Donnerstag, 03 Juni 2004 02:00

EINSTEIN Audio Components GmbH

Hersteller / Vertrieb
EINSTEIN Audio Components GmbH
Anschrift Prinz Regent Straße 50-60
44795 Bochum
Telefon +49 234 9731512
E-Mail info@einstein-audio.de
Web www.einstein-audio.de
Mittwoch, 02 Juni 2004 02:00

Tom Habke Audiovertrieb GmbH

Vertrieb
Tom Habke Audiovertrieb GmbH
Anschrift Bismarckstr. 48
28203 Bremen
Telefon +49 421 24199330
E-Mail kundenservice@tomhabke.de
Web www.tomhabke.de
Donnerstag, 29 Mai 2014 02:00

Thomas Mayer 10Y

Thomas Mayer ist ein Hersteller, der bislang in der Highend Szene in Deutschland noch nicht so bekannt ist. International sieht die Sache wieder ganz anders aus; zudem ist er hier auch durch seine fundamentalen Fachkenntnisse ein gesuchter Gesprächspartner. Als Testgerät habe ich die „große“ Vorstufe 10Y ausgewählt

Auch wenn man keine Globe-Röhren einsetzt, macht die 10Y Vorstufe eine gute Figur. Bei der optischen Ausführung kann unter vielen Holz- und Farbvarianten gewählt werden.
Auch wenn man keine Globe-Röhren einsetzt, macht die 10Y Vorstufe eine gute Figur. Bei der optischen Ausführung kann unter vielen Holz- und Farbvarianten gewählt werden.

Die etwas kryptische Typenbezeichnung unseres Testgerätes bezieht sich auf den eingesetzten Röhrentyp. Üblicherweise findet man bei Röhrenverstärkern bekannte Gesichter, wie beispielsweise eine 300B, wo immer die auch herkommen mag, oder bei Vorstufen irgend eine ECC8x. Das muss nun beileibe nichts Schlechtes sein, aber es geht eben auch anders. Wenn man mit NOS Röhren arbeiten will – und die Fans wissen warum –, dann muss man sich nach anderen Typen umsehen, nachdem die Lagerbestände der gängigen Röhren alle in Übersee gelandet sind. Trotzdem gibt es nach wie vor hervorragend geeignete und qualitativ hochwertige Röhren. Man muss sie nur zum Leben erwecken. Und man kann dabei leider nicht auf alte, bekannte Schaltungen von Tektronix, Telefunken oder ähnliche zurückgreifen, sondern muss sie selbst entwickeln.

Bei der vorliegenden 10Y handelt es sich um eine einstufige, in reiner Class-A-Technik und komplett manuell aufgebaute Vorstufe. Bevor jetzt einer denkt: noch’n Gedicht neuer Verstärkerhersteller und sich lieber dem Fernsehprogramm zuwendet, kann ich nur sagen, hier versäumt man etwas! Wenn ich jetzt mit dem Satz komme, alle Geräte werden mit den besten verfügbaren Komponenten aufgebaut, kommt natürlich postwendend: kenn’ ich schon, das sagen ja alle...

Der riesige Netztrafo rechts stellt die Anodenspannung zur Verfügung, die Trafos für die Heizspannung sind im Inneren untergebracht. Die Sprague Kondensatoren links auf der Vorstufe liegen allesamt nicht im Signalweg!
Der riesige Netztrafo rechts stellt die Anodenspannung zur Verfügung, die Trafos für die Heizspannung sind im Inneren untergebracht. Die Sprague Kondensatoren links auf der Vorstufe liegen allesamt nicht im Signalweg!

Also probieren wir es einmal anders, die Geräte von Thomas Mayer haben eine Option, die ich sonst noch bei keinem Hersteller gesehen habe: Der Käufer kann – bis zu einem gewissen Grade – bei der Auswahl der Komponenten Wünsche äußern. Zunächst einmal gibt es zwei optische Varianten, der traditionelle Aufbau, sozusagen im „Landschaftsbau“, bei dem alle sichtbaren Bauteile, einschließlich Schalter und Buchsen, auf der oberen Platine angebracht sind. Oder aber, wie bei diesem Modell, eine etwas modernere Form mit den Reglern auf der Frontplatte. Zusätzlich kann zwischen verschiedenen Hölzern der Zarge sowie bei den Farben für Haube und Kondensatoren gewählt werden. Vergoldung mit Brillanteneinsatz für den Scheich kostet wahrscheinlich extra.

Derartige Power-Trioden sieht man selten bei Vorstufen. Hier eine Taylor VT25. Durch die thorierten Heizfäden leuchten diese sehr hell und verbreiten weihnachtliche Stimmung im Dunkeln
Derartige Power-Trioden sieht man selten bei Vorstufen. Hier eine Taylor VT25. Durch die thorierten Heizfäden leuchten diese sehr hell und verbreiten weihnachtliche Stimmung im Dunkeln

Interessanter sind aber die Möglichkeiten zwischen verschiedenen Transformatoren und Autoformern zu wählen. Mayer hat sich noch rechtzeitig mit Übertragern der japanischen Firma Tango eingedeckt, die bedauerlicherweise den Betrieb eingestellt hat. Diese gehörten zu den Besten, die der Markt zu bieten hatte. Logischerweise ist diese Option natürlich begrenzt. Üblicherweise werden bei seinen Vorstufen Übertrager der Firma Lundahl eingesetzt, hier kann man dann zwischen einer Wicklung mit Kupfer- oder Silberdraht wählen. Wobei die Silberdrahtwicklung einen nicht unerheblichen Aufpreis nach sich zieht. Gleiches gilt für die Eingangstransformatoren, sofern solche zum Einsatz kommen. Die Eingänge der Vorstufe können auch über Transformatoren symmetriert werden, so wie dies im Profibereich üblich ist.


