Das mit dem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis dürfte da schon eher zutreffen: Als ich die Phono Box auf einer der zurückliegenden klangBilder in Wien zum ersten Mal sah, wollte ich den Preis, den Heinz Lichtenegger, der Inhaber und Ideengeber von Pro-Ject nannte, nicht recht glauben. Eine Phonostufe für MM- oder MC-Systeme mit symmetrischen und unsymmetrischen Ein- und Ausgängen, der üblichen RIAA-Entzerrung und einer Decca-Variante, einem stufenlos variablen Eingangswiderstand für Moving-Coil-Tonabnehmer und einer für diese Preisklasse ungewöhnlich dicken Frontplatte in tadelloser Verarbeitung für deutlich unter 1000 Euro? Ein wirklich verlockendes Angebot! Ich muss zugeben, die Phono Box schon vor Monaten erhalten zu haben und auch sofort ausprobiert zu haben: Und ohne direkten Vergleich zu einem mehrfach teureren Vertreter ihrer Gattung kam nie der der Wunsch auf, wieder zum üblicherweise genutzten Entzerrer zurückzukehren.
Die Anpassung der Phono Box an MC- oder MM-Systeme geschieht nicht wie bei den meisten Mitbewerbern mit einem einfachen Schalter. Hier sind Verstärkung und Eingangsimpedanz getrennt voneinander einzustellen. Der Schalter ganz rechts auf der Frontplatte lässt einem die Wahl zwischen einer Verstärkung von 40, 50 und 60 Dezibel bei Benutzung der unsymmetrischen Eingänge und 46, 56 und 66 Dezibel beim Anschluss des Tonabnehmers an die XLR-Buchsen. Der Eingangswiderstand wird auf der Rückseite des Gerätes mit einem Schalter eines sogenannten Mäuseklaviers gewählt. Hier stehen die üblichen 47 Kiloohm und ungewöhnlich niedrige 10 Ohm zur Verfügung. Geht man von der bekannten Faustformel für den Abschlusswiderstand für MCs bei Verstärkerstufen aus – beim Anschluss an Step-Up-Transformatoren gelten andere Regeln –, nach der der Wert beim fünf- bis zehnfachen der Impedanz der Tonabnehmerspulen liegen soll, fallen mir spontan wenig Abtaster ein, die mit den zehn Ohm harmonieren.
Das ist aber nicht weiter tragisch: Zum einen variiert der optimale Abschlusswiderstand für ein und den denselben Tonabnehmer in Abhängigkeit vom Schaltungslayout der ersten Verstärkungsstufe recht beträchtlich, weshalb die erwähnte Faustformel nicht immer gültig sein muss. Zum anderen ist man bei der Phono Box nicht auf die beiden genannten Werte festgelegt: Wechselt man beim dritten Schalter von rechts von „F“ auf „V“ ist nicht länger der mit dem Mäuseklavier eingestellte fixe Widerstand wirksam, sondern das über den zentral angeordneten Drehknopf zu bedienende Potentiometer, mit dem sich der Abschlusswiderstand zwischen zehn und 1200 Ohm variieren lässt. Zur Bedämpfung von Hochtonresonanzen bei MM-Systeme können dem Eingang per Mäuseklavier drei Kondensatoren parallel geschaltet werden.
Ebenfalls auf der Geräterückseite finden sich zwei Kippschalter für die Wahl zwischen dem Cinch- und XLR-Eingang und die Aktivierung eines Subsonic-Filters. Die Funktionen zweier weiterer, bisher nicht näher beschriebener Schalter auf der Gerätefront sollen ebenfalls nicht verschwiegen werden: Einer schaltet des Ausgang stumm (mute) und der andere lässt – wie bereits erwähnt – die Wahl zwischen der RIAA-und der Decca-Entzerrung. Noch ein kurzer Blick ins Innere der Box: Die Verstärkung übernehmen Operationsverstärkter von Burr Brown und Analog Devices. Das Potentiometer für den Abschlusswiderstand ist ein schwarzes ALPS, und auch die Verarbeitung bietet keinerlei Anlass zur Kritik.
Gehört habe ich die Phono Box ohne Subsonic-Filter, mit der üblichen RIAA-Entzerrung und variablem Abschlusswiderstand. Für das Brinkmann-EMT im AMG-Arm habe ich trotz seiner für ein MC-System hohen Ausgangsspannung von über einem Millivolt eine Verstärkung von 66 Dezibel gewählt, was die Box aber keinesfalls übelnimmt: Die Schaltung besitzt ausreichend Head-room, um auch die Signale lauter MCs mit der höchsten Verstärkung verzerrungs- und kompressionsfrei verarbeiten zu können. Die Klangveränderungen durch die Variation des Abschlusswiderstand bleiben recht moderat: Je höher die Last, desto heller und lichter wird das Klangbild. Der Pegel steigt zu höheren Werten ebenfalls minimal an. Stimmiger, farbiger und erdverbundener klingt's hingegen mit eher niedrigen Lastwiderständen, was bei einigen Phonostufen allerdings auch dazu führt, dass die subjektiv empfundene Schnelligkeit der Wiedergabe abnimmt. Das braucht man beim Pro-Ject aber nicht zu befürchten: Der sprüht nur so vor Spielfreude. Nicht, dass mir diese oder seine anspringende Dynamik zuviel würden. Aber auch wenn ich mich beispielsweise bei Keith Jarretts Interpretation von „God Bless The Child“ für eine recht niedrige Lastimpedanz so um die 150 Ohm – und damit für ein etwas solideres Bassfundament und sattere Klangfarben – entscheide, ziehen einen die rhythmische Intensität und energiegeladene Spielweise des Trios unwiderstehlich in ihren Bann. Nicht nur diese Scheibe macht mit dem Pro-Ject einfach Spaß!
Das soll aber nicht heißen, dass die Box in weniger emotional besetzten, für den Hifi-Fan aber mindestens ebenso wichtigen Beurteilungskriterien wie etwa Durchzeichnung, Raumdarstellung und Detailfülle bei gleichzeitiger Integration der Feininformationen in den musikalischen Fluss auch nur geringste Schwächen erkennen ließe – zumindest, solange der Pro-Ject über symmetrische Kabel mit der Brinkmann-Vorstufe verbunden ist. Bei der Cinch-Verbindung stehen Spielfreude und Groove im Vordergrund, Subtileres wie Feinzeichnung und die Luftigkeit der Darstellung geraten aber ein wenig ins Hintertreffen. Ich wechsele also wieder zur symmetrischen Verbindung, die laut Bedienungsanleitung niemals gleichzeitig mit der unsymmetrischen betrieben werden sollte.
Jetzt wird aus einem preislich recht deutlichen Missverhältnis zwischen Phonostufe und Tonabnehmer ein krasses: Ich verbinde das Lyra Olympos im Thales Simplicity mit dem Pro-Ject. Aber es dürfte gewiss aufschlussreich sein zu erfahren, wie sich die Phono Box in einem gehobenen High-End-Umfeld behauptet: Auf dem Teller liegt ein Test-Klassiker der frühen 80er Jahre, Blow Up mit dem Isao Suziki Quartet auf Three Blind Mice (tbm-2515). Die Phono Box bringt das Klangspektakel „Aqua Marine“ mit jeder Menge explosiver perkussiver Effekte, einem fein angezerrten Fender Rhodes, tiefem Bassgrummeln und einem mit geradezu erschreckender Vehemenz gestrichenen Cello so dynamisch und aufwühlend rüber, dass man in den ruhigeren Passagen von der präzisen Feinzeichnung der Becken geradezu verblüfft wird. Hoch anzurechnen ist dem Pro-Ject auch, dass er selbst bei den heftigsten Pegeln nie die Übersicht verliert. Die Instrumente bleiben an ihrem Platz im Raum stabil.
Selbstverständlich macht eine solche Scheibe nur Spass, wenn man sie in entsprechender Lautstärke genießen kann. Dazu muss man diesem Fall den Pegelregler der Marconi Vorstufe schon ziemlich weit aufdrehen, da meinen Olympos-Tonabnehmer der Zusatz SL schmückt: Der besagt, dass sich nur eine Lage Wicklungen auf dem Spulenträger befindet, was einerseits der Reinheit des generierten Signal zugute kommt, andererseits aber die Ausgangsspannung des Tonabnehmers reduziert. Aber trotz hoher Lautstärke und extrem niederiger Ausgangsspannung ist Spielpausen am Hörplatz so gut wie kein Rauschen zu vernehmen. Auch in puncto Fremdspannungsabstand bietet die Phono Box nicht den geringsten Anlass zur Kritik.
Selbst in meiner recht hoch auflösenden und keinesfalls euphonischen Kette leistet sich der Pro-Ject nicht den geringsten ohrenfälligen Fehler. Da komme ich um den eigentlich unfairen Vergleich mit der vielfach teureren, symmetrischen Einstein-Phonostufe einfach nicht herum: Die macht dann zwar klar, dass bei Feinzeichnung und Plastizität der Raumdarstellung noch ein Stückchen mehr geht. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass der Pro-Ject so perfekt abgestimmt ist, dass Sie – wie ich zuvor – nicht das Geringste vermissen werden, wenn Sie keinen direkten Vergleich zu besseren und entsprechend teureren Entzerrern haben. Die Phono Box bietet unverschämt viel Klang für's Geld. Als Zugabe bekommt man die Decca-Entzerrung, die ich nicht brauche, und die stufenlose Eingangswiderstand-Regelung. Die macht es einfach, den für den Tonabnehmer und der Rest der Kette stimmigen Wert einzustellen, denn der Pro-Ject gehört nicht zu den Phonostufen, bei denen ein paar Ohm zwischen gut und böse entscheiden können wie zum Beispiel beim Omtex Antares.
GEHÖRT MIT | |
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Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil, Bergmann Sleipner |
Tonarm | AMG Viella 12‟, Thales Symplicity, Bergmannn Sleipner |
Tonabnehmer | Lyra Olympos und Titan i, Brinkmann EMT ti |
Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (sym) |
Vorverstärker | Brinkmann Marconi |
Endstufe | Ayon Epsilon |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kabel | Ortofon TSW 5000 Silber, Precision Interface Technology, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S |
Zubehör | PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv d.C.d Base, Feet und Silentplugs |
HERSTELLERANGABEN Pro-Ject Phono Box RS | |
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Eingangsimpedanz | fix 10 Ohm oder 47 kOhm, variabel 10 - 1200 Ohm |
Kapazitäten schaltbar | 100 µF, 120 µF, 200 µF |
Ausgangsimpedanz | 50 Ohm |
Verstärkung, MM / MC | RCA: 40, 43, 60 dB XLR: 45, 56, 66 dB |
Rauschabstand | MM 89 dB (97dB - IEC -A) MC 83 dB (91dB - IEC -A) |
Klirrfaktor, MM / MC | 0,01% / 0,05% |
RIAA Abweichung | Innerhalb 0,3 dB / 20 Hz – 20 kHz |
Subsonic Filter | 18 Hz / 24 dB / Oktave |
Input | RCA & XLR |
Output | RCA & XLR |
Netzteil | +/- 18 V, 300 mA DC; 220 - 240 V, 50Hz |
Maße B x H x T (T mit Buchsen) | 200 x 72 x 194 (200) mm |
Gewicht | 2000 g ohne Netzteil |
Preis | 800 Euro |
VERTRIEB ATR Audio Trade Hi-Fi Vertriebsgesellschaft mbH | |
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Anschrift | Schenkendorfstraße 29 45472 Mülheim an der Ruhr |
Telefon | 0208-882 660 |
Internet | www.audiotra.de |
Die D/A-Wandlung übernimmt eine Entwicklung von Andreas Koch, der vielen Hifi-Fans durch seine bestens beleumundeten Playback-Design-Wandler und -CD-Player und vor allem durch das für die Produktion von SACDs für Sony erstellte Sonoma-Studiosystem bekannt sein dürfte. Hifistatement-Leser werden sich an seinen Beitrag in der Rubrik Grundlagen zur Zukunft des DSD-Formats erinnern.
Nagra verwendet die Schaltungen der zugelieferten, aber speziell für die Anwendung im neue DAC konzipierten Wandler-Platine nur partiell: Nach dem Delta-Sigma-Wandler geht es direkt in eine enorm aufwändige, von Philippe Chambon entwickelte Schaltung. Das Signal durchläuft hier einen Impedanzwandler, der keinerlei Strom- oder Spannungsverstärkung vornimmt, und gelangt danach zu einem sehr komplexen Zwischenübertrager. Schon das verwendete Eisen unterscheidet sich von den üblicherweise eingesetzten Sorten. Ein Resultat des Aufwands: Von zehn Hertz bis 100 Kilohertz soll der Trafo nahezu phasenlinear arbeiten. Von der Sekundärseite geht es dann weiter zu einer Militärversion einer ECC82-Röhre, die aber ebenso wie der Impedanzwandler weder verstärkt noch mit Gegenkopplung arbeitet. Die notwendige Verstärkung bewirkt einzig und allein der Zwischenübertrager. In der aktuellen Version wird das Signal über Kondensatoren von Mundorf ausgekoppelt, es laufen aber noch Experimente mit Zinn/Teflon-Kondendatoren, die eigens für Nagra gefertigt werden. Da die gesamte Schaltung unsymmetrisch ausgelegt ist, wird das Signal für die XLR-Buchsen der Serienversion ganz klassisch trafosymmetriert.
Selbstverständlich werden Analog- und Digitalteil von getrennten externen Netzteilen versorgt. Das können zum einen die von Melody und Jazz bekannten Stromversorgungen sein oder aber das neue MPS-Netzteil, das im Nagra-typischen Gehäuse mit dem charakteristischen Anzeigeinstrument untergebracht ist und vier Verbraucher mit Energie versorgen kann. Nach den beiden Netzteilen sorgen dann mindestens 22 Spannungsversorgungen für ausreichend Energie für die einzelnen Baugruppen. Philippe Chambon will keinesfalls ausschließen, dass es bei der Serienversion auch noch zwei mehr sein könnten. Der Takt der verschiedenen Schaltnetzteile wird von einer Masterclock synchronisiert, wobei das Zeitsignal optisch verteilt wird, um die galvanische Trennung der Schaltnetzteile zu garantieren.
Bei der Konzeption der analogen Ausgangsstufe hat Philippe Chambon immer wieder die harmonischen Spektren von auf einer analogen Nagra IVS-Tonbandmaschine aufgezeichneten Songs mit denen vom neuen DAC reproduzierten verglichen und versucht, beide einander möglichst weit anzugleichen. Ich habe mich allerdings verpflichtet, zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Details weiterzugeben. Diese Verpflichtung gilt erfreulicherweise nicht für die Höreindrücke, die ich im Nagra-Hörraum gewinnen durfte. Einige Ein- und Ansichten der hölzernen Raum-im-Raum-Konstruktion finden Sie übrigens im Bericht über einen früheren Besuch in der Firma.
Die Kette im Hörraum bestand aus einem CDP CD-Player, der die Daten für den neuen DAC lieferte. Dieser war über ein Potentiometer mit einer MSA Transistorendstufe verbunden, die zwei Verity Audio Lohengrin II antrieb. Die Verkabelung stammte durchgängig von Purist Audio Design. Meine erste Testscheibe brachte keinerlei Erkenntnisse über die Qualität des neuen DACs. Ich brauchte erst einmal eine gewisse Zeit, um mich an den Klang im Nagra-Hörraum zu gewöhnen: Im Tiefbass-Bereich gibt es noch einige kleine Problem, ansonsten spielte die Anlage auf extrem hohen Niveau und machte es einem leicht, sich klanglich wie zuhause zu fühlen. Bei der zweiten und dritten CD kristallisierte sich dann immer stärker heraus, dass die räumliche Abbildung stabiler, plastischer und präziser gelang, als ich das von den bekannten Test-Tracks her kannte. Dynamik, Klangfarben und Timing ließen keinerlei Wünsche offen, übertrafen aber die bisherige Hörerfahrungen in den eigenen vier Wänden nicht.
Ein wenig anders sah es da aber schon bei der Fülle der Details aus, die die Nagra-Kette aller bestens in den musikalischen Fluss integriert präsentierte. Hier hatte sie mehr zu bieten, als ich bisher gewohnt war. Auch beim vierten Testspektakel beeindruckten wieder Geschwindigkeit, Druck und Rhythmus, aber die Paradedisziplin der Anlage ist einfach diese zum Greifen realistische und stimmige räumliche Darstellung. Ein kurzer Wechsel auf den im CDP integrierten Wandler samt zusätzlicher Vorstufe machte dann schnell klar, dass die so ungemein faszinierende Raumdarstellung wirklich dem neuen DAC geschuldet ist. Gegen einen möglichst baldigen Test des DACs in den eigenen vier Wänden würde ich mich wahrlich nicht sträuben.
Wenn man dann noch bedenkt, dass diese fantastischen klanglichen Leistungen mit Daten einer CD möglich sind, die nicht aus einem Festspeicher ausgelesen werden, und auch keine Musik-Dateien in hoher Auflösung oder gar DSD im Spiel waren, kann man nur sagen: Nagras DAC-Projekt ist überaus vielversprechend.
