Der spannungsgeladene und gleichzeitig kühle Soundwall aus opulenter Orchestrierung, abgrundtiefen Subbässen und messerscharfer Beat-Electronica macht es keinem Verstärker einfach, die Übersicht zu behalten. Fast immer gerät irgendetwas bei der Wiedergabe des Tracks aus den Fugen. Nun, Röhrenkonzepte sind per se nicht unbedingt dafür ausgelegt, die metallische Soundästhetik der Produktionen von Künstlern wie Aphex Twin, Autechre oder stellenweise auch Björk adäquat zu transportieren, dafür fehlt ihnen schlichtweg die nötige Kühle oder Distanz. Obwohl auch der CANOR hier keine Ausnahme von der Regel bildet, gelingt es ihm scheinbar mühelos, das komplette Geschehen zu kontrollieren, die richtige Balance zwischen Organischem und Anorganischem herzustellen, die goldenen Mitte zwischen Menschlichem und Unmenschlichem zu finden und das Klangbild nicht zu einem ungenießbaren Klangbrei mutieren zu lassen – Kompliment! Freilich ist der TP106 VR+ kein Alchimist, der Dreck in Gold zu wandeln vermag. Heaven 17s The Luxury Gap klingt in der Original 80er-Jahre-Pressung mit dem CANOR genauso dünn wie auf allen anderen Verstärkern. Die unsäglich schlechten US-LP-Remaster der Jimi Hendrix Alben, bei denen man das Gefühl bekommt, dass man Höhen und Bässe beim Mastern im völlig zugedröhnten Zustand anhob, klingen mit dem TP106 VR+ auch nicht besser – aber die akustischen Missstände werden durch den CANOR etwas erträglicher.
Der CANOR TP106 VR+ ist ein Meister der Ausgewogenheit, der einen festen Platz unter den Vollverstärkern verdient. Ich kann mir gut vorstellen, dass er gerade im Zusammenspiel mit hochauflösenden Quellgeräten, Kabeln und Lautsprechern als homogenisierende und harmonisierende Schnittstelle wirken und den eventuell fehlenden Hauch von Magie in eine Kette transportieren kann.
Gehört mit
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Lautsprecher | Bastanis Mandala Atlas (Crystal-Upgrade) |
Phono-Preamps | J. Binder (Tubeguru) Phono Stage, Brocksieper Phonomax |
Übertrager | Analog Tube Audio MCT 2 |
Laufwerke | Nottingham Analogue Hyperspace mit Origin Live Encounter MK2 Tonarm, Garrard 301 mit Thomas Schick Tonarm |
Tonabnehmer | Lignolab Denon DL-103, Audio Technica AT33PTG |
CD-Player | Panasonic DVD-S75 |
Kabel NF | TMR Ramses, Acoustic System Int’l Liveline Series |
Kabel LS | TMR Ramses, HMS Concertato |
Netzkabel | Oyaide Tunami GPX, HMS Gran Finale Jubilee |
Stromversorgung | HMS Energia, HMS RC 1/1, AHP Klangmodul3 |
Racks | Finite Elemente Tragwerk |
Zubehör | Schallwand Little Foot & Big Foot |
Herstellerangaben
CANOR TP106 VR+
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Herstellerland | Slowakei |
Röhren | 4 x 12AT7/ECC81, 4 x 6550, 2 x 5AR4/GZ34 |
Schaltungskonzept | Push-Pull |
Ausgangsleistung | 2 x 55 W / 4 Ohm (2 x 20 W Class A) |
Eingangsempfindlichkeit | 400 mV / 40 W / 1 kHz |
Eingangsimpedanz | 60 kOhm |
Eingänge | 5 x Line (Cinch) |
Klirrfaktor | < 0,05 % (1 kHz, 5 W) |
Geräuschabstand | > 93 dB |
Netzspannung | 230V/50Hz |
Abmessung (B/H/T) | 430/170/390 mm |
Gewicht | 26 kg |
Gehäuseausführungen | Silber oder Schwarz |
Zubehör | Fernbedienung |
Listenpreis | 4000 Euro |
Vertrieb
EMPIRE Deutschland
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Anschrift | Jürgen Welte Am Rembergsee 20 47259 Duisburg |
Fon | +49(0)203/75 999 004 |
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Internet | www.empire-hifi.com |
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