Swisscables, die dritte: Die Reference-Serie der Swisscables haben Jürgen Saile und ich gemeinsam vorgestellt um zu zeigen, wie sie sich in Ketten mit „normalem“ und hohem Wirkungsgrad verhalten. Die neue Top-Version der Netzkabel präsentierte kürzlich der Kollege, während ich mich hier um die Plus-Version der Lautsprecherkabel kümmere, worauf des Zusatz „(LS)“ im Titel hinweisen soll
Bevor ich mich näher mit den neuen Swisscables beschäftigte, habe ich mir noch einmal kurz den Test angesehen, den Jürgen Saile und ich vor fast anderthalb Jahren verfassten. Auch wenn die Preise für die Kabel inzwischen moderat gestiegen sind, darf man der Reference Serie noch immer ein hervorragendes Preis/Klang-Verhältnis bescheinigen: Diese Kombination von Durchhörbarkeit, Detailverliebtheit und einem extrem hohen Maß an Stimmigkeit findet man nur ausgesprochen selten, und wenn, dann zu meist deutlich höheren Preisen. Ein extremes Beispiel dafür wären die Göbel Lacorde Statement, die die enormen Fähigkeiten der Swisscables Reference noch um etwas mehr Druck im Tieftonbereich ergänzen, preislich aber auch in einer völlig anderen Liga spielen. Während Jürgen Saile in seiner Kette die enormen Leistungen der Schweizer Kabelkonstruktionen uneingeschränkt genießen konnte, wiesen meine manchmal überstrengen LumenWhite unbarmherzig auf das Fehlen von wenig Wärme im Tieftonbereich hin.
Das blieb Thomas Wendt, dem Chef des deutschen Swisscables-Vertriebs, ebenfalls nicht verborgen, als er mich mit einem Satz geschirmter XLR-Kabel in meinem Hörraum besuchte. Auch für seinen Geschmack könnten die Swisscables zumindest in eher schlank abgestimmten Ketten in Räumen ohne Überhöhungen im Tieftonbereich ein wenig mehr Bass-Energie rüberbringen. Ob diese Hörerfahrung bei der Weiterentwicklung der Reference- zu Reference-Plus-Labeln mit eingeflossen ist, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls meinte Anton Suter, der Geschäftsführer von Swiss Cables, bei seinem Besuch kurz vor der High End, dass die Plus-Variante bestimmt noch besser in meine Kette passe als die reine Reference-Version. Zu der Zeit standen aber noch die überaus beeindruckenden, teilaktiven AudioMachina Maestro GSE in meinem Hörraum, so dass der Test der Swisscables noch ein wenig warten musste. Und nach Jürgen Sailes fast schon überschwänglichen Bericht über die Reference-Plus-Netzkabel verschob ich dann noch einmal die Beschäftigung mit den dickeren Lautsprecherkabeln – und zwar genau so lange, bis auch drei Plus-Netzkabel in für mein Verstärkertrio passenden Längen aus der Schweiz eintrafen. Die technischen Besonderheiten der Swisscables hat Jürgen Seile ausführlich und unter besonderer Berücksichtigungen von MDI-Verzerrungen in unserem gemeinsamen Artikel beschrieben. Da dieser ja nur einen Klick entfernt ist, erspare ich Ihnen und mir die Wiederholung ergänze lediglich, dass sich nach Aussagen von Anton Suter die Plus-Version nicht nur durch einen höheren Querschnitt, sondern dadurch bedingt auch durch eine völlig neu entwickelte Kabelgeometrie vom „normalen“ Reference unterscheidet.
Noch liegen bei mir die erwähnten, sündhaft teuren Göbel High End Lacorde Statement. Bevor ich zu den Swisscables wechsele, höre ich über die Göbels einmal kurz Pink Floyds „Money“ von der Festplatte, eben den Song, dessen wenig audiophile Attribute Thomas Wendt und mir vor einiger Zeit das Fehlen von ein wenig Druck im Bass bei Swisscables deutlich machte. Hier stimmt die Balance, wenn auch aufnahmebedingt die Geräusche der klingelnden Kassen ein wenig topfig klingen. Nach dem Wechsel auf die Swisscables Reference sowohl zwischen Vor- und Endstufen als auch zwischen letzteren und den Lautsprechern klingen zwar die Kassen etwas weniger muffig, dafür rücken aber die Becken und Gitarren ein wenig zu weit in den Vordergrund. Egal, ob man das nun als ein Quäntchen zuwenig Tieftonenergie oder als leichte Überbetonung des Präsenzbereiches beschreiben will: Die Balance zwischen den genannte Frequenzbereichen ist zumindest an meinen LumenWhite nicht so stimmig wie zuvor bei den mehr als zehnfach teureren Göbels.
Dann sind die Reference Plus an der Reihe und überzeugen schon in der ersten Minute: Die Kassen auf „Money“ klingeln zwar nicht so durchsichtig wie beim „einfachen“ Reference, wobei dieser Anflug von Topfigkeit aber – wie gesagt – der Aufnahme geschuldet sein dürfte. Der E-Bass pulsiert mit mehr Druck, klingt sonorer und satter. Und das beste daran: Die schon beim Reference hoch gelobte Durch- und Feinzeichung wir durch die, wie ich finde, stimmigere tonale Balance des Plus nicht im mindesten beeinträchtigt. Für mich steht jetzt schon fest: Das Reference Plus ist ein großer Schritt nach vorn und den im Vergleich zum „einfachen“ Reference fast doppelten Preis allemal wert. Ja, ich traue mich gar zu sagen, dass das Reference Plus selbst dem Göbel Kabel unverschämt nahe kommt. Um zu dieser Einschätzung zu kommen, habe ich natürlich nicht nur „Money“ gehört, sondern meine Playlist mit den üblichen Test-Songs. Dabei fallen dann immer wieder die ungeheure Offenheit, die riesigen virtuellen Räume und die ganz leicht ins Strahlende tendierenden und gleichzeitig satten Klangfarben der großen Swisscables auf. Hier ist dem Team in der Schweiz ein wirklich großer Wurf gelungen!
Aber das ist ja noch nicht das Ende der Fahnenstange: Anton Suter hatte von Synergieeffekten zwischen dem Plus-Lautsprecher- und Netzkabel gesprochen und Jürgen Saile schlicht festgestellt, dass das Musikhören noch mehr Spaß macht, wenn man Swisscables' Reference durch das Reference Plus Netzkabel ersetzt. Ich hatte zumindest bei bei Vor- und Endstufen bisher immer auf Experimente mit Stromzuleitungen verzichtet, da sich in der Vergangenheit eine vom ehemaligen deutschen Cello-Vertrieb in Handarbeit gefertigte Zuleitung mit großem Querschnitt bestens bewährt hatte. Jetzt wagte ich erst einmal bei den Ayon Epsilon einen Versuch – und fand Antons Suters Ankündigung bestätigt: Die Wiedergabe gewinnt noch einmal ein wenig an Druck. Aber das ist beileibe nicht alles: Die imaginäre Bühne scheint nochmals breiter und tiefer. Die Musiker wirken engagierter: Käme die Musik nicht von der Festplatte, würde ich überprüfen, ob nicht jemand die Geschwindigkeit des Plattenspielers minimal erhöht hat. Nach nicht einmal zwei Stunden steht für fest, dass ab sofort die Reference Plus die Ayons mit Strom versorgen.
Das legt natürlich den Gedanken nahe, auch die Einstein-Vorstufe über ein Reference Plus mit dem PS Audio Power Plant zu verbinden. Da sich die IEC-Buchse beim Einstein aber vorne links unter dem Gehäuse befindet und daher ein abgewinkelter Stecker verwendet werden muss, können hier üblicherweise nur Spezialanfertigungen verwendet werden. Beim Artesania Audio Rack, das ohne Stellflächen auskommt, ist aber zumindest ein provisorischer Aufbau möglich: Es sieht schon eigentümlich aus, wenn sich ein nicht gerade flexibles Kabel in einem großen Bogen von unten in einen Verstärker windet. Aber solche Äußerlichkeiten sind schnell vergessen, sobald The Preamp sein Signal nun noch feiner differenzierter, kraftvoller und subjektiv empfunden auch schneller an die Endstufen schickt. Die Abbildung erreicht jetzt das volle Breitwandformat und die Tiefe der imaginären Bühne passt bestens zur seitlichen Ausdehnung. Feininformationen gibt es in Hülle und Fülle. Bei Keith Jarretts Köln Concert versteht man es plötzlich, dass der Pianist oft gereizt auf Geräusche aus dem Publikum reagiert: Wenn sie so klar zu vernehmen sind wie jetzt, stören sie wirklich. Auch unterschiedlich intensive Betonungen der einzelnen Anschläge kommen nun so deutlich wie nie. Die Swisscables' Netzkabel in der Plus-Ausführung befähigen das Verstärker-Trio in meinem Hörraum zu bisher nicht gehörten Großtaten. Fantastisch!
