combination. In the showroom, I asked company founder Hervé Delétraz about the technical details of his creations. He suggested that we talk about it in detail at the company headquarters and in his private listening room near Geneva.
Donnerstag, 19 September 2024 01:14

Ferrum Converting Plugins für WANDLA

Heute stellt Ferrum mit dem neuen WANDLA GoldenSound Edition Converting Plugin eine einzigartige Funktion vor: Mit dem Converting Plugin können Besitzer des ursprünglichen WANDLA nun alle Vorteile der WANDLA GoldenSound Edition nutzen.

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Die WANDLA GoldenSound Edition entstand, als das Ferrum-Team in einer fruchtbaren Zusammenarbeit zwischen unseren eigenen talentierten Mitarbeitern und Cameron Oatley von GoldenSound damit begann, neue Eigenschaften in die Software von WANDLA zu implementieren. Mit der WANDLA GoldenSound Edition wurden Funktionen eingeführt, die im ursprünglichen WANDLA nicht vorhanden waren, wie zum Beispiel Spatial Enhancement, Tube Mode und Impact+. Wir strebten die beste Leistung der DSP-Engine für die neuen Funktionen an und konnten unsere eigene dynamische digitale Filterung beibehalten. Darüber hinaus verfügt die WANDLA GoldenSound Edition über einen erhöhten digitalen Headroom, wodurch sie noch unempfindlicher gegen Verzerrungen durch Intersample-Übersteuerungen ist.

Besitzer des Original-WANDLA können für nur knapp 600 Euro eine Lizenz erwerben und das WANDLA GoldenSound Edition Converting Plugin installieren, um ihr Gerät in die WANDLA GoldenSound Edition zum Preis von 3300 Euro umzuwandeln. Das wichtigste ist, dass das Converting Plugin nach Belieben deinstalliert und installiert werden kann, für Benutzer, die zu den ursprünglichen Funktionen oder zu denen der WANDLA GoldenSound Edition zurückkehren möchten. So gesehen besitzt man mit dem Converting Plugin gleich zwei WANDLAs.

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Das WANDLA Converting Plugin bietet folgende zusatzliche Funktionen

  • Spatial Enhancement: Eine einzigartige räumliche Verbesserung, die eine erweiterte Klangbühne und eine verbesserte Klarheit der Trennung zwischen musikalischen Elementen bietet, während die Nachteile vermieden werden, die bei anderen Ansätzen häufig auftreten. Es gibt zwei Betriebsmodi: Kopfhörer- und Lautsprechermodus, die auf unterschiedliche Anwendungsfälle zugeschnitten sind.
  • Tube Mode: Eine absichtliche Erhöhung der geradzahligen harmonischen Verzerrung, die vom DAC erzeugt wird, ähnlich der Verzerrung, die von einem Röhrenverstärker hinzugefügt wird. Dadurch kann der Benutzer einen wärmeren, volleren Klang genießen, ohne die Frequenzantwort direkt zu verändern.
  • Impact+: Für diejenigen, die beim Musikhören etwas mehr Bass mögen. Diese Funktion verwendet einen angepassten Zwei-Band-EQ, der nicht nur den Bass anhebt, sondern auch für zusätzlichen „Punch“ und dynamische Wirkung sorgt.

Das WANDLA GoldenSound Edition Converting Plugin für den originalen WANDLA ist im Ferrum-Webshop auf ferrum.audio erhältlich

Die Marke Ferrum entstand Anfang 2020 aus der Vision des leitenden Ingenieurs und CEO Marcin Hamerla zusammen mit seinem Team aus talentierten Ingenieuren und Kreativen. Sie machten sich daran, eine komplette Reihe hochwertiger HiFi-Komponenten von Grund auf neu zu entwerfen und kombinierten Nachhaltigkeit, Langlebigkeit und Qualität in kompakten, aber attraktiven Paketen, die sich nur auf eines konzentrierten: das bestmögliche Klangerlebnis zu einem erschwinglichen Preis zu bieten. Das genaue Gegenteil dessen, was bis dahin als „High-End“ galt. Als Inspiration diente ihnen einfach ihre eigene umfangreiche Erfahrung im Bereich des digitalen und analogen Audiodesigns in Kombination mit ihrem reichen lokalen Erbe an handwerklicher Kunstfertigkeit und musikalischem Genie in der Region Warschau in Polen. Die Verschmelzung von Eisenerz mit einem Hauch von Chopin führte sie zum Markennamen Ferrum (was Eisen bedeutet). Da alle für die Muttergesellschaft HEM gearbeitet hatten, einige davon mehr als zwei Jahrzehnte, ermöglichte ihr Wissen über Elektronik und ihr Verständnis für den analogen und digitalen Bereich dem Team, völlig unkonventionell zu denken, als sie ihr erstes Produkt entwickelten, das ganz am Anfang der HiFi-Kette stand, das Netzteil.

Vertrieb
HEM Electronics Marcin Hamerla
Anschrift Aleje Jerozolimskie 475
05-800 Pruszków
Poland
Telefon +48 22 823 7238
E-Mail info@hem-e.com
Web ferrum.audio

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Mittwoch, 18 September 2024 01:23

Cayin Soul-170HA

Der Cayin Soul 170HA ist das neueste Modell der renommierten Soul-Serie und setzt neue Maßstäbe im Bereich High-End-Audioverstärker. Der neuer Kopfhörerverstärker ist nicht nur für Kopfhörer-Liebhaber interessant: mit 2x 18 Watt spielt er seine Stärken auch an wirkungsgradstarkenLautsprecherboxen aus.

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Der Soul 170HA besitzt ein herausragendes Schaltungsdesign und schafft eine beeindruckend breite Klangbühne, die sowohl in Detailreichtum als auch in Musikalität überzeugt. Der Soul 170HA ist in der Lage, sowohl Lautsprecher als auch Kopfhörer mit erstklassigem Klang zu versorgen und bietet eine Vielzahl an fortschrittlichen Funktionen, die ihn zu einem wahren Meisterwerk machen. Eine der herausragenden Eigenschaften des Soul 170HA ist seine optimierte Röhrenschaltung. Im Herzen des Verstärkers arbeitet eine Kombination aus zwei 6SN7-Doppeltriodenröhren in der Treiberstufe, die aufgrund ihres mittleren Verstärkungsfaktors und geringen Innenwiderstands ausgewählt wurden. Diese Röhren zeichnen sich durch ihre geringe Geräuschentwicklung und ausgewogene Klangbalance aus, was zu einem dynamischen und detailreichen Klangbild führt.

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Cayin arbeitet schon lange mit dem Hersteller der in der Ausgangstufe eingesetzten Tung-Sol KT-170 Tetroden zusammen und war mit an der Entwicklung dieser Röhre beteiligt. Daher kennt Cayin die Eigenschaften der KT-170 Röhre genau und konnte so das einzigartige Design eines Class-A-Single-Ended-Verstärkers entwickeln, der für Kopfhörer und auch die Wiedergabe über Lautsprecher ausgelegt ist. Das externe Netzteil des Verstärkers sorgt für eine saubere und stabile Stromversorgung, die unerwünschte Störungen minimiert und die Klangqualität weiter steigert. Darüber hinaus wird die Gleichrichtung durch JJGZ34S Röhren realisiert, was eine saubere Stromversorgung gewährleistet und zu einem harmonischen und nuancierten Klangbild beiträgt. Die Lautstärke lässt sich auch mit der mitgelieferten Fernbedienung steuern.

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Der Soul 170HA verwendet hochwertige Netz- und Ausgangstransformatoren, die in-house entwickelt wurden, um Signalverluste zu minimieren und eine hohe Klangtreue zu gewährleisten. Besonders bemerkenswert ist die Möglichkeit, zwischen dem Trioden- und Ultralinear-Modus zu wählen. Während der Triodenmodus eine sanfte und elegante Wiedergabe ermöglicht, sorgt der Ultralinear-Modus für einen offenen und dynamischen Klang, der ideal für verschiedene Musikgenres geeignet ist. Ein weiteres Highlight des Cayin Soul 170HA ist die präzise Impedanzanpassung für die Kopfhörerausgänge. Dies ermöglicht es dem Verstärker, verschiedene Kopfhörertypen optimal anzusteuern und sicherzustellen, dass jedes Detail der Musik perfekt wiedergegeben wird. Die innovative Auto Bias-Schaltung sorgt zudem dafür, dass die Röhren automatisch optimal eingestellt werden, was deren Lebensdauer verlängert und die Sicherheit erhöht.

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Die hochpräzise Lautstärkeregelung des Soul 170HA ermöglicht eine gleichmäßige und exakte Steuerung, ohne dass es zu Klangbeeinträchtigungen kommt. Eine elektronische Sicherung des Schaltkreises über eine MCU überwacht und schützt die internen Schaltungen, um eine optimale Betriebsleistung und Langlebigkeit zu gewährleisten. Der Verstärker ist direktverdrahtet und verwendet nur sehr hochwertige Bauteile, was Signalverluste minimiert und eine herausragende Klangqualität sicherstellt. Auch die Gehäusegestaltung überzeugt: Das edle, retro-inspirierte Design fügt sich nahtlos in jede Wohnumgebung ein und bietet zugleich eine effektive Wärmeableitung sowie Vibrationsdämpfung. Schließlich bietet der Cayin Soul 170HA umfangreiche Ein- und Ausgänge, die eine flexible Integration in verschiedene Audio-Setups ermöglichen. Mit all diesen Features ist der Cayin Soul 170HA die perfekte Wahl für Audiophile, die höchste Ansprüche an Klang und Design stellen – ganz gleich, ob sie Kopfhörer oder Lautsprecher verwenden wollen.

