Samstag, 15 Januar 2005 00:40

ACM Premium Audio

Herstellerangaben
ACM Premium Audio
Adresse Adlerstrasse 48
41066 Mönchengladbach
Telefon +49 21612771471
E-Mail info@acm-audio.de
Web acm-audio.de
Mittwoch, 15 Januar 2025 00:11

Ilumnia im Vertrieb von ACM Premium Audio

Der belgische Hersteller Ilumnia ist auf dem besten Weg, die Audiobranche zu revolutioniere: Die Membran des weltweit patentierten LEMS Treibers schwingt berührungsfrei in einem elektromagnetischen Feld. Ab sofort begleitet ACM Premium Audio diesen Meilenstein als exklusiver Ilumnia Distributor in Deutschland.

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Sowohl der Ilumnia Vocalis MK II als auch der Ilumnia Magister Novus arbeiten mit dem gleichen revolutionären und weltweit patentierten LEMS Treiber. Die berührungsfrei in einem elektromagnetischen Feld schwingende Membran ermöglicht außergewöhnliche Vorteile:

  • ein bisher nicht gekanntes Maß an Verzerrungsfreiheit, Detailtreue und Geschwindigkeit. Erfüllt werden damit audiophile Ansprüche auf höchstem Niveau
  • Details und Feinheiten sind bereits bei geringsten Lautstärken hörbar
  • beide Modelle sind handgefertigt aus edlem Birkenschichtholz in Marinequalität und vereinen somit Akustik und Ästhetik, die auch hochwertiges Ambiente nochmals aufwertet

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Ilumnia Vocalis MK II

  • kompaktes Monitordesign mit preisgekrönter Technologie im handlichen Format
  • überraschend tiefreichender Bass
  • raumfüllender Klang bis in mittlere Raumgrößen, ohne an Präzision zu verlieren

Ilumnia Magister Novus

  • Der Standlautsprecher für größere Räume setzt neue Maßstäbe in der audiophilen Welt.
  • Leistungsstarke Konstantstromversorgung in separatem Gehäuse, verantwortlich für die elektromagnetische Federung des LEMS Treibers; die Steifigkeit der Aufhängung lässt sich auf unterschiedliche Werte und damit für Verstärker mit unterschiedlichen Leistungscharakteristiken einstellen. Auf Wunsch sogar per App vom Hörplatz aus. Ein absolutes Novum in der Welt der passiven Lautsprecher. Ideal für Besitzer von HighEnd-Verstärkern, die neue Lautsprecher wünschen.

Ein Paar Ilumnia Vocalis1 kostet 18.500 Euro, ein Pärchen Ilumnia Magister Novus 32.500 Euro. Beide sind ab sofort verfügbar.

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Von Audiophilen für Audiophile. Wir sind ACM Audio. Und wir lieben audiophile Musikwiedergabe. Wir finden mit nichts gelingt die in den eigenen Räumen besser als mit hochwertigen analogen Lösungen. Für uns ist das Ziel Gänsehaut und wir geben uns mit nichts weniger zufrieden. Daher sind wir die Manufaktur an der Seite Klang-Begeisterter: Wir stellen mit Leidenschaft, Perfektionismus und absolutem Servicegedanken das perfekte Setting von Premium-Plattenspielern, Tonabnehmern und feinsten Elektronikkomponenten zusammen, damit Menschen an Ihrem persönlichen Lieblingsort die Musik so hören können, wie sie gehört werden soll: authentisch, klar und mit unvergleichlicher Tiefe.

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Mit jahrelanger Erfahrung und einer tiefen Leidenschaft für analoge Audiotechnologie stehen wir nicht nur als Händler, sondern vor allen Dingen als Berater an der Seite klangliebender Menschen. Dabei machen wir den Zugang zu High-End-Audio leicht, denn dank unserer kostenfreien und unkomplizierten Testpakete kann sich jeder Interessent selbst ein Bild machen – und zwar in den eigenen Räumen. Wir für unseren Teil nutzen unsere eigenen Räume ebenfalls für die direkte Erfahrung: unser Showroom ist beeindruckend bestückt und immer für eine Live-Demo in Sachen Klang-Gänsehaut bereit.

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Dienstag, 14 Januar 2025 02:38

Marten Oscar Duo

Marten ist als Premiumhersteller und Spezialist im Umgang mit Hartmembranen bekannt. Die Serie Oscar markiert den Einstieg in die Welt der nach Jazz-Musikern benannten Marten-Serien. Mein Testkandidat Oscar Duo ist ein Zweiwege-Lautsprecher mit dazugehörigem Ständer.

Bereits beim Auspacken wird unmissverständlich klar, dass Marten den Premiumanspruch ernst nimmt. Die Anleitung ist kein mit schnöden Büroklammern geheftetes Blättchen, sondern kommt in einem Hardcovereinband mit eingeprägtem Marten Logo. Der Anleitung liegen eine CD und ein USB-Stick mit einem Einspielsignal und einigen Beispieltracks bei. Dieses erste, eigentlich vollkommen nebensächliche Detail macht Eindruck und zeigt mir, dass ich als Kunde, oder in diesem Fall Tester, den Machern hinter der Marke wichtig bin. Der Lautsprecherkauf soll ein Erlebnis sein und eine exklusive Anmutung versprühen. Dieser Eindruck setzt sich beim Auspacken der Lautsprecher selbst fort. Die Polklemmen des deutschen Herstellers WBT tun ihr Übriges. Das silberne, gebürstete Marten-Aluminiumlogo, die ebenfalls silbernen Einfassungen der Treiber, das Gesamtbild der Lautsprecher strahlt eine gewisse Exklusivität aus.

Zusätzlich zu den Lautsprechern, sandte Jan Sieveking vom deutschen Vertrieb Sieveking Sound, mir die passenden Ständer zu den Lautsprechern zu. Sie sind ebenfalls mit einem kleinen Logo auf der Sockelplatte versehen und wirken in ihrer seidenmatten Lackierung nicht weniger elegant als die Lautsprecher selbst. Mit den Lautsprechern verschraubt, entsteht eine stabile Einheit. Das Highlight der Konstruktion sind die eigens für Martens passend zur Oscar gefertigten Absorberfüße von Isoacoustics. Allein schon, weil das nervige Rumhantieren mit Spikes entfällt, wären die Füße mir den Aufpreis mehr als wert. Bisher hatte ich noch keine Isoacoustics im Test, aber ihr ausgezeichneter Ruf in der Szene spricht Bände – darauf verlasse ich mich hier. Einem dedizierten Test von Isoacoustics Entkopplern in der Zukunft steht auch Jan Sieveking sicher sehr aufgeschlossen gegenüber.

Das Gehäuse der Oscar Duo ist leicht nach hinten geneigt, die Kanten sind abgerundet
Das Gehäuse der Oscar Duo ist leicht nach hinten geneigt, die Kanten sind abgerundet

