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In Ayre-typisch hochwertig gestaltetem Gehäuse verpackt präsentiert sich der QB-9 als exklusiver USB-Wandler, der sich beharrlich weigert, andere Digitalformate zu akzeptieren. Damit ist dieser Wandler auf den Computer als Zuspieler angewiesen. Gelingt es dem Ayre, den Computer als High-End-Musikquelle hoffähig zu machen oder wird hier mit Kanonen auf Spatzen geschossen?

Abb. 1
Als Zeichen dafür, dass die Hifi-Szene beginnt, sich dem Thema Musik aus dem Computer zu öffnen, findet man vor allem in Vollverstärkern der Consumerklasse zunehmend USB-Anschlüsse zum direkten Andocken eines Computers an einen bordeigenen Wandler. Aber auch die High-End-Szene verschließt sich dank Aussicht auf hoch aufgelöste Digitaldaten nicht mehr so vehement wie noch bis vor kurzem dem dort nach wie vor eher ungeliebten Thema Musik ab Computer. Folglich findet man auch bei D/A-Wandlern neben den herkömmlichen SPDIF- und AES/EBU-Anschlüssen zunehmend einen USB-Anschluss. Der eignet sich jedoch erst seit kurzem, nämlich etwa seit Markteinführung des Benchmark USB DAC1 dank 96 kHz-24 Bit-USB-fähiger Schnittstelle als Eintrittskarte in den hochaufgelösten Computer-Hifi-Himmel. Vorher war bei 48 kHz und nicht selten gar bei 44.1 kHz und 16 Bit das Ende der Fahnenstange digitaler Datenübertragung vom Computer zum Wandler erreicht. Grund dafür ist eine der beiden landläufig in USB-Schnittstellen zur Datenwiedergabe eingesetzten Betriebsarten, der adaptive Modus. Von der anderen Betriebsart, dem asynchronen Modus wird später die Rede sein. Die USB-Schnittstelle ist in Wandler-Chips integriert und akzeptiert im adaptiven Modus gewissermaßen in der Standardvariante Digitaldaten mit einer maximalen Abtastrate von 48 kHz bei 24 Bit Wortlänge. In einer Luxusvariante wird der Wandler-Chip zusammen mit einem Schlüssel – dem Centrance Code – für die Abtastrate von 96 kHz im adaptiven Modus angeboten. Wird die USB-Schnittstelle des Wandler-Chips im adaptiven Modus betrieben, liefert der Computer den für die Datenübertragung erforderlichen Takt: Die Masterclock sitzt also im Computer, was den Nachteil mit sich bringt, dass dort nicht unbedingt auf einen jitterfreien Takt geachtet wird. Die Fachwelt ist sich einig, dass jitterarme Datenübertragung Voraussetzung für eine saubere Umsetzung digitaler Daten in ein analoges Signal im externen Wandler und damit Voraussetzung für guten Klang ab digitalem Medium ist. Durch Nutzung der Masterclock des Computers ist die im adaptiven Modus betriebene USB-Schnittstelle des Wandlers klanglich nicht gerade der Stein des Weisen. Dies ist bekannt, weshalb beispielsweise Benchmark einen asynchronen Abtastratenwandler einsetzt, der vom Mastertakt des Computers lediglich angestoßen wird, ansonsten aber vom bordeigenen Taktgeber gesteuert wird. Warum wird der adaptive Modus dann überhaupt eingesetzt? Ganz einfach, weil er für den Wandler-Hersteller kostengünstig ist, da eine mühsame Programmierung der USB-Schnittstelle entfällt, die, so wie sie ist, im adaptiven Modus verwendet werden kann.