Gehört mit
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Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil |
Tonarm | AMG Viella 12‟, Thales Simplicity |
Tonabnehmer | Brinkmann EMT ti, Lyra Olympos |
Phonostufe | Einstein The Turntable’s Choice |
Computer | iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.8.5 |
Audioplayer | Amarra Symphony 2.6, Audirvana |
D/A-Wandler | M2TECH Young DSD und Van der Graaf |
Vorverstärker | Einstein The Preamo |
Endstufe | Ayon Epsilon mit KT150 |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kabel | Precision Interface Technology, Sunwire Reference, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S, Göbel High End Lacorde Statement, Audioquest Wild und Diamond |
Zubehör | PS Power Plant, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Harmonix Real Focus, bfly Basen und Füße |
Preise
Swisscables
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Lautsprecherkabel Reference Plus | 2950 Euro für 2,5m |
Netzkabel Reference | 810 Euro für 1m |
Hersteller / Vertrieb
Swisscables GmbH
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Anschrift | Bahnhofstr. 2A CH-6162 Entlebuch |
Telefon | +41 41 566 77 11 |
info@swisscables.com | |
Web | www.swisscables.com |
Selbstverständlich tut Oliver Göbel alles, um bei den alljährlichen Präsentationen auf der High End die enormen Fähigkeiten seiner außergewöhnlichen Schallwandler zur Geltung zu bringen. Noch ein gutes Stück besser gelingt das naturgemäß im firmeneigenen Hörraum
Schon kurz vor der Messe rief der Entwickler und Firmenchef in Personalunion an und berichtete nicht ohne einen Anflug von Stolz, dass es endlich soweit sei und der neue Hörraum nun so klinge, wie er es sich vorgestellt habe. Ein passenden Termin für einen Besuch haben wir dann aber erst einige Zeit nach der Münchener Messe finden können. Schon vor dem Test der „kleinen“ Epoque, der Fine, war ich einmal im nicht einmal 20 Kilometer entfernten Alling, habe dort kurz die Fertigung besichtigt und im – wie man jetzt wohl sagen muss: alten – Hörraum die Epoque Reference genießen dürften. Ich kann wirklich nicht sagen, dass mir damals klanglich etwas gefehlt hätte. Das war auch bei der Beschäftigung mit der Fine im eigenen Arbeitszimmer nicht anders. Fehlen tat es nur am nötigen Kleingeld für die eleganten Schallwandler und die zu ihrem Antrieb zwingend notwendigen, auch an niederohmigen Lasten stabilen Endstufen. An diese dynamische und ganzheitliche Wiedergabe hätte ich mich gerne gewöhnt.
Oliver Göbel hat sich High End reinsten Wassers verschrieben: Er entwickelt seine Lautsprecher nicht mit dem Gedanken an das Preisschild, das sie einmal tragen werden. Bei seinen größtenteils in Handarbeit gefertigten Lautsprecher- und NF-Kabeln bleibt er sich ebenfalls treu und lässt sich bei Materialeinsatz und Aufbau nicht von Kosten, sondern nur von klanglichen Überlegungen leiten. Dass dabei dann letztendlich Preise herauskommen, die sich im aller obersten Teil des Spektrums bewegen, liegt in der Natur der Dinge. Andererseits bekommt der Hifi- und Musik-Freund heute ja dank Computer-Hifi, im besten Wortsinne preiswerten Wandlern und Hi-Res-Dateien für absolut überschaubare Investitionen mehr Musikqualität geboten als je zuvor: Das Angebot ist deutlich breiter geworden.
Für diesen Artikel wollen wir aber in höchsten High-End-Gefilden und Preisregionen bleiben. Oliver Göbels Luxus-Hifi-Schmiede hat sich in den letzten Jahren als so erfolgreich erwiesen, dass er auf die Entwicklungen für andere namhafte Hersteller, die verständlicherweise nicht genannt werden wollen, inzwischen verzichten kann und mit seinen vier Mitarbeitern ausschließlich Göbel-High-End-Produkte entwickelt und fertigt. Seine Firma befindet sich in einem ehemals landwirtschaftlich genutzten, inzwischen den Anforderungen des Unternehmens vollständig angepassten Gebäude im Umkreis von München. Die letzten Veränderungen waren der Umzug des nun lichtdurchfluteten Büros in den ehemaligen Hörraum und die Gestaltung des neuen. Dabei ging es nicht nur darum, einen idealen Ort für die akustische Überprüfung von Entwicklungsschritten zu haben, sondern auch darum, einen repräsentativen Rahmen für Kundenbesuche zu schaffen. Der erwähnte Erfolg der Marke stellt sich nämlich vorrangig in Asien ein. In Deutschland und den angrenzenden Ländern gibt es nicht so viele potentielle Kunden, dass es sich für Händler rentierte, in eigene, ständig präsente Vorführmodelle zu investieren. Aber wer die Anschaffung solch einzigartiger Schallwandler erwägt, scheut auch den Weg zum Hersteller nicht, um sie in perfekter Umgebung zu hören.
Ohne lange Anreise, aber leider auch ohne eigene Musikdateien auf MacBook oder USB-Stick kam ich in den neuen Hörraum, der auf den ersten Blick ungemein aufgeräumt und cool wirkte – nicht schlecht bei den momentan herrschenden Temperaturen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man dann doch das ein oder andere Akustik-Element, das aber sehr dezent in die weißen Wände integriert wurde. Schon bei einer recht leisen Unterhaltung auf dem Weg vom Vor- in den den Hörraum merkt man, dass dieser zwar klanglich behandelt, aber keinesfalls überbedämpft wurde. Jeglicher Anflug von Halligkeit fehlt, aber der Raum bleibt dennoch lebendig: Hier wurde mit Augen- respektive Ohrenmaß optimiert. Auf der Längsseite des Raumes ist nicht allzu großem Abstand voneinander ein Paar Epoque Reference aufgebaut. Rechts neben dem rechten Schallwandler steht eine Epoque Baforce, die sich mit ihren 16 Treibern um den Frequenzbereich von 100 bis 15 Hertz kümmert. Ihr rein analoger Controller erlaubte auch den Anschluss der beiden Hauptlautsprecher, doch wird diese Option nicht genutzt. Die Reference laufen im Full-Range-Betrieb. Die drei Schallwandler-Skulpturen mit einem Gesamtgewicht von 700 Kilogramm werden von drei Mono-Kraftwerken aus dem Hause Analog Domain befeuert. Die erhalten ihr Signal direkt aus den in der Lautstärke regelbaren Ausgängen des d1-twelve DAC von Totaldac, der vom d1-server mit Musik-Dateien gespeist wird. Ein NAS samt Router komplettieren den recht puristischen Aufbau. Sämtliche Totaldac-Komponenten finden Platz auf einem breiten Pagode-Master-Reference-Rack in Nussbaum mit polierten Aluträgern.
Der Hausherr wählt per iPad einen Song von Diane Krall, und ich bin sofort wieder begeistert von der ebenso stimmigen wir detailreichen Wiedergabe des Biegewellenstrahlers – und mittelmäßig entsetzt über die Aufnahmequalität: Da zischeln die S-Laute, dass es einen nur so graust. Zur Blütezeit der Schallplatte wäre so etwas nicht gegangen: Die Anhebung gemäß der RIAA-Kurve hätte mehr Energie verlangt, als die Schneideverstärker locker und entspannt abgeben. Treibt man sie zu solchen Extremen, funktioniert auch die Absenkung der dann brutalen Hochtonpegel in den Rillen durch den Entzerrervorverstärker nicht mehr hundertprozentig, mit der Folge, dass die betroffenen Frequenzen bei der Wiedergabe noch störender als zuvor auf dem Band wirken. Deshalb hat man in den guten alten Zeiten rein analoge De-esser eingesetzt, um das Zischeln zu unterdrücken bevor es überhaupt auf die Aufnahme gelangte. Darauf braucht man bei rein digitalen Produktionen nicht mehr zu achten. Entsprechend klingt es dann auch. Oder sollte ich hier ein wenig übersensibel reagieren?
Nachdem dann sorgfältig produzierte Songs bestätigt haben, dass die Epoque Reference keinesfalls für das Ärgernis verantwortlich zu machen sind, experimentieren Oliver Göbel und ich noch wenig mit den Filtern des Totaldac, wobei sich die klanglich sanftere Variante als die angenehmere herausstellt. Dabei entpuppt sich die Kombination aus Analog Domain und den drei Epoques als ideales Werkzeug: Nie treten die Schallwandler selbst in den Vordergrund. Sie agieren so souverän und selbstverständlich und zeigen dabei doch unbestechlich jede noch so kleine Veränderung auf, dass man ihre Beteiligung am akustischen Geschehen komplett vergisst und sich nur noch auf den Klang konzentriert.
Schließlich haben wir die ideale Einstellung gefunden und Oliver Göbel überlässt mir das Tablet, um in seinem Fundus nach bekanntem zu stöbern. Bei Aufnahmen mit Michel Godard und Steve Swallow aus dem ehemalige Kloster von Noirlac entfalten die großen Epoque wieder den Zauber, mit den mich auch die Fine in meinem Hörraum für sich einnahm. Ein so kohärentes, ja natürliches Klangbild lässt sich nach meinen Erfahrungen mit einem üblichen Mehrwege-Lautsprecher nicht erreichen. Die Epoque musizieren wie aus einem Guss, auch dass bei dieser großartigen Vorstellung ein Subwoofer beteiligt ist, kann man nicht entdecken. Allerdings geht die Größe der Abbildung, die Unbeschwertheit der Wiedergabe und die Höhe der noch als angenehm empfundenen Lautstärke hier noch ein gutes Stück über das hinaus, was ich in meinen vier Wänden erlebt habe. Es stellt sich auch wieder das Gefühl oder die Erkenntnis ein, dass die Epoque die Musik mit einer schwer beschreibbaren, aber deutlich wahrzunehmenden Richtigkeit und Stimmigkeit präsentiert. Allerdings bleibt das bei aller Faszination eine eher intellektuelle Einsicht. Klingt hier vielleicht alles zu perfekt, um einen auch emotional anzusprechen?
Schon bei unserer Verabredung hatte Oliver Göbel erwähnt, dass seine Kette bisher ohne Vorstufe auskomme, da er noch nicht das Richtige gefunden habe. Als ich ihm von meiner Begeisterung für Einsteins The Preamp erzählte, bat er mich, diesen mitzubringen, was ich auch gerne tat. Sobald die Röhrenvorstufe die Lautstärkereglung in seinem Hörraum übernahm, gewan die Kette noch einmal deutlich, um nicht zu sagen dramatisch: Plötzlich floss die Musik noch geschmeidiger und – das ist das Entscheidende – voller Emotion dahin. Bisher hatte sich die Anlage mit ihrer Klarheit, Feinzeichnung, Dynamik und stimmigen Geschlossenheit die Hochachtung des Hörers verdient, jetzt aber rührte sie an. Auf diesem Niveau macht selbst Musik von der Festplatte süchtig.
