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Komponenten, die für die Musikreproduktion benutzt werden, sind ziemlich spezielle Geräte, da in ihrer Entwicklungsphase sehr viel mehr Bedingungen erfüllt werden müssen als bei Elektronik, die nicht für Audio-Anwendungen gedacht ist. Wenn man beispielsweise eine Gegensprechanlage ordnungsgemäß baut, wird sie funktionieren, wenn man irgendwo einen Fehler macht, eben nicht. Wenn man aber ordnungsgemäß einen Verstärker baut und er funktioniert, heißt das jedoch nicht notwendigerweise, dass er auch gut klingt. Obwohl er funktioniert, wird er dennoch seiner Aufgabe nicht gerecht.
Bei Audio-Equipment können wir oft speziell ausgesuchte Bauteile – weil zum Beispiel Kondensatoren verschiedener Hersteller unterschiedlich klingen – und maßgeschneiderte Lösung finden, für die Hersteller ihre eigenen Patente halten. Und deshalb kostet die Entwicklung gut klingender Audio-Geräte so viel Zeit. Auch korreliert ihr Sound nicht immer mit den Messungen, die man von ihnen macht: Machmal kommen gut klingende Geräte mit sehr mittelmäßigen Messergebnissen daher und umgekehrt. Zudem kann die Kombination scheinbar gleicher elektronischer Bauteile zu unterschiedlichen klanglichen Effekten führen. Das ist zumindest in der Realität so – anderes als in einer Computer-Test-Umgebung, wo man das Verhalten einzelner Bau- oder Schaltungsteile isolieren und simulieren kann, ohne den Rest zu beeinflussen. Deshalb sind die „beinahe perfekten Kopien“, die in der Do-It-Yourself Audio-Szene gemacht werden, auch keine wirklichen Kopien, sondern besser oder schlechter ausgeführte Anwendung, die auf Standard-Schaltplänen basieren. Die bedeutenden Entwickler der Audio-Szene haben deshalb auch keine Angst davor, kopiert zu werden, und veröffentlichen manchmal sogar selbst ihre besten Schaltungsdesigns, allerdings ohne eine Anleitung für ihren Aufbau. Warum geschieht das? Die Entwicklung von Audio Equipment ist wirklich der Kampf um die geringsten Verzerrungen in der Klangreproduktion oder anders gesagt der Versucht, so viele gelungene Aspekte hervorzuheben, Mängel zu kaschieren und ein von Entwickler gewünschtes Resultat zu zeigen. Das Erreichen des gewünschten Klanges ist das Ergebnis vieler Versuche, der Korrektur von Werten an bestimmten Stellen, der Änderungen des Leiterbahnen-Layout, oder der Positionierung der Leiterplatten im Chassis und so weiter. Alle Bauteile wirken zusammen, um eine neue Qualität zu erreichen. Wenn aber nur ein Element von 100 falsch ist, wird es die übrigen beeinflussen, ihr Verhalten während des Betriebs verändern und so ihre korrekte Funktion stören. Es ist eine Art Domino-Effekt. Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass es nicht um Veränderungen in der Größenordnung von zehn oder 20 Prozent geht, nicht einmal ein Prozent. Oft ist bereits ein Promille von Bedeutung. Zum Beispiel wird die Verschiebung eines Kondensators auf der Leiterplatte um einige Zentimeter näher zur Schaltungserde den Klang verändern. Und dennoch wird im Schaltplan ebenso wie in den Messungen und Computersimulationen keine Änderung sichtbar sein. Am Ende ist es „nur“ ein Zehntausendstel Ohm Leiterbahn-Widerstand, der allerdings für das menschliche – ganz abgesehen vom audiophilen – Ohr leicht wahrzunehmen ist. Es ist wirklich schwer vorstellbar, wie genau unser Hörsinn ist!
Alle elektronischen Bauteile befinden sich in einem elektromagnetischen Feld, sie verursachen es, sie werden von ihm beeinträchtigt und sind auf irgendeine Art Teil davon. Jede Änderung dieses Feldes beeinflusst den Betrieb dieser Bauteile, die „Qualität“ ihrer Funktion mit anderen und als Folge, die Höhe der Verzerrungen und den gesamten Klang des Gerätes. Deshalb ist es von großer Bedeutung, die Schaltung von den Umgebungsbedingungen abzuschirmen und eine möglichst perfekte „Isolation“ von äußeren Einflüssen zu erreichen. Der Kampf gegen elektromagnetische Interferenzen muss auch im Gerät selber weitergeführt werden. Der größte Generator magnetischer Felder im Gerät, der Transformator, beeinflusst alle Bauteile des Systems. Die Wechselspannung mit einer Frequenz von 50 oder 60 Hertz produziert eine Menge Störungen. Kommen wir also endlich zu den Vibrationen. Wohl jeder von uns hat schon einmal das Summen oder manchmal sogar das Brummen des Transformators gehört. Nicht alle Teile, aus denen er besteht, sind wirklich fest miteinander verbunden. Die Änderungen des elektrischen Feldes bewirken Änderungen des magnetischen Feldes und so kann man sich vorstellen, dass die einzelnen Drahtwicklungen im Transformator „wie Saiten tanzen“. Die Frequenz von 50 oder 60 Hertz ist für Menschen gut hörbar und die Vibrationen sind auch zu fühlen. Diese Vibrationen werden vom Trafo auf den Rest des Gehäuses übertragen, im Fall vom Röhrenverstärkern ebenfalls auf die Röhren, wo sie den Wege des Elektronenstrahls zwischen Kathode und Anode beeinträchtigen. Beim CD-Player stören sie den Laserstrahl, so dass die Fehlerkorrektur häufiger anspricht. Stellen Sie sich einfach vor, jemand befiehlt Ihnen, sich 50 oder 60 mal pro Sekunde leicht auf und ab zu bewegen und dabei auch noch Zeitung zu lesen...
Zu den Vibrationen vom Transformator kommen die von außerhalb des Gerätes – wie etwa die durch einen nicht stabilen Holzboden. Aber die meisten Vibrationen werden von Bass-Lautsprechern erzeugt, wenn wir laut Musik hören. In extremen Fällen, wenn der Laser des CD-Player schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, erleben wir, dass der Laserstrahl bei lauter Beschallung aus der Spur gerät und zu einer anderen Stelle weiterspringt. Für den Laserkopf sind die Vibrationen dasselbe wie eine Erdbeben für ein Gebäude. Oder stellen Sie sich einmal vor, was mit der Abtastnadel eines Plattenspielers, die sensibel den winzigen Auslenkungen der Schallplatt folgt, passiert, wenn wir die Musik am ganzen Körper fühlen. Die CD dreht sich mit mehr als 500 Umdrehungen pro Minute, DVDs und Blue-Rays noch um einiges schneller. Die Massenproduktion von CD-Laufwerken und Hunderten von Millionen CDs macht es unmöglich, die Massen perfekt zu verteilen – fast keine CD läuft ohne die geringste Unwucht. Wenn wir eine CD in einen Player legen, wird diese von einer kleinen, oft aus Plastik bestehenden Scheibe auf die Achse gedrückt, und zwar von einer kleinen Feder. Wer schon einmal das Gehäuse eines CD-Players geöffnet hat, verfolgte bestimmt auch die Bewegungen des Laserkopfes, während er bei einer Umdrehung der Spur folgte. Wenn eine nicht exakt zentrierte Masse rotiert, entsteht eine Zentrifugalkraft, die nicht auf die Drehachse, sondern nach außen gerichtet ist. Und dadurch beginnt das gesamte System zu vibrieren. Die Fehlerkorrektur des Players kann mit diesen Vibrationen leicht fertig werden, aber um wie viel genauer würde das Auslesen der Daten, wenn man die Vibrationen nur um die Hälfte verringern könnte? Zu diesem Zweck lassen Sie uns das Gerät mit Zubehör ausstatten, das hilft, alle bisher erwähnten Schwingungen zumindest teilweise zu reduzieren. Wenn wir laute Musik hören, wird das Gerät dadurch weniger stark auf einen Kick im Bassbereich reagieren, das Gehäuse wird nicht so stark von den Vibrationen des Transformators angeregt und selbst der Trafo wird weniger stark zu Vibrationen neigen. Das gesamte System wird dadurch ein stabileres magnetisches Feld bekommen, so dass weniger Interferenzen mit den Gleichrichtern auftreten. Als Folge wird die Stromversorgung insgesamt stabiler, die Elektronenstrahlen in den Röhren werden weniger stark gestört, und die Vibrationen einer sich drehenden CD werden ebenfalls zum Teil unterdrückt. Dadurch wird insgesamt die Intensität von Verzerrungen vermindert. Es ist wie der Wechsel von einem Leiterwagen zu einem Auto mit moderner Luftfederung. Das ist der Grund dafür, dass alle Arten von Unterstellfüßen, Regalen und schließlich hochkomplexen Anti-Vibrations-Plattformen Sinn machen.
Im normalen Leben haben wir täglich mit einer Vielzahl von schädlichen Schwingungen und Vibrationen zu tun, die wir zu bekämpfen versuchen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die Seismologie und Seismographie deutlich zugenommen. Länder, die in Gegenden liegen, die von Erdbeben heimgesucht werden, haben Standards erlassen, nach denen Gebäude so konstruiert werden, dass sie stabil genug sind, selbst großen Erdbeben zu widerstehen. Gebäude in diesen Gegenden werden anders gebaut als solche in „ruhigen Regionen“ wie Polen (und Deutschland). Unter anderem werden zusätzlichen Verbindungen im Fundament, stärkere und sorgfältig ausgesuchte Baumaterialien und spezielle Elemente eingesetzt, um zu erreichen, dass das Gebäude ein Erdbeben oder einen Hurricane übersteht. Ein gutes Beispiel für den Einsatz solcher Technologie ist „Taipei 101“, ein Wolkenkratzer in Taiwan, der beinahe an der Kante einer tektonischen Platte gebaut wurde und der bei einer Höhe von einem halben Kilometer Erdbeben der Stärke 7 auf der Richter-Skalen überleben und auch Hurrikans ohne Schaden widerstehen kann. Im Inneren des Gebäudes gibt es ein über mehrere Etagen reichendes Pedel: eine große zusätzliche Masse, die hilft, Vibrationen und Verwindungen der Struktur bei starken Winden zu unterdrücken. Es gibt sogar eine Aussichtsplattform, von der aus man beobachten kann, wie sich das Pendel manchmal um einige Meter aus seiner Ruhelage bewegt. In der Schwerindustrie werden bei der Bearbeitung schwerer Werkstücke kräftige Maschinen wie Drehbänke, Fräsen und so weiter verwendet. Die bewegten Massen dieser Maschinen verursachen zusammen mit den auf ihnen bearbeiteten Werkstücken kräftige Vibrationen, die manchmal zur Senkung oder gar zur Zerstörung der Maschinenfundamente führen können. Die Konstruktion von Fundamenten ist ein ebenso eigenständiges wie wichtiges Wissensgebiet. Die Resonanzen, die im Fundament entstehen, werden auf Basis der Maschine, ihrer möglichen Belastung und Drehzahlen definiert. Das Ergebnis der Berechnungen ist später erforderlich, um die Gewichtsverteilung im Fundament und den schematischen Entwurf so auszulegen, dass die Maschine nicht zu exzessiven Vibrationen neigt. Ein gut konstruiertes Fundament ist eine „ Anti-Vibrations-Plattform“ für die Maschine. Um die Maschinen-Schwingungen während des Betriebs teilweise zu unterdrücken, kann in einigen Fällen auch ein Subwoofer mit der Leistung von einigen Kilowatt eingesetzt werden. Die Subwoofer werden nah an der Maschine aufgestellt und erzeugen dieselbe Frequenz wie die Vibration der Maschine – allerdings in entgegengesetzter Phase. Wenn wir die beschriebenen Ideen und Techologien von der „Makro-Welt“ auf die Audio-Welt übertragen und geschickt umsetzen, werden wir Anti-Vibrations-Vorrichtungen kreieren, die den Klang unserer Musikanlagen positiv beeinflussen.
Es gibt verschiedene Arten, Vibrationen und Resonanzen zu bekämpfen. Jedes Material halt seine bestimme Masse und davon abhängig seine eigene Resonanzfrequenz. In dem man das Gewicht eines Körpers ändert, verändert man auch die Frequenz, bei der er in Resonanz gerät. Verschiedene Materialien haben unterschiedliche Härten und interne Strukturen sowie andere Eigenschaften bei der Weiterleitung oder Absorption von Vibrationen (Energiespeicherung). So ist zum Beispiel gehärteter Stahl ein sehr guter Leiter für Vibrationen, während Kautschuk die Vibrationen aufnimmt und unterdrückt. Diese Eigenschaft, die von der Dichte und inneren Struktur des Materials abhängt, wird als Dämpfungsfaktor definiert. Teile aus demselben Material mit unterschiedlichen Abmessungen haben ebenfalls unterschiedliche Resonanzfrequenzen. Nicht ohne Bedeutung ist, wie gesagt, auch die innere Struktur des Materials: Glas mit einer amorphen Struktur verhält sich deutlich anders als Materialien mit einer Kristallstruktur wie Metalle oder Mineralien. Durch die richtige Auswahl von Materialien können wir die Weiterleitung und die Dämpfung spezieller Frequenzen beeinflussen – wie zum Beispiel die Frequenz, mit der der Netztransformator schwingt. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass es unmöglich ist, die Dämpfung von Vibrationen auf exakt eine Frequenz einzustellen. Jedes Material oder die Kombination verschiedener Materialien arbeitet in einem breiten Frequenzspektrum und nicht nur bei einer spezifischen Frequenz, so etwa eine viertel, eine halbe und eine ganze Oktave höher als die gewählte Frequenz, wobei die Erhöhung um eine Oktave der Verdopplung der Frequenz entspricht. Vereinfacht gesagt: Wenn wir eine Anti-Vibrations-Plattform auf exakt 50 Hertz abstimmen, wird sie auch bei 100, 200, 400 und 75, 150 und 300 Hertz und allen Zwischenwerten wirksam sein, wenn auch etwas weniger stark. Es könnte also sein, dass sie auch auf Frequenzen einwirkt, die wir gar nicht beeinflussen möchten.
Man kann oft hören, dass ein gewisses Material diese oder jene Veränderungen im Klang bewirkt oder seinen eigenen charakteristischen Sound hat wie zum Beispiel Granit, Glas, Acryl oder Holz. Beim Bau von Anti-Vibrations-Plattformen kann man den Klang des Materials geschickt nutzen, aber auch ebenso viel falsch machen, und dann klingt die Anlage schlechter als zuvor. Ein Beispiel: Wenn wir herausfinden, dass ein Verstärkter oder DVD-Player auf einer Granitplatte mit einer Dicke von 2,5 Zentimetern besser klingt – die Resonanzen des gesamten Systems verringern sich, da seine Masse zugenommen hat –, bedeutet das nicht, dass die Aufstellung auf einer Granitplatte mit fünf Zentimetern die klangliche Verbesserung verdoppelt. Zu viel Gewicht kann in der Tat eine so starke Verschiebung der Resonanzen des gesamten Systems verursachen, so dass letztlich Schwingungen in bestimmten Frequenzbereichen zunehmen, die wiederum die von uns wahrgenommene Klangqualität verschlechtert. So ist es leicht zu „übertreiben“. Einige Frequenzen sind nur sehr schwer zu unterdrücken. In diesem Fall kann man versuchen, die meisten von ihnen abzuleiten – unglücklicherweise ist das nämlich nicht zur Gänze möglich –, indem man harte Materialien verwendet, die Schwingungen gut leiten. Man kann auch versuchen das Gerät oder die Basis von Vibrationen abzukoppeln, indem man die kleinstmöglichen Kontaktfläche zwischen zwei Teilen wählt – ein Spike mit sehr kleiner Fläche wird weniger Vibrationen übertragen als eine Lagerplatte mit einer deutlich größeren Fläche. Beim Entwickeln einer Anti-Vibrations-Plattform kann man viele verschiedene Materialien mit unterschiedlichen Massen und Abmessungen miteinander kombinieren, deren Vibrations-Ableitung und -Dämpfung zusammenwirken. Die Vielfalt der Kombinationen ist nahezu unbeschränkt.
Ein wichtiger Faktor beim Entwickeln einer Anti-Vibrations-Plattform ist ihre Geometrie. Denn nicht alle Audio-Komponenten sind symmetrisch aufgebaut. Transformatoren sitzen oft mehr auf der rechten oder linken Gehäuseseite, CD-Laufwerke oft näher an der Frontplatte als im Zentrum des Players. Resonanzen werden auf rechteckigen Standflächen, wenn das Geräte vier Füße besitzt, und dreieckigen Basen auch unterschiedlich verteilt. Man muss viele Faktoren berücksichtigen, und deshalb ist es sehr schwierig, eine Anti-Vibrations-Plattform zu bauen, die mit einer Vielzahl verschiedener Geräte gut funktioniert. Es wird sich immer herausstellen, dass sie besser zu einigen Komponenten passt und mit anderen schlechter funktioniert. Daher ist es notwendig, eine Lösung zu suchen, die so viele Schwachstellen wie möglich eliminiert oder maskiert und die Vorteile der Anordnung herausstellt. Das Ideal ist eine Basis, die so konstruiert ist, dass sie in einem sehr großen Frequenzbereich Resonanzen stoppt oder ihr Niveau senkt, das darauf stehenden Gerät in richtiger Art und Weise vom Einfluss externer Schwingungen isoliert und gleichzeitig geschickt die Vibrationen kontrolliert, die im Gerät generiert werden. Mit all dem im Hinterkopf habe ich die GRAVITY Basis entwickelt.
Wenn Sie mehr zum Thema Vibrationen und ihrer Bekämpfung lesen möchten, finden Sie weitere, allerdings englischsprachige Artikel bei unseren polnischen Kollegen.
Was haben sich nun die Ingenieure von TVLogic Neues ausgedacht? Beim W20 handelt es sich – wie beim S10 – um einen Server mit eingebautem Speichermedium. Gegenüber dem S10 hat man die Speicherkapazität erheblich vergrößert; das Gerät enthält nun zwei Festplatten à drei Terra Byte Speicherkapazität mit einer Gesamtkapazität von sechs Terra Byte. Das sollte erst einmal ausreichen. Um alle Vibrationsgeräusche zu vermeiden, ruhen diese auf Gummidämpfungen und sind zusätzlich gekapselt. Allerdings dienen die Festplatten nur zum Speichern der Musiktitel. Zum Abspielen wird der ausgewählte Titel nämlich in einen SSD Cache überspielt und von dort aus an den DAC weitergeleitet. Während des Musikhörens legt sich die Festplatte also Schlafen und kann somit keinen Unsinn anstellen. Der SSD Cache ist gegenüber dem S10 deutlich erweitert, er hat jetzt eine Kapazität von 240 Giga Byte. Dieser könnte sogar vom Fachhändler auf zweimal 240 Giga Byte aufgerüstet werden. Wie beim S10 wird auch beim W20 in jedem Fall ein externer DAC benötigt. Damit behält man die freie Auswahl und könnte im Falle eines neu erscheinenden Super-Duper DAC Chips den Konverter wechseln. Die Erweiterung der Festplattenkapazität allein würde natürlich noch nicht den etwa dreimal so hohen Preis gegenüber dem S10 rechtfertigen. Eine weitere – und wahrscheinlich die tonal entscheidende – Neuigkeit ist die Stromversorgung des Analogboards über ein Akkunetzteil. Hierfür werden drei Reihen von Lithium-Eisen-Phosphat (LiFePO4) Akkus eingesetzt. Raffiniert ist dabei, dass jeweils eine Reihe geladen wird, während die andere das Board versorgt. Man braucht sich hier also um gar nichts kümmern, das Gerät läuft immer. Damit noch nicht genug, es existiert eine dritte Akkubank, die als USV (Unterbrechungsfreie Strom Versorgung) fungiert und im Falle eines Stromausfalls den W20 korrekt herunterfährt. Damit können Datenverluste durch einen Headcrash der Festplatten ausgeschlossen werden. Man merkt, dass hier Erfahrungen aus der professionellen Computerbranche eingeflossen sind. Sinn des Akkubetriebs ist natürlich, von den zunehmenden Störungen der Netzversorgung unabhängig zu werden. Das Computermainboard und die Festplatten werden weiterhin von einem Schaltnetzteil versorgt, im Falle des W20 allerdings von einem deutlich vergrößerten 100-Watt-Netzteil. Auch hier werden die empfindlichen Bauteile des Analogboards über dicke Aluminiumplatten von dem Schaltnetzteil geschirmt. Zudem wurde die Taktgeber-Architektur verbessert, im W20 arbeiten weiterhin OCXOs, also temperaturstabilisierte Oszillatoren. Gesteuert werden diese über frei programmierbare FPGAs.
Ein weiteres Feature stammt ebenfalls aus dem Profibereich, nämlich die Anschlussmöglichkeit einer externen Masterclock über einen speziellen BNC-Anschluss. Im Studiobereich können hiermit verschiedene Audiogeräte synchronisiert und damit der Jitter verringert werden. Dies sollte auch im HiFi Bereich die Klangqualität noch einmal verbessern. In Frage kämen hier beispielsweise Geräte von dCS. Die Techniker von Aurender scheinen sich überhaupt Technologien aus dem Studiobereich sehr genau angesehen zu haben, der W20 bietet – weltweit als erster Server – die Möglichkeit des Dualwire Betriebs über zwei AES/EBU Ausgänge. Dabei werden die Signale des linken und rechten Kanals auf getrennten Wegen übermittelt. Allerdings funktioniert dies nur ab Samplingraten oberhalb von 96 Kkilohertz, entsprechend der Spezifikation von Dualwire. Und natürlich nur, wenn der DAC hierfür ausgelegt ist.
Ebenfalls möglich ist das Abspielen von DSD Dateien, ein Update auf DSD 64 und DSD 128 soll ab Herbst 2013 folgen. Diese Funktion konnte ich allerdings nicht probieren, da mein DAC DSD nicht unterstützt. Wie man am S10 bereits sehen konnte, legt TVLogic großen Wert auf hochwertige Bauteile, deshalb kommt das Computerboard mittlerweile ebenfalls aus eigener Produktion und ersetzt das ITX Board aus dem S10. Das Analogboard war auch im S10 schon ein Eigengewächs, im W20 hat es an Komplexität und Größe noch einmal zugenommen.
