Im Hochtonbereich setzt Stereokonzept dann Scan-Speaks Ringradiator ein, der in den letzten Jahren mehr und mehr Verbreitung bei High-End-Herstellern findet. Auch er besitzt einen Antrieb mit Neodymmagnet. Die leichte Textilmembran strahlt auch noch Frequenzen jenseits von 30 Kilohertz ab. Aber Stereokonzept, begnügt sich nicht mit dem Zukauf speziell selektierter Chassis, man bietet ihnen auch ein optimales Umfeld. So erhält der Ringradiator sein Signal von einer Weiche, die im Gehäuse des Hochtöners durch Federn entkoppelt aufgehängt ist. Ebenso wie bei den Filtern für den Tiefmitteltöner kommen hier feinste Bauteile aus dem Hause Mundorf zum Einsatz, wie beispielsweise Silber/Gold-Kondensatoren und Kupferflachbandspulen. Die Werte sollen allerdings nicht bekannt werden, weshalb Stereokonzept die Weiche für den Hochtöner vergießt. Die Weichenbauteile für den Tiefmitteltöner sitzen mikrofoniegeschützt in einem entkoppelten Einschub im unteren Gehäuseteil. Die sowohl aufgrund von Messungen als auch in langen Hörsitzungen ausgewählten Bauteile werden in freier Verdrahtung miteinander verbunden.
Johannes Rickert beschränkt sich aber nicht auf beste Chassis, extrem hochwertige Kondensatoren und Spulen sowie deren überlegte Anordnung. Ganz besondere Aufmerksamkeit widmet er der Mechanik der Box. Das beginnt mit dem Gehäusematerial: Die Wände bestehen aus einem Sandwich aus zwölf Millimeter Corian, einem vom DuPont entwickelten, acrylgebundenen Mineralwerkstoff, und 15 oder 18 Millimeter Birkenmultiplex. Für weitere Stabilität sorgt dann eine fest in das untere Gehäuse eingelassene Granitplatte – kein Wunder, dass man das Gewicht der Box unteschätzt: Trotz ihrer moderaten Abmessungen bringt sie 54 Kilogramm auf die Wage.
Sehr eigenständig ist auch das Konzept der Ankopplung an den Boden. Es gibt einen sehr großen, zentralen Spike. Die vier Gewindestangen in den Metallauslegern sorgen hingegen nur als Stützen für einen sicheren Stand: Sie sind zum Boden hin verrundet, so dass sie etwa auf einem Teppich aufliegen und ihn nicht durchdringen. Die Metallverarbeitung scheint überhaupt ein besonders Hobby der Macher von Stereokonzept zu sein: Während man zum Beispiel auf den ersten Blick von vorn keinen Markennamen an der Box erkennt, findet man ihn bei genauerem Hinsehen fein in die Frontseite der Metallausleger eingraviert – wirkliche Liebe zum Detail! Der Markennamen und die Modellbezeichnung werden dann auch noch einmal in die pulverbeschichtete Edelstahlplatte auf der Rückseite eingraviert, die gleich zwei Funktionen erfüllt: Einmal nimmt sie das fein gedrehte, konisch zulaufende und an den Enden sanft gerundete Aluminium-Bassreflexrohr auf, zum anderen ist sie das Gegenlager für eine Verspannvorrichtung für den Tiefmitteltöner. Diese soll den Magneten und den Korb wirkungsvoll bedämpfen. Dass dieser über einen in das Gehäuse eingelassenen Edelstahlring fest mit der Schallwand verbunden ist, reicht den Entwicklern einfach nicht aus.
Der Boden des Hochtongehäuses besteht aus einer gefrästen Aluminiumplatte, die wie einige andere Metallteile in der Box auch mit Korkplatten bedämpft wird. Durch vier Ringe aus einem speziellen Hartschaum steht das Hochtonmodul in Kontakt zum Rest des Gehäuses. Zwei Schrauben sorgen dafür, dass es in seiner Position bleibt. Bedenkt man die Vielzahl solch konstruktiver Details, die die Fertigung eines Modell 3.0 nicht gerade rationeller machen, die Qualität der eingesetzten Materialien und ihre Verarbeitung, kann man sich leicht vorstellen, dass Stereokonzept sein Erstlingswerk nicht gerade großzügig kalkuliert hat, selbst wenn der Preis absolut betrachtet nicht gerade niedrig ist.
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