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Der Cayin Soul 170HA ist ab sofort bei autorisierten Fachhändlern und im Cayin Store zum Preis von knapp 8.000 Euro erhältlich. Cayin stellt auf den Süddeutschen Hifi-Tagen am 21. und 22.09.24 in Zimmer 163 aus: Hier haben Sie die Möglichkeit den Soul-170HA und weitere spannende Cayin Neuheiten live zu erleben.

Vertrieb
Cayin Audio Distribution GmbH
Anschrift An der Kreuzheck 8
61479 Glashütten-Schloßborn
Telefon +49 6174 9554412
Fax +49 6174 9554424
E-Mail info@cayin.com
Web www.cayin.de

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Dienstag, 17 September 2024 00:01

Transrotor Strato Bianco

Transrotor – ein Name über den man im High End Bereich keine Worte verlieren braucht und der für viele das Synonym für Plattenspieler schlechthin ist. Erstaunlicherweise haben sich unsere Wege noch nie gekreuzt. Das wird sich jetzt mit dem Transrotor Strato Bianco ändern.

Seit ich für hifistatement schreibe, habe ich mich um Tests von Plattenspielern, Tonarmen und Tonabnehmersystemen erfolgreich „gedrückt“, auch wenn unser Chefredakteur immer wieder Anläufe in diese Richtung unternahm. Nicht weil ich mit „Analog“ nichts zu tun haben möchte, sondern mehr aus Bequemlichkeit.

Der Transrotor Strato Bianco im Design eines klassischen Plattenspielers mit Acryl-Staubschutzhaube und externem Netzteil
Der Transrotor Strato Bianco im Design eines klassischen Plattenspielers mit Acryl-Staubschutzhaube und externem Netzteil

Doch beim Transrotor Strato sind mir dann schließlich die Argumente ausgegangen. Kein aufwändiger Aufbau, keine zeit- und nervenaufreibende Justage. Wenn dann das Gerät noch persönlich vom Chefredakteur beim Hersteller abgeholt und angeliefert wird, was soll man dann noch sagen? Der Strato ist für Transrotor in mehrfacher Hinsicht durchaus ein wenig ungewöhnlich. Das beginnt beim äußeren Erscheinungsbild. Die meisten Modelle von Transrotor haben eine eher rundliche Form mit freistehenden Einzelkomponenten, wie Motor und Riemen. Der Strato dagegen orientiert sich mit seinem markanten eckigen Auftritt, mit Haube und innenliegenden Komponenten eher an einen klassischen Plattenspieler. Dazu passt, dass sich der Strato als Komplettsystem bestehend aus Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmersystem versteht, das auch nur als solches angeboten wird und das bei Transrotor fix und fertig montiert und justiert wird.

Der Strato ist mit Transrotors Tonarm „TRA 9“ in der verchromten Version ausgestattet
Der Strato ist mit Transrotors Tonarm „TRA 9“ in der verchromten Version ausgestattet

Da drängt sich unwillkürlich die Frage auf: Komplettangebot und High End – kann das zusammenpassen? Nun, zunächst einmal ist der Strato kein Billigangebot, sondern zielt ganz klar auf eine zwar Design-orientierte Kundschaft, aber eine mit klaren High End Ambitionen. Für die Realisierung hat man sich ausgiebig im hauseigenen Baukastensystem bedient und dem Strato hervorragende und bestens beleumundete Komponenten spendiert. Den Strato gibt es ausschließlich in den Varianten „Nero“ für Schwarz und „Bianco“ für weiß. Unser Testmodell ist ein „Bianco“ und sieht für meinen Geschmack richtig schick und edel aus. Die Zarge des Strato ist in Sandwichbauweise ausgeführt. Zwei Zentimeter starke Acrylplatten oben und unten umschließen einen Kern aus massivem, drei Zentimeter starkem Aluminium in der Mitte. Der Materialmix soll sich positiv auf die Unterdrückung von Resonanzen auswirken. Die Zarge ruht auf drei in der Höhe verstellbaren Füßen.


Im Tonarm ist das hauseigene Tonabnehmersystem „Figaro“ montiert
Im Tonarm ist das hauseigene Tonabnehmersystem „Figaro“ montiert

Der massive, mehrere Kilo schwere Plattenteller ist etwa sechs Zentimeter hoch und verjüngt sich auf den letzten Millimetern nach oben ganz minimal, was das Wechseln von Platten während des laufenden Betriebs erleichtern soll. Ich kann das aus der praktischen Erfahrung bestätigen. In der schwarzen Ausführung besteht der Plattenteller aus dem Spezialkunststoff POM (Polyoxymethylen), während bei beim Bianco der Teller aus Acryl gefertigt ist. Der Antrieb des Strato ist vollständig unter dem Plattenteller verborgen. Wir heben deshalb vorsichtig den Plattenteller ab, um uns das Innenleben des Strato genauer anzuschauen. Der Plattenteller thront auf einem massiven Subteller. Wenn wir diesen auch noch abnehmen, erkennen wir einen massiven Aluminiumblock, der auf sechs flachen Gummifüßen ruht und darüber von der Laufwerkzarge und dem Tonarm entkoppelt ist. In der Mitte ragt aus dem Aluminiumblock eine Stahlspindel heraus, in die oben eine Keramikkugel eingepresst ist. Darauf rotiert der Subteller über eine in seiner Unterseite integriert Lagerbuchse. Spindel und Lagerbuchse sind ölgeschmiert. Wir sprechen bei dieser Konstruktion von einem hydrodynamischen Invers-Lager.

Zur Komplettausstattung des Strato gehört ein hochwertiges Plattenteller-Auflagegewicht
Zur Komplettausstattung des Strato gehört ein hochwertiges Plattenteller-Auflagegewicht

Der Subteller selbst besteht wiederum aus zwei Hälften, Transrotor Magnetic Drive genannt oder kurz TMD, die auf einer gemeinsamen Achse sitzen. Die untere Hälfte wird dabei nach dem Subteller-Prinzip über Riemen angetrieben. Die obere Hälfte trägt den eigentlichen Plattenteller. Die Kopplung zwischen beiden Hälften erfolgt über Neodym-Magneten, die in beiden Hälften eingelassen sind. Die Stärke der Magneten ist dabei so dimensioniert, dass einerseits die Drehbewegungen der angetriebenen unteren Hälfte sicher auf den oberen Teil übertragen werden, sich andererseits aber noch eine leichte radiale Beweglichkeit, man könnte auch Schlupf sagen, ergibt. Wir können diesen Effekt leicht nachvollziehen, wenn wir die untere Hälfte des Subtellers festhalten und die obere Hälfte verdrehen: nach Überwindung eines gewissen Anfangswiderstands – das ist die gerade beschriebene leichte Beweglichkeit – rastet das Oberteil nach einer Drittelumdrehung wieder sanft ein, wenn die Magneten erneut vollständig übereinander stehen. Damit keine Missverständnisse aufkommen: die beiden Hälften stehen in mechanischem Kontakt und werden mit einem Kugellager zentriert. Die Aufgabe der Magnete ist nicht, die obere Hälfte des Subtellers auf dessen unterer Hälfte schweben zu lassen, sondern die Magnete sollen eine Art Kupplung bilden, die für einen geringfügigen Schlupf zwischen unterer und oberer Hälfte sorgt. Damit sollen minimale Schwankungen des Antriebs nochmals reduziert werden.

Bei abgehobenem Plattenteller kann man gut erkennen, dass im Strato drei Motoren für den Antrieb stecken, die über Rundriemen den Subteller mit dem Transrotor-TMD-Lager antreiben
Bei abgehobenem Plattenteller kann man gut erkennen, dass im Strato drei Motoren für den Antrieb stecken, die über Rundriemen den Subteller mit dem Transrotor-TMD-Lager antreiben


Neben dem Lager ist in dem zentralen Aluminiumblock auch der Antrieb integriert. Dieser besteht beim Strato aus gleich drei Motoren, wobei der gleiche Synchronmotor zum Einsatz kommt wie in allen anderen Transrotor-Modellen. Die Verbindung zwischen den Motoren und der unteren Hälfte des Subtellers erfolgt über drei in der Höhe versetzte Rundriemen. Der erste Riemen läuft um die jeweils unterste Nut an den drei Motor-Pulleys und am Subtellerunterteil, der zweite Riemen um die mittleren Nuten und der dritte Riemen schließlich um die obersten Nuten. Wichtig ist, dass sich die Riemen nicht berühren, sondern sauber in den jeweils vorgesehenen Nuten einzeln für sich laufen. Diese aufwändige Form des Antriebs soll den Vorteil haben, dass das Lager von allen Seiten den gleichen Zug erfährt und dass drei Motoren und drei Riemen eventuell vorhandene Restschwankungen und Ungleichheiten besser untereinander ausgleichen können. Alles zusammen soll sich besonders positiv auf die Laufruhe des Laufwerks auswirken.