Thomas Mayer bevorzugt bei allen seinen Vorstufen eine induktive Lautstärkeregelung, also über einen Autoformer, wie dies bei dem „Meteor“ von Audio Consulting. Diese Technologie wurde früher bereits von Western Electric eingesetzt und in den 70-ern von Luxman wieder aufgegriffen. Leider ist sie heutzutage aus Kostengründen fast gänzlich vom Markt verschwunden. Übrigens, auch bei Hochtönern waren früher Transformatoren zur Pegelanpassung Gang und Gäbe. Die Regelung über ein Potentiometer hat einen gravierenden Nachteil, die nichtbenötigte Energie wird über Masse „vernichtet“. Man kann sich hier einen Automotor mit konstanter Drehzahl vorstellen, wobei man die Geschwindigkeit des Autos dann über entsprechenden Einsatz der Bremse reguliert. In dieser Analogie entspräche der Autoformer dann einem Getriebe.

Obwohl die Vorstufe innen voll bepackt ist, werden für die Schaltung nicht sehr viele Bauteile benötigt. Die sind allerdings von bester Qualität. Das Foto zeigt auch gut den dreidimensionalen Aufbau der Geräte von Thomas Mayer
Obwohl die Vorstufe innen voll bepackt ist, werden für die Schaltung nicht sehr viele Bauteile benötigt. Die sind allerdings von bester Qualität. Das Foto zeigt auch gut den dreidimensionalen Aufbau der Geräte von Thomas Mayer

Zurück zur 10Y Vorstufe, hier bietet Thomas Mayer zwei Varianten an: die Kombination Lundahl-Ausgangstrafo plus Autoformer der amerikanischen Firma Inputaudio. Oder – wie hier – ein spezieller Ausgangstrafo des holländischen Spezialisten Tribute. Der Holländer wickelt jeden Trafo speziell nach den Vorgaben des Kunden, es existiert praktisch kein Katalog mit bestimmten, vorgefertigten Typen. Jedenfalls wurden hier die Primärwicklung und der Luftspalt speziell auf die einsetzbaren 10Y/801 Trioden ausgelegt und die Sekundärwicklung für die Lautstärkeregelung mit 24 Abgriffen versehen. Mit beiden Versionen lässt sich die Lautstärke in Zwei-Dezibel-Schritten regulieren. Beide Varianten haben ihre Vorzüge und geringfügig unterschiedliche tonale Eigenschaften. Am Besten hier mit Thomas Mayer selbst reden, um herauszufinden, was für den eigenen Geschmack und die vorhandenen Komponenten am besten passen könnte.

Auch beim Netzteil sieht man eine sehr hohe Packungsdichte, zudem wird auch schlagartig klar, woher das hohe Gewicht kommt. In der Mitte die beiden Netztrafos für die Heizspannung, der Rest sind Lundahl-Chokes und Kondensatoren zur Glättung der Heizspannung.
Auch beim Netzteil sieht man eine sehr hohe Packungsdichte, zudem wird auch schlagartig klar, woher das hohe Gewicht kommt. In der Mitte die beiden Netztrafos für die Heizspannung, der Rest sind Lundahl-Chokes und Kondensatoren zur Glättung der Heizspannung.

Zudem kann die hier vorliegende Vorstufe mit zwei unterschiedlichen Röhren betrieben werden: entweder mit einer 10Y oder einer 801 Triode. Noch nie davon gehört? Beides sind direkt beheizte Trioden, mit denen Mayer sehr große Erfahrung hat, weshalb er sie optimal nutzen kann. Der Einsatz dieser deutlich größeren Röhren hat nun nichts mit Sigmund Freud zu tun, sondern der Vorteil dieser Trioden liegt in der sehr guten Linearität, wodurch eine Wiedergabe mit sehr geringen Verzerrungen möglich wird. Zudem besitzen diese Trioden thorierte Wolframkathoden (Heizfäden), mit denen ein sehr transparenter Klang möglich ist. Sofern man sie richtig einsetzt. Dazu gehört eine penibel ausgelegte Heizspannungsversorgung, Schlampereien in diesem Bereich sind sofort hörbar. Und eine Versorgung mit Gleichstrom ist ebenfalls Pflicht.

Die Vorstufe ist – wie alle Geräte aus dem Hause Mayer – komplett Punkt zu Punkt mit teflonisoliertem Silberdraht verdrahtet. Wenn nun jemand die Variante mit den Silberdraht-Übertragern wählt, dann erinnert dies schon sehr an Produkte aus einer berühmten Manufaktur in Japan. Zudem hat man sich über Mikrophonie Gedanken gemacht, diese ist ja bei Röhrengeräten – bei Transistoren übrigens auch – immer ein Thema, deshalb hat Mayer die Röhrensockel über ein Subchassis schwingungsdämpfend befestigt.