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Ganz anders sieht die Sache aus, wenn man die USB-Schnittstelle im asynchronen Modus betreibt, der von sich aus Abtastraten bis 96 kHz akzeptiert. In diesem Modus wird der Taktgeber im Wandler selbst mit der gebotenen Sorgfalt implementiert, wodurch der Datentransfer nicht mehr von der klangschädlichen Zitterpartie im Computer abhängt. Aber nicht der bordeigene Taktgeber des Wandlers macht den Betrieb der USB-Schnittstelle im asynchronen Modus so richtig teuer, sondern die Tatsache, dass eine eigene Software für seine Implementierung benötigt wird, die nicht an jeder Ecke zu haben ist, sondern unter Einsatz von vielen Mannstunden mühsam geschrieben werden muss. Das ist auch der Grund, weshalb bislang gerade einmal drei Hersteller – dCS, Wavelength und Ayre – Wandler mit im asynchronen Modus betriebener USB-Schnittstelle auf den Markt gebracht haben. Gordon Rankin von Wavelength muss eine ziemlich geniale Software für den asynchronen Modus der USB-Schnittstelle des Wandlerchip TAS1020B von Texas Instruments geschrieben haben. Jedenfalls ist Ayres Chefentwickler Charles Hanson von diesem Programm so angetan, dass er für den QB-9 Lizenz an der Rankin-Software genommen und an Bord des neuen Ayre-Wandlers alles getan hat, um die Software in eine kompetente Hardware-Umgebung mit einem ausgefuchsten Taktgeber inklusive diskret aufgebautem Oszillator einzubinden. Nicht zuletzt ist der QB-9 der radikalste unter den drei aktuell verfügbaren USB-Wandler mit asynchron betriebener USB-Schnittstelle, akzeptiert er digitale Daten doch ausschließlich über seinen USB-Anschluss. Keinen SDPDIF-, keinen optischen und keinen AES/EBU-Anschluss findet man beim QB-9, der damit die Bezeichnung USB-Wandler zu Recht trägt.

Abb. 2
Beginnen wir ausnahmsweise mit der analogen Ausgangsstufe des QB-9. Nicht, um alles auf den Kopf zu stellen, sondern weil der am Ausgang des Wandlers erkennbare Aufwand den an seinem Eingang in Gestalt der USB-Schnittstelle getriebenen widerspiegelt. Vorbild für diese Schaltung ist die Ausgangsstufe des Ayre Vorverstärkers KX-R, der zum Besten gehört, was für viel gutes Geld auf dem Weltmarkt an Vorverstärker zu haben ist. Die analoge Ausgangsstufe des QB-9 bietet vollständige Transparenz für das durch Wandlung aus dem digitalen Datenstrom gewonnene Analogsignal, das wahlweise symmetrisch – der QB-9 ist vollsymmetrisch und soweit schaltungstechnisch realistisch rückkopplungsfrei ausgelegt – oder unsymmetrisch abgegriffen an einen Verstärker weitergeleitet werden kann. Um ganz nach „vorne“ zum Netzteil zu springen: Typisch Ayre findet sich dort der sogenannte Ayre Conditioner, der keine Klimaanlage, sondern ein trickreich an die spezielle, vom QB-9 gebildete Last angepasster Netzfilter ist, der durch seine Spezialisierung klanglich nachteilige Einflüsse externer Netzfilter vermeidet, die von Drittanbietern zu haben sind. Wer so viel Wert auf störsignalfreie Netzfilterung legt, wird sich den dadurch gewonnen Geräuschspannungsabstand kaum durch bordeigene Störsender trüben lassen, wie etwa eine für ihr hochfrequentes Störsignalfeuer berüchtigte Fluoreszenzanzeige. Deshalb besitzt der QB-9 eine störungsfreie LED-Anzeige.
Damit nicht genug werden digitale und analoge Schaltkreise im QB-9 von getrennten Netzteilsektionen mit Strom versorgt. Wer den Anblick eines Transformators befremdlich findet, wie er nicht nur im Ayre Wandler, sondern in allen Ayre Geräten zum Einsatz kommt, weil Ringkerntrafos seit Jahren als das einzig Wahre hochstilisiert werden, dem sei an dieser Stelle gesagt, dass die Wahrheit mitunter grausam ist: Gut konstruierte EI-Kern-Trafos, wie derjenige im QB-9 aus dem Hause Mercury Magnetics können ihren radialen Konkurrenten hinsichtlich Streukapazität, Störstrahlung und Brummverhalten durchaus überlegen sein. Um noch kurz beim Thema Störungsfreiheit zu bleiben: Auch wenn der angeschlossene Computer über USB nicht nur digitale Signale, sondern auch unerwünschten Brumm an den Ayre-Wandler liefern sollte, stört das dessen Signalverarbeitung dank Optokopplern zwischen USB-Anschluss und -Schnittstelle nicht.

Abb. 3