Allerdings erlaube ich mir, noch einmal zu schildern, welche Sorgfalt man sich bei Transrotor allein bei der Montage der Lager gibt. Um die japanischen Stahllager für die horizontale und die Keramiklager für die vertikale Bewegung, die die Anforderungen – extrem geringe Losbrechkräfte und sehr geringes Spiel – am besten erfüllen sollen, möglichst spielfrei zu bekommen, verspannt man sie gegeneinander. Wie Jochen Räke damals erklärte, säßen die dabei zuerst verwendeten Standardmuttern jedoch nicht in einem exakten 90-Gradwinkel auf der Achse, so dass sie die Lager ungleichmäßigen Kräften aussetzten. Daher drehe man für diese Anwendung Spezialmuttern, die wirklich einen 90-Grad-Winkel mit der Achse bildeten. Aber wenn man diese mit einer zweiten Mutter kontere, würde dabei die zuvor penibel eingestellte Spannung leicht verändert. Daher habe man sich dazu entschlossen, die mit dem gewünschten Druck angezogenen Spezialmuttern mit Siegellack statt einer zweiten Mutter zu sichern. Von soviel Liebe zum Detail und mechanischer Präzision profitiert natürlich auch der TRA 9 s.
Wenn man den TRA 9 kennt und schon einige Male verschiedene Tonabnehmer darin justiert hat, ist der Aufbau des neuen Modells kein Problem. Ich verwende die Armaufnahme für ein Langloch und fädele das Tonarmkabel durch die seitliche Öffnung der Basis, durch die sonst auch das Kabel mit dem Tonarm-Stecker geführt wird. Das ist problemlos möglich, da das van-den-Hul-D-502 ausreichend flexibel ist. Allerdings wird der Arm bei der Höhenjustage dadurch in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt und senkt sich nicht von selbst, wenn man die beiden Gewindestangen für die Höheneinstellung entsprechend herausdreht. Nachdem ich das erkannt hatte, führte ich das Kabel unten statt seitlich aus der Basis heraus und der TRA 9 s ließ sich mithilfe der beiden Gewindestangen genauso komfortabel einstellen wie der Arm mit dem DIN-Stecker und dem separaten Tonarmkabel. Bei der Einstellung des Überhangs mit der Dennesen-Schablone, bei der der Drehpunkt des Arm ein wichtiger Bezugspunkt ist, offenbarte sich dann noch eine kleine Änderung gegenüber dem TRA 9: Bei diesem wird der Punkt durch das Aufsetzen einer aus dem 3-D-Drucker stammenden Kunststoffbrücke mit entsprechender Vertiefung auf den massiven Lagerblock markiert. Beim s-Modell gibt es eine kleine Vertiefung direkt im Lagerblock: die einfachere und vielleicht sogar noch präzisere Lösung.
Auch wenn Transrotors Tamino, das übrigens von MY Sonic Lab gefertigt wird, noch immer einer meiner Lieblingstonabnehmer ist und sich im TRA 9 nahezu ebenso wohlfühlte wie in Einsteins The Tonearm 12“, verzichte ich darauf, es in die s-Version zu montieren: Wer sich diesen Traum-Tonabnehmer zum fünfstelligen Preis leistet, wird gewiss Transrotors bisher besten Tonarm dazu wählen. Wie schon im Bericht über den TRA 09 erwähnt, braucht man sich dann über den Preisunterschied zwischen Abtaster und Arm keine Gedanken zu machen: Der TRA 9 ist dem Tamino ein wirklich adäquater Spielpartner. Für das s-Modell habe ich Einsteins The Pickup ausgewählt. Dass diese beiden hervorragend harmonieren, zeigt sich schon bei der ersten Platte, die auf dem Teller des Brinkmann LaGrange liegt: Art Farmer und Jim Halls Big Blues. Erstaunlich, mit wie viel Druck die Bass Drum erklingt, wie dynamisch die Trompete einsetzt und wie viel Luft die Instrumente umgibt – obwohl das Tonarmkabel noch gar keine Betriebsstunden sammeln konnte.
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