Der Amphenolstecker hält bombenfest! Ursprünglich für militärische Zwecke gedacht, hier in einer friedlichen Anwendung
Der Amphenolstecker hält bombenfest! Ursprünglich für militärische Zwecke gedacht, hier in einer friedlichen Anwendung

Bei unsrer Vorstufe kann man drei elementare Grundprinzipien der Designs von Thomas Mayer erkennen: 1. die Stromversorgung, 2. die Stromversorgung, 3. die Stromversorgung! Diese etwas plakative Darstellung zeigt natürlich nur einen Teilaspekt, aber Störungen im Stromnetz sind unser Feind Numero eins! Deshalb wird allergrößter Wert auf eine stabile Stromversorgung gelegt.


Die Gleichrichtung der Anodenspannung übernehmen TV-Dämpfer-Röhren, jeweils vier Stück in einer Graetz-Brückenschaltung. Diese Röhren wurden entwickelt, um auftretende Schwingungen beim Rücklauf des Elektronenstrahls bei Fernsehbildröhren zu dämpfen. Durch die hierfür erforderlichen Eigenschaften sind sie als Netzgleichrichterröhren ebenfalls hervorragend geeignet. Gefiltert wird anschließend immer passiv über Chokes, wobei mehrere Chokes und Kondensatoren zum Einsatz kommen. Auch hier werden nur Chokes von Lundahl eingesetzt, bei den Kondensatoren handelt es sich um NOS Folientypen des amerikanischen Herstellers Sprague. Ähnliches gilt für die Heizspannungsversorgung, hier allerdings in etwas einfacherer Ausführung und mit Schottkydioden als Gleichrichter. Somit bringt das getrennte Netzteil gut 20 Kilogramm auf die Waage.

Um den Mikrophonie-Effekt einzudämmen, werden die Röhrensockel auf ein Subchassis montiert. Dies ist über Gummidämpfer mit der Gehäuseplatte verbunden
Um den Mikrophonie-Effekt einzudämmen, werden die Röhrensockel auf ein Subchassis montiert. Dies ist über Gummidämpfer mit der Gehäuseplatte verbunden

Verbunden werden die beiden Komponenten über ein geschirmtes Kabel; im Inneren der Vorstufe wird die Hochspannung für den linken und rechten Kanal zusätzlich über separate LC-Filter voneinander getrennt. Wer bei den Steckverbindern an Nato-oliv und die Bundeswehr denkt, liegt genau richtig! Die hier eingesetzten Amphenol-Verbinder werden primär für das Militär und für die Industrie gefertigt.

So, wie klingt es denn nun mit der Vorstufe in der Kette? Von hier ab wird die Sache schwieriger. Es ist immer einfach, ein Gerät mit irgendwelchen Fehlern oder herausfallenden tonalen Eigenschaften zu beschreiben, wenn man aber nichts Derartiges findet, was dann? Für spezielle Fragen habe ich eine spezielle Aufnahme in der Hinterhand, mit der ich sehr schnell sehen kann, was Sache ist. Dies ist eine Aufnahme meiner großen Tochter, sie singt dort ohne Begleitung den Titel „Angel Eyes“ von Matt Dennis. Einfach ohne großes Brimborium in den Recorder gesungen, ein leichter Brumm ist auch mit dabei, Dirk Sommer würde sich wahrscheinlich die Haare raufen. Nachdem mir ihre Stimme natürlich bestens vertraut ist, kann ich aber auf diesem Wege sehr leicht feststellen, ob die gebotene Wiedergabe nun meiner Tochter entspricht oder nicht. Und da kann ich sagen, so authentisch wie mit der 10Y habe ich diese Aufnahme noch nie gehört. Um das Ganze einmal mehr unter Hifi-Gesichtspunkten zu betrachten: Die Stimmverständigkeit hat sich mit einem Schlag verbessert, ohne dass dabei andere Bereiche in Mitleidenschaft gezogen werden, wie beispielsweise durch erhöhte Präsenz. Ein anderer Aspekt ist hier auch klar zu hören, direkt beheizte Trioden können Stimmen mit einer besonderen Magie wiedergeben. Das soll aber nicht heißen, dass meine Tochter über den Verstärker nun besser singt, als sie eigentlich kann...

Nun ist diese Aufnahme natürlich nichts, mit dem außer mir irgendjemand anderes etwas anfangen kann, deshalb habe ich als nächstes die CD Mozart, eine Aufnahme mit Claudio Abbado und Martha Argerich herausgesucht.

b_300_0_16777215_10_images_content_tests_14-05-30_mayer_mozart.jpgDiese entstand während des Luzern Festivals letzten Jahres und beinhaltet zwei Klavierkonzerte von Wolfgang Amadeus Mozart. Hier treffen nun zwei völlig unterschiedliche Charaktere aufeinander, auf der einen Seite Abbado als eher besonnener Maestro, auf der anderen Argerich als temperamentvolle Latina. Nun gilt Mozart nicht unbedingt als die ganz große Stärke italienischer Dirigenten, oftmals geht die Interpretation zu sehr in Richtung Gute-Laune-Musik. Die Einspielung hier fällt nun völlig aus dem üblichen Klischee, sie wirkt unheimlich griffig mit sehr viel Substanz. Dazu trägt natürlich auch der furiose Stil von La Martha bei. Ein Problem beim Orchesterklang fällt über die Vorstufe sofort auf, das Orchester zerfällt stellenweise in einzelne Instrumentengruppen. Schwer zu sagen, ob das nun am Dirigat, oder an der Aufnahme liegt, jedenfalls bleibt der 10Y auch hier nichts verborgen. Das Klavier dagegen wird sehr plastisch wiedergegeben und steht deutlich vor dem Orchester, die Anschläge kommen mit Wucht und Präzision.

