tests/25-09-09_spl
 

SPL electronics Phonos duo

09.09.2025 // Dirk Sommer

2017 stellte SPL die erste Phonostufe der Professional-Fidelity-Linie vor, die sich trotz des leicht irreführenden Namens an Hifi-Nutzer wendet. Wolfgang Kemper bescheinigte ihr in seinem Test einen extrem guten Klang und ein ebensolches Preis/Leistungsverhältnis. Mich irritierte das Fehlen eines symmetrischen Eingangs. Den besitzt die Phonos duo.

Das Gute daran ist, dass die XLR-Buchsen nicht die Cinch-Eingänge der „alten“ Phonos ersetzen, sondern zusätzlich auf der Rückseite des Gerätes Platz gefunden haben: Den Beinamen „Duo“ hat die Phonos also nicht allein bekommen, weil sie die MK-2-Version ist, sondern auch, weil sie nun über zwei Eingänge verfügt. Die beiden auffälligen Drehschalter für die kapazitiven und ohmschen Lasten für Moving-Magnet- respektive Moving-Coil-Systeme wurden ebenso wie der dazwischen liegende Schalter für die Wahl des jeweiligen Tonabnehmertyps vom Vorgängermodell übernommen. Neu sind der „Mute“-, der „Mono“- und der Umschalter zwischen den XLR- und RCA- respektive Cinch-Eingängen. Unabhängig vor der Anschlussart kann der duo für MM- oder MC-Abtaster konfiguriert werden. Da das über mechanische Dreh- und Kippschalter teils in Kombination mit Relais funktioniert, konnte Entwickler Bastian Neu auf eine Logikschaltung verzichten, was den Vorteil hat, dass es keine hochfrequenten Einstreuungen auf das empfindliche Phonosignal gibt, und den Nachteil, dass man beim Umschalten zwischen den Eingängen die für das entsprechende System nötigen Lasten jedesmal wieder neu einstellen muss, was aber dank der Schalter auf der Frontplatte leicht zu bewerkstelligen ist.

Das Testgerät mit schlichter schwarzer Frontplatte. Mit einer roten oder silbernen gibt es den Phonos duo natürlich auch
Das Testgerät mit schlichter schwarzer Frontplatte. Mit einer roten oder silbernen gibt es den Phonos duo natürlich auch

Anders als der erste Phonos bietet der duo auch einen XLR-Ausgang. Das sollte man aber nicht als Hinweis auf eine durchgängig symmetrische Signalverarbeitung fehlinterpretieren. Laut Bastian Neu besitzt der Phonos duo anders als sein Vorgänger eine symmetrische Eingangsstufe, die einen besseren Fremdspannungsabstand habe als der Cinch-Eingang, weshalb die XLR-Eingänge für MC-Systeme die erste Wahl seien. Gleich geblieben sei die aktive RIAA-Entzerrung, in der der Empfehlung des mehrfach ausgezeichneten, englischen Elektronik-Ingenieurs Douglas Self folgend viele kleine Kapazitäten statt weniger großer zum Einsatz kämen. Dadurch erreiche man kürzere Lade- und Entladezeiten, was zu einer besseren Auflösung und einem schnelleren Impulsverhalten führe. Auch das Netzteil des Phonos duo habe eine Überarbeitung erfahren: Die Spannungen von plus/minus 60 Volt würden nun nicht mehr von zugekauften Reglern stabilisiert, sondern von selbst entwickelten, diskret aufgebauten. Dadurch hätten Störungen auf der Versorgungsspannung um 30 Dezibel reduziert werden können.

Auf der Frontplatte des Phonos duo sind der „Mute“- und der „Mono“-Schalter hinzugekommen. Selbstverständlich hat man auch die Wahl zwischen den XLR- und Cinch-Eingängen
Auf der Frontplatte des Phonos duo sind der „Mute“- und der „Mono“-Schalter hinzugekommen. Selbstverständlich hat man auch die Wahl zwischen den XLR- und Cinch-Eingängen


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