Swisscables, die dritte: Die Reference-Serie der Swisscables haben Jürgen Saile und ich gemeinsam vorgestellt um zu zeigen, wie sie sich in Ketten mit „normalem“ und hohem Wirkungsgrad verhalten. Die neue Top-Version der Netzkabel präsentierte kürzlich der Kollege, während ich mich hier um die Plus-Version der Lautsprecherkabel kümmere, worauf des Zusatz „(LS)“ im Titel hinweisen soll

Bevor ich mich näher mit den neuen Swisscables beschäftigte, habe ich mir noch einmal kurz den Test angesehen, den Jürgen Saile und ich vor fast anderthalb Jahren verfassten. Auch wenn die Preise für die Kabel inzwischen moderat gestiegen sind, darf man der Reference Serie noch immer ein hervorragendes Preis/Klang-Verhältnis bescheinigen: Diese Kombination von Durchhörbarkeit, Detailverliebtheit und einem extrem hohen Maß an Stimmigkeit findet man nur ausgesprochen selten, und wenn, dann zu meist deutlich höheren Preisen. Ein extremes Beispiel dafür wären die Göbel Lacorde Statement, die die enormen Fähigkeiten der Swisscables Reference noch um etwas mehr Druck im Tieftonbereich ergänzen, preislich aber auch in einer völlig anderen Liga spielen. Während Jürgen Saile in seiner Kette die enormen Leistungen der Schweizer Kabelkonstruktionen uneingeschränkt genießen konnte, wiesen meine manchmal überstrengen LumenWhite unbarmherzig auf das Fehlen von wenig Wärme im Tieftonbereich hin.

Die Lautsprecherkabel der Plus-Serie haben einen etwas größeren äußeren Durchmesser als die bisherigen Reference-Version. Im Inneren gibt es einen größeren Querschnitt und eine neue Kabelgeometrie
Die Lautsprecherkabel der Plus-Serie haben einen etwas größeren äußeren Durchmesser als die bisherigen Reference-Version. Im Inneren gibt es einen größeren Querschnitt und eine neue Kabelgeometrie

Das blieb Thomas Wendt, dem Chef des deutschen Swisscables-Vertriebs, ebenfalls nicht verborgen, als er mich mit einem Satz geschirmter XLR-Kabel in meinem Hörraum besuchte. Auch für seinen Geschmack könnten die Swisscables zumindest in eher schlank abgestimmten Ketten in Räumen ohne Überhöhungen im Tieftonbereich ein wenig mehr Bass-Energie rüberbringen. Ob diese Hörerfahrung bei der Weiterentwicklung der Reference- zu Reference-Plus-Labeln mit eingeflossen ist, vermag ich nicht zu sagen. Jedenfalls meinte Anton Suter, der Geschäftsführer von Swiss Cables, bei seinem Besuch kurz vor der High End, dass die Plus-Variante bestimmt noch besser in meine Kette passe als die reine Reference-Version. Zu der Zeit standen aber noch die überaus beeindruckenden, teilaktiven AudioMachina Maestro GSE in meinem Hörraum, so dass der Test der Swisscables noch ein wenig warten musste. Und nach Jürgen Sailes fast schon überschwänglichen Bericht über die Reference-Plus-Netzkabel verschob ich dann noch einmal die Beschäftigung mit den dickeren Lautsprecherkabeln – und zwar genau so lange, bis auch drei Plus-Netzkabel in für mein Verstärkertrio passenden Längen aus der Schweiz eintrafen. Die technischen Besonderheiten der Swisscables hat Jürgen Seile ausführlich und unter besonderer Berücksichtigungen von MDI-Verzerrungen in unserem gemeinsamen Artikel beschrieben. Da dieser ja nur einen Klick entfernt ist, erspare ich Ihnen und mir die Wiederholung ergänze lediglich, dass sich nach Aussagen von Anton Suter die Plus-Version nicht nur durch einen höheren Querschnitt, sondern dadurch bedingt auch durch eine völlig neu entwickelte Kabelgeometrie vom „normalen“ Reference unterscheidet.

Üblicherweise werden die Lautsprecherkabel mit Hohl-Bananas konfektioniert. Aber auch diese Spades für unterschiedlich dicke Terminals sind lieferbar
Üblicherweise werden die Lautsprecherkabel mit Hohl-Bananas konfektioniert. Aber auch diese Spades für unterschiedlich dicke Terminals sind lieferbar


Noch liegen bei mir die erwähnten, sündhaft teuren Göbel High End Lacorde Statement. Bevor ich zu den Swisscables wechsele, höre ich über die Göbels einmal kurz Pink Floyds „Money“ von der Festplatte, eben den Song, dessen wenig audiophile Attribute Thomas Wendt und mir vor einiger Zeit das Fehlen von ein wenig Druck im Bass bei Swisscables deutlich machte. Hier stimmt die Balance, wenn auch aufnahmebedingt die Geräusche der klingelnden Kassen ein wenig topfig klingen. Nach dem Wechsel auf die Swisscables Reference sowohl zwischen Vor- und Endstufen als auch zwischen letzteren und den Lautsprechern klingen zwar die Kassen etwas weniger muffig, dafür rücken aber die Becken und Gitarren ein wenig zu weit in den Vordergrund. Egal, ob man das nun als ein Quäntchen zuwenig Tieftonenergie oder als leichte Überbetonung des Präsenzbereiches beschreiben will: Die Balance zwischen den genannte Frequenzbereichen ist zumindest an meinen LumenWhite nicht so stimmig wie zuvor bei den mehr als zehnfach teureren Göbels.

Dann sind die Reference Plus an der Reihe und überzeugen schon in der ersten Minute: Die Kassen auf „Money“ klingeln zwar nicht so durchsichtig wie beim „einfachen“ Reference, wobei dieser Anflug von Topfigkeit aber – wie gesagt – der Aufnahme geschuldet sein dürfte. Der E-Bass pulsiert mit mehr Druck, klingt sonorer und satter. Und das beste daran: Die schon beim Reference hoch gelobte Durch- und Feinzeichung wir durch die, wie ich finde, stimmigere tonale Balance des Plus nicht im mindesten beeinträchtigt. Für mich steht jetzt schon fest: Das Reference Plus ist ein großer Schritt nach vorn und den im Vergleich zum „einfachen“ Reference fast doppelten Preis allemal wert. Ja, ich traue mich gar zu sagen, dass das Reference Plus selbst dem Göbel Kabel unverschämt nahe kommt. Um zu dieser Einschätzung zu kommen, habe ich natürlich nicht nur „Money“ gehört, sondern meine Playlist mit den üblichen Test-Songs. Dabei fallen dann immer wieder die ungeheure Offenheit, die riesigen virtuellen Räume und die ganz leicht ins Strahlende tendierenden und gleichzeitig satten Klangfarben der großen Swisscables auf. Hier ist dem Team in der Schweiz ein wirklich großer Wurf gelungen!

Ob an dieser Trennstelle für die „Plus“- und „Minus“-Leiter oder bei den Hülsen für Stecker oder Spades: Swisscables setzt auf Holz
Ob an dieser Trennstelle für die „Plus“- und „Minus“-Leiter oder bei den Hülsen für Stecker oder Spades: Swisscables setzt auf Holz

Aber das ist ja noch nicht das Ende der Fahnenstange: Anton Suter hatte von Synergieeffekten zwischen dem Plus-Lautsprecher- und Netzkabel gesprochen und Jürgen Saile schlicht festgestellt, dass das Musikhören noch mehr Spaß macht, wenn man Swisscables' Reference durch das Reference Plus Netzkabel ersetzt. Ich hatte zumindest bei bei Vor- und Endstufen bisher immer auf Experimente mit Stromzuleitungen verzichtet, da sich in der Vergangenheit eine vom ehemaligen deutschen Cello-Vertrieb in Handarbeit gefertigte Zuleitung mit großem Querschnitt bestens bewährt hatte. Jetzt wagte ich erst einmal bei den Ayon Epsilon einen Versuch – und fand Antons Suters Ankündigung bestätigt: Die Wiedergabe gewinnt noch einmal ein wenig an Druck. Aber das ist beileibe nicht alles: Die imaginäre Bühne scheint nochmals breiter und tiefer. Die Musiker wirken engagierter: Käme die Musik nicht von der Festplatte, würde ich überprüfen, ob nicht jemand die Geschwindigkeit des Plattenspielers minimal erhöht hat. Nach nicht einmal zwei Stunden steht für fest, dass ab sofort die Reference Plus die Ayons mit Strom versorgen.


Natürlich ist bei den Kabeln die Laufrichtung eindeutig markiert
Natürlich ist bei den Kabeln die Laufrichtung eindeutig markiert

Das legt natürlich den Gedanken nahe, auch die Einstein-Vorstufe über ein Reference Plus mit dem PS Audio Power Plant zu verbinden. Da sich die IEC-Buchse beim Einstein aber vorne links unter dem Gehäuse befindet und daher ein abgewinkelter Stecker verwendet werden muss, können hier üblicherweise nur Spezialanfertigungen verwendet werden. Beim Artesania Audio Rack, das ohne Stellflächen auskommt, ist aber zumindest ein provisorischer Aufbau möglich: Es sieht schon eigentümlich aus, wenn sich ein nicht gerade flexibles Kabel in einem großen Bogen von unten in einen Verstärker windet. Aber solche Äußerlichkeiten sind schnell vergessen, sobald The Preamp sein Signal nun noch feiner differenzierter, kraftvoller und subjektiv empfunden auch schneller an die Endstufen schickt. Die Abbildung erreicht jetzt das volle Breitwandformat und die Tiefe der imaginären Bühne passt bestens zur seitlichen Ausdehnung. Feininformationen gibt es in Hülle und Fülle. Bei Keith Jarretts Köln Concert versteht man es plötzlich, dass der Pianist oft gereizt auf Geräusche aus dem Publikum reagiert: Wenn sie so klar zu vernehmen sind wie jetzt, stören sie wirklich. Auch unterschiedlich intensive Betonungen der einzelnen Anschläge kommen nun so deutlich wie nie. Die Swisscables' Netzkabel in der Plus-Ausführung befähigen das Verstärker-Trio in meinem Hörraum zu bisher nicht gehörten Großtaten. Fantastisch!

