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Ein paar Gedanken darüber, warum es es wert oder gar notwendig ist, unerwünschte Resonanzen zu bekämpfen.
teaser


Komponenten, die für die Musikreproduktion benutzt werden, sind ziemlich spezielle Geräte, da in ihrer Entwicklungsphase sehr viel mehr Bedingungen erfüllt werden müssen als bei Elektronik, die nicht für Audio-Anwendungen gedacht ist. Wenn man beispielsweise eine Gegensprechanlage ordnungsgemäß baut, wird sie funktionieren, wenn man irgendwo einen Fehler macht, eben nicht. Wenn man aber ordnungsgemäß einen Verstärker baut und er funktioniert, heißt das jedoch nicht notwendigerweise, dass er auch gut klingt. Obwohl er funktioniert, wird er dennoch seiner Aufgabe nicht gerecht.

Das Fundament einer CNC-Maschine: Die Unterkonstruktion schützt die Maschine vor Vibrationen
Das Fundament einer CNC-Maschine: Die Unterkonstruktion schützt die Maschine vor Vibrationen

Bei Audio-Equipment können wir oft speziell ausgesuchte Bauteile – weil zum Beispiel Kondensatoren verschiedener Hersteller unterschiedlich klingen – und maßgeschneiderte Lösung finden, für die Hersteller ihre eigenen Patente halten. Und deshalb kostet die Entwicklung gut klingender Audio-Geräte so viel Zeit. Auch korreliert ihr Sound nicht immer mit den Messungen, die man von ihnen macht: Machmal kommen gut klingende Geräte mit sehr mittelmäßigen Messergebnissen daher und umgekehrt. Zudem kann die Kombination scheinbar gleicher elektronischer Bauteile zu unterschiedlichen klanglichen Effekten führen. Das ist zumindest in der Realität so – anderes als in einer Computer-Test-Umgebung, wo man das Verhalten einzelner Bau- oder Schaltungsteile isolieren und simulieren kann, ohne den Rest zu beeinflussen. Deshalb sind die „beinahe perfekten Kopien“, die in der Do-It-Yourself Audio-Szene gemacht werden, auch keine wirklichen Kopien, sondern besser oder schlechter ausgeführte Anwendung, die auf Standard-Schaltplänen basieren. Die bedeutenden Entwickler der Audio-Szene haben deshalb auch keine Angst davor, kopiert zu werden, und veröffentlichen manchmal sogar selbst ihre besten Schaltungsdesigns, allerdings ohne eine Anleitung für ihren Aufbau. Warum geschieht das? Die Entwicklung von Audio Equipment ist wirklich der Kampf um die geringsten Verzerrungen in der Klangreproduktion oder anders gesagt der Versucht, so viele gelungene Aspekte hervorzuheben, Mängel zu kaschieren und ein von Entwickler gewünschtes Resultat zu zeigen. Das Erreichen des gewünschten Klanges ist das Ergebnis vieler Versuche, der Korrektur von Werten an bestimmten Stellen, der Änderungen des Leiterbahnen-Layout, oder der Positionierung der Leiterplatten im Chassis und so weiter. Alle Bauteile wirken zusammen, um eine neue Qualität zu erreichen. Wenn aber nur ein Element von 100 falsch ist, wird es die übrigen beeinflussen, ihr Verhalten während des Betriebs verändern und so ihre korrekte Funktion stören. Es ist eine Art Domino-Effekt. Wir müssen uns auch darüber im Klaren sein, dass es nicht um Veränderungen in der Größenordnung von zehn oder 20 Prozent geht, nicht einmal ein Prozent. Oft ist bereits ein Promille von Bedeutung. Zum Beispiel wird die Verschiebung eines Kondensators auf der Leiterplatte um einige Zentimeter näher zur Schaltungserde den Klang verändern. Und dennoch wird im Schaltplan ebenso wie in den Messungen und Computersimulationen keine Änderung sichtbar sein. Am Ende ist es „nur“ ein Zehntausendstel Ohm Leiterbahn-Widerstand, der allerdings für das menschliche – ganz abgesehen vom audiophilen – Ohr leicht wahrzunehmen ist. Es ist wirklich schwer vorstellbar, wie genau unser Hörsinn ist!


Die Anti-Vibrations-Plattform unter der Säule einer Gebäudekonstruktion schützt diese gegen Erdbeben
Die Anti-Vibrations-Plattform unter der Säule einer Gebäudekonstruktion schützt diese gegen Erdbeben

Alle elektronischen Bauteile befinden sich in einem elektromagnetischen Feld, sie verursachen es, sie werden von ihm beeinträchtigt und sind auf irgendeine Art Teil davon. Jede Änderung dieses Feldes beeinflusst den Betrieb dieser Bauteile, die „Qualität“ ihrer Funktion mit anderen und als Folge, die Höhe der Verzerrungen und den gesamten Klang des Gerätes. Deshalb ist es von großer Bedeutung, die Schaltung von den Umgebungsbedingungen abzuschirmen und eine möglichst perfekte „Isolation“ von äußeren Einflüssen zu erreichen. Der Kampf gegen elektromagnetische Interferenzen muss auch im Gerät selber weitergeführt werden. Der größte Generator magnetischer Felder im Gerät, der Transformator, beeinflusst alle Bauteile des Systems. Die Wechselspannung mit einer Frequenz von 50 oder 60 Hertz produziert eine Menge Störungen. Kommen wir also endlich zu den Vibrationen. Wohl jeder von uns hat schon einmal das Summen oder manchmal sogar das Brummen des Transformators gehört. Nicht alle Teile, aus denen er besteht, sind wirklich fest miteinander verbunden. Die Änderungen des elektrischen Feldes bewirken Änderungen des magnetischen Feldes und so kann man sich vorstellen, dass die einzelnen Drahtwicklungen im Transformator „wie Saiten tanzen“. Die Frequenz von 50 oder 60 Hertz ist für Menschen gut hörbar und die Vibrationen sind auch zu fühlen. Diese Vibrationen werden vom Trafo auf den Rest des Gehäuses übertragen, im Fall vom Röhrenverstärkern ebenfalls auf die Röhren, wo sie den Wege des Elektronenstrahls zwischen Kathode und Anode beeinträchtigen. Beim CD-Player stören sie den Laserstrahl, so dass die Fehlerkorrektur häufiger anspricht. Stellen Sie sich einfach vor, jemand befiehlt Ihnen, sich 50 oder 60 mal pro Sekunde leicht auf und ab zu bewegen und dabei auch noch Zeitung zu lesen...

Die Beobachtungsplattform im Inneren des Hochhauses „Taipei 101“ mit dem zentral angeordneten Pendel
Die Beobachtungsplattform im Inneren des Hochhauses „Taipei 101“ mit dem zentral angeordneten Pendel

 

Zu den Vibrationen vom Transformator kommen die von außerhalb des Gerätes – wie etwa die durch einen nicht stabilen Holzboden. Aber die meisten Vibrationen werden von Bass-Lautsprechern erzeugt, wenn wir laut Musik hören. In extremen Fällen, wenn der Laser des CD-Player schon ein wenig in die Jahre gekommen ist, erleben wir, dass der Laserstrahl bei lauter Beschallung aus der Spur gerät und zu einer anderen Stelle weiterspringt. Für den Laserkopf sind die Vibrationen dasselbe wie eine Erdbeben für ein Gebäude. Oder stellen Sie sich einmal vor, was mit der Abtastnadel eines Plattenspielers, die sensibel den winzigen Auslenkungen der Schallplatt folgt, passiert, wenn wir die Musik am ganzen Körper fühlen. Die CD dreht sich mit mehr als 500 Umdrehungen pro Minute, DVDs und Blue-Rays noch um einiges schneller. Die Massenproduktion von CD-Laufwerken und Hunderten von Millionen CDs macht es unmöglich, die Massen perfekt zu verteilen – fast keine CD läuft ohne die geringste Unwucht. Wenn wir eine CD in einen Player legen, wird diese von einer kleinen, oft aus Plastik bestehenden Scheibe auf die Achse gedrückt, und zwar von einer kleinen Feder. Wer schon einmal das Gehäuse eines CD-Players geöffnet hat, verfolgte bestimmt auch die Bewegungen des Laserkopfes, während er bei einer Umdrehung der Spur folgte. Wenn eine nicht exakt zentrierte Masse rotiert, entsteht eine Zentrifugalkraft, die nicht auf die Drehachse, sondern nach außen gerichtet ist. Und dadurch beginnt das gesamte System zu vibrieren. Die Fehlerkorrektur des Players kann mit diesen Vibrationen leicht fertig werden, aber um wie viel genauer würde das Auslesen der Daten, wenn man die Vibrationen nur um die Hälfte verringern könnte? Zu diesem Zweck lassen Sie uns das Gerät mit Zubehör ausstatten, das hilft, alle bisher erwähnten Schwingungen zumindest teilweise zu reduzieren. Wenn wir laute Musik hören, wird das Gerät dadurch weniger stark auf einen Kick im Bassbereich reagieren, das Gehäuse wird nicht so stark von den Vibrationen des Transformators angeregt und selbst der Trafo wird weniger stark zu Vibrationen neigen. Das gesamte System wird dadurch ein stabileres magnetisches Feld bekommen, so dass weniger Interferenzen mit den Gleichrichtern auftreten. Als Folge wird die Stromversorgung insgesamt stabiler, die Elektronenstrahlen in den Röhren werden weniger stark gestört, und die Vibrationen einer sich drehenden CD werden ebenfalls zum Teil unterdrückt. Dadurch wird insgesamt die Intensität von Verzerrungen vermindert. Es ist wie der Wechsel von einem Leiterwagen zu einem Auto mit moderner Luftfederung. Das ist der Grund dafür, dass alle Arten von Unterstellfüßen, Regalen und schließlich hochkomplexen Anti-Vibrations-Plattformen Sinn machen.

Woher kommt nun die Idee für Plattformen, die Vibrationen absorbieren?


Im normalen Leben haben wir täglich mit einer Vielzahl von schädlichen Schwingungen und Vibrationen zu tun, die wir zu bekämpfen versuchen. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hat die Seismologie und Seismographie deutlich zugenommen. Länder, die in Gegenden liegen, die von Erdbeben heimgesucht werden, haben Standards erlassen, nach denen Gebäude so konstruiert werden, dass sie stabil genug sind, selbst großen Erdbeben zu widerstehen. Gebäude in diesen Gegenden werden anders gebaut als solche in „ruhigen Regionen“ wie Polen (und Deutschland). Unter anderem werden zusätzlichen Verbindungen im Fundament, stärkere und sorgfältig ausgesuchte Baumaterialien und spezielle Elemente eingesetzt, um zu erreichen, dass das Gebäude ein Erdbeben oder einen Hurricane übersteht. Ein gutes Beispiel für den Einsatz solcher Technologie ist „Taipei 101“, ein Wolkenkratzer in Taiwan, der beinahe an der Kante einer tektonischen Platte gebaut wurde und der bei einer Höhe von einem halben Kilometer Erdbeben der Stärke 7 auf der Richter-Skalen überleben und auch Hurrikans ohne Schaden widerstehen kann. Im Inneren des Gebäudes gibt es ein über mehrere Etagen reichendes Pedel: eine große zusätzliche Masse, die hilft, Vibrationen und Verwindungen der Struktur bei starken Winden zu unterdrücken. Es gibt sogar eine Aussichtsplattform, von der aus man beobachten kann, wie sich das Pendel manchmal um einige Meter aus seiner Ruhelage bewegt. In der Schwerindustrie werden bei der Bearbeitung schwerer Werkstücke kräftige Maschinen wie Drehbänke, Fräsen und so weiter verwendet. Die bewegten Massen dieser Maschinen verursachen zusammen mit den auf ihnen bearbeiteten Werkstücken kräftige Vibrationen, die manchmal zur Senkung oder gar zur Zerstörung der Maschinenfundamente führen können. Die Konstruktion von Fundamenten ist ein ebenso eigenständiges wie wichtiges Wissensgebiet. Die Resonanzen, die im Fundament entstehen, werden auf Basis der Maschine, ihrer möglichen Belastung und Drehzahlen definiert. Das Ergebnis der Berechnungen ist später erforderlich, um die Gewichtsverteilung im Fundament und den schematischen Entwurf so auszulegen, dass die Maschine nicht zu exzessiven Vibrationen neigt. Ein gut konstruiertes Fundament ist eine „ Anti-Vibrations-Plattform“ für die Maschine. Um die Maschinen-Schwingungen während des Betriebs teilweise zu unterdrücken, kann in einigen Fällen auch ein Subwoofer mit der Leistung von einigen Kilowatt eingesetzt werden. Die Subwoofer werden nah an der Maschine aufgestellt und erzeugen dieselbe Frequenz wie die Vibration der Maschine – allerdings in entgegengesetzter Phase. Wenn wir die beschriebenen Ideen und Techologien von der „Makro-Welt“ auf die Audio-Welt übertragen und geschickt umsetzen, werden wir Anti-Vibrations-Vorrichtungen kreieren, die den Klang unserer Musikanlagen positiv beeinflussen.

Warum ist jedes Teil einer Anti-Vibrations-Plattform wichtig?


Es gibt verschiedene Arten, Vibrationen und Resonanzen zu bekämpfen. Jedes Material halt seine bestimme Masse und davon abhängig seine eigene Resonanzfrequenz. In dem man das Gewicht eines Körpers ändert, verändert man auch die Frequenz, bei der er in Resonanz gerät. Verschiedene Materialien haben unterschiedliche Härten und interne Strukturen sowie andere Eigenschaften bei der Weiterleitung oder Absorption von Vibrationen (Energiespeicherung). So ist zum Beispiel gehärteter Stahl ein sehr guter Leiter für Vibrationen, während Kautschuk die Vibrationen aufnimmt und unterdrückt. Diese Eigenschaft, die von der Dichte und inneren Struktur des Materials abhängt, wird als Dämpfungsfaktor definiert. Teile aus demselben Material mit unterschiedlichen Abmessungen haben ebenfalls unterschiedliche Resonanzfrequenzen. Nicht ohne Bedeutung ist, wie gesagt, auch die innere Struktur des Materials: Glas mit einer amorphen Struktur verhält sich deutlich anders als Materialien mit einer Kristallstruktur wie Metalle oder Mineralien. Durch die richtige Auswahl von Materialien können wir die Weiterleitung und die Dämpfung spezieller Frequenzen beeinflussen – wie zum Beispiel die Frequenz, mit der der Netztransformator schwingt. Dabei sollte man jedoch nicht vergessen, dass es unmöglich ist, die Dämpfung von Vibrationen auf exakt eine Frequenz einzustellen. Jedes Material oder die Kombination verschiedener Materialien arbeitet in einem breiten Frequenzspektrum und nicht nur bei einer spezifischen Frequenz, so etwa eine viertel, eine halbe und eine ganze Oktave höher als die gewählte Frequenz, wobei die Erhöhung um eine Oktave der Verdopplung der Frequenz entspricht. Vereinfacht gesagt: Wenn wir eine Anti-Vibrations-Plattform auf exakt 50 Hertz abstimmen, wird sie auch bei 100, 200, 400 und 75, 150 und 300 Hertz und allen Zwischenwerten wirksam sein, wenn auch etwas weniger stark. Es könnte also sein, dass sie auch auf Frequenzen einwirkt, die wir gar nicht beeinflussen möchten.


Ein Blick auf Taiwan und den Wolkenkratzer „Taipei 101“ bei Nacht
Ein Blick auf Taiwan und den Wolkenkratzer „Taipei 101“ bei Nacht

Man kann oft hören, dass ein gewisses Material diese oder jene Veränderungen im Klang bewirkt oder seinen eigenen charakteristischen Sound hat wie zum Beispiel Granit, Glas, Acryl oder Holz. Beim Bau von Anti-Vibrations-Plattformen kann man den Klang des Materials geschickt nutzen, aber auch ebenso viel falsch machen, und dann klingt die Anlage schlechter als zuvor. Ein Beispiel: Wenn wir herausfinden, dass ein Verstärkter oder DVD-Player auf einer Granitplatte mit einer Dicke von 2,5 Zentimetern besser klingt – die Resonanzen des gesamten Systems verringern sich, da seine Masse zugenommen hat –, bedeutet das nicht, dass die Aufstellung auf einer Granitplatte mit fünf Zentimetern die klangliche Verbesserung verdoppelt. Zu viel Gewicht kann in der Tat eine so starke Verschiebung der Resonanzen des gesamten Systems verursachen, so dass letztlich Schwingungen in bestimmten Frequenzbereichen zunehmen, die wiederum die von uns wahrgenommene Klangqualität verschlechtert. So ist es leicht zu „übertreiben“. Einige Frequenzen sind nur sehr schwer zu unterdrücken. In diesem Fall kann man versuchen, die meisten von ihnen abzuleiten – unglücklicherweise ist das nämlich nicht zur Gänze möglich –, indem man harte Materialien verwendet, die Schwingungen gut leiten. Man kann auch versuchen das Gerät oder die Basis von Vibrationen abzukoppeln, indem man die kleinstmöglichen Kontaktfläche zwischen zwei Teilen wählt – ein Spike mit sehr kleiner Fläche wird weniger Vibrationen übertragen als eine Lagerplatte mit einer deutlich größeren Fläche. Beim Entwickeln einer Anti-Vibrations-Plattform kann man viele verschiedene Materialien mit unterschiedlichen Massen und Abmessungen miteinander kombinieren, deren Vibrations-Ableitung und -Dämpfung zusammenwirken. Die Vielfalt der Kombinationen ist nahezu unbeschränkt.