Gleichgeblieben ist das professionelle, Linux-basierte Betriebssystem, hier für Audiozwecke optimiert. Übernommen wurde damit auch die Grundidee bei der Programmierung der Software, alle störenden und nicht benötigten Funktionen zu eliminieren. Für einen Computer ist Audio nur eine Randerscheinung, die der Prozessor eben auch so mitbedient. Meistens ist er aber mit anderen Dingen beschäftigt. Die Aurender Software ist einzig und allein dafür konzipiert, die Musikdaten optimal und jitterfrei an den DAC zu bringen. Der Standard PC als eierlegende Wollmilchsau ist zum Musikhören gar nicht so ideal, das konnte der S10 bereits zeigen. Eine Bedienungsanleitung gibt es nur im Netz – und wie es seit einiger Zeit modern ist – auch nur auf Englisch. Nur englisch vielleicht auch deshalb, weil der W20 erst seit kurzem auf dem Markt ist. Das Gerät zum Laufen zu bringen, war allerdings auch ohne Bedienungsanleitung möglich, zudem waren beim Testgerät bereits einige Titel geladen, so dass es gleich losgehen konnte. Wenn man allerdings eigene Dateien vom Computer überspielen will, kommt man ohne Bedienungsanleitung nicht weiter. Angesteuert wird der W20 über ein kostenloses App auf dem iPad. Die Software hierfür halte ich für die komfortabelste, die ich bisher gesehen habe. Die Cover und Metadaten werden hierbei auf das iPad geladen, sind somit sofort verfügbar und müssen beim Scrollen nicht erst mühsam vom Rechner geladen werden.
Bearbeiten kann man die Alben nur auf dem Computer, man sollte also vor dem Überspielen auf den Aurender alles ordentlich katalogisiert und fehlende Cover ergänzt haben. Die einzelnen Musikkategorien wie Klassik, Jazz oder meinetwegen auch Volksmusik, kann man am Computer selbst erstellen und sie werden dann vom W20 in der Kopfzeile übernommen. Das Programm kann sowohl Cover als auch Rückseiten anzeigen. Via Computer kann man wahlweise die eine oder die andere der beiden Festplatten bespielen, das App zeigt immer sämtliche vorhandenen Titel an. Als Backup nimmt man am Besten eine externe Festplatte am Computer, von der aus auch die Dateien auf den Aurender überspielt werden. Neu ist auch die Möglichkeit, Musik über die Apple Airplay Funktion zu hören, allerdings ist die Klangqualität damit stark von der WiFi Verbindung abhängig und üblicherweise schlechter, als vom Aurender direkt gespielt. Aber man könnte natürlich mit dieser Funktion Internetradio hören.
Nicht nur technisch gesehen gehört der W20 zu den Schwergewichten der Szene, sondern bei einem Lebendgewicht von 19 Kilogramm auch physisch. Die Verarbeitung ist – wie bei Aurender gewohnt – hervorragend. Grau ist alle Theorie, entscheidend is aufm Platz (frei nach Adi Preißler). Zur ersten klanglichen Beurteilung einer Komponente benutze ich immer Musik mit akustischen Instrumenten. Deshalb kommt als erstes ein Stück aus der CD Hands von Dave Holland und Pepe Habichuela auf den... Quatsch, natürlich nicht auf den Teller, es wird über das iPad angewählt. Neben Altmeister Holland am Kontrabass ist quasi der gesamte Habichuela Clan mit von der Partie. Eine ganze Dynastie an Flamenco Gitarristen, die mehr oder weniger schon mit der Gitarre in der Hand auf die Welt kommen. Pepe Habichuela spielt auf einer Flamencogitarre mit Zedernholzdecke, wie sie für die Gegend um Granada typisch war. Der Zederndecken-Sound ist etwas hölzerner, nasaler als beispielsweise bei einer Fichtendecke, aber eben muy flamenco! Und genau das möchte ich auch über eine Musikanlage hören! Was als allererstes – hifimäßig - auffällt ist die unglaubliche Ruhe und Souveränität, mit der die Musik dargeboten wird. Am besten vergleichbar mit einem guten analogen Masselaufwerk. Damit meine ich aber nicht, dass der gute Pepe hier auf Valium ist, ganz im Gegenteil! Das ganze Feuer in der Flamenco Musik kommt auch entsprechend packend rüber. Wäre dem nicht so, würde ich das Ding sofort wieder einpacken.
Oben angesprochene tonale Feinheiten der Gitarren als auch die Darstellung es Kontrabasses als dreidimensionaler Hohlkörper sind sensationell. Punkt. Auch die Akustik des Aufnahmeraums ist sehr deutlich zu hören, man hat das Gefühl, in den Aufnahmeraum hineinzuschauen. Die einzelnen Gitarren sind klar voneinander getrennt, was nicht immer zu hören war, zumindest nicht so deutlich. Als nächstes habe ich ein altes Decca Schlachtross ausgegraben, das in den 80er Jahren auf jeder Hifi-Vorführung zu hören war: „Asturias“ aus der Suite Española von Isaac Albéniz. Hier die Orchesterfassung, bekannter ist das Ganze eher als Transkription für Gitarre geworden. Das Stück ist toccatenartig aufgebaut und weist einige spektakuläre Blechbläser-Attacken auf, die schon manchem Hochtöner das Leben gekostet haben. Andererseits würde die spektakuläre Wirkung bei gedämpfter Zimmerlautstärke natürlich vollkommen verpuffen. Aber nicht nur der Mittel-Hochtonbereich der Blechbläser wird sehr sauber abgebildet, sondern auch der Grundtonbereich kommt über den W20 mit hoher Präzision. Am meisten überrascht hat mich hier der Klang der Violinen, die bisher eher etwas „streng“ wiedergegeben wurden. Übrigens auch bei der Schallplatte. Nicht so über den Aurender; trotzdem werden daraus natürlich keine samtig-weichen Violinenklänge wie sie damals bei den Living Stereo Aufnahmen zu hören waren. Zudem kann der W20 die Musik zu einem harmonischen Ganzen zusammensetzen; wie oft habe ich dieses Stück schon völlig in seine Einzelteile zerfallen gehört. In der Ruhe liegt die Kraft, dieser Spruch fiel mir immer wieder ein, wenn das Orchester aus dem Nichts heraus plötzlich eine Tutti Phrase spielt... Überhaupt, was die Ruhe in der Wiedergabe anbelangt, habe ich bisher mit digitalem Equipment noch nichts Besseres gehört.
Nach all der Musik mit akustischen Instrumenten musste etwas Poppiges her: „Ecoustic chapter one“ aus der CD KU DE TA2. KU DE TA in Seminyak, Bali ist die angesagte Stranddisko in Südostasien. Hier werden überwiegend eigene Titel über eine riesige PA-Anlage im Freien gespielt. Interessanterweise ist diese nicht auf den üblichen knalligen Sound abgestimmt, sondern kann richtig Musik machen. Dazu noch das Meer, im Hintergrund die Surfer... aber ich schweife ab, wahrscheinlich die Hitze draußen. Diese CD ist natürlich am Computer zusammengefixt und enthält keine natürliche Akustik. Aber mit Trompete und einer faszinierenden Stimme ähnlich der von Orson Welles gibt es nicht nur elektronisches Geschwurbel. „Ecoustic“ ist eine unheimlich gut gemachte Slowfunk-Nummer, die dem Ambiente dort sehr entgegenkommt. Jedenfalls kommt mit dem Aurender die Strandatmosphäre unheimlich gut rüber, fehlt eigentlich nur noch der Cocktail. Und das Meer. Oh je, schon wieder diese Hitze! Gegen die zig 38er Bässe im KU DE TA stehen meine beiden natürlich etwas auf verlorenem Posten, aber mit ein bisschen Phantasie hört sich das Ganze dennoch schon ziemlich ähnlich an wie in Seminyak. Und das hätte ich eigentlich nicht für möglich gehalten.
Grundsätzlich sind Aussagen über Klang und Performance natürlich sehr subjektiv und außerdem von den restlichen Komponenten abhängig. Eine absolute Aussage gibt es nicht. Dennoch sollte der W20 seine Stärken in jeder gut abgestimmten Kette ausspielen können. Was die Leser jetzt wahrscheinlich interessieren würde ist die Frage, ob der W20 nun gravierend besser ist als der S10. Oder auf den Preis bezogen dreimal so gut? Hier muss ich leider passen, weil der S10 Test über ein Jahr zurück liegt und ich außerdem mit einem anderen Lautsprecher höre. Eine derartige Aussage, so aus dem Gedächtnis heraus, würde ich für deshalb für unseriös halten. Ganz offensichtlich ist für die Klangqualität des Frontends nicht nur der DAC zuständig. Das ist natürlich eine Binsenweisheit, die aber mit dem W20 noch einmal sehr deutlich hervorgehoben wird. Bei den meisten Computerlösungen über USB geht mir die Musikwiedergabe nach einer gewissen Zeit auf den Geist; warum, habe ich bisher noch nicht herausgefunden. Irgendetwas wirkt im Unterbewusstsein störend. Vielleicht sollte ich einmal meinen HiFi-Psychiater befragen. Andererseits ist mit dem Aurender dieser Effekt gänzlich verschwunden.
Grundsätzlich ist die musikalische Darstellung mit dem W20 etwas entspannter, cooler würde man heutzutage sagen, was Klassikhörern sehr entgegenkommen dürfte. Überhaupt, kann der Aurender bei großorchestralen klassischen Musiktiteln seine Stärken ausspielen. Die Klarheit in der Wiedergabe und räumliche Darstellung der Musiker muss man einfach einmal gehört haben. Die Abbildung des Orchesters und das Raumgefühl der Chicago Orchestra Hall bei der Einspielung von Bartóks Music for Orchestra mit Reiner und dem CSO sind sensationell. Wenn dann aber Dynamik gefordert ist, dann wird diese vom W20 ansatzlos geliefert. Der W20 ist natürlich nicht nur etwas für den Klassikfan, bei dem Album 5 von JJ Cale, dem alten Nuschler und Begründer des Tulsa Sounds, kann man zunächst sehr deutlich hören, dass die Musiker nicht alle im gleichen Aufnahmeraum saßen, oder die Gesangsstimme nachträglich hinzugefügt wurde. Bei manchen Platten hatte Cale ja alle Instrumente selbst gespielt und die Spuren dann zusammengemischt. Ob man das nun so genau wissen will, ist eine andere Frage, aber unabhängig davon macht die Scheibe über den W20 gehört richtig Spaß, der Drive in der Musik kommt unheimlich gut rüber! Bisher hatte ich immer das Gefühl, ist zwar gut gemachte Musik, aber aufnahmetechnisch eher grenzwertig. Und stilistisch kann man deutlich heraushören, woher Mark Knopfler seine Ideen bezogen hat. Deep Purple live in Japan treten mit dem W20 etwas kultivierter auf, Ritchie Blackmore war vor dem Konzert vielleicht noch schnell beim Friseur... Nein, das liegt natürlich daran, dass jetzt der Hochtonbereich klarer und flüssiger dargestellt wird, weniger kratzig. Das Kratzige käme natürlich Ritchies Marshall Verstärker im Overdrive sehr entgegen, entspräche aber so nicht der Aufnahme. Trotzdem geht die Scheibe ab, wie Schmitz’ Katze! Ich könnte noch stundenlang schreiben über den klaren Ton von Tomasz Stankos Trompete, oder die farbige und richtige Darstellung von Dave Hollands Kontrabass, der eben nicht knallt wie bei Marcus Miller und seinen Slap-Eskapaden, aber ich denke, es kommt rüber, was sich mit dem W20 in der Kette geändert hat. Natürlich muss der Rest der Anlage auch mitspielen, wenn nun jemand den W20 mit einem Bang und Oh, wie heißen die gleich wieder? verbindet, dann wird das nix! Obwohl der W20 durchaus das Zeug zum Lifestyle Objekt hätte, auch wenn der HiFi Freak so etwas nicht gerne hört. Ein amtliches Programm, wie dBpoweramp, zum Rippen der CDs ist natürlich eine wichtige Voraussetzung. Über iTunes gerippt verschenkt man die Hälfte!
W20 holt auch noch das letzte Quäntchen an Information aus den Aufnahmen heraus, damit werden teilweise auch bisher als weniger gut eingestufte Titel gut anhörbar. Die Wiedergabe läuft vor einem völlig ruhigen Hintergrund, diese abgedroschene Phrase bekommt mit dem Aurender eine völlig neue Bedeutung. Es ist so, als hätte jemand ein ständiges Nebengeräusch, das man nur noch im Unterbewusstsein wahrnimmt, plötzlich abgestellt. Interessant wäre hier die Kombination mit dem totalDAC gewesen, der noch das letzte Quäntchen an feinen Details umsetzten kann. Und vom Aurender geliefert bekommt. Zumal es mittlerweile auch eine neue Version des totalDAC gibt, der den Dualwiremodus des Aurender unterstützen könnte. Leider ist der totalDAC bereits wieder in Frankreich und steht hierfür nicht mehr zur Verfügung. Der Aurender W20 ist das Gerät, vor dem mir am meisten graut, wenn der Postmann dreimal klingelt, äh, wenn das Gerät wieder abgeholt wird...
GEHÖRT MIT
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Laufwerk | Ayon CD-T |
DAC | Borbely Audio |
Laufwerk | Apolyt |
Tonarm | Triplanar |
Tonabnehmer | Clearaudio Goldmund, van den Hul Grasshopper |
Vorstufe | Shindo Monbrison |
Endstufe | Shindo Cortese, Thomas Mayer 6HS5 PSE, 45 SE |
Lautsprecher | WVL A100i, Ancient Audio Studio Oslo |
Kabel | Audio Consulting Reference RCA, Auditorium 23 LS |
HERSTELLERANGABEN
TVLogic Aurender W20
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Speicherkapazität | 6TB |
SSD Cache | 240GB |
Eingänge | Coax, 2x EAS/EBU, BNC, Toslink, USB 2.0 |
Abmessungen (B/H/T) | 430/106/370mm |
Gewicht | 19 kg |
Preis | 15000 Euro |
Hersteller | TVLogic |
Internet | www.aurender.com |
Vertrieb
Hörgenuss für Audiophile
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Anschrift | Fichardstr. 56 60322 Frankfurt |
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Die reine Kopfhörer-Messe in Essen war laut den Veranstaltern die erste ihrer Art in Europa. An einen spätsommerlichen Samstag – wie es am Sonntag lief, kann ich leider nicht berichten, da ich den Tag in Willerm Makkees Schneidestudio verbrachte – kamen zahlreiche interessierte Besucher auf das Gelände der Zeche Zollverein, die mittlerweile den Status eines Weltkulturerbes erlangt hat. Auch wenn im weitläufigen Inneren des architektonisch interessanten SANAA-Gebäudes keine Gedränge herrschte, war die Veranstaltung so gut besucht, dass die Plätze vor den Tischen mit Kopfhörern und den passenden Verstärkern fast ständig besetzt waren. Dass man nicht länger zu warten brauchte, um die Objekte seiner Begierde zu hören, trug zur entspannten Atmosphäre bei. Der erste Can Jam dürfte gewiss nicht die letzte gewesen sein.
PMC und der deutsche Markt waren in den letzten Jahren irgendwie keine besonders glückliche Kombination. Während die Produkte der 1990 von Peter Thomas gegründeten Professional Monitor Company sowohl im professionellen als auch im Heimbereich für Aufsehen und teilweise hymnische Kritiken sorgten, war es hierzulande immer unverständlich still. Erst seit PADIS-Audio und damit Ralph Koenen sich um die Marke kümmern, geht es bergauf in Deutschland. Dabei ist die Geschichte eigentlich wie gemacht für eine Legendenbildung: Peter Thomas, Ingenieur bei der BBC war unzufrieden mit den für ihn zu technisch klingenden Monitoren und entwickelte kurzerhand einen eigenen. Die BBC lehnte eine Lizenzierung und Fertigung unter dem eigenen Dach ab. Also gründete Peter Thomas mit Adrian Loader PMC und verkaufte seinen Monitor an die BBC. Dies war die Geburt der BB5, die bis heute produziert wird.
Prägendes Merkmal aller PMC-Lautsprecher ist die sogenannte Advanced Transmissionline (ATL), bei der der rückwärtig vom Tieftöner abgestrahlte Schall den Bassbereich verstärkt. Im Gegensatz zum Bassreflexprinzip, wo der Schall über ein Rohr nach außen geleitet wird und sich zu dem des Tieftöners addiert, wird er in einer Transmissionline durch eine Umwegröhre nach außen geleitet, deren Länge exakt einer halbe Wellenlänge oder einem ungraden Vielfachen der zu verstärkenden Frequenz entsprechen muss. Die Tücke liegt im Detail. Die Röhre, die meist mehrmals gefaltet im Gehäuse geführt werden muss, um eine entsprechende Länge zu erreichen, bietet den unterschiedlichen Frequenzen, die das Chassis abstrahlt, unterschiedliche Weglängen. Deswegen muss gezielt bedämpft werden, um Resonanzen und damit Verfärbungen im Mitteltonbereich zu begegnen, aber nicht zu stark, um die Wirkung des Tunnels nicht zu beeinträchtigen. Phasenschweinereien gibt es gratis obendrauf, die auch noch in den Griff gekriegt werden wollen. Einher geht die Konstruktion meist noch mit einer Absenkung des Frequenzgangs zwischen 80 bis 120 Hertz. Und da die Gehäuse kompliziert und teuer zu bauen und dazu noch schwer sind, ist das Prinzip vom Fertig-Lautsprechermarkt fast komplett verschwunden. Immerhin brauchen die Gehäuse keine Wandversteifungen, das erledigen die Bretter für die Schallführung. Neben PMC fällt mir im Fertig-Lautsprechersegment nur noch T + A ein, die sich bei einigen Modellen für diese aufwendige Bauform entschieden haben.
Genug der Theorie. Die DB1 Gold ist der letzte Kleinlautsprecher aus der i-Serie, der noch einmal überarbeitet wurde und technisch jetzt der Profiversion DB1S+ entspricht. Und um das ganze günstiger zu gestalten, gibt es nur ein schwarzes Gehäuse, die Heimversion bekommt darüber hinaus goldene Schrauben und einen ebensolchen Schriftzug. Dafür konnte der Preis auf 1500 Euro für das Pärchen gesenkt werden. Eine Menge Geld für einen Lautsprecher, der gerade mal 4,5 Kilogramm wiegt und dabei nicht mal 30 Zentimeter hoch, etwas über 15 breit und knapp 24 Zentimeter tief ist. In diesem Gehäuse soll sich laut Datenblatt eine Umwegröhre mit einer Wirklänge von 1,5 Metern verbergen. Schwer zu glauben, aber die reale Länge dürfte etwas geringer ausfallen. Aber es geht ja um die akustisch wirksame Länge und, wie bereits angedeutet, sind die Verhältnisse bei Transmissionline-Lautsprechern nicht ganz so trivial.
Die PMC DB1 Gold werden, wie alle Lautsprecher der Firma, in Handarbeit in England hergestellt. Wenn ich so etwas in der heutigen Zeit lese, lacht mein Herz, und ich hätte den kleinen auch schräg geklebtes Furnier und überstehende Kanten verziehen. Aber nichts da, die PMC sind akkurat gearbeitet und verströmen noch etwas von handwerklicher Qualität, die man bei den Massenprodukten leider so oft vermisst. Der 14-Millimeter-Tieftöner mit beschichteter Papiermembran wird bei PMC gefertigt und gleich technisch an die akustischen Gegebenheiten angepasst. Die 27 Millimeter messende, ferrofluidgekühlte Gewebekalotte aus einem Polymer namens SONOLEX ist ein Gemeinschaftsprodukt mit SEAS und wird auch in allen PMC-Lautsprechern der i-, SE- und der Twenty-Serie eingesetzt. Lautsprecherkabel finden Anschluss über ein solides Bi-Wiring-Terminal, das auch größere Kabelquerschnitte aufnimmt.
Wer jetzt denkt: „Ab damit ins Regal!“, wird enttäuscht. Da die Transmissionline an der Rückseite der DB1 Gold endet, muss bei der Aufstellung ein Achtungsabstand zu Rück- und Seitenwänden eingehalten werden. Im Grunde verhalten sie sich kein wenig anspruchsloser als große Bassreflexlautsprecher. Neben der Frage, wie PMC die vielfältigen Herausforderungen der TML in den Griff gekriegt hat, interessiert mich besonders die Verwandtschaft zum professionellen Lager. Oft genug wird dessen Vertretern eine zwar hochpräzise, aber emotional wenig involvierende Darstellung nachgesagt, die im Heimbereich vielen Leuten schlicht und ergreifend auf die Nerven geht.
Etwaige Probleme bei der Abstimmung der Transmissionline kann man nach den ersten Takten ad acta legen. Mal wieder Elbtonal-Percusssion mit „Mirimba Spritual“ von der in concert. Der ganz leise Anfang mit einem Marimbaphon kommt völlig klar, frei und schlackenlos rüber. Dabei wird sowohl die Größe als auch das Volumen realistisch wiedergegeben. Der Anschlag und das freie Schweben der Töne stehen völlig frei und realistisch im Raum. Befürchtungen, dass der doch recht kleine Lautsprecher im Verlauf der Stücke ob der dann auch geforderten Tieftonattacken einknickt, zerstreut dieser mit einer erstaunlichen Pegelfestigkeit. Auf eine Anhebung des Bereichs um 100 Hertz wurde verzichtet, ja es ist sogar die prinzipbedingte Senke in diesem Bereich zu beobachten. Am Anfang von „Paradies“ derselben CD werden Klanggläser angeschlagen, die entstehende Tonsäule per Hand moduliert. Die PMC stellen diese Klangsäulen extrem sauber und plastisch dar und düpieren damit meine geliebte Hausreferenz Rogers Studio 1 regelrecht: Die schmiert und verfärbt im direkten Vergleich. Das ist noch nie passiert. Brutal! Die Rogers kontert zwar mit einem richtigen Pfund untenrum, das die PMC nicht zustande bringt, die bringt aber wiederum wesentlich mehr Information im Bassbereich zustande. Ich bin glücklicher Besitzer eines superb klingenden Mitschnitts der Radioübertragung vom Esbjörn Svensson Trio Live In Paris 2005. Am Anfang gibt es eine Anmoderation und den Anfangsapplaus, der einen direkt in die Aufnahme versetzt. Die Qualitäten der DB1 Gold bei Live-Aufnahmen sind bestechend und das frequenzunabhängig. Großes Kino. Hier fallen mir wieder die großartigen Amphion ION+ ein. Über diese schrieb ich: „Leise angeschlagene Glöckchen schweben unglaublich lange aus, bis sie immer leiser werden und danach noch eine Spur Schwingung hinterlassen, die man eher spürt als hört.“ Das können die PMC auch. Dabei zeigen sie aber auch genau an, wie groß das Glöckchen ist und wo dieses in der Percussion aufgehängt ist. Jetzt mal etwas böses aus der akustischen Ecke: Ravels „A la manière de Borodine, valse“ gespielt von Begona Uriarte und Karl-Herrmann Mrongovius für vier Hände ist dynamisch, klangfarbenstark und sehr schnell. Und ja, das ist ein Klavier. Natürlich sind die ganz tiefen Register nicht da, und die Wucht eines echten Flügels können die PMC nicht transportieren. Aber den ganzen Hallraum mit dem entsprechenden Druck und jedes Detail und dies trotz der Abstriche in realistischer Größe. Wenn man etwas über die einzelnen Frequenzbereiche sagen will – oder muss wie ich in diesem Fall –, dann fällt bei aller Auflösung im Hochtonbereich auf, dass dieser niemals klingelt oder einem ungebührlich an den Ohren zerrt.