Allgemein kann man bei dieser Aufnahme feststellen, dass die Abbildung des Orchesters mit der 10Y etwas mehr in die Tiefe geht als in die Breite.

Als nächstes lassen wir John McLaughlin mit seinen Mitstreitern Kai Eckhardt und Triok Gurtu eine Runde spielen. Die Aufnahme entstand 1989 in der Royal Festival Hall in London. 1989 war noch nicht unbedingt die technische Blütezeit der Digitalkunst, die Aufnahme ist aber nicht schlecht gelungen. Mit der 10Y hört man durchaus, dass da noch mehr in den Rillen, äh Bits steckt, als bisher gehört. Beispielsweise bei Kai Eckhardt mit seinem Schack-Bass; zu der Zeit waren gerade die Headless Bässe in Mode gekommen, also Instrumente, die aussehen wie geköpft, weil die Kopfplatte mit den Einstellwirbeln fehlt. Eckhardt spielt natürlich auch so ein Teil, aber zusätzlich noch mit einem Carbonhals bestückt. Dies führt dann zu einem drahtigen, leicht sterilen Ton, der so deutlich allerdings bisher noch nie zu hören war. Die Slap-Einlagen kommen mit Druck und Präzision, was sicher ein Vorteil dieser Basskonstruktion ist. Auch ist klar zu hören, dass McLaughlin auf der Akustikgitarre nicht mit den Fingern spielt, wie ein Flamencogitarrist, sondern mit dem Plektrum. Die Gitarre wird auch wunderbar plastisch abgebildet, was früher einfach nicht in der Form zu hören war. Und immer auf die Aufnahmequalität geschoben wurde.

b_300_0_16777215_10_images_content_tests_14-05-30_mayer_beethoven.jpgEs gibt eine neue, hervorragende Einspielung der Beethoven Diabelli Variationen mit dem Ungarn András Schiff. Der Pianist wollte hier nicht die hundertste Version dieser Komposition einspielen, sondern hat sich etwas Besonderes einfallen lassen. Neben seiner exquisiten Spieltechnik natürlich. Schiff hat die Variationen einmal auf einem Hammerflügel von Franz Brodmann aus den Jahre 1820 eingespielt und zusätzlich noch auf einem moderneren Flügel der Firma Bechstein von 1921. Dem Pianisten geht es hier natürlich nicht um Hifi, sondern darum, zu vermitteln, wie die Musik zu Lebzeiten Beethovens wohl geklungen haben könnte. Man kann aber diese Aufnahme gut für Hifi-Zwecke missbrauchen.

Ich hatte diese Aufnahme natürlich schon vorher auf verschiedenen Kombinationen gehört und der unterschiedliche Charakter der Instrumente war mir durchaus bewusst. Mit der 10Y wird die Aufnahme mit dem Hammerflügel wie eine Zeitreise in eine vergangene Welt. Die eher subtilen Klangfarben des Hammerflügels werden hervorragend übermittelt. Das Instrument klingt weniger voluminös mit mehr Obertönen und etwas trockener, als man es von modernen Flügeln gewohnt ist. Diese Unterschiede kann man keinesfalls in jedem Setup so deutlich hören, in vielen Fällen wird gar nicht groß auffallen, dass es sich bei der zweiten CD um ein völlig anderes Instrument aus einer anderen Zeit handelt. Damit würde allerdings auch eine elementare Aussage, die Schiff mit dieser Einspielung bezweckt hat, verloren gehen. Der Flügel wird sehr klar umrissen abgebildet und steht fast physisch im Raum. Toll!


Letztlich ist es immer die gesamte Kette, die Musik macht. Das ist natürlich eine Binsenweisheit, wird aber trotzdem oft ignoriert. Bezogen auf die 10Y bedeutet dies, dass diese hier sozusagen ein Heimspiel hat und in Kombination mit der hauseigenen Elrog 211 Endstufe spielen kann. Die Geräte sind natürlich irgendwie aufeinander abgestimmt und können jetzt die beste Performance abliefern. Der Grundtenor liegt hierbei auf einer holistischen Wiedergabe. Kein Bereich springt sofort ins Auge, die Musik wird als Ganzes dargestellt. Die 10Y macht es einem sehr leicht, sich auf die Musik zu konzentrieren und den ganzen technischen Kram zu vergessen. Wenn ich nun unbedingt irgendeinen Aspekt hervorheben müsste, dann würde mir die ungewöhnliche hohe Auflösung einfallen. Der 10Y entgeht nix! Allerdings ist die Auflösung harmonisch in die Musik integriert, wie in natura auch. Wenn nun Martha Argerich direkt vor uns Klavier spielen würde, hätten wir 100 Prozent Auflösung, ohne dass man sich darüber irgendwelche Gedanken machen würde. So sollte es im Hifi-Bereich auch sein. Die Vorstufe verbindet die Magie der direkt geheizten Trioden mit exzellenter Auflösung. Dabei klingt sie sehr neutral und nicht euphonisch.

