Mein ungemein positiver Eindruck von der äußeren Erscheinung und dem Konzept der BlockAudios deckt sich also mit Roland Dietls Bewertung der Schaltung und ihrer konsequenten Umsetzung und Ausgestaltung mit satt dimensionierten Bauteilen höchster Qualität. Aber „entscheidend ist im Hörraum“ – frei nach Alfred „Adi“ Preißler – und in diesen verfrachteten Jiri Nemec und Dan Oudes ihre Verstärker freundlicherweise nach einen längerem Aufenthalt im Fotostudio persönlich. Dass der zu diesem Zeitpunkt noch von der teilaktiven The Pure okkupiert war und damit eine wirklich aussagekräftige Beurteilung ihrer Verstärker im Bassbereich nicht möglich war, irritierte die beiden nicht im mindesten: Sie brauchten ihre Verstärker nicht in meiner Kette zu hören, um sich hundertprozentig sicher zu sein, dass ihre Amps auch in meinem Hörraum überzeugen würden. Und damit lagen sie hundertprozentig richtig! Auf den Festplatten des Melco habe ich ein wunderbares Album des großartigen Bassisten Christian McBride wiederentdeckt: Gettin' To It. Das erste Stück „In A Hurry“ trägt seinen Namen völlig zu recht. Einer in rasendem Tempo auf dem Kontrabass gestrichenen Phrase folgt ein kurzer Einwurf der gesamten Band mit immerhin drei Bläsern. Da ich bei der Einstellung der Lautstärke nicht gerade übervorsichtig war, lässt mich die Energie des Blechs kurz zusammenzucken. Dabei ist es gar nicht der Durchschnittspegel, der für den Live-Charakter dieses musikalischen Spektakels verantwortlich ist. Ungemein mitreißend wird die Wiedergabe vielmehr durch die unbändige Kraft, mit der etwa einzelne Töne des Trompetensolos aufblitzen. Die BlockAudios stellen die für die Dynamikspitzen nötige Leistung scheinbar ansatzlos und unbegrenzt zur Verfügung. Nein, ich kann mich beim besten Willen nicht erinnern, diesen Song so schnell, mitreißend und dynamisch gehört zu haben.
Nicht weniger Anlass zu haltloser Schwärmerei – und das von einem eher stoischen Westfalen wie mir – bietet „Splanky“, das Gipfeltreffen dreier Tiefton-Stars: Neben Christian McBride sind hier Milt Hinton und Ray Brown zu hören. Das swingende Trio macht die Komposition Neal Heftis zu einem außergewöhnlichen Erlebnis, woran natürlich auch an die Kawero! Classic und die BlockAudios einen beträchtlichen Anteil haben: Die Endstufen haben die Basstreiber der Classic so knallhart im Griff, dass ich mich sehr positiv an die fantastische Tieftonwiedergabe von Einsteins teilaktiver The Pure erinnert fühle: So viel Klangfarben und Melodie hat zuvor kein anderer Verstärker der – wohlgemerkt passiven – Classic entlockt. Wie die Kette den unwiderstehlichen Groove dieser Virtuosen auf den dicken Saiten rüberbringt, ist einfach traumhaft! Auch wenn ich mir ziemlich sicher bin, dass auch vor 20 Jahren so gut wie keine Produktionen mehr gemacht wurden, bei denen man vollständig auf Limiter und Kompressoren verzichtete, hört sich diese Scheibe respektive deren Daten genauso an: dynamisch völlig unkomprimiert! Die Bläser fetzen, der Bass treibt, der Flügel kommt mit Druck und das perkussive Metall besitzt den nötigen Biss.
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