Der Autor Piotr Galkowski vor einem Proxima Lautsprecher
Der Autor Piotr Galkowski vor einem Proxima Lautsprecher

Ein wichtiger Faktor beim Entwickeln einer Anti-Vibrations-Plattform ist ihre Geometrie. Denn nicht alle Audio-Komponenten sind symmetrisch aufgebaut. Transformatoren sitzen oft mehr auf der rechten oder linken Gehäuseseite, CD-Laufwerke oft näher an der Frontplatte als im Zentrum des Players. Resonanzen werden auf rechteckigen Standflächen, wenn das Geräte vier Füße besitzt, und dreieckigen Basen auch unterschiedlich verteilt. Man muss viele Faktoren berücksichtigen, und deshalb ist es sehr schwierig, eine  Anti-Vibrations-Plattform zu bauen, die mit einer Vielzahl verschiedener Geräte gut funktioniert. Es wird sich immer herausstellen, dass sie besser zu einigen Komponenten passt und mit anderen schlechter funktioniert. Daher ist es notwendig, eine Lösung zu suchen, die so viele Schwachstellen wie möglich eliminiert oder maskiert und die Vorteile der Anordnung herausstellt. Das Ideal ist eine Basis, die so konstruiert ist, dass sie in einem sehr großen Frequenzbereich Resonanzen stoppt oder ihr Niveau senkt, das darauf stehenden Gerät in richtiger Art und Weise vom Einfluss externer Schwingungen isoliert und gleichzeitig geschickt die Vibrationen kontrolliert, die im Gerät generiert werden. Mit all dem im Hinterkopf habe ich die GRAVITY Basis entwickelt.

Wenn Sie mehr zum Thema Vibrationen und ihrer Bekämpfung lesen möchten, finden Sie weitere, allerdings englischsprachige Artikel bei unseren polnischen Kollegen.

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Freitag, 27 September 2013 02:00

TVLogic Aurender W20

Die Koreaner haben wieder zugeschlagen! Und zwar mit dem neuen Modell Aurender W20. Hifistatement freut sich, weltweit als Erste den W20 vorstellen zu können. Nach der Performance des S10 fragt man sich, was man hier eigentlich noch verbessern wollte. Ich möchte mich im Zusammenhang mit der ausgeklügelten Technologie nicht ständig wiederholen und verweise deshalb auf den Bericht über den S10.

Äußerlich ähnelt der W20 dem S10, das Gehäuse ist lediglich etwas höher. Das Display lässt sich umschalten von Anzeige der aktuell gespielten Titel auf VU Meter
Äußerlich ähnelt der W20 dem S10, das Gehäuse ist lediglich etwas höher. Das Display lässt sich umschalten von Anzeige der aktuell gespielten Titel auf VU Meter

Was haben sich nun die Ingenieure von TVLogic Neues ausgedacht? Beim W20 handelt es sich – wie beim S10 – um einen Server mit eingebautem Speichermedium. Gegenüber dem S10 hat man die Speicherkapazität erheblich vergrößert; das Gerät enthält nun zwei Festplatten à drei Terra Byte Speicherkapazität mit einer Gesamtkapazität von sechs Terra Byte. Das sollte erst einmal ausreichen. Um alle Vibrationsgeräusche zu vermeiden, ruhen diese auf Gummidämpfungen und sind zusätzlich gekapselt. Allerdings dienen die Festplatten nur zum Speichern der Musiktitel. Zum Abspielen wird der ausgewählte Titel nämlich in einen SSD Cache überspielt und von dort aus an den DAC weitergeleitet. Während des Musikhörens legt sich die Festplatte also Schlafen und kann somit keinen Unsinn anstellen. Der SSD Cache ist gegenüber dem S10 deutlich erweitert, er hat jetzt eine Kapazität von 240 Giga Byte. Dieser könnte sogar vom Fachhändler auf zweimal 240 Giga Byte aufgerüstet werden. Wie beim S10 wird auch beim W20 in jedem Fall ein externer DAC benötigt. Damit behält man die freie Auswahl und könnte im Falle eines neu erscheinenden Super-Duper DAC Chips den Konverter wechseln. Die Erweiterung der Festplattenkapazität allein würde natürlich noch nicht den etwa dreimal so hohen Preis gegenüber dem S10 rechtfertigen. Eine weitere – und wahrscheinlich die tonal entscheidende – Neuigkeit ist die Stromversorgung des Analogboards über ein Akkunetzteil. Hierfür werden drei Reihen von Lithium-Eisen-Phosphat (LiFePO4) Akkus eingesetzt. Raffiniert ist dabei, dass jeweils eine Reihe geladen wird, während die andere das Board versorgt. Man braucht sich hier also um gar nichts kümmern, das Gerät läuft immer. Damit noch nicht genug, es existiert eine dritte Akkubank, die als USV (Unterbrechungsfreie Strom Versorgung) fungiert und im Falle eines Stromausfalls den W20 korrekt herunterfährt. Damit können  Datenverluste durch einen Headcrash der Festplatten ausgeschlossen werden. Man merkt, dass hier Erfahrungen aus der professionellen Computerbranche eingeflossen sind. Sinn des Akkubetriebs ist natürlich, von den zunehmenden Störungen der Netzversorgung unabhängig zu werden. Das Computermainboard und die Festplatten werden weiterhin von einem Schaltnetzteil versorgt, im Falle des W20 allerdings von einem deutlich vergrößerten 100-Watt-Netzteil. Auch hier werden die empfindlichen Bauteile des Analogboards über dicke Aluminiumplatten von dem Schaltnetzteil geschirmt. Zudem wurde die Taktgeber-Architektur verbessert, im W20 arbeiten weiterhin OCXOs, also temperaturstabilisierte Oszillatoren. Gesteuert werden diese über frei programmierbare FPGAs.

Mittlerweile gibt es für den S/PDIF Anschluss auch die amtliche BNC Buchse. Eine LAN-Verbindung zum Router ist in jedem Fall erforderlich
Mittlerweile gibt es für den S/PDIF Anschluss auch die amtliche BNC Buchse. Eine LAN-Verbindung zum Router ist in jedem Fall erforderlich

Ein weiteres Feature stammt ebenfalls aus dem Profibereich, nämlich die Anschlussmöglichkeit einer externen Masterclock über einen speziellen BNC-Anschluss. Im Studiobereich können hiermit verschiedene Audiogeräte synchronisiert und damit der Jitter verringert werden. Dies sollte auch im HiFi Bereich die Klangqualität noch einmal verbessern. In Frage kämen hier beispielsweise Geräte von dCS. Die Techniker von Aurender scheinen sich überhaupt Technologien aus dem Studiobereich sehr genau angesehen zu haben, der W20 bietet – weltweit als erster Server – die Möglichkeit des Dualwire Betriebs über zwei AES/EBU Ausgänge. Dabei werden die Signale des linken und rechten Kanals auf getrennten Wegen übermittelt. Allerdings funktioniert dies nur ab Samplingraten oberhalb von 96 Kkilohertz, entsprechend der Spezifikation von Dualwire. Und natürlich nur, wenn der DAC hierfür ausgelegt ist.


Ebenfalls möglich ist das Abspielen von DSD Dateien, ein Update auf DSD 64 und DSD 128 soll ab Herbst 2013 folgen. Diese Funktion konnte ich allerdings nicht probieren, da mein DAC DSD nicht unterstützt. Wie man am S10 bereits sehen konnte, legt TVLogic großen Wert auf hochwertige Bauteile, deshalb kommt das Computerboard mittlerweile ebenfalls aus eigener Produktion und ersetzt das ITX Board aus dem S10. Das Analogboard war auch im S10 schon ein Eigengewächs, im W20 hat es an Komplexität und Größe noch einmal zugenommen.

Äußerst professionell aufgebautes Innenleben, die Festplatten sind zusätzlich gedämpft und gekapselt, um auch die allerletzten Laufwerksgeräusche zu unterbinden. Die Akkus tragen sicher nicht unerheblich zum hohen Gewicht des W20 bei
Äußerst professionell aufgebautes Innenleben, die Festplatten sind zusätzlich gedämpft und gekapselt, um auch die allerletzten Laufwerksgeräusche zu unterbinden. Die Akkus tragen sicher nicht unerheblich zum hohen Gewicht des W20 bei

Gleichgeblieben ist das professionelle, Linux-basierte Betriebssystem, hier für Audiozwecke optimiert.  Übernommen wurde damit auch die Grundidee bei der Programmierung der Software, alle störenden und nicht benötigten Funktionen zu eliminieren. Für einen Computer ist Audio nur eine Randerscheinung, die der Prozessor eben auch so mitbedient. Meistens ist er aber mit anderen Dingen beschäftigt. Die Aurender Software ist einzig und allein dafür konzipiert, die Musikdaten optimal und jitterfrei an den DAC zu bringen. Der Standard PC als  eierlegende Wollmilchsau ist zum Musikhören gar nicht so ideal, das konnte der S10 bereits zeigen. Eine Bedienungsanleitung gibt es nur im Netz – und wie es seit einiger Zeit modern ist – auch nur auf Englisch. Nur englisch vielleicht auch deshalb, weil der W20 erst seit kurzem auf dem Markt ist. Das Gerät zum Laufen zu bringen, war allerdings auch ohne Bedienungsanleitung möglich, zudem waren beim Testgerät bereits einige Titel geladen, so dass es gleich losgehen konnte. Wenn man allerdings eigene Dateien vom Computer überspielen will, kommt man ohne Bedienungsanleitung nicht weiter. Angesteuert wird der W20 über ein kostenloses App auf dem iPad. Die Software hierfür halte ich für die komfortabelste, die ich bisher gesehen habe. Die Cover und Metadaten werden hierbei auf das iPad geladen, sind somit sofort verfügbar und müssen beim Scrollen nicht erst mühsam vom Rechner geladen werden.

Die Alben können komplett abgespielt oder aber auch einzelne Titel in einer Playliste zusammengefasst werden. Wenn man ein Album auswählt, dreht sich das Cover und zeigt die Titelauswahl an. Die Mozart CD am rechten Rand ist keine Gold CD, sondern hier fehlt einfach das Cover
Die Alben können komplett abgespielt oder aber auch einzelne Titel in einer Playliste zusammengefasst werden. Wenn man ein Album auswählt, dreht sich das Cover und zeigt die Titelauswahl an. Die Mozart CD am rechten Rand ist keine Gold CD, sondern hier fehlt einfach das Cover

Bearbeiten kann man die Alben nur auf dem Computer, man sollte also vor dem Überspielen auf den Aurender alles ordentlich katalogisiert und fehlende Cover ergänzt haben. Die einzelnen Musikkategorien wie Klassik, Jazz oder meinetwegen auch Volksmusik, kann man am Computer selbst erstellen und sie werden dann vom W20 in der Kopfzeile übernommen. Das Programm kann sowohl Cover als auch Rückseiten anzeigen. Via Computer kann man wahlweise die eine oder die andere der beiden Festplatten bespielen, das App zeigt immer sämtliche vorhandenen Titel an. Als Backup nimmt man am Besten eine externe Festplatte am Computer, von der aus auch die Dateien auf den Aurender überspielt werden. Neu ist auch die Möglichkeit, Musik über die Apple Airplay Funktion zu hören, allerdings ist die Klangqualität damit stark von der WiFi Verbindung abhängig und üblicherweise schlechter, als vom Aurender direkt gespielt. Aber man könnte natürlich mit dieser Funktion Internetradio hören.


Das Board ist eine komplette Eigenentwicklung von Aurender
Das Board ist eine komplette Eigenentwicklung von Aurender

Nicht nur technisch gesehen gehört der W20 zu den Schwergewichten der Szene, sondern bei einem Lebendgewicht von 19 Kilogramm auch physisch. Die Verarbeitung ist – wie bei Aurender gewohnt – hervorragend. Grau ist alle Theorie, entscheidend is aufm Platz (frei nach Adi Preißler). Zur ersten klanglichen Beurteilung einer Komponente benutze ich immer Musik mit akustischen Instrumenten. Deshalb kommt als erstes ein Stück aus der CD Hands von Dave Holland und Pepe Habichuela auf den... Quatsch, natürlich nicht auf den Teller, es wird über das iPad angewählt. Neben Altmeister Holland am Kontrabass ist quasi der gesamte Habichuela Clan mit von der Partie. Eine ganze Dynastie an Flamenco Gitarristen, die mehr oder weniger schon mit der Gitarre in der Hand auf die Welt kommen. Pepe Habichuela spielt auf einer Flamencogitarre mit Zedernholzdecke, wie sie für die Gegend um Granada typisch war. Der Zederndecken-Sound ist etwas hölzerner, nasaler als beispielsweise bei einer Fichtendecke, aber eben muy flamenco! Und genau das möchte ich auch über eine Musikanlage hören! Was als allererstes – hifimäßig - auffällt ist die unglaubliche Ruhe und Souveränität, mit der die Musik dargeboten wird. Am besten vergleichbar mit einem guten analogen Masselaufwerk. Damit meine ich aber nicht, dass der gute Pepe hier auf Valium ist, ganz im Gegenteil! Das ganze Feuer in der Flamenco Musik kommt auch entsprechend packend rüber. Wäre dem nicht so, würde ich das Ding sofort wieder einpacken.

Oben angesprochene tonale Feinheiten der Gitarren als auch die Darstellung es Kontrabasses als dreidimensionaler Hohlkörper sind sensationell. Punkt. Auch die Akustik des Aufnahmeraums ist sehr deutlich zu hören, man hat das Gefühl, in den Aufnahmeraum hineinzuschauen. Die einzelnen Gitarren sind klar voneinander getrennt, was nicht immer zu hören war, zumindest nicht so deutlich. Als nächstes habe ich ein altes Decca Schlachtross ausgegraben, das in den 80er Jahren auf jeder Hifi-Vorführung zu hören war: „Asturias“ aus der Suite Española von Isaac Albéniz. Hier die Orchesterfassung, bekannter ist das Ganze eher als Transkription für Gitarre geworden. Das Stück ist toccatenartig aufgebaut und weist einige spektakuläre Blechbläser-Attacken auf, die schon manchem Hochtöner das Leben gekostet haben. Andererseits würde die spektakuläre Wirkung bei gedämpfter Zimmerlautstärke natürlich vollkommen verpuffen. Aber nicht nur der Mittel-Hochtonbereich der Blechbläser wird sehr sauber abgebildet, sondern auch der Grundtonbereich kommt über den W20 mit hoher Präzision. Am meisten überrascht hat mich hier der Klang der Violinen, die bisher eher etwas „streng“ wiedergegeben wurden. Übrigens auch bei der Schallplatte. Nicht so über den Aurender; trotzdem werden daraus natürlich keine samtig-weichen Violinenklänge wie sie damals bei den Living Stereo Aufnahmen zu hören waren. Zudem kann der W20 die Musik zu einem harmonischen Ganzen zusammensetzen; wie oft habe ich dieses Stück schon völlig in seine Einzelteile zerfallen gehört. In der Ruhe liegt die Kraft, dieser Spruch fiel mir immer wieder ein, wenn das Orchester aus dem Nichts heraus plötzlich eine Tutti Phrase spielt... Überhaupt, was die Ruhe in der Wiedergabe anbelangt, habe ich bisher mit digitalem Equipment noch nichts Besseres gehört.

Einer geht noch! Nämlich der BNC-Anschluss für die Wordclock. Diese Funktion konnte leider nicht getestet werden, weil kein geeignetes Gerät zur Verfügung stand
Einer geht noch! Nämlich der BNC-Anschluss für die Wordclock. Diese Funktion konnte leider nicht getestet werden, weil kein geeignetes Gerät zur Verfügung stand

 

Nach all der Musik mit akustischen Instrumenten musste etwas Poppiges her: „Ecoustic chapter one“ aus der CD KU DE TA2. KU DE TA in Seminyak, Bali ist die angesagte Stranddisko in Südostasien. Hier werden überwiegend eigene Titel über eine riesige PA-Anlage im Freien gespielt. Interessanterweise ist diese nicht auf den üblichen knalligen Sound abgestimmt, sondern kann richtig Musik machen. Dazu noch das Meer, im Hintergrund die Surfer... aber ich schweife ab, wahrscheinlich die Hitze draußen. Diese CD ist natürlich am Computer zusammengefixt und enthält keine natürliche Akustik. Aber mit Trompete und einer faszinierenden Stimme ähnlich der von Orson Welles gibt es nicht nur elektronisches Geschwurbel. „Ecoustic“ ist eine unheimlich gut gemachte Slowfunk-Nummer, die dem Ambiente dort sehr entgegenkommt. Jedenfalls kommt mit dem Aurender die Strandatmosphäre unheimlich gut rüber, fehlt eigentlich nur noch der Cocktail. Und das Meer. Oh je, schon wieder diese Hitze! Gegen die zig 38er Bässe im KU DE TA stehen meine beiden natürlich etwas auf verlorenem Posten, aber mit ein bisschen Phantasie hört sich das Ganze dennoch schon ziemlich ähnlich an wie in Seminyak. Und das hätte ich eigentlich nicht für möglich gehalten.

Grundsätzlich sind Aussagen über Klang und Performance natürlich sehr subjektiv und außerdem von den restlichen Komponenten abhängig. Eine absolute Aussage gibt es nicht. Dennoch sollte der W20 seine Stärken in jeder gut abgestimmten Kette ausspielen können. Was die Leser jetzt wahrscheinlich interessieren würde ist die Frage, ob der W20 nun gravierend besser ist als der S10. Oder auf den Preis bezogen dreimal so gut? Hier muss ich leider passen, weil der S10 Test über ein Jahr zurück liegt und ich außerdem mit einem anderen Lautsprecher höre. Eine derartige Aussage, so aus dem Gedächtnis heraus, würde ich für deshalb für unseriös halten. Ganz offensichtlich ist für die Klangqualität des Frontends nicht nur der DAC zuständig. Das ist natürlich eine Binsenweisheit, die aber mit dem W20 noch einmal sehr deutlich hervorgehoben wird. Bei den meisten Computerlösungen über USB geht mir die Musikwiedergabe nach einer gewissen Zeit auf den Geist; warum, habe ich bisher noch nicht herausgefunden. Irgendetwas wirkt im Unterbewusstsein störend. Vielleicht sollte ich einmal meinen HiFi-Psychiater befragen. Andererseits ist mit dem Aurender dieser Effekt gänzlich verschwunden.

