tests/21-11-02_waversa
 

Waversa WminiHPA MK2 und WminiAmp MK2 – Teil 2

02.11.2021 // Roland Dietl

Auf der Rückseite geht es aufgrund der kleinen Gehäuseabmessungen zwangsläufig etwas eng zu. Dennoch finden wir neben einem unsymmetrischen Eingang (Cinch) auch einen symmetrischen XLR-Eingang. Ferner gibt es noch eine koaxiale S/PDIF-Schnittstelle (Cinch) für Digital-Signale – allerdings nur mit 44,1-Kilohertz-Datenrate. Hochwertige Lautsprecher-Terminals beanspruchen den restlichen Platz. Dennoch ist der Anschluss ganz großer und schwerer Lautsprecherstrippen und insbesondere solcher mit Kabelschuhen eine kleine Herausforderung. Betrachtet man das kleine „Kistchen“ ohne Kühlkörper und einem „Kampfgewicht“ von gerade mal drei Kilo, dann frägt man sich unwillkürlich, wie da eine Leistung von 70 respektive 100 Watt an acht respektive vier Ohm pro Kanal rauskommen soll. Das geht nur mit einem Klasse-D-Verstärker. Klasse-D-Verstärker werden landläufig oft als Digitalverstärker bezeichnet, wobei aber das „D“ nicht Digital bedeutet, sondern für das Verstärkersystem in der Reihenfolge der Klassen A, B, AB, C, D, E, F, G steht.

Der gesamte Signalweg mit Crossfeed, Audez-Voreinstellung und Upsampling auf 352,8 Kilohertz im WminiHPA
Der gesamte Signalweg mit Crossfeed, Audez-Voreinstellung und Upsampling auf 352,8 Kilohertz im WminiHPA

Klasse-D-Verstärker verwenden Pulsweitenmodulation (PWM) zur Verstärkung analoger Signale. Beim PWM-Verfahren wird das analoge Eingangssignal mit Hilfe einer Sägezahnspannung und einem Komparator in eine Folge von Rechtecksignalen gleicher Höhe aber unterschiedlicher Breite umgeformt. Die Breite der Rechtecksignale variiert dabei im Verhältnis zur Signalstärke. Diese Pulsfolge wird dann verstärkt und am Ende durch ein analoges Tiefpassfilter wieder in eine analoge Schwingung zurück verwandelt. Der Vorteil ist, dass sich eine solche Signalform sehr einfach verstärken lässt, da die Transistoren nicht mehr moduliert werden, sondern nur noch als Ein- und Ausschalter fungieren. Der direkt erkennbare Nutzen ist der sehr hohe Wirkungsgrad und die geringe Wärmeentwicklung. Das generierte Pulsweitensignal ist ein analoges Signal mit theoretisch unendlicher Auflösung auf der Zeitachse. Auf Grund der Rechteckspannung ähnelt es einem Digitalsignal.

Die Besonderheit beim WminiAmp ist nun, dass er eine vollständig digitale Signalverarbeitung vor dem eigentlichen Class-D-Verstärker besitzt. Das analoge Eingangssignal wird über den hochleistungsfähigen 24-Bit-A/D-Wandler PCM4202 von Burr-Brown in das PCM-Format umgewandelt. Die PCM4202-Architektur verwendet einen 1-Bit-Delta-Sigma-Modulator pro Kanal und unterstützt lineare 24-Bit-PCM-Ausgangsdaten mit Abtastfrequenzen von bis zu 216 Kilohertz. Dieses Signal wird dann von Waversas proprietären WAP-Chip weiterverarbeitet. Dabei werden das PCM-Signal auf 24Bit und 768 Kilohertz hochgerechnet und weitere „Korrekturen“ vorgenommen, um die Detailgenauigkeit und die räumliche Darstellung unabhängig von der Lautstärke zu verbessern. Dies lässt sich mit analogen Methoden in der gleichen Art und Weise nicht annähernd so verlustfrei verwirklichen.


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