PS: Eine Erklärung für die enorm positive Wirkung der Einstein-Vorstufe in dieser Kette könnte sein, dass der Subwoofer-Controller und die großen Kabellängen zwischen DAC und Endstufen – selbst wenn hier das feine Lacorde Statement zum Einsatz kommt – eine zu große Last für die Ausgangsstufen des Totaldac darstellen.
Hersteller
Göbel High End
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Anschrift | Roedersteinstr. 9 84034 Landshut |
Telefon | +49 87197511657 |
info@goebel-highend.de | |
Web | www.goebel-highend.de |
Hersteller
Göbel High End
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info@goebel-highend.de | |
Web | www.goebel-highend.de |
Vertrieb
music line Vertriebs GmbH
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Anschrift | Geschäftsführer: Andreas Kayser Hainbuchenweg 14–18 21224 Rosengarten |
Telefon | +49 4105 77050 |
Fax | +49 4105 770529 |
info@music-line.biz | |
Web | www.music-line.biz |
Es hatte mir Spaß gemacht, zu Beginn dieses Jahres den In-Ear-Kopfhörer T10, das Top-Modell des schottischen Herstellers RHA, zu testen. Ich war so begeistert, dass ich ihn mir kaufte. Kürzlich bekam ich den neuen T 20 direkt aus Glasgow zugesandt. Und der ist sehr vielversprechend.
Da gehe ich nun als glücklicher und stolzer Eigentümer eines RHA T10, der nicht nur ausgezeichnet klingt, sondern mit seinen Edelstahl-Hörkapseln auch noch ungemein gut aussieht, über die High End – natürlich ohne den T10 im Ohr. In Halle vier haben die Schotten ihren Stand. Ich werde von Frau Berninger, der für Deutschland zuständigen PR-Mitarbeiterin, nett begrüßt. Und sie zeigt mir ohne Rücksicht auf meinen Besitzerstolz den neuen T 20 und macht mir mit freundlichen wie fachlich kundigen Worten klar, dass es nun was Besseres gibt als meinen T 0. Aha. Ob ich den Neuen testen würde, war ihre Frage. Klar, dass ich da nicht widerstehen kann.
Betrachtet man die beiden, T10 und T20, gibt es auf den ersten Blick einen Unterschied bei der Farbe des Kabels. Das des T 20 ist schwarz statt grau. Der so angenehm zu tragende, flexible Drahtbügel ist nicht wie beim T10 transparent überzogen sondern ebenfalls schwarz. Das Kabel des T20 aus Sauerstoff-freiem Kupfer scheint ein ganz klein wenig dicker zu sein. Ebenfalls gehören die zwei Filter zum Lieferumfang, die es ermöglichen, den In-Ear etwas basskräftiger oder heller abzustimmen. Die geschieht einfach durch Austausch der verschraubten Endstücke der Hörer. Genau die gleiche üppige Auswahl an Ohrstöpseln liegt bei, praktisch im Metall-Bord aufgereiht. Mitgeliefert werden ebenfalls das schwarze Reißverschluss-Etui und der etwas einfache Clip zum Befestigen des Kabels an der Kleidung. Auch weitere Blicke offenbaren keinerlei Unterschiede. Die finden sich dafür an anderer Stelle: Da wäre das Preisschild zu nennen, das mit 230 Euro glatte 60 Euro mehr fordert. Wofür? Für den besseren Klang, wie ich gesagt bekam. Wo soll der herkommen? Im Inneren der Edelstahl-Muschel arbeitet nun in Zwei-Wege-Lautsprecher. Dieser Aufwand führe zur erheblichen Klangsteigerung. So schmückt die Verpackung des T20 auch das lizensierte Logo „HiRes Audio“ der japanischen Audio Society. Auf der Website von RHA finde ich diese Auszeichnung inzwischen auch beim T10. Die Verpackung meines T10 ziert es noch nicht, er wurde also wohl zwischenzeitlich lizensiert.
Der zwei-Wege-DualCoil™ Treiber im resonanzarmen Edelstahlgehäuse ist eine koaxiale Konstruktion und raffiniert gemacht. Das Schaubild auf der Verpackung skizziert deutlich den Aufbau. Auf kleinstem Raum sind zwei Antriebe integriert. Zwei Schwingspulen bewegen die Quad-apex-Membran, die im inneren Teil das untere und im äußeren Teil das obere Frequenzspektrum dynamisch umsetzt. Der T20 wiegt übrigens nur 39 Gramm und damit zwei Gramm weniger als der T10. Dies, so spekuliere ich, mag aus etwas weniger Edelstahl resultieren, da der Innenraum beim neuen DualCoil™ Treiber etwas anders gestaltet sein könnte.
Als ich den Hörer bekam, ließ ich ihn erst einmal knapp 30 Stunden an meinem Cowon-Player einspielen. Da hat mein geschätzter T10 inzwischen einiges mehr an Spielzeit absolviert. Den ersten Hörtest mach ich dann auch gleich am Cowon D2, und zwar mit den in Abbey Road remasterten Beatles Songs in 320kHz-MP3 Qualität, wie ich sie von meinem Apple-Stick übertragen habe. Weil mir bei meinem T10 das Reference-Filter, das laut RHA den linearsten Frequenzverlauf aufweist, am besten gefiel, habe ich dieses auch auf dem T20 benutzt. Es ist ja auch der Auslieferungs-Zustand.
Schon beim MP3-Format ist auf Anhieb ein deutlicher Unterschied zu Hören: Der T20 tönt wärmer und liefert gleichzeitig eine klarere Detail-Verarbeitung. Feinheiten werden präziser reproduziert. Auch spielt der T20 etwas lauter, benötigt also weniger Leistung. Das ist nie ein Nachteil. Im Gegensatz zum T10 gibt es aber keine Version des T20, die ein für den Betrieb am Smartphone sinnvolles Telefonier-Modul bereitstellt. Der T10i, der dieses Regel- und Mikrofon-Modul beinhaltet, kostet nur 10 Euro mehr als der T10. Somit ist der T20 nicht für das Telefonieren, sondern ausschließlich für den Musik-Genuss geschaffen – gern auch am Smartphone. In dieser Hinsicht scheint der T20 nach dem ersten Test am Cowon Beachtliches zu leisten.
Im Folgenden betreibe ich beide RHAs an meinem Asus Laptop, dessen Audio-Ausgabe über den Audioquest Dragonfly Digital-Analog-Wandler erfolgt und so auf ein recht hohes Niveau gehoben wird. Hier höre ich Abbey Road noch einmal in CD-Qualität an, und zwar diesmal die gerippte MFSL-Version. Die klingt deutlich anders als die remasterte Version. Die Vorzüge des T20 gegenüber meinem T10 bleiben, obwohl die im Bass fettere MFSL-Variante dem T10 kompensatorisch etwas entgegenkommt. Aber der T10 klingt flacher. Ich muss leider sagen, im Vergleich sogar etwas langweilig. Bitte nicht missverstehen, beides ist hohes In-Ear Niveau. Aber es geht hier ja um die Unterschiede. Diese werden richtig deutlich bei hoch aufgelöstem Material. So ist der 24bit/96kHz-Download von Highresaudio.com von Patricia Petibons Nuveau Monde, barocke Lieder und Arien mit dem Orchestra La Cetra über den Neuling ein weitaus größerer Genuss. Mehr Klangfarben, mehr Details und Genauigkeit, mehr Plastizität sorgen für mehr Hörvergnügen. Dasselbe gilt beim Anhören von Iiro Rantalas My History of Jazz. Der T20 hat den überlegenen Spaß-Faktor und das ist keine Frage des persönlichen Geschmacks. Dies gilt hingegen wohl für die Auswahl der Filter. Beim T10 mag ich das Reference- Filter und manchmal auch das Bass-Modul, nie jedoch den Höhen-Adapter. Der T20 verträgt sich nach meinem Empfinden auch mit dem Höhen-Filter; bevorzugen würde ich aber die Reference-Variante, weil sie für mich klanglich richtig ausbalanciert ist.
Gehört mit
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Computer | Asus Laptop, Windows 7 |
Audioplayer | Foobar 2000 |
DA-Wandler | Audioquest Dragonfly |
Portable Player | Cowon D-2, 16GB |
Herstellerangaben
RHA T20 In-Ear Kopfhörer
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Treiber | DualCoil™ dynamisch |
Frequenzbereich | 16 bis 40.000 Hz |
Impedanz | 16 Ohm |
Empfindlichkeit | 90 dB |
Nennleistung | 2 Milliwatt |
Höchstleistung | 5 Milliwatt |
Gewicht | 39 Gramm |
Kabel | 1,35m Multicore OFC |
Anschluss | 3,5mm Klinke |
Preis | 230 Euro |
Vertrieb
digital-highend Higoto GmbH
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Anschrift | Isenbergstraße 20 45130 Essen |
Telefon | +49 201 832 5825 |
info@digital-highend.com | |
Web | www.digital-highend.de |
Vertrieb
REICHMANN AudioSysteme
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Anschrift | Inhaber: Jürgen W. Reichmann Graneggstrasse 4 78078 Niedereschach im Schwarzwald |
Telefon | +49 7728 1064 |
Fax | +49 7728 1005 |
info@reichmann-audiosysteme.de | |
Web | www.reichmann-audiosysteme.de |
Wer möchte nicht gerne der Nachfolger eines Titanen sein? Fußballweltmeister Manuel Neuer hat den Titan Oliver Kahn erfolgreich beerbt und Musical Fidelity Gründer Antony Michaelson preist die Monoblöcke M8 700m als preisgünstige und mindestens ebenbürtige Nachfolger zu den nicht mehr gebauten Limited-Edition-Referenzendstufen Titan.