STATEMENT

Durch die ein wenig andere Balance – die Swisscables Reference Plus Lautsprecherkabel bringen das entscheidende Quäntchen mehr Druck im Tieftonbereich – sind sie nun auch in tendenziell hellen Ketten erste Wahl. Und das nicht nur in ihrem Preisbereich, sondern noch ein gutes Stück darüber hinaus. Lassen Sie sich von den Swisscables Plus zeigen, wie zu wie viel Feinzeichnung, zu welcher großer Raumillusion, zu wie viel Dynamik und Spielfreude Ihre Anlage fähig ist. Und wenn's von allem noch ein wenig mehr sein darf, sind die Plus-Netzkabel das Mittel der Wahl.
Gehört mit
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm AMG Viella 12‟, Thales Simplicity
Tonabnehmer Brinkmann EMT ti, Lyra Olympos
Phonostufe Einstein The Turntable’s Choice
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.8.5
Audioplayer Amarra Symphony 2.6, Audirvana
D/A-Wandler M2TECH Young DSD und Van der Graaf
Vorverstärker Einstein The Preamo
Endstufe Ayon Epsilon mit KT150
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel Precision Interface Technology, Sunwire Reference, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S, Göbel High End Lacorde Statement, Audioquest Wild und Diamond
Zubehör PS Power Plant, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Audio Exoteryc, Harmonix Real Focus, bfly Basen und Füße
Preise
Swisscables
Lautsprecherkabel Reference Plus 2950 Euro für 2,5m
Netzkabel Reference 810 Euro für 1m

Hersteller / Vertrieb
Swisscables GmbH
Anschrift Bahnhofstr. 2A
CH-6162 Entlebuch
Telefon +41 41 566 77 11
E-Mail info@swisscables.com
Web www.swisscables.com

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/15-07-06_swisscables

Selbstverständlich tut Oliver Göbel alles, um bei den alljährlichen Präsentationen auf der High End die enormen Fähigkeiten seiner außergewöhnlichen Schallwandler zur Geltung zu bringen. Noch ein gutes Stück besser gelingt das naturgemäß im firmeneigenen Hörraum

Schon kurz vor der Messe rief der Entwickler und Firmenchef in Personalunion an und berichtete nicht ohne einen Anflug von Stolz, dass es endlich soweit sei und der neue Hörraum nun so klinge, wie er es sich vorgestellt habe. Ein passenden Termin für einen Besuch haben wir dann aber erst einige Zeit nach der Münchener Messe finden können. Schon vor dem Test der „kleinen“ Epoque, der Fine, war ich einmal im nicht einmal 20 Kilometer entfernten Alling, habe dort kurz die Fertigung besichtigt und im – wie man jetzt wohl sagen muss: alten – Hörraum die Epoque Reference genießen dürften. Ich kann wirklich nicht sagen, dass mir damals klanglich etwas gefehlt hätte. Das war auch bei der Beschäftigung mit der Fine im eigenen Arbeitszimmer nicht anders. Fehlen tat es nur am nötigen Kleingeld für die eleganten Schallwandler und die zu ihrem Antrieb zwingend notwendigen, auch an niederohmigen Lasten stabilen Endstufen. An diese dynamische und ganzheitliche Wiedergabe hätte ich mich gerne gewöhnt.

Die Leistung liefern drei Kraftwerke von Analog Domain. Dass der Subwoofer außerhalb der Stereo-Basis aufgestellt wurde, ist nicht zu hören. Die Struktur der Decke ist akustisch sinnvoll, war aber schon der Einrichtung des Studios in diesem Raum vorhanden
Die Leistung liefern drei Kraftwerke von Analog Domain. Dass der Subwoofer außerhalb der Stereo-Basis aufgestellt wurde, ist nicht zu hören. Die Struktur der Decke ist akustisch sinnvoll, war aber schon der Einrichtung des Studios in diesem Raum vorhanden

Oliver Göbel hat sich High End reinsten Wassers verschrieben: Er entwickelt seine Lautsprecher nicht mit dem Gedanken an das Preisschild, das sie einmal tragen werden. Bei seinen größtenteils in Handarbeit gefertigten Lautsprecher- und NF-Kabeln bleibt er sich ebenfalls treu und lässt sich bei Materialeinsatz und Aufbau nicht von Kosten, sondern nur von klanglichen Überlegungen leiten. Dass dabei dann letztendlich Preise herauskommen, die sich im aller obersten Teil des Spektrums bewegen, liegt in der Natur der Dinge. Andererseits bekommt der Hifi- und Musik-Freund heute ja dank Computer-Hifi, im besten Wortsinne preiswerten Wandlern und Hi-Res-Dateien für absolut überschaubare Investitionen mehr Musikqualität geboten als je zuvor: Das Angebot ist deutlich breiter geworden.

Im neuen Hörraum findet das Göbelsche Familienwappen dezent in weiß auf weiß an zentraler Stelle seinen Platz
Im neuen Hörraum findet das Göbelsche Familienwappen dezent in weiß auf weiß an zentraler Stelle seinen Platz


Für diesen Artikel wollen wir aber in höchsten High-End-Gefilden und Preisregionen bleiben. Oliver Göbels Luxus-Hifi-Schmiede hat sich in den letzten Jahren als so erfolgreich erwiesen, dass er auf die Entwicklungen für andere namhafte Hersteller, die verständlicherweise nicht genannt werden wollen, inzwischen verzichten kann und mit seinen vier Mitarbeitern ausschließlich Göbel-High-End-Produkte entwickelt und fertigt. Seine Firma befindet sich in einem ehemals landwirtschaftlich genutzten, inzwischen den Anforderungen des Unternehmens vollständig angepassten Gebäude im Umkreis von München. Die letzten Veränderungen waren der Umzug des nun lichtdurchfluteten Büros in den ehemaligen Hörraum und die Gestaltung des neuen. Dabei ging es nicht nur darum, einen idealen Ort für die akustische Überprüfung von Entwicklungsschritten zu haben, sondern auch darum, einen repräsentativen Rahmen für Kundenbesuche zu schaffen. Der erwähnte Erfolg der Marke stellt sich nämlich vorrangig in Asien ein. In Deutschland und den angrenzenden Ländern gibt es nicht so viele potentielle Kunden, dass es sich für Händler rentierte, in eigene, ständig präsente Vorführmodelle zu investieren. Aber wer die Anschaffung solch einzigartiger Schallwandler erwägt, scheut auch den Weg zum Hersteller nicht, um sie in perfekter Umgebung zu hören.

Oliver Göbel verwendet die Wandler und Server von Totaldac. Rechts neben der Einstein-Vorstufe steht der rein analoge Controller für den Epoque Baforce Subwoofer
Oliver Göbel verwendet die Wandler und Server von Totaldac. Rechts neben der Einstein-Vorstufe steht der rein analoge Controller für den Epoque Baforce Subwoofer

Ohne lange Anreise, aber leider auch ohne eigene Musikdateien auf MacBook oder USB-Stick kam ich in den neuen Hörraum, der auf den ersten Blick ungemein aufgeräumt und cool wirkte – nicht schlecht bei den momentan herrschenden Temperaturen. Bei genauerem Hinsehen entdeckt man dann doch das ein oder andere Akustik-Element, das aber sehr dezent in die weißen Wände integriert wurde. Schon bei einer recht leisen Unterhaltung auf dem Weg vom Vor- in den den Hörraum merkt man, dass dieser zwar klanglich behandelt, aber keinesfalls überbedämpft wurde. Jeglicher Anflug von Halligkeit fehlt, aber der Raum bleibt dennoch lebendig: Hier wurde mit Augen- respektive Ohrenmaß optimiert. Auf der Längsseite des Raumes ist nicht allzu großem Abstand voneinander ein Paar Epoque Reference aufgebaut. Rechts neben dem rechten Schallwandler steht eine Epoque Baforce, die sich mit ihren 16 Treibern um den Frequenzbereich von 100 bis 15 Hertz kümmert. Ihr rein analoger Controller erlaubte auch den Anschluss der beiden Hauptlautsprecher, doch wird diese Option nicht genutzt. Die Reference laufen im Full-Range-Betrieb. Die drei Schallwandler-Skulpturen mit einem Gesamtgewicht von 700 Kilogramm werden von drei Mono-Kraftwerken aus dem Hause Analog Domain befeuert. Die erhalten ihr Signal direkt aus den in der Lautstärke regelbaren Ausgängen des d1-twelve DAC von Totaldac, der vom d1-server mit Musik-Dateien gespeist wird. Ein NAS samt Router komplettieren den recht puristischen Aufbau. Sämtliche Totaldac-Komponenten finden Platz auf einem breiten Pagode-Master-Reference-Rack in Nussbaum mit polierten Aluträgern.