Die PMC bringt nicht das eine oder andere Detail ans Licht, sondern stellt, wenn vorhanden, teilweise Dinge in den Raum, die man bis dahin tatsächlich noch nicht gehört hat. Das hat nichts mit Betonung zu tun. Die Abwesenheit von Verzerrungen machen einfach den Blick frei. Ein schönes Beispiel ist eine Nummer, die ich immer nehme um zugucken,wie die jeweilige Komponente mit schlecht produzierter Musik zurecht kommt. Depeche Modes „Dream On“ von der Exiter ist so ein Kandidat. Die haben diese Überkompression quasi erfunden. Das hört man dann auch sehr schön über die PMC DB1 Gold. Gemein tickernde Höhen und teilweise abrupt abgehackte und damit verzerrte Impulse bringt sie deutlicher als normale Lautsprecher. Und als man die CD schon möglichst schnell wieder aus dem CD-Player entfernen will, fällt einem auf, wie doppelt schade das klangliche Anbiedern an den vermeintlichen Marktgeschmack ist. Im Mitteltonbereich enthüllt die PMC so viel liebevoll im Kreis gemischtes Sythiegetingel in einer neuen Raumschicht mit diversen, bis dato noch nicht gehörten Einzelheiten, dass man es jammerschade findet, dass diese an sich sehr ambitionierte Aufnahme so kaputt produziert wurde.
Die Kehrseite der Medaille bei aller Präzision und Richtigkeit zeigt sich bei eher lustlos produzierter Musik. Auf einigen frühen Ausgaben von Tori Amos Boys For Pele gibt es eine zusätzliche Version von „Professionel Widow“, nämlich den „Just Da Funk Remix“ von jemandem, der sich Armand Van Helden nennt. Keine Ahnung, wie und warum der Titel auf der CD gelandet ist. Über die DB1 Gold klingt das alles sehr klein und man sieht quasi, wie jede neue Spur mit der Maus am Computer dazugeklickt wird und startet. Über den Rechner mit einem Koss Porta Pro macht so was richtig Druck und Laune, mit den PMC löst es irgendwas zwischen Langeweile und Aggression aus. Um nicht falsch verstanden zu werden: Der Rest der CD klingt ganz ausgezeichnet über die DB1 Gold. Wer sich also vorwiegend im Bereich elektronischer Musik aufhält, sollte sich wohl woanders umgucken. Auch Tiefbassfetischisten und Freunde von Drum 'n' Bass sind hier falsch. Mit solchem Programm treibt man die PMC doch recht schnell ans Limit und bringt sie ins Komprimieren. Alles, was halbwegs handgemacht ist, kann über die PMC allerdings zum außergewöhnlichen Erlebnis werden, wenn man mit den Limitierungen des Datenträgers klar kommt.
Bisher habe ich noch nichts über die Stimmwiedergabe gesagt, und die ist schlicht und ergreifend sehr, sehr gut. Bisher duldete die Rogers keinen Gegner und verwies alle bisher bei mir befindlichen Lautsprecher auf die Plätze. Die PMC zog gleich. Sehr klar, authentisch und mit der richtigen Balance zwischen Artikulation und Volumen sind da einfach Stimmen. Die Rogers klingt schöner, die PMC mit weniger Belag auf den Stimmbändern. Ob Chor oder Solo, hier liegt eine weitere Schokoladenseite der PMC DB1 Gold. Die ausgeprägte Feindynamik steht einer etwas eingeschränkten Grobdynamik gegenüber. Obwohl die physikalischen Grenzen im ersten Moment durch die TML scheinbar aufgehoben sind, kommen die Lautsprecher bei massiven Einsätzen irgendwann an ihre Grenzen.
Räumlich agiert die PMC in der Tradition von Studiomonitoren. Die Stereobreite ist voll da, links und rechts daneben nur ganz wenig. Wenn es die Aufnahme hergibt, ist die räumliche Tiefe grenzenlos, sonst eben nicht. Dabei bleibt die Abbildung bis zu hohen Pegeln hin akkurat und selbstverständlich. Instrumente im Raum werden plastisch und mit dem angemessenen umgebenden Raum dargestellt, sind aber nicht wie mit den Seziermesser aus dem Klanggeschehen herausgeschält und versilbert. In diesem stabilen Raum findet sich dann auch bei Altbekanntem hier und da noch mal ein Detail, das bis dato nur so am Rande vor sich hinspielende Klavier im Hintergrund hat auf einmal feindynamische Abstufungen in den Anschlägen. So scheint das richtig zu sein und anders will man das dann auch gar nicht mehr hören. Was es dabei gar nicht gibt, sind Verfärbungen. Hier wird nichts verkuschelt oder beschönigt oder aufgepeppt. Wenn es rockt, dann sind das die Musiker, nicht die Lautsprecher.
Ein Wort noch zum Bass. Natürlich kann so ein kleiner Lautsprecher nicht mit großen Kisten in diesem Bereich mithalten. Was aber sauber und vor allem unverdröhnt aus diesen Kistchen kommt, ist schon beeindruckend, zumal auch hier sehr viel Feininformation freigelegt wird. Und die DB1 Gold bringt noch ein anderes Kunststück fertig.: Obwohl eher schlank und ohne Oberbassanhebungen, bringt sie trotzdem die genau richtige Fülle. Ein Beispiel. Ältere digital produzierte Pop-Aufnahmen klingen oft ausgedünnt und zu knallig. Die Blaze of Glorie von Joe Jackson von 1989 ist so ein Fall, wo der Tonmensch noch nicht so richtig wusste, was er mit der neuen Technik nun wirklich anfangen soll. Über die meisten Lautsprecher klingt das schon sehr dünn und ohne Bass. Die PMC bringt an entsprechender Stelle das benötigte Pfund im Tieftonbereich und Fleisch in den unteren Mitten, der die Aufnahme dann eben doch gut anhörbar macht.
Sehr erfreulich ist die völlig unproblematische Zusammenarbeit mit Verstärkern kleiner Leistung. Der Wirkungsgrad ist hoch, und auch Besitzer von Röhrenverstärkern sollten mit der PMC glücklich werden können.
GEHÖRT MIT | |
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Analoglaufwerk | TW-Acustic Raven .5, Rega SplitSlab + daCapo-Steuerung |
Tonarme | Rega RB 250, RB 300 Cardas/XLO |
Tonabnehmer | Goldring G-1022GX, Audio Technica 450E OCC |
Phonopre | Heed Questar MM, Graham Slee Audio Era Gold V + PSU1 |
CD-Spieler | Denon DCD-1290 |
Verstärker | music hall a15.2 |
Lautsprecher | Rogers Studio1, RFT BR 26 |
Kabel | TaraLabs, RG142, Vovox, Sommer, Oehlbach, Baumarkt |
HERSTELLERANGABEN PMC DB1 Gold | |
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Prinzip | 2-Wege-Transmissionline |
Hochton | 27 mm Solonex-Kalotte |
Bass | 14 cm Konus |
Übertragungsbereich | 50 Hz - 25 kHz |
Wirkungsgrad | 87 dB 1w/1m |
Übergangsfrequenz | 2 kHz |
ATL-Länge | 1,5 m |
Impedanz | 8 Ohm |
Abmessungen (BxHxT) | 155 x 290 x 234 Millimeter |
Gewicht | 4,5 kg |
Preis | 1500 Euro |
Anschrift | August-Thyssen-Straße 13a 45219 Essen-Kettwig |
info@progressiveaudio.de | |
Internet | www.pmc-speakers.de |
Äußerst ansehnlich kommt der NuWave in seinem wohlproportioniertem, mehr tiefem als breitem Gehäuse mit schwarzem Acrylglasdeckel daher. Dieses gibt es entweder in Aluminium wie mein Testexemplar oder in schwarz eloxiert. Entsprechend dem aktuellen PS Audio Design ziert ihn die seitlich abgerundete Front. Das Logo und wenige Anzeige-LEDs sowie zwei Taster zur manuellen Wahl des Eingangs und des Upsamplings sorgen für ein dezentes und hochwertiges Gesamtbild. Sie können entscheiden, ob Sie den NuWave automatisch den Eingang wählen lassen. Dies macht er zuverlässig, sobald nur an einem der drei Eingänge – USB, Optical oder Coax – ein Signal anliegt. Die entsprechende blaue LED sowie die Locked-LED leuchten und zeigen die Betriebsbereitschaft an. Selbstverständlich können sie auch manuell den Eingang mit einem der beiden Taster anwählen. Der zweite Taster schaltet zwischen dem Native-Modus oder 192 kHz-Upsampling hin und her, was ebenfalls mittels blauer LEDs bestätigte wird. Sie bestimmen hiermit, ob der Wandler die originäre Abtastrate verwendet oder das Signal vor der Wandlung auf 192 Kilohertz hochrechnet. Schon auf der Website des Herstellers wird eindeutig die native Variante präferiert. Auch Jürgen Sachweh vom deutschen Vertrieb hifi2die4 spricht sich eindeutig dafür aus, kennt aber aus seiner Erfahrung auch Zuspieler, denen die Jitter-Bereinigung durch das Upsampling gut tut.
Die Rückseite des NuWave wird von den symmetrischen und unsymmetrischen Ausgängen für beide Kanäle, den drei bereits erwähnten Digital-Eingängen, der Netzbuchse und dem harten Ein-Aus-Schalter sauber gegliedert. Nimmt man die zweiteilige Acryl-Aluminium-Abdeckung vom Gehäuse, liegt nahe darüber nachzudenken, was das PS in PS Audio bedeuten könnte. Power Supply drängt sich beim Blick ins Innere wie von selbst auf. Der mächtige Ringkerntrafo ist der Eye-Catcher der aufwändigen Stromversorgung. Es ist ja allgemein bekannt, dass PS Audio die Branche nicht nur durch DA-Wandler wie den DL III oder das aktuelle Top-Model PerfectWave DAC beeindruckt. Mindestens ebenso so hoch gelobt und gefragt sind die Komponenten zur Strom-Optimierung. Da ist PS Audio erfolgreich und klanglich überzeugend neue Wege gegangen. Nun, die wahre Erklärung des Namensteils PS ist dann doch ganz einfach diese: Paul McGowan (P) und Stan Warren (S) haben 1973 das Unternehmen in Santa Maria, Kalifornien, gegründet. Damals starteten sie mit einem Phono-Vorverstärker.
Neben dem imposanten Netzteil glänzt der NuWave durch eine komplett symmetrische analoge Stufe in reiner Class A Schaltung. Die Anlieferung des USB-Signals erfolgt per XMOS Prozessor, ein Bauteil vom Feinsten, wenn es um die Aufbereitung des asynchronen USB-Signals geht. Die DA-Wandlung übernimmt ein Burr Brown SRC4192 Chip. Damit werden ansehnliche 123 dB Dynamik und lächerliche 0,0005% Überalles-Verzerrungen erreicht. Neue Taktuhren sorgen für minimale Jitter-Werte. Insgesamt ist der elektronische Aufbau keineswegs an den Vorgänger angelehnt, sondern an entscheidenden Stellen mit dem großen Bruder PerfectWave DAC verwandt. Und dieser gehört bekanntlich mit zum Besten, kostet allerdings mehr als das Dreifache. PS Audio weist darauf hin, dass man dem NuWave sowohl bestmöglichen Strom als auch ein hochwertiges USB Kabel für die saubere Übertragung der Bits vom Computer spendieren sollte. Denn überwiegend dürfte der NuWave wohl für diesen Zweck gekauft werden. Zudem kann er über Toslink oder S/PDIF manchen Digital-Tuner oder CD-Spieler aufwerten. Den Herstellerempfehlungen folgend habe ich den NuWave mittels MudrAkustik-Netzkabel an die Netzleiste mit Trenntrafo aus gleichen Hause angeschlossen und mit dem Audioquest Carbon USB die Verbindung zum Apple MacMini hergestellt.
Schnell erkennt ein geschultes Ohr: Beim NuWave stimmt die Musikalität. Er klingt erfreulich unauffällig und das bitte ich, als großes Lob zu verstehen. Ganz gleich, welche Art von Musik er zu verarbeiten hat, tut er dies unaufgeregt, sehr harmonisch und mit viel Liebe zum Detail. Jegliche Aggressivität ist dem PS Audio fremd, ohne dass er dabei den Glanz der Musik zu kurz kommen ließe. Höhen reproduziert er stets offen und facettenreich. Das Klangbild gefällt durch Homogenität, Transparenz und packende Dynamik. Auch an langen Hörabenden wird der NuWave niemals lästig, sondern macht geradezu süchtig nach weiterem Hörgenuss. Beim Umschalten vom Native-Modus auf die Upsampling-Variante konnte ich bei einigen Musikstücken keinen nennenswerten Unterschied hören, bei vielen war die native Variante jedoch noch feinzeichnender und explosiver. Somit habe ich letztlich den NuWave in meiner Anlage ausschließlich in dieser Spielart betrieben. Die klanglichen Unterschiede von denselben Musikstücken in unterschiedlichen Auflösungen wie 96 Kilohertz und 192 Kilohertz arbeitet er säuberlich heraus. Da kann man nur hoffen, dass der Wandler mit seinem Preis von 1200 Euro für viele Musikfreunde im erreichbaren Bereich liegt.
Der teure, große Bruder, der PerfectWave DAC, gelangte eher zufällig auch für einige Zeit in meinem Hörraum. Da liegt ein Vergleich nahe. Zwischen Perfect- und NuWave gibt es klanglich nicht überhörbare Unterschiede in puncto Feinzeichnung und Leichtigkeit der musikalischen Darbietung, und auch noch in einigen anderen Disziplinen. Dennoch ist die tonale Verwandtschaft und die Ähnlichkeit der gezeigten Qualitäten frappierend. Wer sich den PerfectWave leisten kann, wird viel Freude daran haben. Aber für sehr viel weniger Geld bietet der NuWave dessen entscheidenden Qualitäten ebenfalls und wird seinen Besitzer nichts vermissen lassen, weil das, was er macht, stimmig ist – eben musikalisch, bei jeder Art von Musik, die ich in den vergangenen Wochen mit dem NuWave hörte.
GEHÖRT MIT | |
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Computer | Apple MacMini / Mountain Lion / Amarra 2.4 / Antelope Zodiac plus |
CD-Player | Primare DVD 30 /Antelope Zodiac plus |
Plattenspieler | Kenwood KD-990 mit Kunststeinauflage |
Tonabnehmer | Benz-Micro Glider L2 |
Phonostufe | Primare R-20 |
Vorverstärker | T+A P-10 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern |
Equalizer für Bass | LA-Audio EQ 231G |
Endstufen | Primare A-32 (2 x) für Bass, Spectral DMA 100 S mit Enacom-Cinch für Mittelhochton oder Air Tight ATM-3 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern |
Lautsprecher | Triangle Magellan Grand Concerto sw2 (Bi-Amping) |
Zubehör | Audioquest Diamond und Carbon USB, Inakustik Black&White NF-1302, Mogami 2549, QED Genesis Silver Spiral mit Enacom LS, Audioquest GO-4, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Raum-Absorber |
Möbel | Creaktiv Audio mit Absorberböden |
HERSTELLERANGABEN PS Audio NuWave DAC | |
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Digitale Eingänge | SPDIF Coax, Toslink, USB 192kHz asynchronous |
Analoge Ausgänge | RCA and XLR balanced outputs |
Besonderheiten | High current class A output stage, Native mode oder 192kHz upsample wählbar, Low jitter PerfectWave clocks, Class A fully balanced discrete analog electronics, Burr Brown 24 bit DAC chip |
Maße (B/H/T) | 21/5/35cm |
Garantie | 3 Jahre |
Preis | 1200 Euro |
VERTRIEB HiFi 2 die 4 | |
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Anschrift | Austrasse 9 D-73575 Leinzell |
Telefon | 07175 90 90 32 |
Mobil | 0179 2991449 |
hifi2die4@gmx.de |
Some of our actions don’t seem to bring immediate results, no matter how hard we try. Even if we bend over backwards, nothing comes out of it. In such situations it’s worth remembering the ripple effect principle – a stone thrown into water produces concentric ripples that spread out in all directions. If it hits other ripples, they get amplified and grow bigger. Apparently, something like that happened to me and to Dirk Sommer. He was born in 1957 in Dortmund, a German city that's well know because of its football team Borussia Dortmund with three Polish football players. He studied electronics for one year and switched to German and Latin language. He graduated in 1988 as a high school teacher and taught German language to adults for some years before he began further studies to become a technical author. After finishing it he was offered two jobs: one as lecturer for technical documentation in the northern part of Germany and one as an author for a high-end magazine in Bavaria. And although he preferred the sea to the mountains, he decided to turn his hobby and passion into his daily job and started working as an editor for the German magazine “HiFi Exklusiv”, which, at the end of 1994 was transformed into the leading German high-end magazine of that time, „image hifi”. Following the launch of issue 01/99 he became its chief editor.
And this is how I met him during, as far as I remember, the first or second Munich High End show, fresh after it moved over from the Kempinski Hotel in Frankfurt. Dirk caught my interest straight away when I saw his magazine and heard the vinyl records he produced. He was already a recognized sound engineer and producer of technically refined and perfectly realized LP records. The magazine of which he was the chief editor could have been described in a similar manner: stylistically refined, superbly edited and intrinsically coherent. It was then one of the best looking magazines in the world. And although much has changed since and Dirk has nothing to do with it anymore (except for past memories, experience and some friends he made during those years), his former magazine can be still regarded as the symbol of elegance. Something evidently had to go wrong in that perfect machinery, as was once hinted at by Cai Brockmann, another refugee and now a chief editor of the printed magazine “Fidelity” (see HERE). Dirk left in 2009 and started his own web magazine “HiFiStatement”. That’s how we met again, in a wholly new situation. I asked him about what’s changed since then and what happened to “image hifi”, and about his work as a music producer soon before we decided about our collaboration – the exchange of published materials, meetings, etc. This is really a new beginning and we have some pretty interesting ideas that have been brewing in our minds.
Wojciech Pacuła: We’ve met a few years ago when you were the editor of “Image Hifi” magazine and it was in full swing. What happened?
Dirk Sommer: In 2009, the publishers wanted to change the focus of Image HiFi: The products reviewed should be more affordable and there should be more computer hi-fi. I don't have anything against computer hi-fi, as you will notice when you take a look at “hifistatement.net”, my new online magazine. But I was convinced that the quite conservative subscribers, readers and advertisers of Image HiFi won't follow the new direction. So I refused to make the change and left the magazine. By looking at one of the actual issues everybody can decide for themselves how much Image HiFi succeeded in paying more attention to affordable gear and computer hi-fi.
Wojciech Pacuła: I spoke with Cai Brockmann, the chief editor of “Fidelity”, and he told me that German magazines are in bad shape. Do you agree?
Dirk Sommer: I prefer not to talk too much about fellow competitors. But one can state, that there are an awful lot of magazines around and the German Hi-fi-market is still decreasing. So it's hard to get your share of the market that you need to keep the quality of your publication up.
Wojciech Pacuła: How did you start “HiFiStatement.net” magazine? Where did the idea come from?
Dirk Sommer: When I left “image hifi”, in 2009 hifistatement.net already existed. A real hifi-enthusiast and attorney had founded the magazine a few months before. He had gathered some well known authors around him and started the magazine as a hobby project. There have been articles translated into English and French as well. But the magazine wasn't run really professionally: Doing some of the writing and all the administration besides his main job was too much work for the publisher. But I liked his idea of “hifistatement.net”, met him, discussed a few things with him and all of the sudden was the editor of an online magazine. When personal reasons made it impossible for the publisher to carry on with hifistatement in 2011, I decided to take over and continue the magazine. As soon as I started to work for the magazine in this – at least for me – new medium, I tried to find special things an online magazine can offer to his readers, but that are impossible to do in a printed one. So I developed the idea of our Klangbibliothek (i.e. library of sound): When doing a review of a cartridge, we always record the same three songs with this cartridge. So we get three wav.-files in 24/96 with the special sound of this cartridge, which we offer as a free download. If you listen to these files, you get a very good impression of the sound of the cartridge, especially in comparison to other cartridges. At the moment our Klangbibliothek offers 49 different files. And there are the Statements From Birdland, articles about jazz concerts with a review from a local newspapers, atmospheric pictures and one song that can be downloaded in CD-qualitity, high resolution and sometimes even as a DSD-file. You see, the idea of lauching “hifistatment.net” was not mine, but in the meantime you'll find some ideas in this magazine that could only be realized in an online publication.
Wojciech Pacuła: Do you think that printed magazines can learn something from web magazines? How about vice versa?
Dirk Sommer: The examples above show that there are things you can't do in a printed magazine. But because of my history with Image HiFi, for me a well made printed magazine is still the benchmark in some aspects: Writing in the internet should be done with the same knowledge and care as in print. For me the pictures are an important part of a magazine, where ever it is published. All pictures for our reviews are taken in hifistatement's own photo studio by Helmut Baumgartner, a professional photographer who is into High End equipment and especially turntables since his early youth. With one click you can enlarge the photos in our articles and even zoom into them without losing resolution. There is no reason – except keeping the production costs as low as possible – to use manufacturers’ pictures only, just because you are an online magazine. For me, it is ideal is to preserve the high standards of writing and taking pictures as in high quality printed magazines and add new features that are only possible online.
Wojciech Pacuła: What is the status of vinyl right now?
Dirk Sommer: It is the only “hardware” music format with increasing sales figures. This makes vinyl interesting even for larger record companies. I guess vinyl will be even more important in near future. Younger people that don't care too much about Hi-Fi or High-End equipment are attracted more and more by this format. And they are not DJs, just music lovers.
Wojciech Pacuła: Please tell me about your own sommelier du son company.
Dirk Sommer: Some years ago, I was in a mastering studio and the sound of a master tape played back on a Studer A80 impressed me so much that I bought one of these tape recorders less than a month later. The sound of a good tape is much better than that of any CD and even any LP. As usual with things that I like, I started to collect Studers and Nagras. By the way, at the moment there are six analog tape recorders ready to be used. But for me it didn't make sense to collect them only, so I tried to use them for recordings. And it was much easier than we thought to make recordings of well known (jazz) musicians. Because double bass is my favorite instrument in jazz – I own one, but I do not dare to say I play it – sommelier du son first LP is a recording of a solo bass concert by Dieter Ilg, one of Europe's best bass players. To give our record producing activities a legal form, Birgit, my wife and I founded sommelier du son in late 2008 – mainly for fun. Our idea was to record and produce music we both like, doing this throughout in an all analog way and selling the LPs without any pressure. Nothing against reissues – if it's not the 100th edition of Kind of Blue –, but sommelier du son releases new recordings only. The first album simply entitled Bass was followed by LPs with Charlie Mariano and Dieter Ilg (Goodbye Pork Pie Hat) and with a Quintet around Michel Godard and Steve Swallow (Soyeusement – Live At Noirlac). In 2011 our analog activities had surprising consequences: I received a call from one of the managers of Edel. This company on the stock exchange, has several hundred employees, owns the Optimal pressing plant that manufactured all the Eterna and Amiga records in the days of the former GDR, and produces, distributes and sells books and records. I was asked to produce a series of audiophile records, later named the Triple A Series. Of course I agreed: We recorded the German trumpet player Joo Kraus & The Tales In Tones Trio performing Michael-Jackson-songs (Captured For Good), the blues/rock-singer Inga Rumpf (White Horses) and in Cooperation with Nagra Audio Leon Russell at the Montreux Jazz Festival (The Montreux Session). And now we are working on several other recording and producing projects for sommelier du son, Edel and hifistatement.