In die Fußstapfen eines 158 Kilogramm schweren Vorbildes zu treten ist beileibe kein einfaches Unterfangen – vor allem dann, wenn man selbst „nur“ 30 Kilogramm (pro Monoblock) in die Waagschale wirft. Vielleicht ist das aber auch die Chance, eigene Fußspuren im High End Olymp zu hinterlassen. Das schafft bekanntlich nur der, der nicht in die Fußstapfen eines anderen tritt. Antony Michaelson ist Mr. Musical Fidelity und verfügt über fast 35 Jahre High-End-Erfahrung. Bei seinen Entwicklungen war er aber nie ideologisch auf ein Konstruktionsprinzip festgelegt. Neben Röhren hat er Transistoren verwendet und Class-A Konzepte ebenso verwirklicht wie AB-Endstufen. Im Class-A Bereich schuf er den legendären A1 Vollverstärker und zuletzt die AMS Serie. Für viele wohl überraschend bleibt er jedoch bei der klanglichen Weiterentwicklung von Verstärkern nicht beim Class-A Konzept. Besonderen Wert legt er auf ein ausgeklügeltes Platinenlayout und Schaltungsdesign. Beim Auspacken der Endstufen stößt man auf den ersten Blick auf eher unauffälliges britisches Understatement und eine sehr gute Verarbeitung. Als ich dann die Rückseite betrachte, meine ich dort zu meiner eigenen Überraschung die Info „Made in Germany“ entdeckt zu haben. Etwas verwirrt sehe ich daraufhin nochmals genauer hin und tatsächlich lese ich hier nun „Made for Germany“. Ansonsten bieten die Monos vielfältige Anschlussmöglichkeiten auf der Rückseite. Neben den RCA- Eingängen stehen die für die Hörtests verwendeten XLR-Eingänge und insbesondere für Bi-Amp Betrieb auch noch RCA- sowie XLR-Loop Out Verbindungen zur Verfügung. Die Lautsprecherterminals sind aus hochreinem Kupfer gefertigt.
Die Typbezeichnung M8-700m steht bei den Monos übrigens für die Nennleistung von 700 Watt an acht Ohm. Ein gewaltiger Wert für vergleichsweise kompakte Endstufen, zumal die Monos bei vier Ohm eine Nennleistung von sagenhaften 1300 Watt abgeben. Damit sind sie von der Titan mit 1000 Watt an acht Ohm nicht allzu weit entfernt. Das macht natürlich neugierig, wie diese Leistung erzeugt wird. Nach dem Öffnen eines Monoblocks wird die Sache klarer. Zunächst einmal sind die M8-700m absolut vollsymmetrisch ausgelegt. Schaltungstechnisch sollen Sie mit der Titan identisch sein. In jedem Monoblock befinden sich zwei vollkommen identische Verstärkerzüge und auch jeweils zwei großzügig dimensionierte kräftige Trafos.
Das Zauberwort für die enorme Leistung der AB-Endstufen lautet Brückenschaltung, bei der sich durch eine Phasenverschiebung um 180 Grad der Spannungshub verdoppelt und die Leistung sogar vervierfacht. Ausdrücklich wird in der Bedienungsanleitung darauf hingewiesen, dass man aufgrund der Brückenschaltung besonders bei Elektrostaten, aktiven Subwoofern und anderen teilaktiven Systemen auf die Masseverbindung unbedingt verzichten soll. Als Leistungstransistoren kommen insgesamt 20 Sanken Darlington-Transistoren zum Einsatz, deren Wärme über massive geriffelte Kühlkörper abgeleitet wird. Diese Kühlkörper sind so groß dimensioniert, dass sie wohl auch jederzeit bei einem Class-A Konzept verwendet werden könnten.
Ich muss gestehen, dass ich bei Endstufen immer ein Faible für große Class-A Endstufen hatte und auch privat einige dieser besonders üppigen Exemplare wie Mark Levinsons 20.5, die Classé Audio Omega Monos und zuletzt auch ein Paar Gryphon Antileon Monos lange Jahre mit großer Begeisterung gehört habe. Eine gewisse Skepsis, ob eine brückengeschaltete Class-AB Endstufe in diese Klangsphähren vorstoßen kann, möchte ich daher nicht ganz verhehlen. Gott sei Dank ist guter Klang aber keine Glaubensfrage.
Die M8-700m Monos waren, wie mir Jürgen Reichmann vom Musical Fidelity Vertrieb mitteilte, völlig neu und noch nicht eingespielt worden. Meine Erwartungshaltung beim Anschließen und dem ersten Probehören der natürlich noch kalten Geräte war dementsprechend gering. Wie oft hatte ich schon High End Geräte erlebt, die ziemlich lange am Netz sein mussten um ihr volles Potential zu entfalten. Umso überraschter war ich, als ich den ersten Klängen lauschte. Die Musical Fidelity Monos spielten in einer so selbstverständlichen Art und Weise, als wären sie schon immer integraler Bestandteil meiner Anlage gewesen. Dabei habe ich anfangs noch relativ leise gehört.
Die Neugierde war schnell geweckt, ich wollte der Sache auf den Grund gehen und hörte immer lauter. Angerissene Gitarrensaiten bei Paco de Lucios „Live in America“ kamen dabei sehr stimmig, rhythmisch überzeugend und schnell. Auch bei großer Lautstärke hörte man kein Rauschen. Die exzellenten Rauschabstandswerte – größer 120 Dezibel –, auf die Antony Michaelson ebenso Wert legt wie auf extrem niedrige Verzerrungswerte wurden in der Hörpraxis bestätigt. Als nächstes lauschte ich Steve Ray Vaughans „Tin Pan Alley“, ein Song, der in Sachen Dynamik hohe Ansprüche an die Wiedergabe stellt. Die elektrischen Gitarrenklänge kamen mit einer selten gehörten Souveränität, Lässigkeit und auch Autorität. Die räumliche Darstellung der Bühne war dabei überaus realistisch mit großer Tiefe.
Eine Reise in die Vergangenheit führte mich zur Sängerin Sandra, die in Enigmas MCMXC eine unglaublich erotische Stimmung transportierte. Auffällig war hier, wie die M8-700m Monos auch bei komplexesten und lautesten Passagen niemals aus der Ruhe gerieten und stets den Überblick behielten. Dasselbe Stück hörte ich dann nochmals, aber diesmal bewusst deutlich leiser. Die räumliche Abbildung und auch kleinste Details dieser facettenreichen Musik klangen überaus überzeugend. Auch bei geringer Lautstärke vermittelten die Monos ein körperhaftes Klangbild. Anschließend schwebte Ulla Meineckes Klassiker „Die Tänzerin“ durch den Raum. Die extremen Dynamiksprünge meisterten die Musical Fidelity Monos dabei völlig ansatzlos.
Die Stimme der Sängerin Joanne Shaw Taylor in ihrem Stück „Heavy Heart“ vermittelte dagegen ein wahres Gänsehaut-Feeling. Generell bringen die M8700m Stimmen sehr plastisch und realistisch rüber und die räumliche Abbildung wirkt niemals flach. Stimmen sind auch stets in der richtigen Höhe abgebildet. Ein weiterer für mich sehr wichtiger Teilaspekt, den viele andere Endstufen bei weitem nicht so gut beherrschen. Gerade solche Details tragen meiner Meinung nach entscheidend zum Live-Charakter einer Aufnahme bei.
Überzeugungsarbeit für eigentlich eingefleischte Class-A Enthusiasten leisten die Musical Fidelitys auch bei den tieffrequenten Tönen. Bei der „Invitation To The Blues“ der Blues Company war ich froh, dass ich mir ein Glas Wasser für den ultratrockenen und tiefschwarzen, auch körperlich spürbaren Bass bereitgestellt hatte. Die Tieftonwiedergabe profitiert natürlich von der enormen Leistung, aber die Art und Weise der Wiedergabe ist dennoch ungemein differenziert. Herrlich swingende und singende Basssaiten offenbarte „My baby just cares for me“ in einen Neuinterpretation von Friend`N Fellow und war dabei dank des ausgeprägten Live-Charakters zum Greifen nahe. Zuletzt lauschte ich Keri Nabels Klängen von „Last Warning“, erlebte ihre klare Stimme mit Emotionen weckenden feinziselierten Höhen und einen Klavieranschlag, der so klar und fest im Raum stand, dass man glaubte dabei zu sein. Dabei sind gerade Klavierklänge eigentlich eine typische Domäne von Class-A Endstufen. Die M8-700m Monos glänzten aber auch hier mit einer Klarheit, Durchzeichnung und Klangfarben, die ihres gleichen suchen.