Doch zurück zu Oscar. Wie eingangs erwähnt, liegt eine Kernkompetenz bei Marten im Einsatz von Hartmembranen, insbesondere Keramiktreibern. Keramik als Membranmaterial wird in der Szene intensiv diskutiert. Einige sehen es als heiligen Gral, andere lehnen „Keramiksound“ grundsätzlich ab. Fakt ist, dass Keramik als Membranmaterial einige einzigartigen Merkmale aufweist. Es ist außergewöhnlich steif und leicht. Wie bei jeder anderen Membran auch, bricht das Frequenzspektrum irgendwann in Resonanzen auf, die sich in, zumeist unangenehmen, Überhöhungen bemerkbar machen. Der Vorteil bei Keramikmembranen ist, dass diese Resonanzen erst am Ende des nutzbaren Frequenzbereichs auftreten. Aufgrund der geringen inneren Dämpfung von Keramik fallen sie dafür jedoch umso stärker aus. Frequenzweichen für Keramikreiber müssen deshalb oft aufwendiger gestaltet werden als für Treiber aus anderen Materialien. Wie bei so vielen Dingen kommt es schlussendlich also gar nicht so sehr auf das Material an sich an, sondern wie man es einsetzt. Leif Olofsson, Gründer und Chefdesigner von Marten, hat in der Vergangenheit mehrfach unter Beweis gestellt, dass er und sein Team mit Keramik umzugehen wissen. Für die kostspieligeren Produktlinien Martens werden Treiber aus reiner Keramik, genauer gesagt reinem Aluminiumoxid, des deutschen Spezialisten Accuton eingesetzt. Inzwischen werden auch vermehrt großformatige proprietäre Berylliumtreiber genutzt. Der Grundbestandteil von Oscars Treiber ist Aluminium dessen Oberfläche zu Aluminiumoxid umgewandelt wurde. Somit haben diese Treiber sehr ähnliche, aber nicht identische Eigenschaften wie reine Keramiktreiber. Sowohl der Tiefmittel- als auch Hochtöner sind eigens für Marten produzierte und modifizierte Versionen der Hartmembran-Reihe von SB-Acoustics. Der wohlbekannte Treiberhersteller SB-Acoustics besteht aus der Fertigungskompetenz von Sinar Baja Electronic in Indonesien und den dänischen Designexperten von Danesian in Dänemark. Mit letzteren arbeitet Marten eng zusammen, um sich wie in diesem Fall vorhandene Treiber modifizieren zu lassen, oder sich für andere Serien gänzlich eigene Treiber konzeptionieren zu lassen.


Der schwarze Punkt in der Mitte der Abdeckung gehört zum Hochtönerdesign und soll eine gleichmäßigere Abstrahlung bewirken
Der schwarze Punkt in der Mitte der Abdeckung gehört zum Hochtönerdesign und soll eine gleichmäßigere Abstrahlung bewirken

Der 18-Zentimeter-Tiefmitteltöner soll der Oscar Duo zu einer unteren Grenzfrequenz von 37 Hertz verhelfen. Das kann ich in der Praxis so bestätigen. Er spielt bis auf wenige Hertz fast genau so tief wie meine Standlautsprecher. Die Empfindlichkeit liegt bei ordentlichen 86 Dezibel. Für das Zähmen der Treiber scheint ein Filter 2. Ordnung bei 2.500 Hertz ausreichend zu sein. Als Innenverkabelung wurde Jorma Duality gewählt. Alle Komponenten werden in einem 25 Millimeter dicken Gehäuse miteinander verheiratet.

Ich selbst höre schon seit Jahren mit Hartmembranen. Die Tief- und Mitteltöner meiner Magnat Quantum 803 bestehen aus Aluminium. Für einige Zeit hatte ich auch schon das Vergnügen eines Accuton-Keramik-Boliden in meinem Hörzimmer. Ich habe aber auch ebenso viele Membrane aus weniger hartem Material gehört, die mir gut gefallen haben, sowohl in Hoch- als auch Mittel- und Tieftönern. Für mich gilt das Endergebnis und das Treibermaterial an sich ist für mich kein Kaufkriterium an sich. Je nach Konzept haben sowohl sehr harte als auch weniger harte Membranen ihren Reiz und ihre Daseinsberechtigung. Dennoch halte ich Hartmembranen, richtig eingesetzt, technisch für überlegen. Dementsprechend bin ich mit einigen Erwartungen in die Hörsitzung gestartet: Attacke, Präzision und Auflösungsfähigkeit sollten schon auf einem sehr hohen Niveau sein – wenn schon Hartmembran, dann richtig.

Der Tiefmitteltöner verfügt über eine angemessen große Gummisicke und Falze auf der Membran, zur weiteren Verbesserung der Steifigkeit
Der Tiefmitteltöner verfügt über eine angemessen große Gummisicke und Falze auf der Membran, zur weiteren Verbesserung der Steifigkeit

Bereits ohne genaue Ausrichtung und grob an meiner Standardposition platziert, spielen die Lautsprecher sehr gut. Allerdings wird jede Minute, die ich in ein Feintuning ihrer Aufstellposition und Ausrichtung investiere mit einem noch besseren Ergebnis belohnt. Somit lässt sich festhalten, dass die Oscars zwar nicht aufstellungskritisch, aber sehr wohl feinfühlig sind. Kleine Unterschiede haben mitunter große Auswirkungen. Das verbuche ich eindeutig als Stärke. Weniger geübte Hörer finden ohne Schwierigkeiten eine gut klingende Konfiguration, und Aufstellungsspezialisten können nur mit der Aufstellung Faktoren wie Bühne, Präsenz, ja ein Stück weit sogar die Auflösung minutiös steuern.


Der passende Ständer und die speziell für diese Lautsprecher von Isoacoustics optimierten Füße können gesondert erworben werden
Der passende Ständer und die speziell für diese Lautsprecher von Isoacoustics optimierten Füße können gesondert erworben werden

„Call It a Night“ der Formation KGB vom Album Contra-intelligence ist irgendwann einmal in meinem Roon-Feed aufgetaucht. Das Klavier ist etwas rumpelig aufgenommen, die Geige direkt und ungeschönt, die Mandoline gut gelungen. Trotzdem oder gerade deshalb mag ich diese unprätentiöse Aufnahme so sehr und höre sie gerne für Tests. Denn wenn ein Lautsprecher es schafft, ihre Unvollkommenheit aufzuzeigen, sie aber dennoch musikalisch und angenehm verpackt, ohne sie dabei aber zu verbiegen, zu verfälschen oder allzu sehr zu schönen, dann macht er in meinen Ohren viel richtig. Die Marten Oscar Duo bestehen diesen Test mit Bravour. Sie offenbaren unmissverständlich, dass sie Saitenklänge bestechend abbilden können. Seitdem ich dieses Stück entdeckt habe, kann ich mich nicht daran erinnern, die Geige einmal so überraschend gut gehört zu haben. Saiten-, Korpusklang und der minimal vorhandene Hallraum sind einzeln zu erfassen, bleiben aber dennoch auf musikalische Weise miteinander verwoben. Selten habe ich auch den Größeneindruck des Instruments so präzise durchhören können. Der Bogenstrich steht eher klein und fokussiert im Zentrum, vom etwas größer wirkenden Korpusklang umschlossen. Der Hallraum umgibt das ganze eher diffus und breitet sich in alle Richtungen aus. Geige und Mandoline sind recht weit nach links und rechts gemischt und tauchen, so wie ich mir das von einem Stereosetup in meinem Raum wünsche, innen, leicht neben und hinter den Lautsprechern auf. Diesen Griff in die Tiefenebene hinter den Lautsprechern hält die Oscar Duo über die gesamte Stereobreite aufrecht.

Die Bassreflexöffnung liegt rückseitig
Die Bassreflexöffnung liegt rückseitig

Die Fähigkeit, Saiten in einer derartigen Präzision, Impulsivität und akkuraten Größe abzubilden zieht mich vollkommen in ihren Bann. Bevor ich überhaupt etwas anderes höre, kann ich gar nicht anders, als sämtlichen Aufnahmen mit Saiteninstrumenten aus meiner Musikbibliothek auf die Playlist zu setzen. Violine, Gitarre, Cello, Nyckelharpa, Hardangerfidel, egal was mir einfällt, ich bekomme nicht genug. Eins dieser Stücke unter vielen ist „Désert Blanc“ des Nicolas Parent Trios vom Album Mirage. Es ist ohnehin eindrucksvoll aufgenommen und macht auf den meisten Anlagen Eindruck. So habe ich die Gitarre aber höchstselten gehört. Wahnsinn, wie viele Mikrodetails in den gezupften Gitarrensaiten stecken, nicht nur im Hochton, sondern auch in den Mitten. Hier zeigt sich für mich die Stärke einer Hartmembran in reinster Form. Denn auch wenn sie schnelle, impulsive Klänge und dementsprechend hohe Frequenzen mit großer Präzision nachzeichnen kann, hört diese Fähigkeit nicht plötzlich bei tieferen Frequenzen auf. Dementsprechend werden auch die tieferen als wärmer empfundenen Klangeigenschaften der Gitarrensaiten und das Mitschwingen des Klangkörpers herausgearbeitet. So wirkt die Gitarre organisch, bodenständig und lebendig.