PS: Der Preis soll bei etwa 15000 Euro liegen, mit dem MPS werden es 18000 Euro sein
HERSTELLER Nagra | |
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Anschrift | Chemin de L'Orio 30A CH-1032 Romanel Switzerland |
Internet | www.nagraaudio.com |
VERTRIEB Gaudios KG | |
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Anschrift | Brandhofgasse 11
A-8010 Graz |
Telefon | +43 316 337175 |
info@gaudios.info | |
Internet | www.gaudios.info |
THIXAR – hinter diesem Namen steht Herr Dirk Rüdell, von Beruf Diplom Labor-Chemiker. Als ihm vor einigen Jahren der Erfolg und auch die Familie gestatteten, sich eine hochwertige HiFi-Anlage zuzulegen, stellte sich die Frage nach der sinnvollen Aufstellung. Mit seinem Fachwissen aus der Chemie entwickelte er in zahlreichen Hörtests Absorber, die aus Acryl- oder MDF-Gehäusen mit speziellen Silikon-Kernen bestehen. Dieses Material wird eigens für ihn produziert. Der Produktname THIXAR leitet sich aus dem chemisch-technischen Fachbegriff Thixotropie ab. Er beschreibt das Phänomen der Stabilisierung von Gelen nach Einwirken einer Energie wie Schütteln (zum Beispiel bei Ketchup) oder Vibrationen. Flüssige Stoffe, die diese Eigenschaft besitzen, sind thixotrop. Die Konsistenz des Silikons der THIXAR-Dämpfungsschicht ist in mehrfacher Hinsicht entscheidend. Fertigungstechnisch muss die Viskosität des Dämpfungs-Gel eine dauerhafte formstabile Verarbeitung garantieren. Akustisch soll die Dämpfung mit unterschiedlichen Massen kombinierbar sein und sowohl bei gewichtigen wie auch bei leichten HiFi-Geräten funktionieren. Die Wirkung muss ein breites Frequenzspektrum, besonders auch in den Tiefen erfassen, wo Trittschall-Störungen deutlich hörbar werden. Gerätebasen sollen zum einen die Gehäuse-Resonanzen der darauf platzierten Geräte unterdrücken, möglichst völlig vernichten. Zum anderen sollen sie den Schall von außen wie Trittschall oder durch die Musik selber erzeugte Schwingungen vom Gerät fern halten. Oder anders gesagt, es geht darum, einen akustischen Teufelskreis aus mechanischen Störungen zu durchbrechen. Eine beeindruckend perfektionierte Lösung für diesen Zweck ist der Silencer, den das deutsche Unternehmen Accurion herstellt und der auch von Dirk Rüdell verkauft wird. Der Pferdefuß beim Silencer ist der Preis von annähernd 20000 Euro für eine Basis, also pro Gerät. Ich habe den Silencer bei einer Vorführung auf den Norddeutschen HiFi-Tagen kurz in Augen- und Ohrenschein nehmen können. Seine Wirkung ist unglaublich. Das Angebot, ihn zu testen, habe ich für einen späteren Zeitpunkt angenommen. Denn das Konzept der von Herrn Rüdell selbst entwickelten THIXAR Basen erscheint mir derart interessant, dass ich diese vorrangig probieren und Ihnen davon berichten möchte. Es gibt drei unterschiedliche Modelle. Die Beschaffenheit des speziellen Silikons, welches in seinen Eigenschaften einzigartig ist und ausschließlich bei THIXAR Anwendung findet, bedarf sorgfältigster Verarbeitung. Dies geschieht in der Manufaktur in Düsseldorf in handwerklicher Einzelanfertigung. Auch die Preise der verschiedenen Größen deuten auf das hohe Maß an handwerklichem Aufwand. Denn die unterschiedlichen Größen differieren nur recht gering im Preis. Der Unterschied im Materialaufwand schlägt kaum zu Buche. Die Basen tragen sogar Serien-Nummern. Dies ist mir bei vergleichbaren Produkten noch nie begegnet.
„Entrance“ heißt das kleine Modell. Es besteht aus einem Sandwich aus schwarzem Acryl, Dämpfungsmaterial und wieder schwarzem Acryl. Aus der unteren Acryl-Platte ragen fünf hochwertige Aluminium-Gewindebuchsen zur Aufnahme von drei oder vier Stahl-Spikes heraus. Diese gehören ebenso zum Lieferumfang wie vier passende Konterteller, die helfen, Beschädigungen des Unterbaus zu vermeiden. Die Ankopplung über Spikes an den Untergrund ist sicher in den meisten Fällen die optimale Lösung. Sollten Spikes nicht gewünscht sein, lassen sich in den M6 Gewinden auch andere Füße einschrauben, wie man sie in Fachgeschäften und gut sortierten Baumärkten findet. Schön, wenn ein Hersteller individuellen Gegebenheiten und Wünschen so flexibel entgegenkommt. Die Abmessungen der Entrance sind 45 mal 36 Zentimeter. Das passt für fast jede Elektronik und für viele Plattenspieler. Auf Wunsch gibt es auch Sonderanfertigungen in Größe und Farbe, was auch für die beiden teureren Modelle gilt.
Die aufwendigeren Basen Silence und Silence Plus gibt es serienmäßig in den Maßen 45 mal 36 oder 50 mal 44 cm Zentimeter. Diese Basen bestehen aus lackiertem MDF und dem THIXAR Gel-Kern, unterscheiden sich aber deutlich in Aufbau und Preis. Die Silence ist standardmäßig schwarz lackiert und hat unterseitig fünf eingelassene M6-Gewindebuchsen zur Aufnahme von drei oder vier Spikes. Die Aufstellung gleicht also dem Modell Entrance. Die Silence hat ein geschlossenes MDF Gehäuse. Es ist innen mit THIXAR Gel gefüllt ist. Die gespikete Bodeneinheit ist von der oberen Stellfläche und den Seitenteilen über eine elastische Fuge entkoppelt. Diese ist notwendig, damit das Gel auch bei starken Belastungen niemals austreten kann, sondern einen formstabilen Dämpfungs-Kern bildet. Die Silence ist mit 4,8 Zentimeter Stärke ohne Spikes genau doppelt so hoch wie die kleinere Schwester Entrance. Die Silence in der größeren Ausführung erlaubt auch die Aufstellung ausladender Plattenspieler oder großer Endstufen.
Die Silence Plus schlägt in der großen Ausführung mit 1590 Euro zu Buche ist somit deutlich kostspieliger als die Silence für 700 Euro. Sie ist jedoch auch völlig anders aufgebaut und ihre Wertigkeit zeigt sie schon äußerlich in der haptisch sehr sympathischen grau-schwarzen Nextel-Lackierung. Auch die Aufstellung unterscheidet sie von ihren Geschwistern. Die ebenfalls 4,8 Zentimeter starke Silence Plus soll flach auf dem Untergrund aufliegen, hat also keine Spikes. Von außen betrachtet wirkt sie zweigeteilt: Das Unterteil macht zwei Drittel der Höhe aus. Eine Nut trennt es mechanisch und auch optisch chic vom flacheren Oberteil. Neben dem THIXAR Gel sind im Inneren je eine Schicht aus Naturkork und einem weiteren Material verarbeitet, dessen Beschaffenheit Herr Rüdell als Betriebsgeheimnis für sich behalten möchte. Die obere Einheit lässt sich gegen den unteren Teil in geringem Umfang bewegen. Sie schwimmt sozusagen auf den Dämpfungs-Lagen, ist aber absolut stabil und verändert die Lage auch nicht, wenn man sie mit sehr schwerem Gerät belastet.
Zum Test der Basen habe ich sie auf die gespiketen Absorber-Platten meines Racks von Creaktiv Audio gelegt. Dies bedeutet, dass der Untergrund akustisch schon sehr ordentlich ist. Es bietet sich an, zuerst ein HiFi-Gerät mit bewegten Teilen zu probieren, da dort naturgemäß eine gewisse Unruhe bereits immanent ist. Somit legte ich die Silence Plus zuerst unter meinen Plattendreher. Manuel de Fallas Der Dreispitz mit dem Boston Symphony Orchester unter Seiji Ozawa und mit Theresa Berganza aus dem Jahr 1977 war das erste Musikstück. Die Veränderung in der musikalischen Darstellung war nicht zu überhören. Sie war genauso spektakulär wie überraschend. Verbesserungen erwarte ich eigentlich immer in die gleichen Richtungen, nämlich mehr: mehr Raum, mehr Klangfarben, mehr Körperhaftigkeit, mehr dynamische Struktur und Feinzeichnung oder genaueres Timing. Hier war ich erst einmal perplex. Aber die Unterschiede erschlossen sich deutlich. Die räumliche Ausbreitung der Instrumente hat abgenommen. Ich legte weitere Scheiben auf den Teller, um meinen ersten Eindruck zu hinterfragen: Beggars Banquet der Stones in der remasterten Abkco Ausgabe von 2003, Louis Armstrong und Ella Fitzgerald in mono auf dem 2011 erschienen 3-fach Album von Vinyl-Passion und Dillons This Silence kills. Der Effekt war gleich, wenn auch unterschiedlich ausgeprägt. Die Räumlichkeit war bemerkenswert. Wenn sich ohne die Silence Plus die Bühne nach hinten geöffnet hatte und sich Instrumente links und rechts über die Lautsprecher hinaus ausbreiteten, so sind sie nun dichter beieinander.
Die Tiefe des Raumes bleibt erhalten, ist vielleicht sogar ein wenig größer. In der Breite jedoch zeigt das musikalische Geschehen eine neue Geschlossenheit. Die Musiker standen plötzlich auf einer beschreibbaren Bühne und fielen nicht mehr links oder rechts undefiniert aus dem Rahmen. Die Instrumente und Stimmen erschließen sich fassbarer. Alle Stimmen gewannen unüberhörbar an Körper und Substanz, was mir besonders bei der Ella und Louis in Mono imponierte. Aus der Tiefe des Raumes kommen klar konturiert und voluminös etwa die Kesselpauken. Gleichzeitig ist die Differenziertheit der Instrumente und Stimmen klarer und standfester – eindeutig schöner und mit mehr Ordnung. Nach längerem Hören, auch an folgenden Tagen, hatte ich stets das Gefühl, dass die THIXAR Basis irgendwie eine angenehme Ruhe in die Musik einbringt. Dies tut sie ohne die geringste Spur von Dynamik-Begrenzung. Im Gegenteil: Durch die Standfestigkeit im musikalischen Geschehen erscheint das Klangereignis oft noch explosiver und packender. Ich musste noch etwas anderes probieren. Mein Musikzimmer in unserem Wohnhaus von 1973 hat Bodenfliesen. Trittschall überträgt sich sehr deutlich auf meine Anlage. Zum Test senkte ich also den Tonabnehmer bei stehendem Plattenteller und stellte die Lautstärke etwas höher als üblich. Kräftig trat ich an einer bekannt empfindlichen Stelle des Fußbodens auf. Üblicherweise überträgt sich dies hörbar mit einem kräftigen Wummern auf die Lautsprecher. Mit der Silence Plus war dies Phänomen deutlich unterdrückt. Eine eindeutiger Beweis für die hervorragende Dämpfung der THIXAR Basis im Bereich tiefer Frequenzen.
Nun habe ich die gleiche Hörprobe mit der gespiketen Silence Basis wiederholt. Das Ergebnis war leicht abgeschwächt, aber ähnlich: Bei großer Lautstärke war die Silence Plus in puncto Sauberkeit überlegen. Der Trittschalltest fiel für die Silence nicht ganz so beeindruckend aus. Dies bedeutet, dass die Silence Plus noch besser in der Lage ist, Störungen in den Tiefen zu unterdrücken. Bei der musikalischen Bewertung liegen die zwei Basen in meiner Test-Konfiguration nicht sehr weit auseinander. Die preisgünstige Entrance machte ihren Job ebenfalls ausgezeichnet, aber mit größerem Abstand zur Silence Basis als diese zur Silence Plus. Mit Blick auf den Preis hätte ich in meinem Fall für den Plattenspieler die Silence Basis ausgewählt.
Aber es gibt ja noch andere Geräte als Plattenspieler. Als nächstes war mein Röhren-Vorverstärker an der Reihe. Nicht so ausgeprägt wie beim Plattenspieler traten ähnliche Eigenschaften deutlich hervor. Hier zeigte sich die Silence Plus als mein Favorit. Vor allem die Ruhe, die sich einstellte, war angenehm entspannend und steigerte das Hörvergnügen. Das tat sie auch beim Versuch unter meinem Apple MacMini und dem Antelope Wandler, die beide gleichzeitig auf der Basis standen. Leicht Nerviges, was der digitalen Wiedergabe oft anhaftet, wurde gemildert. Dies allein macht die Anschaffung der Basis in einer hochwertigen Kette schon überlegenswert. Auch unter Endstufe und CD-Laufwerk verbesserten die Basen den Klang. Auffällig war stets mehr Ruhe und Ordnung im Geschehen, wobei die Dynamik auch im Feinen mal mehr, mal weniger zulegte.
Die verschiedenen THIXAR Basen zeigen in Abhängigkeit von ihrem Einsatz bei unterschiedlichen HiFi-Komponenten für mich eine große Ähnlichkeit in ihrer Wirkung. Dies bedeutet, dass sie sorgfältig entwickelt wurde und Herr Rüdell klare Vorstellungen von seinen Zielen hat. Wir wissen, dass Verbesserungen, je weiter sie gehen, immer teurer bezahlt werden müssen. Dies ist auch bei THIXAR der Fall. Dennoch hat mich die hochwertige Lösung vor allem bei Vorverstärker, Computer/Wandler und CD-Spieler beeindruckt. Die Silence Plus ist sicher nie die falsche Wahl. Je nach HIFI-Komponente und Größe des Portemonnaies kann aber die Silence oder die Entrance die vernünftigere Variante sein, die nichts vermissen lässt. So war es in meinem Fall beim Plattenspieler. Dieser Test wurde, wie erwähnt, auf hochwertigem Möbel als Unterbau ausgeführt. Bei schlechteren Platzierungen, kann ich mir den musikalischen Gewinn noch weit evidenter vorstellen. Praktisch an der Konzeption bei THIXAR ist die Möglichkeit, durch Ausprobieren zu Hause die richtige Basis für das jeweilige Gerät zu finden. Man muss nicht gleich ein maßgeschneidertes Rack beim Händler ordern. Es lohnt sich, Schritt für Schritt, die Veränderungen zu entdecken. Nach meinen Erfahrungen ist dies keine Qual der Wahl, sondern ein Hörvergnügen.
GEHÖRT MIT | |
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Computer | Apple MacMini / OS X 10.6.8 / Amarra 2.4 /Antelope Zodiac plus |
CD-Player | Primare DVD 30 /Antelope Zodiac plus |
Plattenspieler | Kenwood KD-990 mit Kunststeinauflage |
Tonabnehmer | Benz-Micro Glider L2 |
Phonostufe | Primare R-20 |
Vorverstärker | T+A P-10 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern |
Equalizer für Bass | LA-Audio EQ 231G |
Endstufen | Primare A-32 (2 x) für Bass, Spectral DMA 100 S mit Enacom oder Air Tight ATM-3 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern für Mittelhochton |
Lautsprecher | Triangle Magellan Grand Concerto sw2 (Bi-Amping) |
Kabel | Audioquest Diamondl und Coffee USB, Inakustik Black&White NF-1302, Mogami 2549, QED Genesis Silver Spiral mit Enacom LS, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen |
Möbel | Creaktiv Audio mit Absorberböden |
HERSTELLERANGABEN Entrance | |
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Größe | 45cm x 36cm schwarz Acryl |
Preis | 300 Euro inkl. Spikes Sonderanfertigungen möglich |
HERSTELLERANGABEN Silence | |
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Größe | 45cm· x 36 cm oder 50cm x 44 cm MDF schwarz lackiert |
Preis | 650 Euro / 700 Euro inkl. Spikes |
HERSTELLERANGABEN Silence Plus | |
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Größe | 45cm x 36 cm oder 50cm x 44cm MDF Nextel grauschwarz |
Preis | 1520 Euro / 1590 Euro |
Vertrieb THIXAR | |
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Ansprechpartner | Dirk Rüdell |
Telefon | +49 211 3618 1657 |
info@thixar.de | |
Internet | www.thixar.de |
Als Andreas Schönberg begann, die traditionsreiche Marke Audio Exklusiv wiederzubeleben, stieß er mit einem seiner Entwickler auf einen relativ festen und extrem feinporigen Schaum, der Vibrationen aufnimmt und sie in Wärme umsetzen soll. Er entfaltet seine segensreiche Wirkung in den an dieser Stelle schon vor geraumer Zeit vorgestellten Silent Plugs und kommt natürlich auch in den Verstärkern zum Einsatz: Bei P7 und P11 beruhigt er beispielsweise die Abstandshalter zwischen Gehäuse und Platinen, die Befestigungsschrauben und selbst die Knöpfe von Potentiometern und Schaltern. Da die genannten Verstärker mich mit ihrem überaus günstigen Preis/Genuss-Verhältnis nachhaltig beeindruckten und – wie im Test der WBT-Polklemmen beschrieben – auch vier der kleinen Stangen in den Anschlussterminals der LumenWhite nicht unbeträchtliche klangliche Verbesserungen brachten, fiel es Andreas Schönberg nicht schwer, mich auch auf seine neuste Kreation neugierig zu machen: ein recht unscheinbares Plexiglas-Plättchen mit einer Vielzahl dicht beieinanderliegender paralleler Bohrungen, die mit dem weißen Material gefüllt wurden. Natürlich verriet der Entwickler auch diesmal keine weiteren Einzelheiten über den Stoff, der – wie wir inzwischen wissen – Resonanzen bekämpfen soll, ohne die Dynamik einer Komponente zu beeinträchtigen.
Die Form des Plättchens hatte Andreas Schönberg so gewählt, dass es gut an einen Pro-Ject-Arm passt, mit dem er erste Experimente gemacht hatte. Diese waren zu seiner vollsten Zufriedenheit ausgefallen, so dass er sich traute, das noch nicht komplett fertige Produkt zum Testen herauszugeben. Da ich nicht weiß, wie groß oder klein die klanglichen Veränderungen durch das Silent Head sein werden, wählte ich einen Arm, der möglichst kurze Umbauzeiten garantiert: den leicht zu justierenden SME V, dessen Headshell im Gegensatz zu den meisten Armen ja keine Langlöcher aufweist, so dass eine Einstellung des Überhangs an dieser Stelle und damit beim Einbau der Dämpfungsplatte entfällt. Um es dem Silent Head nicht allzu leicht zu machen, habe ich mich gegen einen Tonabnehmer mit einem resonanzanfälligen, geschlossenen Gehäuse und für die durch den Verzicht auf parallele Flächen mechanisch optimierte EMT-Variante von Roksan entschieden: das Shiraz. Das ist mit seinem recht reduzierten Korpus leicht genug, um den SME V auch mit den zusätzlichen 2,5 Gramm des Silent Head nicht an seine Grenzen in puncto Systemgewicht zu bringen.
Die – wie erwähnt – nicht speziell auf diesen Einsatzort ausgelegte Form des Prototyps passt erfreulicherweise gut in den Fünfer. Auf dem Weg zur Serienreife, den das Silent Head bis zur High End erlangt haben soll, muss Andreas Schönberg noch festlegen, in welchen Formen das Plättchen zu haben sein soll. Zumindest eine breitere und eine schmalere Version, die auch in U-förmigen Headshells wie denen von Breuer und Brinkmann Platz findet, wäre sinnvoll.