Hier ein Blick hinter die Mono-Endstufe von Analog Domain: Die komplette Verkabelung stammt natürlich aus eigener Fertigung
Hier ein Blick hinter die Mono-Endstufe von Analog Domain: Die komplette Verkabelung stammt natürlich aus eigener Fertigung

Der Hausherr wählt per iPad einen Song von Diane Krall, und ich bin sofort wieder begeistert von der ebenso stimmigen wir detailreichen Wiedergabe des Biegewellenstrahlers – und mittelmäßig entsetzt über die Aufnahmequalität: Da zischeln die S-Laute, dass es einen nur so graust. Zur Blütezeit der Schallplatte wäre so etwas nicht gegangen: Die Anhebung gemäß der RIAA-Kurve hätte mehr Energie verlangt, als die Schneideverstärker locker und entspannt abgeben. Treibt man sie zu solchen Extremen, funktioniert auch die Absenkung der dann brutalen Hochtonpegel in den Rillen durch den Entzerrervorverstärker nicht mehr hundertprozentig, mit der Folge, dass die betroffenen Frequenzen bei der Wiedergabe noch störender als zuvor auf dem Band wirken. Deshalb hat man in den guten alten Zeiten rein analoge De-esser eingesetzt, um das Zischeln zu unterdrücken bevor es überhaupt auf die Aufnahme gelangte. Darauf braucht man bei rein digitalen Produktionen nicht mehr zu achten. Entsprechend klingt es dann auch. Oder sollte ich hier ein wenig übersensibel reagieren?


Nachdem dann sorgfältig produzierte Songs bestätigt haben, dass die Epoque Reference keinesfalls für das Ärgernis verantwortlich zu machen sind, experimentieren Oliver Göbel und ich noch wenig mit den Filtern des Totaldac, wobei sich die klanglich sanftere Variante als die angenehmere herausstellt. Dabei entpuppt sich die Kombination aus Analog Domain und den drei Epoques als ideales Werkzeug: Nie treten die Schallwandler selbst in den Vordergrund. Sie agieren so souverän und selbstverständlich und zeigen dabei doch unbestechlich jede noch so kleine Veränderung auf, dass man ihre Beteiligung am akustischen Geschehen komplett vergisst und sich nur noch auf den Klang konzentriert.

Relativ neu im Angebot ist das Göbel Lacorde Statement Power. Die Steckkontakte unter der typischen Göbel-Hülse stammen von Furutech, die Leiter bestehen aus einer Göbel-eigenen Legierung und das Dielektrikum ist Teflon
Relativ neu im Angebot ist das Göbel Lacorde Statement Power. Die Steckkontakte unter der typischen Göbel-Hülse stammen von Furutech, die Leiter bestehen aus einer Göbel-eigenen Legierung und das Dielektrikum ist Teflon

Schließlich haben wir die ideale Einstellung gefunden und Oliver Göbel überlässt mir das Tablet, um in seinem Fundus nach bekanntem zu stöbern. Bei Aufnahmen mit Michel Godard und Steve Swallow aus dem ehemalige Kloster von Noirlac entfalten die großen Epoque wieder den Zauber, mit den mich auch die Fine in meinem Hörraum für sich einnahm. Ein so kohärentes, ja natürliches Klangbild lässt sich nach meinen Erfahrungen mit einem üblichen Mehrwege-Lautsprecher nicht erreichen. Die Epoque musizieren wie aus einem Guss, auch dass bei dieser großartigen Vorstellung ein Subwoofer beteiligt ist, kann man nicht entdecken. Allerdings geht die Größe der Abbildung, die Unbeschwertheit der Wiedergabe und die Höhe der noch als angenehm empfundenen Lautstärke hier noch ein gutes Stück über das hinaus, was ich in meinen vier Wänden erlebt habe. Es stellt sich auch wieder das Gefühl oder die Erkenntnis ein, dass die Epoque die Musik mit einer schwer beschreibbaren, aber deutlich wahrzunehmenden Richtigkeit und Stimmigkeit präsentiert. Allerdings bleibt das bei aller Faszination eine eher intellektuelle Einsicht. Klingt hier vielleicht alles zu perfekt, um einen auch emotional anzusprechen?

Schon bei unserer Verabredung hatte Oliver Göbel erwähnt, dass seine Kette bisher ohne Vorstufe auskomme, da er noch nicht das Richtige gefunden habe. Als ich ihm von meiner Begeisterung für Einsteins The Preamp erzählte, bat er mich, diesen mitzubringen, was ich auch gerne tat. Sobald die Röhrenvorstufe die Lautstärkereglung in seinem Hörraum übernahm, gewan die Kette noch einmal deutlich, um nicht zu sagen dramatisch: Plötzlich floss die Musik noch geschmeidiger und – das ist das Entscheidende – voller Emotion dahin. Bisher hatte sich die Anlage mit ihrer Klarheit, Feinzeichnung, Dynamik und stimmigen Geschlossenheit die Hochachtung des Hörers verdient, jetzt aber rührte sie an. Auf diesem Niveau macht selbst Musik von der Festplatte süchtig.

PS: Eine Erklärung für die enorm positive Wirkung der Einstein-Vorstufe in dieser Kette könnte sein, dass der Subwoofer-Controller und die großen Kabellängen zwischen DAC und Endstufen – selbst wenn hier das feine Lacorde Statement zum Einsatz kommt – eine zu große Last für die Ausgangsstufen des Totaldac darstellen.

Hörraum mit Hausherr. Die stark strukturierten Flächen wie die in der Mitte der Rückwand sind spezielle Akustik-Elemente
Hörraum mit Hausherr. Die stark strukturierten Flächen wie die in der Mitte der Rückwand sind spezielle Akustik-Elemente

STATEMENT

Wenn ein solches in einem Feuilleton-Artikel denn überhaupt zulässig ist: Falls Sie die Chance haben, das große Göbel-System zu hören – natürlich am besten beim Hersteller selber – scheuen Sie keine Kosten und Mühen, um dies zu tun. Es erwartet Sie ein unvergessliches Musikerlebnis.

Hersteller
Göbel High End
Anschrift Roedersteinstr. 9
84034 Landshut
Telefon +49 87197511657
E-Mail info@goebel-highend.de
Web www.goebel-highend.de

Weitere Informationen

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Samstag, 02 Juli 2005 02:00

Göbel High End

Hersteller
Göbel High End
Anschrift Roedersteinstr. 9
84034 Landshut
Telefon +49 87197511657
E-Mail info@goebel-highend.de
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Donnerstag, 30 Juni 2005 02:00

music line Vertriebs GmbH

Vertrieb
music line Vertriebs GmbH
Anschrift Geschäftsführer: Andreas Kayser
Hainbuchenweg 14–18
21224 Rosengarten
Telefon +49 4105 77050
Fax +49 4105 770529
E-Mail info@music-line.biz
Web www.music-line.biz
Sonntag, 28 Juni 2015 02:00

RHA T20 In-Ear Kopfhörer

Es hatte mir Spaß gemacht, zu Beginn dieses Jahres den In-Ear-Kopfhörer T10, das Top-Modell des schottischen Herstellers RHA, zu testen. Ich war so begeistert, dass ich ihn mir kaufte. Kürzlich bekam ich den neuen T 20 direkt aus Glasgow zugesandt. Und der ist sehr vielversprechend.

Die schmucke Verpackung gibt auch Auskunft über die Technik des RHA T20. Noch ist das gesamte Zubehör nicht zu sehen. Etui und Befestigungsclip befinden sich auf einer unteren Ebene
Die schmucke Verpackung gibt auch Auskunft über die Technik des RHA T20. Noch ist das gesamte Zubehör nicht zu sehen. Etui und Befestigungsclip befinden sich auf einer unteren Ebene

Da gehe ich nun als glücklicher und stolzer Eigentümer eines RHA T10, der nicht nur ausgezeichnet klingt, sondern mit seinen Edelstahl-Hörkapseln auch noch ungemein gut aussieht, über die High End – natürlich ohne den T10 im Ohr. In Halle vier haben die Schotten ihren Stand. Ich werde von Frau Berninger, der für Deutschland zuständigen PR-Mitarbeiterin, nett begrüßt. Und sie zeigt mir ohne Rücksicht auf meinen Besitzerstolz den neuen T 20 und macht mir mit freundlichen wie fachlich kundigen Worten klar, dass es nun was Besseres gibt als meinen T 0. Aha. Ob ich den Neuen testen würde, war ihre Frage. Klar, dass ich da nicht widerstehen kann.

Reicht das: sechs Paar Dual-Density-Ohrstöpsel (2 x S, 2 x M, 2 x L), zwei Paar Doppelflansch-Ohrstöpsel (1 x S, 1 x L) und zwei Paar Schaumstoff-Stöpsel mit universeller Passform?
Reicht das: sechs Paar Dual-Density-Ohrstöpsel (2 x S, 2 x M, 2 x L), zwei Paar Doppelflansch-Ohrstöpsel (1 x S, 1 x L) und zwei Paar Schaumstoff-Stöpsel mit universeller Passform?