Rechts die beiden AES/EBU Anschlüsse für den professionellen Dualwire Betrieb. Für optimalen USB Betrieb hat TVLogic einen speziell gepufferten USB Ausgang geschaffen
Rechts die beiden AES/EBU Anschlüsse für den professionellen Dualwire Betrieb. Für optimalen USB Betrieb hat TVLogic einen speziell gepufferten USB Ausgang geschaffen

Grundsätzlich ist die musikalische Darstellung mit dem W20 etwas entspannter, cooler würde man heutzutage sagen, was Klassikhörern sehr entgegenkommen dürfte. Überhaupt, kann der Aurender bei großorchestralen klassischen Musiktiteln seine Stärken ausspielen. Die Klarheit in der Wiedergabe und räumliche Darstellung der Musiker muss man einfach einmal gehört haben. Die Abbildung des Orchesters und das Raumgefühl der Chicago Orchestra Hall bei der Einspielung von Bartóks Music for Orchestra mit Reiner und dem CSO sind sensationell. Wenn dann aber Dynamik gefordert ist, dann wird diese vom W20 ansatzlos geliefert. Der W20 ist natürlich nicht nur etwas für den Klassikfan, bei dem Album 5 von JJ Cale, dem alten Nuschler und Begründer des Tulsa Sounds, kann man zunächst sehr deutlich hören, dass die Musiker nicht alle im gleichen Aufnahmeraum saßen, oder die Gesangsstimme nachträglich hinzugefügt wurde. Bei manchen Platten hatte Cale ja alle Instrumente selbst gespielt und die Spuren dann zusammengemischt. Ob man das nun so genau wissen will, ist eine andere Frage, aber unabhängig davon macht die Scheibe über den W20 gehört richtig Spaß, der Drive in der Musik kommt unheimlich gut rüber! Bisher hatte ich immer das Gefühl, ist zwar gut gemachte Musik, aber aufnahmetechnisch eher grenzwertig. Und stilistisch kann man deutlich heraushören, woher Mark Knopfler seine Ideen bezogen hat. Deep Purple live in Japan treten mit dem W20 etwas kultivierter auf, Ritchie Blackmore war vor dem Konzert vielleicht noch schnell beim Friseur... Nein, das liegt natürlich daran, dass jetzt der Hochtonbereich klarer und flüssiger dargestellt wird, weniger kratzig. Das Kratzige käme natürlich Ritchies Marshall Verstärker im Overdrive sehr entgegen, entspräche aber so nicht der Aufnahme. Trotzdem geht die Scheibe ab, wie Schmitz’ Katze! Ich könnte noch stundenlang schreiben über den klaren Ton von Tomasz Stankos Trompete, oder die farbige und richtige Darstellung von Dave Hollands Kontrabass, der eben nicht knallt wie bei Marcus Miller und seinen Slap-Eskapaden, aber ich denke, es kommt rüber, was sich mit dem W20 in der Kette geändert hat. Natürlich muss der Rest der Anlage auch mitspielen, wenn nun jemand den W20 mit einem Bang und Oh, wie heißen die gleich wieder? verbindet, dann wird das nix! Obwohl der W20 durchaus das Zeug zum Lifestyle Objekt hätte, auch wenn der HiFi Freak so etwas nicht gerne hört. Ein amtliches Programm, wie dBpoweramp, zum Rippen der CDs ist natürlich eine wichtige Voraussetzung. Über iTunes gerippt verschenkt man die Hälfte!


Ob die erstaunliche Performance des W20 vom Akkubetrieb kommt?
Ob die erstaunliche Performance des W20 vom Akkubetrieb kommt?

W20 holt auch noch das letzte Quäntchen an Information aus den Aufnahmen heraus, damit werden teilweise auch bisher als weniger gut eingestufte Titel gut anhörbar. Die Wiedergabe läuft vor einem völlig ruhigen Hintergrund, diese abgedroschene Phrase bekommt mit dem Aurender eine völlig neue Bedeutung. Es ist so, als hätte jemand ein ständiges Nebengeräusch, das man nur noch im Unterbewusstsein wahrnimmt, plötzlich abgestellt. Interessant wäre hier die Kombination mit dem totalDAC gewesen, der noch das letzte Quäntchen an feinen Details umsetzten kann. Und vom Aurender geliefert bekommt. Zumal es mittlerweile auch eine neue Version des totalDAC gibt, der den Dualwiremodus des Aurender unterstützen könnte. Leider ist der totalDAC bereits wieder in Frankreich und steht hierfür nicht mehr zur Verfügung. Der Aurender W20 ist das Gerät, vor dem mir am meisten graut, wenn der Postmann dreimal klingelt, äh, wenn das Gerät wieder abgeholt wird...

STATEMENT

Wie lange gibt es die CD schon? Da muss erst eine Firma aus Korea kommen und uns zeigen, was wir die letzten 30 Jahre alles verpasst haben. Unglaublich! Mit dem Aurender W20 eröffnen sich neue Dimensionen der digitalen Wiedergabe. Und es sind noch nicht einmal alle Möglichkeiten ausgeschöpft, im Dualwire Betrieb sollte sich eine weitere Verbesserung ergeben. Obendrein sieht das Gerät auch noch gut aus! Darf es das überhaupt?
GEHÖRT MIT
Laufwerk Ayon CD-T
DAC Borbely Audio
Laufwerk Apolyt
Tonarm Triplanar
Tonabnehmer Clearaudio Goldmund, van den Hul Grasshopper
Vorstufe Shindo Monbrison
Endstufe Shindo Cortese, Thomas Mayer 6HS5 PSE, 45 SE
Lautsprecher WVL A100i, Ancient Audio Studio Oslo
Kabel Audio Consulting Reference RCA, Auditorium 23 LS

 

HERSTELLERANGABEN
TVLogic Aurender W20
Speicherkapazität 6TB
SSD Cache 240GB
Eingänge Coax, 2x EAS/EBU, BNC, Toslink, USB 2.0
Abmessungen (B/H/T) 430/106/370mm
Gewicht 19 kg
Preis 15000 Euro
Hersteller TVLogic
Internet www.aurender.com

Vertrieb
Hörgenuss für Audiophile
Anschrift Fichardstr. 56
60322 Frankfurt
Telefon +49 69 40326292
Fax +49 69 40326293
E-Mail info@hgfa.de
Web www.hgfa.de

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Sonntag, 22 September 2013 02:00

Can Jam Europe: ein gelungener Start

So entspannt wie auf dem Can Jam Europe konnte man auf wenigen Messen mit den Ausstellern plaudern: Es herrschte einfach Ruhe, während die Besucher intensiv Kopfhörer und die passenden Verstärker miteinander verglichen …
teaser


Die reine Kopfhörer-Messe in Essen war laut den Veranstaltern die erste ihrer Art in Europa. An einen spätsommerlichen Samstag – wie es am Sonntag lief, kann ich leider nicht berichten, da ich den Tag in Willerm Makkees Schneidestudio verbrachte – kamen zahlreiche interessierte Besucher auf das Gelände der Zeche Zollverein, die mittlerweile den Status eines Weltkulturerbes erlangt hat. Auch wenn im weitläufigen Inneren des architektonisch interessanten SANAA-Gebäudes keine Gedränge herrschte, war die Veranstaltung so gut besucht, dass die Plätze vor den Tischen mit Kopfhörern und den passenden Verstärkern fast ständig besetzt waren. Dass man nicht länger zu warten brauchte, um die Objekte seiner Begierde zu hören, trug zur entspannten Atmosphäre bei. Der erste Can Jam dürfte gewiss nicht die letzte gewesen sein.


 

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Dienstag, 17 September 2013 02:00

PMC DB1 Gold

Ein Kleinlautsprecher in limitierter Auflage mit Genen aus der Studiotechnik, der trotz minimaler Abmessungen nach dem Transmissionline-Prinzip arbeitet, kann nur von PMC kommen. Ob er sich auch im Heimbereich gut schlägt, zeigt folgender Test.
teaser


PMC und der deutsche Markt waren in den letzten Jahren irgendwie keine besonders glückliche Kombination. Während die Produkte der 1990 von Peter Thomas gegründeten Professional Monitor Company sowohl im professionellen als auch im Heimbereich für Aufsehen und teilweise hymnische Kritiken sorgten, war es hierzulande immer unverständlich still. Erst seit PADIS-Audio und damit Ralph Koenen sich um die Marke kümmern, geht es bergauf in Deutschland. Dabei ist die Geschichte eigentlich wie gemacht für eine Legendenbildung: Peter Thomas, Ingenieur bei der BBC war unzufrieden mit den für ihn zu technisch klingenden Monitoren und entwickelte kurzerhand einen eigenen. Die BBC lehnte eine Lizenzierung und Fertigung unter dem eigenen Dach ab. Also gründete Peter Thomas mit Adrian Loader PMC und verkaufte seinen Monitor an die BBC. Dies war die Geburt der BB5, die bis heute produziert wird.

Schlicht und schwarz. Die limitierte Version der DB1 Gold ist nur in einer Farbe erhältlich, der Name findet sich in goldenen Schraubenköpfen und dem Schriftzug wieder
Schlicht und schwarz. Die limitierte Version der DB1 Gold ist nur in einer Farbe erhältlich, der Name findet sich in goldenen Schraubenköpfen und dem Schriftzug wieder

Prägendes Merkmal aller PMC-Lautsprecher ist die sogenannte Advanced Transmissionline (ATL), bei der der rückwärtig vom Tieftöner abgestrahlte Schall den Bassbereich verstärkt. Im Gegensatz zum Bassreflexprinzip, wo der Schall über ein Rohr nach außen geleitet wird und sich zu dem des Tieftöners addiert, wird er in einer Transmissionline durch eine Umwegröhre nach außen geleitet, deren Länge exakt einer halbe Wellenlänge oder einem ungraden Vielfachen der zu verstärkenden Frequenz entsprechen muss. Die Tücke liegt im Detail. Die Röhre, die meist mehrmals gefaltet im Gehäuse geführt werden muss, um eine entsprechende Länge zu erreichen, bietet den unterschiedlichen Frequenzen, die das Chassis abstrahlt, unterschiedliche Weglängen. Deswegen muss gezielt bedämpft werden, um Resonanzen und damit Verfärbungen im Mitteltonbereich zu begegnen, aber nicht zu stark, um die Wirkung des Tunnels nicht zu beeinträchtigen. Phasenschweinereien gibt es gratis obendrauf, die auch noch in den Griff gekriegt werden wollen. Einher geht die Konstruktion meist noch mit einer Absenkung des Frequenzgangs zwischen 80 bis 120 Hertz. Und da die Gehäuse kompliziert und teuer zu bauen und dazu noch schwer sind, ist das Prinzip vom Fertig-Lautsprechermarkt fast komplett verschwunden. Immerhin brauchen die Gehäuse keine Wandversteifungen, das erledigen die Bretter für die Schallführung. Neben PMC fällt mir im Fertig-Lautsprechersegment nur noch T + A ein, die sich bei einigen Modellen für diese aufwendige Bauform entschieden haben.

Der gedämpfte Ausgang der Advanced Transmissionline liegt auf der Rückseite. Die Lautsprecherpaare sind abgeglichen: Zur Nummer 327 gehört die 328
Der gedämpfte Ausgang der Advanced Transmissionline liegt auf der Rückseite. Die Lautsprecherpaare sind abgeglichen: Zur Nummer 327 gehört die 328

Genug der Theorie. Die DB1 Gold ist der letzte Kleinlautsprecher aus der i-Serie, der noch einmal überarbeitet wurde und technisch jetzt der Profiversion DB1S+ entspricht. Und um das ganze günstiger zu gestalten, gibt es nur ein schwarzes Gehäuse, die Heimversion bekommt darüber hinaus goldene Schrauben und einen ebensolchen Schriftzug. Dafür konnte der Preis auf 1500 Euro für das Pärchen gesenkt werden. Eine Menge Geld für einen Lautsprecher, der gerade mal 4,5 Kilogramm wiegt und dabei nicht mal 30 Zentimeter hoch, etwas über 15 breit und knapp 24 Zentimeter tief ist. In diesem Gehäuse soll sich laut Datenblatt eine Umwegröhre mit einer Wirklänge von 1,5 Metern verbergen. Schwer zu glauben, aber die reale Länge dürfte etwas geringer ausfallen. Aber es geht ja um die akustisch wirksame Länge und, wie bereits angedeutet, sind die Verhältnisse bei Transmissionline-Lautsprechern nicht ganz so trivial.


Die 27 Millimeter-Gewebe-Hochtonkalotte wurde zusammen mit SEAS entwickelt und genau auf die Anforderungen von PMC abgestimmt
Die 27 Millimeter-Gewebe-Hochtonkalotte wurde zusammen mit SEAS entwickelt und genau auf die Anforderungen von PMC abgestimmt

Die PMC DB1 Gold werden, wie alle Lautsprecher der Firma, in Handarbeit in England hergestellt. Wenn ich so etwas in der heutigen Zeit lese, lacht mein Herz, und ich hätte den kleinen auch schräg geklebtes Furnier und überstehende Kanten verziehen. Aber nichts da, die PMC sind akkurat gearbeitet und verströmen noch etwas von handwerklicher Qualität, die man bei den Massenprodukten leider so oft vermisst. Der 14-Millimeter-Tieftöner mit beschichteter Papiermembran wird bei PMC gefertigt und gleich technisch an die akustischen Gegebenheiten angepasst. Die 27 Millimeter messende, ferrofluidgekühlte Gewebekalotte aus einem Polymer namens SONOLEX ist ein Gemeinschaftsprodukt mit SEAS und wird auch in allen PMC-Lautsprechern der i-, SE- und der Twenty-Serie eingesetzt. Lautsprecherkabel finden Anschluss über ein solides Bi-Wiring-Terminal, das auch größere Kabelquerschnitte aufnimmt.

Eigen gefertigte Chassis machen den Einsatz einer einfachen Weiche zweiter Ordnung mit hochwertigen Bauteilen möglich. Die Spulen sind handgewickelt und exakt auf den jeweils eingesetzten Lautsprecher abgestimmt
Eigen gefertigte Chassis machen den Einsatz einer einfachen Weiche zweiter Ordnung mit hochwertigen Bauteilen möglich. Die Spulen sind handgewickelt und exakt auf den jeweils eingesetzten Lautsprecher abgestimmt

Wer jetzt denkt: „Ab damit ins Regal!“, wird enttäuscht. Da die Transmissionline an der Rückseite der DB1 Gold endet, muss bei der Aufstellung ein Achtungsabstand zu Rück- und Seitenwänden eingehalten werden. Im Grunde verhalten sie sich kein wenig anspruchsloser als große Bassreflexlautsprecher. Neben der Frage, wie PMC die vielfältigen Herausforderungen der TML in den Griff gekriegt hat, interessiert mich besonders die Verwandtschaft zum professionellen Lager. Oft genug wird dessen Vertretern eine zwar hochpräzise, aber emotional wenig involvierende Darstellung nachgesagt, die im Heimbereich vielen Leuten schlicht und ergreifend auf die Nerven geht.

Etwaige Probleme bei der Abstimmung der Transmissionline kann man nach den ersten Takten ad acta legen. Mal wieder Elbtonal-Percusssion mit „Mirimba Spritual“ von der in concert. Der ganz leise Anfang mit einem Marimbaphon kommt völlig klar, frei und schlackenlos rüber. Dabei wird sowohl die Größe als auch das Volumen realistisch wiedergegeben. Der Anschlag und das freie Schweben der Töne stehen völlig frei und realistisch im Raum. Befürchtungen, dass der doch recht kleine Lautsprecher im Verlauf der Stücke ob der dann auch geforderten Tieftonattacken einknickt, zerstreut dieser mit einer erstaunlichen Pegelfestigkeit. Auf eine Anhebung des Bereichs um 100 Hertz wurde verzichtet, ja es ist sogar die prinzipbedingte Senke in diesem Bereich zu beobachten. Am Anfang von „Paradies“ derselben CD werden Klanggläser angeschlagen, die entstehende Tonsäule per Hand moduliert. Die PMC stellen diese Klangsäulen extrem sauber und plastisch dar und düpieren damit meine geliebte Hausreferenz Rogers Studio 1 regelrecht: Die schmiert und verfärbt im direkten Vergleich. Das ist noch nie passiert. Brutal! Die Rogers kontert zwar mit einem richtigen Pfund untenrum, das die PMC nicht zustande bringt, die bringt aber wiederum wesentlich mehr Information im Bassbereich zustande. Ich bin glücklicher Besitzer eines superb klingenden Mitschnitts der Radioübertragung vom Esbjörn Svensson Trio Live In Paris 2005. Am Anfang gibt es eine Anmoderation und den Anfangsapplaus, der einen direkt in die Aufnahme versetzt. Die Qualitäten der DB1 Gold bei Live-Aufnahmen sind bestechend und das frequenzunabhängig. Großes Kino. Hier fallen mir wieder die großartigen Amphion ION+ ein. Über diese schrieb ich: „Leise angeschlagene Glöckchen schweben unglaublich lange aus, bis sie immer leiser werden und danach noch eine Spur Schwingung hinterlassen, die man eher spürt als hört.“ Das können die PMC auch. Dabei zeigen sie aber auch genau an, wie groß das Glöckchen ist und wo dieses in der Percussion aufgehängt ist. Jetzt mal etwas böses aus der akustischen Ecke: Ravels „A la manière de Borodine, valse“ gespielt von Begona Uriarte und Karl-Herrmann Mrongovius für vier Hände ist dynamisch, klangfarbenstark und sehr schnell. Und ja, das ist ein Klavier. Natürlich sind die ganz tiefen Register nicht da, und die Wucht eines echten Flügels können die PMC nicht transportieren. Aber den ganzen Hallraum mit dem entsprechenden Druck und jedes Detail und dies trotz der Abstriche in realistischer Größe. Wenn man etwas über die einzelnen Frequenzbereiche sagen will – oder muss wie ich in diesem Fall –, dann fällt bei aller Auflösung im Hochtonbereich auf, dass dieser niemals klingelt oder einem ungebührlich an den Ohren zerrt.