Gehört mit
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Plattenspieler | Le Tallec Stad S |
Tonarme | Clearaudio Souther, Eminent 1 |
Tonabnehmer | Van den Hul Grashopper |
CD Transport | Wadia 7 |
D/A Wandler | Mark Levinson 360 |
Vorverstärker | Classé Audio Omega und Gryphon Sonata Allegro |
Endstufen | mt -audio-design Monoblöcke |
Lautsprecher | Audiophil |
Kabel | Sun Wire Reference, Audioquest |
Zubehör | Copulare Aural Endstufenständer, Copulare Laufwerkstisch, Paralyse Rack Proto |
Herstellerangaben
Musical Fidelity M8-700m
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Ausgangsleistung | 700 Watt pro Kanal an 8 Ohm (28 dbW), 1300 Watt an 4 Ohm |
Verzerrwerte | <0,005% |
Rauschabstand | >120 dB |
Frequenzgang | +0, -1dB, 10 Hz bis 80kHz |
Eingänge | 2x RCA Hochpegel, 1x Hochpegel (symmetrisch), 1x Trigger-Eingang, 3,5mm Mono Klinke ±4,5 bis ±15V DC |
Abmessungen (BxHxT) | 440 x 160 x 460 mm |
Gewicht (unverpackt / verpackt) | 30 kg / 35,5 kg |
Farben | schwarz und silber |
Preis | 10998 € (Paar) |
Vertrieb
REICHMANN AudioSysteme
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Anschrift | Inhaber: Jürgen W. Reichmann Graneggstrasse 4 78078 Niedereschach im Schwarzwald |
Telefon | +49 7728 1064 |
Fax | +49 7728 1005 |
info@reichmann-audiosysteme.de | |
Web | www.reichmann-audiosysteme.de |
Die Aufnahmen dieses wunderbaren Konzertes waren nicht geplant, daher stand auch nicht das komplette, bewährte Aufnahme-Equipment zur Verfügung. Aber die Musik von Alain Jean-Marie und seinem Trio hat uns so fasziniert, dass ich sie Ihnen keinesfalls vorenthalten möchte
Eigentlich wollten meine Gattin und ich nur für eine in Kürze anstehende Analogaufnahme einen Teil der technischen Ausrüstung nach Neuburg bringen, da sie zur Gänze auch die Kapazität einen größeren Kombis überschreitet, was eben zwei Fahrten nötig macht. Es war geplant, sich den ersten Teil des Konzertes anzuhören und sich dann wieder auf den Weg nach Gröbenzell zu machen. Weder hatten wir die Musiker oder deren Management im Vorfeld um die Erlaubnis zur Aufnahme gefragt – was sich manchmal als reine Formsache, manchmal aber auch als ausgesprochen kompliziert erweisen kann –, noch hatten wir die Bryston-Mikrofonvorstufe mit dabei, mit der die Nagra VI erst zum vollwertigen Recorder für sechs Mikrofonsignale wird. Als die Geräte ausgeladen und im Lager des Birdland verstaut waren, schlug Manfred Rehm, der Vorsitzende des Jazzclubs, ganz spontan vor, die Band aufzunehmen. Während wir aus unserem arg eingeschränkten Fundus ein halbwegs stimmiges Set-up zusammenstellten, kümmerte er sich um das Einverständnis der Musiker: kein Problem. Und schon nach dem ersten Song stand fest, dass die Nagra bis zum letzten Ton des Konzertes an bleiben würde. Die Würdigung des Klaviertrio überlasse ich gerne Barbara Sagel, die den Auftritt in der Neuburger Rundschau rezensierte.
Mit dem „Slow Boat To China“ begann die Jazzreise am Samstag im Birdland eigentlich gar nicht so slow, gar nicht so gemächlich wie der Titel vermuten lässt. Die Geschwindigkeit wurde schon eher von einem kleinen Außenbootmotor getrieben, den Bernd Reiter am Schlagzeug und Michel Rosciglione am Bass frisch voran und unablässig mit dem nötigen Treibstoff versorgten. Als Kapitän fungierte der renommierte französische Pianist Alain Jean-Marie am Flügel, der mit den ersten Tastenschlägen souverän den Takt vorgab. Solchermaßen „eingenordet“ war das Publikum im Hofapothekenkeller bereit für die vergnügliche Fahrt durch das Weltmeer der klassischen Standards. Dabei trafen die Passagiere – so liegt es in der Geschichte des Jazz – natürlich immer wieder auf die stilprägenden Landmassen zwischen Atlantik und Pazifik. Der von der französischen Karibikenklave Guadeloupe stammende und heute in Paris lebende Alain Jean-Marie machte dabei mehrfach deutlich, welches die maßgeblichen Akteure des Jazz waren. „Kein Duke Ellington, kein Jazz“, bemerkte der Pianist, nachdem die ruhigen Gewässer von „In a Sentimental Mood“ durchschifft waren. Der reiche, konzertante Klang des Flügels, das entspannt elegante Spiel Jean-Maries hatten das Publikum sanft in den Bann gezogen. „Ohne Thelonious Monk, kein Jazz“, hieß es weiter im Programm, und das berühmte „Round Midnight“ ließ den Österreicher Bernd Reiter die Becken seines Drum-Sets zart mit den Besen streicheln. Gehörig mehr Fahrt kam mit Joe Hendersons Bossa „Recordame“ auf. Und so richtig rasant wurde die Sache – „No Charlie Parker, no Jazz“ – und der Titel ist schon wieder trügerisch – mit „Relaxin‘ at Camarillo“. Keinesfalls entspannt, sondern hochenergetisch brachte das Trio mit dieser Nummer mehr als nur die Füße der Zuschauer zum Wippen. Vielmehr vibrierte wohl angesichts der enormen „Tightness“, angesichts des engsten Zusammenspiels zwischen Bass und Schlagzeug die Luft im Birdland. Voller Energie setzte der Italiener Michel Rosciglione die Töne des Kontrabasses in rasanter Abfolge genau auf die Schläge der Snaredrum. Solierend hielten die Musiker das dynamische Level, während einige wenige, aber genau die richtigen, außerirdischen hochperlenden Töne des Pianos die Spannung noch steigerten. Doch das war noch nicht alles. Nach der Pause gab es – „kein Jazz ohne Cole Porter“ – weiteren Up-Tempo-Swing mit „Don’t Know What Love Is“. In Ellingtons „Things Ain’t What They Used To Be“ bewies Rosciglione, dass der Bass auch zum Melodie-Instrument taugt. Und das ganz große Finale gelang dem Trio mit „Just in Time“. Super Schlagzeug, kleine Schläge auf das Gestänge können so reizvoll sein… Ein fulminantes, reiches, großartiges Pianosolo zum Abschluss – fast. Die Reise endete – „No Jazz without Blues“ – mit „After Hours“. Hier deutete sich noch eine neue stilistische Reiseroute an, der man gerne einmal folgen würde. Standards, ja – aber ganz und gar nicht auf Standardniveau!
Barbara Sagel
Da die Nagra VI leider nur über vier Eingänge mit Mikrofonverstärkern verfügt, wir die Bryston wie gesagt aber nicht im Gepäck hatten, mussten wir uns auf das Earthworks PianoMic System als Stütz- und das Neumann SM 69 als Hauptmikrofon beschränken. Beim letzteren wählten wir für beide Kanäle eine 8-er Richtcharakteristik, nahmen also in Blumlein-Konfiguration auf. Das ansonsten übliche Stützmikrofon für den Kontrabass musste leider entfallen. Und das war doppelt schade, da Michel Rosciglione nicht nur bezaubernde Bass-Linien und -Soli beisteuerte, sondern in Vertrauen auf seinen kräftigen Sound völlig akustisch spielte. Er ist zwar auch während lauterer Passagen seiner beiden Kollegen immer zu hören, hätte es aber verdient, ein wenig weiter in den Vordergrund gerückt zu werden: Deshalb haben wir für Sie „Things Ain’t What They Used To Be“, in dem der Bassist ein wenig in den Vordergrund tritt. Darüber hinaus versprechen wir, bei nächsten Besuch des Alain Jean-Marie Trios im Birdland bestimmt mit dem kompletten Equipment zugegen sein.
PS: Immer mal wieder werden wir gefragt, ob man die Musik-Dateien denn nur auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen. Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen. Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft's.
Seit dem Test des Phonitor vor vier Jahren hat sich auf dem Markt für Kopfhörer und die passenden Verstärker eine Menge getan, doch die analoge Simulation der Lautsprecherwiedergabe – hier kurz Phonitor-Matrix genannt – bleibt auch beim SPL in der Version 2 ein Alleinstellungsmerkmal.
Es dürfte an iPod und Co gelegen haben, dass Kopfhörer heute fast weltweit und in allen Altersgruppen deutlich mehr Aufmerksamkeit und Ansehen genießen als – sagen wir mal – vor zehn Jahren. Die Folge ist, dass niemals so viele hochwertige und -preisige Kopfhörer samt passenden Verstärkern angeboten wurden wie jetzt. Zu den speziellen Verstärkern ist sogar eine völlig neue Gerätegattung hinzugekommen: die Kombination von Amp und D/A-Wandler. Aber SPL ist fest im Professional-Audio-Sektor verwurzelt – schließlich stehen die Pulte aus Niederkrüchten unter anderem auch in Bob Ludwigs Studio oder bei Sterling Sound in New York. Da lässt man sich von solchen Trends nicht beeinflussen, auch wenn der Ur-Phonitor bei Hifi- und Musikfreunden ebenso erfolgreich war wie bei den Studio-Profis. Wie dem auch sei: Beim Phonitor 2 gibt es wie bei seinem Vorgänger keine Digitaleingänge mit nachgeschaltetem Wandler.
In puncto Eingänge hat sich dennoch etwas getan: Die Numero zwei bietet jetzt zwei XLR- und einen Cinch-Eingang. Und damit bringt sie die Grundvoraussetzung für eine puristische Vorstufe mit. Da ist es nur logisch, dass sich per DIP-Schalter im Geräteboden wählen lässt, ob an den XLR-Ausgängen das durchgeschleifte Eingangssignal anliegt oder ein vom motorisierten Alps-RK27-Potentiometer, das in Insiderkreisen auch unter dem Namen „Big Blue“ firmiert, geregeltes. Wer aus der Erwähnung eines Motor-betriebenen Lautstärkereglers gleich auf die Fernbedienbarkeit des Phonitor 2 schließt, liegt völlig richtig. Allerdings legt SPL weder eine Fernbedienung bei, noch verpflichtet man den Phonitor-Besitzer zum Erwerb eines speziellen Modells: Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich der sogenannte „Learn Button“, nach dessen Betätigung eine Routine gestartet wird, die es erlaubt, das Gerät auf je eine beliebige Tasten einer vorhandenen Infrarot-Fernbedienung für die Pegelanhebung respektive -absenkung zu programmieren. Mit dieser cleveren Lösung zielt der Phonitor 2 nicht vorrangig auf den Einsatz als High-End-Monitor-Controler im Studio, sondern eher auf die Verwendung als minimalistische Vorstufe in der heimischen Hifi-Anlage, gerne in Kombination mit Aktiv-Boxen.