Bei abgenommenem Subteller kann man die aus dem zentralen Aluminiumblock ragende Lagerachse und die in den unteren Teil des Subtellers eingelassene Lagerbuchse erkennen, die zusammen das Invers-Lager bilden
Bei abgenommenem Subteller kann man die aus dem zentralen Aluminiumblock ragende Lagerachse und die in den unteren Teil des Subtellers eingelassene Lagerbuchse erkennen, die zusammen das Invers-Lager bilden

Die Stromversorgung für die drei Motoren ist ausgelagert und wird beim Strato dem größten Netzteil von Transrotor, dem „Konstant FMD“ anvertraut. Das Netzteil ist in einem verchromten, massiven Gehäuse mit Kühlrippen untergebracht. Es bietet die Wahl zwischen den Geschwindigkeiten 33 1/3 und 45 U/min. Darüber hinaus ist auch ein Feinabgleich der beiden Geschwindigkeiten um jeweils +/- 5 % durch zwei kleine kreisrunde Öffnungen auf der Frontplatte möglich. Dazu rate ich Ihnen allerdings nur, wenn Sie die Möglichkeit haben, die tatsächlichen Abweichungen von den Nennwerten im laufenden Betrieb exakt zu ermitteln. Wir verlassen uns deshalb lieber auf die voreingestellten Werte. Das Netzteil lässt die Motoren langsam mit hohem Drehmoment anlaufen, um Lager, Riemen und Motoren zu schonen. Das mit etwa einem Meter erfreulich lange Verbindungskabel vom Netzteil zum Plattenspieler erlaubt es uns, das Netzteil in gebührendem Abstand vom Strato zu platzieren.

Das Transrotor Netzteil „Konstant FMD“ ermöglicht die Wahl zwischen den Geschwindigkeiten 33 1/3 und 45 U/min
Das Transrotor Netzteil „Konstant FMD“ ermöglicht die Wahl zwischen den Geschwindigkeiten 33 1/3 und 45 U/min

Kommen wir zum Tonarm: Transrotor stattet den Strato mit dem hauseigenen Top-Arm „TRA 9“ in der verchromten Version aus, der auf einer massiven Aluminiumbasis montiert ist. Unser Chefredakteur Dirk Sommer hat sich an anderer Stelle bereits ausführlich mit dem TRA 9 beschäftigt, so dass ich mich hier kurz fassen kann. Der TRA 9 (Neunzöller) ist ein klassischer Drehtonarm, der alle Möglichkeiten der Feinjustage bietet, wie Auflagekraft, Antiskating, Tonarm-Höhe (VTA) oder Azimut. Damit sind wir für alle zukünftigen Eventualitäten gerüstet, brauchen uns an dieser Stelle aber nicht weiter damit zu beschäftigen, denn Transrotor hat für uns ja bereits alles perfekt für das hauseigene Tonabnehmersystem „Figaro“ justiert. Das „Figaro“ wird von Goldring speziell für Transrotor gefertigt. Es ist ein Low-Output MC-Tonabnehmer mit einem Nadelträger aus Aluminium und Vital-Line-Schliff für die Nadel. Die technischen Daten nennen eine relativ geringe Ausgangsspannung von 0,28 Millivolt bei 1 Kilohertz und eine recht niedrige Impedanz von 5 Ohm. Verantwortlich dafür ist wohl die geringe Wicklungsanzahl, welche die bewegte Masse niedrig halten soll. Als Auflagegewicht werden 1,7 bis 2,0 Gramm empfohlen. Der Abschlusswiderstand soll sich zwischen 100 und 500 Ohm bewegen, wobei 200 Ohm als ideal bezeichnet werden.


Das umfangreiche, im Komplett-Paket enthaltene Zubehör
Das umfangreiche, im Komplett-Paket enthaltene Zubehör

Eine Besonderheit des Strato ist sicherlich die riesige Acrylhaube. Die Scharniere halten die Haube in jeder Position sicher fest, da klackt nichts und die Haube fällt auch nicht plötzlich auf die Zarge herunter. Der eine oder andere von Ihnen wird jetzt die Stirn runzeln und einwenden, dass man doch keine Platten bei geschlossener Haube abspielen kann. Keine Sorge, auch daran hat man bei Transrotor natürlich gedacht. Es gibt deshalb an den Scharnieren zwei kleine Rändelschrauben, die sich leicht lösen lassen, so dass wir anschließend die Haube einfach noch oben abnehmen können – perfekt gelöst, wie ich meine. Für die Aufstellung von Plattenspielern habe ich vor vielen Jahren in meinem Hörraum eine sehr stabile Wandhalterung angebracht, die auch richtig schwere Laufwerke tragen kann. Und das Thema Tragfähigkeit ist beim Strato nicht zu unterschätzen – das luftige Erscheinungsbild mag täuschen, aber der Strato bringt etwa 32 Kilogramm auf die Waage. Der Aufbau des Strato ist rasch erledigt. Mit den drei höhenverstellbaren Füßen können wir die Zarge schnell und exakt in die Waage stellen. Anschließend lassen wir etwa zwei Drittel des mitgelieferten Lageröls über die Lagerachse in die Ölwanne laufen. Das verbleibende Drittel des Lageröls füllen wir langsam in die Lagerbuchse des Subtellers. Anschließend setzen wir den Subteller vorsichtig auf die Lagerachse und lassen diesen langsam heruntergleiten. Anschließend werden die drei Antriebsriemen von unten nach oben aufgelegt. Jetzt noch den Plattenteller aufsetzen und die Staubschutzhaube montieren – fertig. Bei Tonarm und Tonabnehmer gibt es nichts zu tun – beide sind fertig montiert und justiert. Die Verbindung zu meiner Phonostufe von Erno Borbely übernimmt das mitgelieferte, hochwertige Tonarmkabel, ein van-den-Hul-D-501-Silver-Hybrid. Als Abschluss-Impedanz wähle ich die empfohlenen 200 Ohm und gönne dem System eine ordentliche Einspielzeit. Natürlich habe ich während der Einspielzeit alle Parameter nachkontrolliert. Die Auflagekraft ist auf 2,0 Gramm voreingestellt, wie ich mit der beigelegten Tonarmwaage ermittelt habe. Das Figaro tastet horizontal locker mehr als 60 Mikrometer – gemessen mit der Ortofon Testschallplatte – sauber ab, ein Wert, der in der Praxis völlig ausreichend ist.

Plattenteller-Auflagegewicht, Lageröl und Handschuhe gehören ebenfalls zum Komplett-Paket
Plattenteller-Auflagegewicht, Lageröl und Handschuhe gehören ebenfalls zum Komplett-Paket

Meine Erwartungshaltung für den Hörtest ist hoch – und der Strato hat mich nicht enttäuscht. Die folgende Beschreibung meiner Klangeindrücke bezieht sich immer auf das Gesamtsystem aus Laufwerk, Tonarm und Tonabnehmersystem. Ich kann Ihnen nicht sagen, welche Komponente welchen Anteil daran hat. Und ehrlich gesagt hat es mit auch nicht interessiert, denn ich verstehe den Strato als Komplettsystem. Beginnen wir in der Kelleretage. Bereits nach wenigen Takten des Pop Albums Rumors von Fleetwood Mac wird klar: Der Strato spielt im Bass sauber kontrolliert und kraftvoll, vermeidet dabei aber stets einen allzu dick aufgetragenen Tonfall. Dieser bis in tiefste Lagen sauber konturierte Charakter kommt bei „Overture“ aus dem Album Children of Sanchez von Chuck Mangione so richtig zur Geltung. Nach gut dreieinhalb Minuten verhaltenen Beginns bricht ein wahres Schlagzeug- und Percussion-Feuerwerk los, das der Strato knallhart wiedergibt. Im weiteren Verlauf schieben sich dann immer wieder beschwingte, rhythmisch fein ausphrasierte leisere Passagen ein, die auf einem melodiösen runden Bassfundament ruhen. Es beeindruckt mich, wie der Strato diesen Wechsel mitvollzieht und wie wunderschön rund und abgewogen der Bassbereich in diesen Passagen klingt.

Der Bassbereich geht nahtlos in einen ausnehmend harmonischen Mitteltonbereich über, der mit seiner hohen Transparenz herrliche Einblicke in das Klangeschehen offeriert. Hören wir das „Concerto de Aranjuez“ von Joaquin Rodrigo mit Pepe Romero und dem Orchester Academy of St. Martin-in-the-Fields unter der Leitung von Neville Marriner (Joaquin Rodrigo: Concierto de Aranjuez, Pepe Romero & Concierto Andaluz, Los Romeros – Philips 9500 563). In dem bekannten, langsamen zweiten Satz erklingt ein besinnlicher Dialog zwischen der Gitarre und den Instrumentalsolisten des Orchesters, Englisch-Horn, Fagott, Oboe und Trompete. Die Tonalität der einzelnen Instrumente ist mit dem Strato allererste Klasse, wunderschön ausgewogen und klar umrissen, einfach perfekt passend zu der Stimmung dieses Satzes. Im Gegensatz dazu wird im ersten Satz der rhythmische Fluss immer wieder durch die hart angeschlagenen Saiten des Soloinstruments betont, die mit dem Strato glasklar erklingen, ohne dass jedoch der vollmundige Klang der Konzertgitarre verloren geht.


Die Scharniere zur Befestigung der Haube im Detail
Die Scharniere zur Befestigung der Haube im Detail

Da überrascht es nicht besonders, dass von dieser großartigen Tonalität auch die Wiedergabe von menschlichen Stimmen besonders profitiert. Ich habe in meinem Fundus eine Gesamtaufnahme der Oper „Carmen“ mit der wundervollen Leontyne Price als Carmen (Georges Bizet: Carmen - Leontyne Price / Herbert Von Karajan / Wiener Philharmoniker – RCA Red Seal 26.35035), die ich sehr schätze. Die Wiedergabe der Stimmen, allen voran natürlich der von Leontyne Price, gelingt dem Strato erstklassig – wir hören die Sängerin mal glatt, mal düster, mal hart, mal leidenschaftlich. Die beindruckende Kraft aus den Mitten heraus setzt sich im Hochtonbereich fort. Im „Violinkonzert Nr. 3“ von Wolfgang Amadeus Mozart mit Iona Brown als Solistin und dem Orchester Academy of St. Martin-in-the-Fields (Wolfgang Amadeus Mozart: Violinkonzert Nr. 3 & 4:, Iona Brown – Decca 6.42407) hat die Solovioline Strahlkraft und Intensität und erklingt bis in die höchsten Tonlagen geschmeidig ohne jeglichen Anflug von Härte. Der Strato ist nicht nur bei dieser Aufnahme, sondern ganz allgemein in den Höhen ausnehmend klar, aber niemals überanalytisch und immer musikalisch. Aber ein warmer, einschmeichelnder Sound ist mit dem Strato nicht zu machen. Mir gefällt das.