Auf Wunsch können die Eingänge auch mit Übertragern ausgestattet werden. Hier der Lundahl 7903, mit dem eine zusätzliche Verstärkung von 12 dB erreicht wird. Gibt es natürlich auch mit Silberwicklung
Auf Wunsch können die Eingänge auch mit Übertragern ausgestattet werden. Hier der Lundahl 7903, mit dem eine zusätzliche Verstärkung von 12 dB erreicht wird. Gibt es natürlich auch mit Silberwicklung

Einen interessanten und sehr wichtigen Aspekt möchte ich nicht unerwähnt lassen: die Geräte rauschen nicht, brummen nicht, knistern nicht oder machen sonst irgendwelche Mätzchen, wenn es draußen zu regnen beginnt. Einfach nur einschalten und Musik hören und nach ein paar Jahren die Röhren tauschen. Dies kenne ich mittlerweile aus eigener, jahrelanger Erfahrung mit Geräten dieses Herstellers, ich habe im Betrieb nie irgendwelche Probleme gehabt. Zudem können ängstliche Gemüter beruhigt sein, für Röhrenersatz ist gesorgt. Thomas Mayer verfügt über ein riesiges Arsenal an Röhren, trotzdem ist es sicher nicht verkehrt, sich einen kleinen Vorrat an Ersatzröhren zuzulegen. Dies gilt natürlich auch für andere Hersteller.

Was ich nicht gleich verraten habe, innerhalb der Röhrenfamilie gibt es noch andere Typen, die man einsetzen kann: 10, UX210, 10Y, VT25, VT25A, 801, 801A, VT62 und 1602. Für den „Tuberoller“ die geeignete Spielwiese! Die oben beschriebenen Klangbeispiele wurden mit einer Taylor VT25, also einer Militärversion der 10Y gemacht. Als nächstes habe ich einmal aus meinem privaten Fundus eine 801 mit Keramiksockel und Graphitanode eingesetzt. Diese mittlerweile schon seltener gewordene Röhre ist bekannt für ihre Mikrophonie-Armut. Dies äußert sich nun in einer noch klareren und detaillierteren Wiedergabe. Kann aber manchmal ein bisschen kühl wirken, insbesondere bei Frauenstimmen. Das ist aber reine Geschmackssache. Als letztes stand noch ein Paar VT25 in Globe-Form zur Verfügung, hier handelt es sich gewissermaßen um den Großvater der 10Y. Bei diesen Röhren fehlt oben das Glimmerplättchen, mit dem bei neueren Typen die Elektroden an der Anode gegen den Glaskolben abgestützt wurden. Deshalb ist sie etwas mikrophonie-empfindlicher. Jedenfalls wird die Wiedergabe hiermit deutlich farbiger und filigraner, mit mehr Soul, allerdings auch weniger kräftig. Das mag natürlich auch daran liegen, dass man von diesen Typen kaum noch ungebrauchte Exemplare findet und man deshalb nie weiß, wie viele Stunden sie schon auf dem Buckel haben. Trotzdem eine hochinteressante Erfahrung.

STATEMENT

Hervorragend konstruierte und komplett manuell aufgebaute Linestufe. Wer dem Klang der direkt geheizten Trioden verfallen ist, kommt nicht herum, sich die 10Y einmal anzuhören. Gehört zu den wenigen, allerbesten Röhrenvorstufen, die ich kenne.
Gehört mit
Digitallaufwerk Ayon CDT, Aurender W20
D/A Wandler Borbely Audio, totalDAC d1-monobloc
Laufwerk Apolyt
Tonarm Triplanar
Tonabnehmer Clearaudio Goldmund, Van den Hul Grashopper
Vorstufe Shindo Monbrison
Endstufe Thomas Mayer 211SE Elrog, 6HS5 PSE, Shindo Cortese
Lautsprecher WVL 100i, Ancient Audio Studio Oslo
Kabel Audio Consulting Reference RCA, Swisscables Reference NF, Swisscables Reference LS, Auditorium23 LS, Swisscables Netz
Zubehör LeadingEdge Gerätebasis, LeadingEdge Minipaneele
Herstellerangaben
Thomas Mayer 10Y
Verstärkung 3 dB
15 dB in der vorliegenden Version. Kann gewählt werden.
Ausgangswiderstand 50 Ohm
Trioden Gleichstrom geheizt
Gewicht 20kg
Höhe 260 mm
Breite 270 mm
Tiefe 400 mm
Preis 12.500 Euro ( abhängig von der Ausführung)

Hersteller
Thomas Mayer
Anschrift Robert Boschstr. 26a
88131 Lindau
Telefon +49 173 3773747
E-Mail thomas@vinylsavor.de
Web www.vinylsavor.blogspot.com

Die historische Globe-Form hat was, ist aber leider kaum noch zu finden.
Die historische Globe-Form hat was, ist aber leider kaum noch zu finden.