Betrachtet man die beiden, T10 und T20, gibt es auf den ersten Blick einen Unterschied bei der Farbe des Kabels. Das des T 20 ist schwarz statt grau. Der so angenehm zu tragende, flexible Drahtbügel ist nicht wie beim T10 transparent überzogen sondern ebenfalls schwarz. Das Kabel des T20 aus Sauerstoff-freiem Kupfer scheint ein ganz klein wenig dicker zu sein. Ebenfalls gehören die zwei Filter zum Lieferumfang, die es ermöglichen, den In-Ear etwas basskräftiger oder heller abzustimmen. Die geschieht einfach durch Austausch der verschraubten Endstücke der Hörer. Genau die gleiche üppige Auswahl an Ohrstöpseln liegt bei, praktisch im Metall-Bord aufgereiht. Mitgeliefert werden ebenfalls das schwarze Reißverschluss-Etui und der etwas einfache Clip zum Befestigen des Kabels an der Kleidung. Auch weitere Blicke offenbaren keinerlei Unterschiede. Die finden sich dafür an anderer Stelle: Da wäre das Preisschild zu nennen, das mit 230 Euro glatte 60 Euro mehr fordert. Wofür? Für den besseren Klang, wie ich gesagt bekam. Wo soll der herkommen? Im Inneren der Edelstahl-Muschel arbeitet nun in Zwei-Wege-Lautsprecher. Dieser Aufwand führe zur erheblichen Klangsteigerung. So schmückt die Verpackung des T20 auch das lizensierte Logo „HiRes Audio“ der japanischen Audio Society. Auf der Website von RHA finde ich diese Auszeichnung inzwischen auch beim T10. Die Verpackung meines T10 ziert es noch nicht, er wurde also wohl zwischenzeitlich lizensiert.

Zusätzlich zur Farbcodierung wurde ein „L“ oder ein „R“ in den Edelstahl geprägt
Zusätzlich zur Farbcodierung wurde ein „L“ oder ein „R“ in den Edelstahl geprägt


Der zwei-Wege-DualCoil™ Treiber im resonanzarmen Edelstahlgehäuse ist eine koaxiale Konstruktion und raffiniert gemacht. Das Schaubild auf der Verpackung skizziert deutlich den Aufbau. Auf kleinstem Raum sind zwei Antriebe integriert. Zwei Schwingspulen bewegen die Quad-apex-Membran, die im inneren Teil das untere und im äußeren Teil das obere Frequenzspektrum dynamisch umsetzt. Der T20 wiegt übrigens nur 39 Gramm und damit zwei Gramm weniger als der T10. Dies, so spekuliere ich, mag aus etwas weniger Edelstahl resultieren, da der Innenraum beim neuen DualCoil™ Treiber etwas anders gestaltet sein könnte.

Die kleine, vergitterte Öffnung des Gehäuses besitzt der T10 ebenfalls
Die kleine, vergitterte Öffnung des Gehäuses besitzt der T10 ebenfalls

Als ich den Hörer bekam, ließ ich ihn erst einmal knapp 30 Stunden an meinem Cowon-Player einspielen. Da hat mein geschätzter T10 inzwischen einiges mehr an Spielzeit absolviert. Den ersten Hörtest mach ich dann auch gleich am Cowon D2, und zwar mit den in Abbey Road remasterten Beatles Songs in 320kHz-MP3 Qualität, wie ich sie von meinem Apple-Stick übertragen habe. Weil mir bei meinem T10 das Reference-Filter, das laut RHA den linearsten Frequenzverlauf aufweist, am besten gefiel, habe ich dieses auch auf dem T20 benutzt. Es ist ja auch der Auslieferungs-Zustand.

Schwarz und kupferfarben sind die alternativen Schallaustritt-Filter, die statt des Reference-Moduls aufgeschraubt werden können
Schwarz und kupferfarben sind die alternativen Schallaustritt-Filter, die statt des Reference-Moduls aufgeschraubt werden können

Schon beim MP3-Format ist auf Anhieb ein deutlicher Unterschied zu Hören: Der T20 tönt wärmer und liefert gleichzeitig eine klarere Detail-Verarbeitung. Feinheiten werden präziser reproduziert. Auch spielt der T20 etwas lauter, benötigt also weniger Leistung. Das ist nie ein Nachteil. Im Gegensatz zum T10 gibt es aber keine Version des T20, die ein für den Betrieb am Smartphone sinnvolles Telefonier-Modul bereitstellt. Der T10i, der dieses Regel- und Mikrofon-Modul beinhaltet, kostet nur 10 Euro mehr als der T10. Somit ist der T20 nicht für das Telefonieren, sondern ausschließlich für den Musik-Genuss geschaffen – gern auch am Smartphone. In dieser Hinsicht scheint der T20 nach dem ersten Test am Cowon Beachtliches zu leisten.

Der Aufbau des Innenlebens des Hörers ist gut schematisch auf der Verpackung zu erkennen…
Der Aufbau des Innenlebens des Hörers ist gut schematisch auf der Verpackung zu erkennen…


Im Folgenden betreibe ich beide RHAs an meinem Asus Laptop, dessen Audio-Ausgabe über den Audioquest Dragonfly Digital-Analog-Wandler erfolgt und so auf ein recht hohes Niveau gehoben wird. Hier höre ich Abbey Road noch einmal in CD-Qualität an, und zwar diesmal die gerippte MFSL-Version. Die klingt deutlich anders als die remasterte Version. Die Vorzüge des T20 gegenüber meinem T10 bleiben, obwohl die im Bass fettere MFSL-Variante dem T10 kompensatorisch etwas entgegenkommt. Aber der T10 klingt flacher. Ich muss leider sagen, im Vergleich sogar etwas langweilig. Bitte nicht missverstehen, beides ist hohes In-Ear Niveau. Aber es geht hier ja um die Unterschiede. Diese werden richtig deutlich bei hoch aufgelöstem Material. So ist der 24bit/96kHz-Download von Highresaudio.com von Patricia Petibons Nuveau Monde, barocke Lieder und Arien mit dem Orchestra La Cetra über den Neuling ein weitaus größerer Genuss. Mehr Klangfarben, mehr Details und Genauigkeit, mehr Plastizität sorgen für mehr Hörvergnügen. Dasselbe gilt beim Anhören von Iiro Rantalas My History of Jazz. Der T20 hat den überlegenen Spaß-Faktor und das ist keine Frage des persönlichen Geschmacks. Dies gilt hingegen wohl für die Auswahl der Filter. Beim T10 mag ich das Reference- Filter und manchmal auch das Bass-Modul, nie jedoch den Höhen-Adapter. Der T20 verträgt sich nach meinem Empfinden auch mit dem Höhen-Filter; bevorzugen würde ich aber die Reference-Variante, weil sie für mich klanglich richtig ausbalanciert ist.

…ebenso wie die Beschreibung des DualCoil™ Antriebs und die Auswirkung der drei Filter auf den Frequenzverlauf
…ebenso wie die Beschreibung des DualCoil™ Antriebs und die Auswirkung der drei Filter auf den Frequenzverlauf

STATEMENT

Das Bessere ist des Guten Feind. Der überragende RHA T20 verweist meinen T10 auf einen immer noch beeindruckenden zweiten Platz. Meinen Kauf muss ich nicht bereuen, aber heute hätte ich mich anders entschieden.
Gehört mit
Computer Asus Laptop, Windows 7
Audioplayer Foobar 2000
DA-Wandler Audioquest Dragonfly
Portable Player Cowon D-2, 16GB
Herstellerangaben
RHA T20 In-Ear Kopfhörer
Treiber DualCoil™ dynamisch
Frequenzbereich 16 bis 40.000 Hz
Impedanz 16 Ohm
Empfindlichkeit 90 dB
Nennleistung 2 Milliwatt
Höchstleistung 5 Milliwatt
Gewicht 39 Gramm
Kabel 1,35m Multicore OFC
Anschluss 3,5mm Klinke
Preis 230 Euro

Vertrieb
digital-highend Higoto GmbH
Anschrift Isenbergstraße 20
45130 Essen
Telefon +49 201 832 5825
E-Mail info@digital-highend.com
Web www.digital-highend.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/15-06-28_rha
Sonntag, 26 Juni 2005 02:00

REICHMANN AudioSysteme

Vertrieb
REICHMANN AudioSysteme
Anschrift Inhaber: Jürgen W. Reichmann
Graneggstrasse 4
78078 Niedereschach im Schwarzwald
Telefon +49 7728 1064
Fax +49 7728 1005
E-Mail info@reichmann-audiosysteme.de
Web www.reichmann-audiosysteme.de
Freitag, 26 Juni 2015 02:00

Musical Fidelity M8-700m

Wer möchte nicht gerne der Nachfolger eines Titanen sein? Fußballweltmeister Manuel Neuer hat den Titan Oliver Kahn erfolgreich beerbt und Musical Fidelity Gründer Antony Michaelson preist die Monoblöcke M8 700m als preisgünstige und mindestens ebenbürtige Nachfolger zu den nicht mehr gebauten Limited-Edition-Referenzendstufen Titan.

In die Fußstapfen eines 158 Kilogramm schweren Vorbildes zu treten ist beileibe kein einfaches Unterfangen – vor allem dann, wenn man selbst „nur“ 30 Kilogramm (pro Monoblock) in die Waagschale wirft. Vielleicht ist das aber auch die Chance, eigene Fußspuren im High End Olymp zu hinterlassen. Das schafft bekanntlich nur der, der nicht in die Fußstapfen eines anderen tritt. Antony Michaelson ist Mr. Musical Fidelity und verfügt über fast 35 Jahre High-End-Erfahrung. Bei seinen Entwicklungen war er aber nie ideologisch auf ein Konstruktionsprinzip festgelegt. Neben Röhren hat er Transistoren verwendet und Class-A Konzepte ebenso verwirklicht wie AB-Endstufen. Im Class-A Bereich schuf er den legendären A1 Vollverstärker und zuletzt die AMS Serie. Für viele wohl überraschend bleibt er jedoch bei der klanglichen Weiterentwicklung von Verstärkern nicht beim Class-A Konzept. Besonderen Wert legt er auf ein ausgeklügeltes Platinenlayout und Schaltungsdesign. Beim Auspacken der Endstufen stößt man auf den ersten Blick auf eher unauffälliges britisches Understatement und eine sehr gute Verarbeitung. Als ich dann die Rückseite betrachte, meine ich dort zu meiner eigenen Überraschung die Info „Made in Germany“ entdeckt zu haben. Etwas verwirrt sehe ich daraufhin nochmals genauer hin und tatsächlich lese ich hier nun „Made for Germany“. Ansonsten bieten die Monos vielfältige Anschlussmöglichkeiten auf der Rückseite. Neben den RCA- Eingängen stehen die für die Hörtests verwendeten XLR-Eingänge und insbesondere für Bi-Amp Betrieb auch noch RCA- sowie XLR-Loop Out Verbindungen zur Verfügung. Die Lautsprecherterminals sind aus hochreinem Kupfer gefertigt.