Einer der höhenverstellbaren Füße unter der Zarge im Detail. Die Füße lassen sich leichtgängig und präzise in der Höhe justieren
Einer der höhenverstellbaren Füße unter der Zarge im Detail. Die Füße lassen sich leichtgängig und präzise in der Höhe justieren

Hierzu passen die grob- und feindynamischen Fähigkeiten des Strato perfekt. Auf dem Plattenteller liegt High Voltage mit dem Count Basie Orchestra (Edel Triple A Series / MPS / 0211545MSW). Der Albumtitel umschreibt das Programm treffend, die Aufnahme und die Arrangements sind erstklassig und die Basie-Band spielt wie immer brillant. Bei den Bläsereinsätzen zeigt der Strato, was er in Sachen Dynamik drauf hat. Aber auch in den Nummern mit „gedrosseltem“ Tempo ist der Strato überaus lebendig, wodurch die Spannung in der Musik allgegenwärtig ist. Und weil es gerade so viel Spaß macht, gleich noch ein Reissue aus der Triple-A-Serie von Edel oben drauf: Dizzy Gillespie „Reunion Big Band 20th an 30th Anniversary“ (Edel Triple A Series / MPS / 0211546MSW). Nostalgisch allerdings klingt hier nichts – im Gegenteil: Diese Platte bietet mitreißenden Big Band-Swing in erstklassiger Aufnahmequalität. Auch hier begeistert der Strato mit seiner anspringenden Dynamik einerseits und mit seinem Feinsinn und Gespür für subtile Details und gefühlvolles Timing anderseits. Das gibt der Musik einen überaus lebendigen Charakter, dem man sich nur schwer entziehen kann. Die gerade beschriebenen Eigenschaften kombiniert der Strato mit einer räumlichen Wiedergabe des Geschehens von großer Breite und Tiefe. Ein vom mir gern gehörtes Album ist Preludios e Intermedios (ALHAMBRA - ALTO (AA006), 1997) mit seiner schönen Sammlung verschiedener Vor- und Zwischenspiele aus den Federn bekannter und weniger bekannter spanischer Komponisten. Die Räumlichkeit dieser Aufnahme ist superb. Und genau an dieser Stelle kann der Strato richtig punkten: Die Staffelung des großen Orchesters ist in ihrer Tiefe und Breite beeindruckend und das Klanggeschehen löst sich herrlich von den Lautsprechern. Hinzu kommt wieder die anspringende dynamische Wiedergabe, die dem Charakter der Stücke perfekt entgegenkommt.


Genauso mitreißend gelingt die Darstellung des Stücks „Tanz der Stunden“ von Ponchielli, eine Balletteinlage aus dem dritten Akt der Oper „La Gioconda“ (Solti & Orchestra Of The Royal Opera House, Covent Garden: VENICE - Classic Records Alto Reissue). In einem fein abgestimmten Farbenspiel melodischer und instrumentaler Einfälle charakterisiert und illustriert Ponchielli hier die Stunden des Tages und das unaufhaltsame Verrinnen der Zeit. Das Stück beginnt im pianissimo mit der Morgendämmerung, schwillt kräftig an zur Mittagszeit, erliegt der Abenddämmerung bis schließlich die Stunden der Nacht in einem brillanten Finale wieder von den Tagesstunden vertrieben werden. Hier fügen sich alle positiven Eigenschaften des Strato in einer perfekten Symbiose zu einem großartigen Klangerlebnis zusammen. Wieder löst sich Klangbild, ganz gleich ob an den lauten oder leisen Stellen, in bestechender Weise von den Lautsprechern. Gleichzeitig wird eine große Bühne mit enormer Tiefe aufgebaut, wobei die einzelnen Instrumentengruppen des Orchesters präzise verortbar und in ihrer Größenabbildung glaubhaft bleiben. Die innere Kraft und Intensität im furiosen Finale ist beeindruckend. Die hohe Transparenz eröffnet ungeahnte Einblicke in das Klanggeschehen; und wenn dann selbst in den lautesten Passagen die Triangel leise, aber klar durchzuhören ist, dann bleiben keine Wünsche mehr offen.

STATEMENT

Na also, es geht doch, möchte man sagen. Mit dem Strato Bianco hat Transrotor ein Rundum-Sorglos-Komplett-Paket eines Plattenspielers im klassischen Stil geschnürt, das mit Blick auf Optik, Technik und Verarbeitung höchsten Ansprüchen gerecht wird und vor allem klanglich in jeder Hinsicht überzeugen kann. Eine klare Empfehlung!
Gehört mit
Phono-Vorstufe Erno Borbely
Vorstufe Erno Borbely , Omtec Anturion
Endstufe Stax DA-80m, Omtec CA 25
Lautsprecher Børresen 01 Cryo Edition, 2 x Velodyne Subwoofer DD-10+, Audioplan Kontrapunkt IV
Kabel und Zubehör Van den Hul, Audioquest Pegasus, Audioquest Niagara 5000, Sortz RCA
Herstellerangaben
Transrotor Strato Bianco

Laufwerk
 
Konzept riemengetriebener Plattenspieler mit drei Motoren
Zarge Acryl-Aluminium-Acryl-Sandwichkonstruktion, schwarz oder weiß
Lager hydrodynamisches Plattentellerlager mit Magnetkopplung (TMD)
Plattenteller POM („Nero“) oder Acryl („Bianco“)
Abmessungen 46cm x 22cm x 43cm (BxHxT)
Gewicht 32 kg

Netzteil

Transrotor Konstant FMD
Typ Linear-Netzteil
Geschwindigkeiten 33,3/ und 45 U/min, regelbarer Drehzahlbereich
Abmessungen 17,6 cm x 7cm x 17cm (B x H x T)
Gewicht 3 kg

Tonarm

Transrotor TRA 9
effektive Tonarmlänge 232,8 mm (9 Zoll)
Tonarmdistanz Mitte Teller bis Tonarmdrehpunkt 215 mm
Tonarmüberhang 7,8 mm
Kröpfung 23,66 Grad
Effektive Masse 8 Gramm (Mittelschwer)
Anschlusskabel Rein Silber (van den Hul), Länge ca. 130 cm

Tonabnehmer

Transrotor Figaro
Typ Low-Output MC-Tonabnehmer
Ausgangsspannung 0,28 mV/1 kHz
Impedanz 5 Ohm
Abschlusswiderstand 100 bis 500 Ohm (Ideal 200 Ohm)
Belastungskapazität 100 bis 500 pF
Auflagegewicht 1,7 g bis 2,0 g
Nadelschliff Vital line Contact
Gewicht 8,8 g

Lieferumfang

Plattenteller-Auflagegewicht, elektrische Tonarmwaage, Wasserwaage, Pinzette zum Montieren der Systemstecker, diverse Schablonen

Preis (Komplettsystem)

20.000 Euro

Hersteller/Vertrieb
Räke HIFI Vertrieb GmbH
Anschrift Irlenfelder Weg 43
51467 Bergisch Gladbach
Telefon +49 2202 31046
E-Mail transrotorhifi@t-online.de
Web www.transrotor.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/24-09-17_transrotor
  • Social Introtext Transrotor – ein Name über den man im High End Bereich keine Worte verlieren braucht und der für viele das Synonym für Plattenspieler schlechthin ist. Erstaunlicherweise haben sich unsere Wege noch nie gekreuzt. Das wird sich jetzt mit dem Transrotor Strato Bianco ändern.
Montag, 16 September 2024 07:53

Süddeutsche Hifi-Tage 2024

Nach dem Ausflug nach Karlruhe – oder genauer nach Essligen – kehren die Süddeutschen Hifi-Tage nun wieder nach Stuttgart zurück: Sie finden am kommenden Wochenende im Le Méridien in der Innenstadt statt. Der Fußweg vom Hauptbahnhof zum Messehotel soll nicht einmal 10 Minuten in Anspruch nehmen. Der Eintritt ist wie immer frei.

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In der Vorankündigung der Messe wird vom Veranstalter leider weder die Anzahl der beteiligten Aussteller noch die der belegten Räume genannt. Wenn ich mich nicht verzählt habe, werden im Le Méridien in zehn Sälen und 21 Zimmern sorgfältig zusammengestellte Hifi-Anlagen zu hören sein.