Weitere Informationen

  • Flags
    Deutsch English|
  • Imagefolder tests/14-05-30_mayer
Samstag, 29 Mai 2004 02:00

Thomas Mayer

Hersteller
Thomas Mayer
Anschrift Robert Boschstr. 26a
88131 Lindau
Telefon +49 173 3773747
E-Mail thomas@vinylsavor.de
Web www.vinylsavor.blogspot.com
Freitag, 28 Mai 2004 02:00

audiodata elektroakustik GmbH

Hersteller / Vertrieb
audiodata elektroakustik GmbH
Anschrift Gneisenaustr. 11-17
D - 52068 Aachen
Telefon +49 241 512828
Fax +49 241 535366
E-Mail info@audiodata.eu
Web www.audiodata.eu
Freitag, 28 Mai 2004 02:00

Sun Audio Vertriebs GmbH

Vertrieb
Sun Audio Vertriebs GmbH
Anschrift Schneckenburgerstraße 30
81675 München
Telefon +49 (0) 89 479443
E-Mail info@sunaudio.de
Web www.sunaudio.de
Freitag, 28 Mai 2004 02:00

HiFi2Die4

Vertrieb
HiFi2Die4
Anschrift Austrasse 9
73575 Leinzell
Telefon +49 (0) 7175 909032
E-Mail hifi2die4@gmx.de
Web www.hifi2die4.de
Donnerstag, 27 Mai 2004 02:00

Preference Audio

VERTRIEB
Preference Audio
Anschrift Peter Schmitz
Sommerstrasse 34
81543 München
Telefon +49 (0) 89 47077691
Fax +49 (0( 89 47077692
E-Mail schmitz@preference-audio.de
Web www.preference-audio.de
Donnerstag, 27 Mai 2004 02:00

Sound Performance Lab

HERSTELLER
Sound Performance Lab
Anschrift SPL electronics GmbH
Sohlweg 80
41372 Niederkrüchten
Telefon +49 (0) 2163 98340
Fax +49 (0) 2163 983420
Internet www.spl.info
Montag, 26 Mai 2014 02:00

Chord Hugo

Nein, wir sind nicht zum Lifestyle-Magazin konvertiert und betrachten nun das In-Getränk des Sommers aus der Perspektive eines britischen High End-Herstellers. Chords Hugo ist ein Wandler mit integriertem Kopfhörerverstärker, gerade noch nicht zu groß für den mobilen Einsatz

Das Gehäuse des Hugo ist aus einem Stück Aluminium gefräst. Die Farbe des Kreises oberhalb des Fensters signalisiert die Frequenz, mit der der Wandler aktuell arbeitet
Das Gehäuse des Hugo ist aus einem Stück Aluminium gefräst. Die Farbe des Kreises oberhalb des Fensters signalisiert die Frequenz, mit der der Wandler aktuell arbeitet

Auf den ersten Blick habe ich Hugo für – wie man neudeutsch wohl sagt – ein Gadget der Luxusklasse gehalten. Mit dem Chord-typischen Lupenfenster, das freie Sicht auf die Platine samt einigen LEDs gewährt, die über unterschiedliche Betriebszustände informieren, dem opaken, farblich hinterleuchteten Kreis und dem Chameleon-ähnlich die Farbe wechselnden Lautstärkeregler buhlt Hugo um die Aufmerksamkeit des Betrachters. Das Aluminiumgehäuse mit eingefrästem Geräte- und Firmennamen macht dann schnell klar, dass sich Hugo in einer anderen Preisklassen tummelt als etwa ifi und Co. Die technischen Daten verraten dann, dass Chord es mit dem Wandler durchaus ernst meint: Über S/PDIF und USB akzeptiert Hugo Signale mit 32 Bit und 384 Kilohertz, DSD mit doppelter Frequenz, also 5,6 Megahertz, soll über die Computer-Schnittstelle ebenfalls kein Problem darstellen. Bluetooth-Fähigkeit, der eingebaute Akku und die drei Kopfhöreranschlüsse, einmal 6,3 und zweimal 3,5 Millimeter, legen nahe, Hugo den mobilen Hifi-Geräten zuzurechnen.

Die Cinch-Ausgänge akzeptieren nur mäßig dicke Stecker. Die beiden 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchsen sind versenkt montiert und erfordern gerade Stecker
Die Cinch-Ausgänge akzeptieren nur mäßig dicke Stecker. Die beiden 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchsen sind versenkt montiert und erfordern gerade Stecker

Nachdem ich Hugo im Chord-Raum auf der High End getroffen und ihn gleich zu mir eingeladen hatte, stellte ich ihn direkt nach dem Messe zuhause auf dem Balkon bei einem ersten kurzen Test dem Kollegen Kemper vor. Allzu großen Aufwand wollte ich nicht betreiben, deshalb entschied ich mich für das iPhone als Zuspieler und die Apple Ear Pods als Schallwandler. Der Hugo verfügt zwar über zwei USB-Eingänge, die aber wohl aus Platzgründen nicht als Type B, sondern als Micro-USB-B ausgeführt wurden. Das USB-Kabel mit dem passenden Stecker bringt Hugo mit, sogar in zwei unterschiedlichen Längen. Das nutzt aber nur wenig, da zwar ich für das schon etwas ältere iPad und das 4-er iPhone meiner Gattin einen Kamera-Adapter zur Hand habe, nicht aber einen solchen nach dem Lightning-Standard. So bleibt mir nichts anders übrig, als die Musik-Daten per Bluetooth vom 5-er iPhone an Hugo zu schicken. Auch wenn dieser dank APTX 16-Bit-Signale mit bis zu 48 Kilohertz per Bluetooth empfangen kann, dürften die im Handy in CD-Qualität gespeicherten Musik-Files dort erst auf eine für den qualitativ schlechteren A2DP-Standard verdauliche Datenmenge heruntergerechnet werden.


