tests/18-10-05_jib
 

JIB Boaacoustic Kupfer Palladium und Neutron

05.10.2018 // Finn Corvin Gallowsky

Für meinen Test höre ich zwei Kabel aus der Kupfer-Serie. Mal abgesehen davon, dass die Preisgestaltung der Silber-Serie nicht zum Rest meiner Kette passt, bin ich ein Kupferfan und mag seinen tendenziell eher zurückhaltenden Klang. Als Lautsprecherkabel kommt das Neutron (SB-001) mit BFA-Hohlbananas zum Einsatz. Mit 2,5 Metern Länge für 700 Euro stellt es den Einstieg in die Serie dar. Das Neutron gibt es auch noch mit austauschbaren Steckern, da ich jedoch ausschließlich Bananas benötige, kann ich auf diese Variante verzichten. Zwar ist das Konzept genial, allerdings versuche ich, unnötige Übergänge zu vermeiden, wo es nur geht. Der Querschnitt von 2,0702 Quadratmillimetern, respektive 14AWG je Leiter setzt sich aus sechs innen- und sechs außenliegenden Litzen zusammen. Letztere wurden mittels patentiertem OCC-Verfahren zu 99,9999-prozentiger Reinheit getrimmt. Beide Leiter sind bis zur Y-Auflösung gemeinsam und ungeschirmt in einer PVC-Isolierung und einem PVC-Mantel geführt, dessen Außenseite ein Nylongeflecht ziert und schützt. Die Gehäuse der Stecker und der Y-Auflösung sind verchromt und mit Carbonfaser veredelt, die BFA-Bananas zum Korrosionsschutz mit 24 Karat vergoldet.

Als NF-Kabel habe ich mir ein Kabel mit ungewöhnlichem Aufbau empfehlen lassen: Das Palladium (BP-004) in einem Meter Länge für 250 Euro. In seinem Inneren befinden sich zwei Leiter mit einem Querschnitt von 0,3614 Quadratmillimetern (22AWG), doppelt geschirmt durch verzinntes Kupfergeflecht und ableitfähiges PVC. Beide Leiter werden in den verchromten Cinch-Steckern gemeinsam an die vergoldeten Pins aufgelegt und der Querschnitt somit verdoppelt. Abgerundet wird das Konzept durch eine Außenhaut aus Baumwollgeflecht und zwei große Ferritringe zur weiteren Minderung der Störanfälligkeit. Beide Kabel kommen ordentlich aufgewickelt und mit Kabelkletts in Form gehalten in einer edlen Verpackung mit einer kurzen Anleitung. Sämtliche Stecker und auch die Y-Aufteilung sind mit dünnen Plastikhülsen vor Kratzern geschützt. Das Gesamtpaket strotzt geradezu vor Qualitätsanmutung und macht allein schon beim Auspacken Freude.

Die Pfeile auf den Cinch-Steckern kennzeichnen die Laufrichtung der Kabel
Die Pfeile auf den Cinch-Steckern kennzeichnen die Laufrichtung der Kabel

Zunächst möchte ich nur ein Boaacoustic Kabel in mein System einbringen und verbinde die beiden Palladiums mit dem Mytek Liberty DAC und meiner NAD C 275BEE Endstufe. Als Lautsprecherkabel nutze ich weiterhin meine Preis-/Leistungs-Referenz. Dass es sich um Cinchstecker mit Schraubklemmfunktion handelt, habe ich natürlich im Eifer des Gefechts übersehen und mich gewundert, weshalb ich die Stecker einfach nicht auf die Buchsen bekomme. Also erst aufschrauben, dann stecken, dann zuschrauben. So befestigt halten die Stecker wirklich bombenfest, beruhigend in einer Festverkabelung. Für mich, der viel probiert und umsteckt, etwas umständlich.

Zwei Ferritringe sorgen für besonders geringe Störanfälligkeit
Zwei Ferritringe sorgen für besonders geringe Störanfälligkeit

Als ersten Song wähle ich St. Paul and the Broken Bones „Let it be so“ vom Album Half the City in 88,2/24 FLAC. Ein melancholischer Bläsersatz, wabernde Hammond-Sounds und zurückhaltende rhythmische Begleitung in der Strophe, wandeln sich im Refrain zu bluesig stampfender Perfektion. Schon das einleitende Bläser-Intro scheint so zart und gleichzeitig energisch auf, dass ich mich auf die dynamische Achterbahnfahrt freue, die mich im Verlauf des Stücks erwartet. Denn tatsächlich lebt das Palladium die Lautstärkeunterschiede zwischen Strophe und Refrain fein und geschmackvoll aus, selbst wenn die achtköpfige Besetzung richtig loslegt, bleibt die Wiedergabe entspannt und angenehm. Hier trennt sich die Spreu vom Weizen, denn mein sonst oft eingesetztes Cordial würde spätestens jetzt anstrengend und leicht schneidend wirken. Ganz so, als würde das Palladium eine Spur Lieblichkeit und doch gleichzeitig eine spritzige, energische Komponente hinzufügen. Alles erscheint frischer, spielfreudiger und lebendiger. Doch etwas mehr ins Detail. Welche Veränderungen kann ich exakt benennen und wie ordne ich den Gesamtklang des Kabels ein?


