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05.02.10
 | Helmut Rohrwild
 

CD-Player/Vorverstärker
Meridian 808.2i

Meridian ist seit Anbeginn der digitalen Ära stets ganz vorne mit dabei, hat immer wieder Innovationen realisiert und damit Maßstäbe gesetzt. Allein schon deshalb verspricht das Flaggschiff dieses Herstellers, die Kombination aus einem CD-Player und einer Vorstufe, einen hohen Unterhaltungswert.

Abb. 1
Der englische Hersteller Meridian genießt einen exzellenten Ruf, der über lange Jahre erworben wurde. Besonders im digitalen Bereich hat man immer wieder mit  bahnbrechenden Neuerungen für eine gesteigerte Akzeptanz des Mediums CD gesorgt. Auch haben sich die Meridian-Mannen als überzeugte Protagonisten des Aktiv-Lautsprecherkonzepts erwiesen, was zwar der konsequenteste Weg im Lautsprecherbau ist, aber nichts daran ändert, dass diese Gerätegattung dank fehlender Spielmöglichkeiten für den Audiophilen beharrlich auf niedrigem Verkaufsniveau verharrt. Schon sehr früh hat Meridian eine unverwechselbare Designsprache gefunden, die eine stattliche, dabei nicht Prestige erheischende Gestaltung mit einer klaren, weitgehend selbsterklärenden Bedienung verbindet. Typisch ist die obere Rauchglasabdeckung der Gehäuse, die es in schwarz oder silber gibt, und die ausgewachsene, pultförmige Systemfernbedienung, die für manche Aktion nach zwei Händen verlangt. Um alle per Fernbedienung möglichen Funktionen ausnutzen zu können, ist eine längere Beschäftigung mit der Bedienungsanleitung unumgänglich. Jede Befehlsgabe wird mit leisem Pfeifton und Aufleuchten der Tastatur angezeigt: eine sehr sinnvolle Sache.

Abb. 2
Meridian verwendet im 808.2i ein Laufwerk aus der Computertechnik, das gegenüber einem normalen CD-Laufwerk zu mehrfacher Lesegeschwindigkeit fähig ist. Dadurch werden abschnittsweise häufiger wiederholte Lesevorgänge mit erhöhter Geschwindigkeit möglich, um auch für nicht auf Anhieb eindeutig lesbare Daten doch noch ein korrektes Ergebnis zu bekommen. Meridian gibt an, dass diese Methode die Fehlerkorrektur um den Faktor 100 verbessert. Weiterhin biete sie eine Zwischenspeicherung, die den Jitter auf extrem niedrige Werte  reduziere. Upsampling, also das Hochrechnen von 44,1 kHz, 16 Bit auf 176,4 kHz, 24 Bit, was einer Vervierfachung der Daten entspricht, ist bei Meridian selbstverständlich. Auf diese Weise werden die digitalen Stufen verkleinert und das Signal kommt dem ursprünglichen analogen Verlauf sehr viel näher. Die eigentliche Innovation dieses Spielers ist sein Apodising Filter, das die Impulse von digitalen Vor- und Nachschwingern befreit, wie Bob Stuart in einem Interview mit Robert Harley in The Absolute Sound ausführlich erläutert hat. Demnach verursachen digitale Filter – und nur diese – ein Pre-Ringing, also eine Verzerrung vor (!) dem Signalimpuls, die sich hörbar auswirkt. Das Apodising Filter basiert auf sehr komplexen Rechenalgorithmen und erfordert eine üppige Rechenleistung, weshalb Meridian dafür einen eigenen Prozessor einsetzt.

Abb. 3
Der 808.2i ist modular aufgebaut. Auf einer Hauptplatine sitzen diverse Steckkarten für die einzelnen Aufgabenbereiche. So kann der 808.2 ganz einfach zur i-Version erweitert werden. Dass die gesamte Schaltung mit besten und spezifisch ausgewählten Bauteilen realisiert wurde, bedarf eigentlich gar nicht der gesonderten Erwähnung, denn Meridian hat sich da über die Jahre einer strengen Selbstverpflichtung unterworfen.

Die Front des 808.2i teilt sich in drei waagrechte Ebenen. Oben sitzt das Display, das grün und groß alle Informationen anzeigt und auch aus der Distanz gut lesbar ist. Die Mitte bildet eine Klappe, auf deren Innenseite die Signatur der beiden Firmengründer Robert Stuart und Allen Boothroyd prangt. Die Abdeckung verbirgt eine Anzahl von Tastern, die eine Bedienung der wichtigsten Funktionen direkt am Gerät zulassen. Die untere Reihe schließlich hat links eine weitere Klappe, hinter der das Laufwerk montiert ist. Daneben befindet sich eine Reihe von großen Tastern, die die Player-Funktionen steuern.

Abb. 4
Die Rückseite ist üppig bestückt, aber übersichtlich, da in vertikale Gruppen unterteilt. Die linke Gruppe wird von Meridian als Computer bezeichnet, bietet drei sogenannte Trigger-Ausgänge, die andere Komponenten aktivieren können, dazu einen RS 232-Eingang zur Verbindung mit einem Computer und zwei Meridian-Schnittstellen „Comms“ zum Ansteuern weiterer Meridian-Geräten. Die nächste, mit Analogue Input überschriebene Reihe bilden sechs Eingänge, die per Fernbedienung im Pegel abgeglichen werden können. Das sollte man nicht gering schätzen. Das ist jedenfalls keineswegs Luxus, da Pegelsprünge beim Umschalten zumindest für Unmut sorgen und schlimmstenfalls Schäden verursachen können. Die nächste Gruppe umfasst die Digital Inputs, drei in Koaxialversion und zwei als optische Toslink-Buchsen.

Abb. 5
Daran schließt die Gruppe der analogen Ausgänge an, die mit symmetrischen XLR-Buchsen und unsymmetrischen Cinchbuchsen bestückt ist.


 
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Vorschau

Die angekündigte Aufnahme der Cellosonaten hat sich zerschlagen, und bei der Wahl zwischen Esoteric und Acoustic Systems entschied sich Reinhold Martin für Artkustik: Unsere Vorschau kündet immer von besten Absichten, aber dann kommt es manchmal anders, als man denkt. Das ist heute glücklicherweise nicht so, denn unser Webmaster macht Urlaub und deshalb haben wir für die kommenden Wochen so einiges vorbereitet. Da wird es keinen Tag ohne neuen Artikel geben – vorausgesetzt, die Technik spielt mit: Die Reihe der Tests beginnt mit der Densen Vollverstärker-CD-Player-Kombination. Weiter geht’s mit Elac-Lautsprechern und den oben erwähnten Artkustik Amethyst. Einem  Pristine-Classical-Download wird mit nicht einmal einer Woche Abstand ein Statement From Birdland folgen, diesmal das mit der bereits mehrfach angekündigten Schlagzeuglegende Charly Antolini. Kurz vor der Vollendung – Achtung: Hier verlassen wir  den Boden gesicherter Erkenntnisse – stehen Amre Ibrahims Artikel über den Fonel CD-Player, die ein oder andere Kabelgeschichte von Reinhold Martin, Helmut Rohrwilds Test einer Funk Vorstufe und mein Bericht über PS Audios nahezu perfekte Perfect-Wave-Digital-Kombi.

Dirk Sommer