Keine idealen Voraussetzungen also für Hugo, da er weniger Daten bekommt als der im iPhone integrierte Wandler. Aber dennoch ist für Wolfgang Kemper und mich sofort klar, dass die Aufnahmen über den Chord freier, detailreicher und dynamischer klingen als am Kopfhörerausgang des Mobiltelefons. Wie gesagt haben wir dazu keinen schwer zu treibenden Edelkopfhörer verwendet, der dann Unterschiede im Nuancen-Bereich offenbarte: Die bessere Klangqualität bei Hugos Einmischung war selbst über die dem iPhone beigepackten Ohrstöpsel erfahrbar. Wirklich beachtlich!

Der Micro-USB-Eingang links kann auch von Windows-Rechnern ohne Treiber angesteuert werden, akzeptiert aber nur 16 Bit und maximal 48 Kilohertz. Der USB-Eingang rechts verarbeitet auch 32 Bit bei 384 Kilohertz und DSD Über DoP
Der Micro-USB-Eingang links kann auch von Windows-Rechnern ohne Treiber angesteuert werden, akzeptiert aber nur 16 Bit und maximal 48 Kilohertz. Der USB-Eingang rechts verarbeitet auch 32 Bit bei 384 Kilohertz und DSD Über DoP

Nachdem dann der letzte Bericht zur High End geschrieben war, habe ich den Kopfhörer PSB M4U ausgepackt und Hugo mit dem MacBook Pro verbunden. Ohne den Adapter von 3,5 auf 6,3 Millimeter weigerte sich der PSB aber, mit Hugo Kontakt aufzunehmen. Der 3,5-Millimeter-Stecker des Kopfhörerkabels ist abgewinkelt, was bei iPod und Konsorten praktisch ist, es aber unmöglich macht, ihn in die ein Stück versenkt angebrachten Buchsen von Hugo einzustecken. Da hilft nur der Umweg über den Adapter am Kopfhörerkabel und die 6,3-Millimeter-Buchse. Die reine Freunde ist, wie unkompliziert Hugo die über Audirvana abgespielten HighRes- und DSD-Dateien akzeptiert, ganz egal ob es sich bei letzteren um DSD 64 oder 128 handelt. Über den aktiven PSB oder den so angenehm zu tragenden Ergo 2 klingen die bekannten Songs ganz vorzüglich. Hugo ist also auch dann für mich der ideale Reisebegleiter, wenn ich beispielsweise unterwegs an den Hifistatement Downloads arbeiten möchte. SoundBlade, das Mastering-Programm, lässt dies nämlich nur dann in 192 Kilohertz zu, wenn es erkennt, dass ein entsprechender Wandler angeschlossen ist. Und die Qualität von Hugos DAC und Verstärker ist so gut, dass über einen entsprechenden Kopfhörer aussagekräftige Urteile über den Klang der Aufnahmen möglich sind. Selbst die oft minimalen Unterschiede zwischen Hochbit- und DSD-Files vermag der Chord deutlich zu machen.

Der Windows-Treiber für den HD-USB-Eingang auf diesem Stick gehört zu Lieferumfang
Der Windows-Treiber für den HD-USB-Eingang auf diesem Stick gehört zu Lieferumfang

Mit einem Kopfhörer wie dem wohlklingenden Audeze LCD-XC dürfte der Chord eine der begehrenswertesten audiophilen Lösungen für unterwegs darstellen. Daran hat auch Hugos Crossfeed-Schaltung ihren Anteil. Sie simuliert die Tatsache, dass beim Hören in einem Raum jedes der beiden Ohren nicht nur den Schall des nächstgelegenen Lautsprechers wahrnimmt – wie beim Kopfhörer –, sondern leiser und minimal zeitverzögert auch den des entfernteren. Wie positiv sich eine solche Simulation des räumlichen Übersprechens auf die Kopfhörerwiedergabe auswirkt, habe ich ja schon bei der Besprechung des großartigen SPL Kopfhörerverstärkers Phonitor beschrieben. Hugo bietet drei unterschiedlich starke Varianten des Crosstalks an. Aber auch dieses klangfördernde Ausstattungsmerkmal kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Preis von knapp 2000 Euro für eine mobile Wandler/Kopfhörer-Kombination extrem hoch ist.