Zwei Punkte sind gesondert herauszuheben. Zum einen die traumwandlerische Sicherheit in der Größendarstellung verschiedener Schallquellen. Die Lautsprecher schaffen es, Instrumente und – wie im späteren Verlauf festgestellt – auch Stimmen groß, eindrucksvoll und mit einer flächigen Komponente erscheinen zu lassen. Allerdings kippt die Darstellung nie ins Übergroße, Riesenhafte. Es ist gewissermaßen so, als hätte jede Schallquell einen ganz klar definierten, kleinen, kräftigen Kern, umgeben mit einer eher weich wirkenden Korona. Obwohl die äußeren Ränder der Korona ganz sanft auslaufen, entsteht nicht das Gefühl von Unschärfe, denn, und das führt zu Punkt 2, die Oscar bildet die verschiedenen Tiefenebenen der Musikstücke ebenfalls mit hoher Genauigkeit vor und hinter der Lautsprecherebene ab und schafft so für jedes Instrument genügend Raum.


Das Marten Logo muss stets in Auslenkungsrichtung der Treiber zeigen, damit die Füße ihre Wirkung voll entfalten können
Das Marten Logo muss stets in Auslenkungsrichtung der Treiber zeigen, damit die Füße ihre Wirkung voll entfalten können

Bei Gogo Penguins „Saturnine“ vom Album Everything is going to be okay wird mir erst noch einmal so richtig bewusst, wie selbstverständlich ich die Auflösungsfähigkeit der Lautsprecher bisher hingenommen habe. Meine Eingangserwartungen waren definitiv nicht zu hochgesteckt. Bis in jedes kleinste Klangdetails herrscht lupenreine Klarheit und Brillanz ohne auch nur ein Fünkchen Aufdringlichkeit. Dies ist sicherlich auch der ausgewählten Bestückung der Frequenzweiche zu verdanken. Ein Punkt, auf den ich in diesem Test insgesamt zwar nicht viel eingehe, da ich nicht ganz genau weiß, was in Oscars Frequenzweiche steckt. Ich weiß jedoch, dass bei Marten generell hochwertige Frequenzweichenbauteile unter anderem von Mundorf eingesetzt werden. Besonders bei günstigen, aber leider auch nicht selten bei teureren Lautsprechern wird ein großer Teil der Treiberfähigkeiten durch eine minderwertige Bestückung der Frequenzweiche zunichte gemacht. Das ist bei der Oscar entschieden nicht der Fall. Dies spielt für die Transparenz der Wiedergabe eine entscheidende Rolle. „Saturnine“ beginnt mit einem durch das Stereopanorama wandernden Synth-Sound, samt gewaltigem Hallraum. Es folgen gezupfter Kontrabass, ein sehr direkt aufgenommenes, fast perkussives Klavier und dann Drums, die sich im Verlauf des Songs immer wieder an verschiedenen Positionen in der Mischung befinden. Dieses Stück zeigt, dass die Gesamtabstimmung des Lautsprechers sehr ausgewogen ist. Damit meine ich nicht nur einen gleichmäßigen Frequenzverlauf. In der Tat ist es so, dass kein Frequenzbereich künstlich hervorgehoben wirkt. Der kräftig zupackende Bassbereich dient als beruhigender Gegenpol für die große Auflösungsfähigkeit im Mittelhochtonbereich. Ich meine viel eher, dass der Lautsprecher sich in den verschiedensten Disziplinen immer sehr nah an einem Mittelweg bewegt. Bleiben wir beispielsweise beim Bassbereich. Ich kenne sowohl Lautsprecher, die hier noch stärker zulangen, aber auch solche, wie meine eigenen Lautsprecher, die zurückhaltender zu Werke gehen. Die Oscars liegen zwar eindeutig auf der kräftigen Seite, sind aber von einem gefälligen Mittelwert nicht zu weit entfernt. Ich glaube sogar auch, dass es möglich wäre, den Membranen noch etwas mehr Auflösung zu entlocken. Aber dann würde der Klangeindruck irgendwann kippen. Die beeindruckende Klarheit würde mit einer entspannt wirkenden Wiedergabe nicht mehr in Balance sein. So ging man auch in dieser Hinsicht einen Mittelweg. Die Oscar ist definitiv ein Auflösungsspezialist, aber dennoch kein unerbittlicher Monitor, sondern nach wie vor ein musikalisch agierender Lautsprecher, der Aufnahmefehler verzeiht, sie aber nicht über die Maßen schönt. Ähnlich verhält es sich bei der Ausdehnung des virtuellen Raumes. Sie ist eher auf der größeren Seite, aber eben auch nicht übergroß. Die Oscar spielt dynamischer und impulsiver als viele „Weichmembraner“, aber dann doch wieder nicht so knallhart wie eine reine Keramikmembran oder beispielsweise ein Horn. Obwohl sie in einigen Wiedergabebereichen besonders beeindruckt und eindeutig Charakter aufweist, treibt sie es nie so weit, dass sie zu einem Nischenspezialist wird. In meinem Ohren wird sie durch die Klangideale ihres Membranmaterials zwar durchaus geprägt und ist ein hochpräziser, hochauflösender Lautsprecher, kann aber auch geschmeidig und unaufdringlich. Ich sehe die Oscar deshalb als Mittler zwischen den Welten.

Die Polklemmen stammen vom Spezialisten WBT
Die Polklemmen stammen vom Spezialisten WBT

Als Jan mir erklärt, wie bei Marten Lautsprecher abgestimmt werden, machen meine Beobachtungen noch mehr Sinn. Messungen in reflexionsarmen Räumen sind zwar durchaus üblich, die Abstimmung nach Gehör findet aber zumeist eher in weniger bedämpften Hörräumen statt. Nicht so bei Marten. Auch der Abstimmraum ist sehr trocken und Raumeinflüsse auf die Wiedergabe so minimal. Ich finde es einleuchtend, dass in dieser Umgebung ein ausgeglichenes Feintuning entsteht, das universell in vielen Räumen einsetzbar ist, da der Lautsprecher nahezu isoliert vom Raum getunt wird. Der individuelle Hörraum prägt dann wie üblich den Charakter des Lautsprechers und verschiebt verschiedene Frequenz- oder Fähigkeitsbereiche des Lautsprechers in die eine oder andere Richtungen. Da bei der Grundabstimmung aber in allen Teildisziplinen von vornherein nicht ans Limit gegangen, sondern ein maßvoller Mittelweg gewählt wurde, bleibt Oscar auch in komplexen Hörräumen oder bei schwierigen Aufnahmen ausgewogen. So kann ich beispielsweise das Album „Spine“ der Künstlerin Myrkur mit den Oscars genießen, obwohl die Abmischung zwar in ihrem klanglichen Ausdruck spannend, aber eher „roh“ ausfällt.