Die PMC bringt nicht das eine oder andere Detail ans Licht, sondern stellt, wenn vorhanden, teilweise Dinge in den Raum, die man bis dahin tatsächlich noch nicht gehört hat. Das hat nichts mit Betonung zu tun. Die Abwesenheit von Verzerrungen machen einfach den Blick frei. Ein schönes Beispiel ist eine Nummer, die ich immer nehme um zugucken,wie die jeweilige Komponente mit schlecht produzierter Musik zurecht kommt. Depeche Modes  „Dream On“ von der Exiter ist so ein Kandidat. Die haben diese Überkompression quasi erfunden. Das hört man dann auch sehr schön über die PMC DB1 Gold. Gemein tickernde Höhen und teilweise abrupt abgehackte und damit verzerrte Impulse bringt sie deutlicher als normale Lautsprecher. Und als man die CD schon möglichst schnell wieder aus dem CD-Player entfernen will, fällt einem auf, wie doppelt schade das klangliche Anbiedern an den vermeintlichen Marktgeschmack ist. Im Mitteltonbereich enthüllt die PMC so viel liebevoll im Kreis gemischtes Sythiegetingel in einer neuen Raumschicht mit diversen, bis dato noch nicht gehörten Einzelheiten, dass man es jammerschade findet, dass diese an sich sehr ambitionierte Aufnahme so kaputt produziert wurde.

Verstärkter Gusskorb, Papiermembran mit Beschichtung. Der konventionell anmutende Tieftöner der PMC wird im Haus gefertigt. Chassis von der Stange sind kaum für den Einsatz in einer Transmissionline geeignet
Verstärkter Gusskorb, Papiermembran mit Beschichtung. Der konventionell anmutende Tieftöner der PMC wird im Haus gefertigt. Chassis von der Stange sind kaum für den Einsatz in einer Transmissionline geeignet

Die Kehrseite der Medaille bei aller Präzision und Richtigkeit zeigt sich bei eher lustlos produzierter Musik. Auf einigen frühen Ausgaben von Tori Amos Boys For Pele gibt es eine zusätzliche Version von „Professionel Widow“, nämlich den „Just Da Funk Remix“ von jemandem, der sich Armand Van Helden nennt. Keine Ahnung, wie und warum der Titel auf der CD gelandet ist. Über die DB1 Gold klingt das alles sehr klein und man sieht quasi, wie jede neue Spur mit der Maus am Computer dazugeklickt wird und startet. Über den Rechner mit einem Koss Porta Pro macht so was richtig Druck und Laune, mit den PMC löst es irgendwas zwischen Langeweile und Aggression aus. Um nicht falsch verstanden zu werden: Der Rest der CD klingt ganz ausgezeichnet über die DB1 Gold. Wer sich also vorwiegend im Bereich elektronischer Musik aufhält, sollte sich wohl woanders umgucken. Auch Tiefbassfetischisten und Freunde von Drum 'n' Bass sind hier falsch. Mit solchem Programm treibt man die PMC doch recht schnell ans Limit und bringt sie ins Komprimieren. Alles, was halbwegs handgemacht ist, kann über die PMC allerdings zum außergewöhnlichen Erlebnis werden, wenn man mit den Limitierungen des Datenträgers klar kommt.

Bisher habe ich noch nichts über die Stimmwiedergabe gesagt, und die ist schlicht und ergreifend sehr, sehr gut. Bisher duldete die Rogers keinen Gegner und verwies alle bisher bei mir befindlichen Lautsprecher auf die Plätze. Die PMC zog gleich. Sehr klar, authentisch und mit der richtigen Balance zwischen Artikulation und Volumen sind da einfach Stimmen. Die Rogers klingt schöner, die PMC mit weniger Belag auf den Stimmbändern. Ob Chor oder Solo, hier liegt eine weitere Schokoladenseite der PMC DB1 Gold. Die ausgeprägte Feindynamik steht einer etwas eingeschränkten Grobdynamik gegenüber. Obwohl die physikalischen Grenzen im ersten Moment durch die TML scheinbar aufgehoben sind, kommen die Lautsprecher bei massiven Einsätzen irgendwann an ihre Grenzen.

Räumlich agiert die PMC in der Tradition von Studiomonitoren. Die Stereobreite ist voll da, links und rechts daneben nur ganz wenig. Wenn es die Aufnahme hergibt, ist die räumliche Tiefe grenzenlos, sonst eben nicht. Dabei bleibt die Abbildung bis zu hohen Pegeln hin akkurat und selbstverständlich. Instrumente im Raum werden plastisch und mit dem angemessenen umgebenden Raum dargestellt, sind aber nicht wie mit den Seziermesser aus dem Klanggeschehen herausgeschält und versilbert. In diesem stabilen Raum findet sich dann auch bei Altbekanntem hier und da noch mal ein Detail, das bis dato nur so am Rande vor sich hinspielende Klavier im Hintergrund hat auf einmal feindynamische Abstufungen in den Anschlägen. So scheint das richtig zu sein und anders will man das dann auch gar nicht mehr hören. Was es dabei gar nicht gibt, sind Verfärbungen. Hier wird nichts verkuschelt oder beschönigt oder aufgepeppt. Wenn es rockt, dann sind das die Musiker, nicht die Lautsprecher.

Ein Wort noch zum Bass. Natürlich kann so ein kleiner Lautsprecher nicht mit großen Kisten in diesem Bereich mithalten. Was aber sauber und vor allem unverdröhnt aus  diesen Kistchen kommt, ist schon beeindruckend, zumal auch hier sehr viel Feininformation freigelegt wird. Und die DB1 Gold bringt noch ein anderes Kunststück fertig.: Obwohl eher schlank und ohne Oberbassanhebungen, bringt sie trotzdem die genau richtige Fülle. Ein Beispiel. Ältere digital produzierte Pop-Aufnahmen klingen oft ausgedünnt und zu knallig. Die Blaze of Glorie von Joe Jackson von 1989 ist so ein Fall, wo der Tonmensch noch nicht so richtig wusste, was er mit der neuen Technik nun wirklich anfangen soll. Über die meisten Lautsprecher klingt das schon sehr dünn und ohne Bass. Die PMC bringt an entsprechender Stelle das benötigte Pfund im Tieftonbereich und Fleisch in den unteren Mitten, der die Aufnahme dann eben doch gut anhörbar macht.


Haben nur geringe Ansprüche an den treibenden Verstärker
Haben nur geringe Ansprüche an den treibenden Verstärker

Sehr erfreulich ist die völlig unproblematische Zusammenarbeit mit Verstärkern kleiner Leistung. Der Wirkungsgrad ist hoch, und auch Besitzer von Röhrenverstärkern sollten mit der PMC glücklich werden können.

STATEMENT

Klein, stark, schwarz ist nur die eine Seite. Die PMC DB1 Gold spielt dermaßen klar, unverfärbt, sauber, räumlich und detailliert auf, dass man sich eine Steigerung nur schwer vorstellen kann. Der schlanke, schnelle Bass scheint einem wesentlich größeren Lautsprecher zugehörig zu sein. Der Transfer aus dem Studio gelingt mustergültig. Also schnell zugreifen, so lange es diese limitierte Version noch gibt. Sie hat das Zeug zum Klassiker.
GEHÖRT MIT
Analoglaufwerk TW-Acustic Raven .5, Rega SplitSlab + daCapo-Steuerung
Tonarme Rega RB 250, RB 300 Cardas/XLO
Tonabnehmer Goldring G-1022GX, Audio Technica 450E OCC
Phonopre Heed Questar MM, Graham Slee Audio Era Gold V + PSU1
CD-Spieler Denon DCD-1290
Verstärker music hall a15.2
Lautsprecher Rogers Studio1, RFT BR 26
Kabel TaraLabs, RG142, Vovox, Sommer, Oehlbach, Baumarkt

 

HERSTELLERANGABEN
PMC DB1 Gold
Prinzip 2-Wege-Transmissionline
Hochton 27 mm Solonex-Kalotte
Bass 14 cm Konus
Übertragungsbereich 50 Hz - 25 kHz
Wirkungsgrad 87 dB 1w/1m
Übergangsfrequenz 2 kHz
ATL-Länge 1,5 m
Impedanz 8 Ohm
Abmessungen (BxHxT) 155 x 290 x 234 Millimeter      
Gewicht 4,5 kg
Preis 1500 Euro


VertriebPMC Home-Hifi-Vertrieb
Anschrift August-Thyssen-Straße 13a
45219 Essen-Kettwig
E-Mail info@progressiveaudio.de
Internet www.pmc-speakers.de

Weitere Informationen

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Freitag, 13 September 2013 02:00

PS Audio NuWave DAC

Erst vor wenigen Jahren setzte PS Audio einen Meilenstein bei den DA-Wandlern: Der DL III definierte den Maßstab in der Vernunft-Klasse. Wer ihn besitzt, kann auch heute noch damit genüsslich Musik hören und Innovationen gelassen verfolgen. Doch vor einigen Monaten erschien dann der NuWave auf der Bildfläche, schließlich ist das Angebot an Wandlern mit hervorragendem Preis-Gegenwert-Verhältnis zur Freude aller Musik-Freunde enorm gewachsen.
teaser


Die Bedienungselemente werden dank möglicher Automatik selten gebraucht. Übersichtlich und klar werden die Funktionen angezeigt
Die Bedienungselemente werden dank möglicher Automatik selten gebraucht. Übersichtlich und klar werden die Funktionen angezeigt

Äußerst ansehnlich kommt der NuWave in seinem wohlproportioniertem, mehr tiefem als breitem Gehäuse mit schwarzem Acrylglasdeckel daher. Dieses gibt es entweder in Aluminium wie mein Testexemplar oder in schwarz eloxiert. Entsprechend dem aktuellen PS Audio Design ziert ihn die seitlich abgerundete Front. Das Logo und wenige Anzeige-LEDs sowie zwei Taster zur manuellen Wahl des Eingangs und des Upsamplings sorgen für ein dezentes und hochwertiges Gesamtbild. Sie können entscheiden, ob Sie den NuWave automatisch den Eingang wählen lassen. Dies macht er zuverlässig, sobald nur an einem der drei Eingänge – USB, Optical oder Coax – ein Signal anliegt. Die entsprechende blaue LED sowie die Locked-LED leuchten und zeigen die Betriebsbereitschaft an. Selbstverständlich können sie auch manuell den Eingang mit einem der beiden Taster anwählen. Der zweite Taster schaltet zwischen dem Native-Modus oder 192 kHz-Upsampling hin und her, was ebenfalls mittels blauer LEDs bestätigte wird. Sie bestimmen hiermit, ob der Wandler die originäre Abtastrate verwendet oder das Signal vor der Wandlung auf 192 Kilohertz hochrechnet. Schon auf der Website des Herstellers wird eindeutig die native Variante präferiert. Auch Jürgen Sachweh vom deutschen Vertrieb hifi2die4 spricht sich eindeutig dafür aus, kennt aber aus seiner Erfahrung auch Zuspieler, denen die Jitter-Bereinigung durch das Upsampling gut tut.

Die Rückseite beherbergt alle Anschlüsse. Der harte Netzschalter ist der einzige Power-Schalter am Gerät
Die Rückseite beherbergt alle Anschlüsse. Der harte Netzschalter ist der einzige Power-Schalter am Gerät

Die Rückseite des NuWave wird von den symmetrischen und unsymmetrischen Ausgängen für beide Kanäle, den drei bereits erwähnten Digital-Eingängen, der Netzbuchse und dem harten Ein-Aus-Schalter sauber gegliedert. Nimmt man die zweiteilige Acryl-Aluminium-Abdeckung vom Gehäuse, liegt nahe darüber nachzudenken, was das PS in PS Audio bedeuten könnte. Power Supply drängt sich beim Blick ins Innere wie von selbst auf. Der mächtige Ringkerntrafo ist der Eye-Catcher der aufwändigen Stromversorgung. Es ist ja allgemein bekannt, dass PS Audio die Branche nicht nur durch DA-Wandler wie den DL III oder das aktuelle Top-Model PerfectWave DAC beeindruckt. Mindestens ebenso so hoch gelobt und gefragt sind die Komponenten zur Strom-Optimierung. Da ist PS Audio erfolgreich und klanglich überzeugend neue Wege gegangen. Nun, die wahre Erklärung des Namensteils PS ist dann doch ganz einfach diese: Paul McGowan (P) und Stan Warren (S) haben 1973 das Unternehmen in Santa Maria, Kalifornien, gegründet. Damals starteten sie mit einem Phono-Vorverstärker.

Die Stromversorgung dominiert das Innere des NuWave.
Die Stromversorgung dominiert das Innere des NuWave.

 

Neben dem imposanten Netzteil glänzt der NuWave durch eine komplett symmetrische analoge Stufe in reiner Class A Schaltung. Die Anlieferung des USB-Signals erfolgt per XMOS Prozessor, ein Bauteil vom Feinsten, wenn es um die Aufbereitung des asynchronen USB-Signals geht. Die DA-Wandlung übernimmt ein Burr Brown SRC4192 Chip. Damit werden ansehnliche 123 dB Dynamik und lächerliche 0,0005% Überalles-Verzerrungen erreicht. Neue Taktuhren sorgen für minimale Jitter-Werte. Insgesamt ist der elektronische Aufbau keineswegs an den Vorgänger angelehnt, sondern an entscheidenden Stellen mit dem großen Bruder PerfectWave DAC verwandt. Und dieser gehört bekanntlich mit zum Besten, kostet allerdings mehr als das Dreifache. PS Audio weist darauf hin, dass man dem NuWave sowohl bestmöglichen Strom als auch ein hochwertiges USB Kabel für die saubere Übertragung der Bits vom Computer spendieren sollte. Denn überwiegend dürfte der NuWave wohl für diesen Zweck gekauft werden. Zudem kann er über Toslink oder S/PDIF manchen Digital-Tuner oder CD-Spieler aufwerten. Den Herstellerempfehlungen folgend habe ich den NuWave mittels MudrAkustik-Netzkabel an die Netzleiste mit Trenntrafo aus gleichen Hause angeschlossen und mit dem Audioquest Carbon USB die Verbindung zum Apple MacMini hergestellt.

Oberhalb der vier am unteren Bildrand erkennbaren Netzteil-Kondensatoren sitzen auf Kühlkörpern die Spannungsregler. Die Eingangsplatine mit dem X-Mos-Chip ist über der Hauptplatine montiert
Oberhalb der vier am unteren Bildrand erkennbaren Netzteil-Kondensatoren sitzen auf Kühlkörpern die Spannungsregler. Die Eingangsplatine mit dem X-Mos-Chip ist über der Hauptplatine montiert

Schnell erkennt ein geschultes Ohr: Beim NuWave stimmt die Musikalität. Er klingt erfreulich unauffällig und das bitte ich, als großes Lob zu verstehen. Ganz gleich, welche Art von Musik er zu verarbeiten hat, tut er dies unaufgeregt, sehr harmonisch und mit viel Liebe zum Detail. Jegliche Aggressivität ist dem PS Audio fremd, ohne dass er dabei den Glanz der Musik zu kurz kommen ließe. Höhen reproduziert er stets offen und facettenreich. Das Klangbild gefällt durch Homogenität, Transparenz und packende Dynamik. Auch an langen Hörabenden wird der NuWave niemals lästig, sondern macht geradezu süchtig nach weiterem Hörgenuss. Beim Umschalten vom Native-Modus auf die Upsampling-Variante konnte ich bei einigen Musikstücken keinen nennenswerten Unterschied hören, bei vielen war die native Variante jedoch noch feinzeichnender und explosiver. Somit habe ich letztlich den NuWave in meiner Anlage ausschließlich in dieser Spielart betrieben. Die klanglichen Unterschiede von denselben Musikstücken in unterschiedlichen Auflösungen wie 96 Kilohertz und 192 Kilohertz arbeitet er säuberlich heraus. Da kann man nur hoffen, dass der Wandler mit seinem Preis von 1200 Euro für viele Musikfreunde im erreichbaren Bereich liegt.

Dass Aufwand im Detail getrieben wird, ist auch am Gehäuse erkennbar. Zur Vermeidung von Resonanzen ist der Deckel vielfach verschraubt und besteht zuunterst aus einer Aluminium-Platte und darüber aus Acrylglas
Dass Aufwand im Detail getrieben wird, ist auch am Gehäuse erkennbar. Zur Vermeidung von Resonanzen ist der Deckel vielfach verschraubt und besteht zuunterst aus einer Aluminium-Platte und darüber aus Acrylglas

Der teure, große Bruder, der PerfectWave DAC, gelangte eher zufällig auch für einige Zeit in meinem Hörraum. Da liegt ein Vergleich nahe. Zwischen Perfect- und NuWave gibt es klanglich nicht überhörbare Unterschiede in puncto Feinzeichnung und Leichtigkeit der musikalischen Darbietung, und auch noch in einigen anderen Disziplinen. Dennoch ist die tonale Verwandtschaft und die Ähnlichkeit der gezeigten Qualitäten frappierend. Wer sich den PerfectWave leisten kann, wird viel Freude daran haben. Aber für sehr viel weniger Geld bietet der NuWave dessen entscheidenden Qualitäten ebenfalls und wird seinen Besitzer nichts vermissen lassen, weil das, was er macht, stimmig ist – eben musikalisch, bei jeder Art von Musik, die ich in den vergangenen Wochen mit dem NuWave hörte.