  • Audioquest Niagara 1000, 5000 und 7000, Tornado, Thunder und NRG Z – Part 2

    In the first part I described how the power cables and power conditioners designed by Garth Powell can steer a system towards its maximum sound quality, even when the power supply topic had not been treated with neglect before. In this interview you can read what the developer has to say about his solutions and learn about my experiences with Niagara and Co. In the meantime, I've got used to the Thunder and Tornado cables…
    29.04.2019
  • Audioquest Niagara 1000, 5000 und 7000, Tornado, Thunder und NRG Z

    More than a year ago, Robert Hay, AudioQuest‘s Marketing Director for Europe, suggested that I should do a review of one of their Niagara power conditioners. Then it took a little while until some updates were incorporated into general production. Finally, we planned a really comprehensive exploration of AudioQuest's power supply products: it was worth the wait! As I have so far strictly separated the power conditioning for digital and analogue sources in my system…
    15.04.2019
  • Audioquest DragonFly Cobalt

    Nach etwas über drei Jahren bringt Audioquest ein neues Topmodell seiner erfolgreichen DragonFly-Serie heraus. Dabei geht es nicht um die Wiedergabe immer höherer PCM- oder DSD-Abtastraten – die könnte der verwendete Wandler zwar auch –, sondern allein um mehr Wohlklang. Als Wandler-Chip für dem Cobalt wählte Audioquest ESS-Sabres bestes Modell für den mobilen Einsatz, den ES9038Q2M, der in der Lage ist, PCM-Datein bis 384 Kilohertz und DSD256 wiederzugeben. Mitentscheidend für die Wahl des 9038 dürfte…
    23.08.2019
  • Clarus Aqua und Clarus Crimson

    Bis vor wenigen Monaten war Clarus für mich kein Begriff, den ich mit einem Hifi-Produkt in Verbindung gebracht hätte. Die amerikanische Marke für hochwertige Audio-Kabel wird neuerdings in Europa vom Digital-Geräte-Spezialisten Mytek verkauft. Das macht neugierig, und die nähere Betrachtung lohnt sich. An Kabeln herrscht auf dem hiesigen Audio-Markt wahrlich kein Mangel. Wenn aber die rührigen, kreativen und weltweit erfolgreichen Mannen des polnisch-amerikanischen Digital-Wandler-Herstellers Mytek sich der Clarus Kabel annehmen, sollte man hellhörig werden. Denn…
    12.07.2019
  • JIB Boaacoustic Blueberry

    Mit der Boaacoustic Blueberry-Reihe möchte JIB-Germany High-End erschwinglich machen. Sie bietet sowohl dem Einsteiger als auch anspruchsvollen Nutzern ein attraktives Preis-/Leistungs-Verhältnis und gewohnt hohe Verarbeitungsqualität. Für meinen Test ersetze ich jedes Kabel in meiner Kette durch eines aus der Blueberry-Reihe. Gerade liegt die Premiere der letzten Theaterproduktion, an der ich beteiligt war, hinter mir und schon steht das Paket für meinen nächsten Test zu Hause bereit. Der Zusammenhang erschließt sich natürlich nur, wenn ich Ihnen…
    26.04.2019
  • Audioquest Niagara 1000, 5000 und 7000, Tornado, Thunder und NRG Z – Teil 2

    Dass die von Garth Powell entworfenen Netzkabel und Netzaufbereiter eine Kette, bei der die Netzversorgung auch zuvor nicht vernachlässigt wurde, zu klanglichen Höchstleitungen treiben kann, habe ich im ersten Teil beschrieben. Hier können Sie hören, was der Entwickler zu seinen Lösungen zu sagen hat, und über weitere Erfahrungen mit Niagara und Co. lesen. Inzwischen habe ich mich schon ein wenig an die Thunder- und Tornado-Kabel sowie den Niagara 1000 und 7000 gewöhnt: Meine Kette agiert…
    29.01.2019

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.