Dass SPL die aktuelle Entwicklung des expandierenden Kopfhörer-Angebots im Blick hat, erkennt man an der Neuentwicklung der Ausgangsstufe des Phonitor 2: Diese besitzt nun eine Ausgangsimpedanz von lediglich 0,18 Ohm, leistet an 120 Ohm 3,7 Watt und kann auch Kopfhörer ab einer Impedanz von zehn Ohm mühelos treiben. Ein Faktum, das mich vor vier Jahren noch völlig kalt gelassen hat, nun aber doch interessiert: Da Kopfhörer wie erwähnt immer mehr zum Thema werden, habe ich mich nach einer jahrelangen Entscheidungsfindungsphase kürzlich entschieden, für meine Arbeit in Hifistatement als persönliche Referenz einen Audeze LCD-X zu erwerben, da das offene Modell doch noch ein Stückchen besser klingt als der LCD-XC. Bei Aufnahmen benötige ich aber unbedingt ein geschlossenes Modell und zwar am besten eines, dass eine sehr ähnliche Klangcharakteristik wie mein Bezugspunkt bietet. Da ein zusätzlicher LCD-XC das Budget sprengen würde, fiel die Wahl auf den EL-8 closed back. Beide Magnetostaten sind obwohl relativ niederohmig zwar notfalls schon mit einem iPod anzutreiben, honorieren aber eine eine leistungsstarke Treiberstufe mit noch besserem Klang.
Aber viel störender als ein vielleicht leicht schwächelnder Verstärker ist für mich bei den meisten Kopfhörern die unnatürlich breite Spreizung des Stereopanoramas. Diesem Phänomen begegnet SPL mit der sogenannten Phonitor-Matrix. Dieser Schaltung liegt die Überlegung zugrunde, dass der Winkel zwischen den Lautsprechern und die Reflexionen beispielsweise des rechten Signals von der linken Seite des Raumes – oder anders: das akustische Übersprechen zwischen den Lautsprechern – zu einer weniger intensiven Wahrnehmung des Tieftonbereiches führten, als wenn die Treiber eines Kopfhörers das Signal direkt auf das Ohr strahlen. Mit dem Crossfeed-Regler lässt sich lautstärkeabhängig der Einfluss verschiedener Räume auf den Frequenzgang nachbilden. So wird beispielsweise bei der Stellung des Matrix-Schalters auf „Cr/A“ oder „All“ weniger Tieftonenergie an den Kopfhörer geliefert als bei der linearen Betriebsart ohne Korrekturschaltung. Während die Crossfeed-Schaltung vorrangig den Frequenzbereich beeinflusst, variiert die Speaker Angle-Einstellung hauptsächlich die Laufzeitunterschiede eines Signals auf den beiden Kanälen. Mit beiden Reglern zusammen soll es laut SPL-Chef Hermann Gier dann möglich sein, ein Klangbild zu simulieren, das dem der Lautsprecher im heimischen Hörraum recht nahe kommt. Dazu müsse man allerdings auch noch den Pegel eines virtuellen Mittensignals mit dem Center-Regler feinfühlig absenken, da dies durch die beiden anderen Korrekturen ansonsten ein wenig zu laut wahrgenommen werden würde. Während beim ersten Phonitor noch zwei Schalter bewegt werden mussten, um die vorgenommenen Einstellungen einfach mit dem Originalsignal vergleichen zu können, ist dies beim zweier allein mit dem Matrix-Schalter möglich: Der neue Phonitor ist noch ein wenig bedienungsfreundlicher. An dieser Stelle sollte ich noch erwähnen, dass der SPL mit seinem Phasen-, Solo- und Mono/Stereoschalter dem Studioprofi alle Möglichkeiten bietet, ein Stereosignal per Gehör zu analysieren.
Kommen wir zum zweiten Alleinstellungsmerkmal des SPL. Ich kenne zumindest keinen Kopfhörerverstärker, der über die 120-Volt-Technik verfügt: Die aktiven Bauelemente des Phonitor werden mit einer symmetrischen Gleichspannung von je 60 Volt gespeist. Höhere Versorgungsspannungen garantieren eine höhere Übersteuerungsfestigkeit – oder mehr Headroom – und geringere Verzerrungen, vorausgesetzt natürlich, die nachfolgende Schaltung kann dieses Plus an Energie nutzen. Allerdings gibt es keine integrierten Bauteile, die diese Spannung verkraften würden. SPL entwickelte daher die sogenannten SUPRA-OPs, diskret aufgebaute Operationsverstärker. Natürlich ruht man sich nicht auf seinen Lorbeeren aus und entwickelt die OP-Amps beständig weiter. So kommen im Phonitor 2 noch kleinere und leistungsfähigere Verstärker zum Einsatz als im Vorgängermodell.
Ich muss zugeben, dass mich die Idee der 120-Volt-Technik ziemlich beeindruckt hat. Ich ließ mich sogar dazu hinreißen, den Phonitor 2 kurz anstelle von Einsteins The Preamp in meine Kette einzuschleifen. Der SPL machte seinen Job überraschend souverän, reichte aber nicht an die faszinierende Aura des mit 18 Röhren bestückten, zehnmal so teuren Boliden heran. Der Einstein bot eine größere imaginäre Bühne und verwöhnte mit dem so schwer in Worte zu fassenden gewissen Etwas – eine Einsicht, die nicht gegen den Phonitor spricht, der ja außer einer Vorstufe zugleich auch noch ein hervorragender Kopfhörerverstärker mit Lautsprecher-ähnlicher Abbildung ist. Einige Tage später jedoch verabschiedeten sich zwei Feinsicherungen im Netzteil der Higher-Fidelity-Vorstufe, die im Wohnzimmer in der Anlage meiner Gattin Dienst tut – in Kooperation mit einem Brinkmann Avance, ein Accuphase-Tuner, Einsteins The Power Amp und Acapellas Violon MK VI. So übernahm der Phonitor 2 kurzzeitig die Rolle der damals ebenso kostspieligen wie anerkannt guten HF-Transistorvorstufe und sorgte für eine so offene und fein durchgezeichnete Wiedergabe, wie ich sie von dieser Kette bisher nicht kannte. Mir fällt jedenfalls keine andere Vorstufe zu diesem Preis ein, die so klar, sachlich und einfach ehrlich musiziert wie die Phonitor 2. Die Endstufe für den Kopfhörer gibt es da wie gesagt noch obendrein. Wer High-End-Komponenten gewohnt ist, wird schnell den einzigen Kritikpunkt am Phonitor 2 finden: seinen Gehäusedeckel. Der klingt nämlich lange nach, wenn man mal leicht dagegen klopft. Ein Problem, das SPL allerdings auch schon erkannt hat und in nicht allzu ferner Zukunft auf eine überraschende Weise beheben wird.
Da sich Erkenntnisse über Geräte ja am besten im A/B-Vergleich gewinnen lassen, fahndete ich in der Redaktion, im Fotostudio und bei den Kollegen nach einem Kopfhörerverstärker und stieß auf den Teac HA-501, den Bert Seidenstücker getestet und gelobt hatte. Ich habe erst einmal die passende Dämpfung für den LCD-X gesucht – high – und dann bei einigen Testscheiben mit dem Audeze zwischen den beiden Verstärkern gewechselt. Im minimal überbetonten Bassbereich gab es so gut wie keine Unterschiede, Feininformationen wie langsam verebbende Hallfahnen waren aber über den Phonitor länger zu vernehmen. Er bringt einfach mehr Auflösung, ohne dabei höhenbetonter oder heller zu klingen. Den deutlichsten Unterschied entdeckte ich aber bei ganz „normaler“ Pop- oder Rock-Musik, etwa bei Van Morrison oder Tom Waits. Bei etwa gleicher gemäßigter Lautstärke kam beim Teac leicht der Wunsch auf, lauter zu drehen. Der Phonitor 2 hingegen präsentierte die Songs schon bei geringerem Pegel voller Spannung und Intensität. Er verwöhnte selbst bei sehr gehörfreundlichen Lautstärken mit jeder Menge Information und Emotion: eine hervorragende Voraussetzung für stundenlangen Musikgenuss.
Wenn da nur nicht die unnatürlich breite Stereobasis wäre! Aber die verschwindet beim Phonitor 2 sofort, sobald man beim Matrix-Schalter „All“ wählt und damit die Crossfeed-, Speaker Angle- und Center-Einstellungen aktiviert: Der Klang löst sich von den Schallwandlern, die Stereobasis wird realistischer, weil schmaler, der bei allen mir bekannten Kopfhörern zumindest leicht überhöhte Bass wird ein wenig abgeschwächt und, auch wenn sich bei mir keine Vorne-Ortung einstellt, erscheint die Im-Kopf-Lokalisation deutlich weniger störend. Ja, man bekommt sogar eine glaubwürdige Vorstellung von der Größe des Aufnahmeraumes. So machen Kopfhörer auch eingefleischten Lautsprecherfans Spaß!
Auch der Wechsel vom LCD-X zum EL-8 closed back schmälert die Freude an so fröhlicher und spannender Musik wie Gianluigi Trovesis Dedalo nicht. Man muss den Phonitor 2 zwar ein kleines Stückchen weiter aufdrehen, um beim 8-er denselben Pegel wie beim LCD-X zu erreichen. Aber am häufigsten habe ich beim Phonitor zum mächtigen, zentralen Potiknopf gegriffen, um die Lautstärke zu reduzieren. Er bietet alles, was man sich wünschen kann, bei gehörschonenden Pegeln. Und dann vergisst man ihn einfach – und versinkt in der Musik. Aber ich sollte doch noch einmal kurz auf SPL und Audeze zurückkommen: Der EL-8 dürfte wohl noch ein wenig anspruchsvoller sein, was die ihn treibende Elektronik anbelangt. Mit dem Phonitor 2 erscheint mir der Unterschiede zum LCD-X noch ein wenig kleiner.