Insgesamt edel und nicht allzu groß passt der PS Audio NuWave in viele Anlagen. Musikalisch hätte er das verdient wie wenige Andere
Insgesamt edel und nicht allzu groß passt der PS Audio NuWave in viele Anlagen. Musikalisch hätte er das verdient wie wenige Andere

STATEMENT

Wer nicht zu den besonders investitionsfreudigen unter den Audiophilen gehört, findet im PS Audio NuWave einen hervorragend gelungenen Wandler. Die Kompromisse zugunsten des Preises – im Vergleich zum PerfectWave – bleiben nahezu unbemerkt, einfach weil er alles Wesentliche richtig macht. Insbesondere bereitet er großes Hörvergnügen.
GEHÖRT MIT
Computer Apple MacMini / Mountain Lion / Amarra 2.4 / Antelope Zodiac plus
CD-Player Primare DVD 30 /Antelope Zodiac plus
Plattenspieler Kenwood KD-990 mit Kunststeinauflage
Tonabnehmer Benz-Micro Glider L2
Phonostufe Primare R-20
Vorverstärker T+A P-10 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern
Equalizer für Bass LA-Audio EQ 231G
Endstufen Primare A-32 (2 x) für Bass, Spectral DMA 100 S mit Enacom-Cinch für Mittelhochton oder Air Tight ATM-3 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern
Lautsprecher Triangle Magellan Grand Concerto sw2 (Bi-Amping)
Zubehör Audioquest Diamond und Carbon USB, Inakustik Black&White NF-1302, Mogami 2549, QED Genesis Silver Spiral mit Enacom LS, Audioquest GO-4, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Raum-Absorber
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden

 

HERSTELLERANGABEN
PS Audio NuWave DAC
Digitale Eingänge SPDIF Coax, Toslink, USB 192kHz asynchronous
Analoge Ausgänge RCA and XLR balanced outputs
Besonderheiten High current class A output stage, Native mode oder 192kHz upsample wählbar, Low jitter PerfectWave clocks, Class A fully balanced discrete analog electronics, Burr Brown 24 bit DAC chip
Maße (B/H/T) 21/5/35cm
Garantie 3 Jahre
Preis 1200 Euro

 

VERTRIEB
HiFi 2 die 4
Anschrift Austrasse 9
D-73575 Leinzell
Telefon 07175 90 90 32
Mobil 0179 2991449
E-Mail hifi2die4@gmx.de

Weitere Informationen

  • Imagefolder tests/13-09-13_psaudio
Der Beginn unsere Kooperation mit dem polnischen online-Magazin High Fidelity war ein Interview, das dessen Chefredakteur Wojciech Pacula mit mir führte und in Polnisch und kürzlich auch in Englisch veröffentlichte. Da sich eine Reihe von Gedanken zu unseren Magazin darin finde, die wir an dieser Stelle nie äußerten, sollten wir es Ihnen nicht vorenthalten, meinte Kollege Helmut Baumgartner. Er kann manchmal sehr überzeugend sein.
teaser


Some of our actions don’t seem to bring immediate results, no matter how hard we try. Even if we bend over backwards, nothing comes out of it. In such situations it’s worth remembering the ripple effect principle – a stone thrown into water produces concentric ripples that spread out in all directions. If it hits other ripples, they get amplified and grow bigger. Apparently, something like that happened to me and to Dirk Sommer. He was born in 1957 in Dortmund, a German city that's well know because of its football team Borussia Dortmund with three Polish football players. He studied electronics for one year and switched to German and Latin language. He graduated in 1988 as a high school teacher and taught German language to adults for some years before he began further studies to become a technical author. After finishing it he was offered two jobs: one as lecturer for technical documentation in the northern part of Germany and one as an author for a high-end magazine in Bavaria. And although he preferred the sea to the mountains, he decided to turn his hobby and passion into his daily job and started working as an editor for the German magazine “HiFi Exklusiv”, which, at the end of 1994 was transformed into the leading German high-end magazine of that time, „image hifi”. Following the launch of issue 01/99 he became its chief editor.

We are cutting the originals session tapes to assemble the master tape. So we can avoid a tape copy which lowers the signal to noise ratio – like any copy in the analog world
We are cutting the originals session tapes to assemble the master tape. So we can avoid a tape copy which lowers the signal to noise ratio – like any copy in the analog world

And this is how I met him during, as far as I remember, the first or second Munich High End show, fresh after it moved over from the Kempinski Hotel in Frankfurt. Dirk caught my interest straight away when I saw his magazine and heard the vinyl records he produced. He was already a recognized sound engineer and producer of technically refined and perfectly realized LP records. The magazine of which he was the chief editor could have been described in a similar manner: stylistically refined, superbly edited and intrinsically coherent. It was then one of the best looking magazines in the world. And although much has changed since and Dirk has nothing to do with it anymore (except for past memories, experience and some friends he made during those years), his former magazine can be still regarded as the symbol of elegance. Something evidently had to go wrong in that perfect machinery, as was once hinted at by Cai Brockmann, another refugee and now a chief editor of the printed magazine “Fidelity” (see HERE). Dirk left in 2009 and started his own web magazine “HiFiStatement”. That’s how we met again, in a wholly new situation. I asked him about what’s changed since then and what happened to “image hifi”, and about his work as a music producer soon before we decided about our collaboration – the exchange of published materials, meetings, etc. This is really a new beginning and we have some pretty interesting ideas that have been brewing in our minds.

Charlie Mariano and Dieter Ilg perfoming in the chapel of the Castle Solitude in Stuttgart. Birgit Hammer-Sommer and Dirk Sommer of sommelier du son (in the background) are recording the session
Charlie Mariano and Dieter Ilg perfoming in the chapel of the Castle Solitude in Stuttgart. Birgit Hammer-Sommer and Dirk Sommer of sommelier du son (in the background) are recording the session

Wojciech Pacuła: We’ve met a few years ago when you were the editor of “Image Hifi” magazine and it was in full swing. What happened?
Dirk Sommer: In 2009, the publishers wanted to change the focus of Image HiFi: The products reviewed should be more affordable and there should be more computer hi-fi. I don't have anything against computer hi-fi, as you will notice when you take a look at “hifistatement.net”, my new online magazine. But I was convinced that the quite conservative subscribers, readers and advertisers of Image HiFi won't follow the new direction. So I refused to make the change and left the magazine. By looking at one of the actual issues everybody can decide for themselves how much Image HiFi succeeded in paying more attention to affordable gear and computer hi-fi.


Matthieu Latour, Nagra's marketing director (right), and Dirk Sommer in the recording container at the Montreux Jazz Festival in 2011. The mixdown to two track was recorded to two Nagra T Audio. Leon Russells The Montreux Session has been published on LP in May 2013
Matthieu Latour, Nagra's marketing director (right), and Dirk Sommer in the recording container at the Montreux Jazz Festival in 2011. The mixdown to two track was recorded to two Nagra T Audio. Leon Russells The Montreux Session has been published on LP in May 2013

Wojciech Pacuła: I spoke with Cai Brockmann, the chief editor of “Fidelity”, and he told me that German magazines are in bad shape. Do you agree?
Dirk Sommer: I prefer not to talk too much about fellow competitors. But one can state, that there are an awful lot of magazines around and the German Hi-fi-market is still decreasing. So it's hard to get your share of the market that you need to keep the quality of your publication up.

Wojciech Pacuła: How did you start “HiFiStatement.net” magazine? Where did the idea come from?
Dirk Sommer: When I left “image hifi”, in 2009 hifistatement.net already existed. A real hifi-enthusiast and attorney had founded the magazine a few months before. He had gathered some well known authors around him and started the magazine as a hobby project. There have been articles translated into English and French as well. But the magazine wasn't run really professionally: Doing some of the writing and all the administration besides his main job was too much work for the publisher. But I liked his idea of “hifistatement.net”, met him, discussed a few things with him and all of the sudden was the editor of an online magazine. When personal reasons made it impossible for the publisher to carry on with hifistatement in 2011, I decided to take over and continue the magazine. As soon as I started to work for the magazine in this – at least for me – new medium, I tried to find special things an online magazine can offer to his readers, but that are impossible to do in a printed one. So I developed the idea of our Klangbibliothek (i.e. library of sound): When doing a review of a cartridge, we always record the same three songs with this cartridge. So we get three wav.-files in 24/96 with the special sound of this cartridge, which we offer as a free download. If you listen to these files, you get a very good impression of the sound of the cartridge, especially in comparison to other cartridges. At the moment our Klangbibliothek offers 49 different files. And there are the Statements From Birdland, articles about jazz concerts with a review from a local newspapers, atmospheric pictures and one song that can be downloaded in CD-qualitity, high resolution and sometimes even as a DSD-file. You see, the idea of lauching “hifistatment.net” was not mine, but in the meantime you'll find some ideas in this magazine that could only be realized in an online publication.

The analog recording equipment – and a Nagra LB for the digital backup – in the Abbey of Noirlac in the middle of France. In this very special acoustic we recorded a quintet around Michel Godard and Steve Swallow: Soyeusement (sds 0015-1)
The analog recording equipment – and a Nagra LB for the digital backup – in the Abbey of Noirlac in the middle of France. In this very special acoustic we recorded a quintet around Michel Godard and Steve Swallow: Soyeusement (sds 0015-1)

Wojciech Pacuła: Do you think that printed magazines can learn something from web magazines? How about vice versa?
Dirk Sommer: The examples above show that there are things you can't do in a printed magazine. But because of my history with Image HiFi, for me a well made printed magazine is still the benchmark in some aspects: Writing in the internet should be done with the same knowledge and care as in print. For me the pictures are an important part of a magazine, where ever it is published. All pictures for our reviews are taken in hifistatement's own photo studio by Helmut Baumgartner, a professional photographer who is into High End equipment and especially turntables since his early youth. With one click you can enlarge the photos in our articles and even zoom into them without losing resolution. There is no reason – except keeping the production costs as low as possible – to use manufacturers’ pictures only, just because you are an online magazine. For me, it is ideal is to preserve the high standards of writing and taking pictures as in high quality printed magazines and add new features that are only possible online.


Sometimes the listening room changes to a post production or mastering studio: two Studer 810 that we used for the recording on location and a Acousta P100 desk, that we bought from the Austrian broadcast
Sometimes the listening room changes to a post production or mastering studio: two Studer 810 that we used for the recording on location and a Acousta P100 desk, that we bought from the Austrian broadcast

Wojciech Pacuła: What is the status of vinyl right now?
Dirk Sommer: It is the only “hardware” music format with increasing sales figures. This makes vinyl interesting even for larger record companies. I guess vinyl will be even more important in near future. Younger people that don't care too much about Hi-Fi or High-End equipment are attracted more and more by this format. And they are not DJs, just music lovers.

Wojciech Pacuła: Please tell me about your own sommelier du son company.
Dirk Sommer: Some years ago, I was in a mastering studio and the sound of a master tape played back on a Studer A80 impressed me so much that I bought one of these tape recorders less than a month later. The sound of a good tape is much better than that of any CD and even any LP. As usual with things that I like, I started to collect Studers and Nagras. By the way, at the moment there are six analog tape recorders ready to be used. But for me it didn't make sense to collect them only, so I tried to use them for recordings. And it was much easier than we thought to make recordings of well known (jazz) musicians. Because double bass is my favorite instrument in jazz – I own one, but I do not dare to say I play it – sommelier du son first LP is a recording of a solo bass concert by Dieter Ilg, one of Europe's best bass players. To give our record producing activities a legal form, Birgit, my wife and I founded sommelier du son in late 2008 – mainly for fun. Our idea was to record and produce music we both like, doing this throughout in an all analog way and selling the LPs without any pressure. Nothing against reissues – if it's not the 100th edition of Kind of Blue –, but sommelier du son releases new recordings only. The first album simply entitled Bass was followed by LPs with Charlie Mariano and Dieter Ilg (Goodbye Pork Pie Hat) and with a Quintet around Michel Godard and Steve Swallow (Soyeusement – Live At Noirlac). In 2011 our analog activities had surprising consequences: I received a call from one of the managers of Edel. This company on the stock exchange, has several hundred employees, owns the Optimal pressing plant that manufactured all the Eterna and Amiga records in the days of the former GDR, and produces, distributes and sells books and records. I was asked to produce a series of audiophile records, later named the Triple A Series. Of course I agreed: We recorded the German trumpet player Joo Kraus & The Tales In Tones Trio performing Michael-Jackson-songs (Captured For Good), the blues/rock-singer Inga Rumpf (White Horses) and in Cooperation with Nagra Audio Leon Russell at the Montreux Jazz Festival (The Montreux Session). And now we are working on several other recording and producing projects for sommelier du son, Edel and hifistatement.

My listening room seen from the chair on the sweet spot: The iMac is only used for playing back music with Amarra or Pure Music or working on recordings with Sonic Studios mastering software soundBlade. And yes, I really like the Acoustic Systems resonators
My listening room seen from the chair on the sweet spot: The iMac is only used for playing back music with Amarra or Pure Music or working on recordings with Sonic Studios mastering software soundBlade. And yes, I really like the Acoustic Systems resonators

Wojciech Pacuła: How should a good vinyl record be made?
Dirk Sommer: Sommelier du son controls its vinyl releases from the all analog recording to the pressing. And the tasks we can't do on our own, we give to people we trust. Whenever possible, I take part in the process: I'm in the cutting studio when the transfer from the tape to lacquer is done. I bring the lacquer to the pressing plant myself because the time between cutting and silvering it should be as short as possible. I firmly believe that if you have good personal contact with the people who work on your project, this will add some extra percentage of quality. On the recording side, we try to use a few channels only, choose a simple but good microphone set up, avoid the use of sound controls, filters and effects if possible and mix to two tracks on location. So every mistake of the musician or the sound engineer is burned on the tape without the chance to correct it afterwards. That leads to a special concentrated atmosphere. There is no “we fix it in the mix”. You either make it right on the spot or the moment is gone. If we do a good job we can cut directly from the session tapes, without any mastering, like adding a little – analog–reverb or making subtle tonal corrections.


Wojciech Pacuła: What about most of new vinyl records that are made from hi-res digital files. Are they worth our interest?
Dirk Sommer: There are many audiophiles and music lovers that are happy about these LPs from hi-res-files. But to me, it feels a little bit like cheating the customer. I see no reason to manufacture LPs from digital sources.

Wojciech Pacuła: And what about hi-res files?
Dirk Sommer: Hi-res helps the dedicated music lover make his peace with digital. I really can enjoy recordings in hi-res. It is second only to analog or in the best case, even equally as good.

Hifistatement's office: two chairs in the listening room and a MacBook. It's a kind of privilege to work being surrounded by music
Hifistatement's office: two chairs in the listening room and a MacBook. It's a kind of privilege to work being surrounded by music

Wojciech Pacuła: Did you compare PCM and DSD? Which one is better? Why?
Dirk Sommer: I can remember a review of an upsampler and a converter from DCS I did in “image hifi” no. 42 in 2001: A normal CD sounded significantly better when its 16 bit 44.1 kHz signal was converted to a DSD-stream than when it was upsampled to 24 bits and 176.4 kHz or 192 kHz before it was sent to the DAC. I guess the filters used when converting DSD to analog are more pleasing to the human ear than the ones used for converting hi-res PCM to analog. Last month I converted some analog master tapes to hi-res and DSD to prepare our albums for downloads. I'm still checking different converters, but to my ears DSD has a small advantage over 192 kHz. So I can understand the hype about DSD converters especially in the US and Japan. But you have to be careful: It's nearly impossible to do a recording in DSD without changing to hi-res when mastering or ever changing the volume of it. And having a DSD that has been hi-res once is a little bit like producing LPs from hi-res files.

Wojciech Pacuła: How about good ole CDs? Is there any future for it?
Dirk Sommer: One has to admit that there are good sounding CDs nowadays. But hi-res and DSD files – and vinyl – offer a superior sound. That's why there is no longer any need for CDs in the audiophile world. But I think that the CD will survive some time in the mass market. There are many people that don't want to mess around with computers.

“HiFiStatement” is web portal-oriented, without regular publication dates and with an „open” architecture.
“HiFiStatement” is web portal-oriented, without regular publication dates and with an „open” architecture.

 

Wojciech Pacuła: If you could point out the most interesting recent trends or techniques, what would it be?
Dirk Sommer: Without any doubt hi-res and DSD from the computer, the software players like Amarra, Pure Music and Audirvana – in the world of Macs – and the superb sounding affordable DACs are the most interesting topics today. Never before has the listener had the chance to come so near to the real thing: the master recordings.

