Ein Reihe von Reinigungs- und Trocknungsprinzipien konkurrieren mit einander, selbst wenn man sich auf das gehobene Marktsegment konzentriert, das möglichst viel Komfort verspricht. Da gibt es Maschinen mit motorischer Flüssigkeitsaufbringung, die sich dann hinsichtlich der Absaugung unterscheiden: Die Punktabsaugung mit einem Arm wie beispielsweise bei Keith Monks erfordert weniger Kraft, dafür aber mehr Geduld, bis der Arm über die gesamte Platte gewandert ist. Dafür entschädigt eine moderate Geräuschentwicklung. Die aufwändigste Form der Flächenabsaugung kommt beispielsweise in den Topmodellen von Clearaudio, Draabe und Levar zum Einsatz, die gleich beide Seiten einer LP in einem Durchgang mit Bürsten oder Mikrofaser-Streifen reinigen. Bei der Clearaudio wird der Reinigungsprozess noch durch Vibrationen unterstützt. Die aus Lettland stammende Degritter reinigt völlig berührungslos mit Ultraschall und destilliertem Wasser, saugt die Flüssigkeit jedoch nicht ab, sondern trocknet die Platte per Gebläse. Das tut auch die Audio Desk Gläss, bei der neben einem – wohl schwächeren – Ultraschallerzeuger vier rotierende Mikrofaser-Walzen Schmutz entfernen. Spricht man mit Anwendern, Herstellern und Vertrieben und schaut darüber hinaus noch in Blogs, werden zu jedem Verfahren – vermeintliche? – Vor- und Nachteile angeführt. Man kommt also nicht darum herum, selbst einige Maschinen auszuprobieren.
Als er erstes traf der Gläss Vinyl Cleaner Pro X im Hörraum ein, eine Weiterentwicklung der von Helmut Rohrwild in der Anfangszeit dieser Publikation getesteten Maschine. Das Grundprinzip, ein vollautomatischer Reinigungsvorgang mit vier Mikrofaser-Walzen und Ultraschall plus anschließender Trocknung durch zwei Ventilatoren, wurde beibehalten. Gegen dieses Verfahren könnte sprechen, dass der gelöste Schmutz nicht abgesaugt wird. Aber in der Gläss findet sich ein Flüssigkeitsfilter, der den Dreck aus dem destillierten Wasser, dem man ein Fläschchen Gläss Vinyl Cleaner zusetzten muss, entfernen soll. Der Hersteller empfiehlt, die gesamte Flüssigkeit unabhängig von ihrer Verschmutzung und der Anzahl der Wäschen nach vier Wochen auszutauschen, um Geruchsbildung und Schmutzablagerungen zu vermeiden.
Zwei Fläschchen mit biologisch gut abbaubarem, alkoholfreiem Reinigungskonzentrat liegen der Maschine bei. Ihr Einzelpreis beträgt 12 Euro, ein Zehnerpack schlägt mit 100 Euro zu Buche. Ein Luftfilter vor jedem der beiden Ventilatoren soll verhindern, dass bei der Trocknung Staubpartikel auf die frisch gewaschene Platte gelangen. Ein Satz Filter ist für 54 Euro zu haben, ein Set Mikrofaser-Walzen für 49 Euro. Laut Hersteller sind Nassfilter, Antriebsrollen, Abstreifer und Walzen nach etwa 500 Plattenwäschen auszutauschen. Dafür wird das „Set 500“ zum Preis von 140 Euro angeboten, das zudem noch fünf Fläschchen Reinigungsflüssigkeit, enthält, nicht aber Luftfilter. Die können bei Verschmutzung mit Druckluft gereinigt werden, und müssen nicht gleich gewechselt werden. Eine textiler Staubschutz wird erfreulicherweise mitgeliefert und verhindert, dass bei Nichtbenutzung Schmutz in die Maschine eindringt.
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