Wer sich aber einmal mit Chord-Chef John Franks über Hugo unterhalten hat oder sich auf der Chord-Website über ihn informiert, erfährt, dass Chord den im Hugo verwendeten Wandler sowie die Digitalfilter für die höchste Entwicklungsstufe seiner im Jahre 1995 eingeführten Technik hält: Schon damals verzichtete man auf den Zukauf fertiger Wandler-Chips und übertrug diese Arbeit Field Programmable Gate Array oder kurz FPGAs. Das sind ICs, in denen logische Schaltungen programmiert werden können. Die Wandler-Technologie des Hugo soll sich auf sechs FPGA-Chips stützen, die bei 1,2 Volt weniger als ein Watt verbrauchten, und mit einem 2024-fachen Oversampling arbeiten. Der digitale Störteppich des 32-Bit-Wandlers liege bei -200 Dezibel und die digitalen Verzerrungen erreichten denselben hervorragenden Wert. Weiter geht’s mit den Besonderheiten von Rob Watts Transient Aligned Filter... Spätesten hier bin ich dann ausgestiegen. Wer sich in die Feinheiten der Chordschen Wandler-Technologie einarbeiten möchte, dem sei empfohlen, auf der entsprechenden Website ganz unten die Powerpoint-Präsentation Hugo DAC Technical Master Class (1).pptx herunterzuladen.

USB-Kabel in zwei unterschiedlichen Längen, ein Toslink-Kabel und ein Steckernetzteil sind Hugo beigepackt
USB-Kabel in zwei unterschiedlichen Längen, ein Toslink-Kabel und ein Steckernetzteil sind Hugo beigepackt

Ich habe dann lieber den Praxistest gemacht und sowohl den Mytek Stereo192-DSD DAC als auch Hugo unsymmetrisch mit der EAR 912-Vorstufe verbunden. Üblicherweise verwende ich ja die XLR-Ausgänge des Mytek. Da der Chord aber nur zwei recht eng beieinander liegende Cinch-Ausgänge bietet, die den Einsatz von High-End-Kabeln mit überdimensionierten Steckern ausschließen, habe ich mich um Chancengleichheit für die beiden Wandler bemüht. Und das war gut so: Denn wenn die Klangunterschiede so gering sind wie zwischen dem Mytek – für mich immer noch ein leuchtendes Beispiel in Sachen Preis/Klang-Verhältnis – und dem auch mobil einsetzbaren Hugo, dann kann schon die Differenz zwischen XLR- und Cinch-Ausgang größer sein als die zwischen den zu vergleichenden Geräten. Es bedurfte schon Verstärkern wie der EAR 912-Vorstufe und Ayons Epsilon so wie den hochauflösenden LumenWhite Schallwandlern, um überhaupt minimale Klangvarianten aufzuspüren können: Wenn es um die Solidität des Tieftonfundaments und Grobdynamik ging, hatte der Mytek marginale Vorteile, in puncto Luftigkeit und Größe des imaginären Raumes lag der Chord einen Hauch vorne. Ich genieße mit beiden Wandlern gleich glücklich und zufrieden meine Lieblingssongs.

Es gibt nur eines, das ich Hugo zu Vorwurf machen kann: Er klingt selbst über die Bluetooth-Verbindung so gut – zumindest ohne direkten Vergleich mit über Amarra oder Audirvana abgespielten Daten aus dem Computer –, dass ich für ein paar Songs nicht extra den iMac hochfahre, sondern sie vom iPhone zum Wandler schicke. O tempores, o mores!

Die drei LEDs geben Auskunft über den Ladezustand des Akkus, den gewählten Eingang und die Intensität des Crossfeeds
Die drei LEDs geben Auskunft über den Ladezustand des Akkus, den gewählten Eingang und die Intensität des Crossfeeds

STATEMENT

Ich habe bisher keine mobile Wandler/Kopfhörer-Kombination gehört, die auch nur annähernd so fantastisch klingt wie Hugo. Wer mobil HiRes-PCM- oder DSD-Files in höchster Qualität genießen oder gar bearbeiten möchte, kommt um den feinen Chord nicht herum. Doch damit nicht genug: Als ganz normaler stationärer Wandler zählt Hugo ebenfalls zu den besten seiner Klasse. Für mich ist der kleine Chord die audiophile Entdeckung im Digitalbereich!
GEHÖRT MIT
Audioplayer Amarra Symphony 2.6, Audirvana 1.5.12
D/A-Wandler Mytek 192-DSD-DAC
Vorverstärker EAR Yoshino 912
Endstufe Ayon Epsilon mit KT 150
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors, Acapella Violon VI
Kopfhörer Ergo 2, Apple Ear Pods, Ultrasone Pro 750, PSB M4U
Kabel Precision Interface Technology, Sunwire Reference, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S, Audioquest, Swiss Cables Reference
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus
HERSTELLERANGABEN
Chord Hugo
Eingänge 1 x Toslink (24/192), 1 x Cinch (24/384), 1 x USB (SD, 16/48), 1 x USB (HD, 24/384, DSD 128), 1x Bluetooth (16/48)
Ausgänge 3 x Kopfhörer (2 x 3,5mm Klinke, 1 x 6,3mm Klinke), 1 x S/PDIF
Abmessungen (B/H/T) 100/20/132 mm
Gewicht 400 g
Preis 1800 Euro

Vertrieb
G8 & friends GmbH
Anschrift Werner Möhring
Ferdinand-Poggel-Str. 17
59065 Hamm
Telefon +49 5254 660188
E-Mail info@g8friends.de
Web www.g8friends.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/14-05-26_chord

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.