Ober- und Unterteil des Gehäuses wird per CNC aus einem massiven Block Nussbaum gefräst, die mittlere Schicht besteht aus Makassar. Wie Schmidlin überhaupt gerne Holz wegen der günstigen akustischen Eigenschaften als Gehäusematerial verwendet. Von den Qualitäten eines einfacheren Autoformer Modells aus dem Hause Audio Consulting konnte ich mich bereits vor einiger Zeit überzeugen. Umso gespannter war ich, was sich bei dem Topmodell noch verbessern ließ. Mit dem Digitalsystem Aurender W20 und totalDAC d1-monobloc fand der Meteor das adäquate Umfeld. Allerdings konnte ich nur noch kurze Zeit auf die Geräte zurückgreifen, weshalb sich Klangbeschreibungen auf mein eigenes digitales Frontend beziehen.
Die Ausgangsspannung des Borbely DACs reicht nicht ganz aus, um meine 211SE Elrog Endstufen voll auszusteuern, aber bei dem hohen Wirkungsgrad meines Lautsprechers steht dennoch jederzeit genügend Leistung zur Verfügung. Der Vollständigkeit halber hatte ich später auch noch die Shindo Cortese und die Mayer 6HS5 eingesetzt, beide mit deutlich höherer Eingangsempfindlichkeit. Hier gab es aber keine wesentlich neuen Erkenntnisse zum Meteor, lediglich die unterschiedlichen klanglichen Charaktere der Endstufen waren zu hören. Um gleich mit der Tür ins Haus zu fallen: Die große Stärke der Wiedergabe über den Meteor liegt in der plastischen Darstellung einzelner Musiker. Dies ist ein Punkt, der für mich – neben den Klangfarben – extrem wichtig ist. Trotzdem ist es natürlich ein bisschen gewagt, diese Eigenschaft allein auf den Meteor herunterzubrechen, der Rest der Anlage hat hier natürlich auch ein Wörtchen mitzureden. Jedenfalls muss noch einmal die Jazz Sängerin Susanne Abbuehl herhalten mit einem Titel aus der CD Compass. Diese von Jan Erik Kongshaug für ECM aufgenommene CD ist wieder einmal hervorragend gelungen. Der Mann hat es einfach drauf! Bei dem Titel „A call for all demons“ von Sun Ra hört man links die Bassregister eines Flügels, man kann förmlich sehen, wie der Musiker den Finger auf die Taste drückt. Unter Hifi-Gesichtspunkten würde man feststellen: die Instrumente erscheinen alle hervorragend fokussiert. Was aber viel wichtiger ist: Die Stimme der Sängerin ist unheimlich natürlich und lebensecht. Damit bekommt die Musik einen sehr emotionalen und livehaftigen Charakter; trotzdem ersetzt dies natürlich keinen Gang ins Konzert, kommt dem aber schon viel näher. Und das ist doch das, was wir alle suchen, oder?
Als nächstes habe ich eine Aufnahme herausgesucht, die ich sehr gut kenne und in vielen Konstellationen schon gehört habe: Georg Friedrich Händel Concerti Grossi in einer Aufnahme mit Ton Koopman und dem Amsterdamer Baroque Orchestra. Koopman hatte ja immer großen Wert auf die Aufnahmequalität gelegt, und das ist bei dieser Einspielung auch nicht anders. Entstanden ist diese Aufnahme in der Londoner Kirche Saint Jude-on-the-Hill. Man kann nun sehr deutlich die veränderte Akustik einer Kirche heraushören. Und auch sofort, dass die Kirche größer ist als beispielsweise bei der Aufnahme Anno 1630 mit Lorenzo Ghielmi, ebenfalls in einer Kirche aufgenommen. Koopmans Aufnahme wurde 1985 mit dem ersten verfügbaren Digitalequipment erstellt, womit die Musik noch nicht ganz die Finesse und die Klangfarben hat, die mittlerweile mit neuerer Ausrüstung möglich sind. Auch das ist mit dem Meteor sofort hörbar. Dies sind natürlich wieder hifi-technische Überlegungen, die mit der Musik nichts zu tun haben. Das alles soll auch der Musik keinen Abbruch tun, die Interpretation von Koopman ist hervorragend und der Meteor lässt sie uns genießen.
Als nächstes muss Michel Camilo ran. Ausgesucht habe ich das Album Spirit of the Moment. Geboren in der DomRep versucht Camilo seine karibischen Wurzeln mit zeitgenössischem Jazz zu verbinden, seine Mitstreiter stammen aus Cuba. Was bei der Carribean Connection herauskommt ist nun keine bahnbrechende Innovation, aber solide gespielter Jazz mit sehr viel Drive und für unsere Ohren teilweise ungewöhnlicher Rhythmik. Die Aufnahme ist Telarc-mäßig sehr klar und direkt. Und ein bisschen spektakulär. So stehen die Schlagzeugseinlagen explosiv im Raum, allerdings vermisse ich etwas die natürlichen Klangfarben. Sowohl beim Flügel, als auch bei Bass und Schlagzeug. Die qualitativen Unterschiede zu der ECM Aufnahme von Kongshaug oben zeigt uns der Meteor überdeutlich.
Die Vorstufe prägt den Klang der Anlage! Bei dieser Aussage bleibe ich, auch wenn ich durch die Mayer 211SE Elrog Endstufe etwas ins Schwanken geraten bin. Bisher war ich von einer passiven Ansteuerung der Endstufen nie so ganz überzeugt, meistens klang es etwas dünner, mitunter transparenter aber auch weniger körperhaft. Und die dynamischen Eigenschaften der Endstufe wurden meistens limitiert. Mit dem Meteor ändert sich dies schlagartig. Hier hatte ich erstmals nicht das Gefühl Körperhaftigkeit und Volumen zu verlieren; oder mit anderen Worten: der Meteor klingt erwachsen. Die Musik verliert auch nicht an Dynamik ohne den Nachbrenner einer aktiven Vorstufe. Der Meteor kann hier locker mit meiner Shindo mithalten. Und in dieser Hinsicht weiß die Monbrison was eine Harke ist! Um hier einen sinnvollen Vergleich zu haben, müsste man natürlich auch ein Shindo Produkt in dieser Preisklasse heranziehen, aber darum soll es hier ja nicht gehen.