Wie man sehen kann, ist der Hochtöner nur mit dem SB26CDC-C000 verwandt, nicht identisch
Wie man sehen kann, ist der Hochtöner nur mit dem SB26CDC-C000 verwandt, nicht identisch


Es ist folglich nicht weiter verwunderlich, dass auch alle anderen Instrumente, die nicht über Saiten verfügen, und insbesondere Stimmen mit einem glaubwürdigen Timbre reproduziert werden. So beispielsweise in Peter Gabriels „Low Light” von dem für den Millenium Dome komponierten Album OVO, das europäische und internationale folkloristische Elemente mit Peter Gabriels Musik verknüpft. Iarla Ó Lionáird klingt gleichzeitig leicht und schwebend, aber auch durchdringend und nachdrücklich. Es macht Spaß, seinen meisterhaft geführten Diminuendos dabei zuzuhören, wie sie scheinbar im Nichts verschwinden. Dieses Stück nutze ich, um abschließend einen Vergleich zu meinen eigenen Lautsprechern zu ziehen. Insgesamt ist die Bühne bei den Oscars nur minimal tiefer, dafür aber deutlich stärker separiert. Auffällig ist im Vergleich besonders das Fehlen des zuvor beschriebenen Kerns von einzelnen Instrumenten und Stimmen bei der Wiedergabe über meine eigenen Lautsprecher. Bei den mit starkem Reverb versehenden Klavieranschlägen im ersten Teil des Stücks hört man auf meinen Lautsprechern überwiegend nur den Halleffekt. Die Oscars vermitteln zusätzlich zum schwebenden Hall den eigentlichen Klavieranschlag viel deutlicher. Überhaupt spielen sie mehr Details, wie beispielsweise feine Schwingungen im tiefen Synth zu Beginn, aus. Die Streicher wirken über die Oscars organischer. Das nächste Stück „The Time Of The Turning“ bietet gleich zwei weitere Stimmen: Allison Goldfrapp und Richard Evans. Auch sie werden vertraut reproduziert. Richard steht dank der Oscars viel souveräner in der Mitte und spricht den Hörer direkter an. Allison wurde doppelt aufgenommen und singt links und rechts im Stereopanorama, etwas weiter vorne. Auch bei diesem Stück zeigt sich wieder, dass es der Oscar liegt, jedem Instrument respektive Klangereignis eine ganz eindeutige Position und Ausdehnung sowohl in der Stereobreite als auch -tiefe zuzuordnen. Erst in der kurzen Recherche über das Album OVO für diesen Test wird mir klar, dass Nigel Eaton im nächsten Song „The Man Who Loved The Earth / The Hand That Sold Shadows“ Drehleier spielt. Sein Tune „Kate a the Gate“ war für mich vor einigen Jahren der finale Auslöser, dieses Instrument zu erlernen. Das OVO-Album kannte und mochte ich schon, als ich noch nicht einmal wusste, was eine Drehleier ist. Zur Abwechslung ist nicht ausschließlich der Lautsprecher für meine Verzückung verantwortlich, sondern der sich für mich schließende musikalische Kreis mit Nigel, Peter, OVO, der Drehleier und Oscar.

Der Tiefmitteltöner hingegen hat eine deutlich größere Ähnlichkeit mit seinem Vorbild aus dem SB-Portfolio
Der Tiefmitteltöner hingegen hat eine deutlich größere Ähnlichkeit mit seinem Vorbild aus dem SB-Portfolio

STATEMENT

Der Kompaktlautsprecher Oscar Duo wird von der Auflösungsfähigkeit seiner Aluminium/Keramik-Treiber beflügelt. Trotzdem bleibt er stets der Musik treu und versteht sich auf eine feinfühlige Vermittlung seiner Fähigkeiten. Obwohl Marten beim Oscar im Vergleich zu den empfindlich teureren Serien einen moderateren Bauteilaufwand betreibt, besteht in Anmutung, Klang und Verarbeitung nahezu keine Diskrepanz. Das ist erschwingliches High-End.
Gehört mit
Router & Zubehör Fritzbox 7530 (mit SBooster BOTW), Silent Angel Bonn N8 (mit Keces P3)
Server PrimeCore Audio A7
Reclocker Mutec MC-3+ USB
DAC Mytek Brooklyn DAC+ (mit Ferrum HYPSOS), Soncoz SGD1 (mit iFi iDefender+)
Pre-Amp Violectric Pre V630
Endstufe NAD C 275BEE, IOTAVX PA3
Lautsprecher Magnat Quantum 807, Neumann KH 120 A
DAP FiiO M11 Plus ESS (FiiO Music App, Qobuz)
Smartphone Motorola One Zoom, 128GB, 4GB RAM, Android 10 (BubbleUPnP, Qobuz, HiBy Musikapp)
Kopfhörerverstärker iFi Micro iDSD Black Label
Kopfhörer Sennheiser HD 800 s, Beyerdynamic dt 880 black edition
In-Ears & Zubehör Vision Ears VE7, Vision Ears VE6 X2, Etymotic ER4SR, iFi IE-Match
Kabel Audioquest, Chord Company, Belden, Boaacoustic, Furutech, Glockenklang/Eupen, Sommer
Herstellerangaben
Marten Oscar Duo
Frequenzbereich 37 - 20000 Hz +-3dB
Belastbarkeit 150 W
Empfindlichkeit 86 dB / 1 m / 2.83 V
Impedanz 6 Ω (3.1 Ω min)
Treiber Keramik, 1 x 7’’und 1 x 1‘’
Übergangsfrequenz Filter zweiter Ordnung 2500 Hz
Anschlüsse WBT Nextgen, Single-wire
Innenverkabelung Jorma Duality
Gehäuse 25 mm Faserverbundwerkstoff
Varianten Walnuss seidenmatt, Klavierlack schwarz, Klavierlack weiß
Abmessungen (B/H/T) 20/40/32 cm
Nettogewicht 2 x 13 kg
Abmessungen in Verpackung (B/H/T) 58/40/80 cm
Gewicht inkl. Verpackung 29 kg
Preis Oscar Duo 7.000 Euro, Oscar Ständer 1.300 Euro, Oscar Isolatoren 850 Euro

Vertrieb
Sieveking Sound GmbH & Co KG
Ansprechpartner Jan Sieveking
Anschrift Plantage 20
28215 Bremen
Telefon +49 421 6848930
E-Mail kontakt@sieveking-sound.de
Web www.sieveking-sound.de

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Marten ist als Premiumhersteller und Spezialist im Umgang mit Hartmembranen bekannt. Die Serie Oscar markiert den Einstieg in die Welt der nach Jazz-Musikern benannten Marten-Serien. Mein Testkandidat Oscar Duo ist ein Zweiwege-Lautsprecher mit dazugehörigem Ständer.
Montag, 13 Januar 2025 00:01

Eversolo DMP-A6 Gen 2

Seit seinem Debüt hat der DMP-A6 in der HiFi-Community aufgrund seiner bemerkenswerten Leistung und seines unschlagbaren Preis-Leistungs-Verhältnisses für Aufsehen gesorgt. Jetzt bekommt dieses hochgelobte Produkt ein aufregendes Upgrade! Im Januar 2025 stellt Eversolo den DMP-A6 Gen 2 vor, einen neuen Streamer, DAC und Vorverstärker.

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Die Besonderheiten:

  • Der Eversolo DMP-A6 Gen 2 verfügt über ein ultra-rauscharmes lineares Audio Netzteil. Sein vollständig optimiertes Stromversorgungssystem reduziert den Rauschpegel auf unter 40µV und bietet eine reinere und stabilere Stromquelle für den Audioschaltkreis, was die Gesamtklangqualität erheblich verbessert.
  • Der DMP-A6 Gen 2 führt auch die WOL-Funktion (Wake-on-LAN) ein, mit der man das Gerät ohne manuelle Bedienung über die App aufwecken kann. Für diese Funktion ist eine kabelgebundene Netzwerkverbindung erforderlich.
  • Das Gehäuse des DMP-A6 Gen 2 besteht aus Aluminium in Luft- und Raumfahrtqualität, das in einem nahtlosen CNC-Verfahren hergestellt wird, was ihm ein ebenso robustes wie elegantes Aussehen verleiht. Das Metallgehäuse verbessert nicht nur die Langlebigkeit, sondern schirmt auch externe Störungen effektiv.
  • Der 6-Zoll-High-Definition-Touchscreen des DMP-A6 Gen 2 wurde für eine bessere Farbgenauigkeit optimiert, was zu einer verbesserten visuellen Erfahrung führt.
  • Der DMP-A6 Gen 2 ist mit zwei ES9038Q2M High-Fidelity D/A-Wandlerchips ausgestattet. Dank der sorgfältigen Klangabstimmung liefert er einen schönen und detaillierten Klang. Die beiden Hochleistungs-DAC-Chips verarbeiten den linken und den rechten Kanal getrennt und bieten einen unglaublichen Dynamikbereich und eine feine Detailauflösung.
  • Der DMP-A6 Gen 2 nutzt das XMOS XU316 Audio-Interface mit einem deutlich verbesserten XMOS-Chip, der DSD512 und PCM bis zu 768 Kilohertz bei 32Bit unterstützt.
  • Der DMP-A6 Gen 2verfügt über eine vollständig symmetrische Schaltungsarchitektur und ist von der D/A-Wandlung bis zum Ausgang symmetrisch aufgebaut. Er bietet sowohl symmetrische XLR- als auch unsymmetrische Cinch-Schnittstellen. Egal, ob er an einen Leistungsverstärker oder ein aktives Lautsprechersystem angeschlossen wird: Der DMP-A6 Gen 2 liefert eine präzise Klangwiedergabe.
  • Der DMP-A6 Gen 2 unterstützt verschiedene Master-Formate, darunter DSD, MQA, FLAC, APE und WAV, und wird damit den Anforderungen von High-Resolution Audio voll gerecht.
  • Neben der leistungsstarken lokalen Musikwiedergabefunktion bietet er eine umfangreiche Auswahl an Netzwerk-Musikdiensten. Er unterstützt nahtlos Roon und TIDAL Connect, .
  • Der DMP-A6 Gen 2 verfügt über einen 10-Band-EQ, der professionelle Anpassungen für fortgeschrittene Benutzer ermöglicht. Die EQ-Funktion ermöglicht die Anpassung von Einstellungen und Parametern an persönliche Vorlieben, bietet EQ-Gain-Anpassungen und eine Feinabstimmung der Lautstärkebalance für den linken und rechten Kanal.
  • Angetrieben von einem Quad-Core ARM Cortex-A55 Prozessor mit 4 Gigabyte RAM und 32 Gigabyte Speicherplatz, verarbeitet der DMP-A6 Gen 2 mühelos große Dateien und hochauflösende Audiostreams.
  • Wie seine Vorgängerversion unterstützt er die Erweiterung um eine M.2 NVMe SSD mit bis zu 4 Terabyte
  • Der DMP-A6 Gen 2 nutzt für Bluetooth den Qualcomm QCC5125-Chip, der niedrige Latenzzeiten und eine qualitativ hochwertige Übertragung ermöglicht sowie SBC-und AAC-Codierung unterstützt, um eine einwandfreie Verbindung zwischen einem Smartphone und dem Player zu gewährleisten.
  • Er ist vollständig kompatibel mit mehreren Netzwerk-Protokollen und unterstützt NFS, SMB, WebDAV und UpnP und erweckt die CD-Sammlung zu neuem Leben, indem er sowohl Wiedergabe- als auch Ripping-Funktionen zum Digitalisieren und Speichern der CD-Alben unterstützt.
  • Mit der exklusiven Eversolo Control App können Nutzer das Gerät und die Musikbibliothek ganz einfach über ihr Smartphone oder Tablet verwalten.
  • Die Master Edition des DMP-A6 Gen 2 verfügt über zwei Femtosekunden-Taktoszillatoren mit extrem niedrigem Phasenrauschen und OPA1612-Operationsverstärker, die eine besonders hochwertige Signalverstärkung bieten.
  • Der Preis für en DMP-A6 Gen 2 Master-Edition beträgt 1.300 Euro.

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Vertrieb
audioNEXT GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon 0201 5073950
E-Mail info@audionext.de
Web www.audionext.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder news/25-01-13_eversolo

Klangbibliothek.

How Deep Is The Ocean

Tonabnehmer Wilson Benesch Tessellate Ti-S
Tonarm SME V
Verkabelung Forceline
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (150 Ohm)
Musik „How Deep Is The Ocean“
Downloadgröße 112,9mb
Recorder Nagra VI
 

Klangbibliothek.

Griff

Tonabnehmer Wilson Benesch Tessellate Ti-S
Tonarm SME V
Verkabelung Forceline
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (150 Ohm)
Musik „Griff“
Downloadgröße 158mb
Recorder Nagra VI
 

Klangbibliothek.

Duet

Tonabnehmer Wilson Benesch Tessellate Ti-S
Tonarm SME V
Verkabelung Forceline
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (300 Ohm)
Musik „Duet“
Downloadgröße 129,7mb
Recorder Nagra VI
 

Als ich noch die Vorabversion dieses Traum-Tonabnehmers zur Verfügung hatte, kam ich leider nicht auf die Idee, damit unsere drei Klangbibliotheksstücke aufzunehmen, um zumindest für mich Vergleichsmaterial zur Serienversion zu haben. Die Aufnahmen der drei Songs mit dem endgültigen Tessellate Ti-S für Ihre Vergleiche habe ich nicht vergessen.

Apropos vergessen: Vor der Erstellung dieser Aufnahmen ist mir aufgefallen, dass seit der Veröffentlichung der drei Klangbeispiele vom Sumiko Palo Santis Presentation auf diesen Seiten drei Tonabnehmer vorgestellt wurden, von denen es keine Files zum kostenlosen Download gibt. Das war einmal das Miyajima Laboratory Carbon, das Klaus Schrätz vor allem bei Jazz und Rock-Musik jede Menge Spaß bereitete und das wirklich durch's Raster gefallen ist. Dann wäre da noch das DS Audio W3, ein photoelektrischer Tonabnehmer, der einen ganz speziellen Entzerrer benötigt und daher nicht in die für die Klangbibliothek standardisierte Umgebung passt, und schließlich das Rega Nd7, das Carsten Bussler zu den allerbesten MM-Systemen überhaupt rechnet. Das konnte ich schlicht deshalb nicht aufnehmen, weil ich keine Phonostufe mit einem Eingang für Moving-Magnet-Tonabnehmer besitze. Nachdem mich MK Analogues SUT-1L und der MM-PH-AMP so positiv überrascht haben, denke ich ernsthaft über einen Kauf nach – und das nicht nur, um auch für die Klangbibliothek einen MM-Standard zu etablieren.

Doch zurück zum Wilson Benesch Tesselate Ti-S: Das montiere ich wie gewohnt im SME V, was aufgrund der Einfachheit der Justage immer wieder eine Freude ist, überprüfe dann penibel die Geschwindigkeit des LaGrange mit dem Allnic Audio SpeedNic und messe mit Hilfe eines RTW-Peakmeters und Clearaudios Trackability Test Records an der Nagra VI den üblichen Pegel ein. Da habe ich bei allen bisher aufgenommenen Systemen zwischen dem rechten und linken Kanal immer mehr oder wenig große Kanalungleichheiten feststellen müssen, weswegen ich mich beim Abgleich immer am Wert des linken Kanals orientiert habe. Beim Tessellate konnte ich nicht die geringsten Pegelunterschiede feststellen. Das ist mir bisher noch nie passiert. Dieser Messwert allein ist natürlich kein Grund, sich für den Wilson-Benesch-Tonabnehmer zu entscheiden. Den wirklich wichtigen Gründen kommen Sie auf die Spur, wenn Sie sich die folgenden Files herunterladen. Viel Spaß dabei!

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Mittwoch, 08 Januar 2025 03:07

Clearaudio „Al Di Meola“ Edition

Mit der neuen Celebrity-Serie ehrt clearaudio die großen Künstler unserer Zeit. Die erste Edition dieser Serie ist dem legendären amerikanischen Jazz-Gitarristen Al Di Meola gewidmet. Diese außergewöhnliche Edition verbindet meisterhafte Handwerkskunst mit der Leidenschaft für Musik und Vinyl.