Die Menge der theoretisch zu berücksichtigenden Parameter – man denke nur an das Anzugsmoment der Befestigungsschrauben des Systems oder der Schrauben zur Arretierung des Armschafts nach erfolgter Höheneinstellung – bringen Aussagen über willentlich vorgenommene Veränderungen schnell in einen Unschärfebereich, wenn die resultieren Klangunterschiede nicht gerade deutlich ausfallen. Das tun sie aber glücklicherweise beim Silent Head: Bei enorm aussagekräftigen und damit nahezu unverzichtbaren Reissue von Bang, Baaroom And Harp sorgt das Dämpferplättchen für einen größeren imaginären Raum, der vor allem in der Tiefe deutlich expandiert. Instrumente werden besser voneinander getrennt, feinste Schallereignisse präziser abgebildet. Da erreichen Arm, System und Dämpfer ein Niveau, dass ich sonst nur noch von höherwertigen Tonabnehmern und vor allem Tonarmen kenne. Auch in puncto Feindynamik legen Shiraz und Fünfer noch einmal ein gutes Stückchen zu. Zudem erscheint die Wiedergabe ein wenig farbiger, ganz so, als habe man einen leichten Grauschleier entfernt. Das Silent Head erzeugt keinen Effekt und auch keine Färbung des Klanges, sondern lässt das Roksan so agieren, als befinde es sich in einem der allerbesten Tonarme überhaupt. Den bisherigen Eindruck ändern auch andere bekannte Scheiben nicht: Das Plättchen sorgt für eine bessere Durchzeichnung, der Bass wird ein klein bisschen fülliger, bleibt aber dennoch bestens konturiert. Auch der Effekt, dass etwas mehr Bassfülle Tempo und rhythmischer Pointierung eher abträglich ist, tritt hier nicht auf. Die Größe der Darstellung gewinnt dank des Silent Head ebenfalls. Dabei stößt man nicht plötzlich auf bisher nicht Gehörtes, sondern lediglich auf bisher vom Shiraz im SME nicht Gehörtes. Von absoluten Weltklasse-Armen oder einer der wenigen Top-Abtaster bekommt man diese Spitzenleistungen schon geboten.
GEHÖRT MIT | |
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Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil |
Tonarm | AMG Viella 12‟, SME V |
Tonabnehmer | Brinkmann EMT ti, Roksan Shiraz |
Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (sym) |
Vorverstärker | Brinkmann Marconi |
Endstufe | Ayon Epsilon |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kabel | Precision Interface Technology, Audioquest Wild Blue Yonder und Wild Wood, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S |
Zubehör | PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv Silentplugs, AHP Sicherungen |
HERSTELLERANGABEN Audio Exklusiv Silent Head | |
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Abmessungen | werden noch bekanntgegeben |
Gewicht | circa 2,5g |
Preis | 200 Euro |
HERSTELLERANGABEN Audio Exklusiv Andreas Schönberg | |
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Anschrift | Neugasse 3
61203 Reichelsheim |
Telefon | 0 60 35 - 9 68 44 13 |
info@audio-exklusiv.de | |
Internet | www.audio-exklusiv.de |
Zwei Exemplare dieser mit Röhren bestückten neuen Gerätelinie stehen seit einiger Zeit bei mir im Hörraum: der Vollverstärker A5.2T – das T steht für die Röhren – und der dazu passende CD5.2. Aber bevor es an das durchaus interessante Innenleben geht, erst einmal zum Äußeren. Das ist schlicht und schön – wie immer. Mir gefällt’s – auch wie immer. Ich mag das minimalistische „Bauhaus-Design“ der AVM-Komponenten. Die Vorderfront des Vollverstärkers wird eingenommen durch die großen, griffigen Drehregler links und rechts. Dazwischen liegt das auch vom Hörplatz aus gut ablesbare Display. Unterhalb desselben gibt es noch fünf kleine Tasten und rechts neben dem Lautstärkeregler eine Kopfhörerbuchse, die seit neuestem auf 3,5 Millimeter geschrumpft ist. Das liegt daran, dass diese nun auch als Eingang dienen kann und praktisch alle gängigen MP3 Player daran analogen Anschluss finden können. Das komplette Gehäuse ist aus dickwandigem Aluminium gefertigt, das Ganze exzellent ausgeführt – wie immer. Neu ist der Glasausschnitt im hinteren Drittel auf der Oberseite des Verstärkers. Durch diesen lässt sich ein Teil des piekfeinen Innenaufbaus bewundern und die zwei verbauten Röhren können bei der Arbeit betrachtet werden. Aber dazu gleich mehr. Die Rückseite des A5.2T ist üppig bestückt. Auch symmetrische Ein- und Ausgänge sind vorhanden. Der Clou aber ist die Erweiterbarkeit um verschiedene Module. Mein Testgerät war voll ausgerüstet mit Phono MM/MC, UKW Tuner und D/A-Wandler Sektion, die treiberlos funktioniert, allerdings auch nur Signale bis 16bit/48kHz verarbeiten kann.
Das Innenleben des A5.2T ist technisch hochinteressant, denn die zwei ECC83S Röhren sitzen direkt vor zwei Hypex-Class-D-Verstärkermodulen und steuern diese über Ihre Kennlinie an. Diese mit Doppeltrioden aufgebaute Line-Stage dient also nicht der Verstärkung sondern gibt dem Klang eine besondere Note. Der CD5.2 zeigt ein zum Vollverstärker passendes, ebenso makelloses Äußeres. Auch hier gibt es auf der Oberseite den Einblick in das Innere. Der CD-Player arbeitet jetzt mit einem Slot-In Laufwerk, das heißt AVM hat sich von der alten Schubladen-Technik verabschiedet und setzt nun auf die nach Aussage von Udo Besser zuverlässigere Slot-In Technik, die mit wesentlich weniger Mechanik auskommt und daher auch nicht so störanfällig sein soll. So richtig interessant wird es aber erst auf der Rückseite des Players. Die Anschlussvielfalt ist überwältigend und lässt schnell erkennen, dass der CD5.2 auch als digitale Vorstufe dienen kann. Der Ausgangspegel ist per Software fix oder regelbar und auch hier gibt es symmetrische und unsymmetrische Ausgänge. Natürlich kann auch der digitale Datenstrom abgegriffen werden und das gleich per S/PDIF, Toslink und AES/EBU. Mehr geht nicht. Viel interessanter sind aber noch die Eingangsoptionen. Neben dem treiberlosen USB 1.0, den ja auch schon das DAC Modul des Verstärkers bietet, steht auch ein asynchroner USB 2.0 Eingang zur Verfügung, der dann zwar einen Windows-Treiber benötigt – bei MAC OS geht’s wie üblich ohne –, aber auch Files bis 24bit/192kHz verdaut. Das ist klasse. Was mich ein dennoch wenig betrübt? Mein Testgerät war leider noch nicht mit der asynchron arbeitenden USB Eingangsplatine, die AVM übrigens bei M2Tech zukauft, bestückt. Fehlt eigentlich nur noch ein analoger Eingang auf dem Weg zu einem kompletten Vorverstärker. Den gibt es aber (noch) nicht.
Die Wandlung im CD5.2 erfolgt symmetrisch mit zwei Wolfson 8741. Es gibt die Möglichkeit, zwölf (!) verschiedene Filtermodi anzuwählen. Die Röhren sind in der Ausgangssektion des Players verbaut. Es handelt sich aber nicht um eine klassisch verstärkende Röhrenausgangstufe, sondern die beiden symmetrisch angesteuerten ECC83S „drücken“ den nachfolgenden OP-Amps ihre Kennlinie auf, die den symmetrischen Ausgang speisen. Beeindruckend ist der Blick auf die Stromversorgung: Gleich vier Ringkerntrafos sorgen für Spannung. Die Röhren besitzen dabei wie auch schon im A5.2T eine komplett eigene Stromversorgung. Last but not least ist auch die Fernbedienung eine Erwähnung wert. Sie ist komplett aus Aluminium gefertigt und macht einen äußerst hochwertigen Eindruck. Beide Geräte werden jeweils mit einer RC3 ausgeliefert, mit der sich alle wesentlichen Funktionen steuern lassen. Die beiden RC3 kann man aber auch an AVM senden und bekommt im Gegenzug eine noch komfortablere RC8, die dann unter anderem auch eine Zehner-Tastatur zur direkten Titelanwahl enthält. Das ist ein tolles Angebot von AVM!
Nun geht es an den Hörtest – für mich der spannendste Teil. Das rührt daher, dass ich seit fast 20 Jahren mit AVM-Elektronik höre und denke, dass ich die „Klang-Philosophie“ von AVM ganz gut kenne. Ändert sich diese nun durch den Einsatz von Doppeltrioden? Dazu von mir ein klares Ja! Wenn Sie jetzt aber „Röhrensound“ im engeren Sinne erwarten, liegen sie falsch. Der gezielte Einsatz der Glaskolben verändert aber das Klirrspektrum und das ist schon deutlich wahrnehmbar. Wenn Sie AVM kennen, wissen Sie, dass diese Geräte sehr schnell und dynamisch aufspielen. Dazu gesellt sich eine exzellente Räumlichkeit. Das klingt bei sehr guten Aufnahmen außerordentlich gut, kann aber bei nicht so gut klingender Software auch schon mal nerven. AVM spielt halt auf der sehr neutralen Seite. Genau das habe ich immer geschätzt Das macht die Kombination aus A5.2T und CD5.2 im Prinzip auch. Erstaunlicherweise empfinde ich die Geräte sogar als eher schlank abgestimmt. Der Bass kommt sehr knackig und schnell. Das ist schön zu hören auf Reise von Kari Bremnes und Mamani Live von Joy Denalane, zwei ganz famosen Live-Aufnahmen. Die Stimmenverständlichkeit ist überragend. Wenn es auf der Reise von Kari Bremnes richtig zur Sache geht und ich mit hoher Lautstärke höre, kann die Stimme über meine „alte“ AVM-Kombi schon mal unangenehm hart werden. Bei A5.2T und CD5.2 hingegen machen sich dann die Röhren positiv bemerkbar. Die Stimme wirkt entspannter, bleibt unkomprimiert. Hochtonimpulse werden nach meinem Eindruck minimal verrundet. Im Mittel-/Hochtonbereich tritt das Gespann also milder als meine rein transistorierten AVMs auf. Diese gehen dafür aber unten rum gefühlt deftiger zur Sache. In der Räumlichkeit sind die Unterschiede wiederum sehr gering. Die röhrenbestückten A5.2T und CD5.2 wirken etwas kompakter, dafür aber auch musikalisch geschlossener. Gehört habe ich den CD5.2 übrigens meistens in der Filterstellung „192kHz smooth“. Dieses Filter ist impulsorientiert ausgelegt, verbunden mit dem hierbei auftretenden leichten Hochtonabfall. Mir gefiel es so mit Abstand am besten.
Im Laufe des Tests habe ich dann auch die Verbindung zwischen Vollverstärker und CD-Player gewechselt und statt meines bewährten Black&White NF 1202 ein Reinsilberkabel verwendet. Der Effekt war ausgeprägter als sonst, denn dieser Tausch bekam den Röhren-AVMs ausgesprochen gut. Der Bass geriet nun etwas fülliger und die vorher leicht hell wirkende Abstimmung war nun fast verschwunden. Mit dieser Verkabelung machten A5.2T und CD5.2 einfach noch mehr Spaß. In den letzten zwei Wochen mit den AVM-Geräten hatte ich dann noch die Möglichkeit, meinen Myro Zweiwege-Monitor gegen die Quadral Platinum M50 zu tauschen, die Wolfgang Kemper ja gerade erst für hifistatement getestet hat. Ich kann sein Urteil über diesen Lautsprecher nur bestätigen. Die M50 ist ein echter Geheimtipp. Während meiner Beschäftigung mit dieser Box keimte in mir immer wieder der Gedanke auf; „Mehr Lautsprecher braucht eigentlich kein Mensch…“
AVM 5.1T und CD5.2, jetzt schon Reinsilber verkabelt, konnten an der M50 noch einmal kräftig zulegen. Diese Kombination harmonierte ganz hervorragend miteinander. So konnte ich viele Stunden stressfrei Musik genießen. Erschien mir die Kombination AVM 5.2 T/CD5.2 mit meinen Myro immer mal wieder ein wenig zu schlank, so änderte sich das jetzt gravierend. Die Abstimmung der M50 passte hervorragend zum Testgespann. Zum sowieso schon guten Mittel-/Hochtonbereich gesellte sich jetzt ein knorriger, trockener Bass, den mein Zweiwege-Monitor so nicht wiedergeben konnte. Nun wanderte eine CD nach der anderen in den Schacht des CD5.2. Da der mir zur Verfügung gestellte A5.2T mit UKW-Tuner und Phono-Modul ausgestattet war, habe ich es mir nicht nehmen lassen, diese auch zumindest kurz anzutesten. Der Tuner hing am Kabelnetz und machte seine Sache sehr ordentlich. Er spielte weitestgehend rauschfrei und tönte sehr angenehm.
Das vielfältig anpassbare Phono-Modul hat mich dann überrascht. Für 500 Euro stellt es eine sehr lohnende Investition dar. Sie müssen schon deutlich tiefer in die Tasche greifen, um einen merkbaren Klanggewinn zu erzielen. Gehört habe ich unter anderem wieder zwei außerordentlich gelungene Live-Aufnahmen. Das war zum einen Harry Belafontes berühmter Auftritt in der Carnegie Hall 1959, exzellent neu aufgelegt von Classic Records, und zum anderen das Unplugged in Berlin Konzert von Willy De Ville aus dem Jahr 2003 von Meyer Records. Ich habe mit dem Phonoteil des A5.2T wirklich nichts vermisst. Die Darbietung geriet musikalisch fließend und schlüssig. Klar, geht das noch ein bisschen besser, aber wie schon gesagt, nur zu einem deutlich höheren Preis. Insgesamt haben sich die „röhrenbewehrten“ AVM 5.2T und CD5.2 in meinem Hörraum sehr positiv dargestellt. Wer ein hochwertiges Vollverstärker/ CD-Gespann in unaufdringlichem Design, toll verarbeitet, Handmade in Germany und mit dem gewissen Etwas im Klang sucht, wird bei AVM fündig werden!
GEHÖRT MIT | |
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Vollverstärker | AVM A3NG |
CD-Player | AVM CD3NG |
Lautsprecher | Myro Rebell, Quadral Platinum M50 |
Phono-Preamp | Otto-Musikant |
Plattenspieler | Musical-Life Jazz Reference, Tonarm Musical-Life Conductor Vocalitas, Tonabnehmer Musical-Life Denon DL 103 |
Kabel | Inakustik Black & White NF und LS 1202, Whitezombieaudio Zeropointzero XLR Reinsilber Kabel, Sommer Epilogue NF, Audioquest Digital Audio Carbon USB, Audioquest Wild Digital S/PDIF, Vovox link direct SD AES/EBU |
HERSTELLERANGABEN Verstärker AVM A5.2T | |
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Eingangsempfindlichkeit | 20mV–350mV (einstellbar) |
Eingangsimpedanz Hochpegel Cinch | 6,8kOhm |
Störabstand | 97dB (Line), 85dB (Phono MM), 75dB (Phono MC) |
Frequenzgang | <5 Hz – >50 kHz (Line), 30 Hz – >20 kHz (Phono) |
Klirrfaktor (25 W/4 Ohm) | <0,2 % (vorwiegend K2 und K3) |
Dämpfungsfaktor | >200 |
Leistung | 2 x 350 Watt (4 Ohm), 2 x 200 Watt (8 Ohm) |
UKW Tuner Modul (Option) |
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Empfangsfrequenzbereich | 87,5MHz–108,0MHz |
Abstimmschrittweite | 50kHz |
Empfindlichkeit | 1,5µV (mono), 50µV (stereo) |
Störabstand | 76dB (mono), 70dB (stereo) |
Klirrfaktor | 0,1% (mono), 0,3% (stereo) |
USB DAC Modul (Option) |
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Samplingfrequenz | upsampling auf 192kHz/24 Bit |
Frequenzgang | <20Hz–20/8 kHz (nach Samplingfrequenz) |
Datenrate Dig in (SPDIF) | 33kHz–96/192kHz/16–24 Bit |
Datenrate USB-Eingang | 16 Bit/48 kHz, keine speziellen Treiber nötig |
Störabstand | 120 dB |
Phono Modul (Option) |
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Eingangsempfindlichkeit | 50µV–10mV ( einstellbar) |
Eingangsimpedanz MM | 47kOhm |
Eingangsimpedanz MC | 75Ohm–1 kOhm (einstellbar) |
Störabstand MM (5mV/1kHz) | 83 dB |
Störabstand MC (0,5mV/1kHz) | 79 dB |
Frequenzgang | <5Hz – >50kHz |
Phonoentzerrung | RIAA ± 0,3dB |
Allgemeines |
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Leistungsaufnahme | 1000W (max.), <1W (Standby) |
Abmessungen (B/H/T) | 430/130/370 mm |
Gewicht | 14kg |
Gehäusevarianten | Aluminium silber oder schwarz, Chromfront optional |
Garantie | 3 Jahre |
Preise | ab 5290 Euro 500 Euro (DAC-, Tuner- oder Phono-Modul) |
HERSTELLERANGABEN CD-Player AVM CD5.2 | |
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CD, digital in/out | |
Formate | CD-Audio (red book), CD-R |
Upsampling | 19 kHz/24 Bit einstellbar |
Datenrate Dig in (SPDIF) | 33kHz–192kHz/16–24 Bit 33kHz–96/16–24 Bit (Toslink) |
Datenrate USB-Eingang | 16 Bit/48 kHz |
Digital-Ausgänge (S/PDIF, TOSLINK) | 44,1 kHz/16 Bit (bei CD) oder Eingangsformat |
Digitaleingänge |
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Eingangsimpedanz | 75 Ohm (Cinch), 110 Ohm (XLR) |
Eingangsspannung | gemäß IEC 958 |
Digitalausgänge |
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Ausgangsimpedanz | 75 Ohm (Cinch), 110 Ohm (XLR) |
Ausgangsspannung | gemäß IEC 958 |
Analogausgänge |
Text |
Ausgangsspannung | 2,5V |
Ausgangsimpedanz Cinch | 50 Ohm (Cinch), 150 Ohm (XLR) |
Frequenzgang | <5Hz–20kHz, über Digitaleingänge bis >50kHz |
Störabstand | 102dB |
Klirrfaktor | 0,01% (vorwiegend K3) |
Allgemeines |
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Leistungsaufnahme | 12W (max.), <1W (Standby) |
Abmessungen (B/H/T) | 430/10/325mm |
Gewicht | 6kg |
Gehäusevarianten | Aluminium silber oder schwarz, Chromfront optional |
Garantie | 3 Jahre |
Preis | 3990 Euro |
HERSTELLER AVM GmbH – Audio Video Manufaktur | |
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Anschrift | Daimlerstraße 8 76316 Malsch |
Telefon | +49 (0) 7246 4285 |
info@avm-audio.com | |
Internet | www.avm-audio.com |
Für diejenigen, die den Klang von DSD-Downloads nicht kennen: Stellen Sie sich vor, Sie hätten Ihre professionelle Studer- oder Ampex-Bandmaschine im Hörraum und darauf eine Zweispur-Mastertape-Kopie der zweiten oder dritten Generation. DSD ist nicht ganz dasselbe, aber verdammt nah dran und wirklich nicht dasselbe wie die Wiedergabe von Schallplatten oder Digitalem mit PCM.