Hier eine Auflistung der von den Ausstellern präsentierten Marken: Acoustic Signature, Acoustic System, AFI Audio Fidelity Improvement, AHP, Aidas, AIM, AIR TIGHT, Albedo Cables, Analysis Plus Kabel, ANSUZ, ARAKAS, ARETAI, Aries Cerat, ASCENDO, Audes, Audia Flight, AudiaZ, Audio Optimum, Audiomat, Audio-Technica, AUDREAL, Avantgarde Acoustic, Bassocontinuo Audio Systems, Bauer Audio, beaudioful, Black-Magic Cables, Blue-Aura, Boressen, Boulder Amplifiers, Bryston, C.E.C., Canton, Cardas Audio, Cayin, Circle Labs Audio, Cito-Audio, Clearaudio, Cube Audio, Dan D'Agostino Master Audio Systems, David Laboga, dCS, Diapason, Die Schallplatte, DS Audio, Duevel, Electrocompaniet,, Englisch Acoustics, EPOS, ESOTERIC, Fast Audio, Fezz Audio, Final, Final Audio, Gradient, Graham, Grandinote, Hana, Harbeth Audio, Harzsch, Hifi Studio "das staunt das Ohr", HiFi Studio, Wittmann, HiFiMan, HIFIMAN, HighEndNovum, HighFidelium, hoerenswert-hifi, Holborn, Houchmand, Ikon Akustik, J.Sikora, Jern, Klangstachel, Krell, KRONOS, La Musika, LINKWITZ, LinnenberG Audio, Lumin, LUNA CABLES, Luxman, Lyra, Lyravox, Magaudio, MAGNEPAN, Magneplanar, Magnetar, Manger, Manley Laboratories, Marten, meroVinger Audio, Michell Audio, Millennium, MSB Technology, MUSIC HALL, Musical Fidelity, Mytek, Nagaoka, Nordost, Nottingham Analogue, Okki Nokki, Ortofon, Parasound, Perlisten, Perpetuum Ebner Plattenspieler, PHASEMATION, PHONOSOPHIE, Powergripp, Primary Control, Project, PS Audio, Pylon Audio, Quadraspire, Reed, REL, Relco Audio Ribbon Loudspeaker, Rike Audio, Riviera Audio Labs, Rogers HiFi, Rotel/Michi, Schick, Schnerzinger, Seidenton, Sieveking Sound Tonträger, Silberstatic, Silent Angel, SORANE, sound@home Matthias Schneider, Soundsmith, Spatial Europe, SPL, SSC, Staltmanis LAB, Stax, stst, STUdo, Symphonic Line, TechDas, Thivan Labs, Thor, Thorens, Tivan Labs, ToneTool, TRIANGLE, Tsakiridis, TW-Acustic, Van den Hul, Velodyne Acoustics, Vicoustic, Vitus Audio, ViV Lab, Vortex Hifi, VPI, VTL, Waterfall Audio, WesternElectric, Wharfedale, Wilson Audio, Wireworld, Wolf von Langa, WSS-Kabelmanufaktur, Xavian, YBA, Zingali

Die Süddeutschen Hifi-Tage finden statt im:
Le Méridien Stuttgart
Willy-Brandt-Strasse 30
70173 Stuttgart
Tel. +49 4971122210
E-Mail: info@lemeridienstuttgart.com

Öffnungszeiten:
Sa von 10-18 Uhr
So von 10-16 Uhr

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Der deutsche Wilson-Benesch-Vertrieb hatte erfreulicherweise ein Einsehen mit dem Autor, der – wenn es um hochkarätige Komponenten geht – trotz über 30 Jahren in der Branche hin und wieder immer noch zu leichter Ungeduld neigt: Krey Baumgartl hat den britischen Hersteller dazu gebracht, ihm respektive mir schon einmal eine Vorab-Version des Tonabnehmers zugänglich zu machen, obwohl die Serienmodelle noch einen letzten Feinschliff erhalten. Auch wenn eines davon Ende September in Gröbenzell eintreffen soll, braucht es ja noch eine gewisse Einspielzeit. Da ich mir vorstellen kann, dass der ein oder andere Analog-Fan unter den Hifistatement-Lesern eben so neugierig sein könnte wie ich, habe ich mich entschlossen statt einer nüchternen Pressmitteilung lieber erste eigene Erfahrungen mit dem mittleren der drei neuen Tessellate-Tonabnehmer zu veröffentlichen.

Das Tessellate Ti-S wird in dieser Aluminium-Dose geliefert
Das Tessellate Ti-S wird in dieser Aluminium-Dose geliefert

Das hätte ich sogar schon ein wenig früher tun können – wenn ich mich denn getraut hätte: Die Vorab-Variante kam zwar in einem feinen Vollmetall-Zylinder, aber leider ohne Nadelschutz. Ich habe keinerlei Bedenken, auch kostspielige Tonabnehmer zu justieren. Sie aber längere Zeit ungeschützt in einem der beiden Tonarme auf meinem LaGrange zu betreiben, macht mich ein wenig unruhig, zumal es um das Laufwerk herum recht eng zugeht. Schließlich habe ich es dann doch gewagt, und bisher ist es auch gut gegangen. Doch zurück zum Tessellate-Trio. Tessallate lässt sich mit Mosaik übersetzen und bezieht sich auf die gleichmäßigen geometrischen Formen – in diesem Fall Sechsecke – in der Konstruktion des Gehäuses, das durch Selective Laser Sintering aus Titanpulver hergestellt wird. Bei der Entwicklung der halboffenen Struktur war die University of Sheffield maßgeblich beteiligt: Die gekrümmten Oberflächen sollen für erhebliche klangliche Vorteile sorgen, da sie eine maximale Steifigkeit, eine minimale Masse und eine extrem hohe Dämpfung miteinander verbinden.

Das halboffene Gehäuse aus Laser-gesintertem Titan soll eine hohe Festigkeit mit starker innerer Dämpfung verbinden
Das halboffene Gehäuse aus Laser-gesintertem Titan soll eine hohe Festigkeit mit starker innerer Dämpfung verbinden

Die drei Modelle unterscheiden sich vorrangig durch das Material der Nadelträger: Bor, Saphir oder Diamant. Jeden der bekannten Werkstoffe kombiniert Wilson Benesch mit einer unidirektionalen Kohlefaserdämpfung zu einem – soweit ich weiß – einzigartigen Hybrid-Nadelträger-Design. Für diese Zeilen und den kommenden Test der Serienversion hat IAD das mittlere Modell in der Hierarchie ausgewählt, das mit dem Saphir-Nadelträger. Informationen zum Material der Spulenwicklungen gibt es nicht, nach Augenschein würde ich auf Kupfer tippen. Die Ausgangsspannung soll bei 0,35 Millivolt bei einer Schnelle von 3,54 Zentimetern pro Sekunde liegen. Trotz eines Innenwiderstands von nur sechs Ohm empfiehlt Wilson Benesch eine Last von 100 bis 330 Ohm. Bei den serienmäßig mitgelieferten Steckern von Einsteins The Turntable's Choice habe ich die Wahl zwischen 150 Ohm und dem Doppelten, entscheide mich für eine erste Annäherung für den niedrigeren Wert. Weitere Experimente kann ich ja immer noch mit dem Serienmodell machen.


Der Verzicht auf gerade Kanten und Flächen macht die Justage im Headshell nicht gerade einfach
Der Verzicht auf gerade Kanten und Flächen macht die Justage im Headshell nicht gerade einfach

Noch mehr als die Angabe zum ohmschen Abschluss des Tonabnehmers hat mich die zur optimalen Auflagekraft überrascht: 1,35 Gramm – und dieser Wert ist schon am oberen Ende des empfohlenen Bereichs von 1,0 bis 1,4 Gramm angesiedelt. Spontan fällt mir außer den van-den-Hul-Tonabnehmern kein anderes MC-System ein, dass mit einer so geringen Auflagekraft auskommt. Nach den Werten für Nadelnachgiebigkeit und Systemgewicht dürfte der Thiele TA01 ein geeigneter Spielpartner für das Tessellate Ti-S sein. Und das ist nicht nur theoretisch so: Bei Art Farmer und Jim Halls Big Blues gibt es noch keinerlei Auffälligkeiten, auch wenn sich schon erahnen lässt, dass das Wilson Benesch sehr fein auflöst und sich auch im Tieftonbereich keine falsche Zurückhaltung auferlegt. Aufgrund der hohen Packungsdichte im Plattenregal habe ich nicht nur Big Blues herausgezogen, sondern zugleich auch Pierre Favres Singing Drums, ein Album, das er zusammen mit den Schlagzeugern und Perkussionisten Paul Motian, Fredy Studer und Nana Vasconcelos eingespielt hat. Die Scheibe bestätigt den ersten Eindruck: Das Tessellate erlaubt genaue Einblicke in die Struktur der dicht geflochtenen perkussiven Klangteppiche, verleiht tiefen Trommeln eine Menge Druck und lässt schon jetzt ein hohes Maß an Dynamik und Spielfreude aufblitzen.

Das Tessellate Ti-S harmonierte mit dem Thiele TA01 (Bilder oben) ebenso gut wie mit Einsteins The Tonearm in der Neun-Zoll-Version
Das Tessellate Ti-S harmonierte mit dem Thiele TA01 (Bilder oben) ebenso gut wie mit Einsteins The Tonearm in der Neun-Zoll-Version

Bei einem der audiophilen Klassiker der 80-er Jahre, Tsuyoshi Yamamotos Midnight Sugar, Erstauflage der Three Blind Mice 2523, habe ich dann den Eindruck, dank des Tessellate tiefer ins musikalische Geschehen eintauchen zu können als zuvor: Das Entstehen und Verklingen einzelner Töne und auch ihre ganz individuelle Intensität bildet das Wilson Benesch enorm klar und exakt ab, ohne das große Ganze aus dem Blick zu verlieren. Der Drive des swingenden Trios überträgt sich unmittelbar auf den Zuhörer. Wirklich vielversprechend!
Einfach, weil es bisher so viel Spaß gemacht hat, probiere ich das Tessellate nun auch noch mal in Einsteins The Tonearm aus, und zwar mit dem Speakers Corner Reissue von Joaquin Rodrigos Concierto Andaluz: Die räumliche Differenzierung der vier Gitarristen gelingt dem Tonabnehmer ganz hervorragend. Die Instrumentengruppen des Orchesters werden auf einer ungewohnt tiefen Bühne platziert und scheinen von viel Luft umgeben zu sein. Obwohl die Aufnahme frisch und sehr lebendig reproduziert wird, stört nicht einmal ein Anflug von Schärfe den Genuss. Schon nach der Hälfte der empfohlenen Einspielzeit verwöhnt das Tessellate mit einer Homogenität und tonalen Stimmigkeit, wie ich sie bisher nur von einigen wenigen Top-Abtastern kenne. Natürlich ist es jetzt noch deutlich zu früh für einen Vergleich mit einer dieser anderen Pretiosen, aber nach den bisherigen Erfahrungen sehe ich eher eine Ähnlichkeit des Wilson Benesch zu Ortofons MC Diamond und Lyras Atlas, also sehr ausgewogenen, dem Begriff High Fidelity verpflichteten Tonabnehmern, als etwa zu den minimal wärmer und verzeihenderen agierenden Tranrotor Tamino und Lyra Olympos SL.