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Das Herzstück dieses Laufwerks ist ein Korpus aus hochverdichteter Holzfaser, der in Form einer E-Gitarre gestaltet wurde – ein klares Zeichen für die enge Zusammenarbeit mit Al Di Meola selbst. In seinem Inneren steckt feinste clearaudio-Technik, die den Plattenspieler zu einem echten High-End-Gerät macht: Der Plattenteller wird von einem präzisen Flachriemen angetrieben, der die innovative Tacho-Speed-Control (TSC) durchläuft. Diese Technologie überwacht die Geschwindigkeit in Echtzeit und passt sie automatisch an veränderte Einflüsse wie Riemenspannung oder Temperaturschwankungen an. Zudem erfolgt bei jedem Neustart eine automatische Kalibrierung der Geschwindigkeit – für eine stets optimale Performance.

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Um Vibrationen und unerwünschte Störungen zu vermeiden, ist der Motor mithilfe der Innovative Motor Suspension (IMS) entkoppelt. Diese Technik, die aus dem renommierten clearaudio Reference Jubilee Laufwerk stammt, verhindert, dass Vibrationen auf das Chassis übertragen werden. So bleibt der Klang jederzeit klar und unverfälscht. Besonderes Augenmerk wurde auf das Design gelegt: Der Lautstärkeregler der E-Gitarre wurde zu einem multifunktionalen Regler umgewandelt. Mit einem einfachen Tastendruck wird der Plattenspieler gestartet, die Geschwindigkeit zwischen 33 1/3 und 45 U/min gewechselt oder das Gerät in den Standby-Modus versetzt. Im Kalibriermodus erfolgt die Feineinstellung der Geschwindigkeit durch Drehen des Reglers.

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Abgerundet wird das Design des Celebrity-Plattenspielers durch eine Sonderversion des Profiler-Tonarms sowie einem speziell entwickelten MM-Tonabnehmer, der ebenfalls den Namen Celebrity trägt. Angeboten wird dieses einzigartige Laufwerk in den Ausführungen Schwarz oder Holzoptik (Palisander Echtholz-Furnier).

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Das Paket ist auf 1.000 Stück limitiert und wird mit einem nummerierten Sonder-Release-Album von Al Di Meola sowie einem Plektrum ausgeliefert – ein echtes Sammlerstück für Musikliebhaber und Vinyl-Enthusiasten. Der Preis für den Plug & Play-Plattenspieler liegt bei knapp 4.000 Euro.

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Hersteller
clearaudio electronic GmbH
Anschrift Spardorfer Str. 150
91054 Erlangen
Telefon +49 9131 40300100
E-Mail info@clearaudio.de
Web www.clearaudio.de

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Dienstag, 07 Januar 2025 00:01

Wilson Benesch Tessellate Ti-S

Im September schilderte ich Ihnen meine ersten Erfahrungen mit einem seriennahen Wilson Benesch Tessellate Ti-S und kündigte den Test des Serienmodells an. Das traf bald darauf ein, doch einige Messen, eine mehrtägige Aufnahme und – ich gebe es zu – ein kurzer Urlaub verzögerten bis vor kurzem die Beschäftigung mit diesem faszinierenden Tonabnehmer.

Wenn es so gekommen wäre, wie ich angenommen hatte, dass mir Krey Baumgartl von IAD, dem deutschen Wilson-Benesch-Vertrieb, nämlich einen Tonabnehmer frisch aus der Produktion mitgebracht hätte, bräuchte ich immer noch ein wenig Einspielzeit für das Tessellate Ti-S. Denn kurz nach dessen Lieferung zogen erst einmal der mächtige Sikora Reference Line und die hervorragende MK Anlogues Übertrager/MM-Phonostufen-Kombination meine Aufmerksamkeit für Analoges auf sich. Aber Krey Baumgartl versicherte mir, dass das Tesselate bereits eingespielt sei, auch wenn es in einem mit einer Schutzfolie verschlossenen Aluminiumzylinder geliefert wurde. Diesmal ließ ich mir bis zur Installation nicht wieder so viel Zeit wie beim ersten Mal. Die endgültige Version des Tonabnehmers kam nämlich mit einem Nadelschutz – und was für einem: Das Teil aus dem 3D-Drucker umschließt den gesamten Systemkörper, das Anschlussfeld auf der Rückseite natürlich ausgenommen. Es kann von vorne oder von unten sicher aufgesetzt werden und wird von einem Magneten in seine Position gezogen und dann dort gehalten. Typisch Wilson Benesch eben! Da muss man nicht befürchten, schon bei der Anbringung des Schutzes, den Nadelträger zu beschädigen. Das ist, wie ich aus leidvoller Erfahrung im letztem Jahr weiß, nicht bei allen, auch noch so innovativen Tonabnehmersystemen der Fall.

Nach dem nun völlig angstfreien Einbau des Tonabnehmers in Einsteins kurzen The Tonearm – der hatte sich in Kombination mit dem Vorserienmodell bewährt –, überzeugte das Tessellate Ti-S sofort in allen Disziplinen, die mich schon bei der ersten Begegnung begeistert hatten. Da die erste Variante zu diesem Zeitpunkt schon wieder – zum Glück wohlbehalten – beim Vertrieb respektive beim Hersteller war, kann ich leider nichts darüber sagen, ob oder welche subtilen Klangunterschiede zwischen dem Serien- und dem Vorserienmodell bestehen. Wenn meine Erinnerung nicht trügt, agierte das Tessellate frisch aus der versiegelten Verpackung mindestens auf dem Niveau, das die Vorabversion bei ihrem Abschied erreichte. Vom Vertrieb erhielt ich lediglich die Information, dass Wilson Benesch noch eine Veränderung an der Aufhängung des Nadelträgers vorgenommen habe. Zur Aufhängung merkt der Hersteller in der mit einem Firmenlogo in sattem Golddruck auf der Frontseite versehenen Manual lediglich an, dass diese für alle drei Tesssellate-Varianten gleich und das Ergebnis von zehn Jahren Forschung und Entwicklung sei: „Die Aufhängung besteht aus einem in hohem Maße optimierten Spanndraht und einem luftgefüllten Gummidämpfer.“

Die Kupferdrähte sind auf einen quadratischen Spulenträger aus Rein-Eisen gewickelt
Die Kupferdrähte sind auf einen quadratischen Spulenträger aus Rein-Eisen gewickelt

Die drei Varianten des Tessellate unterscheiden sich hauptsächlich durch ihre Nadelträger: Es beginnt mit dem Ti-B, bei dem der quadratische Spulenkörper aus Rein-Eisen durch ein Boron-Stäbchen mit der elliptischen Nadel verbunden ist. Das Testexemplar besitzt wie das Ti-D eine Abtastnadel mit Micro-Ridge-Schliff, die bei unserem Ti-S auf einem Stäbchen aus Saphir sitzt. Beim Topmodell besteht der Nadelträger aus Diamant. Allen drei Materialvarianten ist gemein, dass sie Teil von Wilson Beneschs bisher einzigartigem „Hybrid Cantilever Design“ sind, bei dem ein unidirektionaler Kohlefaser-Dämpfer auf dem Nadelträger aufgebracht wird. Schon seit der Firmengründung im Jahr 1989 verwendet Wilson Bensch Kohlefaserelemente in seinen Laufwerken, Tonarmen, Tonabnehmern und Lautsprechern und rühmt sich, heute der führende Hersteller in der Audioindustrie zu sein, wenn es um die Verwendung dieses speziellen Werkstoffs geht. In der Produktinformation zu den Tessellate-Systemen betont man, wie wichtig es für den Entwickler ist, die einzigartigen Eigenschaften dieses Werkstoffs zu kennen. Mit der jahrzehntelangen Erfahrung habe man nun das Dämpfungselement für den Nadelträger konstruiert, das dessen Gewicht so gut wie nicht, dessen Steifigkeit jedoch signifikant erhöhe, was zusammen mit der Dämpfung die Abtastfähigkeit des Tonabnehmers verbessere.