Wojciech Pacuła: How should a good vinyl record be made?
Dirk Sommer: Sommelier du son controls its vinyl releases from the all analog recording to the pressing. And the tasks we can't do on our own, we give to people we trust. Whenever possible, I take part in the process: I'm in the cutting studio when the transfer from the tape to lacquer is done. I bring the lacquer to the pressing plant myself because the time between cutting and silvering it should be as short as possible. I firmly believe that if you have good personal contact with the people who work on your project, this will add some extra percentage of quality. On the recording side, we try to use a few channels only, choose a simple but good microphone set up, avoid the use of sound controls, filters and effects if possible and mix to two tracks on location. So every mistake of the musician or the sound engineer is burned on the tape without the chance to correct it afterwards. That leads to a special concentrated atmosphere. There is no “we fix it in the mix”. You either make it right on the spot or the moment is gone. If we do a good job we can cut directly from the session tapes, without any mastering, like adding a little – analog–reverb or making subtle tonal corrections.
Wojciech Pacuła: What about most of new vinyl records that are made from hi-res digital files. Are they worth our interest?
Dirk Sommer: There are many audiophiles and music lovers that are happy about these LPs from hi-res-files. But to me, it feels a little bit like cheating the customer. I see no reason to manufacture LPs from digital sources.
Wojciech Pacuła: And what about hi-res files?
Dirk Sommer: Hi-res helps the dedicated music lover make his peace with digital. I really can enjoy recordings in hi-res. It is second only to analog or in the best case, even equally as good.
Wojciech Pacuła: Did you compare PCM and DSD? Which one is better? Why?
Dirk Sommer: I can remember a review of an upsampler and a converter from DCS I did in “image hifi” no. 42 in 2001: A normal CD sounded significantly better when its 16 bit 44.1 kHz signal was converted to a DSD-stream than when it was upsampled to 24 bits and 176.4 kHz or 192 kHz before it was sent to the DAC. I guess the filters used when converting DSD to analog are more pleasing to the human ear than the ones used for converting hi-res PCM to analog. Last month I converted some analog master tapes to hi-res and DSD to prepare our albums for downloads. I'm still checking different converters, but to my ears DSD has a small advantage over 192 kHz. So I can understand the hype about DSD converters especially in the US and Japan. But you have to be careful: It's nearly impossible to do a recording in DSD without changing to hi-res when mastering or ever changing the volume of it. And having a DSD that has been hi-res once is a little bit like producing LPs from hi-res files.
Wojciech Pacuła: How about good ole CDs? Is there any future for it?
Dirk Sommer: One has to admit that there are good sounding CDs nowadays. But hi-res and DSD files – and vinyl – offer a superior sound. That's why there is no longer any need for CDs in the audiophile world. But I think that the CD will survive some time in the mass market. There are many people that don't want to mess around with computers.
Wojciech Pacuła: If you could point out the most interesting recent trends or techniques, what would it be?
Dirk Sommer: Without any doubt hi-res and DSD from the computer, the software players like Amarra, Pure Music and Audirvana – in the world of Macs – and the superb sounding affordable DACs are the most interesting topics today. Never before has the listener had the chance to come so near to the real thing: the master recordings.
Wojciech Pacuła: Please describe your reference system and explain your choices.
Dirk Sommer: First I have to say that I dislike the term “reference system” a little bit, although it is correct in the sense that I compare a component I review with the corresponding one in my set up. Nevertheless, I would prefer the term "personal reference system": That is the gear that I chose and fine-tuned over two decades. As everyone knows, there is nothing like the best cable in the world or the absolute reference cable. Another example: The quality of the mains power is dependent upon the place where you live and even on the time of day. So there are no power generators, filters, or cables with some filtering that are the one and only solution for everybody. Anyway, the most important component for the sound in my room is the Lumenwhite DiamondLight. That used to be the top of the line speaker from the Austrian manufacturer. I did the first review of a LumenWhite worldwide, the WhiteLight and fell in love with the speaker with its unique shape immediately: It's high resolution, as quick as an electrostatic speaker, but can produce a lot energy in the lower octaves with exactly the same speed as the ones mentioned above. There is nearly no coloration due to the Accuton drive units with ceramic and diamond diaphragms. Because of the special shape of the cabinet, there is not even the smallest piece of damping material inside the “box”. Five years after buying the WhiteLight, I sold it and switched to the larger DiamondLight, which acts with a little more ease at extremely high playback levels. The Lumen are not very forgiving speakers and nothing less than euphonic. But they are very reliable tools for judging High End components. And when the recording sounds great they give you a lot of listening pleasure. Thomas Fast of Fastaudio did some measurements in my room and found out that the reverb time over the entire frequency is quite linear. So I do not employ any acoustical treatment, except a full set of Acoustic System resonators installed by Franck Tchang, the brain behind Acoustic Systems. I used to drive the DiamondLights with Brinkmann Mono power amps, but they were destroyed by the very low impedance of the fascinating Göbel Epoque Fine speakers during a review. So I'm looking for something new – and maybe better. At the moment, the Ayon Epsilon are my favorites. But before I make any decision, I will test them with the brand new KT150 tubes instead of the KT88 – even though, I'm not missing anything using the standard KT88: The Epsilon has a very pleasant, slightly warm sound characteristic, offering a lot of details and revealing a great three dimensional soundstage. It has more than enough power to drive the Lumen or my ears to their limits.
To cut a long story short, I'll give you a list of my equipment – without any further comments: Turntable: Brinkmann LaGrange with tube power supply Tonearm: AMG Viella 12", Breuer Dynamic, Immedia 10.5, Kuzma 4Point, SME V, Ortofon 309, Thales Simplicity Cartridge: Air Tight PC-1 Supreme, Brinkmann EMT ti, Clearaudio Da Vinci, Denon DL103, Jan Allerts MC 2 Finish, Lyra Olympos and Titan i, Ortofon SPU Royal and Silver, Roksan Shiraz, van den Hul Grasshopper protoype Phono preamp: Einstein The Turntable's Choice (balanced) Computer: iMac 27" 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X version 10.8.4 CD Drive: Wadia WT3200 D/A Converter: Mytek 192-DSD-DAC Tape machine: Studer A 80, Studer 820, Nagra IV Digital Recorder: Nagra VI, Tascam DV-RA1000HD, Alesis Masterlink Preamplifier: Brinkmann Marconi Power Amp: Ayon Epsilon, Cello Encore 50 with Cello Germany modification Speaker: LumenWhite DiamondLight Monitors Cables: Audioplan Powercord S, Audioquest Wild Wood, Wild Blue Yonder, Diamond USB and Firewire, HMS Gran Finale Jubilee, Nordost Walhalla, Precision Interface Technology Sun Audio Reference NF and Digisym, Accessories: PS Audio P5 Power Plant, Clearaudio Matrix, Audioplan Powerstar, HMS wall sockets, Acapella bases, Acoustic System resonators and feet, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty and Cerabase, Harmonix Real Focus
By the way, the gear mentioned above is what you find in my moderately sized listening room. There is another very nice sounding set up in my living room, but the components there have been chosen by Birgit, who really loves music a lot and is totally convinced that you need a good hifi-system to enjoy it. I'm not allowed to select the gear for our living room, but sometimes Birgit follows my advice.
Wojciech Pacuła: Could you list 10 must-listen albums for the readers of “High Fidelity”?
Dirk Sommer: As mentioned above, I record and produce vinyl records on my own and that changed my view of the LPs, CDs and downloads in my collection. For me, it's really hard to only concentrate on the audiophile or musical aspects without thinking about the technical side of the recording. That's why I asked Hifistatement's writers to introduce two of their personal favorites to you. Here they are:
East House Records CNLR 1111 (CD)Of course, the two albums I want to introduce to you are not the only ones, I would take with me when leaving home to live on a deserted island only accompanied by some hifi-equipment. In this case it had to be a lot more. I like to talk about two albums that have been released not long ago. The first was published in 2011 by East House Records (CNLR 1111). It is one of the great albums from Chie Ayado, the great Japanese singer and piano player. She is accompanied by four musicians playing guitar, percussion or drums, bass and organ. The album is called Prayer and contains well known songs, which we all have heard before in the original version. I very seldom like cover-versions as much or even more then the originals. But the versions from Chie Ayado are very fascinating. If you listen to her, you would never believe what a small person she is: She's really got a great voice. I prefer Prayer to other records of the same genre. The compilation is not only based on the Great American Songbook, but a perfect mixture of gospel and soulful music.
Recommended by Wolfgang Kemper
Stockfisch Records SFR 357.4051.2-1/2 (SACD/CD)The second album I love, is a double CD/SACD released by Stockfisch-Records (sfr 357.4051.2-1/2) in 2008 (Ed. Note: we reviewed it HERE). The music is always able to calm me down whenever I want to relax. Gergely Bogányi plays The Complete Nocturnes of Frédéric Chopin, which are 21 pieces. The recording was made by Hans-Jörg Maucksch at Pauler Acoustics. On one hand, I enjoy the emotional playing of the 34 year old Hungarian artist. On the other hand, I like the sound of the instrument he is playing: a Fazioli F 308 grand piano with a length of 3.08 meters and a very rich sound. Even if Mr. Bogány is playing over 112 minutes on the Fazioli, time passes like in a dream and Chopin´s music is always greatly touching to me.
Recommended by Wolfgang Kemper
Decca Set SXL2167/69 (LP)This was the first stereo recording of Aida, produced by the famous John Culshaw from the DECCA team. Recorded in 1959! This record is a truly spectacular sonic experience with exceptional dynamics. The brass sections is especially a hardcore test for your equipment. It is a wonderful recording of the singers as well. It is important to find an example with the ZAL stamp, which means original pressing. After the ZAL stamp, you can find another letter, which stands for the cutting engineer. In my edition it is a “G“, which stands for Theodore Burkett.
Recommended by Jürgen Saile
ECM 1976 (CD)Live recording at the Lobero Theater, Santa Barbara. Only three musicians on stage, Lloyd playing different instruments, from tenor saxophone to tarogato. Accompanied by Zakir Hussein, an indian tabla player and his resourceful drummer Eric Harland. Percussion instruments are not only recorded with explosive dynamics, but also with all the subtleties which these instruments are capable of. It is a very good CD for testing Pace, Rhythm and Timing, „PRaT“. The acoustics of the recording location and the audience are equally well reproduced.
Recommended by Jürgen Saile
ZTT/Manhattan Records/Island Records (LP)Originally planned as the follow-up to Frankie Goes To Hollywood’s Relax, the seventh studio album by Grace Jones is a creative highlight of Trevor Horn’s productions in the mid 80's, if not his most creative one. Although this concept album, which features seven wildly different interpretations of the title track Slave to the Rhythm, polarized US and European media – comments ranging from “genius” to “extremely childish” were mentioned – it became a huge commercial success in 1984. It can not really be considered an audiophile recording, in the way most people define audiophile quality today, but it is truly audiophile as a fun record to listen to: with amazing recording effects and truly unique fireworks of musical ideas!
Recommended by Amré Ibrahim
Bella Union/PIAS/Rough Trade (LP)Although it was highly critically acclaimed and had a lot of popular supporters including Elvis Costello, Jackson Browne, Erykah Badu and Robbie Robertson, Jonathan Wilson’s debut album failed to reach commercial success in 2011. The intelligent and psychedelically-influenced folk songs transport an organic intensity that can only be described as deeply touching. To catch the spirit of the recording process, which by the way took a couple of years, Jonathan Wilson decided to record the album on analogue tape. A wise decision: The double LP version of Gentle Spirit sweet-talks the ears and seems to be made for pure listening pleasure with tube amps and full range speakers. Absolutely gorgeous – in every way!
Recommended by Amré Ibrahim
Heyday Records/Heyday (LP)The second solo album from the former singer of the Avengers is one of my favorite folk-rock records. The rage of the older punk days is still there, but the cynical lyrics are embedded in a harmoniously melodic sound now. There is still much energy and passion in Penelope's voice, that most of the other female singer/songwriters of this time pale in comparison. No, I'm not talking about Joni Mitchell or Rickie Lee Jones. The album's sound, especially in the slow parts with lower levels, is exceptionally good and surprisingly pure high-end, even if this may not have been the original intention during production. A gripping and clear transparent tone makes the session absolutely adorable. Qualities of Mercy, Father's Day or Behind your Eyes are nice tracks forany listening session when doing a high-end review.
Recommended by Matthias Jung
Dude/Indigo (CD/DVD)Lets mix! Four drummers, any kind of percussion and additional marimbas in a crossover from modern classical via free jazz to trance and pop up to traditional arrangements. This is ElbtonalPercussion from Hamburg with their live recording from 2010. They only play percussion instruments, but with such technical brilliance and precision in such a way that you'll never miss any “normal” instruments. This sounds academic and maybe boring to you? No way: These four guys interact with so much groove and fun, you won't believe it until you hear it. The CD's sound is direct: Vibraphone, cajon, djembe, timbale, Thai gong, and shime-daikos will take your equipment to the limit and beyond. When three people with six sticks on nine tom-toms let you imagine three helicopters starting their engines, letting them warm up, getting their rotors turning, lifting off and disappearing up in the air, you'll totally forget about the existence of your hifi system. What's left? The pure pleasure of rhythm and pace.
Recommended by Matthias Jung
Das Interview wurde dem englisch-sprachigen Teil von Hifi Fidelity entnommen.
Die sechs Zentimeter flachen und nur 35 Zentimeter schmalen Panels ragen schlank in die Höhe und fügen sich figürlich sicher besser in schicke Wohnräume ein als mancher Flat-TV. Einen stabilen Stand haben sie, aufgestellt auf vier Spikes, durch den schweren Sockel, in den die für Elektrostaten nötige elektrische Versorgung und einige technische Besonderheiten integriert sind. Dieser Sockel ist ein schwarz lackiertes MDF-Gehäuse mit circa 33,5 Zentimeter Tiefe und etwa 22 Zentimeter Höhe. Es ist deutlich weniger breit als der gerahmte Elektrostat selber und somit von vorn unsichtbar. Das elektrostatische Panel ist links und rechts in einem hochglanz-lackierten U-Profil gerahmt. Üblich ist schwarz, mein Testexemplar hat eine weiße Umrahmung, was zu einem Preis von 8400 Euro für das Paar statt der 8000 Euro für die rein schwarze Standart-Ausführung führt. Überhaupt zeigt man sich im Hause Audio Exklusiv gegen Überlassung entsprechender Münzen zur Erfüllung aller machbaren Ausführungswünsche bereit. Audio Exklusiv stellt stets gern seinen Anspruch heraus, Audio-Komponenten zu fertigen, die überragend klingen aber auch äußerlich ihre Wertigkeit erkennen lassen. Ein Blick auf die Website von Audio Exklusiv lässt dies schnell erkennen.
Der technische Aufbau dieses Elektrostaten P 3.1 basiert auf den Grund-Ideen von Gerd Pütz und seinem P 3 aus dem Jahre 1982, der seinerzeit die Fachwelt beeindruckte. Der P 3.1 ist dennoch eine komplette Neuentwicklung. Die vier Mikrometer dünne Folie ist durch ein aufwendiges Verfahren sehr gleichmäßig beschichtet und verspricht Langlebigkeit. Über eine regelbare Hochvoltkaskade erhält sie eine Vorspannung von maximal 5600 Volt, die die Folie vorpolarisiert. Die Regelbarkeit ist sinnvoll beispielsweise für Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Audio Exklusiv verkauft seine Produkte ja weltweit. Die durch die Bespannung schimmernden Querrippen in etwa 45 Millimeter Abstand dienen der optimalen Fixierung und sind wie der gesamte Rahmen aus hochwertigem Kunststoff gefertigt. Überhaupt stehen Verarbeitungsqualität und Materialgüte bei Audio Exklusiv im Vordergrund. Schließlich handelt es sich um Produkte, die uns Musik-Liebhaber ein Leben lang begleiten sollen. In dieser Beziehung liegen die neuen P 3.1 auf einem ganz anderen Niveau als die vor mehr als 30 Jahren kreierten Vorgänger. Auch musikalisch wurde sie deutlich weiter entwickelt. Erhalten blieb das schon seinerzeit bei der P 3 angewandte Konzept der optimierten Abstrahl-Charakteristik. Grundsätzlich erzeugt ein elektrostatischer Lautsprecher eine Zylinderwelle über die gesamt Höhe des Panels. Dies ist von enormem Vorteil gegenüber konventionellen Mehrweg-Lautsprechern. Denn bei gleich bleibender Umgebung verändert sich das Klangbild nicht, egal ob man auf dem Fußboden hockt oder steht, solange man nicht größer ist als die Panels hoch sind, hier also etwa zwei Meter. Elektrostaten sind Dipol-Strahler. Somit strahlen sie wie eine Acht gleichmäßig nach vorn und hinten, mehr oder weniger gebündelt in Abhängigkeit von der Frequenz. Dies führt zu ungewünschten Verfärbungen, wenn Reflektionen durch die umgebenden Wände sich mit dem Direktschall zeitnah vermischen. Man müsste die Elektrostaten deshalb weit von den Wänden platzieren. Im Bass führt die 8-er-Charakteristik zu Auslöschungen wegen der kugelförmigen Ausbreitung des nach vorn und hinten abgestrahlten Schalls Richtung. Zudem hat der Hörer nur einen sehr engen Bereich, in dem das Klangbild bühnenhaft aufgebaut ist und die Höhen nicht abfallen. Um dies in den Griff zu bekommen, lässt sich die hauchdünn Membran-Folie beispielsweise gebogen fertigen, wie es ein bekannter amerikanischer Hersteller macht. Um jedoch mechanischen Problemen aus dem Wege zu gehen hat Andreas Schönberg einen sehr wirkungsvollen Weg über die elektronische Ablenkung gewählt und die Technologie der P 3 von Gerd Pütz optimiert. Das geschieht auf eine Weise, die weltweit einzigartig ist: Die Schallabstrahlung wird in der Horizontalen über eine analog aufgebaute Elektronik korrigiert. Die Statoren vor und hinter der Folie, die aus isoliertem Kupferdraht aufgebaut sind, werden vom Musiksignal elektrisch moduliert. Sie sind jeweils in sechs gleiche, senkrechte Segmente unterteilt, die in Pegel und Phase unterschiedlich angesprochen werden. Somit wird der Abstrahlwinkel deutlich nach innen korrigiert, und zwar sowohl nach vorn wie auch rückseitig. Daraus ergeben sich zwingend auch ein linker und ein rechter Lautsprecher, die man nicht vertauschen darf. Mit diesem technischen Kunstgriff vermeidet man mechanische Probleme und erreicht genau die Abstrahlung, die nötig ist, um einen breiten Sweetspot zu bekommen, der den Hörer auf dem besten Platz im Konzert sitzen lässt. Selbst wenn man diesen optimalen Hörbereich seitlich verlässt oder sich auf den Lautsprecher zubewegt, hat man, wie im Konzertsaal, das Gefühl, leider nicht mehr auf dem allerbesten Platz zu sitzen. Aber die tonale Balance und die Bühne bleibt erfreulicherweise intakt. Interessant und nützlich ist das akustische Verhalten der abgestrahlten Zylinderwelle im Raum. Im Gegensatz zu dynamischen Lautsprechern wird die P 3.1 nicht mit zunehmendem Abstand vom Lautsprecher immer leiser. Nein, sie verliert maximal drei Dezibel und tönt auch in größeren Räumen gleichmäßig pegelstark.
In meiner hifidelen Vergangenheit habe ich am Klang von Elektrostaten immer wieder größtes Vergnügen gehabt. Denn kein anderes technisches Prinzip erreicht eine derartige holographische Auflösung über ein breites Frequenzspektrum. Wenn man dies nie gehört hat, kann man sich kaum ausmalen, wie viele Details die Musik zu bieten hat. So habe ich das Drumset bei Duke Ellingtons „Afrique“ vom Album The Afro-Eurasian Eclipse noch nie so aufgelöst mit seinen einzelnen Trommeln wahrgenommen. Man sieht beinahe die Hände von Rufus Jones über sein Schlagzeug wirbeln. Es handelt sich hierbei nicht einmal um eine besonders audiophil produzierte CD. Die P 3.1 kommuniziert Feinheiten der Instrumente und Stimmen in unglaublicher Transparenz. Erstaunt bin ich über ihr Können in den Tiefen. Hier liegt generell die Schwachstelle von Dipolen, besonders von Elektrostaten. Denn die Membran-Auslenkung kann nicht die Luftbewegung generieren wie dynamische Konus-Tieftöner. Oftmals kombiniert man elektrostatische Mittel-Hochtöner deshalb im Bass mit solchen. Dabei handelt man sich aber das Problem ein, dass die Homogenität und gleichmäßige Leichtigkeit, die ein Elektrostat zu vermitteln in der Lage ist, vom mit vergleichsweise viel Masse behafteten und somit trägem Basschassis schwer zu erreichen ist. Der Übergangsbereich kann hörbar werden und der Klang inhomogen. Auch P 3.1 Entwickler Andreas Schönberg rät dringend von einem zusätzlichen Subwoofer ab. Und ich kann aufgrund meines Hörtest auch nur bestätigend sagen: Es ist genug Bass da. Basta. Nicht allein die Menge macht´s. Die holographische Darstellung aller musikalischen Ereignisse bleibt gleichmäßig und ungebrochen, eben wie aus einem Guss. Dies erreicht Andreas Schönberg natürlich nicht allein über die Fläche des Elektrostaten sondern auch durch ausschließliche Verwendung bester Materialien in der gesamten Elektronik. Der aufwändige Übertrager ist dabei ein wesentlicher Garant für die Übertragungs-Bandbreite und –Güte. Er wurde optimiert auf sauberes Phasenverhalten, Vermeidung von Klirr und bestmögliches Frequenzspektrum. Die Übertragung in den Tiefen konnte gegenüber dem Vorgänger um eine ganze Oktave erweitert werden. So wenige Bauteile wie möglich aber in bestmöglicher Qualität zu verbauen, ist der Königsweg für unverfälschten Klang und Devise bei Audio Exklusiv.
