Als ich Gregory Porters Doppel-LP Be Good auf dem Bardo mit dem Audio Exklusiv 103 abtasten ließ, war ich erstaunt, wie fein ziseliert und plastisch die Details herausgearbeitet wurden. Frappierend fand ich das Schlagzeug, bei dem ich den Durchmesser der Becken gefühlt zentimetergenau bestimmen konnte. Auch Gregory Porters Stimme beeindruckte durch Nuancen und war nur einen minimalen Hauch wärmer als gewohnt, was mir sehr glaubwürdig vorkam. An Feindynamik mangelt es an keiner Stelle. Joni Mitchells Musik von Lady Of The Canyon ertönte wunderschön, die Gitarre filigran flirrend. Auch hier empfand ich die Stimme als authentisch, ebenfalls ein klein wenig wärmer als bekannt. Bemerkenswert bei diesem Album war die Abwesenheit jeglicher Härte im musikalischen Geschehen. Die Bühne öffnet sich weit seitlich über die Lautsprecher hinaus. Kein bekanntes Detail, das nicht zu hören gewesen wäre. Auch die Sprachverständlichkeit ist hervorragend, was bei der modernen Version von Peter und der Wolf mit dem Titel Peter und der Wolf in Hollywood, interpretiert von Alice Cooper – ja, dem Hardrocker mit „School´s Out“ –, deutlich wird, bezogen in CD-Qualität von Qobuz. In deutsche Sprache gibt es dies Werk gesprochen vom Die-Toten-Hosen-Frontman Campino. Gefordert mit dem furiosen Bläser-Intro bei Jack DeJohnettes „Tin Can Alley“, glänzt der Ecstasy mit Farbenpracht und Wucht, auch bei größerer Lautstärke. Hier könnte er ein wenig schneller, dynamischer zur Sache gehen. Ich hätte mir etwas mehr Brutalität gewünscht. Bei orchestraler Musik kann er seine ganze Qualität zur Geltung bringen, beispielsweise bei Strawinskys „Pulcinella-Suite“ auf Decca mit Neville Marriner und der Academy of St. Martin-in-the-Fields. Er paart Transparenz mit farbigem Schmelz der Streicher. Die tiefen Streicher präsentiert er mit Kraft. Das Orchester wird bei dieser Aufnahme vor allem in der Tiefe schön gestaffelt. Der Dayens-Verstärker besitzt ein gewaltiges Sucht-Potential. Seine Art zu musizieren lässt nicht ermüden. Gern legt man noch eine LP auf den Teller oder startet noch ein File am Computer. Nur wenn ich maximalen Aufwand betreibe und die Legacy-Audio-Lautsprecher an meinen Air-Tight-Röhren-Monos betreibe, gewinne ich noch an räumlicher Offenheit und Feinzeichnung. Dafür ist steht der finanzielle Aufwand aber steht in einem fragwürdigen Verhältnis zum klanglichen Gewinn.
Nachdem der Dayens an den Legacy Audio Signature SE, die auch wegen ihrer Bestückung mit zwei AMT für den Mittel-Hochton-Bereich ein anspruchsvoller Mitspieler ist, eine derart gute Figur abgibt, möchte ich wissen, wie er sich an meinen Audio Analysis Epsilon Vollbereichs-Bändchen verhält. Das neue Album von Gregory Porter, Take Me To The Alley, startet den Testreigen als 96-kHz-File. Auch hier zeigt der Ecstasy seine Fähigkeiten in den Punkten überzeugende tonale Balance, authentischen Klangfarben und Transparenz. Großartig zelebrierte der serbische Vollverstärker das 96-kHz-File von van Beethovens Fünfter Symphonie mit Carlos Kleiber mit den Wiener Philharmonikern. Feinzeichnung und Klangfarben scheinen perfekt, auch dynamisch fehlt es an nichts. Der Ecstasy harmoniert sehr gut mit der Epsilon. Mir kam es so vor, als wäre er mit ihr sogar zu noch mehr Dynamik fähig. Auch in dieser Audio-Kette weckte der Dayens den Wunsch nach mehr Musik. Es ist ein Vergnügen, mit ihm zu hören, weil er so bestechend klar, sauber und angenehm musiziert.
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