Die Fläche mit den Gewinden zur Montage im Headshell ist ebenso strukturiert wie die Seitenteile
Die Fläche mit den Gewinden zur Montage im Headshell ist ebenso strukturiert wie die Seitenteile

Da dies kein Test ist, verzichte ich auf ein Statement, vertröste Sie auf die ausführliche Beschäftigung mit der Serienversion des faszinierenden Tessellate Ti-S und lege zum Schluss lieber die erste Seite von Oregons Ecotopia auf und staune, welch große, virtuelle Räume Martin Wieland im Tonstudio Bauer in Ludwigsburg für die Stücke des meist rein akustisch musizierenden Quartetts geschaffen hat. Wie zu erwarten, lässt das Wilson Benesch in Sachen Lebendigkeit, Klangfarben, tonaler Ausgewogenheit, Tieftonenergie und Transientenwiedergabe auch hier keine Wünsche offen. Schon dieses Vorserien-Modell erhebt den Anspruch auf einen Platz im Analog-Olymp!

Herstellerangaben
Wilson Benesch Tessellate Ti-S
Nadelträger Saphir Nadelträger mit einem unidirektionalen Kohlefaser-Dämpfungsring
Diamantschliff Micro Ridge
Verrundung 5x80µm
Vertikaler Abtastwinkel 20°
Spule Spule auf quadratischem Rein-Eisen-Träger
Gewicht 17,1g
Tonabnehmergehäuse additiv gefertigte SLS-3D-Titanstruktur mit mosaikartiger halboffener Geometrie
Oberflächenoptionen Matt Titanium (Standard) oder Poliertes Gold und Poliertes Silber als Upgrade (Upgrade rein ästhetisch, ohne klanglichen Mehrwert)
Ausgangsspannung 0,35mV @ 3.54CM/S
Innenwiderstand 6 Ohms
Frequenzgang 20-30,000Hz ±1dB
Kanaltrennung besser als 35dB bei 1KHz
Kanalgleichheit besser als 0,5dB
Nadelnachgiebigkeit 15uM/mN
Empf. Abschlusswiderstand 100-330 Ohms
Empf. Auflagekraft 1,0-1,4g
Optimale Auflagekraft 1,35g
Empf. Tonarmmasse Medium
Optimale Betriebstemperatur 23°
Einspielzeit 30 Stunden
Preis 12.000 Euro

Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
Anschrift Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
Telefon 02161/61783-0
Web www.iad-audio.de
E-Mail service@iad-gmbh.de

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Der deutsche Wilson-Benesch-Vertrieb hatte erfreulicherweise ein Einsehen mit dem Autor, der – wenn es um hochkarätige Komponenten geht – trotz über 30 Jahren in der Branche hin und wieder immer noch zu leichter Ungeduld neigt: Krey Baumgartl hat den britischen Hersteller dazu gebracht, ihm respektive mir schon einmal eine Vorab-Version des Tonabnehmers zugänglich zu machen, obwohl die Serienmodelle noch einen letzten Feinschliff erhalten. Auch wenn eines davon Ende September in Gröbenzell eintreffen soll, braucht es ja noch eine gewisse Einspielzeit. Da ich mir vorstellen kann, dass der ein oder andere Analog-Fan unter den Hifistatement-Lesern eben so neugierig sein könnte wie ich, habe ich mich entschlossen statt einer nüchternen Pressmitteilung lieber erste eigene Erfahrungen mit dem mittleren der drei neuen Tessellate-Tonabnehmer zu veröffentlichen.
Donnerstag, 12 September 2024 00:10

XACT S1 EVO und Phantom

XACT gibt die Markteinführung von zwei bahnbrechenden Produkten bekannt, die neue Maßstäbe in der High Fidelity setzen: der XACT S1 EVO Musikserver und die XACT Phantom™ USB- und LAN-Kabel. Diese neuen Produkte bieten eine außergewöhnliche Klangqualität durch fortschrittliche Technik, sorgfältige Verarbeitung und innovatives Design.

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Der XACT S1 EVO ist eine Weiterentwicklung digitaler Musikserver, die mit einem einzigen Ziel entwickelt wurde: den Hörern ein unvergleichliches Klangerlebnis zu bieten. Mit mehreren wichtigen Verbesserungen definiert der S1 EVO die digitale Wiedergabe neu und bietet eine beispiellose Präzision und Klarheit. Die neue, intern entwickelte Master-OCXO-Clock ist ein Meilenstein für digitales Audio. Sie bietet außergewöhnliche Stabilität und Genauigkeit und stellt sicher, dass jede Nuance der Musik mit atemberaubender Klarheit eingefangen wird. Diese Technologie ist normalerweise High-End-Audio-Taktungssystemen vorbehalten, was sie zu einer herausragenden Funktion im S1 EVO macht.

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Das Phantom™ Music Drive Cable ist aus den gleichen hochwertigen Materialien gefertigt und mit der gleichen Präzision verarbeitet wie die XACT Phantom™ USB- und LAN-Kabel und minimiert Signalstörungen und gewährleistet die Integrität des Audiosignals. Das Ergebnis ist ein beeindruckendes Hörerlebnis, das die volle Tiefe und den Reichtum der Musik zur Geltung bringt. Eine wichtige Innovation beim S1 EVO ist die Einführung der Immotus™ Keramik-Aluminium-Isolationsfüße. Diese Füße sind so konzipiert, dass sie interne Vibrationen von empfindlichen Audiokomponenten ableiten und so eine verbesserte Detail- und Basspräzision bieten. Mit dieser Funktion liefert der S1 EVO nicht nur eine überlegene Klangqualität, sondern verbessert auch das Hörerlebnis durch eine feinere Auflösung und eine präzisere Basswiedergabe.

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Neben dem S1 EVO bringt XACT Audio auch seine Flaggschiff-USB- und LAN-Kabel XACT Phantom™ auf den Markt, die neue Maßstäbe für Hochleistungs-Audiokabel setzen. Jedes Kabel wird in Handarbeit mit viel Liebe zum Detail hergestellt und benötigt über sieben Stunden Produktionszeit. Dabei werden hochreine Kupferleiter und maßgefertigte Steckverbinder verwendet. Das Phantom™ USB-Kabel verfügt über maßgeschneiderte Aluminiumstecker für sichere und stabile Verbindungen und bietet eine außergewöhnliche Klarheit und Tonbalance. Das Phantom™ LAN-Kabel ist mit MFP8-IE-GOLD-RJ45-Steckern von Telegaertner ausgestattet, die auch in der Internationalen Raumstation verwendet werden, und garantiert eine einwandfreie Signalintegrität für eine audiophile Netzwerkleistung.

Der XACT S1 EVO Musikserver und die Phantom™ USB- und LAN-Kabel sind ab sofort über die offizielle Website von XACT Audio und autorisierte Händler erhältlich. Weitere Informationen finden Sie unter xact.audio.

Preise
XACT S1 EVO: 16.000 EUR
XACT Phantom USB/LAN-Kabel: 3.000 EUR für die Standardlänge von 1,2m

Mehr Informationen auf xact.audio.

Weitere Informationen

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In Zeiten von Streaming, Bluetooth und Co. gibt es immer weniger klassische Vollverstärker im eigentlichen Sinne mit Hochpegel, Phono MM und MC, die auch noch bezahlbar sind. Schade. Um so besser, dass die italienische Marke M2Tech aus dem schönen Pisa uns mit dem Classic Integrated Amplifier genau ein solches Gerät beschert!

Bis vor kurzem flog M2Tech bei mir offen gestanden völlig unter dem Radar. Im Jahr 2007 von Nadia Marino und Marco Manunta als Beratungs- und Elektronikdesign-Studio gegründet, brachten sie 2009 zunächst das digitale Hochleistungs-Audio-Interface hiFace für Computer auf den Markt. Es folgten weitere Produkte wie der Young 384/32 DAC, der erste Digital/Analog-Wandler für den Consumer-Bereich, der die Umwandlung von mit 384 Kilohertz abgetasteten Dateien über eine asynchrone USB-Verbindung zum Computer ermöglichte. Mittlerweile befinden sich Class D Verstärker, Vorstufen, Phonovorverstärker, Class A Monoblöcke, D/A-Wandler oder Kopfhörervorverstärker im Portfolio der Italiener. Und eben auch unser hier getesteter Vollverstärker Classic Integrated Amplifier zum Listenpreis von 4000 Euro, wo der Name Programm zu sein scheint. Apropos Name: Der etwas staksig wirkende Firmenname leitet sich wohl von den Anfangsbuchstaben der Nachnamen Marino und Manunta her (also M2) gefolgt von einem simplen „Tech“. Dahinter würde manch einer wohl eher eine Firma aus Silicon Valley vermuten als leidenschaftliche Italiener.