Für die Tieftonintensität ist auch die Platzierung des Elektrostaten von erheblicher Bedeutung. Deshalb wird hier Sorgfalt bei Aufstellung belohnt. Die Vorgaben hierzu bewegen sich in einem Rahmen, der leicht realisierbar sein dürfte, nämlich 70 bis 120 Zentimeter Abstand zur rückwärtigen Wand. Bedenkt man, dass die P 3.1 praktisch keine Gehäusetiefe hat, ist das nicht viel. Der seitliche Wandabstand ist relativ unbedeutend. Belohnt wird man mit einem Hörvergnügen, wie ich es selten hatte. Viele Hersteller konventioneller Boxen geben sich viel Mühe und treiben enormen Aufwand beispielsweise mit teuren Gehäusen, um ein gleichphasiges Verhalten der Membranen zu erreichen, damit das Timing stimmt. Dies Problem haben die Audio Exklusiv P3.1 schon konstruktiv erst gar nicht. Sofort hört man: Hier ist alles zeitrichtig. Mein rechter Fuß wippt rhythmisch zur Musik. Klassische Musik, kleine Besetzungen aber auch große Orchester, wie Berlioz´ Symphonie Fantastique erschließt die P 3.1 mit faszinierenden Feinheiten. Jazz kann sie ausgezeichnet. Die Saxophone auf Jack DeJohnettes Tin Can Alley rotzen förmlich in den Raum. Aber wie sieht es aus mit lauter Musik oder sogar Hardrock in trunkenen Nächten? Konstruktiv ist der maximale Schalldruck des Elektrostaten begrenzt und bei einem Frequenzgang von beeindruckenden 35 Hertz bis 22 Kilohertz bei -3 Dezibel ist ein maximaler Schaldruck von 100 Dezibel oberhalb 50 Hertz die Grenze. Bei Marius Müller-Westernhagens Album Mit Pfefferminz Bin Ich Dein Prinz, explizit den Titeln „Mit 18“ oder „Oh, Margarethe“ war es aber mein Spectral Endverstärker, der an seine Leistungsgrenze kam und dynamisch dicht machte, so dass ich deshalb wieder etwas leiser hörte. Phänomenal echt war der Klang der Mundharmonika. Das ist es eben, was andere Lautsprecher so nicht können.
Die Rolling Stones eröffneten ihren Auftritt bei mir mit Let It Bleed. „Gimmie Shelter“ ging zur Sache, wie ich es von meinen Triangle Grand Concertos gewohnt bin. Bei „Love In Vain“ begeisterte Ry Cooders Mandoline durch ihre Farbigkeit. Die Rolling Stones habe ich zuvor noch nie als so filigran arrangierendes, facettenreiches Ensemble wahrgenommen. Vielleicht fehlte eine Spur Dreck – vielleicht, weil ich das sonst so empfand. Bislang habe ich die P 3.1 nicht zum Anschlagen treiben können. Wem es aber doch gelingen will, dem sei herstellerseitig versprochen, dass der P 3.1 durch zeitweiliges Anschlagen nicht zerstört wird. Ein doppelter Überlastungsschutz sichert in solchen Fällen. Mein Spectral Endverstärker mit 2 x 200 Watt an vier Ohm machte dynamisch eher Feierabend. Laut kann der P 3.1 spielen, aber randalieren nicht. Ihre Nachbarn werden Sie dafür mögen. Herr Schönberg erzählte mir, er habe kürzlich mit einem nur 2 x 9 Watt leistenden, 650 Euro kostenden Cayin Röhrenvollverstärker bei einem Händler herrlich Musik über seine P 3.1 gehört. Es ist also weniger die Leistung, sondern das musikalische Gesamtverhalten des Verstärkers, auf das es ankommt. So kann man auch preislich insgesamt etwas bescheidener bleiben. Denn im Impedanzverlauf ist der P 3.1 mit nominal vier und im niedrigsten Fall mit 2,8 Ohm in den obersten Frequenzen recht unkritisch. Bekanntlich haben Spectral-Endstufen aufgrund ihrer enormen Breitbandigkeit auch die Neigung, Schwingungen aufzubauen, die dem Verstärker und Lautsprecher gefährlich weden können. Deshalb sollten unbedingt passende Kabel-Konfigurationen benutzt werden. Also liegt es nahe, statt meiner Spectral Endstufe die Air Tight Mono Röhren anzuschließen. Gespeist mit den je 55 Watt im Trioden-Modus leistenden Air Tight ATM-3 blühten die P 3.1 in einem Maße auf, wie ich dies nicht ansatzweise erwartet hatte. Viel mehr Kraft und subjektiv auch Pegel war mit ihnen zu erleben. Sie passten eindeutig besser zueinander. Mit ihnen konnte ich auch noch lauter hören. Musikalisch stellen sich die P 3.1 mit den Air Tights etwas wärmer im Timbre und etwas plastischer auf. Mit der Transistor Endstufe war der Klang schon beeindruckend. Mit den Röhren kann ich nur sagen: Das Bessere ist des Guten Feind.
GEHÖRT MIT | |
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Computer | Apple MacMini / OS X 10.6.8 / Amarra 2.4 /Antelope Zodiac plus |
CD-Player | Primare DVD 30 /Antelope Zodiac plus |
Phono | Kenwood KD-990 mit Kunststeinauflage, Benz-Micro Glider L2, Primare R-20 |
Vorverstärker | T+A P-10 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern |
Endstufen | Spectral DMA 100 S mit Enacom oder Air Tight ATM-3 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern |
Zubehör | Audioquest Diamond und Carbon USB, Inakustik Black&White, QED Genesis Silver Spiral, Audioquest GO-4, Inakustik LS-1603, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Absorber |
Möbel | Creaktiv Audio mit Absorberböden |
HERSTELLERANGABEN Audio Exklusiv P 3.1 | |
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Netzspannung | 230/115 Volt |
Stromverbrauch | unter 0,5 Watt |
Eingangsimpedanz | nominal 4 Ohm |
Abmessungen inkl. Fuß | 1990 (H) x 350 (B) x 370 (T) mm |
Gewicht | 30 kg |
Preis | ab 8000 Euro (Paar), je nach optischer Ausführung |
VERTRIEB Audio Exklusiv Andreas Schönberg | |
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Anschrift | Neugasse 3 61203 Reichelsheim |
Telefon | 0 60 35 - 9 68 44 13 |
Internet | www.audio-exklusiv.de |
info@audio-exklusiv.de |
Da sich eine etwas ausführlichere Version der Geschichte des Biegewellenstrahlers im gerade genannten und über den Link leicht zu erreichenden Bericht über die German Physiks Unlimited findet, beschränke ich mich hier auf eine gekürzte Variante: Der Ingenieur, Mathematiker und Soziologe Peter Dicks begann schon 1978 mit der Entwicklung eines Schallwandlers dieses Typs. Ab den frühen 90-er Jahren verbesserte er dann in Kooperation mit German Physiks-Chef Holger Müller, der als Besitzer einer Ohm F mit Walsh-Wandler vom enormen Potential der Biegewellenstrahler überzeugt war, seinen Treiber. Im Jahre 1992 wurde dann der erste German Physiks Lautsprecher der Öffentlichkeit präsentiert.
In der Zwischenzeit erfuhr der German Physiks-Wandler zwar eine Reihe von Optimierungen. Er arbeitet aber trotz aller Modifikationen nach dem bewährten Prinzip: Eine Spule versetzt den Konus in der Form eines Kegelstumpfes in Schwingungen. Beim aktuellen Modell ist dies eine Flachdraht-Aluminiumspule auf einem Kapton-Träger und sls Membranmaterial dient heutzutage ein Verbundmaterial mit Karbonfasern mit einer Dicke von nur 0,15 Millimetern. In den unteren Frequenzbereichen verhält sich der Wandler wie ein Konuslautsprecher. Zu höheren Frequenzen hin werden mehr und mehr und schließlich alle Schallanteile durch Biegewellen in der Membran abgestrahlt. In seinem Hauptarbeitsbereich kommt der German Physiks Wandler dem Ideal einer Punktschallquelle sehr nahe. Die Besonderheit beim Unicorn ist nun, dass der Arbeitsbereich des Chassis nicht durch eine Frequenzweiche nach unten begrenzt wird und der vom Konus nach unten abgestrahlte Schall nicht in einer geschlossenen Kammer bedämpft wird, sondern durch eine hornähnliche Konstruktion in Bodennähe in den Hörraum entlassen wird. Verblüffenderweise – zumindest für mich – reicht diese Energie aus, ein vollwertiges Bassfundament zu liefern.
Das geht allerdings nicht von selbst: German Physiks hat dem Unicorn dafür eine Impedanzanpassung spendiert, mit der sich der Pegel im Bassbereich sogar noch in drei Schritten um plus dreieinhalb Dezibel anheben lässt. Ebenfalls durch das Umstecken von Jumpern lässt sich die abgestrahlte Hochtonenergie um zwei Dezibel vermindern oder um zwei respektive vier Dezibel verstärken. Die Center-Frequenz liegt bei der Bass-Korrektur bei 60 Hertz, im Hochtonbereich um acht Kilohertz. Während des Tests blieb es bei den linearen Einstellungen, da es weder an Bässen noch an Höhen mangelte. Neben der Impedanzanpassung mit ihren Klangstellern bedarf es aber noch einer ganz speziellen Gehäusekonstruktion, um dem einzigen Chassis zu ausreichend Bassdruck zu verhelfen. Holger Müller ließ wissen, dass es sich beim Gehäuse des Unicorn nicht um ein klassisches Horn handele. Der Biegewellenwandler arbeitet auf ein weniger als fünf Zentimeter hohes, die Gehäusebreite und -tiefe ausnutzendes Volumen. Das Brett, das dieses Volumen definiert und parallel zum Gehäusedeckel verläuft, ist allerdings mehrfach gelocht. Durch diese Löcher gelangt der tieffrequente Schall dann weiter ins Innere des Gehäuses. Dort gibt es noch zwei schräg nach unten weisende Bretter zur Schallführung, die aber ebenfalls keiner klassischen Horngeometrie entsprechen.
Im Gegensatz zu den bekannten German Physiks-Lautsprechern, bei denen die Wände oft mit Hawaphon-Platten und dicken Filzauflagen am Mitresonieren gehindert werden, dürfen die Flächen des Unicorn schwingen, wie sie wollen – oder, um korrekt zu sein, wie sie sollen. Denn sie bestehen aus Holzwerkstoffen verschiedener Dichte und haben selbstverständlich auch unterschiedliche Abmessungen, so dass sie unterschiedliche Resonanzfrequenzen besitzen. Material und Maße wurden von einem extra zum Konstruktionsteam hinzugezogenen Instrumentenbauer vorgegeben. Das schwingungstechnische Eigenleben des Gehäuses ist also ein integraler Bestandteil der Konstruktion. Und deswegen lässt sich auch – leider – nicht das geringste an den Abmessungen des Unicorn ändern. Etwas weniger Breite und ein wenig mehr Tiefe – und schon würde das Gehäuse viel gefälliger wirken. Aber das sei wirklich nicht machbar, versichert mir Holger Müller, der natürlich auch um die – nennen wir sie mal freundlich – leicht gewöhnungsbedürftige Optik des Unicorn weiß. Grund für meine Frage nach einer ein wenig gefälligeren Form war übrigens die spontane Reaktion meiner Gattin, die nach ein paar Minuten Musikgenuss meinte: „Gibt's die auch in schön? Dann könnte ich mir ein Paar für meine Anlage im Wohnzimmer schon gut vorstellen.“
Das Testexemplar in Nussbaum zielt eher auf den asiatischen Markt. Es gibt das Unicorn aber auch in einer speziell für den deutschen Mark gefertigten D-Version in Schleiflack mattweiß. Auf Wunsch und gegen Aufpreis sind zusätzlich hochglänzende oder mit Carbonfaser-Platten beschichtete Teilflächen erhältlich. Komplette Hochglanzgehäuse oder solche mit Carbon-Beschichtung würden das Resonanzverhalten der Konstruktion zum Negativen hin verändern und werden deshalb nicht angeboten. Mich erinnert die Unicorn in ihrem Nussbaumfurnier an meine Ohm C2, meinen ersten wirklichen Hifi-Lautsprecher, eine konventionelle Drei-Wege-Konstruktion …
Schon beim ersten Song verblüffen die Unicorn im meinem Hörraum mit jeder Menge Bass. Aber der erst so positive Eindruck schlägt mit der Zeit ins Gegenteil um. Ihrem Tieftonbereich mangelt es an Präzision und wohl auch an Linearität: Mal ist es des Guten schon ein bisschen zuviel, dann – vielleicht eine Oktave darüber oder darunter – wünschte man sich ein wenig mehr. Zum Glück ist Holger Müller noch da und kann das Phänomen erklären: Die Impedanzkorrektur arbeitet nur bei niedrigen Innenwiderständen der Endstufen, wie man sie normalerweise bei Transistorverstärkern antrifft, wie beabsichtigt. An den Ausgangsübertragern der Ayon Epsilon Röhrenendstufen kann die Impedanzkorrektur prinzipbedingt nicht das gewünschte Ergebnis bringen. Abends schließe ich dann meine kleinen, aber feinen Cello Encore 50 an und das Bassproblem ist verschwunden: Jetzt musizieren die Unicorn auch im Tieftonbereich völlig ausgewogen. Selbst bei den nun ein Stück geringeren Pegeln verwöhnen einen die Biegewellenstrahler mit einer vom Chassis losgelösten, schnellen, offenen und homogenen Wiedergabe. Aber die Freude dauert nur bis zum nächsten Morgen.
Bei einem Tuba-Solo vom Michel Godard und gehobener Lautstärke passiert es: Die Biegewellen verzerren deutlich. Holger Müller versichert mir zwar telefonisch, dass dies gar nicht sein könnte und die Unicorn saftige Pegel völlig unangestrengt verkraften könnte. Aber auch bei Versuchen mit einigen anderen Scheiben höre ich deutliche Verzerrungen. Die waren allerdings nicht zu vernehmen, als die Ayon Epsilon für die Verstärkung zuständig waren, erinnere ich mich. Sollte den Cellos etwa die Puste respektive der Strom ausgegangen sein? Diese Vermutung macht eine ein wenig aufgebohrte, fast 30 Jahre alte Audiolabor ES200 Endstufe zur Gewissheit: Die Verzerrungen sind ab sofort vergessen, der Bassbereich wirkt wieder deutlich ausgewogener als über die Röhren, und ich bin um eine Erkenntnis über die German Physiks reicher: Die Unicorn wünschen sich Verstärker mit einer guten Stromlieferfähigkeit. Sie müssen keine 200 Watt leisten, aber bei Bedarf locker Strom nachschieben können.
Von meinen Vergleichen der ES200 mit den Cello in der Anlage meiner Gattin im Wohnzimmer weiß ich aber, welchen nicht ganz unbeträchtlichen Anteil an Raum- und Detailinformationen die mächtig nach vorn spielende Audiolabor Endstufe unterschlägt. Wenn man schon einmal einen Schallwandler im Hörraum hat, der dem theoretischen Ideal so nahe kommt wie die Unicorn, sollte man aber nichts unversucht lassen, ihm sein gesamtes Potential zu entlocken. Deswegen entschließe ich mich entgegen allen bisherigen Gepflogenheiten, eine zweite Unbekannte in meine Kette zu integrieren. Das dürfte aber schon deshalb zu keinerlei Unschärfe bei der Beurteilung führen, da die German Physiks nach den bisherigen Experimenten ja keine wirklich Unbekannte mehr ist. Im Fotostudio wartet bereits eine mächtige ModWright Instruments Transistor-Endstufe auf ihren Einsatz: die KWA 150 Signature Edition. Und selbst ohne jegliche Einspielzeit erfüllt sie im Hörraum dann die in sie gesetzten Erwartungen: Sie ermöglicht es den Unicorn, bei wohlbekannten Songs wie Misha Alperins „Heavy Hour“ oder Ravi Shankars „West Eats Meat“ ihre enormen Fähigkeiten zu demonstrieren. Plötzlich gibt es eine Menge mehr Details zu entdecken als zuvor im Verbund mit der ES200.
Auch die räumliche Darstellung gelingt noch einmal deutlich überzeugender: Zwar suggerieren Lautsprecher vom Kaliber der LumenWhite eine noch weiter in die Tiefe reichende Bühne, aber ein solcher Vergleich verbietet sich ja eigentlich schon aufgrund er unterschiedlichen Preisklassen, in den Lumen und Unicorn zu Hause sind. Letzteren gelingt es aber, akustisch völlig in den Hintergrund zu treten und Instrumente gänzlich von den Chassis gelöst in den virtuellen Raum zu stellen. Feinzeichnung, farbliche Differenzierungen und die ansatzlose Ansprache faszinieren hier wie auch schon bei den Unlimited. Bei Michel Godards Le Concert Des Parfums, Carpe Diem CD-16277, wirkt der Raum – die CD wurde in verschiedenen, halligen Sälen eines Klosters aufgezeichnet – ungeheuer realistisch: Die „Improvisation Gavino Murgia“ zieht einen regelrecht in eines der unbedämpften, steinernen Gemäuer. Man kann präzise zwischen dem Ton des Saxophons und seinen ersten Reflexionen an den Wänden unterscheiden. Beim zweiten Stück mit demselben Titel kommt der virtuose sardische Musiker ohne Instrument aus. Durch seinen Kehlkopfgesang fühlt man sich in den halligen Raum versetzt, statt wie von anderen Schallwandlern gewohnt nur in diesen hineinzuhören. Bei „Nebia del Baix camp Gerard Marais“ erklingt die Snare so stimmig und zum Greifen plastisch, wie ich sie wohl noch nie gehört habe. An solchen Details wird dann die bruchlose, enorm homogene Wiedergabe des Einwegekonzeptes deutlich.
Trotz all der fantastischen Leistungen in den beschriebenen Disziplinen werde ich den Unicorn aber zwei harte Prüfungen nicht ersparen: Jonas Hellborgs Elegant Punk und Dick Schorys Bang Baa-Room and Harp. Das melodiöse Perkussionspektakel bringen die Unicorn bestens differenziert, klangfarbenstark und ungemein dynamisch rüber. Und auch der Raumeindruck kommt dem von den Lumen gewohntem nahe, allerdings erzeugt die DiamondLight die Illusion von noch mehr Tiefe. Jedenfalls gelingt es mir auch mit dieser Lautsprecher enorm fordernden Scheibe in Verbindung mit ganz erheblichen Lautstärken nicht, die German Physiks an ihre Grenzen zu bringen. Dabei überrascht es immer wieder, wie trocken und tief der einsame Biegewellenstrahler auch Pauken und Bass-Drums in den Raum drücken kann. Wirklich beeindruckend!
Jonas Hellborgs „Drone“ kommt mit tiefem, sonoren Bass-Druck rüber, auch wenn bei einigen der beinahe subsonischen Töne ein bisschen weniger Energie in den Raum fließt als bei großen Mehrwegkonstruktionen. Aber das macht die Unicorn mit ihrer präzisen Durchzeichnung und der enorm schnellen Ansprache schnell vergessen. Bei „It's The Pits, Slight Return“ traue ich mich so nach und nach den Pegel einzustellen, den ich mir sonst nur mit dynamischen Chassis und entsprechender Membranfläche gönne. Die Unicorn machen das klaglos mit und faszinieren mit einem ungemein straffen und soliden Fundament. Dass die schnelle Abfolge mächtiger Impulse differenziert und packend wiedergegeben wird, dürfte nach der Schilderung der bisherigen Klangeindrücke klar sein. Ich gebe auf: In meiner Plattensammlung finde ich nichts, dass die Unicorn in Verlegenheit bringen könnte. Dabei soll nicht in Vergessenheit geraten, dass die ModWright KWA 150 ihren Teil zur Souveränität dieser Leistung beigetragen hat.
Nach den Testscheiben erlaube ich es den Unicorn und mir, in kammermusikalischem Jazz zu schwelgen. Und was wäre dazu geeigneter als Jimmy Giuffre 3, die – soweit ich weiß – einzige Wiederauflage einer Produktion eines anderen Labels auf ECM? Wenn das Foto auf der Rückseite des Covers wirklich die Aufnahmesituation eingefangen hat, gruppierten sich Jimmy Giuffre mit seiner Klarinette, Steve Swallow am Bass und Paul Bley am Flügel um ein einzelnes Stereo-Mikro. Es ist einfach ein Genuss, die ebenso ruhige wie intensive Interaktion der drei Musiker so stimmig, homogen und fast völlig frei von technischen Beimengungen über die German Physiks miterleben zu können. Schon toll, wie realistisch ein einzelner Wandler zum Beispiel die Klarinette in den Hörraum projizieren kann. Der unverstärkte Bass klingt leicht und farbig und der Flügel viel „richtiger“ und tonal ausgewogener als man das bei Aufnahmen aus dem Jahre 1961 gewohnt ist. Meist ist es selbst bei gelungenen Verve oder Blue Note Reiusses der Flügel, der das Alter der Aufnahme verrät. Das ist hier glücklicherweise nicht der Fall: Hier stimmt einfach alles: die Musik, der Klang der Scheibe und ihre Wiedergabe über die Unicorn.
Obwohl ich ja ansonsten nicht gerade ein Fan der menschlichen Stimme bin, werde ich es mit der so geschlossen musizierenden Unicorn mal wieder probieren, mich dafür zu erwärmen. Aber eine Scheibe einer dieser so angesagten (Pseudo-)Jazzerinnen aufzulegen, bringe ich dann doch nicht über mich. Da greife ich lieber zu etwas Handfesterem wie Hans Theessinks wunderbaren Album Slowtrain. Aber beim Titelstück sind es nicht vorrangig die Stimmen – Theessinks Lead und der großartige Background seiner drei afrikanischen Begleiter –, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Obwohl die einzelnen Musiker in verschiedenen Zimmern und Sälen aufgenommen wurden, ergibt sich ein unglaublich stimmiger und glaubwürdiger virtueller Raum. Und so bleibt es nicht bei einem Song: Ich höre die ganze Seite. Die Unicorn ermöglichen es, selbst bei bekannten Scheiben neue Aspekte zu entdecken. Ein wirklich außergewöhnlicher Schallwandler!
GEHÖRT MIT | |
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Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil |
Tonarm | AMG Viella 12‟, Thales Simplicity |
Tonabnehmer | Air Tight PC-1, Brinkmann EMT ti, Lyra Atlas und Olympos |
Phonostufe | Einstein The Turntable’s Choice |
MC-Übertrager | Silvercore MC Pro |
Computer | iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7 |
CD-Laufwerk | Wadia WT3200 |
D/A-Wandler | Mytek 192-DSD-DAC |
Bandmaschine | Studer A 80 |
Vorverstärker | Brinkmann Marconi, EAR 912 |
Endstufe | Ayon Epsilon, Cello Encore 50, Audiolabor ES200 mit Brinkmann-Modifikation, ModWright Instruments KWA 150 Signature Edition |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kabel | Precision Interface Technology, Ortofon TSW 5000Silver, Sunwire Reference, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S, Audioquest |
Zubehör | PS Audio Power Plant Premier, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus |
HERSTELLERANGABEN German Physiks The Unicorn MK II | |
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Prinzip | 1-Wege-Lautsprecher mit 360 Grad Abstrahlwinkel |
Chassis | Carbon-Biegewellenwandler |
Impedanz | 4 Ohm |
Belastbarkeit | 100 Watt (Sinus), 140 Watt (Musik) |
Wirkungsgrad | 88 dB |
Oberfläche | Akustisches Linoleum |
Abmessungen (B/H/T) | 55/124/46cm 27/17/23cm (Impedanzkorrektur) |
Gewicht | 56kg 4,4kg (Impedanzkorrektur) |
Paarpreis | 12500 Euro in Holzfurnier 14400 Euro in Holzfurnier, Seitenteile in Hochglanz 15200 Euro in Schwarz-Hochglanz, Seitenteile mit Carbonfaser 10950 Euro als D-Version in Weiß Schleiflack matt |
Garantie | 5 Jahre |
HERSTELLER DDD-Manufactur GmbH | |
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Anschrift | Gutenbergstraße 4 63477 Maintal |
Telefon | +49/6109/5029823 |
contact@german-physiks.com | |
Internet | www.german-physiks.de |
Aber verglichen mit Asien leben wir hier in Europa auf einer Insel der Glückseligen. HiFitechnisch gesehen. In der schnelllebigen Zeit von Hongkong wird von den dortigen Audiophilen wie selbstverständlich erwartet, dass es alle zwei Jahre einen entwicklungstechnischen Salto nach vorne gibt. Wie lange haben Sie ihr Gerät schon? Zwei Jahre? Weg damit, da gibt es längst etwas Besseres! Dass dies natürlich nicht geht, dürfte jedem von uns klar sein, es wird dort aber einfach erwartet.