Der Invicta erreicht bei DSD das oberste Niveau; nah am Mastertape – vielleicht ein wenig verbindlicher als das Original, aber verdammt nah dran und sehr viel lebendiger als die typische Delta-Sigmal-Digital-Wiedergabe, die ich für ziemlich flach klingend halte. Ich nehme an, dass der Wandler-Hersteller ESS die ausgeklügelten Noise-Shaping-Algorithmen, die er bei der PCM-Wandlung einsetzt, für die DSD-Wandlung optimiert hat. Der Invicta klingt wie ein Studio-Wandler, nicht wir ein Produkt für den einfachen Konsumenten. Wenn Sie Ihre SACD-Sammlung bisher nur mit einem der üblichen One-Box-Player mit der typischen Delta-Sigma-Wandlung gehört haben, machen Sie sich auf etwas gefasst.
Das größte Problem mit der SACD und dem DSD-Inhalt auf der Disc war, dass der Sound im Gehäuse des Players gefangen war. Ich habe jetzt drei dieser überteuerten Geräte durch und habe genug davon, sie zu kaufen und zu verkaufen. Einer der Gründe dafür, dass die SACD letztendlich gescheitert ist, lag im extrem restriktiven Charakter des Mediums: Es gab kein standardisiertes Interface zwischen Laufwerk und externem Wandler, keine Möglichkeit, eine Scheibe auf einen Computer zu kopieren – von der lächerlichen Methode, eine alte, nicht upgedatete Playstation 3 Spielkonsole zu verwenden, einmal abgesehen – oder selbst eine Disc zu brennen. All die Einschränkungen hat zum Teil Sony vorsätzlich vorgenommen, zum Teil entsprangen sie Hollywoods paranoider Angst vor Kopien von Musik und Videos in hoher Auflösung. Zur selben Zeit kopierten Hunderte von Millionen Menschen munter Terrabyte an MP3-Files aus dem Internet. So stellt sich Hollywood dar: als tiefgründiger Denker.
Der Nebeneffekt dieser Einschränkung war, dass Audiophile – die wichtigsten Kunden für SACDs – in die Falle gelockt wurden, integrierte SACD-Player zu kaufen. Nun, ich habe nur eine kleine SACD-Sammlung, aber ich kenne Leute wie David Robinson, die eine sehr große Sammlung ihr eigen nennen. Ein Grund dafür, dass ich mich nicht so intensiv auf das Medium eingelassen habe, war der Wechsel zwischen verschiedenen SACD- und Universal-Playern für SACD und DVD-Audio. Alle waren überteuert und alle blieben hinter den Erwartungen zurück. Den vierten Player nutzte ich dann nur als Laufwerk, was der modifizierte Denon DVD2900 auch außerordentlich gut macht. Der einzige Ausgang, den er hat, ist ein koaxialer S/PDIF-Ausgang, der 44,1 Kilohertz und 16 Bit nach Red-Book-CD-Standard und bei DVD-Audio 96 Kilohertz und 24 Bit ausgibt, aber sorry, kein DSD. Wenn eine SACD abgespielt wird, wird das Ausgangssignal auf 44,1/16 heruntergerechnet. Vielen Dank Sony. Das macht meine SACD-Sammlung wirklich wertvoll.Wie viele Audiophile hatte ich SACD und DSD schon abgeschrieben. Die analoge Klangqualität meines heftig modifizierten Players ist deutlich schlechter als die meines D/A-Wandlers, eines Monarchy N24 mit Burr-Brown PCM1704-Chips, passiver Strom-Spannungswandlung und analoger Röhrenausgangsstufe. Ich habe eine Menge anderer integrierter Player gehört: dieselbe Geschichte. Es ist schon wahr, es gibt auch integrierte Player für 10000 Dollar und darüber. Aber ich habe mir nicht einmal, nicht zweimal die Finger verbrannt, sondern dreimal. Glauben Sie ich mache das noch einmal? Nein.
Aber David Robinson hat mich wieder auf den Geschmack gebracht – vor allen dadurch, dass ich seine Anlage gehört habe, als ich ihn im letzten Herbst in Portland besucht habe. Nun, Downloads klingen absolut hervorragend. In der Tat, richtig gut. Ich bin eigentlich kein großer Fan von Computer-Audio, aber was soll's? Ich besitze ein MacBook Pro mit Doppelkern-i7-Prozessor, acht Gigabyte Arbeitsspeicher und einer 750 Gigabyte Festplatte. Das Gerät nutze ich üblicherweise auf Reisen und bei so langweiligen Aufgaben wie dem Messen von Lautsprechern; da könnte ich auch ein bisschen mehr Nutzen raus ziehen. Ich besorgte mir eine Kopie von Pure Music, einer Wiedergabe-Software zu einem angemessenem Preis und – Überraschung, Überraschung – schon spielte das MacBook 64-fs- (das entspricht der SACD) und 128-fs-DSD-Dateien über den USB- oder Firewire/IEEE-1394-Ausgang.
Und was jetzt? Ich könnte mir die ganze Meute neuer DACs mit USB-Eingang anhören, die auch DSD-fähig sind. USB-zu-S/PDIF-Converter brachten sehr unterschiedliche Ergebnisse und außerdem gibt es da noch immer die „kein-DSD-über S/PDIF“-Beschränkung.
Die meisten DACs, die ich gehört habe und die Delta-Sigma-Wandler (das ist der am meisten verbreitete Typ) benutzen, klangen sehr enttäuschend. Beim 2011-er Rocky Mountain Audio Festival nahm ich an einer Präsentation von Martin Mallinson, dem Produktmanager des ESS Sabre 9018 teil und war vor der Forschung überrascht, die ESS zur Korrektur der kleinen und nur schwer aufzuspürenden Probleme von Delta-Sigma-Wandlern betreibt. Noise-Shaping-Systeme zu entwicklen, die frei von „idle tones“ – das sind hochfrequente Störungen, die der Wandler selbst generiert – und Modulationen des Störgeräuschteppichs sind, stellt keine alltägliche Herausforderung dar – und diese Artefakte sind es, die größtenteils für den Klang von Delta-Sigma-Wandlern verantwortlich sind.
Die Zeit schreitet voran: Inzwischen hat Mark Mallinson, Martins Bruder, Resonessence gegründet, eine Audio-Firma in Kelowna, die Anwendungen um den ESS 9018 Chip entwickelt. Nun, das ist hochinteressant. Resonessence ist gewiss in einer guten Position für diese Entwicklungen – auf eine Art, die der Beziehung zwischen Microsoft und Intel ähnelt. Das erste Produkt von Resonessence war der Invicta. Da die Firmware über eine SD-Card von der Frontseite her programmiert wird, wurde der Invicta während des Jahres, auf dem er auf dem Markt ist, mit substantiellen Upgrades versorgt. Und das letzte Update – Sie ahnen, wohin es geht – ist die Nummer 4.0.1, die DSD unterstützt.
Ein SD-Card-Schlitz in der Frontplatte? Der Invicta spielt Audio-Files direkt von der Card. Ganz ohne Computer! Der Wandler unterstützt WAV (Windows), AIFF (Apple), FLAC (alle Betriebsysteme) und nun auch DFF-Dateien. Prima! Musik von einer SD-Card zu spielen, ist ganz gewiss eine elegante Art, all die Probleme mit vom Computer über USB übertragenem Jitter zu umgehen (Ja, ich habe gelesen, dass unterschiedliche Plattformen wie PC, Mac, Linux, Laptop und Fullsize-Systeme sich klanglich voneinander unterscheiden).
Klangliche Unterschiede zwischen der SD-Card und dem Computer? Hmmm … nun bei 88,2-, 96- oder 192-Kilohertz-PCM-Datein habe ich keine großen Unterschiede gehört. Aber man hatte eher den Eindruck, als befinde man sich direkt im Aufnahmestudio, wenn man die DSD-Files von der Card statt vom Computer spielte. Aber mit Pure Music vom MacBook Pro klang es auch richtig gut. Die Software bot zusätzlich die Option, dieselben Stücke dank Echtzeitumwandlung in 88,2 oder 176,4/24 Kilohertz in 24 Bit zu hören, wenn man neugierig darauf war, die DSD-Files mit PCM zu vergleichen: Uh, das war nicht so gut. Die Wandlung von DSD in PCM ändert recht deutlich den Charakter und seltsamerweise auch die räumliche Darstellung der Abmischung – das hatte ich wirklich nicht erwartet.
Wie steht's mit Doppel-DSD (128 fs)? Ich habe es nicht zum Laufen bekommen, was an den Dateien oder an Pure Music gelegen haben mag. Vielleicht bedarf es auch des nächsten Firmware-Updates. Aber der Klang von 64-fs-DSD ist einfach atemberaubend: Wahre DSD-Studio-Qualität. Kein Drumherumgerede: Das waren einige der besten Klänge, die meine Kette je hervorgebracht hat. Der Sound ist wirklich üppig, DSD in Hochform – und meilenweit von dem entfernt, was integrierte Player zu bieten haben.
Meine Wunschliste? Glauben Sie es oder nicht, da gibt es sogar eine HDMI-Schnittstelle auf der Rückseite des Invicta. Leider ist alles, was diese tut, das Bild einer Tracklist an ein externes HDMI-Display zu senden, nützlich bei der Wiedergabe von der SD-Card, aber auf dem Display auf der Frontseite erscheint ja schon der Name und die Spielzeit des aktuellen Songs. Was die HDMI-Schnittstelle wirklich interessant machen würde, wäre ein HDMI-Eingang: Es ist zwar ziemlich unbekannt, aber da gibt es ein DSD-über-HDMI-Protokoll. Ich bin mir sicher, dass es das wirklich gibt: Mein Marantz AV8003 unterstützt den Standard, ebenso wie alle OPPO-Modelle, Marantz und die High-End-Denon Blu-Ray-Player.
Wenn die HDMI-Schnittstelle zum Eingang umgewidmet werden könnte, ja dann wäre die Wiedergabe einer SACD möglich und nicht nur DSD-Downloads. Das würde den Nutzen des Invicta noch einmal deutlich steigern und ihn zu einem wirklich universellen D/A-Wandler machen, der alle Formate unterstützt: USB 2.0 vom Computer, die SD-Card und alle High-Resolution-Dateien von einem Blu-Ray-Player. Der kann nämlich die kodierten Audio-Signale von einen DTS-Master oder aus Dolby Studio in High-Resolution-PCM-Datenströme über HDMI konvertieren.
Ich gebe zu, dass DSD-über HDMI eine Art komischer Kauz ist: Die SACDs verschwanden zu genau der Zeit, als Blu-Ray-Player mit ihren HDMI-Schnittstellen auf den Markt kamen. Aber Blu-Ray ist letztlich ein Sony-Standard, weshalb ich mir vorstellen könnte, dass zumindest einige Sony-Player die SACD-Wiedergabe darüber erlauben. Aber wahrscheinlich sind die OPPO-Player die bessere Wahl.
Das wirft allerdings die Frage auf, warum man einen Invicta kaufen sollte, wo doch das OPPO-Topmodell denselben ESS Sabre 9018 Chip-Satz verwendet. Nun, einen Teil der Attraktivität des Invicta macht seine Firmware-Upgrade-Fähigkeit aus, ebenso wie seine erstklassige Analogstufe, die von jeder Beeinträchtigung durch ein mechanisches Laufwerk frei ist. Der 9018 ist zwar ESS' Wandler mit der besten Leistung, weist im Gegenzug aber eine erhöhte Sensibilität für Störungen aus dem Netzteil, den Jitter der Clocks und das Layout der Platinen auf: Das ist der Grund dafür, dass D/A-Wandler mit dem 9018 in der Tat sehr unterschiedlich klingen.
Wenn Sie in Berichten gelesen haben, der ESS 9018 klinge aufdringlich und scharf, dann beschreibt das, wie der 9018 unter suboptimalen Bedingungen klingt; das ist aber nicht der tatsächliche Klang des 9018. Der Invicta überzeugt mit einem zauberhaft weichen, seidigen und farbigen Klang. Ich mag mich damit weit aus dem Fenster lehnen, aber wenn der 9018 der beste Delta-Sigma-Wandler ist – und ich denke das ist er – dann ist der Resonessence der best D/A-Wandler, der den 9018 verwendet.
Und wie klingt der Invicta mit PCM-Dateien? Ich ziehe den TI/Burr-Brown 1704 noch immer ein wenig vor, aber der Unterschied ist marginal. Wenn man aus dem Zimmer heraus- und wieder hineingeht, wird man ihn nicht bemerken: So gering ist er. Am besten klingt es, wenn Pure Music den CD-Standard auf 176,4 Kilohertz und 24 Bit upsampled. Das Upsampling kann natürlich auch der Invicta übernehmen, was aber ein klein wenig anders klingt. Er bietet auch die Auswahl zwischen nicht weniger als sieben Filterarten. Für mich klingt die Werkseinstellung mit dem Linear-Phase-Apodizing-Filter am besten, auch wenn das Minimum-Phase-IIR-Filter eine gute Alternative ist.
Der S/PDIF-Eingang klingt ebenfalls sehr gut: bei einigen Scheiben klingt der Denon-Transport aus Gründen, die ich nicht verstehe, besser als das MacBook Pro. Wer sich Kopfzerbrechen wegen Jitter macht, der greift zur SD-Card: Es kostet nur einige Minuten, Ihre Lieblings-Track auf die Card zu kopieren und diese in den Schlitz auf der Frontplatte des Invicta zu schieben. Ich gehe allerdings lieber auf Nummer sicher und schalte den Wandler aus, bevor ich die Card einschieben.
Wenn Sie bereits DSD-Dateien herunterladen, tun Sie sich selbst einen Gefallen und hören Sie sich den Invicta über eine gute Anlage an. Wenn Sie Downloads und Computer-Audio noch nicht ausprobiert haben, hören Sie sich ein paar DSD-Dateien mit dem Invicta an. Anders als bei anderen USB-Wandlern ist ein Computer in der Hifi-Anlage hier optional: Da ist viel Platz auf SD-Cards, und der audiophile Kabel- und Jitter-Dämon ist für immer verbannt. Der Klang? Fingerschnippen, Dynamik, Räumlichkeit und vor allem lebendige Klangfarben in Studio-Qualität: all das auf einer SD-Card von der Größe einer Briefmarke.
HERSTELLERANGABEN Resonessence Invicta DSD-fähiger D/A-Wandler | |
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Preis | 3995 kanadische Dollar |
Internet | www.resonessencelabs.com |
Die Besonderheit des M4U 2 liegt in seinen drei Betriebsarten: Zum einen kann man ihn ohne Batterien wie jeden üblichen Kopfhörer an einem mobilen Digital-Player wie dem iPod betreiben. Seine Empfindlichkeit reicht für diesen Anwendungszweck völlig aus: Die dabei zu erzielende Lautstärke dürfte auch bei längerem Musikgenuss keine Hörschäden verursachen und bewegt sich auf dem selben Niveau wie bei der Mehrzahl der für diese Anwendung konzipierten In-Ear- oder auf Auf-Ohr-Kopfhörer. Allerdings bringt er auch schon ohne interne Verstärkung eine Auflösung, Feinzeichnung und Farbigkeit, die man bei den meisten Modellen für den mobilen Einsatz – von solch rühmlichen Ausnahmen wie dem Beyerdynamic T 5 P oder gar dem T 50 P einmal abgesehen – vergeblich sucht.
Bewegt man dann den Schalter an der rechten Ohrmuschel des M4U in die mittlere Postion, werden die internen Verstärker aktiviert: Die Lautstärke erhöht sich merklich, Bässe und Höhen kommen nachdrücklicher rüber. Selbst wenig gelungene Aufnahmen nerven nun nicht mehr: Dank dieses kleinen Schubs Euphonie lassen sie sich nun sogar genießen. Besonders alte Rockmusik, die ich hin und wieder vor dem Einschlafen vom iPod höre, profitiert von der leicht beschönigenden Abstimmung. Die ist aber keinesfalls überzogen ausgefallen und unterscheidet sich wohltuend vom Badewannen-Sound sogenannter professioneller Kopfhörer wie dem Beyerdynamic DT-770 Pro oder einem nicht mehr ganz aktuellen Ultrasone Pro 750. Mit der aktiven Verstärkung arbeitet der M4U ganz einfach im Genuss-Modus: Ich bin mir recht sicher, dass diese Klangvariante von den meisten Besitzern des PSB bevorzugt wird.
Mit dem erwähnten Schalter lässt sich dann auch noch zusätzlich eine Geräusch-Unterdrückungsschaltung aktivieren. Wie positiv sich ein Kopfhörer mit Noise Cancelling System bei Reisen in nicht gerade leisen Verkehrsmitteln wie Zügen oder Flugzeugen auf das Wohlbefinden des Trägers auswirkt, selbst wenn man keine Musik hört und sich mit dem Kopfhörer nur vor dem Lärm schützt, habe ich schon vor Jahren beim Test des Bose Quiet Comfort 15 beschrieben. Selbst auf einem Kurzstreckenflug wie etwa dem von München nach Hamburg sorgt der PSB mit seiner ANC-Schaltung dafür, dass man entspannter ankommt, als wenn man sich die knapp anderthalb Stunden den tieffrequenten Geräuschen ausgesetzt hätte. Wenn die Erinnerung nicht täuscht, dämpft der Bose Störungen insgesamt noch ein bisschen stärker. Er entfaltet sein segensreichen Tun auch noch weiter bis in den Mitteltonbereich hin, während der PSB Stimmen so gut wie gar nicht beeinträchtigt. Wenn keine Musik läuft, ist man mit dem M4U 2 vor tieffrequenten Beeinträchtigungen geschützt, könnte sich aber dennoch nahezu unbeeinträchtigt mit seinem Sitznachbarn unterhalten. Wie stark man sich von der Außenwelt abschirmen möchte, ist letztlich Geschmacksache. Ein entspannteres Reisen garantieren sowohl die bis in Mittelton aktive Abstimmung des Bose als auch die sich auf den unteren Frequenzbereich beschränkende des PSB.