Triple A series records contain material registered on analog tape recorder, mixed on analog mixing console and released as vinyl; on the picture Inga Rumpf’s White Horses
Triple A series records contain material registered on analog tape recorder, mixed on analog mixing console and released as vinyl; on the picture Inga Rumpf’s White Horses

Wojciech Pacuła: Please describe your reference system and explain your choices.
Dirk Sommer: First I have to say that I dislike the term “reference system” a little bit, although it is correct in the sense that I compare a component I review with the corresponding one in my set up. Nevertheless, I would prefer the term "personal reference system": That is the gear that I chose and fine-tuned over two decades. As everyone knows, there is nothing like the best cable in the world or the absolute reference cable. Another example: The quality of the mains power is dependent upon the place where you live and even on the time of day. So there are no power generators, filters, or cables with some filtering that are the one and only solution for everybody.    Anyway, the most important component for the sound in my room is the Lumenwhite DiamondLight. That used to be the top of the line speaker from the Austrian manufacturer. I did the first review of a LumenWhite worldwide, the WhiteLight and fell in love with the speaker with its unique shape immediately: It's high resolution, as quick as an electrostatic speaker, but can produce a lot energy in the lower octaves with exactly the same speed as the ones mentioned above. There is nearly no coloration due to the Accuton drive units with ceramic and diamond diaphragms. Because of the special shape of the cabinet, there is not even the smallest piece of damping material inside the “box”. Five years after buying the WhiteLight, I sold it and switched to the larger DiamondLight, which acts with a little more ease at extremely high playback levels. The Lumen are not very forgiving speakers and nothing less than euphonic. But they are very reliable tools for judging High End components. And when the recording sounds great they give you a lot of listening pleasure. Thomas Fast of Fastaudio did some measurements in my room and found out that the reverb time over the entire frequency is quite linear. So I do not employ any acoustical treatment, except a full set of Acoustic System resonators installed by Franck Tchang, the brain behind Acoustic Systems. I used to drive the DiamondLights with Brinkmann Mono power amps, but they were destroyed by the very low impedance of the fascinating Göbel Epoque Fine speakers during a review. So I'm looking for something new – and maybe better. At the moment, the Ayon Epsilon are my favorites. But before I make any decision, I will test them with the brand new KT150 tubes instead of the KT88 – even though, I'm not missing anything using the standard KT88: The Epsilon has a very pleasant, slightly warm sound characteristic, offering a lot of details and revealing a great three dimensional soundstage. It has more than enough power to drive the Lumen or my ears to their limits.
To cut a long story short, I'll give you a list of my equipment – without any further comments: Turntable: Brinkmann LaGrange with tube power supply Tonearm: AMG Viella 12", Breuer Dynamic, Immedia 10.5, Kuzma 4Point, SME V, Ortofon 309, Thales Simplicity Cartridge: Air Tight PC-1 Supreme, Brinkmann EMT ti, Clearaudio Da Vinci, Denon DL103, Jan Allerts MC 2 Finish, Lyra Olympos and Titan i, Ortofon SPU Royal and Silver, Roksan Shiraz, van den Hul Grasshopper protoype Phono preamp: Einstein The Turntable's Choice (balanced) Computer: iMac 27" 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X version 10.8.4 CD Drive: Wadia WT3200 D/A Converter: Mytek 192-DSD-DAC Tape machine: Studer A 80, Studer 820, Nagra IV Digital Recorder: Nagra VI, Tascam DV-RA1000HD, Alesis Masterlink Preamplifier: Brinkmann Marconi Power Amp: Ayon Epsilon, Cello Encore 50 with Cello Germany modification Speaker: LumenWhite DiamondLight Monitors Cables: Audioplan Powercord S, Audioquest Wild Wood, Wild Blue Yonder, Diamond USB and Firewire, HMS Gran Finale Jubilee, Nordost Walhalla, Precision Interface Technology Sun Audio Reference NF and Digisym, Accessories: PS Audio P5 Power Plant, Clearaudio Matrix, Audioplan Powerstar, HMS wall sockets, Acapella bases, Acoustic System resonators and feet, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty and Cerabase, Harmonix Real Focus
By the way, the gear mentioned above is what you find in my moderately sized listening room. There is another very nice sounding set up in my living room, but the components there have been chosen by Birgit, who really loves music a lot and is totally convinced that you need a good hifi-system to enjoy it. I'm not allowed to select the gear for our living room, but sometimes Birgit follows my advice.


The brand new Ayon Epsilon delivers 150 Watt and fits perfect to the LumenWhite speakers. Soon I'll get a version with KT150 tubes instead of the KT88 for a review in Hifistatement.
The brand new Ayon Epsilon delivers 150 Watt and fits perfect to the LumenWhite speakers. Soon I'll get a version with KT150 tubes instead of the KT88 for a review in Hifistatement.

 

 

Galerie

 

 


Wojciech Pacuła: Could you list 10 must-listen albums for the readers of “High Fidelity”?
Dirk Sommer: As mentioned above, I record and produce vinyl records on my own and that changed my view of the LPs, CDs and downloads in my collection. For me, it's really hard to only concentrate on the audiophile or musical aspects without thinking about the technical side of the recording. That's why I asked Hifistatement's writers to introduce two of their personal favorites to you. Here they are:

Chie Ayado – Prayer

East House Records CNLR 1111 (CD)

b_180_0_16777215_10_images_content_boulevard_13-09-10_sommer_A.jpgOf course, the two albums I want to introduce to you are not the only ones, I would take with me when leaving home to live on a deserted island only accompanied by some hifi-equipment. In this case it had to be a lot more. I like to talk about two albums that have been released not long ago. The first was published in 2011 by East House Records (CNLR 1111). It is one of the great albums from Chie Ayado, the great Japanese singer and piano player. She is accompanied by four musicians playing guitar, percussion or drums, bass and organ. The album is called Prayer and contains well known songs, which we all have heard before in the original version. I very seldom like cover-versions as much or even more then the originals. But the versions from Chie Ayado are very fascinating. If you listen to her, you would never believe what a small person she is: She's really got a great voice. I prefer Prayer to other records of the same genre. The compilation is not only based on the Great American Songbook, but a perfect mixture of gospel and soulful music.
Recommended by Wolfgang Kemper


 

Frederic Chopin – The Complete Nocturnes wyk. Gergely Bogány

Stockfisch Records SFR 357.4051.2-1/2 (SACD/CD)

b_180_0_16777215_10_images_content_boulevard_13-09-10_sommer_B.jpgThe second album I love, is a double CD/SACD released by Stockfisch-Records (sfr 357.4051.2-1/2) in 2008 (Ed. Note: we reviewed it HERE). The music is always able to calm me down whenever I want to relax. Gergely Bogányi plays The Complete Nocturnes of Frédéric Chopin, which are 21 pieces. The recording was made by Hans-Jörg Maucksch at Pauler Acoustics. On one hand, I enjoy the emotional playing of the 34 year old Hungarian artist. On the other hand, I like the sound of the instrument he is playing: a Fazioli F 308 grand piano with a length of 3.08 meters and a very rich sound. Even if Mr. Bogány is playing over 112 minutes on the Fazioli, time passes like in a dream and Chopin´s music is always greatly touching to me.
Recommended by Wolfgang Kemper

Verdi – Aida wyk. Vienna Philharmonic Orchestra, Karajan

Decca Set SXL2167/69 (LP)

b_180_0_16777215_10_images_content_boulevard_13-09-10_sommer_C.jpgThis was the first stereo recording of Aida, produced by the famous John Culshaw from the DECCA team. Recorded in 1959! This record is a truly spectacular sonic experience with exceptional dynamics. The brass sections is especially a hardcore test for your equipment. It is a wonderful recording of the singers as well. It is important to find an example with the ZAL stamp, which means original pressing. After the ZAL stamp, you can find another letter, which stands for the cutting engineer. In my edition it is a “G“, which stands for Theodore Burkett.
Recommended by Jürgen Saile

Charles Lloyd – Sangam

ECM 1976 (CD)

b_180_0_16777215_10_images_content_boulevard_13-09-10_sommer_D.jpgLive recording at the Lobero Theater, Santa Barbara. Only three musicians on stage, Lloyd playing different instruments, from tenor saxophone to tarogato. Accompanied by Zakir Hussein, an indian tabla player and his resourceful drummer Eric Harland. Percussion instruments are not only recorded with explosive dynamics, but also with all the subtleties which these instruments are capable of. It is a very good CD for testing Pace, Rhythm and Timing, „PRaT“. The acoustics of the recording location and the audience are equally well reproduced.
Recommended by Jürgen Saile

Grace Jones – Slave To The Rhythm

ZTT/Manhattan Records/Island Records (LP)

b_180_0_16777215_10_images_content_boulevard_13-09-10_sommer_E.jpgOriginally planned as the follow-up to Frankie Goes To Hollywood’s Relax, the seventh studio album by Grace Jones is a creative highlight of Trevor Horn’s productions in the mid 80's, if not his most creative one. Although this concept album, which features seven wildly different interpretations of the title track Slave to the Rhythm, polarized US and European media – comments ranging from “genius” to “extremely childish” were mentioned – it became a huge commercial success in 1984. It can not really be considered an audiophile recording, in the way most people define audiophile quality today, but it is truly audiophile as a fun record to listen to: with amazing recording effects and truly unique fireworks of musical ideas!
Recommended by Amré Ibrahim

Jonathan Wilson – Gentle Spirit

Bella Union/PIAS/Rough Trade (LP)

b_180_0_16777215_10_images_content_boulevard_13-09-10_sommer_F.jpgAlthough it was highly critically acclaimed and had a lot of popular supporters including Elvis Costello, Jackson Browne, Erykah Badu and Robbie Robertson, Jonathan Wilson’s debut album failed to reach commercial success in 2011. The intelligent and psychedelically-influenced folk songs transport an organic intensity that can only be described as deeply touching. To catch the spirit of the recording process, which by the way took a couple of years, Jonathan Wilson decided to record the album on analogue tape. A wise decision: The double LP version of Gentle Spirit sweet-talks the ears and seems to be made for pure listening pleasure with tube amps and full range speakers. Absolutely gorgeous – in every way!
Recommended by Amré Ibrahim

Penelope Houston – The Whole World

Heyday Records/Heyday (LP)

b_180_0_16777215_10_images_content_boulevard_13-09-10_sommer_G.jpgThe second solo album from the former singer of the Avengers is one of my favorite folk-rock records. The rage of the older punk days is still there, but the cynical lyrics are embedded in a harmoniously melodic sound now. There is still much energy and passion in Penelope's voice, that most of the other female singer/songwriters of this time pale in comparison. No, I'm not talking about Joni Mitchell or Rickie Lee Jones. The album's sound, especially in the slow parts with lower levels, is exceptionally good and surprisingly pure high-end, even if this may not have been the original intention during production. A gripping and clear transparent tone makes the session absolutely adorable. Qualities of Mercy, Father's Day or Behind your Eyes are nice tracks forany listening session when doing a high-end review.
Recommended by Matthias Jung

ElbtonalPercussion – In Concert

Dude/Indigo (CD/DVD)

b_180_0_16777215_10_images_content_boulevard_13-09-10_sommer_H.jpgLets mix! Four drummers, any kind of percussion and additional marimbas in a crossover from modern classical via free jazz to trance and pop up to traditional arrangements. This is ElbtonalPercussion from Hamburg with their live recording from 2010. They only play percussion instruments, but with such technical brilliance and precision in such a way that you'll never miss any “normal” instruments. This sounds academic and maybe boring to you? No way: These four guys interact with so much groove and fun, you won't believe it until you hear it. The CD's sound is direct: Vibraphone, cajon, djembe, timbale, Thai gong, and shime-daikos will take your equipment to the limit and beyond. When three people with six sticks on nine tom-toms let you imagine three helicopters starting their engines, letting them warm up, getting their rotors turning, lifting off and disappearing up in the air, you'll totally forget about the existence of your hifi system. What's left? The pure pleasure of rhythm and pace.
Recommended by Matthias Jung

Das Interview wurde dem englisch-sprachigen Teil von Hifi Fidelity entnommen.

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Samstag, 07 September 2013 02:00

Audio Exklusiv P 3.1

Dass große Lautsprecher mir tendenziell eher sympathisch sind als kleine, unterscheidet mich sicher von Vielen, besonders wenn es um die Integration in den Wohnraum und das familiäre Ästhetik-Empfinden geht. Die Audio Exklusiv P 3.1 sind mit knapp zwei Meter Höhe sicher nirgends zu übersehen – aber es sind keine Boxen.
teaser


Ganz anders als herkömmliche Standboxen wirken die schlanken und flachen Panels der P 3.1 im Wohnraum
Ganz anders als herkömmliche Standboxen wirken die schlanken und flachen Panels der P 3.1 im Wohnraum

Die sechs Zentimeter flachen und nur 35 Zentimeter schmalen Panels ragen schlank in die Höhe und fügen sich figürlich sicher besser in schicke Wohnräume ein als mancher Flat-TV. Einen stabilen Stand haben sie, aufgestellt auf vier Spikes, durch den schweren Sockel, in den die für Elektrostaten nötige elektrische Versorgung und einige technische Besonderheiten integriert sind. Dieser Sockel ist ein schwarz lackiertes MDF-Gehäuse mit circa 33,5 Zentimeter Tiefe und etwa 22 Zentimeter Höhe. Es ist deutlich weniger breit als der gerahmte Elektrostat selber und somit von vorn unsichtbar. Das elektrostatische Panel ist links und rechts in einem hochglanz-lackierten U-Profil gerahmt. Üblich ist schwarz, mein Testexemplar hat eine weiße Umrahmung, was zu einem Preis von 8400 Euro für das Paar statt der 8000 Euro für die rein schwarze Standart-Ausführung führt. Überhaupt zeigt man sich im Hause Audio Exklusiv gegen Überlassung entsprechender Münzen zur Erfüllung aller machbaren Ausführungswünsche bereit. Audio Exklusiv stellt stets gern seinen Anspruch heraus, Audio-Komponenten zu fertigen, die überragend klingen aber auch äußerlich ihre Wertigkeit erkennen lassen. Ein Blick auf die Website von Audio Exklusiv lässt dies schnell erkennen.

Das Anschlussfeld besteht aus Netzanschluss mit Sicherung und hartem Netzschalter. Das Eichmann Terminal sorgt für höchstwertigen Kabelkontakt. Die beiden Bananen-Buchsen darüber erlauben das Anschließen eines zum Lieferumfang gehörenden Adapters, der den Frequenzgang in den Höhen leicht anhebt, was in dunkel timbrierten Räumen Sinn machen kann
Das Anschlussfeld besteht aus Netzanschluss mit Sicherung und hartem Netzschalter. Das Eichmann Terminal sorgt für höchstwertigen Kabelkontakt. Die beiden Bananen-Buchsen darüber erlauben das Anschließen eines zum Lieferumfang gehörenden Adapters, der den Frequenzgang in den Höhen leicht anhebt, was in dunkel timbrierten Räumen Sinn machen kann

 

Der technische Aufbau dieses Elektrostaten P 3.1 basiert auf den Grund-Ideen von Gerd Pütz und seinem P 3 aus dem Jahre 1982, der seinerzeit die Fachwelt beeindruckte. Der P 3.1 ist dennoch eine komplette Neuentwicklung. Die vier Mikrometer dünne Folie ist durch ein aufwendiges Verfahren sehr gleichmäßig beschichtet und verspricht Langlebigkeit. Über eine regelbare Hochvoltkaskade erhält sie eine Vorspannung von maximal 5600 Volt, die die Folie vorpolarisiert. Die Regelbarkeit ist sinnvoll beispielsweise für Umgebungen mit hoher Luftfeuchtigkeit. Audio Exklusiv verkauft seine Produkte ja weltweit. Die durch die Bespannung schimmernden Querrippen in etwa  45 Millimeter Abstand dienen der optimalen Fixierung und sind wie der gesamte Rahmen aus hochwertigem Kunststoff gefertigt. Überhaupt stehen Verarbeitungsqualität und Materialgüte bei Audio Exklusiv im Vordergrund. Schließlich handelt es sich um Produkte, die uns Musik-Liebhaber ein Leben lang begleiten sollen. In dieser Beziehung liegen die neuen P 3.1 auf einem ganz anderen Niveau  als die vor mehr als 30 Jahren kreierten Vorgänger. Auch musikalisch wurde sie deutlich weiter entwickelt. Erhalten blieb das schon seinerzeit bei der P 3 angewandte Konzept der optimierten Abstrahl-Charakteristik. Grundsätzlich erzeugt ein elektrostatischer Lautsprecher eine Zylinderwelle über die gesamt Höhe des Panels. Dies ist von enormem Vorteil gegenüber konventionellen Mehrweg-Lautsprechern. Denn bei gleich bleibender Umgebung verändert sich das Klangbild nicht, egal ob man auf dem Fußboden hockt oder steht, solange man nicht größer ist als die Panels hoch sind, hier also etwa zwei Meter. Elektrostaten sind Dipol-Strahler. Somit strahlen sie wie eine Acht gleichmäßig nach vorn und hinten, mehr oder weniger gebündelt in Abhängigkeit von der Frequenz. Dies führt zu ungewünschten Verfärbungen, wenn Reflektionen durch die umgebenden Wände sich mit dem Direktschall zeitnah vermischen. Man müsste die Elektrostaten deshalb weit von den Wänden platzieren. Im Bass führt die 8-er-Charakteristik zu Auslöschungen wegen der kugelförmigen Ausbreitung des nach vorn und hinten abgestrahlten Schalls Richtung. Zudem hat der Hörer nur einen sehr engen Bereich, in dem das Klangbild bühnenhaft aufgebaut ist und die Höhen nicht abfallen. Um dies in den Griff zu bekommen, lässt sich die hauchdünn Membran-Folie beispielsweise gebogen fertigen, wie es ein bekannter amerikanischer Hersteller macht. Um jedoch mechanischen Problemen aus dem Wege zu gehen hat Andreas Schönberg einen sehr wirkungsvollen Weg über die elektronische Ablenkung gewählt und die Technologie der P 3 von Gerd Pütz optimiert. Das geschieht auf eine Weise, die weltweit einzigartig ist: Die Schallabstrahlung wird in der Horizontalen über eine analog aufgebaute Elektronik korrigiert. Die Statoren vor und hinter der Folie, die aus isoliertem Kupferdraht aufgebaut sind, werden vom Musiksignal elektrisch moduliert. Sie sind jeweils in sechs gleiche, senkrechte Segmente unterteilt, die in Pegel und Phase unterschiedlich angesprochen werden. Somit wird der Abstrahlwinkel deutlich nach innen korrigiert, und zwar sowohl nach vorn wie auch rückseitig. Daraus ergeben sich zwingend auch ein linker und ein rechter Lautsprecher, die man nicht vertauschen darf. Mit diesem technischen Kunstgriff vermeidet man mechanische Probleme und erreicht genau die Abstrahlung, die nötig ist, um einen breiten Sweetspot zu bekommen, der den Hörer auf dem besten Platz im Konzert sitzen lässt. Selbst wenn man diesen optimalen Hörbereich seitlich verlässt oder sich auf den Lautsprecher zubewegt, hat man, wie im Konzertsaal, das Gefühl, leider nicht mehr auf dem allerbesten Platz zu sitzen. Aber die tonale Balance und die Bühne bleibt erfreulicherweise intakt. Interessant und nützlich ist das akustische Verhalten der abgestrahlten Zylinderwelle im Raum. Im Gegensatz zu dynamischen Lautsprechern wird die P 3.1 nicht mit zunehmendem Abstand vom Lautsprecher immer leiser. Nein, sie verliert maximal drei Dezibel und tönt auch in größeren Räumen gleichmäßig pegelstark.