Wilson Benesch ging und geht es schon immer darum, durch die Kombination verschiedener Materialien und deren Formgebung Resonanzen zu minimieren. Das Prinzip hat dann dem ersten Tonarm und auch den ersten Lautsprechern ihren Namen gegeben: Advanced Composite Technology – oder kurz A.C.T. Beim „Hybrid Cantilever Design“ des Tonabnehmers ist es die Kombination zweier Materialien, beim Gehäuse des Tessellate die innere Struktur des Materials und die Formgebung. Bei der Entwicklung der halboffenen Gehäuse-Struktur war die University of Sheffield maßgeblich beteiligt: Die gekrümmten Oberflächen sollen für erhebliche klangliche Vorteile sorgen, da sie eine maximale Steifigkeit, eine minimale Masse und eine extrem hohe Dämpfung miteinander verbinden. Das Gehäuse wird mit Hochenergie-Lasern aus Pulver einer Titanlegierung Schicht für Schicht aufgebaut, ist aber nicht massiv: In seinem Inneren befindet sich eine Struktur, die der im Inneren eines Knochens nachgebildet ist, um optimale Steifigkeit und Festigkeit mit minimalen Gewicht zu verbinden.

Dank der Tessellate-Struktur wird der Generator von einem rigiden Gehäuse umgeben, in dem sich dennoch keine Resonanzen ausbreiten können
Dank der Tessellate-Struktur wird der Generator von einem rigiden Gehäuse umgeben, in dem sich dennoch keine Resonanzen ausbreiten können

Tessellate lässt sich übrigens mit Mosaik übersetzen und bezieht sich auf die gleichmäßigen geometrischen Formen – in diesem Fall Sechsecke – in der Konstruktion des Gehäuses. Die wurden allerdings nicht ausgespart, um Gewicht zu sparen: Wilson-Benesch-Mitbegründer und -Inhaber Craig Milnes erklärte, dass schon bei der Entwicklung der Tonabnehmer The Carbon und The Analogue klar geworden sei, welch großen positiven Einfluss ein rigides Gehäuse auf den Klang habe, andererseits aber auch, dass der Generator darin mit dem ihn umgebenden Raum interagiere, was sich klanglich eher negativ bemerkbar mache. Das vielfach durchbrochene Tessellate-Gehäuse verbinde nun die nötige Rigidität mit einer gewissen Offenheit. Eine Vielzahl sechseckiger Aussparungen befindet sich auch auf der Oberseite des Gehäuses, so dass die Kontaktfläche zum Headshell minimiert wird. Die verbleibende Fläche wurde mit hoher Präzision geschliffen. Der besondere Aufwand an dieser Stelle ist laut Manual nötig, da hier unterschiedliche Materialien miteinander in Kontakt kommen und von der Nadelbewegung in den Tonabnehmer abgeleitete Energie reflektiert werden kann. Sie sehen schon, Wilson Benesch lässt auch beim Tessellate kein Detail außer Acht.

Auch wenn ich für eine intensivere Beschäftigung mit Tessellate Ti-S über längere Zeit keine Muße hatte, habe ich es dennoch zum abendlichen Ausspannen immer mal wieder benutzt, so auch nach der Warschauer Audio Video Show. Dort hatte ich zwei Alben mit den Oleś Brothers erstanden, Komeda Ahead und Short Farewell. Bartłomiej Oleś ist Schlagzeuger, und sein Bruder Marcin spielt Kontrabass. Ihn hatte ich bei einem Treffen der Krakow Sonic Society kennengelernt, als er unter anderem den Einfluss verschiedener Bögen auf den Ton seines Viersaiters demonstrierte. Die Doppel-LP mit den Kompositionen Krzysztof Komedas haben die Geschwister mit Christopher Dell am Vibraphon eingespielt. Vom Genusshören hatte ich nur noch in Erinnerung, dass mich die Scheiben musikalisch und klanglich gleichermaßen begeistert hatten. Deswegen lege ich jetzt noch einmal „Kattorna“ auf. Nach einem klangfarbenstarken, ruhigen Intro lässt Bartłomiej Oleś kurz seine Drums knallen: Die Transienten bei den Schlägen auf die Snare kommen denen bei Live-Konzerten schon sehr nahe. Die Bass-Drum besitzt Gewicht und Punch. Beim Solo des Kontrabasses vermisse ich zwar ein wenig Wärme, wie sie die besten ECM-Einspielungen bieten, dafür ist der Tieftöner aber auch in dichteren Passagen immer hervorragend durch zu hören. Der Sound ist also aufnahmetechnisch gewollt und keinesfalls dem Tessellate anzulasten, das nicht nur mit präzise wiedergegebenen Einschwingvorgängen, sondern auch mit einer hervorragenden Auflösung ohne jede Kühle und mit einer satten Farbigkeit für sich einnimmt. Ich bin eigentlich kein Freund von Schlagzeugsoli im Jazz, aber wenn eines wie das von Bartłomiej Oleś so von Energie strotzend im großen imaginären Raum explodiert, kann ich mich seiner Wirkung einfach nicht entziehen. Die Scheibe macht mit dem Wilson-Benesch-Tonabnehmer einfach jede Menge Spaß!

Das einzigartige „Hybrid Cantilever Design“, bei dem ein unidirektionaler Karbonfaser-Dämpfer auf dem Nadelträger sitzt
Das einzigartige „Hybrid Cantilever Design“, bei dem ein unidirektionaler Karbonfaser-Dämpfer auf dem Nadelträger sitzt


Die Auswahl der nächsten Scheibe hatte dann nicht das geringste mit dem Tessellate zu tun. Wegen kurzzeitiger Probleme mit der Tieftonwiedergabe in meinem Hörraum wollte ich sichergehen, dass nach den entsprechenden akustischen Veränderungen keine unerwünschten Resonanzen mehr auftreten. Bevor ich den aktuellen Hörraum umzog, hatte ich die Interaktion zwischen Raum und Lautsprecher immer mit Gary Peacocks Album December Poems beurteilt: Auf vier der sechs Titeln ist allein der Bassist zu hören. Auf zweien begleitet ihn Jahn Garbareck auf dem Saxophon. Bei „Snow Dance“ ermöglicht es die Studiotechnik, dass Gary Peacock mit sich selbst im Trio spielt – Tieftonenergie im Überfluss also. Die war aber weder für meinen Raum noch für das Tessellate zu viel des Guten: Dem Ti-S gelang es mühelos, die drei Viersaiter rechts, links und in der Mitte präzise von einander zu differenzieren, ohne ihnen auch nur ein Hauch ihrer wohligen Wärme zu nehmen. Bei „Winterlude“ und „December Greenwings“, den Stücken, in denen Jan Garbarek für Abwechslung sorgt, zucke ich jetzt beim ersten Einsatz des Saxophons nicht mehr zusammen. Obwohl die Transienten echter wirken, als ich sie je zuvor von dieser LP gehört habe, kippt der Ton nicht ins Unangenehme. Das Tessellate verbindet Schnelligkeit und ein hohes Maß an Energie mit stimmiger Tonalität: Da gibt es nicht den Anflug von Rauigkeit oder Schärfe. Sehr schön.

Zur Zeit, als ich die December Poems auch wegen ihrer Musik gerne hörte, lag auch Dave Grusins Mountain Dance häufig auf dem Plattenteller, als Japan-Pressung mit einem goldenen „JVC Digital“-Aufkleber auf dem Cover. Ich muss es dem Tessellate und mir ja nicht zu einfach machen, und nur aktuelle Lieblingsscheiben aussuchen. Hier also eine Seite lang Synthesizer-dominierter Jazz-Rock aus den 80-ern: Eine fette Bass-Drum, eine knallige Snare, schnelle Piano-Läufe, Synthie-Flächen, ein funky E-Bass und ein feines Gitarren-Solo – einfach Gute-Laune-Musik mit einem Touch Nostalgie. Das Tessellate bringt die Instrumente mit dem nötigen Knack rüber, spielt rhythmisch auf den Punkt und sorgt einfach für Spaß ohne jeglichen audiophilen Anspruch. Ein kurzes Highlight: das E-Bass-Solo von Marcus Miller auf „Friends And Strangers“, das gänzlich ohne Slappen auskommt.