Klassisches britisches Understatement, aber Vorsicht: Hier steckt ein echter lupenreiner Wolf im Schafspelz
Klassisches britisches Understatement, aber Vorsicht: Hier steckt ein echter lupenreiner Wolf im Schafspelz

Die Typbezeichnung M8-700m steht bei den Monos übrigens für die Nennleistung von 700 Watt an acht Ohm. Ein gewaltiger Wert für vergleichsweise kompakte Endstufen, zumal die Monos bei vier Ohm eine Nennleistung von sagenhaften 1300 Watt abgeben. Damit sind sie von der Titan mit 1000 Watt an acht Ohm nicht allzu weit entfernt. Das macht natürlich neugierig, wie diese Leistung erzeugt wird. Nach dem Öffnen eines Monoblocks wird die Sache klarer. Zunächst einmal sind die M8-700m absolut vollsymmetrisch ausgelegt. Schaltungstechnisch sollen Sie mit der Titan identisch sein. In jedem Monoblock befinden sich zwei vollkommen identische Verstärkerzüge und auch jeweils zwei großzügig dimensionierte kräftige Trafos.

Das Zauberwort für die enorme Leistung der AB-Endstufen lautet Brückenschaltung, bei der sich durch eine Phasenverschiebung um 180 Grad der Spannungshub verdoppelt und die Leistung sogar vervierfacht. Ausdrücklich wird in der Bedienungsanleitung darauf hingewiesen, dass man aufgrund der Brückenschaltung besonders bei Elektrostaten, aktiven Subwoofern und anderen teilaktiven Systemen auf die Masseverbindung unbedingt verzichten soll. Als Leistungstransistoren kommen insgesamt 20 Sanken Darlington-Transistoren zum Einsatz, deren Wärme über massive geriffelte Kühlkörper abgeleitet wird. Diese Kühlkörper sind so groß dimensioniert, dass sie wohl auch jederzeit bei einem Class-A Konzept verwendet werden könnten.

Gerippte Hochleistungskühlkörper, die von der Dimension auch für ein Class-A Konzept ausreichen würden
Gerippte Hochleistungskühlkörper, die von der Dimension auch für ein Class-A Konzept ausreichen würden

Ich muss gestehen, dass ich bei Endstufen immer ein Faible für große Class-A Endstufen hatte und auch privat einige dieser besonders üppigen Exemplare wie Mark Levinsons 20.5, die Classé Audio Omega Monos und zuletzt auch ein Paar Gryphon Antileon Monos lange Jahre mit großer Begeisterung gehört habe. Eine gewisse Skepsis, ob eine brückengeschaltete Class-AB Endstufe in diese Klangsphähren vorstoßen kann, möchte ich daher nicht ganz verhehlen. Gott sei Dank ist guter Klang aber keine Glaubensfrage.


Vielfältige Anschlussmöglichkeiten: Die Lautsprecherterminals sind aus hochreinen Kupfer. Umschaltbare Eingänge für RCA und XLR und Loop-Out-Verbindungen insbesondere für Bi-Amp Betrieb sowie einen Trigger-Eingang
Vielfältige Anschlussmöglichkeiten: Die Lautsprecherterminals sind aus hochreinen Kupfer. Umschaltbare Eingänge für RCA und XLR und Loop-Out-Verbindungen insbesondere für Bi-Amp Betrieb sowie einen Trigger-Eingang

Die M8-700m Monos waren, wie mir Jürgen Reichmann vom Musical Fidelity Vertrieb mitteilte, völlig neu und noch nicht eingespielt worden. Meine Erwartungshaltung beim Anschließen und dem ersten Probehören der natürlich noch kalten Geräte war dementsprechend gering. Wie oft hatte ich schon High End Geräte erlebt, die ziemlich lange am Netz sein mussten um ihr volles Potential zu entfalten. Umso überraschter war ich, als ich den ersten Klängen lauschte. Die Musical Fidelity Monos spielten in einer so selbstverständlichen Art und Weise, als wären sie schon immer integraler Bestandteil meiner Anlage gewesen. Dabei habe ich anfangs noch relativ leise gehört.

Zum Hörtest verwendete ich ausschließlich die XLR-Ausgänge, die auch Antony Michaelson empfiehlt – auch wenn der Umschalter hier im RCA-Modus steht
Zum Hörtest verwendete ich ausschließlich die XLR-Ausgänge, die auch Antony Michaelson empfiehlt – auch wenn der Umschalter hier im RCA-Modus steht

Die Neugierde war schnell geweckt, ich wollte der Sache auf den Grund gehen und hörte immer lauter. Angerissene Gitarrensaiten bei Paco de Lucios „Live in America“ kamen dabei sehr stimmig, rhythmisch überzeugend und schnell. Auch bei großer Lautstärke hörte man kein Rauschen. Die exzellenten Rauschabstandswerte – größer 120 Dezibel –, auf die Antony Michaelson ebenso Wert legt wie auf extrem niedrige Verzerrungswerte wurden in der Hörpraxis bestätigt. Als nächstes lauschte ich Steve Ray Vaughans „Tin Pan Alley“, ein Song, der in Sachen Dynamik hohe Ansprüche an die Wiedergabe stellt. Die elektrischen Gitarrenklänge kamen mit einer selten gehörten Souveränität, Lässigkeit und auch Autorität. Die räumliche Darstellung der Bühne war dabei überaus realistisch mit großer Tiefe.

Vollsymmetrischer Aufbau mit zwei völlig identischen Verstärkerzügen und gebrückter Schaltung
Vollsymmetrischer Aufbau mit zwei völlig identischen Verstärkerzügen und gebrückter Schaltung

Eine Reise in die Vergangenheit führte mich zur Sängerin Sandra, die in Enigmas MCMXC eine unglaublich erotische Stimmung transportierte. Auffällig war hier, wie die M8-700m Monos auch bei komplexesten und lautesten Passagen niemals aus der Ruhe gerieten und stets den Überblick behielten. Dasselbe Stück hörte ich dann nochmals, aber diesmal bewusst deutlich leiser. Die räumliche Abbildung und auch kleinste Details dieser facettenreichen Musik klangen überaus überzeugend. Auch bei geringer Lautstärke vermittelten die Monos ein körperhaftes Klangbild. Anschließend schwebte Ulla Meineckes Klassiker „Die Tänzerin“ durch den Raum. Die extremen Dynamiksprünge meisterten die Musical Fidelity Monos dabei völlig ansatzlos.

Die Stimme der Sängerin Joanne Shaw Taylor in ihrem Stück „Heavy Heart“ vermittelte dagegen ein wahres Gänsehaut-Feeling. Generell bringen die M8700m Stimmen sehr plastisch und realistisch rüber und die räumliche Abbildung wirkt niemals flach. Stimmen sind auch stets in der richtigen Höhe abgebildet. Ein weiterer für mich sehr wichtiger Teilaspekt, den viele andere Endstufen bei weitem nicht so gut beherrschen. Gerade solche Details tragen meiner Meinung nach entscheidend zum Live-Charakter einer Aufnahme bei.


Gut sichtbar die leistungsstarken Sanken Darlington-Transistoren vom Typ STP03P; insgesamt kommen davon 20 Stück per Monoblock zum Einsatz
Gut sichtbar die leistungsstarken Sanken Darlington-Transistoren vom Typ STP03P; insgesamt kommen davon 20 Stück per Monoblock zum Einsatz

Überzeugungsarbeit für eigentlich eingefleischte Class-A Enthusiasten leisten die Musical Fidelitys auch bei den tieffrequenten Tönen. Bei der „Invitation To The Blues“ der Blues Company war ich froh, dass ich mir ein Glas Wasser für den ultratrockenen und tiefschwarzen, auch körperlich spürbaren Bass bereitgestellt hatte. Die Tieftonwiedergabe profitiert natürlich von der enormen Leistung, aber die Art und Weise der Wiedergabe ist dennoch ungemein differenziert. Herrlich swingende und singende Basssaiten offenbarte „My baby just cares for me“ in einen Neuinterpretation von Friend`N Fellow und war dabei dank des ausgeprägten Live-Charakters zum Greifen nahe. Zuletzt lauschte ich Keri Nabels Klängen von „Last Warning“, erlebte ihre klare Stimme mit Emotionen weckenden feinziselierten Höhen und einen Klavieranschlag, der so klar und fest im Raum stand, dass man glaubte dabei zu sein. Dabei sind gerade Klavierklänge eigentlich eine typische Domäne von Class-A Endstufen. Die M8-700m Monos glänzten aber auch hier mit einer Klarheit, Durchzeichnung und Klangfarben, die ihres gleichen suchen.