Der mechanische Aufbau des Elektrostaten ist im Grunde nicht kompliziert. Zwischen zwei Statoren aus isoliertem Kupferdraht befindet sich die hauchdünne Membran. Die Statoren sind bei der Audio Exklusiv P 3.1 sechsfach unterteilt und werden vom Signalstrom durchflossen. Die mit 5600 Volt elektrisch vorgespannte Membran schwingt entsprechend zwischen ihnen
Der mechanische Aufbau des Elektrostaten ist im Grunde nicht kompliziert. Zwischen zwei Statoren aus isoliertem Kupferdraht befindet sich die hauchdünne Membran. Die Statoren sind bei der Audio Exklusiv P 3.1 sechsfach unterteilt und werden vom Signalstrom durchflossen. Die mit 5600 Volt elektrisch vorgespannte Membran schwingt entsprechend zwischen ihnen

In meiner hifidelen Vergangenheit habe ich am Klang von Elektrostaten immer wieder größtes Vergnügen gehabt. Denn kein anderes technisches Prinzip erreicht eine derartige holographische Auflösung über ein breites Frequenzspektrum. Wenn man dies nie gehört hat, kann man sich kaum ausmalen, wie viele Details die Musik zu bieten hat. So habe ich das Drumset bei Duke Ellingtons „Afrique“ vom Album The Afro-Eurasian Eclipse noch nie so aufgelöst mit seinen einzelnen Trommeln wahrgenommen. Man sieht beinahe die Hände von Rufus Jones über sein Schlagzeug wirbeln. Es handelt sich hierbei nicht einmal um eine besonders audiophil produzierte CD. Die P 3.1 kommuniziert Feinheiten der Instrumente und Stimmen in unglaublicher Transparenz. Erstaunt bin ich über ihr Können in den Tiefen. Hier liegt generell die Schwachstelle von Dipolen, besonders  von Elektrostaten. Denn die Membran-Auslenkung kann nicht die Luftbewegung generieren wie dynamische Konus-Tieftöner. Oftmals kombiniert man elektrostatische Mittel-Hochtöner deshalb im Bass mit solchen. Dabei handelt man sich aber das Problem ein, dass die Homogenität und gleichmäßige Leichtigkeit, die ein Elektrostat zu vermitteln in der Lage ist, vom mit vergleichsweise viel Masse behafteten und somit trägem Basschassis schwer zu erreichen ist. Der Übergangsbereich kann hörbar werden und der Klang inhomogen. Auch P 3.1 Entwickler Andreas Schönberg rät dringend von einem zusätzlichen Subwoofer ab. Und ich kann aufgrund meines Hörtest auch nur bestätigend sagen: Es ist genug Bass da. Basta. Nicht allein die Menge macht´s. Die holographische Darstellung aller musikalischen Ereignisse bleibt gleichmäßig und ungebrochen, eben wie aus einem Guss. Dies erreicht Andreas Schönberg natürlich nicht allein über die Fläche des Elektrostaten sondern auch durch ausschließliche Verwendung bester Materialien in der gesamten Elektronik. Der aufwändige Übertrager ist dabei ein wesentlicher Garant für die Übertragungs-Bandbreite und –Güte. Er wurde optimiert auf sauberes Phasenverhalten, Vermeidung von Klirr und bestmögliches Frequenzspektrum. Die Übertragung in den Tiefen konnte gegenüber dem Vorgänger um eine ganze Oktave erweitert werden. So wenige Bauteile wie möglich aber in bestmöglicher Qualität zu verbauen, ist der Königsweg für unverfälschten Klang und Devise bei Audio Exklusiv.


Ganz wesentlich zum musikalischen Können trägt der Übertrager bei, der völlig neu entwickelt wurde
Ganz wesentlich zum musikalischen Können trägt der Übertrager bei, der völlig neu entwickelt wurde

Für die Tieftonintensität ist auch die Platzierung des Elektrostaten von erheblicher Bedeutung. Deshalb wird hier Sorgfalt bei Aufstellung belohnt. Die Vorgaben hierzu bewegen sich in einem Rahmen, der leicht realisierbar sein dürfte, nämlich 70  bis 120 Zentimeter Abstand zur rückwärtigen Wand. Bedenkt man, dass die P 3.1 praktisch keine Gehäusetiefe hat, ist das nicht viel. Der seitliche Wandabstand ist relativ unbedeutend. Belohnt wird man mit einem Hörvergnügen, wie ich es selten hatte. Viele Hersteller konventioneller Boxen geben sich viel Mühe und treiben enormen Aufwand beispielsweise mit teuren Gehäusen, um ein gleichphasiges Verhalten der Membranen zu erreichen, damit das Timing stimmt. Dies Problem haben die Audio Exklusiv P3.1 schon konstruktiv erst gar nicht. Sofort hört man: Hier ist alles zeitrichtig. Mein rechter Fuß wippt rhythmisch zur Musik. Klassische Musik, kleine Besetzungen aber auch große Orchester, wie Berlioz´ Symphonie Fantastique erschließt die P 3.1 mit faszinierenden Feinheiten. Jazz kann sie ausgezeichnet. Die Saxophone auf Jack DeJohnettes Tin Can Alley rotzen förmlich in den Raum. Aber wie sieht es aus mit lauter Musik oder sogar Hardrock in trunkenen Nächten? Konstruktiv ist der maximale Schalldruck des Elektrostaten begrenzt und bei einem Frequenzgang von beeindruckenden 35 Hertz bis 22 Kilohertz bei -3 Dezibel ist ein maximaler Schaldruck von 100 Dezibel oberhalb 50 Hertz die Grenze. Bei Marius Müller-Westernhagens Album Mit Pfefferminz Bin Ich Dein Prinz, explizit den Titeln „Mit 18“ oder „Oh, Margarethe“ war es aber mein Spectral Endverstärker, der an seine Leistungsgrenze kam und dynamisch dicht machte, so dass ich deshalb wieder etwas leiser hörte. Phänomenal echt war der Klang der Mundharmonika. Das ist es eben, was andere Lautsprecher so nicht können.

Wer will, kann mit den Audio Excklusiv Silentplugs die Klangqualität noch steigern
Wer will, kann mit den Audio Excklusiv Silentplugs die Klangqualität noch steigern

Die Rolling Stones eröffneten ihren Auftritt bei mir mit Let It Bleed. „Gimmie Shelter“ ging zur Sache, wie ich es von meinen Triangle Grand Concertos gewohnt bin. Bei „Love In Vain“ begeisterte Ry Cooders Mandoline durch ihre Farbigkeit. Die Rolling Stones habe ich zuvor noch nie als so filigran arrangierendes, facettenreiches Ensemble wahrgenommen. Vielleicht fehlte eine Spur Dreck – vielleicht, weil ich das sonst so empfand. Bislang habe ich die P 3.1 nicht zum Anschlagen treiben können. Wem es aber doch gelingen will, dem sei herstellerseitig versprochen, dass der P 3.1 durch zeitweiliges Anschlagen nicht zerstört wird. Ein doppelter Überlastungsschutz sichert in solchen Fällen. Mein Spectral Endverstärker mit 2 x 200 Watt an vier Ohm machte dynamisch eher Feierabend. Laut kann der P 3.1 spielen, aber randalieren nicht. Ihre Nachbarn werden Sie dafür mögen. Herr Schönberg erzählte mir, er habe kürzlich mit einem nur 2 x 9 Watt leistenden, 650 Euro kostenden Cayin Röhrenvollverstärker bei einem Händler herrlich Musik über seine P 3.1 gehört. Es ist also weniger die Leistung, sondern das musikalische Gesamtverhalten des Verstärkers, auf das es ankommt. So kann man auch preislich insgesamt etwas bescheidener bleiben. Denn im Impedanzverlauf ist der P 3.1 mit nominal vier und im niedrigsten Fall mit 2,8 Ohm in den obersten Frequenzen recht unkritisch. Bekanntlich haben Spectral-Endstufen aufgrund ihrer enormen Breitbandigkeit auch die Neigung, Schwingungen aufzubauen, die dem Verstärker und Lautsprecher gefährlich weden können. Deshalb sollten unbedingt passende Kabel-Konfigurationen benutzt werden. Also liegt es nahe, statt meiner Spectral Endstufe die Air Tight Mono Röhren anzuschließen. Gespeist mit den je 55 Watt im Trioden-Modus leistenden Air Tight ATM-3 blühten die P 3.1 in einem Maße auf, wie ich dies nicht ansatzweise erwartet hatte. Viel mehr Kraft und subjektiv auch Pegel war mit ihnen zu erleben. Sie passten eindeutig besser zueinander. Mit ihnen konnte ich auch noch lauter hören. Musikalisch stellen sich die P 3.1 mit den Air Tights etwas wärmer im Timbre und etwas plastischer auf. Mit der Transistor Endstufe war der Klang schon beeindruckend. Mit den Röhren kann ich nur sagen: Das Bessere ist des Guten Feind.


STATEMENT

Der Audio Exklusiv P 3.1 Vollbereich-Elektrostat ist ein umfassend begeisternder Lautsprecher mit einem musikalischem Können, wie es für ähnliches Geld woanders so nicht zu finden ist. Die breitbandige, zeitgenaue holographische Abbildung der Musik wird jeden faszinieren. In diesen Tagen kommt das größere Modell P 6.1 auf den Markt. Ich bin gespannt, was die noch mehr zu bieten hat.
GEHÖRT MIT
Computer Apple MacMini / OS X 10.6.8 / Amarra 2.4 /Antelope Zodiac plus
CD-Player Primare DVD 30 /Antelope Zodiac plus
Phono Kenwood KD-990 mit Kunststeinauflage, Benz-Micro Glider L2, Primare R-20               
Vorverstärker T+A P-10 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern
Endstufen Spectral DMA 100 S mit Enacom oder Air Tight ATM-3 mit Audioplan Sicomin Röhrendämpfern
Zubehör Audioquest Diamond und Carbon USB, Inakustik Black&White, QED Genesis Silver Spiral, Audioquest GO-4, Inakustik LS-1603, MudrAkustik Max Netzleiste, Mudra und Audioquest NRG-X2 Netzkabel, AHP Reinkupfer-Sicherungen, Groneberg Wandsteckdosen, mbakustik Absorber
Möbel Creaktiv Audio mit Absorberböden

 

HERSTELLERANGABEN
Audio Exklusiv P 3.1
Netzspannung 230/115 Volt
Stromverbrauch unter 0,5 Watt
Eingangsimpedanz nominal 4 Ohm
Abmessungen inkl. Fuß 1990 (H) x 350 (B) x 370 (T) mm
Gewicht 30 kg
Preis ab 8000 Euro (Paar), je nach optischer Ausführung

 

VERTRIEB
Audio Exklusiv Andreas Schönberg
Anschrift Neugasse 3
61203 Reichelsheim
Telefon 0 60 35 - 9 68 44 13
Internet www.audio-exklusiv.de
E-Mail info@audio-exklusiv.de

Weitere Informationen

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Samstag, 31 August 2013 02:00

German Physiks The Unicorn MK II

Ich habe im Laufe der Zeit schon den ein oder anderen German Physiks-Schallwandler beschrieben. Und alle waren nach dem Prinzip Biegewellenstrahler plus dynamisches Bass-Chassis konstruiert. Aber beim Unicorn fehlt etwas: der Tieftontreiber. Und das macht es besonders spannend. Das Unicorn ist ein reinrassiger Vollbereichslautsprecher: eine technische Sensation, die aber – bisher – viel zu wenig Beachtung fand.


Die beiden Biegewellenstrahler arbeiten auch als Konuslautsprecher und decken den Frequenzbereich von 40 bis 24000 Hertz ab
Die beiden Biegewellenstrahler arbeiten auch als Konuslautsprecher und decken den Frequenzbereich von 40 bis 24000 Hertz ab
Und ich gebe gern zu, dass mich diese spezielle Spezies in den vergangenen 20 Jahren professioneller Beschäftigung mit dem Thema Hifi respektive High End nie sonderlich interessiert hat. Denn nach meiner bisherigen Erfahrung fehlt es den Ein-Wege-Konstruktionen entweder an Tieftonfundament oder ausreichend Energie in den Höhen, schlimmstenfalls gar an beidem. Natürlich ist die Wiedergabe des gesamten Audiospektrums mit nur einem Chassis das theoretische Ideal: Laufzeitprobleme, Interferenzen und Phasenprobleme in den Bereichen, in den sich zwei Chassis überlappen, können erst gar nicht vorkommen. Aber Treiber, die den Bereich von etwa 40 Hertz bis 24 Kilohertz – wie beim Unicorn – möglichst auch noch ohne störende Bündelungseffekte abdecken, sind so gut wie nicht zu finden. Dass man weiter intensiv nach einer solch idealen Lösung sucht, wird jeder verstehen können, der einmal ein Manger- oder Göbel-Lautsprechersystem gehört hat. Hier übernimmt ein einziges Chassis ab 330 respektive 160 Hertz den gesamten Frequenzbereich bis weit über die Hörgrenze hinaus: Da gibt es nur ganz wenige Mehrwege-Konstruktionen, die ebenso bruchlos und homogen musizieren. Wer in seinem Raum einen rundum abstrahlenden Schallwandler integrieren kann – und das ist meist weit weniger problematisch, als gemeinhin befürchtet –, der kann dieselben positiven Erfahrungen auch schon zum Einstandpreis von nur 5500 Euro mit der German Physiks Unlimited machen, bei der ab 200 Hertz allein der Biegewellenstrahler arbeitet. Ein ebensolcher ist bei der Unicorn für das gesamte Klangspektrum zuständig.

Die charakteristische Form brachte dem Unicorn firmenintern den Spitznamen „Slot Machine“ ein, redaktionsintern heißt es „Schuhputzmaschine“ Aber das tut seinen akustischen Qualitäten keinen Abbruch
Die charakteristische Form brachte dem Unicorn firmenintern den Spitznamen „Slot Machine“ ein, redaktionsintern heißt es „Schuhputzmaschine“ Aber das tut seinen akustischen Qualitäten keinen Abbruch

 

Da sich eine etwas ausführlichere Version der Geschichte des Biegewellenstrahlers im gerade genannten und über den Link leicht zu erreichenden Bericht über die German Physiks Unlimited findet, beschränke ich mich hier auf eine gekürzte Variante: Der Ingenieur, Mathematiker und Soziologe Peter Dicks begann schon 1978 mit der Entwicklung eines Schallwandlers dieses Typs. Ab den frühen 90-er Jahren verbesserte er dann in Kooperation mit German Physiks-Chef Holger Müller, der als Besitzer einer Ohm F mit Walsh-Wandler vom enormen Potential der Biegewellenstrahler überzeugt war, seinen Treiber. Im Jahre 1992 wurde dann der erste German Physiks Lautsprecher der Öffentlichkeit präsentiert.

In der Zwischenzeit erfuhr der German Physiks-Wandler zwar eine Reihe von Optimierungen. Er arbeitet aber trotz aller Modifikationen nach dem bewährten Prinzip: Eine Spule versetzt den Konus in der Form eines Kegelstumpfes in Schwingungen. Beim aktuellen Modell ist dies eine Flachdraht-Aluminiumspule auf einem Kapton-Träger und sls Membranmaterial dient heutzutage ein Verbundmaterial mit Karbonfasern mit einer Dicke von nur 0,15 Millimetern. In den unteren Frequenzbereichen verhält sich der Wandler wie ein Konuslautsprecher. Zu höheren Frequenzen hin werden mehr und mehr und schließlich alle Schallanteile durch Biegewellen in der Membran abgestrahlt. In seinem Hauptarbeitsbereich kommt der German Physiks Wandler dem Ideal einer Punktschallquelle sehr nahe. Die Besonderheit beim Unicorn ist nun, dass der Arbeitsbereich des Chassis nicht durch eine Frequenzweiche nach unten begrenzt wird und der vom Konus nach unten abgestrahlte Schall nicht in einer geschlossenen Kammer bedämpft wird, sondern durch eine hornähnliche Konstruktion in Bodennähe in den Hörraum entlassen wird. Verblüffenderweise – zumindest für mich – reicht diese Energie aus, ein vollwertiges Bassfundament zu liefern.

Das geht allerdings nicht von selbst: German Physiks hat dem Unicorn dafür eine Impedanzanpassung spendiert, mit der sich der Pegel im Bassbereich sogar noch in drei Schritten um plus dreieinhalb Dezibel anheben lässt. Ebenfalls durch das Umstecken von Jumpern lässt sich die abgestrahlte Hochtonenergie um zwei Dezibel vermindern oder um zwei respektive vier Dezibel verstärken. Die Center-Frequenz liegt bei der Bass-Korrektur bei 60 Hertz, im Hochtonbereich um acht Kilohertz. Während des Tests blieb es bei den linearen Einstellungen, da es weder an Bässen noch an Höhen mangelte. Neben der Impedanzanpassung mit ihren Klangstellern bedarf es aber noch einer ganz speziellen Gehäusekonstruktion, um dem einzigen Chassis zu ausreichend Bassdruck zu verhelfen. Holger Müller ließ wissen, dass es sich beim Gehäuse des Unicorn nicht um ein klassisches Horn handele. Der Biegewellenwandler arbeitet auf ein weniger als fünf Zentimeter hohes, die Gehäusebreite und -tiefe ausnutzendes Volumen. Das Brett, das dieses Volumen definiert und parallel zum Gehäusedeckel verläuft, ist allerdings mehrfach gelocht. Durch diese Löcher gelangt der tieffrequente Schall dann weiter ins Innere des Gehäuses. Dort gibt es noch zwei schräg nach unten weisende Bretter zur Schallführung, die aber ebenfalls keiner klassischen Horngeometrie entsprechen.