Nomen est omen: Der Name Classic Integrated Amplifier wurde von M2Tech in Anlehnung an äußerliche Verstärkerdesigns längst vergangener Zeiten offensichtlich ganz bewusst gewählt
Nomen est omen: Der Name Classic Integrated Amplifier wurde von M2Tech in Anlehnung an äußerliche Verstärkerdesigns längst vergangener Zeiten offensichtlich ganz bewusst gewählt

Der Evolution der Firma nach zu urteilen, schienen mir die entwicklungstechnischen Gene dieses Geräts also klar auf der Hand zu liegen: Der subtile, flüchtige Gedanke digital nerd goes classic hifi huschte mir durchs Unterbewusstsein. Durch das völlig verdorbene Unterbewusstsein eines abhängigen Röhrenjunkies, der zugegeben in den letzten Jahren die zunehmende Gnade der Altersmilde erfährt. Was es mir erlaubt, mich inzwischen wieder mit der Welt hinter meinem Tellerrand zu beschäftigen, so wie mit diesem Produkt. Und tatsächlich steckt ja im Grunde auch kaum Digitaltechnik drin, sieht man einmal von dem Wifi-Eingang ab, der Schnittstelle, die es mir ermöglicht hätte, das Gerät über eine Smartphone-App zu steuern. Was ich natürlich nicht ausprobiert habe, schließlich war bereits die Fernbedienung mehr als genug neumodischer Kram für mich. Doch sollte man sich hüten, bei M2Tech eine reine High-Tech-Philosophie zu assoziieren. Viele aus dem Entwicklungsteam sind Musiker oder Sänger und ich unterstelle einmal, dass sie damit mutmaßlich keine ausschließlich technokratische Perspektive auf das Thema HiFi besitzen.

Der große Drehknopf für die Wahl des Eingangs ist ein haptisches Gimmick, tatsächlich erfolgt die Umschaltung elektronisch und der Knopf hat weder Links- noch Rechtsanschlag
Der große Drehknopf für die Wahl des Eingangs ist ein haptisches Gimmick, tatsächlich erfolgt die Umschaltung elektronisch und der Knopf hat weder Links- noch Rechtsanschlag


Was mir tatsächlich auf Anhieb sehr gut gefallen hat, ist das äußere, schlichte und klassische (sic!) Erscheinungsbild dieses Vollverstärkers, die Proportionen erinnerten mich an typische Geräte der 1980er-Jahre. Alles wie früher: Auspacken, aufstellen, anschließen und dank der Simplizität im besten Sinne leuchten einem alle Funktionen sofort ein. Jede marktschreierische Optik fehlt, der Classic Integrated Amplifier kommt ohne jedes Bling Bling aus und will nicht mehr sein, als er ist und was er soll, nämlich einfach nur als Zentrale einer HiFi-Anlage fungieren. Die schwarze Front des stabilen und sauber gefertigten Geräts ist optisch symmetrisch aufgebaut. Links sitzt der große runde Drehknopf für den Eingang, der die Wahl zwischen einem symmetrischen Line-Eingang sowie vier weiteren Hochpegel-RCA-Eingängen erlaubt, von denen einer mittels eines kleinen Kippschalters auf der Gehäuserückseite zum Phono-Eingang mutiert, und zwar sowohl für MM- als auch für MC-Tonabnehmer. Auf der rechten Seite der Front sitzt der genauso große Lautstärkeregler; in der Mitte befinden sich die weiteren Bedienelemente für das Stummschalten, den Standby-Betrieb sowie der Ein-Aus-Schalter. Kleine LEDs zeigen die Betriebszustände an und schließlich gibt es noch eine Klinkenbuchse für Kopfhörer.

Die Systemfernbedienung von M2Tech deckt alle Funktionen des Verstärkers ab. Fürderhin bleiben einige Knöpfe ohne Funktion für den Verstärker
Die Systemfernbedienung von M2Tech deckt alle Funktionen des Verstärkers ab. Fürderhin bleiben einige Knöpfe ohne Funktion für den Verstärker

Auf der Rückseite befindet sich außer den Buchsen für die vorgenannten Eingänge und den Lautsprecherausgängen (für Bananas, Kabelschuhe oder blanke Litzen) noch einen „Pre Out“ Cinch-Ausgang, sollte jemand das Gerät lediglich als Vorverstärker nutzen oder zum Beispiel parallel einen aktiven Subwoofer ansteuern wollen. Das ausschaltbare Control Interface dient der Kommunikation mit Smartphones und über die beiden 3,5 Millimeter Trigger-Buchsen können andere Geräte der HiFi-Anlage für systemisches Ein-/Ausschalten verbunden werden.

Auch die aufgeräumte und vernünftig beschriftete Rückseite ist wie alles an diesem Verstärker selbsterklärend
Auch die aufgeräumte und vernünftig beschriftete Rückseite ist wie alles an diesem Verstärker selbsterklärend

Der technische Aufbau im Inneren offenbart modernste Technik. Auf der linken Seite sitzt der direkt auf das Bodenblech montierte feiste Ringkerntrafo. Um diesen drumherum gebaut gibt es eine einzige riesige Platine, die sich über die gesamte Gehäusefläche erstreckt und die alle Bauteile beherbergt. Sowohl die Hochpegel- als auch die Phonoschaltung sind diskret mit SMD-Bauteilen aufgebaut, ICs werden lediglich für die Gerätesteuerung verwendet. Die Platine ist blitzsauber gefertigt und sehr schön übersichtlich: Alle Schaltkreise sind durch optische Trennlinien voneinander abgegrenzt und die Funktionen der einzelnen Baugruppen jeweils beschriftet, das sieht man in dieser Form nicht oft. Für die Lautstärkeregelung kommt ein motorisiertes blaues ALPS-Poti zum Einsatz. Die Class A/B Schaltung liefert 100 Watt an vier Ohm und 60 Watt an acht Ohm Dauerleistung, was im Grunde für alle Lebenslagen ausreichen sollte, zumal für kurzfristige Lastspitzen ungefähr die zweieinhalbfache Leistung geliefert werden kann. Technischerseits ist also alles eitel Sonnenschein und entsprechend ich war sehr gespannt auf die ersten Hörsessions. Als Zuspieler diente mir mein Pro-Ject Debut PRO, den ich via Pro-Ject Phono Box S2 Ultra und Pro-Ject Accu Box S2 an einen Cinch-Hochpegeleingang klemmte. Diese Kette ist mir wohlbekannt und ich wollte der an Bord des M2Tech-Verstärkers befindlichen Phonolösung erst später gesondert auf den Zahn fühlen.

Die qualitativ hochanständigen, vergoldeten Cinch-Buchsen könnten für meinen Geschmack ein klein wenig weiter auseinanderliegen. Für allzu fette Stecker könnte es zwischen linkem und rechtem Kanal jeweils etwas eng werden, aber mit meinen normal dimensionierten Steckern gab es keine Probleme
Die qualitativ hochanständigen, vergoldeten Cinch-Buchsen könnten für meinen Geschmack ein klein wenig weiter auseinanderliegen. Für allzu fette Stecker könnte es zwischen linkem und rechtem Kanal jeweils etwas eng werden, aber mit meinen normal dimensionierten Steckern gab es keine Probleme


Eine lange Aufwärmphase schien der Verstärker nicht zu benötigen, da bin ich als Röhrenverstärker-Fan doch anders konditioniert. Dank hochintegrierter Bauteile war das Gerät bereits nach wenigen Minuten thermisch stabil und auch eine Art Burn-In-Phase durchlief der Classic Integrated Amplifier offenbar nicht. Jedenfalls nahm ich im Laufe der Hörtests über etliche Tage keine weiteren Veränderungen in der Klangcharakteristik mehr wahr. Grundsätzlich hatte ich zunächst einige Vorbehalte, ob dieser Verstärker denn überhaupt technisch mit meinen Hochwirkungsgradlautsprechern harmonieren würde, 60 Watt an acht Ohm bedeuteten für meine Situation ja eigentlich einen Leistungsoverkill. Da ich vermeiden wollte, dass der Verstärker an meinen Lautsprechern quasi im Standgas dahintuckert, hatte ich sogar ein älteres, von mir in meiner Jugend heiß geliebtes Pärchen Dynaudio Contour 1.3 MK II für Vergleichszwecke reaktiviert. Ganz platt gesprochen sind Lautsprecher von Dynaudio ja nicht gerade als Kostverächter bekannt, sondern eher als Stromsäufer verschrien.