Zwei dieser kräftigen Trafos werden in den jeweils identischen symmetrischen Verstärkerzüge eingesetzt
Zwei dieser kräftigen Trafos werden in den jeweils identischen symmetrischen Verstärkerzüge eingesetzt

STATEMENT

Ein Freund von mir sagte einmal, dass die meisten Audiophilen oft nur krampfhaft nach Fehlern suchten, anstatt sich an der Musikwiedergabe zu erfreuen. Daran ist sicher ein wahrer Kern. Bei den Musical Fidelity Monoendstufen kann man sich voll auf die Musik konzentrieren: Der Spaßfaktor ist enorm, denn die M8-700m erlauben sich keinen Fehler. Jede klanglich relevante Dimension meistern sie souverän und begeistern mit ihrer ungemein kraftvollen und authentischen Wiedergabe. Für mich war es Liebe auf den ersten Ton. Und das nicht nur in dieser Preiskategorie, sondern weit darüber hinaus!
Gehört mit
Plattenspieler Le Tallec Stad S
Tonarme Clearaudio Souther, Eminent 1
Tonabnehmer Van den Hul Grashopper
CD Transport Wadia 7
D/A Wandler Mark Levinson 360
Vorverstärker Classé Audio Omega und Gryphon Sonata Allegro
Endstufen mt -audio-design Monoblöcke
Lautsprecher Audiophil
Kabel Sun Wire Reference, Audioquest
Zubehör Copulare Aural Endstufenständer, Copulare Laufwerkstisch, Paralyse Rack Proto
Herstellerangaben
Musical Fidelity M8-700m
Ausgangsleistung 700 Watt pro Kanal an 8 Ohm (28 dbW), 1300 Watt an 4 Ohm
Verzerrwerte <0,005%
Rauschabstand >120 dB
Frequenzgang +0, -1dB, 10 Hz bis 80kHz
Eingänge 2x RCA Hochpegel, 1x Hochpegel (symmetrisch), 1x Trigger-Eingang, 3,5mm Mono Klinke ±4,5 bis ±15V DC
Abmessungen (BxHxT) 440 x 160 x 460 mm
Gewicht (unverpackt / verpackt) 30 kg / 35,5 kg
Farben schwarz und silber
Preis 10998 € (Paar)

Vertrieb
REICHMANN AudioSysteme
Anschrift Inhaber: Jürgen W. Reichmann
Graneggstrasse 4
78078 Niedereschach im Schwarzwald
Telefon +49 7728 1064
Fax +49 7728 1005
E-Mail info@reichmann-audiosysteme.de
Web www.reichmann-audiosysteme.de

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Die Aufnahmen dieses wunderbaren Konzertes waren nicht geplant, daher stand auch nicht das komplette, bewährte Aufnahme-Equipment zur Verfügung. Aber die Musik von Alain Jean-Marie und seinem Trio hat uns so fasziniert, dass ich sie Ihnen keinesfalls vorenthalten möchte

Eigentlich wollten meine Gattin und ich nur für eine in Kürze anstehende Analogaufnahme einen Teil der technischen Ausrüstung nach Neuburg bringen, da sie zur Gänze auch die Kapazität einen größeren Kombis überschreitet, was eben zwei Fahrten nötig macht. Es war geplant, sich den ersten Teil des Konzertes anzuhören und sich dann wieder auf den Weg nach Gröbenzell zu machen. Weder hatten wir die Musiker oder deren Management im Vorfeld um die Erlaubnis zur Aufnahme gefragt – was sich manchmal als reine Formsache, manchmal aber auch als ausgesprochen kompliziert erweisen kann –, noch hatten wir die Bryston-Mikrofonvorstufe mit dabei, mit der die Nagra VI erst zum vollwertigen Recorder für sechs Mikrofonsignale wird. Als die Geräte ausgeladen und im Lager des Birdland verstaut waren, schlug Manfred Rehm, der Vorsitzende des Jazzclubs, ganz spontan vor, die Band aufzunehmen. Während wir aus unserem arg eingeschränkten Fundus ein halbwegs stimmiges Set-up zusammenstellten, kümmerte er sich um das Einverständnis der Musiker: kein Problem. Und schon nach dem ersten Song stand fest, dass die Nagra bis zum letzten Ton des Konzertes an bleiben würde. Die Würdigung des Klaviertrio überlasse ich gerne Barbara Sagel, die den Auftritt in der Neuburger Rundschau rezensierte.

Alain Jean-Maries Virtuosität war nie Selbstzweck und beeindruckte gerade dadurch
Alain Jean-Maries Virtuosität war nie Selbstzweck und beeindruckte gerade dadurch

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Alain Jean-Marie Trio (02.05.2015)

Mit dem „Slow Boat To China“ begann die Jazzreise am Samstag im Birdland eigentlich gar nicht so slow, gar nicht so gemächlich wie der Titel vermuten lässt. Die Geschwindigkeit wurde schon eher von einem kleinen Außenbootmotor getrieben, den Bernd Reiter am Schlagzeug und Michel Rosciglione am Bass frisch voran und unablässig mit dem nötigen Treibstoff versorgten. Als Kapitän fungierte der renommierte französische Pianist Alain Jean-Marie am Flügel, der mit den ersten Tastenschlägen souverän den Takt vorgab. Solchermaßen „eingenordet“ war das Publikum im Hofapothekenkeller bereit für die vergnügliche Fahrt durch das Weltmeer der klassischen Standards. Dabei trafen die Passagiere – so liegt es in der Geschichte des Jazz – natürlich immer wieder auf die stilprägenden Landmassen zwischen Atlantik und Pazifik. Der von der französischen Karibikenklave Guadeloupe stammende und heute in Paris lebende Alain Jean-Marie machte dabei mehrfach deutlich, welches die maßgeblichen Akteure des Jazz waren. „Kein Duke Ellington, kein Jazz“, bemerkte der Pianist, nachdem die ruhigen Gewässer von „In a Sentimental Mood“ durchschifft waren. Der reiche, konzertante Klang des Flügels, das entspannt elegante Spiel Jean-Maries hatten das Publikum sanft in den Bann gezogen. „Ohne Thelonious Monk, kein Jazz“, hieß es weiter im Programm, und das berühmte „Round Midnight“ ließ den Österreicher Bernd Reiter die Becken seines Drum-Sets zart mit den Besen streicheln. Gehörig mehr Fahrt kam mit Joe Hendersons Bossa „Recordame“ auf. Und so richtig rasant wurde die Sache – „No Charlie Parker, no Jazz“ – und der Titel ist schon wieder trügerisch – mit „Relaxin‘ at Camarillo“. Keinesfalls entspannt, sondern hochenergetisch brachte das Trio mit dieser Nummer mehr als nur die Füße der Zuschauer zum Wippen. Vielmehr vibrierte wohl angesichts der enormen „Tightness“, angesichts des engsten Zusammenspiels zwischen Bass und Schlagzeug die Luft im Birdland. Voller Energie setzte der Italiener Michel Rosciglione die Töne des Kontrabasses in rasanter Abfolge genau auf die Schläge der Snaredrum. Solierend hielten die Musiker das dynamische Level, während einige wenige, aber genau die richtigen, außerirdischen hochperlenden Töne des Pianos die Spannung noch steigerten. Doch das war noch nicht alles. Nach der Pause gab es – „kein Jazz ohne Cole Porter“ – weiteren Up-Tempo-Swing mit „Don’t Know What Love Is“. In Ellingtons „Things Ain’t What They Used To Be“ bewies Rosciglione, dass der Bass auch zum Melodie-Instrument taugt. Und das ganz große Finale gelang dem Trio mit „Just in Time“. Super Schlagzeug, kleine Schläge auf das Gestänge können so reizvoll sein… Ein fulminantes, reiches, großartiges Pianosolo zum Abschluss – fast. Die Reise endete – „No Jazz without Blues“ – mit „After Hours“. Hier deutete sich noch eine neue stilistische Reiseroute an, der man gerne einmal folgen würde. Standards, ja – aber ganz und gar nicht auf Standardniveau!

Barbara Sagel

Michel Rosciglione vertraute auf seinen weittragenden Sound und schaltete den Verstärker nach dem ersten Stück ab
Michel Rosciglione vertraute auf seinen weittragenden Sound und schaltete den Verstärker nach dem ersten Stück ab

Da die Nagra VI leider nur über vier Eingänge mit Mikrofonverstärkern verfügt, wir die Bryston wie gesagt aber nicht im Gepäck hatten, mussten wir uns auf das Earthworks PianoMic System als Stütz- und das Neumann SM 69 als Hauptmikrofon beschränken. Beim letzteren wählten wir für beide Kanäle eine 8-er Richtcharakteristik, nahmen also in Blumlein-Konfiguration auf. Das ansonsten übliche Stützmikrofon für den Kontrabass musste leider entfallen. Und das war doppelt schade, da Michel Rosciglione nicht nur bezaubernde Bass-Linien und -Soli beisteuerte, sondern in Vertrauen auf seinen kräftigen Sound völlig akustisch spielte. Er ist zwar auch während lauterer Passagen seiner beiden Kollegen immer zu hören, hätte es aber verdient, ein wenig weiter in den Vordergrund gerückt zu werden: Deshalb haben wir für Sie „Things Ain’t What They Used To Be“, in dem der Bassist ein wenig in den Vordergrund tritt. Darüber hinaus versprechen wir, bei nächsten Besuch des Alain Jean-Marie Trios im Birdland bestimmt mit dem kompletten Equipment zugegen sein.

Bernd Reiter ist ein einfühlsamer Begleiter, der seine Becken und die Snare flüstern lassen kann, aber gerne auch heftig groovende, dynamische Akzente setzt
Bernd Reiter ist ein einfühlsamer Begleiter, der seine Becken und die Snare flüstern lassen kann, aber gerne auch heftig groovende, dynamische Akzente setzt

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PS: Immer mal wieder werden wir gefragt, ob man die Musik-Dateien denn nur auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen. Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen. Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft's.