Die aus dem Inneren des Carbon-Konus abgestrahlte Energie sorgt für ein solides Bassfundament
Die aus dem Inneren des Carbon-Konus abgestrahlte Energie sorgt für ein solides Bassfundament

Im Gegensatz zu den bekannten German Physiks-Lautsprechern, bei denen die Wände oft mit Hawaphon-Platten und dicken Filzauflagen am Mitresonieren gehindert werden, dürfen die Flächen des Unicorn schwingen, wie sie wollen – oder, um korrekt zu sein, wie sie sollen. Denn sie bestehen aus Holzwerkstoffen verschiedener Dichte und haben selbstverständlich auch unterschiedliche Abmessungen, so dass sie unterschiedliche Resonanzfrequenzen besitzen. Material und Maße wurden von einem extra zum Konstruktionsteam hinzugezogenen Instrumentenbauer vorgegeben. Das schwingungstechnische Eigenleben des Gehäuses ist also ein integraler Bestandteil der Konstruktion. Und deswegen lässt sich auch – leider – nicht das geringste an den Abmessungen des Unicorn ändern. Etwas weniger Breite und ein wenig mehr Tiefe – und schon würde das Gehäuse viel gefälliger wirken. Aber das sei wirklich nicht machbar, versichert mir Holger Müller, der natürlich auch um die – nennen wir sie mal freundlich – leicht gewöhnungsbedürftige Optik des Unicorn weiß. Grund für meine Frage nach einer ein wenig gefälligeren Form war übrigens die spontane Reaktion meiner Gattin, die nach ein paar Minuten Musikgenuss meinte: „Gibt's die auch in schön? Dann könnte ich mir ein Paar für meine Anlage im Wohnzimmer schon gut vorstellen.“

Das Testexemplar in Nussbaum zielt eher auf den asiatischen Markt. Es gibt das Unicorn aber auch in einer speziell für den deutschen Mark gefertigten D-Version in Schleiflack mattweiß. Auf Wunsch und gegen Aufpreis sind zusätzlich hochglänzende oder mit Carbonfaser-Platten beschichtete Teilflächen erhältlich. Komplette Hochglanzgehäuse oder solche mit Carbon-Beschichtung würden das Resonanzverhalten der Konstruktion zum Negativen hin verändern und werden deshalb nicht angeboten. Mich erinnert die Unicorn in ihrem Nussbaumfurnier an meine Ohm C2, meinen ersten wirklichen Hifi-Lautsprecher, eine konventionelle Drei-Wege-Konstruktion …

Schon beim ersten Song verblüffen die Unicorn im meinem Hörraum mit jeder Menge Bass. Aber der erst so positive Eindruck schlägt mit der Zeit ins Gegenteil um. Ihrem Tieftonbereich mangelt es an Präzision und wohl auch an Linearität: Mal ist es des Guten schon ein bisschen zuviel, dann – vielleicht eine Oktave darüber oder darunter – wünschte man sich ein wenig mehr. Zum Glück ist Holger Müller noch da und kann das Phänomen erklären: Die Impedanzkorrektur arbeitet nur bei niedrigen Innenwiderständen der Endstufen, wie man sie normalerweise bei Transistorverstärkern antrifft, wie beabsichtigt. An den Ausgangsübertragern der Ayon Epsilon Röhrenendstufen kann die Impedanzkorrektur prinzipbedingt nicht das gewünschte Ergebnis bringen. Abends schließe ich dann meine kleinen, aber feinen Cello Encore 50 an und das Bassproblem ist verschwunden: Jetzt musizieren die Unicorn auch im Tieftonbereich völlig ausgewogen. Selbst bei den nun ein Stück geringeren Pegeln verwöhnen einen die Biegewellenstrahler mit einer vom Chassis losgelösten, schnellen, offenen und homogenen Wiedergabe. Aber die Freude dauert nur bis zum nächsten Morgen.


Das gelochte Brett liegt einige Zentimeter unter dem Gehäusedeckel und filtert die Frequenzen aus, die nicht weiter ins Innere der Box gelangen sollen
Das gelochte Brett liegt einige Zentimeter unter dem Gehäusedeckel und filtert die Frequenzen aus, die nicht weiter ins Innere der Box gelangen sollen

Bei einem Tuba-Solo vom Michel Godard und gehobener Lautstärke passiert es: Die Biegewellen verzerren deutlich. Holger Müller versichert mir zwar telefonisch, dass dies gar nicht sein könnte und die Unicorn saftige Pegel völlig unangestrengt verkraften könnte. Aber auch bei Versuchen mit einigen anderen Scheiben höre ich deutliche Verzerrungen. Die waren allerdings nicht zu vernehmen, als die Ayon Epsilon für die Verstärkung zuständig waren, erinnere ich mich. Sollte den Cellos etwa die Puste respektive der Strom ausgegangen sein? Diese Vermutung macht eine ein wenig aufgebohrte, fast 30 Jahre alte Audiolabor ES200 Endstufe zur Gewissheit: Die Verzerrungen sind ab sofort vergessen, der Bassbereich wirkt wieder deutlich ausgewogener als über die Röhren, und ich bin um eine Erkenntnis über die German Physiks reicher: Die Unicorn wünschen sich Verstärker mit einer guten Stromlieferfähigkeit. Sie müssen keine 200 Watt leisten, aber bei Bedarf locker Strom nachschieben können.

Von meinen Vergleichen der ES200 mit den Cello in der Anlage meiner Gattin im Wohnzimmer weiß ich aber, welchen nicht ganz unbeträchtlichen Anteil an Raum- und Detailinformationen die mächtig nach vorn spielende Audiolabor Endstufe unterschlägt. Wenn man schon einmal einen Schallwandler im Hörraum hat, der dem theoretischen Ideal so nahe kommt wie die Unicorn, sollte man aber nichts unversucht lassen, ihm sein gesamtes Potential zu entlocken. Deswegen entschließe ich mich entgegen allen bisherigen Gepflogenheiten, eine zweite Unbekannte in meine Kette zu integrieren. Das dürfte aber schon deshalb zu keinerlei Unschärfe bei der Beurteilung führen, da die German Physiks nach den bisherigen Experimenten ja keine wirklich Unbekannte mehr ist. Im Fotostudio wartet bereits eine mächtige ModWright Instruments Transistor-Endstufe auf ihren Einsatz: die KWA 150 Signature Edition. Und selbst ohne jegliche Einspielzeit erfüllt sie im Hörraum dann die in sie gesetzten Erwartungen: Sie ermöglicht es den Unicorn, bei wohlbekannten Songs wie Misha Alperins „Heavy Hour“ oder Ravi Shankars „West Eats Meat“ ihre enormen Fähigkeiten zu demonstrieren. Plötzlich gibt es eine Menge mehr Details zu entdecken als zuvor im Verbund mit der ES200.

Ein Blick aus der anderen Richtung: von der großen Öffnung ins Innere des Gehäuses
Ein Blick aus der anderen Richtung: von der großen Öffnung ins Innere des Gehäuses

Auch die räumliche Darstellung gelingt noch einmal deutlich überzeugender: Zwar suggerieren Lautsprecher vom Kaliber der LumenWhite eine noch weiter in die Tiefe reichende Bühne, aber ein solcher Vergleich verbietet sich ja eigentlich schon aufgrund er unterschiedlichen Preisklassen, in den Lumen und Unicorn zu Hause sind. Letzteren gelingt es aber, akustisch völlig in den Hintergrund zu treten und Instrumente gänzlich von den Chassis gelöst in den virtuellen Raum zu stellen. Feinzeichnung, farbliche Differenzierungen und die ansatzlose Ansprache faszinieren hier wie auch schon bei den Unlimited. Bei Michel Godards Le Concert Des Parfums, Carpe Diem CD-16277, wirkt der Raum – die CD wurde in verschiedenen, halligen Sälen eines Klosters aufgezeichnet – ungeheuer realistisch: Die „Improvisation Gavino Murgia“ zieht einen regelrecht in eines der unbedämpften, steinernen Gemäuer. Man kann präzise zwischen dem Ton des Saxophons und seinen ersten Reflexionen an den Wänden unterscheiden. Beim zweiten Stück mit demselben Titel kommt der virtuose sardische Musiker ohne Instrument aus. Durch seinen Kehlkopfgesang fühlt man sich  in den halligen Raum versetzt, statt wie von anderen Schallwandlern gewohnt nur in diesen hineinzuhören. Bei „Nebia del Baix camp Gerard Marais“ erklingt die Snare so stimmig und zum Greifen plastisch, wie ich sie wohl noch nie gehört habe. An solchen Details wird dann die bruchlose, enorm homogene Wiedergabe des Einwegekonzeptes deutlich.

Trotz all der fantastischen Leistungen in den beschriebenen Disziplinen werde ich den Unicorn aber zwei harte Prüfungen nicht ersparen: Jonas Hellborgs Elegant Punk und Dick Schorys Bang Baa-Room and Harp. Das melodiöse Perkussionspektakel bringen die Unicorn bestens differenziert, klangfarbenstark und ungemein dynamisch rüber. Und auch der Raumeindruck kommt dem von den Lumen gewohntem nahe, allerdings erzeugt die DiamondLight die Illusion von noch mehr Tiefe. Jedenfalls gelingt es mir auch mit dieser Lautsprecher enorm fordernden Scheibe in Verbindung mit ganz erheblichen Lautstärken nicht, die German Physiks an ihre Grenzen zu bringen. Dabei überrascht es immer wieder, wie trocken und tief der einsame Biegewellenstrahler auch Pauken und Bass-Drums in den Raum drücken kann. Wirklich beeindruckend!


Keine externe Frequenzweiche, sondern die Box mit der Impedanzkorrektur, die den Frequenzgang linear nach unten erweitern und sanfte Anpassungen an den Hörraum ermöglichen soll
Keine externe Frequenzweiche, sondern die Box mit der Impedanzkorrektur, die den Frequenzgang linear nach unten erweitern und sanfte Anpassungen an den Hörraum ermöglichen soll

Jonas Hellborgs „Drone“ kommt mit tiefem, sonoren Bass-Druck rüber, auch wenn bei einigen der beinahe subsonischen Töne ein bisschen weniger Energie in den Raum fließt als bei großen Mehrwegkonstruktionen. Aber das macht die Unicorn mit ihrer präzisen Durchzeichnung und der enorm schnellen Ansprache schnell vergessen. Bei „It's The Pits, Slight Return“ traue ich mich so nach und nach den Pegel einzustellen, den ich mir sonst nur mit dynamischen Chassis und entsprechender Membranfläche gönne. Die Unicorn machen das klaglos mit und faszinieren mit einem ungemein straffen und soliden Fundament. Dass die schnelle Abfolge mächtiger Impulse differenziert und packend wiedergegeben wird, dürfte nach der Schilderung der bisherigen Klangeindrücke klar sein. Ich gebe auf: In meiner Plattensammlung finde ich nichts, dass die Unicorn in Verlegenheit bringen könnte. Dabei soll nicht in Vergessenheit geraten, dass die ModWright KWA 150 ihren Teil zur Souveränität dieser Leistung beigetragen hat.

Nach den Testscheiben erlaube ich es den Unicorn und mir, in kammermusikalischem Jazz zu schwelgen. Und was wäre dazu geeigneter als Jimmy Giuffre 3, die – soweit ich weiß – einzige Wiederauflage einer Produktion eines anderen Labels auf ECM? Wenn das Foto auf der Rückseite des Covers wirklich die Aufnahmesituation eingefangen hat, gruppierten sich Jimmy Giuffre mit seiner Klarinette, Steve Swallow am Bass und Paul Bley am Flügel um ein einzelnes Stereo-Mikro. Es ist einfach ein Genuss, die ebenso ruhige wie intensive Interaktion der drei Musiker so stimmig, homogen und fast völlig frei von technischen Beimengungen über die German Physiks miterleben zu können. Schon toll, wie realistisch ein einzelner Wandler zum Beispiel die Klarinette in den Hörraum projizieren kann. Der unverstärkte Bass klingt leicht und farbig und der Flügel viel „richtiger“ und tonal ausgewogener als man das bei Aufnahmen aus dem Jahre 1961 gewohnt ist. Meist ist es selbst bei gelungenen Verve oder Blue Note Reiusses der Flügel, der das Alter der Aufnahme verrät. Das ist hier glücklicherweise nicht der Fall: Hier stimmt einfach alles: die Musik, der Klang der Scheibe und ihre Wiedergabe über die Unicorn.

Bitte nicht wundern, wenn die von Hand aufgebaute Impedanzkorrektur Ihrer Box ein wenig anders aussieht: Die individuell abgestimmte Schaltung soll bei einem Unicorn-Paar für einen maximalen Frequenzgangunterschied von nur einem Dezibel sorgen
Bitte nicht wundern, wenn die von Hand aufgebaute Impedanzkorrektur Ihrer Box ein wenig anders aussieht: Die individuell abgestimmte Schaltung soll bei einem Unicorn-Paar für einen maximalen Frequenzgangunterschied von nur einem Dezibel sorgen

Obwohl ich ja ansonsten nicht gerade ein Fan der menschlichen Stimme bin, werde ich es mit der so geschlossen musizierenden Unicorn mal wieder probieren, mich dafür zu erwärmen. Aber eine Scheibe einer dieser so angesagten (Pseudo-)Jazzerinnen aufzulegen, bringe ich dann doch nicht über mich. Da greife ich lieber zu etwas Handfesterem wie Hans Theessinks wunderbaren Album Slowtrain. Aber beim Titelstück sind es nicht vorrangig die Stimmen – Theessinks Lead und der großartige Background seiner drei afrikanischen Begleiter –, die die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Obwohl die einzelnen Musiker in verschiedenen Zimmern und Sälen aufgenommen wurden, ergibt sich ein unglaublich stimmiger und glaubwürdiger virtueller Raum. Und so bleibt es nicht bei einem Song: Ich höre die ganze Seite. Die Unicorn ermöglichen es, selbst bei bekannten Scheiben neue Aspekte zu entdecken. Ein wirklich außergewöhnlicher Schallwandler!

STATEMENT

Für technisch Interessierte: Die Unicorn stellt eine einzigartige technische Lösung dar. Oder kennen Sie eine andere Einwegekonstruktion, die völlig bruchlos den Frequenzbereich von – laut Herstellerangabe – 40 Hertz bis über 20 Kilohertz abdeckt? Wie gut das funktioniert, muss man einfach selbst gehört haben.
Für Musikfans: Stellen Sie diesen – optisch etwas gewöhnungsbedürftigen – Schallwandler, ohne bei der Positionierung auf den Zentimeter achten zu müssen, in Ihr Wohnzimmer, gönnen Sie Ihm eine stabile Transistorendstufe und genießen Sie einfach die schnelle, homogene und räumliche Wiedergabe – nicht nur im Sweet Spot.
 

GEHÖRT MIT
Plattenspieler Brinkmann LaGrange mit Röhrennetzteil
Tonarm AMG Viella 12‟, Thales Simplicity
Tonabnehmer Air Tight PC-1, Brinkmann EMT ti, Lyra Atlas und Olympos
Phonostufe Einstein The Turntable’s Choice
MC-Übertrager Silvercore MC Pro
Computer iMac 27‟, 3.06 GHz Intel Core 2 Duo, 8 GB, OS X Version 10.6.7
CD-Laufwerk Wadia WT3200
D/A-Wandler Mytek 192-DSD-DAC
Bandmaschine Studer A 80
Vorverstärker Brinkmann Marconi, EAR 912
Endstufe Ayon Epsilon, Cello Encore 50, Audiolabor ES200 mit Brinkmann-Modifikation, ModWright Instruments KWA 150 Signature Edition
Lautsprecher LumenWhite DiamondLight Monitors
Kabel Precision Interface Technology, Ortofon TSW 5000Silver, Sunwire Reference, HMS Gran Finale Jubilee, Audioplan Powercord S, Audioquest
Zubehör PS Audio Power Plant Premier, Clearaudio Matrix, Sun Leiste, Audioplan Powerstar, HMS-Wandsteckdosen, Acapella Basen, Acoustic System Füße und Resonatoren, Finite Elemente Pagode Master Reference Heavy Duty und Cerabase, Harmonix Real Focus


Der Konus des Biegewellenstrahlers besteht bei der Unicorn MK II aus einem Carbon-Verbundwerkstoff. German Physiks hat aber auch eine Version aus Titan im Programm
Der Konus des Biegewellenstrahlers besteht bei der Unicorn MK II aus einem Carbon-Verbundwerkstoff. German Physiks hat aber auch eine Version aus Titan im Programm

 

 

HERSTELLERANGABEN
German Physiks The Unicorn MK II
Prinzip 1-Wege-Lautsprecher mit 360 Grad Abstrahlwinkel
Chassis Carbon-Biegewellenwandler
Impedanz 4 Ohm
Belastbarkeit 100 Watt (Sinus), 140 Watt (Musik)
Wirkungsgrad 88 dB
Oberfläche Akustisches Linoleum
Abmessungen (B/H/T) 55/124/46cm
27/17/23cm (Impedanzkorrektur)
Gewicht 56kg
4,4kg (Impedanzkorrektur)
Paarpreis 12500 Euro in Holzfurnier
14400 Euro in Holzfurnier, Seitenteile in Hochglanz
15200 Euro in Schwarz-Hochglanz, Seitenteile mit Carbonfaser
10950 Euro als D-Version in Weiß Schleiflack matt
Garantie 5 Jahre

 

HERSTELLER
DDD-Manufactur GmbH
Anschrift Gutenbergstraße 4
63477 Maintal
Telefon +49/6109/5029823
E-Mail contact@german-physiks.com
Internet www.german-physiks.de

Weitere Informationen

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