Wo ich mich gerade mit digital aufgenommenem Jazz-Rock schon ein wenig aus meiner Komfortzone bewegt habe, gehe ich gleich noch einen großen Schritt weiter und wähle eine LP mit einer Frauenstimme – wer mich ein wenig kennt, weiß, dass mir das alles andere als leicht fällt. Die letztjährige Neuauflage der ATR-Kultscheibe Esther liegt auf dem Teller des LaGrange, und das Tessellate reproduziert Esther Ofarims Stimme so nuancenreich, mal kraftvoll und mal fast nur gehaucht, dass ich nach über 40 Jahren zu begreifen beginne, warum man sich die Scheibe unabhängig vom damaligen audiophilen Hype zulegen mqg. Das Panning der Stimme auf verschiedene Seiten und die von Titel zu Titel wechselnden Begleitungen werden zwar weiterhin verhindern, dass dieser Klassiker zu einer meiner Lieblingsscheiben wird. Doch Platte und Tessellate verwöhnen einen mit den vielfältigen Klangfarben des Kammerorchersters der Münchener Philharmoniker und einer so präzisen Artikulation der Stimme, dass die Aufnahme für alle, die Gesang nicht so ablehnend gegenüberstehen wie ich, ein Genuss sein dürfte. Ich hingegen bin dem Ti-S dafür dankbar, dass ich diese eine Plattenseite erstmals völlig stressfrei und entspannt hören konnte. Für mich ein Riesenfortschritt.

Auch der Kontaktfläche zwischen Tonabnehmer und Headshell widmet Wilson Benesch große Aufmerksamkeit
Auch der Kontaktfläche zwischen Tonabnehmer und Headshell widmet Wilson Benesch große Aufmerksamkeit

Doch nun zurück in Wohlfühlgefilde und zwar in das Auditorio Stello Molo, in dem Carla Bley, Steve Swallow und Andy Sheppard „Life Goes On“ spielten: Der Flügel erklingt gewichtig und sonor im großen Saal. Das Timing des Intros spricht einen sofort an und macht absolutes Stillsitzen unmöglich. Der E-Bass hat nur eine paar Takte, bevor das Saxophon weich, warm und melodiös einsetzt. Das Bass-Solo überrascht mich immer noch mit dem für Steve Swallows Sound ungewöhnlich satten Tiefton. Das ist einerseits sehr vertraut, lässt aber zwischen durch immer mal wieder aufhorchen, weil der Raum eine Nuance größer wirkt als bekannt, das Saxophon mit mehr Biss einsetzt und dennoch nicht nervt oder eine Note auf dem Klavier scheinbar eine Millisekunde verzögert erklingt, was den Groove intensiviert. Solche Kleinigkeiten sind es, die einen Weltklasse Tonabnehmer wie das Tessellate von einem hervorragenden High-End-Abtaster unterscheiden.


Da es letztlich Marginalien sein können, die darüber entscheiden, ob einen die Wiedergabe über eine Kette fesselt oder kalt lässt, sollte ich unbedingt noch einmal mit der Abschlussimpedanz für das Wilson-Benesch-System experimentieren. Das Manual empfiehlt bei einem Innenwiderstand von sechs Ohm 100 bis 300 Ohm. Da Einsteins The Turntables Choice nur mit Steckern für 85, 150 und 300 Ohm ausgeliefert wird, habe ich bisher den nach der gängigen Faustformel recht hohen mittleren Wert gewählt. Schon nach den ersten Tönen von „Life Goes On“ bin ich mir sicher, dass 300 Ohm die bessere Wahl sind: Der Saal wirkt noch eine Spur größer und luftiger, der E-Bass noch spritziger, und trotzdem bleibt der Ton des Saxophons immer auf der angenehmen Seite. Der höhere Abschlusswiderstand kommt auch dem Drive zugute, das Trio „swingt“ einen Tick härter. Einfach Klasse!

Zum Abschluss spiele ich noch kurz den ersten Satz von Schostakowitschs Symphonie Nr. 15 mit den Duisburger Philharmonikern unter Jonathan Darling an: Auch in Sachen Raumdarstellung bringt das Tessalite Ti-S Spitzenleistungen – ebenso wie allen anderen Disziplinen. Es erlaubt sich keinerlei eigene Färbung und keine noch so kleine klangliche Anomalie.

STATEMENT

Wenn man einem Tonabnehmer einen gewissen Charakter bescheinigt, heißt das letztlich nur, dass er in ein oder zwei Hifi-Kriterien hervorragende Leistungen erbringt. Nach dieser Definition besitzt das Tessellate keinen Charakter: Da es in allen Disziplinen auf allerhöchstem Niveau agiert, ragt auch keine heraus. Es reproduziert ungemein ehrlich und unverfälscht, was in den Rillen gespeichert ist – und macht dabei viel mehr Spaß, als diese nüchterne Beschreibung erahnen lässt. Ein analoges Meisterwerk!
Gehört mit
Laufwerk Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm Thales Simplicity II, Einstein The Tonearm 9“, AMG 12JT
Tonabnehmer Lyra Olympos, DS Audio DS-W3
Phonostufe Einstein The Turntable‘s Choice (sym), DS Audio DS-W3
Vorstufe WestminsterLab Quest
Endstufe Einstein The Poweramp
Lautsprecher Børresen 05 SSE
Kabel Goebel High End Lacorde Statement, Audioquest Dragon HC und Tornado (HC), Dragon XLR, Ansuz Speakz D-TC Supreme, Digitalz D-TC Gold Signature und Mainz D2, Ortofon TSW- und AC-5000 Silver
Zubehör AHP Klangmodul IV G, Audioquest Niagara 5000 und 1200, Synergistic Research Active Ground Block SE, HMS-Wandsteckdosen, Blockaudio C-Lock Lite, Acoustic System Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, SSC Big Magic Base, Finite Elemente Carbofibre°-HD, Harmonix Room Tuning Disks, Ansuz Sparks, Darkz Z2S, div. Sortz, PowerBox D-TC SUPREME
Herstellerangaben
Wilson Benesch Tessellate Ti-S
Nadelträger Saphir Nadelträger mit einem unidirektionalen Kohlefaser-Dämpfungsring
Diamantschliff Micro Ridge
Verrundung 5x80µm
Vertikaler Abtastwinkel 20°
Spule Spule auf quadratischem Rein-Eisen-Träger
Gewicht 17,1g
Tonabnehmergehäuse Additiv gefertigte SLS-3D-Titanstruktur mit mosaikartiger halboffener Geometrie
Ausgangsspannung 0,32mV @ 3.54CM/S
Innenwiderstand 6 Ohms
Frequenzgang 20-30,000Hz ±1dB
Kanaltrennung besser als 35dB bei 1KHz
Kanalgleichheit besser als 0,5dB
Abtastfähigkeit 80µm bei 315Hz und optimaler Auflagekraft
Nadelnachgiebigkeit 15µM/mN
Empf. Abschlusswiderstand 100-330 Ohms
Empf. Auflagekraft 1,0-1,4g
Optimale Auflagekraft 1,35g
Empf. Tonarmmasse Medium
Optimale Betriebstemperatur 23°
Einspielzeit 30 Stunden
Preis 12.000 Euro

Hersteller/Vertrieb
IAD GmbH
Anschrift Johann-Georg-Halske-Str.11
41352 Korschenbroich
Telefon 02161/61783-0
Web www.iad-audio.de
E-Mail service@iad-gmbh.de

Weitere Informationen

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  • Social Introtext Im September schilderte ich Ihnen meine ersten Erfahrungen mit einem seriennahen Wilson Benesch Tessellate Ti-S und kündigte den Test des Serienmodells an. Das traf bald darauf ein, doch einige Messen, eine mehrtägige Aufnahme und – ich gebe es zu – ein kurzer Urlaub verzögerten bis vor kurzem die Beschäftigung mit diesem faszinierenden Tonabnehmer.

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