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Freitag, 19 Juni 2015 02:00

SPL Phonitor 2

Seit dem Test des Phonitor vor vier Jahren hat sich auf dem Markt für Kopfhörer und die passenden Verstärker eine Menge getan, doch die analoge Simulation der Lautsprecherwiedergabe – hier kurz Phonitor-Matrix genannt – bleibt auch beim SPL in der Version 2 ein Alleinstellungsmerkmal.

Es dürfte an iPod und Co gelegen haben, dass Kopfhörer heute fast weltweit und in allen Altersgruppen deutlich mehr Aufmerksamkeit und Ansehen genießen als – sagen wir mal – vor zehn Jahren. Die Folge ist, dass niemals so viele hochwertige und -preisige Kopfhörer samt passenden Verstärkern angeboten wurden wie jetzt. Zu den speziellen Verstärkern ist sogar eine völlig neue Gerätegattung hinzugekommen: die Kombination von Amp und D/A-Wandler. Aber SPL ist fest im Professional-Audio-Sektor verwurzelt – schließlich stehen die Pulte aus Niederkrüchten unter anderem auch in Bob Ludwigs Studio oder bei Sterling Sound in New York. Da lässt man sich von solchen Trends nicht beeinflussen, auch wenn der Ur-Phonitor bei Hifi- und Musikfreunden ebenso erfolgreich war wie bei den Studio-Profis. Wie dem auch sei: Beim Phonitor 2 gibt es wie bei seinem Vorgänger keine Digitaleingänge mit nachgeschaltetem Wandler.

Der Phonitor 2 ist etwas breiter geworden und verzichtet auf die charakteristischen Griffe des Vorgängers
Der Phonitor 2 ist etwas breiter geworden und verzichtet auf die charakteristischen Griffe des Vorgängers

In puncto Eingänge hat sich dennoch etwas getan: Die Numero zwei bietet jetzt zwei XLR- und einen Cinch-Eingang. Und damit bringt sie die Grundvoraussetzung für eine puristische Vorstufe mit. Da ist es nur logisch, dass sich per DIP-Schalter im Geräteboden wählen lässt, ob an den XLR-Ausgängen das durchgeschleifte Eingangssignal anliegt oder ein vom motorisierten Alps-RK27-Potentiometer, das in Insiderkreisen auch unter dem Namen „Big Blue“ firmiert, geregeltes. Wer aus der Erwähnung eines Motor-betriebenen Lautstärkereglers gleich auf die Fernbedienbarkeit des Phonitor 2 schließt, liegt völlig richtig. Allerdings legt SPL weder eine Fernbedienung bei, noch verpflichtet man den Phonitor-Besitzer zum Erwerb eines speziellen Modells: Auf der Rückseite des Gerätes befindet sich der sogenannte „Learn Button“, nach dessen Betätigung eine Routine gestartet wird, die es erlaubt, das Gerät auf je eine beliebige Tasten einer vorhandenen Infrarot-Fernbedienung für die Pegelanhebung respektive -absenkung zu programmieren. Mit dieser cleveren Lösung zielt der Phonitor 2 nicht vorrangig auf den Einsatz als High-End-Monitor-Controler im Studio, sondern eher auf die Verwendung als minimalistische Vorstufe in der heimischen Hifi-Anlage, gerne in Kombination mit Aktiv-Boxen.

Die mit dem „VU Cal“-Schalter in der Empfindlichkeit umschaltbaren Pegelanzeigen leuchten beim Empfang in Infrarotsignalen einer verbundenen Fernbedienung kurz rot auf
Die mit dem „VU Cal“-Schalter in der Empfindlichkeit umschaltbaren Pegelanzeigen leuchten beim Empfang in Infrarotsignalen einer verbundenen Fernbedienung kurz rot auf

Dass SPL die aktuelle Entwicklung des expandierenden Kopfhörer-Angebots im Blick hat, erkennt man an der Neuentwicklung der Ausgangsstufe des Phonitor 2: Diese besitzt nun eine Ausgangsimpedanz von lediglich 0,18 Ohm, leistet an 120 Ohm 3,7 Watt und kann auch Kopfhörer ab einer Impedanz von zehn Ohm mühelos treiben. Ein Faktum, das mich vor vier Jahren noch völlig kalt gelassen hat, nun aber doch interessiert: Da Kopfhörer wie erwähnt immer mehr zum Thema werden, habe ich mich nach einer jahrelangen Entscheidungsfindungsphase kürzlich entschieden, für meine Arbeit in Hifistatement als persönliche Referenz einen Audeze LCD-X zu erwerben, da das offene Modell doch noch ein Stückchen besser klingt als der LCD-XC. Bei Aufnahmen benötige ich aber unbedingt ein geschlossenes Modell und zwar am besten eines, dass eine sehr ähnliche Klangcharakteristik wie mein Bezugspunkt bietet. Da ein zusätzlicher LCD-XC das Budget sprengen würde, fiel die Wahl auf den EL-8 closed back. Beide Magnetostaten sind obwohl relativ niederohmig zwar notfalls schon mit einem iPod anzutreiben, honorieren aber eine eine leistungsstarke Treiberstufe mit noch besserem Klang.


Mit dieser Maxtrix lässt sich auf rein analogem Wege der Klang eines Kopfhörers an den eines Lautsprechers in einem gegebenen Raum annähern, der von der Ausrichtung der Lautsprecher auf den Hörer und dem Übersprechen der beiden Kanäle aufeinander mitbestimmt wird. Wer den Klang von Lautsprechern mag, wird bei der Benutzung von Kopfhörern die Matrix zu schätzen wissen
Mit dieser Maxtrix lässt sich auf rein analogem Wege der Klang eines Kopfhörers an den eines Lautsprechers in einem gegebenen Raum annähern, der von der Ausrichtung der Lautsprecher auf den Hörer und dem Übersprechen der beiden Kanäle aufeinander mitbestimmt wird. Wer den Klang von Lautsprechern mag, wird bei der Benutzung von Kopfhörern die Matrix zu schätzen wissen

Aber viel störender als ein vielleicht leicht schwächelnder Verstärker ist für mich bei den meisten Kopfhörern die unnatürlich breite Spreizung des Stereopanoramas. Diesem Phänomen begegnet SPL mit der sogenannten Phonitor-Matrix. Dieser Schaltung liegt die Überlegung zugrunde, dass der Winkel zwischen den Lautsprechern und die Reflexionen beispielsweise des rechten Signals von der linken Seite des Raumes – oder anders: das akustische Übersprechen zwischen den Lautsprechern – zu einer weniger intensiven Wahrnehmung des Tieftonbereiches führten, als wenn die Treiber eines Kopfhörers das Signal direkt auf das Ohr strahlen. Mit dem Crossfeed-Regler lässt sich lautstärkeabhängig der Einfluss verschiedener Räume auf den Frequenzgang nachbilden. So wird beispielsweise bei der Stellung des Matrix-Schalters auf „Cr/A“ oder „All“ weniger Tieftonenergie an den Kopfhörer geliefert als bei der linearen Betriebsart ohne Korrekturschaltung. Während die Crossfeed-Schaltung vorrangig den Frequenzbereich beeinflusst, variiert die Speaker Angle-Einstellung hauptsächlich die Laufzeitunterschiede eines Signals auf den beiden Kanälen. Mit beiden Reglern zusammen soll es laut SPL-Chef Hermann Gier dann möglich sein, ein Klangbild zu simulieren, das dem der Lautsprecher im heimischen Hörraum recht nahe kommt. Dazu müsse man allerdings auch noch den Pegel eines virtuellen Mittensignals mit dem Center-Regler feinfühlig absenken, da dies durch die beiden anderen Korrekturen ansonsten ein wenig zu laut wahrgenommen werden würde. Während beim ersten Phonitor noch zwei Schalter bewegt werden mussten, um die vorgenommenen Einstellungen einfach mit dem Originalsignal vergleichen zu können, ist dies beim zweier allein mit dem Matrix-Schalter möglich: Der neue Phonitor ist noch ein wenig bedienungsfreundlicher. An dieser Stelle sollte ich noch erwähnen, dass der SPL mit seinem Phasen-, Solo- und Mono/Stereoschalter dem Studioprofi alle Möglichkeiten bietet, ein Stereosignal per Gehör zu analysieren.

Der Phonitor zwei bietet zwei XLR- und einen Cinch-Ausgang. Am symmetrischen Ausgang liegt ganz nach Wunsch das durchgeschleifte Eingangssignal oder ein in der Lautstärke geregeltes an
Der Phonitor zwei bietet zwei XLR- und einen Cinch-Ausgang. Am symmetrischen Ausgang liegt ganz nach Wunsch das durchgeschleifte Eingangssignal oder ein in der Lautstärke geregeltes an

Kommen wir zum zweiten Alleinstellungsmerkmal des SPL. Ich kenne zumindest keinen Kopfhörerverstärker, der über die 120-Volt-Technik verfügt: Die aktiven Bauelemente des Phonitor werden mit einer symmetrischen Gleichspannung von je 60 Volt gespeist. Höhere Versorgungsspannungen garantieren eine höhere Übersteuerungsfestigkeit – oder mehr Headroom – und geringere Verzerrungen, vorausgesetzt natürlich, die nachfolgende Schaltung kann dieses Plus an Energie nutzen. Allerdings gibt es keine integrierten Bauteile, die diese Spannung verkraften würden. SPL entwickelte daher die sogenannten SUPRA-OPs, diskret aufgebaute Operationsverstärker. Natürlich ruht man sich nicht auf seinen Lorbeeren aus und entwickelt die OP-Amps beständig weiter. So kommen im Phonitor 2 noch kleinere und leistungsfähigere Verstärker zum Einsatz als im Vorgängermodell.