Gehört mit
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Computer | iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.10.2 |
Audioplayer | Amarra Symphony 2.6, Audirvana, Pure Music |
CD-Laufwerk | Wadia WT3200 |
D/A-Wandler | M2Tech Young DSD und Van der Graaf |
Vorverstärker | Einstein The Preamp |
Endstufe | Ayon Epsilon mit KT150 |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kopfhörerverstärker | Teac Reference HA-501 |
Kopfhörer | Audeze LCD-X und EL-8 closed back, PSB M4U, Ergo 2 |
Kabel | Precision Interface Technology, HMS Gran Finale Jubilee, Audioquest, Swiss Cables Reference, Goebel High End Lacorde |
Zubehör | PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste,Audioplan Powerstar HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Exoteric Rack, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv Silentplugs |
Herstellerangaben
SPL Phonitor 2
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Eingänge | 2 x XLR elektronisch symmetriert, 1 x Cinch |
Ausgänge | 1 x XLR elektronisch symmetriert (Signal durchgeschleift oder im Pegel geregelt), 1 x 6,3-mm-Stereo-Klinkenbuchse (Kopfhörer) |
Ausgangsleistung | 2 x 1 W (600Ω), 2 x 2 W (300Ω), 2 x 3,7 W (120Ω) |
Ausgangsimpedanz | 0,18Ω |
Frequenzgang | 10 Hz bis 48d0 kHz (-3dB) |
Gleichtaktunterdrückung | -82dB |
Übersprechen bei 1kHz | -106dB |
Klirrfaktor | 0,00091% (bei 1 kHz, 0dBu Eingangspegel und Verstärkungsfaktor und 100kΩ Last) |
Dynamikumfang | 133,62 dB (unbewertet) |
Maße (H/B/T) | 99/277/305 mm |
Gewicht | 4,3 kg |
Preis | 1650 Euro |
Hersteller
SPL electronics GmbH
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Anschrift | Sohlweg 80 41372 Niederkrüchten |
Telefon | +49 2163 98340 |
Fax | +49 2163 983420 |
info@spl.audio | |
Web | www.spl.audio |
Hersteller
SPL electronics GmbH
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Anschrift | Sohlweg 80 41372 Niederkrüchten |
Telefon | +49 2163 98340 |
Fax | +49 2163 983420 |
info@spl.audio | |
Web | www.spl.audio |
Hersteller
Bohne Audio GmbH
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Anschrift | Jörg Bohne Löherweg 17 51766 Engelskirchen |
Telefon | +49 2263 9026755 |
Fax | +49 2263 9026756 |
Mobil | +49 176 80009890 |
j.bohne@bohne-audio.com | |
Web | www.bohne-audio.com |
Seit fast 20 Jahren habe ich mir keine Gedanken darüber gemacht, worauf die Komponenten meiner Anlage stehen – von speziellen Gerätefüßchen einmal abgesehen. Wie Artesanias Topmodell beweist, grenzt das aus klanglicher Sicht schon an Fahrlässigkeit – so verständlich die Abneigung gegen größere Umstellungen im Hörraum auch sein mag.
Ich gebe es gerne zu: Lange Zeit hat mich die Schwärmerei eines Freundes über seine neuen Racks ebenso kalt gelassen wie die Angebote einiger Vertriebe, ein Rack zum Test vorbeizubringen. Die gesamte Anlage ab- und wieder aufzubauen und dabei noch zwischendrin Zeit für Hörtests zu finden, ist ja nun wirklich keine verlockende Vorstellung. Aber dann kam eins zum anderen: Wir besuchten besagten Freund, und ich, vor allem aber meine Gattin war allein schon von der optischer Erscheinung seiner Neuerwerbung ziemlich begeistert. Und dann bot mir Jörg Klein, der Inhaber von „Hörgenuss für Audiophile“ und damit der Deutschlandvertrieb von Artesania, genau die Racks an, die wir vor Monaten bewundert hatten. Erst als ich schon zugesagt hatte, habe ich erfahren, dass die beiden Racks – bei der Anzahl meiner Komponenten plus den unvermeidlichen Testgeräten reicht eines beim besten Willen nicht aus – per Spedition auf Paletten angeliefert würden. Aber da war es für einen Rückzieher schon zu spät.
Doch bevor ich zu den Veränderungen komme, stelle ich Ihnen einmal kurz den Ist-Zustand in meinem Hörraum vor: Dort stehen zwei Pagode-Racks, ein Master Reference 750 mit vier Ebenen sowie ein Master Reference Heavy Duty 600 ebenfalls mit vier Ebenen. Beide ruhen nicht auf den üblichen Spikes, sondern jeweils auf vier Cerabase Classic – kein Wunder also, dass das Thema Rack für mich erledigt schien. Allerdings habe ich trotz der sehr hochwertigen Konstruktionen immer mal wieder mit der Ankopplung von Komponenten an die Pagode-Ebenen experimentiert. Und dabei waren Finite Elementes Cerabase und Ceraballs meist nicht die besten Lösungen. Unter der Brinkmann-Vorstufe verwendete ich statt der mitgelieferten Granitplatte beispielsweise die Acoustic-System-Topline-Füße, unter dem PS-Audio Netzfilter Nordosts Pulsar Point aus Titan, unter M2Techs Wandler Young bFlys Master Absorber und unter dem Brinkmann-LaGrange-Laufwerk eine Acapella Basis.
Bisher war ich, wie gesagt, mit zweimal vier Ebenen ausgekommen, weshalb ich auch zwei Artesania Exoteryc Racks mit vier Ebenen bestellte. Auf Jörg Kleins Frage, ob ich auch Basen für Laufwerke benötigte, sagte ich spontan ja, ohne mir aber bewusst zu sein, dass sich die Laufwerksplattformen bei Artesania zu den vier Ebenen hinzuaddieren. So lagen auf den beiden riesigen, jeweils auf einer eigenen Palette angelieferten Kartons noch zwei weitere. Glücklicherweise erschien kurz nach der Spedition, die die vier Colli – so die Fachsprache – erst einmal bis in den Hausflur verfrachtet hatte, Jörg Klein, um die Racks mit mir gemeinsam in die Wohnung zu schaffen und zumindest eines von ihnen neben dem Pagode Master Reference aufzustellen. Darauf hatte ich das LaGrange samt Acapella-Basis, Einsteins The Preamp, den Young DAC samt Netzteil, die Netzteile des Laufwerks und den PS-Audio Netzaufbereiter zusammengepfercht, um die Komponenten dann so nach und nach in das Artesania-Rack umziehen zu lassen.
Dieses besteht aus vier Metallrohren mit einem Durchmesser von 60 Millimetern, die mit nicht näher bezeichneten Partikeln und Elastomeren befüllt sind und auf den obligatorischen Klopftest mit einem satt „Klock“ antworten, von Nachschwingen keine Spur. Die Säulen werden oben und unten von rechteckigen Stahlprofilen mit einem Querschnitt von 35 mal 15 Millimetern verbunden. Auf der Rückseite kommen noch zwei weitere Streben mit denselben Maßen hinzu, die sich leicht in der Höhe verstellen lassen, um bei der Verkabelung der Komponenten nicht im Weg zu sein. An jeder Säule befindet sich ein Ausleger, auf dem ein Teflon-Zylinder mit einem Durchmesser von 38 und einer Höhe von etwa 50 Millimetern verschraubt ist. Auf den Oberseite der vier Zylinder befinden sich Metallschälchen, in denen die vier Spikes stehen, die die sogenannte Innere Struktur des Racks tragen. Mit einem von den Spikes getragenen Metallrahmen sind vier Edelstahlstäbe verschraubt, an denen die vier Geräteaufnahmen mit soliden Klemmschrauben befestigt sind. Durch diese Montageart lässt sich die Position der unteren drei Geräteaufnahmen den individuellen Anforderungen entsprechend wählen. Bisher ist mir kein anderes Rack begegnet, dass so flexibel an die Größe der Komponenten anpasst werden kann.
Eine weitere Besonderheit bei Artesanias Topmodell sind die Geräteaufnahmen: Wenn möglich, wird auf Böden verzichtet. Mit dem an die Edelstahlstangen geklemmten Metallrahmen sind verschiebbare, verchromte Metallträger mit einer Reihe von Bohrungen zur Aufnahme von Spikes verschraubt. Auf die Spikes werden dann sogenannte Damping Discs – Teflonkegel mit Samt- oder Neoprenauflage – gesteckt werden, die Kontakt mit dem Geräteboden aufnehmen. Insgesamt ergibt sich so eine Konstruktion, die Luftschall nur sehr wenig Angriffsfläche bietet, zwischen eventuell schwingendem Boden und den Geräten drei Spike-Lagerungen einfügt und dennoch ausgesprochen rigide ist, so dass Resonanzen aus den Geräten leicht abgeleitet werden sollen. Für den Fall, dass sehr kleine Komponenten trotz der Anpassbarkeit der Metallträger mit den Damping Discs nicht auf diese passen, bietet Artesania zwei Arten von Böden an: mehrschichtige Glasböden und Krion-Shelves. Krion besteht zu zwei Dritteln aus natürlichen Mineralien und einem geringen Prozentsatz an sehr widerstandsfähigen Harzen.
Die Laufwerksplattformen setzen sich je nach Kundenwunsch aus einem mehrschichtigen Glas-Sandwich oder einer Krion-Platte und einem Edelstahl-Rahmen zusammen, der auf mächtigen in Spikes endenden konisch zulaufenden Säulen ruht. Die höhenverstellbaren Spikes finden Platz in Vertiefungen der ebenfalls aus Edelstahl gefertigten Deckel der vier Säulen des Racks. Über Neopren-Pad steht der Rahmen in Kontakt zur Glas- oder Krion-Platte für das Laufwerk. Zum Lieferumfang der Racks gehören neben Werkzeugen zum Aufbau des Racks und einer Wasserwaage noch vier antimagnetische, schwingungsabsorbierende Metallscheiben mit einem Gewicht von je 2,4 Kilogramm, die auf Gehäuse gelegt werden können, um deren Resonanzen zu dämpfen. Auch ein Erdkabel, das die Innere Struktur des Racks mit der Klemme von Vor- oder Phonostufe verbindet, ist beigepackt.