Natürlich habe ich die ANC-Schaltung des M4U 2 auch mal in der Ruhe der eigenen vier Wände aktiviert und zu meiner Überraschung festgestellt, dass ihr Einsatz auch Einfluss auf den Frequenzgang hat: Die leichte Bassanhebung verschwindet und das Klangbild wirkt noch einmal detailreicher und besser durchgezeichnet. Dieser Zugewinn an Informationen geht aber erfreulicherweise nicht mit einer Anhebung des Präsenz- oder Hochtonbereiches einher. Allein der Verzicht auf das – wie ich gern zugebe, in vielen Fällen sehr wohlige – zusätzliche bisschen Tieftonenergie erhöht die Feinzeichnung recht deutlich. Um es einmal plakativ zu formulieren: Der M4U 2 lässt einem im Aktivbetrieb die Wahl zwischen einem Genuss- und einem Analyse-Modus. Wenn es nicht darum ging, alten Rocksongs neues Leben einzuhauchen oder Tom Waits klanglich recht missratenes Album Bad As Me erträglich zu gestalten, habe ich den PSB die meiste Zeit mit aktivierter Geräuschunterdrückung gehört, da hier der Klang einfach noch offener und differenzierter ist. Vielleicht führt der Begriff Analyse-Modus doch ein wenig in die Irre, denn für mein Hörempfinden ist es bei den meisten Songs der richtigere, ehrlichere.
Ich bin bestimmt nicht der typische Kopfhörer-Nutzer. Für den reinen Musikgenuss greife nur zu nachtschlafender Zeit oder recht selten mal unterwegs zum PSB oder seinen Kollegen. Dennoch verbringe ich einige Zeit unter dem Kopfbügel: Bei Live-Mitschnitten – unter anderem denen für die Downloads auf diesen Seiten – bieten Kopfhörer oft die einzige Möglichkeit, das eigene Tun zu kontrollieren, denn nur an den wenigsten Aufnahmeorten kann man den Mix über Lautsprecher verfolgen. Und deshalb suche ich schon seit Jahren nach einem neutralen Kopfhörer. Bei meinem Anwendungszweck bleibt nämlich jegliche Abweichung von Pfad der Linearität nicht ohne Folgen: Wie oft war ich vor Ort der Überzeugung, eine stimmige Klangbalance hergestellt zu haben und dann zu Hause beim Hören über meine Lautsprecher tief enttäuscht: Die Kopfhörer hatten mehr Bass suggeriert, als wirklich auf Band oder Festplatte landete und im Hörraum klang es dann entsprechend dünn. Da selbst ein Stax 4070 samt Röhrennetzteil nicht völlig der Wahrheit verpflichtet ist, behelfe ich mich momentan mit einem 15-Band-Equalizer, der den Frequenzgang eines Beyerdynamic DT-660 an die Tonalität meiner Boxen im Hörraum annähert – und für jede Menge Klangeinbußen, nicht zuletzt durch Phasenfehler, verantwortlich ist.
Da mich der M4U 2 doch recht nachhaltig beeindruckt hatte, nahm ich ihn dann mal zu einer Aufnahme mit. Der erwähnte DT-660, ein Audio-Technica ATH-50, der Equalizer und ein Kopfhörer-Verstärker von SPL waren ebenfalls mit von der Partie. Natürlich habe ich den PSB im ANC-Betrieb benutzt, da er hier den ausgeglichensten Frequenzverlauf bietet. Dass das aktive Noise Cancelling, das sehr effektiv gleichbleibende Störfrequenzen ausblendet, auch gegen die Impulse von Kontrabass und Bass-Drum helfen könnte, hielt ich für unwahrscheinlich, zumal ein Versuch mit dem Bose QC 15 vor Jahren keine positiven Ergebnisse gebracht hatte. Doch egal ob am Ausgang des Mischpultes, dem der Nagra LB, am Kopfhörerverstärker mit vorgeschalteten Equalizer oder ohne: Der M4U 2 bot jedes Mal das transparenteste Klangbild und die aussagekräftigsten Informationen. Auch wenn der PSB schon ohne Frequenzgangkorrekturen das bisher überzeugendste Ergebnis aller getesteten Kopfhörer brachte, werde ich mich jetzt nicht zu der Aussage versteigen, die Suche nach dem besten Monitoring-Kopfhörer sei für mich beendet. Da ist erst noch eingehender Vergleich mit den Lautsprechern und dem Equalizer nötig. Aber so viel steht für mich fest: Momentan ist der M4U 2 für mich die Numero eins, wenn es um die Beurteilung eine Aufnahme in recht lauter Umgebung geht. Dass er auch beim Musikgenuss für sich einzunehmen weiß, hatte ich ja schon erwähnt.
Bisher unerwähnt blieb, dass der PSB extrem hochwertig verarbeitet ist: Bestes Beispiel dafür ist in Metall aufgeführte und vielfach verschraubte Gelenk, das es zum einen erlaubt, den M4U 2 platzsparend zusammenzuklappen und zum anderen den Kopfbügel entsprechend der Kopfgröße des Benutzer einzustellen. Geliefert wird der PSB in einen sogenannten Travel-Case, das ihn beim Transport vor Beschädigungen schützt. Mitgeliefert wird ein zweiter Satz der leicht zu tauschenden Ohrpolster und zwei gerade Anschlusskabel: eines mit einer Mute-Taste und eines zweite mit einer Fernbedienung und einem Mikrofon zum Anschluss an iPod, iPhone oder Blackberry. Adapter für den Betrieb im Flugzeug oder an 6,3-Millimeter-Klinkebuchsen liegen ebenfalls bei: Beim PSB blieb kein Detail unberücksichtigt.
GEHÖRT MIT | |
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Computer | iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.8.3 |
D/A-Wandler | Mytek 192-DSD DAC |
Audioplayer | Amarra 2.5 |
Digital-Recorder | Nagra VI |
Digital-Player | Astell&Kern AK100, iPod Classic |
Kopfhörerverstärker | SPL Grapevine, TEAC HA-501 |
Kopfhörer | Beyerdynamic DT-660, Ergo 2, Audio-Technica ATH-M50, Bose QuietComfort 15, Ultrasone Pro 750, Stax 4070 |
Kabel | HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Diamond USB, Audioplan Powercord S |
Zubehör | PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty |
HERSTELLERANGABEN PSB M4U 2 | |
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Frequenzgang | 10Hz (-10dB) 15Hz (-3dB) 20-20,000Hz (±1 1/2dB) |
Wirkungsgrad | 120dB (1kHz/1mW) |
Harmonische Verzerrungen | 0.5% (1kHz/1mW) Noise Cancelling an 0.25% (1kHz/1mW) Noise Cancelling aus |
Belastbarkeit | 30mW (maximum) |
Impedanz | 32 Ohms (passiv) 10k Ohms (aktiv/Noise Cancelling) |
Batterielebensdauer | 55 Stunden (Noise Cancelling an) |
Schallwandler | 40mm, dynamisch |
Gehäuseform | geschlossen |
Ohranpassung | ohrumschließend |
Anschluss-Stecker | 3,5mm Mini-Stereo-Klinke |
Kabellänge | 1,5m, gerade |
Materialien | Polykarbonat (Kopfbügel) ABS und Polykarbonat (Ohrmuschel) Leatherette (Ohr- und Kopfbügelpolster) EVA (Travel-Case) |
Abmessungen (B/H/T) | 200/200/70mm (insgesamt) 68/98/17mm (Ohrpolster) |
Gewicht | 362g (incl. Batterien) |
Ausführungen | Diamant schwarz, Arctic weiß, Monza rot |
Besonderheiten | drei Betriebsarten: passiv (ohne Batterien), aktiv und aktiv mit Noise Cancelling, flexibel gelagerte Ohrmuscheln für perfekten Sitz, bequeme, leicht austauschbare Ohrpolster, Kabel an linker oder rechter Ohrmuschel ansteckbar, effiziente Aktiv-Elektronik für lange Batterielaufzeit, platzsparende Faltmechanik für Reise und Aufbewahrung, Kabel mit Mikrofon für iPhone und BlackBerry |
Mitgeliefertes Zubehör | schützendes Travelcase, Ersatz Ohrpolster, zwei Kabel (mit und ohne Mikrofon), Adapter 3,5mm auf 6,3mm-Klinke, Flugzeug-Adapter, 2 AAA-Batterien, Reinigungstuch |
Garantie | 2 Jahre |
Preis | 450 Euro |
VERTRIEB PSB Lautsprecher Deutschland | |
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Anschrift | Stahl/Ross Gbr Im Klingen 18 65719 Hofheim |
Telefon | 070077200000 |
zentrale@psb-lautsprecher.de | |
Internet | www.psb-lautsprecher.de |
Erfreulicherweise gehört der niederländische Analogspezialist nicht zu denjenigen Konstrukteuren, die andauernd neue Modellvarianten auf den Markt werfen. Eddie Driessen gründete Pluto Audio 1974, um Tonarme zu entwickeln und zu fertigen. 18 Jahre später stellte er die beiden Laufwerke 10A und 11A der Öffentlichkeit vor. Das Modell 12A erschien dann 1995, um einem größeren Kundenkreis einen optimalen Analogklang zugänglich zu mache, wie es in der kurzen Firmengeschichte auf der Pluto-Audio-Website heisst, was wohl nichts anderes bedeuten dürfte, als dass der 12A damals das preisgünstigste Laufwerk der Firma war. Das gilt für den 12A, der In der Zwischenzeit wie alle genannten Laufwerke den Namenszusatz „Special“ erhielt, auch heute noch. Er steht übrigens mit annähernd 9000 Euro in der Preisliste. Der 12A Carbon Cobra, der Gegenstand unserer Betrachtung, ist – wie schon auf den ersten Blick erkennbar – sehr viel aufwändiger gebaut und mit einem Preis von 25000 Euro deutlich näher an den 10A gerückt, der dann noch einmal mit 5000 Euro mehr zu Buche schlägt.
Am griffigsten lässt sich der 12A Carbon Cobra als ein Laufwerk beschreiben, dass in seiner enorm langen Produktionszeit beständig verfeinert wurde. Das Mittel der Wahl war für Eddie Driessen hierbei ein ausgeklügelter Materialmix, der vorrangig zum Ziel hat, durch die Abtastung der Schallplatte oder durch Luftschall hervorgerufene Resonanzen so weit wie möglich zu eliminieren. So wird der Plattenteller aus einem Edelstahl mit der Werkstoffnummer 1.4301 gefertigt, der relativ weich und gut polierbar ist. Der Teller wurde aus dem Vollen gedreht und zur Minderung von Resonanzen auf der Unterseite mit einer Korkmatte beklebt. Dem selben Zweck sollen gleichmäßig über die Oberseite des Tellers verteilte Bohrungen dienen, die mit einer speziellen Masse gefüllt sind. Was das genau ist, wollte mir Bernd Berling, der sich seit einiger Zeit in Deutschland um den Vertrieb von Pluto Audio kümmert und das Hifi-Studio Klangstube betreibt, nicht verraten. Es dürfte gewiss schwierig genug gewesen sein, überhaupt detaillierte Informationen über Laufwerk und Tonarm vom Entwickler zu bekommen. Bei Eddie Driessens kurzen Besuch in Gröbenzell gelang es mir jedenfalls nicht, ihm konkrete Aussagen zu seiner Kreation zu entlocken. Ihm ist es lieber, wenn der Klang seiner Produkte für sich selbst spricht.
Dankenswerterweise half dann aber der Vertrieb bei der Informationsbeschaffung. Doch zurück zum Materialmix des Plattentellers: Die Kupferplatte, die den Kontakt zur Schallplatte herstellt, ist ebenfalls aus einer eher weichen Legierung gefertigt, da sich das weiche Material besser nachbearbeiten lässt. Die Kupferplatte soll – vor allem in Kombination mit der neuen Plattenklemme – statische Aufladungen der Platte besser ableiten. Das Laufwerks-Chassis besteht aus massivem Aluminium und basiert auf dem des 12A Standard. Beim 12A Cobra wurde es zusätzlich mit Carbon verkleidet, was zwar auch dem Erscheinungsbild des Laufwerks zugute kommt, vor allem aber die Steifigkeit der ganzen Konstruktion erheblich verbessert. Der satt glänzende Abschlussring wurde wie alle anderen Hochglanzteile unter hohem Arbeitsaufwand von Hand poliert – und nicht einfach verchromt. Das Chassis ruht auf drei Keramikfüßen.
Eine dickere Scheibe aus einem speziellem Kunststoff mit einer Ausformung zur Aufnahme des Tonarmes trägt das Tellerlager. Sie wurde oben und unten mit Carbon beschichtet, da dieser Werkstoff schon in geringen Stärken eine enorme Stabilität aufweist. Das Kunststoff-Carbon-Sandwich wird über drei Inbusschrauben und entsprechend viele Federn unter hohem Druck mit der Laufwerkbasis verspannt. Die drei Schrauben erlauben es, das Laufwerk mit einer Präzisionswasserwaage exakt in der Horizontalen auszurichten. Verschiedene, wieder nicht näher spezifizierte Werkstoffe sollen innerhalb der Federn und der Tonarmbasis etwaige Resonanzen minimieren.
Für die Montage der Pluto-Audio-Tonarme wird die Kunststoff-Carbon-Platte mit dem charakteristischen Langloch nach SME-Standard ausgeliefert. Auf Kundenwunsch sind selbstverständlich auch Bohrungen für andere Tonarmfabrikate erhältlich. Sandwich-Scheiben mit Ausformungen für die Montage von zwei Tonarmen liefert Pluto Audio ebenfalls. Zentral in der Sandwich-Scheibe ist die Lagerbuchse montiert. Sie hat einen Spiegel aus Diamant, auf dem eine Kugel mit einer Härte von 65 Rockwell läuft. Auf dieser Kugel mit einem Durchmesser von 9,5 Millimetern, die Eddie Driessen als „Ferrari-Kugel“ bezeichnet, läuft dann die mit dem Subteller verbundene Achse. Das Lager wird von einem Spezialöl von van den Hul geschmiert.
Den 12A Carbon Cobra treibt ein Gleichstrommotor an, der von einem Zwölf-Volt-Akku gespeist wird. Dessen Ladung soll für etwa 50-80 Stunden reichen. Während des Tests habe ich die Kapazität des Akkus jedenfalls nicht völlig ausgeschöpft. Zum Nachladen legt Eddie Driessen seinem Laufwerk ein hochwertiges Industrieladegerät bei, das optisch zwar nicht dem edlen Erscheinungsbild des 12A Carbon Cobra entspricht, dafür aber den Preis auch nicht unnötig in die Höhe treibt – ein nachvollziehbare Entscheidung. Das Ein- und Ausschalten des Motors und die Wahl zwischen 33⅓ und 45 Umdrehungen pro Minute erfolgt am Motorgehäuse selbst. Hier gibt es auch zwei versenkt montierte Potentiometer für die Feineinstellung der Geschwindigkeiten. Der Antriebsriemen wird aus DuPont Lycra hergestellt und soll trotz seiner geringen Stärke und recht hohen Elastizität voll und ganz für den Antrieb des Plattentellers ausreichen. Um den Pully des Antriebsmotors und den Plattenteller auf dieselbe Höhe zu bringen, werden dem Motorgehäuse zwei beidseitig Carbon-Faser-beschichtete Scheiben untergelegt. Auf Wunsch ist gegen einen moderaten Aufpreis auch ein Flywheel erhältlich, das eine gleichmäßigere Belastung des Lagers garantiert.
Für den Test hatte Eddie Driessen den Carbon Cobra mit dem 6A Greece Tonarm bestückt, den er seit dem Jahr 2005 fertigt. Dessen Armrohr besteht aus Aluminium und wird innen und außen mit hoher Präzision von Hand poliert. Zur Dämpfung kommt – was nun nicht mehr wirklich überrascht – im Inneren ein Materialmix zum Einsatz, in dem unter anderem Balsaholz, Carbon und Titan eine Rolle spielen sollen. So will Eddie Driessen einen optimalen Energiefluss mit einer hohen Verwindungssteifigkeit und einer hohen Selbstdämpfung verbinden. Eine sichere Ableitung etwaiger statischer Aufladungen der Platte war ihm ebenfalls wichtig. Der 6A ist – wie alle Pluto-Arme bis auf den 2A – kardanisch gelagert, da dieses Konstruktionsprinzip nach Meinung des Entwicklers einen sehr intensiven Kontakt zwischen Armrohr und Basis – und damit eine gute Resonanzableitung –, einen minimalen Reibungswiderstand und eine lange Lebensdauer gewährleistet. Der Greece bietet die Möglichkeit, alle wichtigen Parameter wie VTA und Azimut einzustellen. Die Antiskating-Kraft wird mit Hilfe eines sehr leichten, dünnen Drahtes und drei Gewichten erzeugt.
Die Anfass- und Oberflächenqualität des 6A ist einfach hervorragend. Wenn man denn länger nach einer noch so kleinen Schwachstelle sucht, um sich nicht dem Vorwurf der Kritiklosigkeit auszusetzen, kann man höchstens die Verwendung der SME-Geometrie nennen. Dass bei einem Verzicht auf Langlöcher im Headshell und einer dadurch zur Justage des Überhangs nötigen Veränderung der Distanz von Tellermitte zum Arm-Drehpunkt theoretisch auch der Kröpfungswinkel angepasst werden sollte, dürfte den meisten Analog-Kennern ebenso bekannt sein wie die Vorteile dieses Prinzips: Das wäre vor allem einmal die einfache Handhabung, die es auch Ungeübten erlaubt, den Arm im Rahmen der gegebenen Geometrie in kurzer Zeit optimal einzustellen. Zudem kommt der Verzicht auf Langlöcher im Headshell natürlich dessen Stabilität zugute. Bei einem weiteren Blick auf den Arm wird mir dann schlagartig klar, dass ich um Haaresbreite ein Opfer der Plug-&-Play-Mentalität geworden wäre: Weil ich das System nicht selbst eingebaut habe, ist mir entgangen, dass der 6A doch Langlöcher besitzt – wenn auch recht kurze. Aber diese lassen eine Änderung des Kröpfungswinkels durchaus zu. Die – um korrekt zu sein: nur teilweise – Übernahme der SME-Geometrie taugt also auch nicht als Kritikpunkt.