Eine derart perfekt designte Platine in SMD-Technik mit übersichtlicher Struktur und eindeutiger Baugruppenbeschriftung hat Seltenheitswert
Eine derart perfekt designte Platine in SMD-Technik mit übersichtlicher Struktur und eindeutiger Baugruppenbeschriftung hat Seltenheitswert

Los ging es aber zunächst mit meinen Breitbändern, die den Verstärker leistungsmäßig kaum forderten und generell wenig Kontrolle, sondern allenfalls einen kleinen Tritt in die Schwingspule benötigen. Der M2Tech überzeugte mich sofort mit schönem Drehmoment im Bass und damit einhergehend mit guter Tieftonkontrolle, ohne dabei wie ein Schraubstock die Musikalität abzuwürgen. Tiefe Bässe kamen mit feinem, schön federndem Kick. Das mag auch mit daran gelegen haben, dass mir der ungewohnte Leistungs-Headroom gegenüber meinen Kleinleistungsröhren-Eintaktern ein willkommenes Spielfeld bot, es in Sachen Lautstärke mal ordentlich scheppern zu lassen, gleichwohl hohe Pegel allein keine besondere Aussagekraft besitzen. Meine Lautsprecher reagieren bisweilen etwas zickig bei zu hoher Gegenkopplung, selbst bei einigen „moderneren“ Röhrenschaltungen und insbesondere bei Transistorverstärkern ist mir dies hin und wieder schon aufgefallen. Das Ergebnis ist dann oft eine müde, uninspirierte und blutleere Vorstellung ohne besonderes Rhythmusgefühl. In dieser Hinsicht leistete sich der Classic Integrated Amplifier nicht den kleinsten Schnitzer, was diesbezüglich auf eine saubere technische Auslegung hindeutete, ohne dass ich freilich die Schaltungsparameter konkret kannte um diese Aussage objektiv substantiieren zu können. Ansatzlos, zackig und grobdynamisch vollends überzeugend nahmen mich R.E.M.-Stücke wie „Überlin“ (Collapse into now, Warner Brothers, 2011), „Man on the Moon“, „Everybody Hurts“ oder „Nightswimming“ (Automatic for the People, Warner Brothers, 1992) mit auf ihre musikalische Reise.

Die auf das Kühlblech montierten Transistoren (hier der rechte Kanal) stammen alle von Onsemi. Der linke mit MJL1302A bezeichnete ist eine PNP-Type, der mittlere kleine mit D44H8G und der rechte mit MJL3281A bezeichnete sind NPN-Typen. Alle drei zusammen gibt es im Netz für unter zehn Euro, was für ein Traum wären solche Preise für Röhren!
Die auf das Kühlblech montierten Transistoren (hier der rechte Kanal) stammen alle von Onsemi. Der linke mit MJL1302A bezeichnete ist eine PNP-Type, der mittlere kleine mit D44H8G und der rechte mit MJL3281A bezeichnete sind NPN-Typen. Alle drei zusammen gibt es im Netz für unter zehn Euro, was für ein Traum wären solche Preise für Röhren!

Nun werden DIY-Hochwirkungsgradlautsprecher nicht unbedingt die überwiegenden Spielpartner für den M2Tech-Verstärker „da draußen“ sein, daher baute ich mein altes Pärchen Dynaudio Contour 1.3 MK II wieder auf, das ich vor drei Jahrzehnten mit einem 150 Watt an vier Ohm liefernden Vollverstärker betrieben habe – einem AVM Evolution A1 –, der meiner Erinnerung nach trotz aktiver Kühlung per Lüfter oft in die Knie ging und sich regelmäßig eine thermische Auszeit zum Abkühlen nahm. Das passierte dem M2Tech-Gerät an diesen anspruchsvollen Lautsprechern kein einziges Mal, vielmehr begeisterte mich wieder dieser kraftvolle, kontrollierte Tiefton, der zu meiner Freude den in Grenzbereichen früher häufig erlebten honigartigen Durchzug im Bass komplett vermissen ließ! Ich hatte diesen Effekt stets den Dynaudios angelastet, jetzt weiß ich, dass in dieser Hinsicht Wohl und Wehe von der Qualität des Verstärkers abhängen. Für mich ganz erstaunlich, denn nominell bringt der Classic Integrated Amplifier nur circa zwei Drittel der Leistung meines damaligen AVM-Verstärkers auf die Waage. Da ich meine Dynaudios nun wieder ganz liebgewonnen hatte, sollten die weiteren Hörsessions mit ihnen auch weitergehen, schließlich schienen der M2Tech-Amp und die beiden Contour 1.3 MK II prächtig zu harmonieren.

Auch die Mittelhochtonkalotten der Dynaudios hatten sich mittlerweile wieder ordentlich freigespielt und offenbarten die Qualitäten unseres Testprobanden. Wie der Classic Integrated Amplifier Feindynamisches herausarbeitete, war wirklich faszinierend, wie zum Beispiel bei „Downbound Train“, „I‘m On Fire“ oder „Dancing In the Dark“ von Bruce Springsteen (Born in the U.S.A., Columbia Records, 1984). Das Darstellen feinster Nuancen von Beckenanschlägen, Hi-Hats oder feinste Geräusche beim Anreißen von E-Gitarrensaiten gaben der Musik erst ihre volle Authentizität. Selten hat mir dieser Mainstream-Evergreen so viel Spaß gemacht!


Auch die Phonosektion ist volldiskret aufgebaut, was gegenüber einer Realisierung mit ICs generell riesige klangliche Vorteile mit sich bringt
Auch die Phonosektion ist volldiskret aufgebaut, was gegenüber einer Realisierung mit ICs generell riesige klangliche Vorteile mit sich bringt

Schließlich war es an der Zeit, meiner Pro-Ject Phono Box S2 Ultra und der Pro-Ject Accu Box S2 eine kleine Pause zu gönnen und mit dem Plattenspieler direkt in den Phonoeingang des M2Tech Verstärkers zu gehen. Ich war doch überrascht, dass die bordeigene Lösung des Italieners noch eine kleine klangliche Schippe gegenüber den externen Pro-Jects drauflegen konnte. Die Raumabbildung gelang subjektiv etwas besser, insgesamt war der abgebildete Raum einfach größer und klarer umrissen. Wirkte die Darstellung über die externen Pro-Ject-Phonoboxen bisweilen minimal diffus, hatten die Musiker über die integrierte Phonostufe des Classic Integrated Amplifier alle ihren festen Platz. Ok, das ganze liest sich dramatischer als es war, spielte sich eher in Nuancen ab, gleichwohl wahrnehmbar. Das fiel mir allerdings nur bei klassischer Musik wie bei Vivaldis „Die vier Jahreszeiten“ (Yehudi Menuhin, His Master´s Voice, 1985) auf, bei Rock- oder Popmusik hingegen eher nicht.

Insgesamt hat mich der M2TECH Classic Integrated Amplifier durchaus begeistert, was aus der Feder eines beinharten Single-Ended-Trioden-Freaks als Ritterschlag gewertet werden darf. Es dürfte nicht viele Verstärker in dieser Preisklasse am Markt geben, die bei vergleichbaren Allroundqualitäten über eine solche technische und musikalische Reife verfügen.

STATEMENT

Wer einen kommunikativen und hervorragend klingenden Vollverstärker als Steuerzentrale für seine Musikanlage sucht, der nehme den Classic Integrated Amplifier von M2Tech unbedingt näher unter die Lupe. Mit seinem schlichten Design nimmt sich der Italiener angenehm zurück und er besticht durch eine Musikalität, die an große Vollverstärkerboliden vergangener Zeiten erinnert und die in dieser Preisklasse alles andere als selbstverständlich ist. Ganz offensichtlich hat das M2Tech Entwicklerteam bei diesem Verstärker ganz viel richtig gemacht!
Gehört mit
Phonovorverstärker Pro-Ject Phono Box S2 Ultra mit Pro-Ject Accu Box S2
Plattenspieler Pro-Ject Debut PRO + Plattenpuck PRO
Tonabnehmer Pro-Ject Pick it PRO
Lautsprecher diverse DIY Vollbereichsbreitbänder: Open Baffle (Ciare CH250), Transmissionline (Seas FA22RCZ & Seas Exotic F8), Tapered Quarter Wave Tube (Tang Band W8-1772), Backloaded Horn (Fostex FE206En), Dynaudio Contour 1.3 MK II
Zubehör Dynamikks! Speakerlink I, Phono NF-Kabel Pro-Ject, Connect-it RCA-E
Möbel Hi-Fi Racks Ltd
Herstellerangaben
M2TECH Classic Integrated Amplifier
Geräteart Vollverstärker mit Phono MM/MC
Netzspannung 230V AC/50 Hz
Eingänge 1x Line (XLR), 4x Line (RCA), davon umschaltbar 1x Phono MM / MC (RCA)
Eingangsempfindlichkeit Line: 500mV, Phono MM: 5mV, Phono MC: 0,5mV
Eingangsimpedanz Hochpegel: 20kOhm, Phono: 47kOhm
Ausgänge 1x Line Out (RCA), 1x Lautsprecher (4 oder 8Ohm), 4mm Bananenstecker, Kabelschuhe oder blanke Kabelenden, 1x Kopfhörerklinke 6,35mm
Impedanz Lautsprecherausgänge 4 und 8Ohm
Ausgangsleistung 2x 60Wrms p.c. (1kHz@8Ohm), 2x 100Wrms p.c. (1kHz@4Ohm), 2x 155Wrms (10ms, 1kHz@8Ohm), 2x 240Wrms (10ms, 1kHz@4Ohm)
Geräuschspannungsabstand 105dBA (Line), 80dBA (Phono MM), 72dBA (Phono MC)
Ausstattung Fernbedienung
Schaltung Class AB
Gehäusefarbe Schwarz
Abmessungen (B x T x H) 420 x 300 x 120mm
Gewicht 14kg
Maximale Leistungsaufnahme 225VA
Preis 4000 Euro

Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/24-09-10_manunta
  • Social Introtext In Zeiten von Streaming, Bluetooth und Co. gibt es immer weniger klassische Vollverstärker im eigentlichen Sinne mit Hochpegel, Phono MM und MC, die auch noch bezahlbar sind. Schade. Um so besser, dass die italienische Marke M2Tech aus dem schönen Pisa uns mit dem Classic Integrated Amplifier genau ein solches Gerät beschert!

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