Bevor eine Komponente vom vollgepackten Pagode-Rack umzieht, hören Jörg Klein und ich drei vom iMac zugespielte, wohlbekannte Musik-Files über den Young und den folgenden The Preamp. Dann wanderte der PS Audio Power P5 in das ansonsten leere Artesania-Rack. Und schon beim ersten Song – der „Improvisation Patrice Heral“ vom Album Le Concert des Parfums – war klar, dass sich der nicht unbeträchtliche logistische Aufwand gelohnt hat: Der Raum wirkt noch tiefer, die verschiedenen Perkussionsinstrumente werden noch detailreicher dargestellt und die Anschläge kommen mit mehr Wucht. Die Wiedergabe gerät mit einem Wort dramatischer. Und bisher ist ausschließlich der Netzgenerator umgezogen. Jedes bisschen zuviel Energie im Präsenzbereich würde die 96-Kilohertz-Version von Keith Jarretts Köln Concert entlarven, weswegen wir dessen ersten Teil auch in unser Test-Trio aufgenommen hatten. Dank einer besseren Aufstellung des PS Audio erklingen der Flügel und die anfangs noch recht zahlreichen Nebengeräusche aus dem Publikum nun zwar noch differenzierter, dabei jedoch keinesfalls zu hell. Die Wiedegabe bleibt auch völlig frei von Nervosität. Für eine solche Verbesserung wäre ansonsten schon eine nicht unbeträchtliche Investition in einen besseren Wandler oder ein noch höherwertiges USB-Kabel notwendig. Auch Schostakowitschs von der goldenen MFSL-CD gerippte „Polka“ aus The Age Of Gold ändert nichts an der bisherigen Einschätzung: Obwohl uns auch hier eine luftigere, subjektiv empfunden schnellere und lebendigere Wiedergabe erfreut – was eine etwas stärkere Betonung des Hochtonbereichs vermuten lassen könnte –, wirken die Klangfarben hier satter und selbst die wohl aufgrund des Alters der Quelle recht schrillen Passagen weniger störend. Echt überzeugend!
Als nächstes wechselt die Einstein-Vorstufe ins Artesania-Rack. Das geht aber nicht so leicht wie beim PS-Audio: Die wegen des Stromanschlusses vorne unter dem Gerät recht hohen serienmäßigen Füße machen es unmöglich, die Vorstufe mit ihrem Gehäuseboden mal eben auf die Damping Discs des Metall-Racks zu stellen. Und die Verwendung der Gerätefüße widerspricht der Idee der Artesania-Konstruktion. Daher bleibt uns nicht anderes übrig, als nach dem Hören der beiden Test-Stücke im Pagode-Rack die Füße der Einstein-Vorstufe abzuschrauben, bevor sie ihren Platz auf den Damping Discs einnimmt. Aber auch die längere Umbauzeit kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass The Preamp im Artesania höheren Musikgenuss bietet: Bei Misha Alperins „Heavy Hour“ vom Album Night erscheint die Bühne nun nicht nur breiter, sondern auch ein gutes Stück höher. Bei den Pauken erahnt man den Sound der Felle nicht nur, man kann ihn plötzlich hören, und die wohl an den Beinen der Akteure angebrachten Schellen tönen beim Stampfen nun deutlich realistischer nach Blech. Das Artesania-Rack ermöglicht es der Vorstufe, einfach mehr Informationen zu übertragen. Auch bei Ravi Shankars „West Eats Meet“ sorgte die – wie man jetzt wohl behaupten darf – bessere Aufstellung von The Preamp für mehr Durchhörbarkeit und Klarheit.
Ich werde Sie jetzt nicht mit der Beschreibung der Veränderung beim Umzug jedes einzelnen Netzteils von Phonostufen und Laufwerk sowie des zweiteiligen Wandlers langweilen, sondern gleich zur Wirkung der Krion-Plattform für das Laufwerk kommen: Als erstes haben wir das LaGrange direkt auf den Kunststein gesetzt und auf die Acapella-Basis verzichtet. Das machte den Umzug zwar leichter, war ansonsten aber keine gute Idee. Wohl nicht zu Unrecht hatte ich lange Zeit nach dem idealen Untergrund für das Brinkmann-Laufwerk gesucht und mich schließlich für die Acapella-Basis entschieden. Und wie der erste Höreindruck zeigte, kann man auch beim Artesania-Rack nicht darauf verzichten. Sobald das Laufwerk seine angestammte Basis zurückbekommen hatte, agierte es auf der Krion-Plattform auf demselben hohen Niveau wie auf der oberen Ebene des Pagode-Racks: Dort spielte es mit stärkeren rhythmischen Akzenten und subjektiv empfunden minimal dynamischer, dafür erfreute es auf dem Kunststein mit einer enorm ausladenden, weit über die Lautsprecherbasis hinausgehenden Abbildung.
Da fällt es schwer, sich zu entscheiden, wenn man am liebsten beides haben möchte. Es gibt aber zwei weitere Gründe, noch ein wenig weiter zu experimentieren: So sehr ich mich über eine zusätzliche Etage freue – ich habe ja jetzt fünf statt bisher vier Ebenen zur Verfügung –, so wenig kann ich mich mit einem Laufwerk in luftiger Höhe anfreunden. Was beim Aufsetzen der Nadel noch bequem sein mag, ist spätestens beim Einbau eines Tonabnehmers extrem hinderlich. Zudem will es mir nicht so recht einleuchten, dass gerade das Laufwerk nicht von den klanglichen Vorteilen der aufwendig entkoppelten Inneren Struktur profitieren soll. Deshalb habe ich die Laufwerksplattform entfernt und auf die vier Damping Discs der oberen Ebene eines Racks eine kleinere Acapella-Basis gelegt, die aber immer noch genug Platz für das LaGrange bietet. Und dort entwickelte es mindestens soviel Drive wie zuvor auf dem Pagode-Rack. Zwar war die Abbildung nicht mehr so überwältigend ausladend wie auf der Krion-Plattform, aber immer noch ein schönes Stück größer als beim Pagode: Für mich der ideale Kompromiss!
Auch wenn nun vom Computer, dem Wadia- und dem Brinkmann-Laufwerk alles noch überzeugender klingt als je zuvor, kommt nach ein paar Tagen doch wieder der Wunsch auf, vielleicht doch noch ein wenig mehr aus den Komponenten herauszuholen. Momentan stehen M2Techs Young und van der Graaf auf einem Krion-Shelf, ohne eine besondere Art der Ankopplung, auch wenn mir beim Pagode-Rack die Aufstellung auf bFlys Master Absorbern unverzichtbar erschien. Daran ändert auch das Krion-Shelf nichts: Mit den bFlys unter dem Wandler wirkt der Raum noch etwas tiefer und der Bassbereich noch ein wenig fülliger, wodurch da Klangbild noch besser ausbalanciert erscheint. Nochmals minimal ruhiger, satter und sonorer klingt es, wenn eine der Artesania-Scheiben das Wandler-Gehäuse bedämpft. Ein weiteres Gewicht auf dem Netzteil des Wandlers ist dann zuviel des Guten. Die Wiedergabe büßt an Lebendigkeit ein.
Mit den Artesania-Gewichten werde ich in Zukunft auch bei anderen Geräten noch ein wenig experimentieren. Aber schon jetzt sind die klanglichen Vorteile dieser Racks gegenüber dem nun wirklich auch nicht schlechten Pagode so immens, dass ich mir nur schwer vorstellen kann, mich wieder von den Artesanias zu trennen.
Gehört mit
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Digitalplayer | Nagra VI, iPod Classic |
Computer | iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.10.2 |
Audioplayer | Amarra Symphony 2.6, Audirvana, Pure Music |
CD-Laufwerk | Wadia WT3200 |
D/A-Wandler | M2Tech Young DSD und Van der Graaf |
Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil |
Tonarm | AMG Viella 12‟, Thales Simplicity, SME V |
Tonabnehmer | Lyra Olympos, Brinkmann EMT ti, Transrotor Figaro |
Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (sym) |
Vorverstärker | Einstein The Preamp |
Endstufe | Ayon Epsilon mit KT150 |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kabel | Precision Interface Technology, HMS Gran Finale Jubilee, Audioquest, Swiss Cables Reference, Goebel High End Lacorde |
Zubehör | PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste,Audioplan Powerstar HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv Silentplugs |
Herstellerangaben
Artesania Exoteryc Rack 4 Leves und Krion Plattform
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Tragkraft der 4 Ebenen | 200kg |
Gesamthöhe | 98cm |
Breite | 67cm |
Tiefe | 53cm |
Gewicht | 62kg |
Zubehör | 4 Improved Dampers (2,4kg), Werkzeug, Wasserwaage |
Tragkraft der Krion Plattform | 200kg |
Maße der Krion Plattform | 72,7 x 18,8 x 57cm |
Preise | 5100 Euro (Rack), 2470 Euro (Krion Plattform), 430 Euro (Krion Shelf), 230 Euro (Glass Shelf) |
Vertrieb
Hörgenuss für Audiophile
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Anschrift | Fichardstr. 56 60322 Frankfurt |
Telefon | +49 69 40326292 |
Fax | +49 69 40326293 |
info@hgfa.de | |
Web | www.hgfa.de |
Klangbibliothek.
Tonabnehmer | Transrotor Figaro |
Tonarm | SME V |
Verkabelung | Forceline |
Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (150 Ohm) |
Musik | „How Deep Is The Ocean“ |
Downloadgröße | 116,8 mb |
Recorder | Nagra VI |
Klangbibliothek.
Tonabnehmer | Transrotor Figaro |
Tonarm | SME V |
Verkabelung | Forceline |
Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (150 Ohm) |
Musik | „Griff“ |
Downloadgröße | 160,4 mb |
Recorder | Nagra VI |