Obwohl Eddie Driessen seit dem Jahr 1996 auch einen eigenen Tonabnehmer anbietet, den er wie seine übrige Produktpalette ständig verfeinert, lieferte er den 6A Greece mit einem van den Hul Colibri Platinum, was nicht überrascht, wenn man weiß, dass sein aktuelles System einer Kooperation mit dem niederländischen Tonabnehmer-Spezialisten entstammt: Auch beim Pluto-Abtaster stammt der Generator von van den Hul, Eddie Driessen montiert diesen dann in ein Gehäuse, um ihm einen seinem Klangideal entsprechenden Stempel aufzudrücken. Natürlich wäre auch die Beschäftigung mit einem kompletten Pluto-Plattenspieler ausgesprochen reizvoll gewesen, doch werde ich mich über Eddie Driessens Tonabnehmer-Wahl nicht mit einer Silbe beschweren: Er verwöhnt Sie und mich nämlich mit van den Huls Topmodell: Colibri-typisch kommt auch das Platinium mit einem Magnetkreis ohne Frontpol aus, was die Verwendung eines deutlich kürzeren Nadelträgers zulässt. Dadurch verringert sich die von der Modulation der Schallplatte zu bewegende Masse: Die Nadel und der Nadelträger samt Spulen können der Rillenauslenkung schneller und präziser folgen. Das bei unserem Abtaster namensgebende „Platinum“ bezieht sich hier nicht wie bei Koetsu auf sogenannte Platin-Magnete, sondern auf die Spulen, die Aalt van den Hul aus Platin-Draht wickelt. Da Platin bekanntlich nicht den besten spezifischen Widerstand besitzt, wäre es wünschenswert, Herrn van den Hul ein paar Fragen nicht nur zur Materialauswahl zu stellen. Eine nochmalige Beschäftigung mit dem Colibri Platinum an dieser Stelle ist also nicht unwahrscheinlich, zumal – erlauben Sie mir, ein wenig vorzugreifen – unser niederländisches Trio klanglich zu begeistern vermag.
Da in meinem nicht gerade riesigen Hörraum kein Platz für Eddie Driessens mächtigen Laufwerkstisch ist, brachte er einfach eine der leichten, mit Carbon-Schichten umgebenen Platten mit, die er auch bei seinem Tisch verwendet, legte sie auf die das Pagode-Rack und baute darauf seinen Plattenspieler auf. Inklusive einer exakten Ausrichtung und der Kontrolle des Auflagegewichtes dauerte das Ganze keine halbe Stunde. Meine erste Annäherung an den Plattenspieler fand dann einige Tage später – wie so oft – mit Art Farmer und Jim Halls Big Blues, CTI 7083, statt: Die unspektakulär aufgenommene Scheibe verwöhnt mit geschmeidigen Melodien, einer gefälligen Instrumentierung und einer entspannten Spielweise. Und das alles vermittelt die Pluto-van-den-Hul-Kombination aufs Feinste: Die Technik tritt weit zurück und zieht den Hörer in den Fluss der Musik, lässt ihn in Klangfarben schwelgen und durch die im Studio kreierten imaginären Räume schweifen. Wäre der Begriff „Easy Listening“ nicht negativ konnotiert, würde er hier aller bestens passen: Hier scheinen den Musikern selbst schnelle, perlende Läufe auf Trompete, Vibraphon und Gitarre spielerisch leicht von Hand zu gehen, Laufwerk, Arm und System setzen die Rillenauslenkungen völlig unangestrengt in Musikgenuss um. Dass dabei ein wenig größere Räume suggeriert werden als gewohnt, man einer Vielzahl von Detailinformationen umspült wird und das Tieftonfundamente ungeheuer solide wirkt, merkt man erst, wenn man sich zu analytischen Hören zwingt. Lieber gebe ich mich der Faszination dieser wohlbekannten Scheibe hin.
Four Drummers Drumming, Riff-LP 902-1, ist für mich ebenfalls keine der üblichen Testscheiben. Auch hier geht es nicht um knallige Effekte, dafür fließen die Melodien von Vibra- und Marimbaphon, schillern Perkussionsinstrumente in kräftigen Farben. Der Pluto bringt das auch völlig selbstverständlich und dennoch emotional ansprechend rüber – und erfreut mit einem kleinen Extra-Schub Energie in den aller tiefsten Lagen. Da klingt nichts aufgebläht oder gar fett. Aber Pauken besitzen hier das gewisse Etwas. Der Pluto 12A Cobra bietet Tonarm und System jedenfalls eine grundsolide Basis, auf der sie Höchstleistungen entfalten können. Ich gebe gern zu, dass ich vor den ersten Höreindrücken mit einem so satten, runden und stimmigen Klangbild nicht gerechnet hätte. Nach meinen bisherigen, allerdings fast ein Jahrzehnt zurückliegenden Erfahrungen bewegten sich van den Hul-Systeme immer auf der eher schnellen, leichten und hellen Seite, was nicht immer in jede Kette passt. Das niederländische Trio harmoniert nun aber nahezu perfekt selbst mit meinen nicht gerade bassbetonten, hochauflösenden LumenWhite Schallwandlern. Einfach faszinierend! Da ich die so homogene analoge Kombination nicht auseinanderreißen möchte, mutmaße ich einmal, dass das hohe Maß an Resonanzfreiheit des Laufwerks und des unerwünschte Schwingungen schnell ableitenden Arms das Colibri zu klanglichen Höhenflügen befähigt.
Erlauben Sie mir an dieser Stelle eine kleine Abschweifung: Kürzlich entwickelte sich eine angenehme E-mail-Korrespondenz mit einem Leser, der mein schreiberisches Tun auch schon vor der Zeit, in der ich mich Hifistatement widme, verfolgte. Neben einer Menge Positivem zur jetzigen Publikation merkte er an, dass ihm in letzter Zeit ein wenig Verrücktheit und Überschwang fehle. Beim Durchlesen meiner aktuellen Klangbeschreibung fiel mir seine Kritik wieder ein – und ich muss sagen, er hat in einigen Bereichen gewiss Recht: Vor etwa 15 Jahren hätten mich Pluto und Co. in wahre Begeisterungsstürme und Jubelarien ausbrechen lassen. Ganz abgesehen davon, dass einem letztere, zumindest wenn man sie allzu häufig liest, irgendwann mit Sicherheit auf die Nerven gehen dürften, gibt es aber eine naheliegende Erklärung für die gedämpfte Euphorie: Damals war ich leider nicht in der glücklichen Lage, jeden Tag die Klänge wirklich feiner High-End-Komponenten genießen können. Heute drängt sich selbst bei Geräten von sehr hohem Niveau eher ein Vergleich mit Bekanntem auf als haltlose Schwärmerei. Die positive Seite der Medaille: Sie dürfen eine fundiertere Bewertung der Testobjekte erwarten als vor einigen Jahren.
Durch allzu viel High-End-Genuss verdorben, fahre ich also euphoriegebremst fort und malträtieren Pluto und Colibri mit den einschlägigen Testplatten und lege diese hin und wieder auch mal zum Vergleich auf den Teller des LaGrange: Der wirkt bei einigen Scheiben eine Spur spritziger. Impulse kommen hier noch minimal druckvoller rüber. Dafür spielt er aber auch nicht vor einem solch schwarzen Hintergrund, wie der Pluto ihn erahnen lässt. Aus dieser Ruhe heraus entwerfen 12A Carbon, 6A und Colibri eine imaginäre Bühne, die größer und plastischer wirkt als die, die LaGrange und Co. suggerieren. In puncto Rhythmus, Spielfreude und emotionale Ansprache schenken sich Brinkmann und Pluto nichts. Beim Einbinden feinster Details – wie etwa Rauminformationen – in den musikalischen Fluss kann der Pluto leichte Vorteile für sich verbuchen. Ich kann mit Pluto Arm und Laufwerk samt van den Hul Colibri mindestens ebenso glücklich Musik erleben wie mit meiner jetzigen, zum Teil seit Jahren vertrauten Analog-Kombination.
GEHÖRT MIT | |
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Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil |
Tonarm | AMG Viella 12‟, Thales Simplicity |
Tonabnehmer | Brinkmann EMT ti, Lyra Olympos SL |
Phonostufe | TeEinstein The Turntable‘s Choice (sym)xt |
Vorverstärker | Brinkmann Marconi |
Endstufe | Ayon Epsilon |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kabel | Precision Interface Technology, Audioquest Wild Blue Yonder und Wild Wood, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S |
Zubehör | PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv d.C.d Base, Feet und Silentplugs AHP Sicherungen |
HERSTELLERANGABEN Pluto Audio 6A Greece | |
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Montageabstand Spindel - Tonarm-Drehpunkt | 218mm bei Mittelstellung in der Basis |
Überhang | 14,8mm |
Kröpfungswinkel | 22,5 Grad |
Effektive Länge | 233mm |
Effektive Masse | 10g |
Benötigte Bohrung | nach SME-Standard |
Preis | 6000 Euro |
HERSTELLERANGABEN Pluto Audio 12A Carbon Cobra | |
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Geschwindigkeiten | 33⅓ und 45 UpM |
Besonderheit | Akkuversorgung des Motors |
Abmessungen (B/H/T) | 55/24/35 |
Gewicht | 32kg |
Preis | 25000 Euro |
VERTRIEB Klangstube Bernd Berling | |
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Anschrift | Ackerpool 8
4, 9586 Neuenkirchen |
Telefon | +49 5465 - 209050 |
b.berling@klangSTUBE.de | |
Internet | www.klangSTUBE.de |
Dieser anachronistisch anmutende Ansatz scheint mittlerweile immer mehr Anhänger zu finden. Allerdings ist dies nichts Neues, bereits in den 80-ern gab es von California Audio Labs einen CD-Spieler mit Röhren im Ausgang. Damals wohl eher gedacht, um die seinerzeit etwas krätzige CD-Wiedergabe ein bisschen angenehmer zu gestalten. Gott sei Dank ist die Digitaltechnik, nach „nur“ 25 Jahren Entwicklung soweit gekommen, dass man damit auch Musik hören kann; Paravicini hat also derartige Klangfilter nicht mehr nötig.
Eine kleine Anmerkung zum Thema Anachronismus: Im Kernforschungszentrum CERN werden heute noch in einzelnen Sektoren des Nuklearbeschleunigers Telefunkenröhren vom Typ EC 8020 verwendet. (Nein, nicht zum Musikhören!) Wenn ich aus der Namensgebung DACute das englische Wort für pfiffig entnehme, bin ich gespannt, ob das Gerät dies auch einlösen kann.
Die Ausgangsstufe des Wandlers ist mit einer Ausgangsimpedanz kleiner als 60 Ohm und 5 Volt Ausgangsspannung so kräftig ausgelegt, dass sie problemlos eine Endstufe antreiben kann, auch über eine längere Distanz. Hier zeigt sich die jahrelange Erfahrung aus dem Profibereich. Paravicini benutzt im Ausgang zwei Doppeltrioden vom Typ PCC88. Es handelt sich hierbei um sogenannte Spanngitterröhren, die bereits in den 50-er Jahren von Siemens für den Telefonweitverkehr entwickelt wurden. Damals zunächst für den Typ C3g. Ausgedacht hatte man sich das Ganze, um den Hochfrequenzbereich der Röhren auszudehnen.
Wie an dem Buchstaben „P“ erkennbar beträgt die Heizspannung für diese Trioden 7,5 Volt, hier werden sie allerdings nur mit 6,3 Volt betrieben, so dass theoretisch eine ECC88 ebenfalls einsetzbar wäre. Geschaltet sind die PCC88 im Single-Ended Modus, dessen klangliche Vorzüge offensichtlich immer mehr Anhänger findet. Die Röhren sind im Ausgang Transformator-gekoppelt, wie bei den Profi-Geräten von EAR. Eine Schaltungsvariante, die bei Kleinsignalgeräten im HiFi Bereich eher seltener anzutreffen ist, durch die aber der niedrige Ausgangswiderstand überhaupt erst möglich ist. Zwei weitere Transformatoren findet man am Ausgang der Digitalstufe. Hier handelt es sich um eine weitere Spezialität von Paravicini, die Trafos entkoppeln nicht nur die Digitaleinheit von der Analogeinheit. Sie sind so gewickelt, dass sie zugleich als Strom/Spannungswandler fungieren. Üblicherweise werden hierfür Operationsverstärker verwendet. Die Transformatoren werden von Paravicini selbst entworfen und in Huntingdon gefertigt. Wie überhaupt das ganze Gerät vor Ort per Hand gefertigt wird.
Der DAC ist rein für den direkten Betrieb an einer Endstufe konzipiert. Es gibt keinen direkten Ausgang, über den man einen Vorverstärker anschließen könnte, das Signal läuft immer über das Potentiometer. Es lassen sich auch keine weiteren Geräte mit Line-Ausgängen anschließen. Wer also auch Schallplatten hören will, kommt um eine eigene Vorstufe nicht herum. Schließlich möchte de Paravicini auch seine Vorstufen verkaufen. Wenn man das Potentiometer am DAC auf „1 Uhr“ stellt, liefert das Gerät eine Ausgangsspannung von etwa 2 Volt und man könnte auf diesem Wege eine Vorstufe ansteuern. Nachteilig dabei ist natürlich, dass das Signal in dieser Betriebsart dann über zwei Potentiometer läuft.
DACute wird mit einer verchromten Frontplatte aus Bronze ausgeliefert, kann aber auch mit schwarzer Aluminium-Front bestellt werden. Der Verkaufspreis ist dann etwas niedriger. Für ein Röhrengerät auffallend sind die fehlenden Lüftungsschlitze im Gehäusedeckel, diese sind an der Rückwand angebracht. Man sollte also das Gerät mit genügend Abstand zur Rückwand aufstellen. Der DAC ist profimäßig getreu dem Motto „kein überflüssiger Firlefanz“ aufgebaut.
Es gibt vier Eingänge: USB, 2x S/PDIF und Toslink, die über beleuchtete Druckschalter an der Front geschaltet werden können. Am Ausgang stehen XLR- und Cinch-Buchsen für symmetrische und unsymmetrische Ansteuerung der Endstufe zur Verfügung. Die Lautstärke wird über ein motorgesteuertes Alps Potentiometer geregelt, eine Fernsteuerung gehört zum Lieferumfang. Eine Reihe LEDs zeigt die Datenübertragungsrate an und ob die Digitalquelle korrekt verbunden ist. Thats all!
Als DAC-Chip benutzt Paravicini einen Delta-Sigma-Wandler der Firma Wolfson. Dieser Wandlertyp hat mittlerweile die Multibit-Wandler vom Markt verdrängt. Beide Systeme haben Vor- und Nachteile; Delta-Sigma-DACs rauschen stärker und benötigen deshalb zusätzliche Noiseshaper, um den Rauschanteil auf Frequenzen über 20 Kilohertz zu hieven. Der Multibit-DAC ist um ein Vielfaches teurer. Und das ist in der heutigen Zeit das schlagende Argument.
Mit dem Wolfson-Chip sind Übertragungsraten bis zu 24/192 möglich. Mehr braucht es auch nicht, nachdem bereits bei diesem Format kaum interessante Software zu bekommen ist. Für den USB-Anschluss stellt EAR einen Treiber auf der Homepage zur Verfügung, dieser ist allerdings nur für PC-Benutzer erforderlich, mit einem Mac funktioniert der Anschluss sofort und ohne Treiber.
Wie klingt das Ganze nun? Als erstes habe ich mir die neue CD von Elina Duni Matanë Malit ausgesucht. Die noch weitgehend unbekannte Sängerin stammt aus Kroatien und tritt hier mit einem Begleittrio um Colin Vallon auf. Der Schweizer Pianist ist in der Jazzszene kein Unbekannter, hier hat er allerdings Duni überredet, Lieder aus ihrer Heimat zu singen. Die Musik hat einen ausgeprägten mediterranen Touch, ist aber auch wegen der Jazzbegleitung keine Volksmusik. Und schon gar kein klischeehafter Balkan-Jazz. Ich verstehe zwar kein Wort von dem, was gesungen wird, aber die Stimme ist zum Dahinschmelzen. Überhaupt scheint die Stimmwiedergabe eine der Stärken des EAR zu sein. Ein kurzer Quercheck mit Renata Tebaldi als Aida bestätigt dies. Zu überprüfen, ob nun Lady Gaga auch davon profitieren würde, habe ich mir dann doch verkniffen.
Es ist ein Riesenunterschied, ob zwischen den Lautsprechern nur eine Stimme erscheint, oder ob man das Gefühl hat, da steht jemand und hat mit seiner musikalischen Interpretation etwas zu sagen. Ich kenne überhaupt nur ein kommerziell produziertes Digitalgerät, mit dem dies noch besser funktioniert, besagtes Gerät befindet sich aber in einer völlig anderen Preiskategorie.
Szenenwechsel, Propellerheads. Dies ist eine Scheibe, mit der ich sogar meine Tochter vom Computer weglocken kann. Bei On Her Majesty's Secret Service geht es auch gleich richtig zur Sache. Die Scheibe ist im Studio zusammengefixt worden, die Synthesizer-Akkorde wirbeln im Raum hin und her, so dass einem fast schwindelig wird. Mit natürlicher Raumtiefe hat das alles letztendlich nichts zu tun, aber es ist unheimlich spektakulär. Dazu kommt noch eine stupende Dynamik. Mit dem DACute kommt der Spaßfaktor nicht zu kurz, stellenweise hat man das Gefühl, Sean Connery kommt gleich um die Ecke und bestellt einen Martini. Stirred, not shaken! Die Bässe sind etwas runder, voluminöser, aber dennoch gut konturiert und mit Druck. Und bei Synthesizer Bässen gibt es sowieso kein Original. Jedenfalls kann man anhand dieser CD schnell feststellen, dass der DAC mühelos in der Lage ist, eine Endstufe anzutreiben.
Zur Entspannung kommt als nächstes die Scheibe von Tony Scott Music for Zen Meditation in das Laufwerk. Nein, ich bin nicht auf dem Meditationstrip angelangt, ich habe auch kein Räucherstäbchen angezündet, und Kräutertee gibt es hier sowieso keinen. Neben Tony Scott an der Klarinette sind noch zwei japanische Musiker mit von der Partie, beide spielen auf traditionellen japanischen Instrumenten, Koto und Shakuhachi. Das Koto ist ein altes japanisches Saiteninstrument, am ehesten noch vergleichbar mit einer Zither, hat aber einen 1.80 Meter langen Klangkörper auf welchen die Saiten gespannt sind. Bei der Shakuhachi handelt es sich um eine Bambusflöte, die einen sehr typischen, weichen aber mit starken Anblasgeräuschen verbundenen Klang erzeugt. Die tonale Wiedergabe der beiden Instrumente ist sehr authentisch, so wie ich es aus Japan kenne. Zudem kann „Cutie“ hier das Gefühl vermitteln, entspannt in einem japanischen Tempel zu sitzen und der Musik zuzuhören. Ohne die üblichen 1000 Besucher hinter einem mit klickenden Kameras!
