Für meinen Test höre ich zwei Kabel aus der Kupfer-Serie. Mal abgesehen davon, dass die Preisgestaltung der Silber-Serie nicht zum Rest meiner Kette passt, bin ich ein Kupferfan und mag seinen tendenziell eher zurückhaltenden Klang. Als Lautsprecherkabel kommt das Neutron (SB-001) mit BFA-Hohlbananas zum Einsatz. Mit 2,5 Metern Länge für 700 Euro stellt es den Einstieg in die Serie dar. Das Neutron gibt es auch noch mit austauschbaren Steckern, da ich jedoch ausschließlich Bananas benötige, kann ich auf diese Variante verzichten. Zwar ist das Konzept genial, allerdings versuche ich, unnötige Übergänge zu vermeiden, wo es nur geht. Der Querschnitt von 2,0702 Quadratmillimetern, respektive 14AWG je Leiter setzt sich aus sechs innen- und sechs außenliegenden Litzen zusammen. Letztere wurden mittels patentiertem OCC-Verfahren zu 99,9999-prozentiger Reinheit getrimmt. Beide Leiter sind bis zur Y-Auflösung gemeinsam und ungeschirmt in einer PVC-Isolierung und einem PVC-Mantel geführt, dessen Außenseite ein Nylongeflecht ziert und schützt. Die Gehäuse der Stecker und der Y-Auflösung sind verchromt und mit Carbonfaser veredelt, die BFA-Bananas zum Korrosionsschutz mit 24 Karat vergoldet.
Als NF-Kabel habe ich mir ein Kabel mit ungewöhnlichem Aufbau empfehlen lassen: Das Palladium (BP-004) in einem Meter Länge für 250 Euro. In seinem Inneren befinden sich zwei Leiter mit einem Querschnitt von 0,3614 Quadratmillimetern (22AWG), doppelt geschirmt durch verzinntes Kupfergeflecht und ableitfähiges PVC. Beide Leiter werden in den verchromten Cinch-Steckern gemeinsam an die vergoldeten Pins aufgelegt und der Querschnitt somit verdoppelt. Abgerundet wird das Konzept durch eine Außenhaut aus Baumwollgeflecht und zwei große Ferritringe zur weiteren Minderung der Störanfälligkeit. Beide Kabel kommen ordentlich aufgewickelt und mit Kabelkletts in Form gehalten in einer edlen Verpackung mit einer kurzen Anleitung. Sämtliche Stecker und auch die Y-Aufteilung sind mit dünnen Plastikhülsen vor Kratzern geschützt. Das Gesamtpaket strotzt geradezu vor Qualitätsanmutung und macht allein schon beim Auspacken Freude.
Zunächst möchte ich nur ein Boaacoustic Kabel in mein System einbringen und verbinde die beiden Palladiums mit dem Mytek Liberty DAC und meiner NAD C 275BEE Endstufe. Als Lautsprecherkabel nutze ich weiterhin meine Preis-/Leistungs-Referenz. Dass es sich um Cinchstecker mit Schraubklemmfunktion handelt, habe ich natürlich im Eifer des Gefechts übersehen und mich gewundert, weshalb ich die Stecker einfach nicht auf die Buchsen bekomme. Also erst aufschrauben, dann stecken, dann zuschrauben. So befestigt halten die Stecker wirklich bombenfest, beruhigend in einer Festverkabelung. Für mich, der viel probiert und umsteckt, etwas umständlich.
Als ersten Song wähle ich St. Paul and the Broken Bones „Let it be so“ vom Album Half the City in 88,2/24 FLAC. Ein melancholischer Bläsersatz, wabernde Hammond-Sounds und zurückhaltende rhythmische Begleitung in der Strophe, wandeln sich im Refrain zu bluesig stampfender Perfektion. Schon das einleitende Bläser-Intro scheint so zart und gleichzeitig energisch auf, dass ich mich auf die dynamische Achterbahnfahrt freue, die mich im Verlauf des Stücks erwartet. Denn tatsächlich lebt das Palladium die Lautstärkeunterschiede zwischen Strophe und Refrain fein und geschmackvoll aus, selbst wenn die achtköpfige Besetzung richtig loslegt, bleibt die Wiedergabe entspannt und angenehm. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn mein sonst oft eingesetztes Cordial würde spätestens jetzt anstrengend und leicht schneidend wirken. Ganz so, als würde das Palladium eine Spur Lieblichkeit und doch gleichzeitig eine spritzige, energische Komponente hinzufügen. Alles erscheint frischer, spielfreudiger und lebendiger. Doch etwas mehr ins Detail. Welche Veränderungen kann ich exakt benennen und wie ordne ich den Gesamtklang des Kabels ein?
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