Das Antiskating benutze ich in der Combo mit dem MC-System von van den Hul bewusst nicht. Die Meinung, dass es bei einem einpunktgelagerten Tonarm überflüssig ist, teile ich mit den Herren Weisfeld. Der Tonarm klingt ohne einfach besser. Der Grund hierin ist zum einen der sehr feine Schliff des FROG-Diamantens zum anderen eine weitere findige Konstruktion des VPI: Über einen Rundbogen führt das Tonarmkabel von der Lagerglocke zum Anschlussterminal, wo es mit einem Steckverbinder des Schweizer Herstellers LEMO angeschlossen wird. Die Rückstellkraft des Kabelbogens reiche, so Mat Weisfeld, um die entgegengerichtete Skatingkraft unschädlich zu machen.
Da ich ein Freund von MM-Systeme mit austauschbarem Nadeleinschub bin, wechsele ich den FROG gegen meinem Standart-Tonabnehmer Ortofon Blue, und bei der zweiten Installation geht alles schon etwas leichter von Hand. Ich suche mir den brandneuen Longplayer 4 von SLASH feat. Myles Kennedy & the Conspirators heraus und erfreue mich der etwas härteren Gitarrenriffs. Das live eingespielte Album donnert mir entgegen und ich traue mich, den Lautstärkeregler meines geliebten Denons ein wenig aufzureißen. Die Talkbox bei „C‘est la vie“ geht direkt in meinen Bewegungsapparat, und ich kann mich vor Emotionen kaum auf meinem Hörplatz halten. Die Ausgewogenheit des VPI ist auch bei Freunden der härteren Gitarrenklänge eindeutig zu hören. Jedes Gitarrensolo wird klar differenziert übertragen, die Drums donnern durch meinen Hörraum – und meine Lebenskameradin stürmt das Zimmer und fragt mich, ob ich noch alle Tassen im Schrank habe. Ich antworte mit „ich weiß nicht, aber jetzt wären sie sowieso raus Schrank gefallen!“
Mich interessiert vor allem noch eines: Klingt der VPI auch mit einem etwas älteren Tonabnehmer und einer in die Jahre gekommenen Platte immer noch gut? – Die Antwort ist ein klares Ja. Ich schraube mein Audio Technica AT 95 E in das Headshell und drehe jedes Schräubchen am Tonarm, bis alles wieder sitzt wie es sein sollte. Dabei ziehe ich eine Single von Giuseppe Verdis „Chor der Gefangenen“ aus meiner Vinyl-Ecke und bin überrascht, was der Prime Scout mit seiner Ausgewogenheit hier noch herausholen kann. Hierbei probiere ich zudem das Antiskating aus und sehe doch einen Nutzen darin. Das Antiskating verhilft den Tonabnehmern der unteren Preisklasse zu deutlich mehr Dynamik.
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