Doch zurück zu totaldac: Die französische HiFi Szene war schon immer sehr kreativ, hier gibt es einige hochinteressante Geräte mit neuen Ideen; leider schaffen diese oftmals nicht den Weg über die Grenze. Die gibt es doch eigentlich gar nicht mehr. Totaldac ist ein neueres französisches Unternehmen, gegründet von Vincent Brient. Dieser ist in Frankreich kein Unbekannter, auch durch seine Verbindungen zu Mélaudia, einem audiophilen Zirkel in Frankreich. Hier wurden auch verschiedene seiner Prototypen vorgestellt und beurteilt. Brient arbeitete vorher als Elektronikingenieur in der Telekommunikationsbranche, aus dieser Zeit besitzt er auch zahlreiche Patente. In der Audiobranche ist er schon längere Zeit tätig, allerdings noch nicht mit seiner neu gegründeten Firma. Bei ihm findet man die eher seltene Kombination aus Ingenieur und kompromisslosem Audiophilen. Jedenfalls hat sich Vincent Brient bei seinem totaldac einiges einfallen lassen. Dieser ist nun nicht die xte Variante mit einem ESS oder Wolfson DAC-Chip, sondern eine völlig neue Entwicklung.
Leser meiner Texte wissen, dass ich eine Vorliebe für Multibit R2R-Wandler habe, deshalb benutze ich auch in meinem DAC den BurrBrown 1704. Allerdings wird dieser seit einiger Zeit nicht mehr produziert und nachdem mittlerweile mehrere Hersteller auf dessen Qualitäten gestoßen sind, kann man sich ausmalen, dass dieser über kurz oder lang vom Markt gänzlich verschwunden sein wird. Überlegen wir doch einmal kurz, was wir von einem DAC erwarten: er soll digitalisierte Musik wieder ins analoge Format zusammensetzen, platt ausgedrückt. Und zwar so, dass am Ende wieder Musik herauskommt und keine Datenansammlung. Nun liegen 99 Prozent der verfügbaren digitalen Musik im CD-Redbook-Format vor, mp3 und so Zeugs mit einbezogen. Mit Letzterem wollen wir uns hier natürlich nicht beschäftigen. Im HighRes Format gibt es ein paar interessante Titel, DSD (nein, nicht DSDS!!) ist dann etwas für die Fans des French Polynesian Symphony Orchestra unter der Leitung von Eddy Etaeta. Hm, oder war das doch der Fußballtrainer? Oder gar beides? Egal, was lag also näher, als ein Gerät zu konstruieren, welches das Format mit der am meisten verfügbaren Musik bereits optimal wiedergeben kann? Wobei totaldac natürlich auch HighRes Formate bis zu einer Abtastrate von 192 Kilohertz in höchster Qualität wiedergegeben kann.
Bei der DA Wandlung sind drei Prozesse ausschlaggebend: der Umwandlungsprozess selbst, die digitale Aufbereitung vor dem Wandelprozess und das Timing all dieser Prozesse. Die zentrale Idee von Brient bei der Neukonstruktion des eigenen DAC war nun, statt einen der üblichen Wandler-Chips zu benutzen, einen diskret aufgebauten R2R-Wandler zu bauen. Übrigens, diese Chips werden in Frankreich „Flöhe“ genannt! Landplage! Völlig neu ist die Verwendung von diskreten Widerständen nicht, Profihersteller wie Lavry oder auch MSB benutzen bei den teuren Modellen ebenfalls ein ähnliches System. Das Ganze soll jetzt nicht nur den drohenden Engpass bei den BB 1704 auffangen, sondern natürlich in erster Linie eine Verbesserung gegenüber diesem darstellen.
Als Versuchsobjekt diente zunächst ein mit einfachen Widerständen mit einprozentiger Toleranz aufgebauter Prototyp. Das tonale Ergebnis war vielversprechend und sehr musikalisch, allerdings fehlte es an Auflösung. Dies war aber der Ausgangspunkt für weitere Verbesserungen, die letztlich bei den hochwertigen Vishay 0,01-prozentigen Bulk-Foil-Folienwiderständen endeten. Pro Gerät werden hierfür 96 Widerstände benötigt! Nachdem diese Präzisionswiderstände nur im zweistelligen Eurobereich angeboten werden, kann man sich ausrechnen, dass das Ganze nicht als Schnäppchen daherkommen wird. Die Steuerfunktionen der einzelnen Widerstände für den Wandelprozess werden von FPGAs übernommen. FPGAs (Field Programmable Gate Arrays) sind integrierte Schaltkreise der Digitaltechnik, in welche logische Schaltungen programmiert werden können. Insbesondere dort, wo es auf schnelle Signalverarbeitung ankommt, werden diese ICs gerne eingesetzt. Zu den zahlreichen Möglichkeiten, die sich hiermit in den Geräten von Brient ergeben komme ich gleich.
Interessanter Nebeneffekt bei diesem diskret aufgebauten Wandler: Der totaldac benötigt keinen Strom/Spannungswandler, wie sonst bei jedem konventionellen DAC üblich. Dieser wird meistens mit Hilfe von OP-Amps realisiert, die ihrerseits natürlich auch wieder den Klang beeinträchtigen. Der diskrete Wandler liefert bereits 1,4 Volt rms Ausgangsspannung, so dass die Röhrenausgangsstufe offensichtlich nur als eine Art Buffer fungiert, um den Wandler von den Ausgängen zu trennen. Näheres war nicht zu erfahren, Brient möchte sich hier nicht in die Karten schauen lassen.
Ich hatte für den Test eine DAC-Version mit einer ECC82 im Ausgang geordert, den d1 tube DAC. Die Geräte werden in verschiedenen Versionen angeboten, möglich ist auch eine Variante mit Transistorausgang, sowie ein symmetrisches Gerät. Bei letzterem liegen zwei komplette Wandler vor, es wird dann die doppelte Anzahl an Vishay Widerständen benötigt!
Alle Versionen beinhalten eine Lautstärkeregulierung, die auf digitaler Ebene in den FPGAs erfolgt, mit einer Auflösung von 69 Bit. Ich höre jetzt schon den Aufschrei mancher Leser! Bei den meisten digitalen Lautstärkeregelungen ergibt sich ja das Problem des Bit-Verlustes bei geringen Lautstärken respektive hoher Dämpfung. Die hier eingesetzte Variante soll dies verlustfrei regeln; aber auch hier ist Brient wenig auskunftsfreudig. Dies ist wegen der Kopierwut in einigen Ländern ja auch verständlich.
Ich bin gespannt. Gesteuert wird das Ganze – und zwar ausschließlich – über eine Philips Plastik-Fernbedienung. Hier hätte das Gerät sicher eine chicere Variante verdient, aber funktionieren tut das natürlich einwandfrei. Sollte die Fernsteuerung allerdings einmal irgendwo in der Sofaritze verschwunden sein, geht gar nichts mehr!
Jedenfalls kann der tube DAC bei einer Ausgangsimpedanz von 420 Ohm auch eine Endstufe direkt ansteuern. Somit erhält man mit Vincents DAC auch ein einfaches, aber sehr anspruchsvolles Frontend. Wie gesagt, der tube-DAC liefert maximal 1,4 Volt rms Ausgangsspannung, man sollte also wissen, welche Spannung die Endstufe zur Vollaussteuerung benötigt. Üblich sind hier 2 Volt oder weniger.
Was bietet der DAC noch an Besonderheiten? Über die Fernsteuerung lassen sich verschiedene Funktionen steuern:
Aber es kommt noch besser, für die Profis unter uns bietet Brient noch eine Erweiterung des DAC an. Diese beinhaltet eine digitale Frequenzweiche mit wahlweise bis zu drei Kanälen. Hier erfolgt die Trennung bereits auf digitaler Ebene in den FPGAs. Hiermit lassen sich dann sämtliche Weichenparameter wie Trennfrequenz, Flankensteilheit, Filterordnung und Laufzeitverzögerung einstellen. Dies ist eine hochinteressante Lösung, würde aber den Rahmen dieses Berichtes sprengen und das vorliegende Gerät ist hierfür auch nicht vorbereitet.
Für den ersten Eindruck habe ich den tube DAC direkt an die Endstufe angeschlossen, hier ergibt sich eine unheimlich transparente und musikalische Wiedergabe. Allen Bedenken zum Trotz, die Präzision der 0,01-prozentigen R2R-Widerstände könnte hierfür nicht ausreichen, wird die Musik mit extrem hoher Auflösung wiedergegeben. Irgendwelche Einschränkungen bei geringer Lautstärke konnte ich ebenfalls nicht feststellen. Anschließend hatte ich dann die Vorstufe dazwischen geschaltet und den Ausgangspegel beim DAC auf 0 dB gestellt. Mit der Vorstufe als „Nachbrenner“ bekommt die Wiedergabe etwas mehr Schub und Volumen, die Auflösung und Transparenz ist aber auf Grund der zusätzlichen Elektronik leicht verringert. Die Gesamtwiedergabe ist hierbei natürlich zusätzlich von der eingesetzten Vorstufe abhängig, so dass ich zur besseren Beurteilung des Gerätes beim direkten Anschluss geblieben bin.Als erstes kommt die H-Moll Messe von Johann Sebastian Bach mit Sergiu Celibidache auf den Teller. Wie ja bekannt ist, hat sich Celibidache ein Leben lang gewehrt, seine Musik zu veröffentlichen, weil er der Meinung war, dass diese nur im Konzertsaal selbst erlebt werden kann. Nach seinem Tod hat schließlich sein Sohn die vorhandenen Aufnahmen über EMI veröffentlicht. Über das Dirigat von Celibidache gab es seinerzeit sehr unterschiedliche Meinungen, manche fanden seine verlangsamten Tempi völlig unangebracht, andere hätten ihm dafür einen Orden verliehen. Jedenfalls sollte aber die H-Moll Messe für seine Art der Musikauffassung prädestiniert sein. Dieses großorchestrale Werk ist natürlich auch ein Heimspiel für den tube DAC. Durch seine außergewöhnliche Auflösung erscheinen das Orchester und der Chor nicht als undifferenzierter Brei, sondern sehr detailliert. Aber auch nicht so, dass alles in Einzelteile zerfällt, sondern die Gesamteinheit der Musik immer erhalten bleibt. Trotzdem bleibt der Chor so verständlich, dass man fast den Text mitschreiben könnte. Dies kommt auch der Intuition des Maestros, der stets auf eine deutliche Artikulation Wert gelegt hat, sehr entgegen. Auch bleibt die Ausgewogenheit der Chorstimmen untereinander gut erhalten, sehr oft wird bei anderen Interpretationen die Altstimme vom Sopran übertönt. Die Musik insgesamt strahlt eine unheimliche Kraft und Ruhe aus, die auch über den tube DAC entsprechend gewürdigt wird. Schade, dass der Maestro dies nicht mehr mitbekommt, vielleicht hätte er seine Meinung doch noch geändert.
Kontrastprogramm: Gaspar Sanz Laberintos ingeniosos, mit dem Gitarristen Diaz-Latorre und dem Altmeister Pedro Estevan an der Percussion. Gaspar Sanz gilt als Vater der spanischen Gitarrenmusik. Wie im 16. Jahrhundert üblich spielt Diaz-Latorre auf einer fünfchörigen Barockgitarre. Zudem besaßen die damaligen Gitarren ein wesentlich kleineres Korpusmaß, so dass sich hiermit ein sehr feines und klares Klangbild ergibt. Dies kommt über den totaldac mit unheimlicher Präzision rüber. Es ist sofort zu erkennen, dass es sich hier um keine modernere Gitarre handelt. Die ganzen Feinheiten der Anschlagsdynamik, die Vielfalt der Klangfarben des Instrumentes waren so noch nie zu hören. Man kann förmlich die einzelnen Saiten zählen! Gut zu hören ist auch der kreative Einsatz an Percussionsinstrumenten von Estevan. Diese stammen aus aller Herren Länder, aber wohl nicht aus dem Spanien der damaligen Zeit. Diese Tatsache ist mir bisher noch nie aufgefallen.
Interessant für eine Beurteilung sind für mich immer Gesangsstimmen. Deshalb darf jetzt Carlos Lyra zusammen mit Baden Powell auf der CD Bossa Nova Guitar einmal zeigen, was er drauf hat. Es ist absolut faszinierend, wie hier die Stimme von Lyra wiedergegeben wird. Wenn man die Augen schließt, könnte man meinen, da vorne sitzt er. Stimmen über eine HiFi Anlage reproduziert klingen oft – eben nach HiFi. Über Röhrengeräte gespielt haben sie manchmal eine Art Aura, die sehr angenehm sein kann, aber trotzdem falsch ist. Über Transistorgeräte klingen Stimmen manchmal so furztrocken und teilnahmslos, dass mir die Aura in jedem Fall lieber wäre. Mit Hilfe des tube DAC gelingt eine tonal ungewöhnlich natürliche Wiedergabe. Nebenbei werden bei dieser Aufnahme die akustischen Gitarren ebenso hervorragend wiedergegeben. Man kann beispielsweise sehr leicht hören, dass hier keine Stahlsaiten gespielt wurden. Interessanterweise handelt es sich hier um keine Aufnahme eines begnadeten Aufnahmeingenieurs, sondern eher um Standardware.
Es existiert zur Zeit ein riesiger Hype um hohe Samplingraten, mittlerweile haben diese einen genauso hohen Prestigewert wie die PS-Zahl beim Auto. Um allen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, hat Brient entschieden, beides optimal zu unterstützen. Hier muss man natürlich im Auge behalten, dass der Rest der Anlage ebenfalls mithalten muss. Es nützt nichts, wenn der DAC – so wie hier – Rauschabstände von -160(!) dBFS bieten kann und diese dann im Rauschen der Verstärkerelektronik wieder verloren gehen. Möglicherweise gibt es das eine oder andere Gerät, welches noch mehr Auflösung bieten kann; dieses ist mir bisher noch nicht über den Weg gelaufen. Die Frage dabei ist, ob mit diesem die Musik auch so harmonisch und natürlich wiedergegeben werden kann wie mit dem totaldac. Grundsätzlich ist das mit der Auflösung ja so eine Sache; wenn mein Gitarrist im Wohnzimmer auf seiner Akustikgitarre spielt, dann habe ich 100 Prozent Auflösung. Es kommt dabei aber niemand auf die Idee, über so ein Thema nachzudenken, das ist einfach so. Wenn aber bei einer Musikanlage als allererstes eine stupende Detailauflösung auffällt und dann erst einmal lange nichts, dann kann dies bei längerem Hören schnell zu einem Ermüdungseffekt führen. Zumindest bei mir. Auflösung ist einer der Mosaiksteine zu einer perfekten Wiedergabe, aber nicht der einzig entscheidende. Ausschlaggebend ist eher die richtige Balance zwischen Musikalität und Auflösung. Beim totaldac ist diese in hohem Maße hervorragend gelungen. Insgesamt ist die Wiedergabe etwas schlanker, oder sagen wir einmal entschlackter! Zudem sehr offen und neutral; dies muss nicht unbedingt zu Systemen passen, die sehr hell abgestimmt sind oder von Haus aus zu einer analytischen Wiedergabe neigen. Dafür kann allerdings der DAC nichts. Klangfarben werden so fein abgestuft wiedergegeben, wie ich es sonst eigentlich nur von sehr guten Analogquellen kenne. Mit der Betonung auf sehr gut. An die Klarheit der Wiedergabe gewöhnt man sich sehr schnell, wie ausgeprägt diese ist, merkt man erst wieder, wenn man den totaldac aus dem System nimmt.
Natürlich habe ich auch hochauflösende Formate gespielt, über ein Macbook Pro mit der Amarra Software. Brient empfiehlt als Software JPLAY im „extreme hibernate“ mode. Da werden dann sämtliche Störenfriede wie Maus, Tastatur, Bildschirm und was es noch so alles gibt, abgeschaltet. Funktioniert aber nur mit Windows-Rechnern. Also wieder zum Macbook zurück und Keith Jarretts Köln Konzert ausgewählt. Davon habe ich sowohl Schallplatte, CD als auch eine 24/96 HighRes Version. Die Unterschiede zwischen CD und HighRes sind minimal und in einem Doppelblindversuch würde ich mich wahrscheinlich schwertun.
Als nächstes habe ich eine 24/192 Aufnahme probiert: A Trace of Grace von Michel Godard. Diese Aufnahme hat für mich den Vorteil, dass ich diese Gruppe auch live gehört habe und mir somit gut vorstellen kann, was bei der Wiedergabe herauskommen soll. Auch hier ist der Unterschied zum Redbook Format nicht so, dass es mir schlaflose Nächte bereiten würde. Am ehesten fällt es noch bei der Violine von Fanny Pacoult auf, die mit dem hochauflösenden Format doch einen Tick natürlicher klingt. Zugegebenermaßen kann dies für einen Klassikfan die entscheidende Verbesserung sein. Trotzdem ist bemerkenswert, was der totaldac aus dem Redbook Format herausholt.
So, und jetzt kommt es knüppeldick: In einem heroischen Selbstversuch habe ich dann eine Datei mit einer lausigen Abtastrate von 256kbits/s gespielt, ZZ Top live: Blue Jeans Blues. Hier hat mich jetzt doch sehr verblüfft, wie der totalDAC mit dieser Aufnahme umgeht. Eigentlich war ich auf das Schlimmste gefasst, aber die unheimliche Kraft in der Musik der drei Herren mit dem Rauschebart kommt erstaunlich livehaftig rüber. Die Qualität der Aufnahme allerdings auch, der tube DAC beschönigt hier nichts. Natürlich ist hier keine Feinauflösung gefragt – die auch gar nicht vorhanden ist – und eine Klassikaufnahme möchte ich mir in diesem Format auch nicht antun; trotzdem erstaunlich. Ähm, ein Plädoyer für mp3 – oder wie immer dieses Zeug heißt – sollte dies nicht werden!
Je besser das digitale Equipment, desto mehr Spaß hat man auch an den stinknormalen CDs. Natürlich würde ich es bevorzugen, alle digitalisierten Aufnahmen im HighRes Format zu besitzen, aber die meiste digitalisierte Musik, die ich gerne höre, liegt nun mal als CD vor. Andererseits ist die Auflösung mit dem totaldac bei normalen CDs so hoch, dass eigentlich der Wunsch nach HighRes nicht groß aufkommt. Endlich die Komponente ohne wenn und aber? Die gibt es natürlich nicht, egal in welcher Preisklasse. Wie bereits erwähnt ist die Wiedergabe in Bass und Grundton etwas schlanker als gewohnt, dafür aber äußerst präzise. Dies gilt auch nur, wenn die Endstufen direkt angesteuert werden. Könnte man auch in die Kategorie „Geschmacksfrage“ einordnen.
Meinen allerhöchsten Respekt verdient Vincent Brient, der dies alles in einer „one man show“ verwirklicht hat! Für seine Produkte gibt noch keinen deutschen Vertrieb, bei Interesse kann man sich aber ein Gerät für einen 10-tägigen Test schicken lassen. Brient spricht übrigens sehr gut englisch.
GEHÖRT MIT | |
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Digital-Laufwerk | Ayon CD-T |
DAC | Borbely Audio |
Laufwerk | Apolyt |
Tonarm | Triplanar |
Tonabnehmer | Clearaudio Goldmund, van den Hul Grasshopper |
Vorstufe | Shindo Monbrison |
Endstufe | Shindo Cortese, Thomas Mayer 6HS5 PSE, 45 SET |
Lautsprecher | WVL A100i, Ancient Audio Studio Oslo |
Kabel | Audio Consulting RCA Reference, Auditorium 23 LS |
HERSTELLERANGABEN Totaldac DAC d1-tube | |
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Ausgangsspannung | 1.4V rms |
Ausgangsröhre | ECC82/12AU7 |
Eingänge | USB 192 kHz asynchrones Xmos, Toslink, S/PDIF, AES/EBU |
Abmessungen (B/H/T) | 36 x 11 x 29cm |
Preis | 6960 Euro |
Gewicht | 6.5 kg |
HERSTELLER totaldac, Frankreich | |
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totaldac@totaldac.com | |
Internet | www.totaldac.com |
Vertrieb | Noch kein deutscher Vertrieb. Für Interessenten bietet Brient die Möglichkeit an, das Gerät 10 Tage lang zu Hause unverbindlich anzuhören. |
Der Kollege war von einem Vollverstärker, der aber lediglich über einen Phonoeingang für Moving-Magnet-Tonabnehmer verfügte, derart begeistert, dass er vorschlug, einen Silvercore MC-Übertrager zu ordern und ihn mit dem momentanen Objekt der Vollverstärker-Begierde gemeinsam zu testen. Da das gewünschte Modell gerade nicht vorrätig war, bot Silvercore-Inhaber Christof Kraus kurzerhand sein Topmodell, den MC Pro, zum Test an. Wer könnte da widerstehen? Kurz darauf traf der Trafo dann auch bei Jörg Schimmel ein, während der Amp noch im Fotostudio stand. Als der dann endlich im Hörraum seines Fans eintraf, wies er leider einen veritablen Transportschaden auf – was den Test des Silvercore erst einmal vereitelte. Der Besuch auf der Webseite von Silbercore hatte mich inzwischen so neugierig gemacht, dass ich mir gut vorstellen konnte, das feine Silberteil auch einmal eine Weile zu hören. Leider ist meine Phonostufe aber nur für MC-Tonabnehmer ausgelegt, die Verwendung im Kombination mit einem MC-Übertrager also ausgeschlossen.