Mit diesen Schaltern im Gehäuseboden lässt sich die Empfindlichkeit der Eingänge und die Art des Ausgangssignals – mit fixem oder geregeltem Pegel, mit oder ohne Beeinflussung durch die Matrix – wählen
Mit diesen Schaltern im Gehäuseboden lässt sich die Empfindlichkeit der Eingänge und die Art des Ausgangssignals – mit fixem oder geregeltem Pegel, mit oder ohne Beeinflussung durch die Matrix – wählen

Ich muss zugeben, dass mich die Idee der 120-Volt-Technik ziemlich beeindruckt hat. Ich ließ mich sogar dazu hinreißen, den Phonitor 2 kurz anstelle von Einsteins The Preamp in meine Kette einzuschleifen. Der SPL machte seinen Job überraschend souverän, reichte aber nicht an die faszinierende Aura des mit 18 Röhren bestückten, zehnmal so teuren Boliden heran. Der Einstein bot eine größere imaginäre Bühne und verwöhnte mit dem so schwer in Worte zu fassenden gewissen Etwas – eine Einsicht, die nicht gegen den Phonitor spricht, der ja außer einer Vorstufe zugleich auch noch ein hervorragender Kopfhörerverstärker mit Lautsprecher-ähnlicher Abbildung ist. Einige Tage später jedoch verabschiedeten sich zwei Feinsicherungen im Netzteil der Higher-Fidelity-Vorstufe, die im Wohnzimmer in der Anlage meiner Gattin Dienst tut – in Kooperation mit einem Brinkmann Avance, ein Accuphase-Tuner, Einsteins The Power Amp und Acapellas Violon MK VI. So übernahm der Phonitor 2 kurzzeitig die Rolle der damals ebenso kostspieligen wie anerkannt guten HF-Transistorvorstufe und sorgte für eine so offene und fein durchgezeichnete Wiedergabe, wie ich sie von dieser Kette bisher nicht kannte. Mir fällt jedenfalls keine andere Vorstufe zu diesem Preis ein, die so klar, sachlich und einfach ehrlich musiziert wie die Phonitor 2. Die Endstufe für den Kopfhörer gibt es da wie gesagt noch obendrein. Wer High-End-Komponenten gewohnt ist, wird schnell den einzigen Kritikpunkt am Phonitor 2 finden: seinen Gehäusedeckel. Der klingt nämlich lange nach, wenn man mal leicht dagegen klopft. Ein Problem, das SPL allerdings auch schon erkannt hat und in nicht allzu ferner Zukunft auf eine überraschende Weise beheben wird.

Um den Phonitor 2 mit einer beliebigen Infrarotfernbedienung zu koppeln, braucht man nur diese Taste zu drücken und den darum aufgedruckten Anweisungen zu folgen. Sehr praktisch!
Um den Phonitor 2 mit einer beliebigen Infrarotfernbedienung zu koppeln, braucht man nur diese Taste zu drücken und den darum aufgedruckten Anweisungen zu folgen. Sehr praktisch!

Da sich Erkenntnisse über Geräte ja am besten im A/B-Vergleich gewinnen lassen, fahndete ich in der Redaktion, im Fotostudio und bei den Kollegen nach einem Kopfhörerverstärker und stieß auf den Teac HA-501, den Bert Seidenstücker getestet und gelobt hatte. Ich habe erst einmal die passende Dämpfung für den LCD-X gesucht – high – und dann bei einigen Testscheiben mit dem Audeze zwischen den beiden Verstärkern gewechselt. Im minimal überbetonten Bassbereich gab es so gut wie keine Unterschiede, Feininformationen wie langsam verebbende Hallfahnen waren aber über den Phonitor länger zu vernehmen. Er bringt einfach mehr Auflösung, ohne dabei höhenbetonter oder heller zu klingen. Den deutlichsten Unterschied entdeckte ich aber bei ganz „normaler“ Pop- oder Rock-Musik, etwa bei Van Morrison oder Tom Waits. Bei etwa gleicher gemäßigter Lautstärke kam beim Teac leicht der Wunsch auf, lauter zu drehen. Der Phonitor 2 hingegen präsentierte die Songs schon bei geringerem Pegel voller Spannung und Intensität. Er verwöhnte selbst bei sehr gehörfreundlichen Lautstärken mit jeder Menge Information und Emotion: eine hervorragende Voraussetzung für stundenlangen Musikgenuss.

Wenn da nur nicht die unnatürlich breite Stereobasis wäre! Aber die verschwindet beim Phonitor 2 sofort, sobald man beim Matrix-Schalter „All“ wählt und damit die Crossfeed-, Speaker Angle- und Center-Einstellungen aktiviert: Der Klang löst sich von den Schallwandlern, die Stereobasis wird realistischer, weil schmaler, der bei allen mir bekannten Kopfhörern zumindest leicht überhöhte Bass wird ein wenig abgeschwächt und, auch wenn sich bei mir keine Vorne-Ortung einstellt, erscheint die Im-Kopf-Lokalisation deutlich weniger störend. Ja, man bekommt sogar eine glaubwürdige Vorstellung von der Größe des Aufnahmeraumes. So machen Kopfhörer auch eingefleischten Lautsprecherfans Spaß!


Aus dieser Perspektive erkennt man die SUPRA-OP-Amps nur schwer: Sie wurden auf der Platine hochkant stehend montiert
Aus dieser Perspektive erkennt man die SUPRA-OP-Amps nur schwer: Sie wurden auf der Platine hochkant stehend montiert

Auch der Wechsel vom LCD-X zum EL-8 closed back schmälert die Freude an so fröhlicher und spannender Musik wie Gianluigi Trovesis Dedalo nicht. Man muss den Phonitor 2 zwar ein kleines Stückchen weiter aufdrehen, um beim 8-er denselben Pegel wie beim LCD-X zu erreichen. Aber am häufigsten habe ich beim Phonitor zum mächtigen, zentralen Potiknopf gegriffen, um die Lautstärke zu reduzieren. Er bietet alles, was man sich wünschen kann, bei gehörschonenden Pegeln. Und dann vergisst man ihn einfach – und versinkt in der Musik. Aber ich sollte doch noch einmal kurz auf SPL und Audeze zurückkommen: Der EL-8 dürfte wohl noch ein wenig anspruchsvoller sein, was die ihn treibende Elektronik anbelangt. Mit dem Phonitor 2 erscheint mir der Unterschiede zum LCD-X noch ein wenig kleiner.

STATEMENT

Zur Zeit kenne ich keinen überzeugenderen Kopfhörerverstärker als den Phonitor 2: Er treibt auch sehr niederohmige Kopfhörer und bringt die Musik schon relativ leise so spannend und detailreich rüber, dass man moderate, entspannte und langzeitkompatible Pegel wählt. Zudem macht für mich erst die Phonitor-Matrix das Hören mit Audeze und Co zum wirklichen Genuss. Aber das war ja schon beim Ur-Phonitor so. Neu ist, dass Sie den Phonitor 2 auch unbedingt einmal ausprobieren sollten, falls Sie keinen Kopfhörerverstärker suchen, sondern eine grundehrliche, fein auflösende, symmetrische Vorstufe zum unschlagbaren Preis. Der ist übrigens nicht höher der des ersten Phonitor.
Gehört mit
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.10.2
Audioplayer Amarra Symphony 2.6, Audirvana, Pure Music
CD-Laufwerk Wadia WT3200
D/A-Wandler M2Tech Young DSD und Van der Graaf
Vorverstärker Einstein The Preamp
Endstufe Ayon Epsilon mit KT150
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kopfhörerverstärker Teac Reference HA-501
Kopfhörer Audeze LCD-X und EL-8 closed back, PSB M4U, Ergo 2
Kabel Precision Interface Technology, HMS Gran Finale Jubilee, Audioquest, Swiss Cables Reference, Goebel High End Lacorde
Zubehör PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste,Audioplan Powerstar HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Artesania Exoteric Rack, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv Silentplugs
Herstellerangaben
SPL Phonitor 2
Eingänge 2 x XLR elektronisch symmetriert, 1 x Cinch
Ausgänge 1 x XLR elektronisch symmetriert (Signal durchgeschleift oder im Pegel geregelt), 1 x 6,3-mm-Stereo-Klinkenbuchse (Kopfhörer)
Ausgangsleistung 2 x 1 W (600Ω), 2 x 2 W (300Ω), 2 x 3,7 W (120Ω)
Ausgangsimpedanz 0,18Ω
Frequenzgang 10 Hz bis 48d0 kHz (-3dB)
Gleichtaktunterdrückung -82dB
Übersprechen bei 1kHz -106dB
Klirrfaktor 0,00091% (bei 1 kHz, 0dBu Eingangspegel und Verstärkungsfaktor und 100kΩ Last)
Dynamikumfang 133,62 dB (unbewertet)
Maße (H/B/T) 99/277/305 mm
Gewicht 4,3 kg
Preis 1650 Euro

Hersteller
SPL electronics GmbH

Anschrift Sohlweg 80
41372 Niederkrüchten

Telefon +49 2163 98340

Fax +49 2163 983420
E-Mail info@spl.audio
Web www.spl.audio

Weitere Informationen

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    Deutsch English|
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Samstag, 18 Juni 2005 02:00

SPL

Hersteller
SPL electronics GmbH

Anschrift Sohlweg 80
41372 Niederkrüchten

Telefon +49 2163 98340

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