Im praktischen Betrieb lief das Gerät völlig problemlos, es muss (und sollte) auch nicht permanent eingeschaltet bleiben. Bereits nach zehn Minuten Aufwärmen kann man entspannt Musik hören. Und zwar stundenlang. Damit möchte ich nun nicht behaupten, dass mit dem DACute alles weichgespült wird, überhaupt nicht. Aber Aufnahmen, bei denen einem sonst sämtliche Plomben herausfallen, werden mit dem DAC erträglicher. Das Gerät gibt sehr viel von dem Charme wieder, den eine Röhre vermitteln kann und weshalb sich die Fans auch so ein Gerät kaufen.
Dynamisch gesehen lässt es nichts anbrennen, das merkt man nicht nur bei Krachern wie Propellerheads, sondern auch sehr deutlich bei klassischen Gitarrenaufnahmen, die mit sehr viel Verve dargeboten werden. Wenn allerdings jemand ein Gerät sucht, mit dem die Anlage PA-mäßig knallt, dann muss er sich woanders umsehen. Er würde dann allerdings auch einiges verpassen.
Eine der Stärken des EAR ist sicher die plastische Darstellung der Musiker und Instrumente und damit verbunden das Gefühl, mit dabei zu sein. Nur drei Schritte nach vorne und ich nehme dem Theessink die Klampfe weg! So! Dies setzt allerdings eine realistische Aufnahmetechnik voraus, denn manchmal haben die Aufnahmen in der heutigen Zeit mehr mit Phantasie als mit der Realität zu tun.
Die Wiedergabe der Audienz bei einem klassischen Konzert in den eigenen vier Wänden ist ebenfalls etwas, wo unsere Phantasie gefordert ist. Hier kann uns der DAC natürlich auch nur in begrenztem Maße unterstützen, aber der Applaus einer Aufnahme in der Münchener Philharmonie wird schon sehr natürlich wiedergegeben. Und wie oft klingt das, als würden die Zuhörer Holzscheite aneinander schlagen.
Aber eigentlich möchte ich auf etwas völlig anderes hinaus, was mit diesem DAC möglich ist: Er lenkt von Schwächen in der Anlage – und die hat jede! – ab und bringt uns dem musikalischen Inhalt näher. Man konzentriert sich eher darauf, wie der Saxophonist improvisiert und weniger darauf, wie das Saxophon klingt. Und ob der Musiker nun zehn Zentimeter weiter vorne oder hinten steht. Dies kann der DAC alles wiedergeben, aber es erscheint einem nicht mehr so wichtig. Das Gerät für den Hedonisten! (frei nach J.C. Morrison)
Der Betrieb des DAC mit einem Computer über den USB Eingang funktioniert ebenfalls völlig problemlos. Anfangs war ich etwas irritiert, weil nach Anschluss des Mac dies nicht über die LED „lock“ angezeigt wurde. Die LED leuchtet erst nach Anwählen eines Titels auf. Kein Problem, wenn man es weiß.
Ich möchte hier nicht auf tonale Unterschiede zur Wiedergabe mit einem CD Laufwerk eingehen, weil diese natürlich stark von den verwendeten Komponenten und der Software abhängen und man es somit nicht verallgemeinern kann. Aber die genannten tonalen Eigenschaften des EAR setzen sich in beiden Betriebsarten durch.
Wenn nun die gute Fee käme – wo bleibt die eigentlich immer? – und ich drei Wünsche frei hätte, was würde ich mir bei „Cutie“ dann wünschen? Hm, zunächst vielleicht einen Hauch mehr Auflösung. Außerdem für den S/PDIF Eingang eine Buchse mit 75 Ohm Wellenwiderstand, also BNC, nicht RCA. Einen direkten Ausgang für den Anschluss an eine Vorstufe, oder zusätzliche Anschlussmöglichkeiten für Vinylhörer. Oh, jetzt sind die drei Wünsche schon weg...
GEHÖRT MIT | |
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Laufwerk | Ayon CD-T |
DAC | Borbely Audio |
Vorstufe | Shindo Monbrison |
Endstufe | Shindo Cortese, Thomas Mayer 6HS5 PSE, 45 SE |
Lautsprecher | WVL A100i |
HERSTELLERANGABEN EAR 192 DACute | |
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Max. Ausgangspegel | 0 – 5 Vrms regelbar |
Ausgangsimpedanz | < 60 Ohm |
Frequenzbereich | 20 – 20000 Hz |
Ges. Harmonische Verzerrung | <1% |
Abmessungen (B/H/T) | 435 x 90 x 320 mm |
Preis | 5295 Euro mit verchromter Front 4845 Euro mit schwarzer Front |
HERSTELLER Yoshino Ltd. | |
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Anschrift | Huntingdon Cambridgeshire, England |
VERTRIEB Ear-Yoshino.de | |
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Ansprechpartner | Lothar Mertens |
info@ear-yoshino.de | |
Internet | www.earyoshino.com |
Die Lautsprecher selbst stecken in festen Plastikbeuteln. Darunter wiederum sind sie von weichen Stoffsäcken umhüllt, die die empfindliche Hochglanzlackierung, in diesem Fall ein modisches tobacco-braun, wirksam schützen. Das Montieren der schweren, massiven Metallausleger, die den Stand der Box sichern und gleichzeitig der Höhenverstellbarkeit dienen, geht schnell von der Hand: Das Ganze ist passgenau und selbsterklärend. Man hat die Möglichkeit, bodenschonende Silikonkegel oder Spikes in die Metallausleger zu schrauben. Mit Spikes klang es bei mir auf einem schwimmend verlegten Parkettboden bedeutend besser. Dabei habe ich einen Wunsch an Elac: Bei aller Perfektion, wo sind die Tellerchen zum Aufnehmen der Spikes, damit Holzfußboden oder Laminat ohne Schaden bleiben? Da es sich bei mir um einen gut sortierten Hifi-Haushalt handelt, hatte ich Gott sei Dank welche vorrätig. Dennoch liebe Elac-Verantwortliche, bitte gebt Euch einen Ruck und legt noch ordentliche Teller zum Aufnehmen der Spikes bei!
Die Verarbeitung der FS 407 ist insgesamt hervorragend. Der Hochglanzlack kommt ohne jeglichen Makel daher, die Einfassungen der Lautsprecherchassis sind aus Aludruckguss und perfekt bündig in die Lautsprecherfront eingelassen, das Single-Wiring(!)-Terminal ist von sehr guter Qualität. Und die inneren Qualitäten stehen dem Äußeren nicht nach; die Frequenzweiche ist ausschließlich mit besten Bauteilen wie teuren Luftspulen bestückt, das Gehäuse weist zahlreiche Versteifungen im Innern auf. So erklärt sich auch das hohe Gewicht der zierlichen, gut einen Meter, aber nur 18 Zentimeter breiten Box: über 20 Kilogramm pro Stück. Und alles, auch die Lautsprecherchassis sind von Elac entwickelt und gefertigt respektive modifiziert. Da relativiert sich der Listenpreis von 3700 Euro schnell. Wer tobacco nicht mag, bekommt die FS 407 auch noch in edlem Walnuss-Furnier, in schwarz oder weiß Hochglanz oder mattschwarz.
Man mag es kaum glauben, aber der auf dem Air Motion Prinzip von Oskar Heil beruhende Jet Hochtöner wird nun schon über 20 Jahre von Elac gebaut. In der FS 407 kommt die fünfte Generation zum Einsatz. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die neu gestaltete Frontplatte jetzt über vier größere Austrittsöffnungen anstatt der bisher fünf kleineren verfügt. Die Feinarbeit an der gelben, vielfach gefalteten Folienmembran und deren Bedämpfung sorgt für eine Vergrößerung des Übertragungsbereichs und wirkt klirrmindernd. Dadurch lässt sich der neue Jet tiefer an die zwei Konus- Chassis ankoppeln. Ein weiterer Nebeneffekt ergibt sich für die Weiche, die nun mit weniger Bauteilen auskommt. Die beiden Konus-Chassis unterhalb des Jet bestehen aus einer Kombination von Zellstoff und Aluminium, die laut Elac eine Kolbenbewegung ohne Resonanzen ermöglichen soll. Die 150iger Treiber sind hoch belastbar und extrem langhubig ausgelegt. Es handelt sich bei der FS 407 um ein Zweieinhalb-Wege-Bassreflex-System. Die Bassreflex-Öffnung geht Richtung Sockel. Daher auch der genau definierte Abstand der Box zum stabilen Sockel. Da schwingt nichts mit!
Nun geht es ans Hören – oder präziser, da es sich um fabrikneue Exemplare handelt – leider erst mal ans Einspielen. Ich konnte es trotzdem nicht lassen und habe am ersten Abend reingehört. Was mich als erstes in den Bann zog, und das ist auch während des gesamten mehrwöchigen Testzeitraums so geblieben, ist die sehr gute Raumdarstellung der FS 407. Wenn die Aufnahmen es zulassen, sind die Elacs praktisch nicht vorhanden. Das Klangbild löst sich vollständig von den schmalen Säulen. Der Raum reicht dabei sogar über die Boxenebene links und rechts hinaus. Auch die Tiefenstaffelung ist ganz hervorragend. Das Klangbild hat manchmal schon etwas Holografisches. Für ein konventionelles Standboxenkonzept, wie die Elac es repräsentiert, ist das eine exzellente Leistung. Hören Sie einfach einmal in gute Live-CDs wie zum Beispiel in Reise von Kari Bremnes oder Mamani live von Joy Denalane. Das macht einfach nur Spaß, denn da stimmt alles. Übrigens auch die Basswiedergabe, denn beide CDs sind hier harte Prüfsteine. Da bläht nichts auf, da verschmiert nichts. Die tiefen Töne kommen schön sauber und trocken. Dabei geht es tiefer runter, als man es diesen schmalen Säulen eigentlich zutraut. Auch die Mittel-/Hochton-Wiedergabe leidet nicht. Die Stimmen der Sängerinnen sind perfekt in die Wiedergabe integriert und dabei gut detailliert, wobei die FS407 zugunsten der musikalischen Geschlossenheit nicht auf die allerletzte Durchzeichnung setzt. Sehr gut auszumachen ist das bei der Wiedergabe von S-Lauten, die eher auf der zurückhaltenden Seite liegt. Über all dem thront ein fein aufgelöster Hochtonbereich. Die große Stärke der FS 407 ist ihre relaxte Wiedergabe. Sie wird nie nervig, auch nicht bei hohen Lautstärken. Es handelt sich um einen hochmusikalischen Lautsprecher, der dabei aber detailreich zu Werke geht – dem Jet sei Dank. Meine ersten Erfahrungen mit Jet-Hochtönern vor vielen Jahren waren da noch ganz andere. Hier hat Elac in den letzten Jahren eine wirklich großartige Entwicklungsarbeit geleistet. In einem Telefonat hat mir Rolf Janke, der Entwicklungsleiter bei Elac ist und auch maßgeblich an der Konstruktion und Abstimmung der FS407 beteiligt war, erklärt, wie komplex der Aufbau des Jet inzwischen ist. Auch seine Erläuterungen zur Frequenzweiche waren sehr aufschlussreich. Er legte mir dar, wie akribisch zum Beispiel darauf geachtet wird, dass keine Phasenverschiebungen auftreten oder wie viel Aufwand getrieben wurde, um Resonanzen der Chassis herauszufiltern.
Weiter geht es mit Jazz und Klassik von CD und in hoch aufgelöster Form von der Festplatte, abgespielt mit foobar. Diana Kralls Girl In The Other Room habe ich als CD und als Highres-Download in 24 Bit 96 Kilohertz (erhältlich bei highresaudio.de) zur Verfügung. Schon die CD macht über die FS407 viel Freude, aber im Highres-Format kommt erst richtiges Gänsehaut-Feeling auf. Die Stimme von Diana Krall wird superb aufgelöst, wirkt dabei aber nicht vordergründig oder überpräsent. Die FS407 ist ein Muster an Ausgewogenheit. Die Abstimmung bewegt sich einem fein abgewogenen Maß zwischen Analytik und Musikalität. Da steckt sicher sehr viel Feintuning dahinter!
Abschließend seien hier exemplarisch noch zwei Klassikaufnahmen genannt, die ich immer wieder sehr gern zum Testen heranziehe. Auf CD sind das die Carmina Burana von TELARC und im Format 24bit/192kHz sind es die Pictures At An Exhibition von Naxos (download bei highresaudio.de). Die Carmina Burana bestechen durch ihren riesigen Chor, der von der FS407 wunderbar im Halbrund hinter den Boxen im Raum aufgespannt wird. Er wirkt trotz enormer Durchhörbarkeit geschlossen. So soll es sein! Auch die Dynamik und die wunderbaren Klangfarben der Pictures At An Exhibition werden sehr überzeugend wiedergegeben. Mein kurzes Fazit am Ende vieler, oder in diesem Fall sehr vieler Stunden mit der Elac FS407: Das ist ein Lautsprecher, mit dem ich alt werden könnte …
GEHÖRT MIT | |
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Vollverstärker | AVM A3NG |
CD-Player | AVM CD3NG |
Lautsprecher | Myro Rebell |
Phono-Preamp | Otto-Musikant |
Plattenspieler | Musical-Life Jazz Reference |
Tonarm | Musical-Life Conductor Vocalitas |
Tonabnehmer | Musical-Life Denon DL 103 |
Kabel | Inakustik Black & White NF und LS 1202, Audioquest GO-4 LS-Kabel, Whitezombieaudio Zeropointzero XLR Rein silber Kabel, Sommer Epilogue NF, Audioquest Digital Audio Carbon USB, Audioquest Wild Digital S/PDIF, Vovoxlink direct SD AES/EBU |
HERSTELLERANGABEN ELAC FS 407 | |
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Abmessungen (H/B/T) | 1038 × 166 × 314 mm |
Gewicht | 20,4 kg |
Bauart | 2½-Wege, Bassreflex |
Tieftöner | 2 × 150 mm AS-XR Konus |
Hochtöner | 1 × JET 5 |
Übergangsfrequenz | 450 / 2.500 Hz |
Frequenzbereich (IEC 268-5) | 30 ... 50.000 Hz |
Empfindlichkeit | 88 dB / 2,83 V / m |
Verwendbar an Verstärkern | 4 ... 8 Ω |
Empfohlene Verstärkerleistung | 40 - 300 W / Kanal |
Nenn- / Musikbelastbarkeit | 130 / 170 W |
Nominalimpedanz | 4 Ω |
Minimalimpedanz | 3,5 Ω / 200 Hz |
Ausführungen | schwarz, weiß und tobacco Hochglanz, schwarz matt, Walnuss Furnier |
Paarpreis | 3700 Euro |
HERSTELLER ELAC Electroacustic GmbH | |
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Anschrift | Rendsburger Landstrasse 215 24113 Kiel |
Telefon | +49 (431) 64 77 4-0 |
info@elac.com | |
Internet | www.elac.com |
Es geht einzig und allein um die Art der Analog-Eingänge. Während der kürzlich an dieser Stelle vorgestellte Ayre QA-9 allein mit XLR-Eingängen aufwartet, sind es beim Joplin ausschließlich Cinch-Buchsen. Ich gebe gerne zu, dass diese für die meisten Anwender – besonders, wenn es darum geht, einen Plattenspieler direkt anzuschließen – die Verbindung der Wahl sind. Aber mein häufiger Umgang mit hochwertigen Hifi-Komponenten und professionellem Audio-Equipment hat wohl zu einer leicht einseitigen Betrachtungsweise geführt, für die es im Französischen den charmanten Begriff „déformation professionnelle“ gibt. Denn bei meinem symmetrischen Einstein-Entzerrer-Vorverstärker, beim Thales-Arm und bei der Studer-Bandmaschine bedarf es eines speziellen XLR-female auf Cinch-Kabels, um sie an den M2Tech anzuschließen, aber ansonsten ist, wie man hier in Bayern sagt, der Schaden schnell geschätzt. Die eigentliche Zielgruppe wird, wie erwähnt, die Anschlüsse des Joplin den XLR-Eingängen des Ayre vorziehen.
Ansonsten bietet die Rückseite des M2Tech alle Buchsen, die man erwarten darf: Das digitale Signal steht an einer Cinch-Buchse und einem optischen Ausgang (Toslink) zur Verfügung. Nach AES/EBU-Spezifikationen wird es über eine XLR-Buchse ausgeben und auch per USB 2.0 an einen Type B-Anschluss. Hinzu kommt noch ein S/PDIF-Eingang mit Cinch-Buchse, der genutzt werden kann, um Digital-Signale per USB in den Computer weiterzuleiten, wenn dieser – wie die allermeisten – nicht mit einer Sound-Karte mit Digital-Eingang ausgestattet ist. Eine Erdungsklemme, die beim direkten Anschluss eines Plattenspielers benötigt wird, und die Buchse für die Gleichstromversorgung machen das Anschlussfeld komplett. Der Joplin wird mit einem Steckernetzteil geliefert, dass sich leicht durch eine Squeeze-Upgrade-Stromversorgung, wie sie im Test des M2Tech Young beschrieben ist, oder das an dieser Stelle ebenfalls vorgestellte M2Tech Akkunetzteil Palmer ersetzen lässt. Da beide Varianten zumindest beim Gegenstück zum Joplin, dem D/A-Wandler Young, im Vergleich zum dafür nötigen finanziellen Einsatz ganz enorme klangliche Verbesserungen erbrachten, habe ich auch den A/D-Wandler gleich mit dem Squeeze-Netzteil für 135 Euro gehört.
Der wohl häufigste Grund, sich einen A/D-Wandler für die heimische Anlage zuzulegen, dürfte der Wunsch sein, die Schallplatten-, Tonband- oder Cassetten-Sammlung als Musik-Datei auf den Server zu bekommen und dort bequem verwalten zu können. Dies ermöglicht der Joplin nicht nur in der höchsten heute verfügbaren Qualität – mit 32 Bit und 384 Kilohertz –, sondern hält für Platten-, Tonband- und Radionutzer auch noch besondere Funktionen bereit. Besitzer älterer LPs und Schellack-Scheiben finden neben der seit den 60-er Jahren üblichen RIAA-Entzerrung noch die von His Masters Voice, Columbia, Decca/London, Capitol, MGM und RCA sowie eine ganze Reihe anderer. Insgesamt stellt der Joplin dem archivarisch interessierten Platten-Fan 19 unterschiedliche Entzerrungskurven zur Auswahl, die natürlich digital sehr viel exakter den Vorgaben folgen können, als dies bei einer analogen Umsetzung mit vertretbarem Aufwand möglich wäre.