Seit einem Test vor über sieben Jahren habe Tim de Paravicinis EAR 912 Vorverstärker noch immer in bester Erinnerung. Und der bietet sowohl einen – natürlich mit einem Eingangsübertrager ausgestatteten – MC- wie auch einen MM-Eingang und ermöglicht damit nicht nur den Betrieb des Silvercore, sondern liefert den Bezugspunkt für einen Vergleich gleich mit. Lothar Mertens, der Vertriebsleiter von Esoteric Audio Research für Deutschland, erklärte sich freundlicherweise auch gleich bereit, mir eine der mit einer Vielzahl von Übertragern – MC-Eingangs-, XLR-Desymmetrierungs- und Ausgangsübertrager sowie Zwischenübertrager zur dreistufigen Pegelanpassung des Phonoteils – ausgestatteten Vorstufen für eine Weile zu überlassen. Und wie ich es in Erinnerung hatte, agiertet die 912 als reine Line-Vorstufe einen Tick saftiger und emotionaler als meine Brinkmann Marconi, bei der ein minimal schlankerer Oberbass für eine etwas bessere Durchzeichnung sorgte – zumindest, wenn die EAR-Röhrenvorstufe ohne jegliche Tuningmaßnahmen auf einer Ebene des Pagode-Racks steht. Um sie ebenfalls mit Akustic-System-Füßen auf eine höheres (Auflösungs-)Niveau zu liften, reicht der Abstand zwischen den Etagen des Racks leider nicht aus. Aber was soll's: Es hat durchaus seinen Reiz, für eine Weile ein wenig Durchhörbarkeit gegen mitreißende Spielfreude einzutauschen.
Den MC Pro gibt es in verschiedenen Gehäusevarianten: Da wäre erstens das Modell aus schwarzem Acrylglas und mit polierten und gravierten Edelstahlblenden. Ebenfalls ohne Aufpreis ist die Version aus weißen Delrin plus Edelstahl erhältlich. Sie soll laut Hersteller einen sehr resonanzarmen Aufbau garantieren. Für Makassaholz statt Acryl oder Delrin wird dann ein Zuschlag von 200 Euro fällig. Das Testobjekt kommt in weiß daher und wirkt dank des glänzenden Stahldeckels mit dem ausgestanzten oder -geschnittenen Firmennamen ausgesprochen edel. Vorsichtshalber platziere ich den Übertrager aber möglichst weit von Geräten mit Netztrafos entfernt auf der Fensterbank hinter den Racks – technisch sinnvoll, optische aber eine Schande: Der Übertrager in seinem eleganten Gehäuse sollte eigentlich mit seinem Anblick den Besitzer erfreuen.
Bei der Wahl des Tonarms schränken mich die Cinch-Eingänge des MC Pro ein wenig ein: Meine beiden aktuellen Favoriten, der Kuzma 4Point und der Thales Simplicity, sind durchgehend verkabelt und mit XLR-Steckern konfektioniert. Im AMG 12J2 ist gerade ein Brinkmann EMT ti mit einem Innenwiderstand von etwa 25 Ohm montiert und damit ist es nicht gerade der ideale Spielpartner des MC Pro in der 1:20-Version. Also muss der AMG seinen Platz auf dem LaGrange für einen Ortofon RMG-309i räumen. Darin lässt sich im Handumdrehen und ganz ohne Überhang-Justage ein SPU montieren. Das ist nicht unbedingt mein Lieblingstonabnehmer, aber es passt perfekt zum Arm, erfordert – wie gesagt – keine langwierige Einstellung und hat noch den Ortofon SPU-T100, einen speziell angepassten Übertrager, dessen Wicklungen ebenfalls aus hochreinem Silber bestehen, im Gefolge, mit dem sich dann auch der MC Pro messen kann. Zumindest für die vom Silvercore empfohlene Einspielzeit für den Silberübertrager von 20 Stunden schraube also ich ein SPU Royal in den RMG-309-i.
Nach bestandenem Funktionstest der Arm-System-Kombination – hin und wieder kommt es zu Problemen zwischen den gefederten Kontakten des 309i und den geraden Flächen des SPU Royal – am MC-Eingang des EAR 912 tritt dann der Silvercore an dessen MM-Eingang in Aktion. Ich suche ein paar musikalisch interessante, aber weder besonders gepflegte noch audiophile Scheiben heraus, da das SPU ja auch ältere, ein wenig mitgenommene – weil gebraucht erstandene – Scheiben nicht gnadenlos seziert, und erlebe eine der größten HiFi-Überraschungen seit langem: So lebendig, mitreißend und auch in der räumlichen Darstellung überzeugend habe ich das Royal noch nicht gehört. Und das kann nur an der Kombination aus der MM-Phonostufe des EAR und dem Silvercore liegen. Zwar schätzte ich das SPU bisher auch als klangfarbenstarken, eher entspannt und gelassen als besonders aufwühlend zu Werke gehenden Abtaster, habe aber den Hype um diesen Klassiker nie wirklich verstanden – vielleicht auch nur, weil einige der eher „modernen“ Top-Tonabnehmer, die ich in den letzten Jahren genießen durfte, in puncto Emotionalität ebenfalls einiges zu bieten hatten und ich deshalb den vielgerühmten Schmelz und die Homogenität eines SPUs auch bei zeitgenössischen System-Kreationen nie entbehrt habe.
Mit der jetzigen Kombination erlebe ich aber eine solche Dynamik und Klangfarbenfülle in Verbindung mit einer Vielzahl von Feininformationen vor allem zur Beschaffenheit des Aufnahmeraumes, dass ich plötzlich alle Analogfans verstehe, die behaupten, mit einem SPU könne man auf Jahre hinaus glücklich und zufrieden seine Vinyl-Schätze genießen.
Dazu bedarf es keiner hochpreisigen, spezieller Pressungen oder Produktionen, wie eine in dieser Hinsicht unverdächtige Amiga-Scheibe beweist: Johnny Griffin Quartet – LIVE dokumentiert den Auftritt des amerikanischen Tenorsaxophonisten mit seinem Trio im Friedrichstadtpalast (Ost-)Berlin im Jahre 1984 voller Frische und Lebendigkeit. Griffins Komposition mit dem etwas beliebigen Titel „Call It Whacha Wanna“ strotz nur so vor Groove und Spielfreude. Die Wiederbegegnung mit Ellingtons „Sophisticated Lady“ fasziniert vor allem durch feine mikrodynamische Abstufungen und den entspannten musikalischen Fluss. Die nicht ganz perfekte Tonalität der Aufnahme – vor allem beim Flügel –, die bei moderneren Tonabnehmern schon mal nervt, spielt hier plötzlich keine Rolle mehr. Royal, Silvercore und 912 verleihen der Musik soviel – ich möchte fast sagen: positive – Energie, dass kleinere technische Unstimmigkeiten der Aufnahme einfach in den Hintergrund gedrängt werden.
Bei Charlie Hadens Duo-Album The Golden Number, A&M SP-727, umspülen einen dann SPU, Silvercore und die EAR Vorstufe mit warmen Bass-Wellen, während die wechselnden Duo Partner auf Trompete, Flöte, Saxophon und Flügel eher strahlende und leuchtende Klangfarben beisteuern. Der singende Kontrabass fasziniert hier mit druckvollen Tiefen und knarzendem Holz. So mächtig und unerschütterlich stabil habe ich Hadens Viersaiter selten gehört. Und auch Griff- und Anblasgeräusche werden bestens in den Fluss der Songs integriert. Da der Aufnahmeingenieur Archie Shepps Tenorsax und den Bass nahezu ohne Effekte aufgezeichnet hat, scheinen Musiker und Instrumente unmittelbar im Hörraum zu stehen. Einfach schön.
Doch statt weiter von dieser gelungenen Kombination zu schwärmen, sollte ich lieber herausfinden, wie groß der Anteil des MC Pro daran ist. Dazu lege ich Richard Strauss' Also Sprach Zarathustra in der Interpretation des Philharmonia Orchestra unter Lorin Maazel, EMI Concert Classic Series SXLP 30133, auf den Teller des LaGrange, und verbinde die Kabel des Tonarms erst mit dem MC-Eingang des EAR 912, dann mit dem SPU-T100 Übertrager und schließlich mit dem Silbercore. Der im Vorverstärker integrierte Trafo bringt die geringst Auflösung und lässt die Blechbläser eine Spur überpräsent wirken. Der SPU-T100 hingegen bewegt sich tonal auf der überaus angenehmen Seite. Ein Hauch Fülle im Tieftonbereich lässt selbst mittelmäßige Scheiben zum Genuss werden. Der Silvercore verzichtet auf jegliche Schönfärberei und bietet eine noch bessere Feinzeichnung als der Ortofon. Hier kommen Tieftonimpulse schnell und mit Druck. Die höhe Präzision in diesem Frequenzbereich verhindert, dass Details auch nur ansatzweise überdeckt werden. Davon profitieren vor allem Rauminformationen: Kein anderer Übertrager platziert Orchester und Orgel auf einer so großen imaginären Bühne wie der Silvercore.
Aber es genügt ja nicht, wenn dieser Übertrager mit einem SPU Royal überzeugt. Theoretisch könnte es ja selbst schon mit einem SPU Meister Silver ein wenig anders aussehen, das mit einem Innenwiderstand von nur 3,1 Ohm nur wenig mehr als die Hälfte des Innenwiderstandes des Royal aufweist. Mit diesem genieße ich Michel Godards „A Trace of Grace“ vom Album Soyeusement, sds 0015-1, das Sie übrigens hier in höher Auflösung als Kostprobe herunterladen können. Bei dieser Eigenproduktion fällt sofort auf, dass das Royal im Bassbereich ein wenig zuviel des Guten tut: Theorbo und Tuba wirken einfach ein wenig fetter als gewohnt. Da fühlt sich das Meister Silver schon deutlich mehr der Wahrheit verpflichtet: Es kommt ohne die – wie ich gerne zugebe, bei vielen Scheiben durchaus angenehme – Basszugabe aus und verwöhnt daher mit einer noch größeren und glaubwürdigeren Raumillusion. Das ist übrigens unabhängig davon, ob der SPU-T100 oder der MC Pro das Signal aus den Silberspulen herauftransformiert. Die beim Betrieb mit dem Royal beschriebenen Unterschiede zwischen den beiden Silberübertragern bleiben auch in der Kombination mit dem Meister Silver erhalten: Selbst für beide SPUs ziehe ich den Silvercore MC Pro dem von Ortofon speziell für diese Klassiker gefertigten Übertrager vor.
Für mich ist der Anschluss eines SPU über einen Übertrager an den MM-Eingang einer Röhrenvorstufe absolut schlüssig. Das war der technische Standard zu der Zeit, als das SPU entwickelt wurde. Und wie hervorragend eine solche Zusammenstellung funktionieren kann, haben die beiden SPUs – das einschmeichelnde Royal und das wahrhaftigere Meister Silver –, die EAR 912 und der famose Silvercore ja gerade bewiesen. Aber auch wenn es mir einfach nur gefühlsmäßig widerstrebt – eine noch so fadenscheinige technische Begründung dafür kenne ich nicht –, einen modernen Tonabnehmer per Übertrager an einen MM-Eingang anzuschließen, was ja für jeden Analogfan, der keine Transistoren im Signalweg mag, die Lösung der Wahl ist, leite ich die Signale des kürzlich an dieser Stelle getesteten, fantastischen Lyra Atlas über den MC Pro zum Phonoeingang des EAR. Der noble Abtaster befindet sich noch Headshell des SME V, wo ich mit ihm Aufnahmen für unsere Klangbibliothek machte. Im SME läuft er zwar nicht zu denselben Höchstleistungen auf wie im Thales Simplicity, aber für einen aussagekräftigen Eindruck sollte es reichen.
Wie nicht anders zu erwarten, bleiben ohne einen direkten Vergleich keine Wünsche offen: Dynamik, Raumdarstellung und vor allem diese prächtige, strahlenden Klangfarben garantieren Hörspaß pur. Schwer vorzustellen, dass sich dieser musikalische Hochgenuss noch steigern lässt. Aber es ist zumindest einen Versuch wert: In den Stecker des SME fünf kommt nun ein symmetrisches Kabel, das ich mit dem MC-Phono-Entzerrer von Einstein verbinde. Vom „The Turntable's Choice“ geht es dann zum symmetrischen Eingang des EAR, hinter dem ein Desymmetrierungstrafo sitzt. Das Signal vom MM-Phonoeingang gelangt ebenfalls über einen Trafo in die Line-Stufe des EAR, hier handelt es sich aber um eine dreistufige Pegelanpassung. So verschieden die Signalwege und Kabel für beide Anschlussvarianten des Lyra Atlas sind, so ähnlich ist das klangliche Ergebnis: Die umwerfende Dynamik des Atlas bringen sowohl Transistor als auch Übertrager und Röhre rüber. In beiden Fällen begeistert eine alte RCA mit einer großartigen Raumdarstellung und die Farbigkeit der Wiedergabe ist schlicht zum Dahinschmelzen – mit graduellen Abstufungen: Hier haben Silvercore und MM-Eingang die Nase um Millimeter vorn. Der Einstein punktet hingegen mit einer minimal tieferen Bühne bei einer um eine Nuance kleineren Abbildung. Je nach Aufnahme ziehe ich mal die eine, mal die andere Lösung vor. Und das ist mir mit einem Übertrager noch nie passiert.
GEHÖRT MIT | |
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Plattenspieler | Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil |
Tonarm | Ortofon RMG-309i, SME V |
Tonabnehmer | Ortofon SPU Royal und Meister Silver, Lyra Atlas |
Übertrager | Ortofon SPU-T100 |
Phonostufe | Einstein The Turntable‘s Choice (sym) |
Vorverstärker | EAR 912 |
Endstufe | Ayon Epsilon |
Lautsprecher | LumenWhite DiamondLight Monitors |
Kabel | Ortofon TSW-5000, HMS Gran Finale Jubilee, AudioQuest Wild Blue Yonder und Wild Wood, Audioplan Powercord S |
Zubehör | PS Audio Power P5, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus, Audio Exklusiv d.C.d Base, Feet und Silentplugs |
HERSTELLERANGABEN Silvercore MC Pro | |
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Abmessungen (B/H/T) | 20/10/21cm |
Preis | 3200 Euro |
Garantie | 2 Jahre |
HERSTELLER / VERTRIEB Silvercore, Dipl.-Ing. Christof Kraus | |
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Anschrift | Coppistraße 74 04157 Leipzig |
Telefon | +49 341 911 2571 |
Internet | www.silvercore.de |
Steckerleisten, teure Netzkabel und Stecker oder Steckdosen sind ja an sich nicht so mein Ding. Seit Jahren benutze ich eine alte Audio Agile-Leiste. An ihr schätze ich die Anordnung der Dosen, so dass man auch mehrere Steckernetzteile nebeneinander benutzen kann, den Winkelstecker und nicht zuletzt die Optik und das Gewicht des Vollmetallgehäuses. Seitdem habe ich das Thema an sich immer wieder umschifft. Als jetzt die Dectec Power Center-Netzleiste bei mir ankam, gab es kein Zurück mehr, jetzt musste ich mal ran. PS Audio geht das Thema Stromversorgung mit dem PerfectWave Power Plant ja schon sehr konsequent an. Nur nimmt man sechseinhalbtausend Euro für die Aufbereitung des Stroms ja nicht mal so eben aus der Portokasse, es wollen ja auch noch die entsprechenden Geräte bezahlt werden, die dann den reinen Saft nuckeln dürfen.
Für diejenigen, die sich das nicht leisten können, aber auch in den Genuss bestmöglicher Stromversorgung für vergleichsweise wenig Geld kommen wollen, bietet PS Audio das Dectec Power Center für 600 Euro an. Bei der ersten Betrachtung erschließt sich der weitergehende Sinn und Zweck über die normale Stromversorgung hinaus nicht sofort. Bei genauerem Hingucken fallen mir drei Anschlussblöcke mit jeweils zwei mal vier und ein mal zwei Steckdosen sowie ein blauer Einschalter mit Firmenlogo auf. Diese Blöcke sind mit Zone 1, Zone 2 und HC bezeichnet. HC, der mit den zwei Dosen, ist für den Anschluss von besonders stromgierigen Verbrauchern wie Subwoofer, Endstufe oder auch großen Flatscreens gedacht, die beiden anderen jeweils mit vier Dosen für den Anschluss von normalen Geräten. In Zone 1 und 2 wird jeweils ein Netzfilter vorgeschaltet, der die beiden auch voneinander trennt. Deswegen sollen Digitalgeräte wie CD-Player und Wandler ausschließlich in der einen und in der anderen analoge Geräte betrieben werden. Der Rückfluss von Frequenzdreck, den digitale Geräte nach Stromkonsum so gern ins Netz zurückspeisen, wird so effektiv von den anderen Geräten ferngehalten. Ob man einen Verstärker mit Wandler oder eine digitale Steuerung vom Plattenspieler, die ja heute nicht mehr komplett unüblich ist, bei den Digitalgeräten einsortiert oder nicht, muss man ausprobieren. In der HC-Sektion fällt der Filter etwas zahmer aus, um bei heftigen (Strom-)Impulsen keine Bremse zu sein. Auch diese Sektion arbeitet gefiltert von den beiden anderen. Laut Manual sollen insgesamt 7,5 Ampère bei 220 Volt (sic – ein wenig mehr dürfte sich der Hersteller für die gültigen Werte außerhalb der USA schon interessieren!) permanent durch die Leiste fließen dürfen, im 120 Volt-Netz dann 10 Ampère, wie auf der Leiste aufgedruckt. Aber auch die 7,5 Ampére dürften in der Praxis nicht einfach zu erreichen sein. Darüber meldet sich der Überlast- und Blitzschutz, der gleichzeitig die Netzspannung überwacht. Weicht diese mehr als 25 Prozent nach oben beziehungsweise 20 Prozent nach unten vom Nominalwert ab, schaltet der Dectec Power Center zum Schutz der angeschlossenen Geräte ab. Intern ist die Dectec Power Center-Netzleiste handverdrahtet, das Gehäuse besteht aus Metall, so dass das Gerät auch einen Sturz überleben würde. Ein Blick in die Bedienungsanleitung ist etwas verwirrend. Mal ist die Rede davon, dass das Gerät nicht aufstellungsempfindlich ist, dann wird geraten, Isolationsfüßchen zu benutzen, was besser sei. Aber nur, wenn Platz da ist und es finanziell machbar ist. Na gut.
Um elektrisch ordentlich betrieben werden zu können, soll das hochwertigste verfügbare Netzkabel zur Verbindung mit dem Hausnetz benutzt werden, je kräftiger geschirmt, um so besser. Und das mir als Hifi-Tester mit Abgrenzungstendenzen zum High-End heutiger Ausprägung. Das einzige Kabel in meinem Besitz, das den Anforderungen gerecht wird, ist ein Inakustik Referenz AC-1502. Das, auf welchen Wegen auch immer bei mir gelandete, Vovox initio Power ist zum einen nicht geschirmt und darf dank Solid-Core-Technik in Deutschland gar nicht benutzt werden – hat vielleicht jemand aus der Schweiz Interesse? Leider ist das Inakustik nur enervierende 50 Zentimeter lang. Und so landet die Leiste dann doch noch standesgemäß auf meiner Plattenspielerwandhalterung mit gespiktem Brettchen, die nah genug an der nächsten Wandsteckdose hängt, um die Leiste anzuschließen. Na, wenn das nicht hervorragende Bedingungen sind, weiß ich auch nicht.
Sind die Geräte mit den Dosen, die im Gegensatz zur US-amerikanischen Variante übrigens keine Phasenmarkierung (weder am Anschluss für das Netzkabel noch an den Dosen) aufweisen, verbunden, betätigt man den Einschalter. Dieser blinkt erst mal lustig vor sich hin, während die Voltzahl gemessen wird. Ist mit der hauseigenen Netzspannung alles in Ordnung, wird der Strom für die angeschlossenen Geräte freigegeben, und der Schalter leuchtet dauerhaft in einem beruhigenden Blau.
Der Test einer Steckerleiste ist natürlich immer etwas schwierig. Um den Effekt der hochwertigeren Stromversorgung auf einzelne Geräte nachvollziehen zu können, schließt man am besten eins nach dem anderen an. Ich erspare dem Leser an dieser Stelle eine genaue Beschreibung des mühsamen Prozederes der vielen Hin- und Herstöpselei. Wie klingt das Ganze nun? Erst mal unerwartet deutlich. Der erste Eindruck sind sehr klare, pointierte Höhen, ein strukturierter Bassbereich, fein aufgelöste Mitten. Dies allerdings in einem Maß, das schon ins Lästige geht. Das kann so nicht gedacht sein. Deswegen gleich vorab: Es ist unbedingt nötig, auf die richtige Phasenlage beim Anschluss der Leiste an die Wand zu achten, sonst wird’s zwar beeindruckend, aber auch anstrengend. Also Neustart durch Drehen des Steckers.
Die akustische Szenerie ist nun entschieden ruhiger, die Unterschiede dafür aber nicht wesentlich weniger deutlich. Ohne den berühmten Vorhang, der da nun auf einmal aufgerissen wird, bemühen zu wollen, ist das Vorher/Nachher schon unerwartet klar nachvollziehbar. Ich starte mit meiner neuen Entdeckung, nämlich den vier Perkussionisten von Elbtonal aus Hamburg mit ihrer einzigen Live CD, um mich danach quer durch alle Genres meiner Musiksammlung zu wühlen. Bei Elbtonal gibt es, neben atemberaubender Rhythmik und Dynamik, auch leise Passagen zu bestaunen, in denen immer wieder das Marimbaphon im Vordergrund steht. Dieses steht mit dem PS-Audio Dectec Power Center viel klarer im Vordergrund beziehungsweise vor schwärzerem Hintergrund als mit mit meiner Normalleiste. Die einzelnen Anschläge sind sehr genau nachzuvollziehen, die Impulse kommen direkt und klar. Wenn es nicht so abgegriffen wäre, würde man von beseitigtem Schmutz sprechen. Instrumente wirken blank poliert, der Staub rausgepustet. Begleitende Becken sind sehr gut zu verfolgen, lösen sich schön vom restlichen Schlagwerk ab und legen die eine oder andere, in der Deutlichkeit noch nicht gehörte Variante frei. Das Anreißen einzelner Gitarrensaiten setzt sich akustisch weiter vom Korpus und dem Nachschwingen ab. Manchmal fast wie drei zeitgleiche Schallereignisse, dies ist allerdings auch sehr aufnahmeabhängig und spricht eher dafür, dass meine Geräte dank des besseren Futters an Auflösungsvermögen hinzugewonnen haben und mir jetzt überproduzierten Kram deutlicher um die Ohren hauen.
Räumlich tut sich nicht so viel insofern, dass keine epischen Breiten und Tiefen ausgelotet werden. Aber die realistischere Platzierung einzelner Instrumente gelingt genauer, mit mehr Luft und Durchhörbarkeit. Dazu kommt der jetzt größer direkt im Raum stehende Nachhall einzelner Instrumente. Und was macht der Bass? Sehr strukturiert und klar tönt es jetzt. Bassläufe sind sehr gut zu verfolgen. Allerdings geht das einher mit etwas weniger Volumen und schierem Druck als gewohnt und kann in sehr schlanken Ketten unter Umständen etwas zu viel oder eben zu wenig des Guten werden. Passionierte Dubstep- oder Downbeat-Hörer werden dem PS-Audio Dectec Power Center eher schulterzuckend gegenüberstehen und das Geld in einen größeren Subwoofer investieren. Aber ist ja High-End.