Wie Tonband-Kenner mit Sicherheit wissen, kommen auch Bandmaschinen nicht ohne Entzerrungen aus. Die variieren je nach Bandgeschwindigkeit und Kontinent. In Europa wird nach CCIR respektive IEC und in Amerika nach NAB entzerrt. Allerdings sind bei Bandmaschinen die Equalizer für Aufnahme und Wiedergabe fester Bestandteil des Gerätes. Um die vier vom Joplin angebotenen Entzerrungen, die für im heimischen Betrieb genutzte Geschwindigkeiten ausgelegt wurden, nutzen zu können, kommt man um Umbauten an den Tonbandgeräten nicht herum: Es reicht meist nicht einmal, die Ausgänge er Tonköpfe direkt herauszuführen. In vielen Fällen ist auch noch eine Impedanzanpassung fällig. Ich wage einmal zu prophezeien, dass diese Möglichkeiten des Joplin nur in Ausnahmefällen genutzt werden dürften.
Häufiger zum Einsatz kommen werden da die jeweils zwei Rausch- und Rumpelfilter, die bei der Überspielung verwellter Schallplatten oder solcher mit nicht gerade perfekter Oberfläche gute Dienste leisten könnten. Über ein MPX-Filter, das den 19-Kilohertz-Pilotton bei Stereosendungen unterdrückt, wird sich freuen, wer Rundfunksendungen vom Band oder aus dem laufenden Programm digitalisiert. Marco Manunta, Gründer und Chef von M2Tech, sieht den Joplin nämlich auch als Problemlöser für all jene Hifi- und Musikfreunde, die ihre Anlage teils schon vor Jahren ausschließlich auf Digitaltechnik umgestellt haben, dank eines Wandlers mit Lautstärkeregelung auf eine Vorstufe verzichteten und nun doch wieder Plattenspieler oder Tuner nutzen möchten. Diejenigen könnten nun die analogen Quellen mit dem A/D-Wandler in die bestehende Anlage integrieren, ohne erst wieder einen Vorverstärker oder einen Phonoentzerrer anzuschaffen. Der Joplin ist nämlich in der Lage, ankommende Signale um bis zu 65 Dezibel zu verstärken. Da die Phonoentzerrung nach der Verstärkung stattfindet, soll eine Ausgangsspannung von 0,5 Millivolt ausreichen, um eine Wandlung ohne Auflösungsverlust zu garantieren. Wer keinen allzu leisen Tonabnehmer sein Eigen nennt, kann damit den Joplin direkt ansteuern. Dessen Eingangswiderstand liegt allerdings bei 47 Kiloohm, was für Moving-Magnet-Systeme ideal ist, nicht aber für Moving-Coils. Hier empfiehlt Marco Manunta ein Y-Kabel, um parallel zum Tonabnehmer noch einen Lastwiderstand anschließen zu können. Der audiophile Purist denkt dabei natürlich sofort erschrocken an vermeidbare Übergangswiderstände, aber er würde wohl auch nie auf die Idee kommen, seine Vinyl-Schätze zu digitalisieren.
Das Bedienungsmenü ist recht einfach gehalten: Durch den Druck auf den Drehknopf wandert man durch die verschiedenen Menüpunkte als da wären Eingangspegel, Eingangwahl, Abtastrate, Auflösung, Entzerrungskurve, Display-Helligkeit, Rumpel- Rausch- und MPX—Filter. Durch Drehen des Knopfes wählt man dann das gewünschte aus und bestätigt es mit einem weiteren Druck auf den Knopf. So einfach und verständlich das Verfahren ist, hat es doch zumindest bei der Pegelregelung einen Nachteil: Da sich die Einstellung erst nach dem Druck auf den Knopf ändert, kann man kann die Auswirkung der Änderung nicht sofort an den beiden Pegelanzeigen erkennen. Hilfreich für die Einstellung des richtigen Pegels ist es aber, dass statt der ansonsten beständig angezeigten Abtastfrequenz kurz das Wort „CLIP“ erscheint, wenn der Eingang des Joplin übersteuert wird. Dann sollte man die Aufnahme abbrechen und mit niedrigerem Pegel neu beginnen.
Der Joplin arbeitet prinzipiell mit der höchsten Auflösung, also mit 32 Bit. Beim Herunterrechnen auf 24 Bit entstehen dann Verzerrungen, die sich jedoch in das für das Ohr viel angenehmere Weiße Rauschen umwandeln lassen, wenn man dem 32-Bit-Signal vor der Reduzierung Dither hinzu mischt. Der Joplin lässt einem die Wahl zwischen dem besten Störspannungsabstand mit Verzerrungen oder verzerrungsfreiem Klang mit ein wenig mehr Rauschen. Ich habe für die Erprobung des Joplin die Einstellung 24D gewählt: 24 Bit mit Dither. Während ich mich beim Test des Young noch für das pfiffige Design mit dem großen Display hinter der Lochblende begeistern konnte, überzeugt es beim Joplin weniger: Das liegt daran, dass die angezeigten Werte wie etwa die beständig eingeblendete Zahl der Abtastrate nicht mehr die gesamte Höhe es Displays zur Verfügung hat, da darüber noch die beiden Balken für die Darstellung des Eingangspegels Platz finden müssen. Da gibt es zwischen der Anzeige und dem Lochraster Interferenzen, die die Leserlichkeit des Displays ein wenig einschränken.
Eigentlich hätte in der Überschrift stehen sollen „ein Test und vier Klangbeispiele“, denn ich hatte vor, Sie auch einmal hören zu lassen, wie sich die Entzerrung des Joplin im Vergleich zu meinen Einstein-Entzerrer anhört: Zu diesem Zweck wollte ich ein Stück von einer Schallplatte einmal mit dazwischen geschaltetem Entzerrer und einmal mit der internen Entzerrung und Verstärkung des Joplin digitalisieren. Doch egal, ob ich das Brinkmann-EMT mit seiner recht hohen Ausgangsspannung oder das eher „leise“ Lyra Olympos über den symmetrischen Einstein mit dem Joplin verbinde, dieser weist beim ersten häufig, beim zweiten recht selten mit einem rot leuchtenden „CLIP“ unmissverständlich auf Übersteuerungen hin. Die Überspielungen mit dem Einstein im Signalweg sind in dieser Konfiguration also schlicht nicht möglich.
Da ich für die Experimente eine wohlbekannte Scheibe aus eigener Produktion ausgewählt habe, bringt der Versuch mit dem Lyra doch eine erste Einsicht: Über weite Passagen, in denen es nicht zur Übersteuerung des Joplin kommt, schickt dieser über das Digisym-Reference-Kabel Daten für ein so fein aufgelöstes und farbstarkes Klangbild an den Mytek-Wandler, dass man glatt vergessen könnte, dass das feine analoge Signal zwischendurch gewandelt wurde. Auch wenn ich persönlich nie auf die Idee käme, Analoges vor dem Hören nur aus Bequemlichkeit auf die digitale Ebene zu transferieren, muss ich eingestehen, dass Joplin und Mytek so hervorragend wandeln, dass die zwischenzeitliche Digitalisierung dem Musikgenusss keinen Abbruch tut. Auch über den digitalen Umweg fließen die Melodien, öffnet sich der Raum, strahlen die Farben und macht einen die unlimitierte Dynamik beinahe glauben, der Musik selbst und nicht einer Aufnahme zu lauschen.
Wenn dann der Joplin die Signale des Brinkmann EMT ti ohne die Hilfe des Einstein verstärkt – bei „Gain 55“ werden Übersteuerungen sicher vermieden –, wandelt und entzerrt, wirkt die imaginäre Bühne ein Stückchen weniger tief, die Farben verlieren einen Hauch ihrer Strahlkraft und auch ein Hauch Spielfreude geht verloren. Kurz: Der Joplin ist ein guter, dafür aber in puncto Entzerrungskurven ungemein vielseitiger Phonovorverstärker – und ein ganz hervorragender A/D-Wandler.
Aussagekräftiger als diese recht pauschale Einschätzung der – wie ich bisher finde – ganz enormen Fähigkeiten des Joplin als Wandler ist natürlich der Vergleich einer mit ihm erzeugten Datei mit einer, die mithilfe des Ayre QA-9, des dCS 900 oder den in der Nagra LB intergrierten ADCs erzeugt wurde. Die letzten genannten Dateien stehen hier in 192 und 48 Kilohertz zum Download bereit. Die Produktion zweier weiterer Varianten von Paul Kuhns „Griff“ von einer Mastertape-Kopie erweist sich mit dem Joplin dann aber etwas komplizierter als gedacht: Die über das oben erwähnte Adapterkabel an den Joplin geleiteten Ausgangssignale der Studer A 80 provozieren beim M2Tech wieder die Anzeige „CLIP“. Die naheliegende Idee, die Ausgangsspannung der Studer unter Zuhilfenahme von Bezugsband und RTW Peakmeter um zehn Dezibel zu verringern, lässt sich leider nicht umsetzen, da der Regelbereich des Ausgangsverstärkers der A 80 dafür zu klein ist.
Da bleibt nur eines: das Ausweichen auf die Studer A820, bei der sich der Pegel so weit reduzieren lässt, dass der Joplin nicht mehr übersteuert. Danach geht dann alles wie von selbst: das Digitalisieren des Songs mit dem Joplin, die Aufzeichnung mit der Nagra LB, das Bescheiden von Anfang und Ende des Songs mit Sonic Studios soundBlade und das Normalisieren des Pegels. Natürlich klingt eine A 820 nicht exakt wie eine A 80 und auchd den Adapter wird man theoretisch hören können. In welche Richtung der Joplin tendiert, verraten den Dateien aber allemal. Die Download-Buttons für die mit dem M2Tech erstellten Musik-Files zum Vergleich mit den beim Test des Ayre online-gestellten finden sie unten.
Für alle, die lieber lesen als hören, hier ganz kurz: Der Joplin vermag es, die Emotionen eines Songs aus der analogen Ebene in eine Datei hinüberzuretten. Dabei ist sein Klangbild eher auf der wärmeren Seite. Die Nagra wirkt zwar einen Hauch offener, aber auch kühler und ein bisschen technischer. Da bewegt sich der Joplin schon eher in den Gefilden des etwa doppelt so teuren Ayre, ohne jedoch dessen rhythmischen Fähigkeiten zur Gänze zur erreichen. Aber das ändert nicht das Geringste an meiner Wertschätzung des Joplin.
![]() Paul Kuhn Trio „Griff“ 192 kHz mit Joplin-Wandler ca. 314,1 mb (wav) |
![]() Paul Kuhn Trio „Griff“ 48 kHz mit Joplin-Wandler ca. 78,6 mb (wav) |
GEHÖRT MIT | |
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Computer | iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.8 |
D/A-Wandler | Mytek 192-DSD DAC |
Audioplayer | Amarra 2.4 |
Digital-Recorder | Nagra LB und Nagra VI |
A/D-Wandler | dCS 900 mit dCS 990 Master Clock |
Bandmaschine | Studer A80 |
Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil |
Tonarm | AMG Viella 12‟, Thales Simplicity |
Tonabnehmer | Brinkmann EMT ti, Lyra Olympos SL |
Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (sym) |
Vorverstärker | Brinkmann Marconi |
Endstufe | Ayon Epsilon |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kabel | HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Wild Blue Yonder, Wild Wood, Diamond USB, Sunwire Digisym Reference |
Zubehör | PS Audio Power Plant Premier, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus |
HERSTELLERANGABEN USB-Wandler M2Tech Joplin | |
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Analogeingang | 1 x Cinch |
Digitaleingang | 1 x S/PDIF (Cinch) |
Eingangspegel | 0,5mV – 1,7V rms |
Wortbreite | 16, 20, 24 bit, 32 bit (nur USB) |
Samplingfrequenzen | 44,1, 48, 88,2, 92, 176,4, 192 352,8, 384 (nur USB) |
Digitalausgänge | S/PDIF (Cinch, Toslink), AES/EBU (XLR), USB 2.0 |
Abmessungen (B/H/T) | 20/5/20cm |
Gewicht | 1kg |
Garantie | 2 Jahre |
Preis | 2150 Euro |
VERTRIEB digital-highend | |
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Anschrift | Higoto GmbH Isenbergstraße 20 45130 Essen |
Telefon | +49 201 832 5825 |
info@digital-highend.com | |
Internet | www.digital-highend.de |
Helmut Baumgartner und ich brauchten jedenfalls für die Strecke Gröbenzell-Nürnberg fast drei Stunden. Bei günstigen Witterungs- und Verkehrsverhältnissen kann das sonst auch schon mal in der Hälfte der Zeit klappen. Wir kamen dennoch vor Mittag an, mussten aber feststellen, dass es wohl den meisten potenziellen Besuchern ähnlich ergangen sein dürfte wie uns. Wirklich volle Vorführräume und Flure gab es erst so ab 13 Uhr, was aber auch sein Gutes hatte: So war es einfacher, die Ausstellungsobjekte zu fotografieren, ohne die Demonstrationen zu beeinträchtigen. Da am Sonntag schon wieder Aufnahmen für unser Statement From Birdland mit Bob Mintzer auf dem Programm standen, beschränkte sich unser Besuch auf den Samstag. Angaben zu den Besucherzahlen können wir daher nicht machen. Ebenfalls dem Mitschnitt des Konzertes geschuldet sind 20 weitere Bilder samt Unterschriften. Sie werden morgen nachgereicht.
Der unter anderem mit dem Echo-Jazz Award 2012 ausgezeichnete Drummer heißt Jonas Burgwinkel und sein Projekt Source Direct. Mit von der Partie sind der britische Saxophonist Julian Argüelles, der auch schon mit Carla Bley und Steve Swallow CDs eingespielt hat, Jonas Burgwinkels langjähriger Partner am Bass, Robert Landfermann, und Rainer Böhm am Flügel, den wir bei den Aufnahmen zu Dieter Ilgs LP Otello ein wenig näher kennenlernen durften. Das hochkarätig besetzte Quartett interpretierte Kompositionen des einzelnen Bandmitglieder, aber auch Standards von Billie Holiday und Herbie Hancock. Dabei werden die Vorlagen, wie Jazzthetik es einmal formulierte, dekonstruiert und dennoch völlig auf den Punkt gebracht. Christian Wurm, dessen gelungene Portraits wir hier wieder einmal verwenden dürfen, bezeichnete die wunderbare Musik des Trios in einer längeren Bildunterschrift in der Neuburger Rundschau, die leider keine der sonst an dieser Stelle gern zitieren Konzertkritiken veröffentlichte, als Jazz voller Poesie.
Die Mikrofonierung im Birdland ist inzwischen zur Routine geworden: Als Hauptmikrofon dient entweder ein Neumann SM69 FET, dessen beiden in der Richtcharakteristik aus der der Ferne umschaltbare Mikrofonkapseln als Achten in Blumlein-Konfiguration eine sehr breite Bühnendarstellung garantieren, oder eine Jecklin-Scheibe mit zwei Kugelmikrofonen aus Gefell, die ebenfalls noch das Neumann-Logo ziert. Der Theorie nach, die aber mit vertretbarem Aufwand nur schwer umzusetzen ist, müssten die Signale etwaiger Stützmikrofone gegenüber dem Hauptmikro minimal verzögert werden, um die größere Laufzeit vom Instrument zum Stereomikrofon auszugleichen. Da das bei reinen Analogaufnahmen so gut wie unmöglich ist, verzichten wir auch bei digitalen Mitschnitten für die Statements From Birdland auf diese Manipulation. Bei Source Direct wurde der Bass mit einem MBHO 603 A/KA 200 N Kleinmebranmikro gestützt und der Bösendörfer mit dem bewährten, stereophonen Earthworks PianoMic-System. Wir sind der Meinung, dass auch ohne Laufzeitkorrektur im Millisekundenbereich ein recht realistischer Raumeindruck eingefangen wurde.
Auch was die Dynamik anbelangt, ziehen wir eine puristische Herangehensweise vor: Wir verzichten auf Limiter und Kompressoren und arbeiten lieber mit ausreichend Luft nach oben. Bei einer Wortlänge von 24 Bit brauchen wir uns um die Auflösung keine Gedanken machen, auch wenn wir über weite Bereiche eines Songs über sechs Dezibel „verschenken“. Bei unserem heutigen Stück sorgt ein einzelner kräftiger Schlag auf die Snare dafür, dass der Song im Vergleich zu kommerziell produzierten CDs recht leise wirkt. Aber unseres Erachtens sorgt gerade eine unbeschnittene Dynamik dafür, dass eine Tonkonserve dem Konzerterlebnis nahekommt. Scheuen Sie sich also nicht, den Lautstärkeregler bei diesem Download ein wenig weiter nach rechts zu drehen.
Für den Download habe ich eine ungemein spannende Interpretation des Billie-Holiday-Klassikers „Don't Explain“ ausgewählt:
![]() Jonas Burgwinkels Source Direct Don't Explain 16 bit / 44,1 kHz ca. 88,1 mb (wav) |
![]() Jonas Burgwinkels Source Direct Don't Explain 24 bit / 192 kHz ca. 575 mb (wav) |
PS: Immer mal wieder erreichen uns Anfragen, ob man die Musik-Dateien denn nun auf dem Computer anhören oder doch auf der eigenen Festplatte speichern könne. Natürlich ist letzteres möglich. Hier erst einmal eine kleine Bedienungsanleitung für Mac-User: Führen Sie einen sogenannten Sekundärklick durch, je nach Trackpad-Einstellungen durch Tippen mit einem Finger unten rechts auf das Trackpad oder an beliebiger Stelle durch Tippen mit zwei Fingern. Bei der Magic Mouse kann man den Sekundärklick mit Druck auf die rechte (Standardeinstellung) oder linke Maus-Hälfte ausführen. Daraufhin erscheint ein Auswahlfenster, in dem man „Verknüpfte Datei laden‟ oder „Verknüpfte Datei laden unter‟ anklickt. Schon wird die gewünschte Datei heruntergeladen.
Wie es unter Windows funktioniert, hat Wolfgang Kemper für Sie notiert: Mit der rechten Maustaste das Download-Symbol anklicken und „Ziel speichern unter...‟ auswählen.
Dann erscheint das Fenster, in dem Sie den Speicherort bestimmen können. Dort den „Speichern‟-Button anklicken und schon läuft´s.