Der von mir oft beobachtete Verlust von Dynamik bei zu starker Filterung – ein Grund, weswegen mich diese Geräte auch lange nicht mehr interessiert haben – ist erfreulicherweise nicht zu beobachten. Dafür versetzt einen die angesprochene Klarheit in die Lage, feindynamischen Abstufungen besser folgen zu können. Der Bereich, in dem am wenigsten Unterschied zur normalen Leiste bestand, sind Stimmen. Das mag daran liegen, dass die zum Test eingesetzten Lautsprecher Rogers Studio 1 und PM DB1 Gold jede auf ihre Art wahre Meister der realistischen Stimmwiedergabe sind. Es klingt schon anders mit der PS-Audio, aber bei mir nicht reproduzierbar besser.
Der Versuch, ganz furchtbar verbotene Dinge zu tun, nämlich das PS-Audio Dectec Power Center mit einem normalen Kaltgerätekabel zu betreiben, brachte interessanterweise überraschend wenig Performanceverlust gegenüber der Nobelvariante mit Schirmung. Etwas laid back, ein klein wenig weniger Detail, das war es aber auch schon. Wer vor dem Erwerb die zusätzliche Investition in ein teures Netzkabel scheut und deswegen zurückschreckt, soll einfach erst mal ein Standardkabel nehmen, es lohnt sich auch so unbedingt.
Wenn man all dies hier liest, muss man sich noch einmal vor Augen halten: Wir reden hier über eine einzige Komponente für nur 600.- Euro, die ALLE angeschlossenen Geräte nach vorne bringt, nicht den Austausch eines Verstärkers für 500.- Euro gegen einen für den dreifachen Betrag, dem der Fortschritt in einigen Teilbereichen durchaus entspricht.
GEHÖRT MIT | |
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Analoglaufwerk | TW-Acustic Raven .5, Rega SplitSlab + daCapo-Steuerung |
Tonarme | Rega RB 250, RB 300 Cardas/XLO |
Tonabnehmer | Goldring G-1022GX, Audio Technica AT-95 Shibata |
Phonopre | Heed Questar MM, Graham Slee Audio Era Gold V + PSU1 |
Computer | Notebook, Dual Core 2 GHz, 2 GB, WinXP |
Audioplayer | foobar2000, musikCube 1.1 |
Wandler | Music Hall dac25.3, ifi iDac + iUSB |
Verstärker | Music Hall a15.2 |
Lautsprecher | Rogers Studio1, PMC DB1 Gold, RFT BR 26 |
Kabel | Wireworld, TaraLabs, RG142, Vovox, Sommer, Oehlbach, Baumarkt |
Zubehör | Audio Agile-Netzleiste, Inakustik Referenz AC-1502-Netzkabel |
VERTRIEB HiFi2die4 | |
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Anschrift | Austrasse 9 73575 Leinzell |
Telefon | 07175 90 90 32 |
hifi2die4@gmx.de | |
Internet | www.hifi2die4.de |
Jetzt, nach ein paar Tagen, ist ein Teil der Begeisterung verschwunden, die ein ganz eigenes Merkmal dieses Verstärker zu sein scheint, und ich kann versuchen, mich auf die Hifi-typischen Aspekte des Klanges zu konzentrieren: Was mich am meisten beeindruckt hat – natürlich von dem, was ich oben beschrieben habe, einmal abgesehen – war eine realistische, nahezu greifbare Klangbühne. Sie wirkte so realistisch, weil sie sich bei jeder Aufnahme anders darstellte. Es gibt viele Geräte, die beispielsweise eine riesige Bühne bieten – unabhängig davon, wie sie bei der Aufnahme aussah. Aber hier war es, als ich Jazz at the Pawnshop spielte, fast offensichtlich, dass sich die Musiker auf der kleinen Bühne des Pawnshop-Club drängelten. Obwohl jedes Instrument dabei die richtige Größe hatte, richtig auf der Bühne platziert war und auch die Abstände zwischen den eng gedrängten Instrumenten schön definiert waren, erlaubte mir die hervorragende Durchzeichnung des Souga, den Klang desjenigen Instruments zu genießen, auf das ich mich in gerade diesem Moment konzentrierte. Wenn ich aber meine Lieblingsversion von Carmen oder The last seven words of Christ on the cross hörte, dann war die Bühne riesig, weil beide Aufnahmen in großen Sälen gemacht wurden (bei letzterer war es, um genau zu sein, eine Kirche).
Ich war einfach begeistert von dem, was der Souga zu bieten hatte, angesteuert von einem Vitus auf „Einsteiger-Niveau“. Der RD-100 ist eine Neuheit des dänischen Herstellers und entstammt der Reference-Linie. Aber laut Ole Vitus ist „Reference“ erst der Anfang dessen, was seine Firma zu bieten hat – und deshalb „Einsteiger-Niveau“. Egal – es klang sehr gut, aber da war preislich noch ein großes Missverhältnis zwischen dem RD-100 und dem Souga. Deshalb wollte ich noch mal etwas anderes probieren. Ich entschloss mich, meinen eigenen ModWright LS100 Vorverstärker zwischen Vitus und Kondo auszuprobieren. Das veränderte den Klang der Kette, war aber eher ein klangliche Alternative als ein eindeutiger Fortschritt. Der Klang wurde ein bisschen wärmer, ich denke, auch ein wenig geschmeidiger, verlor aber gleichzeitig auch einen Hauch seiner großen Transparenz und Klarheit. Da ich keine Gelegenheit hatte, eine Kondo Vorstufe auszuleihen, bat ich meinen Freund Jacek, den stolzen Besitzer von Reimyo-Komponenten, um einen Gefallen, nämlich dass er einmal mit einigen seiner Geräte vorbeikommen würde. Jacek kam (nochmals vielen Dank!), und brachte seinen CAT-777 Vorverstärker und den D/A-Wandler und CD-Transport mit. Als wir die Geräte mit dem Souga kombinierten, klappte er wieder, der alte Audio-Trick, den viele von Ihnen, wie ich glaube, schon mehr als einmal erlebt haben. Sie dachten, dass Ihre Anlage bereits klangliche Höchstleistungen brachte, aber als Sie eine Komponente gegen eine andere austauschten, merkten Sie, dass das Unmögliche möglich wurde und sich der Klang noch einmal verbesserte und ein Niveau jenseits Ihrer Vorstellung erreichte.
Jetzt wurde deutlich, wie differenziert der Souga verschiedene Aufnahmen wiedergeben kann – nicht nur in puncto Bühnengröße. Ich bin kein so großer Kenner, dass ich sagen könnte, welcher spezielle Flügel bei welcher Aufnahme verwendet wurde, oder wer die gerade gehörte Geige gefertigt hat oder wer sie gerade spielt (ok, das gelingt mir manchmal, aber sicherlich nicht immer. Aber der Kondo Verstärker arbeitet die Unterschiede zwischen Instrumenten, zwischen der Art, wie verschiedene Musiker sie spielen und auch zwischen verschiedenen Aufnahmetechniken deutlich heraus. Ray Browns Bass klingt auf Soular Energy anders als auf The red hot und wieder anders auf der Doppel-CD Live from New York to Tokyo. Verschiedene Orte, unterschiedliche Akustik, eine andere Gemütsverfassung – einfach verschiedene Zeitpunkte, zu denen die Musik auf Band aufgezeichnet wurde, und dementsprechend ein anderer Klang desselben Instruments, vom selben Musiker gespielt: manchmal mit mehr Elan, manchmal etwas ruhiger, die Band antreibend oder nur im Hintergrund spielend. Auf einigen Aufnahmen wirkt der Bass größer, als er in Wirklichkeit ist, auf anderen wird er so sanft gespielt, dass er nur die halbe Größe zu haben scheint.
Der Bass ist hier nur ein Beispiel, dass ich gewählt habe, weil ich den Klang mag, aber ich könnte mehr oder weniger dasselbe über jedes andere akustische Instrument schreiben. Solche Erfahrungen erlaubten alle Jazz-Aufnahmen, vor allem ältere, aber auch neue wie Tomasz Stańkos ECM-Album. Akustischer Blues und auch klassische Musik erklang auf eine spezielle, einzigartige Weise. Bevor ich den Souga gehört habe, hatte ich behauptet, dass einige andere großartige Verstärker, die ich das Vergnügen hatte zu testen, wie Soulution, Tenor und AirTight so nah wie nur möglich an Live-Musik herankamen. Jetzt weiß ich, dass das nicht wahr ist oder zumindest nicht gänzlich wahr ist. Wenn man den Kondo nach audiophilen Kriterien bewertet, mag er nicht in allen besser sein als seine Mitbewerber: Der Soulution bietet mehr Kontrolle, eine bessere Bass-Definition und eine überwältigende Klarheit. Der Tenor verbindet die besten Eigenschaften von Röhren- und Transistorgeräten und bietet einen dynamischen und doch geschmeidigen Sound, und AirTights 211er Monoblöcke beeindruckten mich mit einer sehr energiegeladenen Wiedergabe in Verbindung mit sehr feinfühligen, aber klaren und spritzigen Höhen. Aber es war der Souga, der mir beim Anhören so vieler hervorragender Darbietungen Nervenkitzel bescherte – mehr als jeder andere Verstärker zuvor. Der Kondo gestattete es mir, neue, tiefere Schichten von Farben, Gefühlen und Schattierungen bei Platten zu entdecken, die ich schon perfekt zu kennen glaubte. Andere Verstärker ließen es zu, kurz innezuhalten und Notizen zu machen oder den Raum für kurze Zeit zu verlassen, nicht aber der Souga. Ich konnte es mir nicht erlauben, eine einzelne Minute der Zeit zu verlieren, die ich mit ihm verbringen konnte, vor allem, weil ich wusste, dass der Testzeitraum nicht sehr lang sein würde: Ich hatte den Verstärker für etwas mehr als eine Woche zur Verfügung. Dann musste er weiter zu potentiellen Kunden, die schon auf ihre Chance warteten, ihn zu hören.
Die Hörsitzungen mit den Souga erinnerten mich an einen exzellenten Film, einen Thriller, der einen von der ersten bis zur letzten Minute vor dem Bildschirm fesselt. Man kann nicht mal eben rausgehen, um sich etwas zu essen oder zu trinken zu holen oder einen Telefonanruf anzunehmen. Man bleibt total aufmerksam, um jede Kleinigkeit mitzubekommen. Fast jede einzige Aufnahme war ein Art neue, ganz spezielle Erfahrung, obwohl ich sie alle schon dutzende Mal zuvor gehört hatte. Lassen Sie mich eine diesmal literarische Parallele aufzeigen: Mit dem Kondo wohlbekannte Musik zu hören, ist, als ob man ein Buch noch einmal lesen würde, aber dieses Mal zuvor auch die Biographie des Autors gelesen hätte und deshalb das Buch besser verstünde. Und genau das passierte auch hier. Ich verwende für die Tests verschiedener Komponenten immer dieselben Alben und eigentlich kommt es ziemlich selten vor, dass ich dank der getesteten Geräte etwas Neues auf diesen Alben entdecke. Aber der Souga erlaubte es mir, viele Aufnahmen neu zu entdecken, neue Informationsschichten zu finden, die zuvor unter dem Hauptstrom der Musik begraben waren, vielleicht sogar hörbar, aber bis jetzt irgendwie irrelevant. Der Kondo behandelte alle Medien gleich – Vinyl, CDs oder Musik-Dateien: Gute Aufnahmen zu hören, war unabhängig vom Medium ein Aha-Erlebnis. Das Wichtigste für mich war, dass ich Neues meist in den musikalischen und emotionalen Bereichen all dieser Aufnahmen entdeckt und im Klang an sich. Das ist ein großer Unterschied! Wenn ich ehrlich bin, habe ich den Eindruck, dass aktuell viele Audiophile aber auch viele audiophile Firmen ihre Aufmerksamkeit auf den Klang richten und nicht länger auf die Musik. Sie bewerten alles nach der Griffigkeit, der Ausdehnung und der Wucht des Bassbereichs, der Geschmeidigkeit und Fülle der Mitten, der Lebendigkeit der Höhen und so weiter. Damit bin ich einverstanden, alle diese Fähigkeiten sind wichtig, ab sie sind nur Mittel um, das ultimative Ziel zu erreichen, und kein Ziel für sich allein. Man kann alle diese Fähigkeiten haben, aber ohne eine stimmige Balance zwischen ihnen, ohne Emotionen, ohne den Wesenskern der Musik – kann man da das Hören genießen?
Wenn man versucht, den Klang des Souga zu analysieren – mal angenommen, irgendjemand würde das noch wollen, nachdem er ihn gehört hat –, könnte man einige klangliche Disziplinen nennen, die wahrscheinlich noch ein wenig besser wiedergegeben werden könnten. Aber dennoch: Wenn man Musik hört, kümmert man sich nicht um audiophile Unvollkommenheiten, weil man vor der Anlage sitzt, den Atem anhält und auf eine weitere Überraschung wartet und die absolut unangestrengte Art bewundert, in der dieser Verstärker das Wesentliche einer jeden Aufnahme wiederzugeben pflegt. Man ist fasziniert von der erstaunlichsten Musikreproduktion, die man je gehört hat, und deshalb kümmert es einen nicht, ob einige andere Verstärker möglicherweise ein wenig mehr Wucht oder mehr Durchsichtigkeit bringen könnten – wen stört's? Hören Sie einfach ein paar Aufnahmen der talentiertesten Musiker, die Sie kennen: Diese Personen kommen selbst aus der entferntesten Vergangenheit zu Ihnen, um Ihre Freunde zu werden und wundervolle Musik für Sie zu spielen. Schon nach einer kurzen Zeit kommt Ihnen das alles ganz normal vor: Einige alte Freunde kommen, um bei Ihnen zu Hause für Sie zu spielen. Louis Armstrong, Miles Davis und Tomasz Stańko schauen jeden Donnerstag um 20 Uhr vorbei.
Der Souga ist kein totaler Allrounder, zuerst einmal braucht man einen hochwertigen, leicht zu treibenden Lautsprecher. Denn auch wenn die acht Watt dieses Verstärkers mehr Leistung zu haben scheinen als die acht Watt meiner 300B SET, bleiben es immer noch acht Watt, und da sind Lautsprecher mit einem Wirkungsgrad von über 90 Dezibel dringend angeraten. Zweitens ist der Souga auch mit den passenden Lautsprechern wie zum Beispiel den Ardento Alter nicht die erste Wahl für Menschen, die am liebsten Rock, Metal oder HipHop hören. Für dies Art Musik sollte man sich besser einen schönen, leistungsstarken Transistor-Amp kaufen. Das bedeutet nicht, dass es dem Souga an Dynamik fehlt, überhaupt nicht! Ich habe sogar eine Menge reichlich dynamischen Rock von AC/DC damit genossen. Aber ich habe erfahren, dass diese Musik auf bessere, überzeugendere Art wiedergegeben werden kann. Aber wenn Sie am meisten Spaß daran haben, akustische Musik zu hören wie Jazz, Blues, Klassik – die hohe Kanaltrennung und Auflösung dieses Verstärkers macht es möglich, auch großorchestrale Werke zu genießen – und so weiter, dann kann ich Ihnen keine bessere Stereo-Endstufe empfehlen als den Souga. Das ist ebenso klar wie einfach. Ich kann nicht behaupten, dass er die beste Endstufe der Welt ist, weil ich sie nicht alle gehört habe, aber der Souga ist so gut, dass ich keinen Grund sehe, noch weiter zu suchen – natürlich nur wenn man ihn sich leisten kann.
Wenn Sie es geschafft haben, bis zu diesem Punkt dieses überschwänglichen Textes zu gelangen, müssen Sie bemerkt haben, dass ich anders als in den übrigen Tests die allfälligen Klangkriterien nur wenig herausgearbeitet habe. Das unterscheidet diesen Test von den anderen. Aber in diesem Fall sehe ich keinen Sinn darin, auf die üblichen Klangkriterien einzugehen. Beim Souga dreht sich alles um Musik, nicht um den Klang.
Es geht darum, wie nah er den Hörer an die Musik heranbringt, an die Musiker, an die Emotionen, die die Musik uns vermitteln soll, so wie sie es bei einem Live-Konzert tut. Andere High-End-Verstärker versuchen, uns ebenfalls so nah wie möglich an ein Konzerterlebnis heranzubringen, aber mehr auf der klanglichen als auf der musikalischen Seite. Sie versuchen, laut genug zu spielen, mit stimmiger Dynamik, einer großen imaginären Bühne, Kraft und so weiter. Was der Kondo bietet, ist derselbe Kick, den ein Live-Konzert vermittelt, eine enge Beziehung mit den ausführenden Musikern, ja, den direkten Kontakt mit ihnen. Man fühlt einen Schauer den Rücken hinunterlaufen, wenn der große und einzigartige Luciano Pavarotti „Nessun Dorma“ singt oder der fantastische Miles Davis das Concierto de Aranjuez spielt. Da spielt es überhaupt keine Rolle, dass die Aufnahme vor 50 Jahren stattfand und das Vinyl ein wenig knistert und rauscht. Es geht vor allem um den beinahe lebensechten Kontakt mit der wundervollen Musik, die die Seele berührt und enorme Gefühle hervorruft. Für mich war die Begegnung mit dem Souga Liebe auf den ersten Blick, die aber in Anbetracht des Preises eine platonische bleiben wird. Ich wette, dass viel Menschen, die die Möglichkeit hatten, den Souga zu hören, dasselbe empfinden werden. Dieser Test war zuerst einmal eine überraschende Erfahrung für mich und zweitens löst er ein Problem in der Zukunft: Wenn ich mal ein reicher Mann sein werde, brauche ich keine Zeit mehr darauf zu verschwenden, welchen Verstärker ich mir vorrangig zum meiner privaten Freude kaufen werde – für dem Job als Tester gibt es gewiss einige geeignetere.
Lassen Sie mich hier einen kleinen Nachtrag zu diesem Text anfügen, den ich nach meinem Besuch der High End in München schrieb. Wie Sie sich nach dem Lesen des Tests sicherlich vorstellen können, musste ich, sobald ich in München eingetroffen war, sofort Kondos Raum aufsuchen und dort habe ich eine ganze Menge Zeit verbracht. In der Tat war dies der Raum, in dem ich mich während der drei Tage die meiste Zeit aufgehalten habe. Ich bin immer wieder zurückgekommen und habe dort viele, viele Minuten gesessen. Die (fast) komplette Kondo Anlage bestand aus den neuen Kondo Biyura Lautsprechern – ja, denen, die es nicht nach Warschau geschafft hatten –, angetrieben von zwei neuen Monoblöcken namens Kagura mit zwei 211 in Parallel-Single-Ended-Schaltung, die wahrscheinlich im Produktportfolio über dem Modell Gakuon angesiedelt sein werden – oder es vielleicht sogar ersetzen. Es gab zwei Quellen: eine analoge, den Kondo Ginga Plattenspieler, und eine digitale, bestehend aus dem Kondo DAC und dem Esoteric CD-Transport. Natürlich gab es auch einen M1000 MkII Vorverstärker und Silberkabel. Die Kondo Crew spielte meistens Jazz und Klassische Musik für die Vorführung, in den Hauptsache ausgewählte ältere Scheiben, aber auch einige zeitgenössische. Und unabhängig davon, wie alt die Aufnahmen waren oder auf welchem Medium sie gespeichert waren, gab mir die Anlage denselben Nervenkitzel wie der Souga in meiner Kette. Wie man weiß, sind die allgemeinen Umstände bei einer Messe immer weit vom Optimum entfernt, aber jedes Mal, wenn ich in diesem Raum saß, vergaß ich sofort den Lärm, der von draußen kam, und alles was zählte, war die Musik. Ich habe wirklich ein, zwei Mal völlig die Zeit vergessen, weil das Kondo-Team ganz außergewöhnliche Musik ausgewählt hatte. Das mag nicht die Traumanlage jedes Audiophilen sein, vielleicht weil es nicht die vielseitigste ist. Aber gewiss wird jeder Musikliebhaber – und das ist nicht immer dasselbe wie ein Audiophiler – eine absolut einmalige Eigenschaft dieser Kette zu schätzen gewusst haben: Wie sie den Zuhörer mit dem Wesen der Musik verbindet und ihm erlaubt, die aufwühlendsten Gefühle zu erfahren. Das hat Kondo für mich getan – und das ist alles, was ich von meiner Traumanlage erwarte.
Der Kondo ist eine Röhren-Stereo-Endstufe mit zwei 2A3 pro Kanal, die in einer Parallel-Single-Ended-Schaltung arbeiten. Der Röhrensatz umfasst noch zwei 12BH7 und zwei 6072 (12AY7) plus eine 5U4GB Gleichrichterröhre. Anders als bei seinem Vorgänger, dem KSL Neiro, finden sich im Souga eine Menge Bauteile mit Silber: von Hand gewickelte Silber-Ausgangstransformatoren, Kondensatoren mit Silberfolie als Elektrode, Silberkabel, bei denen die Leiter mit Naturseide, die als Isolierung zwischen dem Silber und dem äußeren PVC-Mantel dient, umwickelt sind und sogar Cinch-Buchen, die aus Silber gemacht zu sein scheinen. Das Gehäuse wurde aus Kupfer gefertigt, die Front, die Seiten und die Rückseite sind schwarz, ebenso wie die vier Trafo-Abdeckungen, während der obere Gehäusedecke kupferfarben glänzt. Darauf sind die Sockel für die Leistungsröhren und ihre Treiber vor den Transformatoren angeordnet, während die Gleichrichterröhre und die wenigen großen Kondensatoren hinter den Trafos versteckt sind. Es gibt zwei kleine Knöpfe auf dem Gehäusedeckel: Einer ist der Ein/Aus-Schalter, der andere ein „mute“-Schalter. Zwischen den beiden befindet sich eine LED, die den Betriebszustand signalisiert. Auf der Rückseite ist mittig die IEC-Netzbuchse montiert, rechts und links davon je eine Paar von Kondos eigenen Lautsprecher-Klemmen und je eine Cinch-Eingangsbuchse. Es gibt nur zwei Lautsprecherklemmen pro Kanal: Der Kunde muss seinen Souga entweder für vier oder acht Ohm verdrahtet bestellen. Da die Ausgangs-Transformatoren aber zwei Anzapfungen haben, ist es auch möglich, die Anpassung später zu ändern.
GEHÖRT MIT | |
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CD-Player | CEC 51XR |
Vollverstärker | ArtAudio Symphony II |
Plattenspieler | Michell Gyro SE |
Tonarm | Technoarm |
Tonabnehmer | AT33PTG |
Phonostufe | ESELabs Nibiru |
Lautsprecher | modified project Jerycho with FSAC-2B |
Kabel | Gabriel Gold Extreme mk2, Binaural focus monolith Ag, Gabriel Gold Revelation mk 1, DIY Acrolink 6N-PC4300 |
HERSTELLERANGABEN Kondo Souga | |
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Ausgangsleistung | 2 x 8W |
Frequenzgang | 8Hz - 35kHz (+0dB, -3dB) |
Eingang | 1 x Cinch |
Eingangsimpedanz | 100kΩ |
Röhrenbestückung | 4 x 2A3, 2 x 12BH7, 2 x 6072 / 12AY7, 5U4GB x1 |
Leistungsaufnahme | 130 W |
Abmessungen (B/H/T) | 430 x 233 x 314 mm |
Gewicht | 34 kg |